Herzlich willkommen im Klimawandel-Wunderland

China will sich aus dem Bau von Kohlekraftwerken zurückziehen. Laut Tagesschau betrifft dieses aber nur den Bau bzw. Finanzierung im Ausland und nicht in China. Roger Pielke Jr. hat zu dem Thema einen Artikel verfasst. Er plädiert dafür, sich auf die großen Dinge zu konzentrieren und das wäre in seinen Augen Kohle bzw. der Kohleausstieg. Weiterlesen hier.

+++

Wirtschaftsmanager Wolfgang Reizle (u.a. Linde) sieht Deutschland auf dem Irrweg in Sachen Klima. Der Meinungsartikel steht bei der Welt hinter einer Bezahlschranke.

+++

Sie finden die Farbenlehre beim Thema Wasserstoff verwirrend? Dann sollten Sie unbedingt den Artikel von Veronika Grimm im Tagesspiegel lesen. Spätestens dann wissen Sie auch, was roter Wasserstoff ist. Frau Grimm legt dar, warum wir verschiedene Wasserstoffe benötigen in der mittleren Zukunft.

+++

Im Dezember 2019 berichteten wir über den Landkreis Mainz-Bingen. Dort wurden grüne Hausnummer vergeben für Einwohner, die sich besonders klimafreundlich verhalten. Die Aktion wurde offenbar wiederbelebt. Bei den Kriterien bleibt einem etwas die Spucke weg.

“Die Eheleute Karin und Ralf Karrer aus Guntersblum bewohnen das Fertighaus Ökodomo. Dieses besitzt eine Dachdämmung aus Hanf und ist mit einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher ausgestattet. Geheizt wird mit einem Grundofen und einem wassergeführten Holzofen. Der Clou ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Balkon und Wintergarten sind thermisch getrennt. Eine Regenwasserzisterne mit 8000 Litern hält Wasser für Garten, Toilette und Waschmaschine vor. In der Freizeit und im Urlaub greifen die Eheleute gerne auf das Fahrrad als Verkehrsmittel zurück. 

Das Effizienzhaus von Familie Longerich ist in Bodenheim zu finden. Geheizt wird mit Nahwärme aus einem Blockheizkraftwerk, welches mit Pellets betrieben wird. Strom liefert die Photovoltaikanlage. Beim Einkauf wird Wert auf Bio-Lebensmittel gelegt. Obst- und Gemüse werden zum Eigenverbrauch auch selbst angepflanzt. Unterwegs ist Familie Longerich entweder mit ihrem Hybrid-PKW mit eigener Wandladeeinrichtung oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.”

Holzverbrennung, die nachweislich schmutzigste Methode der Wärmegewinnung, wird hier gefeiert. Schilda liegt im Landkreis Mainz-Bingen.

+++

Auch die FAZ nimmt sich des Themas der stark steigenden Gaspreise im Vereinigten Königreich an.

“Die konservativen Kritiker der von Johnson ausgerufenen „grünen Industrierevolution“ klagen, er hätte „die Klimaneutralität auf Kosten von Versorgungssicherheit und erschwinglicher Energie verfolgt“, so der Publizist Matt Ridley. Anstatt die moderne Fracking-Technologie zu nutzen und eine heimische Gasindustrie aufzubauen, habe er sich zu sehr auf die „unverlässlichen“ erneuerbaren Energien verlassen und müsse nun die Lücken mit teuer importiertem Gas füllen. Laut Fachleuten liegt der Anteil der Windenergie am Gesamtmix normalerweise bei 18 Prozent. Durch den windstillen Sommer in diesem Jahr ist er auf zwei Prozent geschrumpft.”

+++

Die Sendung Quarks brachte Ende August 2021 einen klimaalarmtriefenden Artikel. In einem öffentlichen Kommentar macht Paul Stubenruss einen Vorschlag:

Hallo Team von Quarks,
Utopia mit einem Kern der zu einer Diskussion anregen sollte: Es wird nur weitergedacht was FfF und Extinction Rebellion propagieren. Nehmen wir an die Welt folgt dem Vorreiterbeispiel von Deutschland, einen Hoffnung aller Parteien außer AFD, und es gelingt ihr das Klima zu stabilisieren. Dies auch, immer als Annahme, weil man zur Weltrettung nicht nur aufhört CO2 in die Luft zu entlassen sondern auch zu entnehmen, immerhin wird dazu geforscht und es laufen bereits Versuche wie zum Beispiel von der TH Zürich. Nehmen wir nun weiter an es gelingt den CO2 Gehalt auf das vorindustrielle Zeitalter zu erreichen. Es verbleibt dann das Klima so wie die Natur es will und das kann unangenehm werden. Vor dem industriellen Zeitalter im späten Mittelalter gab es eine kleine Eiszeit mit Hungersnöten als Folge. Es kann auch ein Supervulkan ausbrechen und der Feinstaub in der Luft lässt weniger Sonnenstrahlen durch und es kann bitter kalt werde, alles schon gehabt. Im Mittelalter war man der Natur ausgeliefert. Heute ist man das nicht mehr.

Die Vorsorge die zu empfehlen wäre: Gas, Kohle und Erdöl massiv weiter fördern, aber nicht zu verbrennen, sondern einlagern. Hat man genanntes eingelagert, dann kann man es flugs ohne Zeitverlust verbrennen und so wie gewünscht die Erde aufzuheizen. Wir leben doch in einer wunderbaren Zeit: Dank der Erkenntnisse wieviel CO2 für die Erwärmung um 1,5 Grad C innerhalb eines gewissen Zeitraumes verantwortlich ist, lässt sich eine mögliche neuerliche kleine Eiszeit durch geregelten CO2 Ausstoß berechnen und verhindern. Wird es auf Grund von Rechenfehlern zu warm, dann muss man halt wieder CO2 aus der Luft entnehmen. Was sagt Quarks dazu?
Grüße aus bella Italia
Paul Stubenruss

Quarks antwortete:

Interessanter Gedanke, besprechen wir in der Redaktion.

+++

Kanzlerinnenkandidatin Annalena B. schockierte vor kurzem mit einem Meeresspiegelanstieg von 7 Metern. Das Klimamanifest von Heiligenroth hat zum Thema ein interessantes Video gemacht. Bitte mal reinschauen:

+++

Leserpost:

Herzlich willkommen im Klimawandel-Wunderland

Wie wird sich ein Lieferant verhalten dem mitgeteilt wird, dass seine Produkte zukünftig nicht mehr abgenommen werden? Der Lieferant wird seine Situation einer Bestandsanalyse unterziehen und den Ist-Zustand feststellen. Wenn er dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass der belieferte Kunde den Verkaufspreis für sein Produkt erhöht hat, aber für eine weitere Versorgung noch kein neuer Lieferant für eine Produktalternative in Sicht ist, dann ist es nicht verwunderlich, wenn der Lieferant seinen Preis ebenfalls „anpasst“, um für den Rest der Lieferzeit noch so viel Geld wie möglich einzunehmen.

Genau diese Situation haben unsere Regierungsvertreter auf dem wärmeenergieversorgenden Gasmarkt herbeigeführt. Die Gas-Endkunden*innen haben das nun tunlichst stumm zur Kenntnis zu nehmen, ohne auch nur die Chance zur Gegenwehr ergreifen zu können. Diese Abhängigkeit macht sich schmerzlich im Portmonee bemerkbar. Bislang funktionierte Klimapolitik so, in dem eine moderate, angepasste Umsetzung erfolgte. Strenge Ziele wurden zwar definiert, aber konkrete Belastungen blieben im Ungefähren oder wurden weiter in die Zukunft geschoben. Nun werden durch erzeugte operative Hektik die Kosten real spürbar. Alles wird erklärt unter dem Vorwand für den guten Zweck eines zu schützenden Klimas. Die Wirkung der gefassten Beschlüsse sind jedoch massiv:

Die Einkaufspreise bei Erdgas sind im Vergleich zu 2020 um 451 Prozent gestiegen. Es ist nicht prophetisch, dass es bei den Benzinpreisen nicht anders ablaufen wird. Ein schönes neues Klimawandel-Wunderland, in dem die Zukunft geradewegs jetzt beginnt. Die aktuelle Situation auf dem Gasmarkt zeigt übersichtlich dieser Bericht.

+++

Vera Lengsfeld am 21.9.2021 auf The European:

Das Bundesverfassungsgericht hat sich von Grünen-Aktivistin Luisa Neubauer erpressen lassen

Das Bundesverfassungsgericht hat sich zum Klimaaktivisten gemacht. Geklagt hatten Einzelpersonen wie Hannes Jaenicke, Luisa Neubauer u.a. gegen das Klimaschutzgesetz vom 12.12.2019, das angeblich verfassungswidrig gewesen sei, weil „hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab den Jahr 2031 fehlen”. Warum das der Neutralität widerspricht, erklärt Vera Lengsfeld.

Fragt man nach den Merkmalen einer funktionierenden Demokratie, wird an vorderer Stelle die Gewaltenteilung genannt. Den Eltern des Grundgesetztes war vor allem die Unabhängigkeit der Justiz wichtig. Es sollte nie wieder eine politisierte Gerichtsbarkeit geben. Wie weit sich das Bundesverfassungsgericht trotzdem politisiert hat, kann man an einigen jüngsten Entscheidungen fest machen. Mit seinem Beschluss vom 24. März 2021 zum Klimaschutz hat es allerdings eine neue Stufe erklommen. Es hat sich zum Klimaaktivisten gemacht. Geklagt hatten Einzelpersonen wie Hannes Jaenicke, Luisa Neubauer u.a. gegen das Klimaschutzgesetz vom 12.12.2019, das angeblich verfassungswidrig gewesen sei, weil „hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab den Jahr 2031 fehlen“.

Die Regierung reagierte prompt und legte sechs Wochen nach dem Urteil ein verschärftes Klimagesetz vor, das am 24.06.2021 im Bundestag beschlossen wurde. Durch das Gesetz wird die CO2-Minderung bis 2030 um 65% gegenüber 1990 gesenkt, bis 2040 um 88%. 2045, fünf Jahre früher, als das Gericht verlangt, soll „Klimaneutralität“ erreicht sein. Der Bevölkerung ist überwiegend nicht klar, dass diese Festlegung einen Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlust zur Folge haben, der zu tiefen Verwerfungen in der Gesellschaft führen wird. Allerdings gehören die erfolgreichen Kläger nicht zu denen, die an den Folgen zu tragen haben werden. Sie werden sich auf ihre Fluchtburgen in andern Teilen der Welt zurückziehen.

Weiterlesen auf auf The European. Siehe auch Vera Lengsfelds Blog vera-lengsfeld.de.