Höchststrafe für einen Politiker: bei Aktivisten durchgefallen

Jetzt wird es ernst. Die Aktivisten, die seit etwa 4 Wochen in Berlin im Hungerstreik sind, stellen nun den drei Kandidaten um das Kanzleramt ein Ultimatum. Sie wollen nun auch die Aufnahme von Flüssigkeit einstellen, um ein Gespräch zu erzwingen. Hungerstreiks sind immer mit einer Schwierigkeit behaftet. Anders als Arbeitsniederlegungen haben sie keinerlei Auswirkungen auf andere. Wenn die Belegschaft also streikt, dann bedeutet es für ein Unternehmen in der Regel Umsatzverlust. Hier verliert aber niemand etwas, außer die Hungernden ihre eigene Gesundheit oder gar das Leben. Die Drohung für die Politiker ist daher auch eigenartig.

Der andere Teil der Gruppe will diesem „trockenen Hungerstreik“ nicht folgen. „Sollten die drei Kanzlerkandidaten selbst nach fast vier Wochen Hungerstreik nicht einmal unserer Forderung nach Kommunikation nachkommen, dann steht für uns das Ergebnis fest: Die Politiker sind durchgefallen“, hieß es.

Die Politiker müssten also fortan mit dem Makel leben, bei einer Aktivistengruppe durchgefallen zu sein. Das ist hart. Demokratische Prozesse sind nicht beliebt bei den Streikenden. Sie verlangen die Einsetzung eines Bürgerrats, der der Politik Sofortmaßnahmen vorgeben soll. Wahlen kann man sich daher sparen, der Bürgerrat wäre der neue Souverän im Staat. Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Hässlich ist das neue Schön. Georg Etscheit über Kulturlandschaften, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die (Wind)Räder kommen. Weiterlesen hier.

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Das Thema Klima hat alles, was die Kirche auch hat. Schuld, Reue, Sühne und Hoffnung auf Erlösung inkl. Erlöser oder soll man besser sagen Erlöserin? Vielleicht passen sie deshalb so gut zusammen? Das Bistum Essen nimmt das Thema daher auf die eigene Agenda. Hier geht es zum Artikel.

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Im Spiegel wird ein altes Thema wieder aufgewärmt:  Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern. Neu ist allerdings, dass es das Label “Klimawandel” aufgedrückt bekommt. Den Artikel “Was Verhütung mit der Klimakrise zu tun hat” gibt es hier.

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“Deutschland ist zu früh aus der Kernenergie ausgestiegen.”

Das sagt Anna Veronika Wendland im Interview bei Tag24.de.

“Die Schizophrenie dieser deutschen Energiewende ist aber, dass der Atomausstieg als eine moralische und ethische Entscheidung verkauft wird, während man durch die Hintertür wieder Atomstrom importiert und sich eine Art verlängerte Atomwerkbank zulegt. Wenn man überlegt, dass Frankreich täglich Atomstrom von ein bis drei Reaktorblockleistungen nach Deutschland exportiert, dann ist die deutsche Atomausstiegs-Ethik natürlich eine ziemliche Heuchelei. Eigentlich dürfte konsequenterweise dann auch kein Atomstrom importiert werden. Genau das geht aber nicht, weil man in Süddeutschland bei der Stromversorgung sonst schon ziemlich blank wäre. Da stellt sich wirklich die Frage, warum machen wir das dann nicht gleich selber, wir haben ja noch 6 Kernkraftwerke am Netz.”

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Und noch mehr Streik. Am 24.09.2021, also zwei Tage vor der Bundestagswahl, mobilisiert Fridays-For-Future noch einmal. Greta Thunberg hat ihr Kommen zugesagt. Die Welt berichtete.

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Indien plant weitere Kernkraftwerke. Zu den 22 schon bestehenden Anlagen kommen 10 weitere, die bereits im Bau oder in der Planung sind, weitere 10 sind angedacht. Weiterlesen hier.

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Bayern will Mindestabstand für Windkraftanlagen kippen. Umweltminister Glauber (Freie Wähler) kündigte schon im Mai eine Gesetzesinitiative an. Weiterlesen in der Süddeutschen.

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Perowskit macht Solarzellen noch effizienter. En:former, der Energieblog von RWE berichtet über Fortschritte beim Wirkungsrad. Diese Entwicklung ist auch dringend notwendig, denn es werden mehr und mehr Ackerflächen mit Solarpanelen bebaut. Deutschland, das sollte man wissen, kann seine Bedarf an Lebensmitteln nicht allein decken. Es braucht Importe. Wenn hier also Ackerflächen umgewidmet werden, verlagern wir diese Flächen lediglich ins Ausland.

Wir empfehlen in diesem Zuge immer den Vortrag von Christian Holler und Joachim Gaukel aus 2020. Die beiden Wissenschaftler gehen auch auf das Thema Energieertrag bei Pflanzen ein.
Deutschland hat etwa 11,8 Millionen Hektar Ackerland, wir benötigen aber Lebensmittel von einer Fläche von 15 Millionen Hektar.

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Boris Johnson wollte das Vereinigte Königreich zum Saudi-Arabien für Windenergie machen. Momentan macht er es eher zum Stalingrad für Teile der eigenen Industrie. In Ermangelung von Windstrom müssen Gaskraftwerke mehr Strom produzieren. Der Gaspreis steigt, weil die Mechanismen von Angebot und Nachfrage greifen. Folglich steigt auch der Strompreis. Energie-intensive Betriebe müssen heruntergefahren werden. Weitlesen im Focus.

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Vestas schließt Unternehmen, das Flügel für Windkraftanalagen in Brandenburg produziert. Weiterlesen in der Welt.

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Der Reinhardwald war schon mehrfach Thema in diesem Blog. Hermann-Josef Rapp schildert den Stand zum Thema Bebauung des einzigartigen Waldes mit Windkraftanalagen. Zum Artikel geht es hier lang.

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Sie haben ein Haustier? Dann gehören Sie leider in die Kategorie der Klimasünder. Das meint, nur etwas netter verpackt, der Grünen Bundestags-Kandidat und ehemaliger Fridays-For-Future-Aktivist Jakob Blasel auf Twitter.

“Es sollte verboten werden, Tiere unnötig zu züchten”

Seine Aussagen stehen im krassen Widerspruch zu Aussagen von Annalena Baerbock, die ein mögliches Haustierverbot durch die Grünen zu den Fakenews zählt. Tja, was denn nun?

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500.000 Euro Strafe pro Tag, dazu verurteilte der EuGH jetzt Polen. Grund ist der Braunkohleabbau in Turow im Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland. Geklagt dagegen hatte Tschechien. Weitere Informationen bei der Tagesschau.

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Hinweis: Heute (22.9.2021) um 13:00 Uhr kommt eine neue Klimaschau. Allerdings keine normale Ausgabe, sondern eine „Klimaschau Spezial“. Lassen Sie sich überraschen.