Holz ist die neue Kohle

Japan nimmt letzte Windkraftanlagen vor Fukushima außer Betrieb. Trotz der Ankündigung, den Anteil von Strom aus Windkraft  bis 2040 zu steigern, nimmt Japan die letzten beiden Anlagen vom Netz. Insgesamt hat das Projekt 580 Millionen Dollar gekostet. Der Grund für Abschaltung war die zu geringe Ausbeute an Strom. Sie hätte mindestens 30-35% der Nennleistung betragen müssen, schwankte aber zwischen 4-36%. Mit anderen Worten, es war unwirtschaftlich. Zum Artikel bei Kyodonews geht es hier.

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Genießen wir den freien Blick auf die See und den Horizont – solange es noch geht. Geht es nach dem Willen der EU, dann wird es bis zum Jahr 2050 25 mal mehr Strom aus Offshore Windkraftanlagen geben und folglich deutlich mehr Anlagen auf See. 300 Gigawatt Leitung sollen es bis dahin werden. Wie das dann in windschwachen Zeiten gepuffert werden soll, das dürfte spannend werden. Schleswig-Holstein kann dann bei seinem Slogan an den Autobahnen „Land der Horizonte“ schon mal überlegen, den zu ändern. Weiterlesen bei Enformer.

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Über lange Zeit war die Arktis in 2020 wärmer als im 20 jährige Mittel (1979-2000). Nun aber scheint es eine Änderung zu geben. Climatereanalyzer zeigt keine Anomalie für die Arktis. Sehr gut zu erkennen an den blauen Flächen. Das Projekt ermittelt aktuell keine Abweichung.

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Ein „Longread“ bei der ZEIT, der es in sich hat: Der Märchenwald. Plant for the Planet (PftP), eine Aktion viele Bäume auf der Welt zu pflanzen, um so Kohlenstoffsenken zu vermehren, gerät ins Zwielicht. Die Geschäfte der Familie Finkbeiner, Gründer der Aktion, und was so alles nicht passt bei Plant for the Planet, kann man hier weiterlesen. PftP verwaltet übrigens auch Geld von Fridays For Future.

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Kanada setzt auf SMR (Small Modular Reactors) bei seinem Weg zur CO2 Vermeidung. Weiterlesen hier.

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Vor Kurzem ging es in diesem Blog um Robert Habeck und seine Selbsteinschätzung. Aus ähnlichem Holz ist seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock auch geschnitzt. Im SPIEGEL erklärte sie, dass sie sich das Kanzleramt zutraut. Die Wahrscheinlichkeit einer Konstellation, in der die Grünen das Kanzleramt besetzen, ist nach den aktuellen Umfragen zwar nicht gegeben, aber Baerbock strotzt offenbar nur so vor Selbstvertrauen.

Was eine Kanzlerschaft für den Bereich Energie bedeutet (sie verwechselte Kobalt mit Kobold, sie glaubt, dass ein Stromnetz Strom speichert) oder auch Verkehr (sie kennt hoheitliche Aufgaben und deren Kosten nicht, kritisiert es aber in einer Haushaltsdebatte) darüber wird man sicherlich spekulieren dürfen. Eines dürfte allerdings allen erspart bleiben, als Kanzlerin dürfte ihre Präsenz in Talkshows deutlich sinken. Wer jemals eine Talkshow mit ihr gesehen hat, der könnte sich auf Diskussionen mit deutlich mehr Redeanteilen für die anderen Teilnehmer freuen.

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Helgoland soll zum Wasserstoff-Giganten werden.

„Ein europäisches Konsortium, angeführt vom Essener Energiekonzern RWE, will bis 2035 in der Nordsee sechs Windparks mit einer Gesamtleistung von 10,3 Gigawatt bauen. Der dort erzeugte Strom soll allerdings nicht an Land transportiert werden, sondern auf hoher See Elektrolyseure zur Herstellung von Wasserstoff durch Wasserspaltung versorgen. Dieser wird per Pipeline nach Helgoland transportiert, dessen Hafen bereits eine logistische Zentrale für den Bau von Offshore-Windenergieanlagen ist. Hier wird der Wasserstoff verflüssigt und für den Eigenbedarf genutzt. Die Helgoländer denken daran, eine Großtankstelle für Schiffe zu bauen, die von Elektromotoren angetrieben werden und ihren Strom aus Brennstoffzellen an Bord beziehen.“

Zum Artikel bei Ingenieur.de geht es hier lang.

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Bayern ist immer mehr auf Stromimporte angewiesen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete:

„Mit der Abschaltung der beiden Anlagen Ende 2021 und Ende 2022 werde sich die Lücke zwischen Produktion und Verbrauch noch einmal deutlich vergrößern. Denn die regenerativen Energien können sie aus Sicht des VBEW nicht schließen – auch wenn sie im Zehn-Jahres-Vergleich eine Produktionssteigerung um 84 Prozent auf 39 Milliarden Kilowattstunden Strom hingelegt haben und aktuell 52 Prozent der Produktion ausmachen.“

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China versucht sich von australischer Kohle zu befreien. Die Gründe dürften aber nicht wirtschaftlicher Natur oder gar Umweltschutz sein sondern liegen in der Politik. China ist offenbar verärgert über Kritik aus Australien an seiner Politik. Die New York Times berichtete.

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Die Zauneidechse stoppt die Rodung von Teilen des Waldes, der für die Gigafactory von Tesla in Grünheide benötigt wird. Nabu und Grüne Liga hatten geklagt. Dem Nabu gebührt wieder mal der Preis für den schönsten Spagat. Die Energie- und Verkehrswende im Namen des Klimas fordern und gleichzeitig gegen die Umsetzung klagen. Weiterlesen bei zdf.de

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Die deutschen Heizungsbauer verlangen beim Thema Wasserstoff berücksichtigt zu werden. Die Bundesregierung setzt im Bereich Gebäudewärme eher auf Wärmepumpen. Dafür wären aber erhebliche Investitionen nötig, zudem noch mehr Strom, während in vorhandene Erdgasinfrastruktur (Leitung und Heizungen) bis zu 20% Wasserstoff beigemengt werden könnte. Die WELT hat einen entsprechenden Artikel dazu.

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Bis 2025 können Fastfood Liebhaber bei McDonalds nicht nur Burger verzehren und dabei Berge von Müll produzieren, sie können das E-Auto auch gleich aufladen. Hoffentlich sind das Schnell-Lade-Säulen, sonst bekommt der Fahrer während des Ladevorgangs wieder Hunger und muss dann gleich die nächste Bestellung aufgeben. Obwohl, vielleicht ist das ja die Absicht?

(Abbildung: Screenshot von Twitter)

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Auf die Speicher wird es ankommen. Daher ist das Interview mit Kai Wieghardt vom DLR auf enformer.de über Solarthermie-Kraftwerke ausgesprochen lesenswert.

„In der dritten Versuchskammer geht es um Prozesse zur Erzeugung solaren Wasserstoffs als eine thermische Alternative zur Elektrolyse. Bisher ist das Verfahren noch nicht konkurrenzfähig, aber wir rechnen damit, dass wir den Wirkungsgrad der Photovoltaik-betriebenen Elektrolyse deutlich übertreffen können – theoretisch um das Zwei- bis Dreifache.“ … „Mit vernünftig ausgelegtem Speicher kommen Solarthermie-Kraftwerke an guten Standorten auf rund 7.000 Betriebsstunden pro Jahr. Bei Photovoltaik sind es an den günstigen Standorten der Sahara selten mehr als 2.500 Stunden.

Der größte Vorteil der Solarthermie ist aber wohl, dass sie abrufbare Leistung bereitstellt und damit weitgehend grundlastfähig ist. Photovoltaik und auch Windstrom benötigen dafür Stromspeicher. Und die sind wesentlich teurer als Wärmespeicher.“

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Hurra, nach tagelangen Phasen mit Schwachwind gibt es im Dezember 2020 mal wieder Tage mit nennenswerten Windstromerträgen. Der Anteil an Sonnenstrom ist erwartungsgemäß im Winter überschaubar, Sonne half dem Wind also nicht. Wenn man die Zahlen so betrachtet, dann stellt sich immer wieder die Frage, wer bitte schön den Strom liefern soll, wenn Mutter Natur mal wieder keine Sonne und keinen Wind schickt?

Als Beispiel sei der 02.12.2020 genannt, als der Windstrom etwa 3 GW zur gesamtem Produktion beitrug. Wollte man den gesamtem Bedarf über Wind erzeugen, hätten 20 mal mehr Anlagen zur Verfügung stehen müssen. Spätestens in der Nacht ohne Sonne und mit Biogas, was bereits am Anschlag läuft, käme es dann komplett allein auf den Wind an, wenn Kohle, Kernenergie und auch Gas wegfallen sollen. Für Deutschland bedeutet das über 600.000 Windkraftanlagen. Wo sollen die alle stehen?

(Abbildung agora-energiewende.de)

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Der künftige US Präsident Biden erklärt die Klimapolitik zur Priorität. Bis 2035 soll das Land frei von CO2 Emissionen sein. Zum Artikel bei der Tagesschau geht es hier.

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Holz ist die neue Kohle. Das dämmert jetzt auch dem Nabu. r hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben. Damit es nicht ganz so hart klingt wird aus „Bäume verbrennen“ einfach Nutzung von Biomasse bei den Befürwortern der Energiewende. Damit fällt es in den gleichen Bereich wie z. B. Biogas. Es wundert nicht, dass Apologeten der Energiewende keine Probleme mit der Holzverbrennung haben. Die ganz „Schlauen“ fordern sogar, dass aus dem verbrannten Holz Strom werden soll, der dann wiederum zu Wasserstoff wird. Wir berichteten.

Noch schlimmer ist die Situation in den USA, wo massiv Wälder abgeholzt werden, um Holzschnitzel zu produzieren. Die Klimaaktivisten Bewegung 350.org (entspricht Fridays For Future in den USA) hat hierzu sogar offiziell den Segen erteilt. Wie schon häufig wieder der Hinweis auf den Film Burned, der das sehr eindrucksvoll beschreibt. Eine Zusammenfassung des Films inkl. Videolink gibt es hier.