„Ich gebe diesem Buch 5 Sterne, obwohl ich es nicht gelesen habe“

Der nächste Kandidat für den Auweiha Award 2020 ist ein Rezensent des Luisa Neubauer Buchs „Vom Ende der Klimakrise“, welches sie zusammen mit Alexander Repenning geschrieben hat. Hier soll jetzt keine Besprechung stattfinden, sondern einmal auf den Erfolg und die Bewertungen geschaut werden. Amazon als größter Buchversender in Deutschland gibt zumindest einen kleinen Hinweis auf den Erfolg, konkrete Verkaufszahlen leider nicht. Wir wissen also nur, dass sich das Buch auf dem Verkaufsrank 11.414 (Stand 06.01.2020) befindet und Amazon die Auflage als 1. Auflage führt. Es scheint also noch keine Nachauflage gegeben zu haben. Das verwundert bei der enormen Präsenz der Co-Autorin in den Medien dann doch etwas. Das Buch ist außerdem erst 3 Monate alt. Eigentlich etwas zu früh, um schon vergessen zu sein.

Das Werk scheint stark zu polarisieren, denn die Bewertungen bestehen zu 40% aus 5 Sternen und zu 50% aus 1 Stern. Was aber auch offensichtlich wird, nur 24 der insgesamt 96 Bewertungen entstammen verifizierten Verkäufen. Wer von den Rezensenten das Buch tatsächlich gelesen hat, weil er es vielleicht woanders erworben hat, lässt sich nicht genau sagen. In jedem Fall teilt sich das Echo gewaltig und es ist vielleicht auch ein Spiegelbild der aktuellen Klimadiskussion in der Gesellschaft.

Den Vogel allerdings schießt die Bewertung des Users Zampano ab, der der jungen Autorin vermutlich aus Solidarität helfen wollte. Es ist, wenn man so will eine postfaktische Rezension. Man bewertet ohne dass man das Werk gelesen hat und gleichzeitig wird behauptet, dass alle die bisher Sterne vergeben haben (vermutlich sind die schlechten 1 Stern Bewertungen gemeint) das Buch nicht gelesen haben. Verrückt.

Man fühlt sich an Gerhard Polt erinnert, der einmal gesagt hat, dass die Frau Müller so nachtragend ist, das wird er ihr nie vergessen. Daher bekommt Zampano die verdiente Nominierung für den Auweiha Award 2020.
 

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Einen spektakulären Vorschlag zum Thema Energiespeicher stellt Prof. Dr. Eduard Heindl von der Hochschule Furtwangen auf Cleanthinking vor.  Ein Lageenergiespeicher soll nach seinen Aussagen 2.000 GWh speichern können und dabei deutlich weniger Platz benötigen als ein Pumpspeicherwerk. Die Technik wäre zudem auch günstiger als Pumpspeicher in Gebirgen. Die Webseite des Unternehmens informiert über weitere Details.

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Der CO2-Ausstoß in Deutschland ist in 2019 überraschend stark gesunken meldet die Tagesschau. 50 Millionen Tonnen sind es nach Angaben der Denkfabrik Agora Energiewende. Das wären 7% gegenüber 2018. Bis zum Ziel von 40% gegenüber 1990 fehlen demnach noch 5%.

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Sonnenzyklen und deren Einfluss auf das Klima – Maunder-Minimum Dalton-Minimum Zwischeneiszeit

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Hanns Graaf am 16. Dezember 2019 bei Aufruhrgebiet:

Zur Methodologie der Klimawissenschaft

Ob die Aussagen und Positionen einer Wissenschaft richtig sind (jede wissenschaftliche Wahrheit ist natürlich nur relativ), hängt nicht zuletzt von der verwendeten Methodologie ab. Sind die Methoden fehlerhaft, in sich inkonsistent oder beruhen sie überhaupt nur auf Annahmen, so sind richtige Ergebnisse, d.h. eine adäquate Widerspiegelung der Realität unmöglich, auf Teilbereiche beschränkt oder zufällig.

Die Klimaforschung als Naturwissenschaft verbindet verschiedene Teilwissenschaften wie Physik, Chemie, Astronomie, Geologie und Meteorologie und bezieht sogar sozialwissenschaftliche Disziplinen wie die Geschichtsforschung ein, insofern diese Aufschlüsse über jüngere Klimaperioden gibt. Letzterer Umstand verweist schon darauf, dass das Klima kein „absolutes  System“ in dem Sinne ist, dass es unverändert, statisch vorliegt, sondern sich über Millionen von Jahren verändert hat und sich auch künftig verändern wird. Klima und Klimawandel sind Synonyme.

Jede seriöse Wissenschaft – ob sie die Natur beschreibt oder die Gesellschaft – muss ihre Ergebnisse anhand der Praxis überprüfen. Ihre Gesetze müssen, wenn sie als solche gelten wollen, durch empirische Daten, durch Experimente und durch theoretische Herleitung belegt sein. Sind sie das nicht, müssen sie nicht zwingend falsch sein, stellen aber nur (unbewiesene) Hypothesen dar. Nach Karl Popper sind Theorien nicht positiv beweisbar, sondern nur falsifizierbar (widerlegbar). Sie können aber so lange als „richtig“, als Arbeitsgrundlage angenommen werden, so lange keine Falsifizierung erfolgt ist, d.h. eine neue Theorie sich als besser erwiesen hat.

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