Greta hat Fieber: Wir wünschen gute Besserung

Auf seinem Blog beschäftigt sich Hadmut Danisch mit der Verfassungsklage von Fridays For Future (FFF) Aktivistin Luisa Neubauer. Achtung: der Text ist sehr lang, es lohnt sich aber ihn zu lesen. Danisch, der kein Jurist sondern Informatiker ist, hat danach noch zwei weitere Texte dazu veröffentlicht, zunächst Anmerkungen eines Anwalts, die aber seine Thesen weitestgehend stützen. Dann ein Anwalt, der offenbar eine große Nähe zur FFF Bewegung hat aber dennoch kaum auf die Herleitung von Danisch eingeht sondern ihn wegen der Tatsache angreift, dass er kein Jurist ist. Insgesamt viel Lesestoff, aber auch für Nicht-Juristen sehr spannend. Der streitbare Danisch ergänzt das Thema um weitere Artikel.

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In Sachen Energiespeicher gibt es immer wieder interessante Neuigkeiten. Eine davon kommt aus England und nennt sich Flüssigluftspeicher. Die FAZ stellt ihn vor. Angaben zum Wirkungsgrad fehlen allerdings im Artikel.

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Nach dem Kohle- und Atomausstieg soll jetzt die Gaswende kommen, jedenfalls nach den Vorstellungen der Grünen. Laut Focus berufen sich die Grünen dabei auf Untersuchungen der Agentur für Erneuerbare Energien. In denen spielt – oh Wunder – Erdgas keine Rolle mehr, stattdessen Gas aus Biomasse und Power-to-Liquid. Immerhin scheinen die Grünen damit anzuerkennen, dass Gas ein Speicher sein kann, denn der Mangel an Speichern ist einer der großen Schwachpunkte von Wind- und Sonnenenergie.

Dennoch wirft allein die Idee viele Fragen auf. Wie viele Wind-und Solaranlagen müssten installiert sein, damit neben der reinen Produktion von Strom nun auch noch Primärenergie wie Gas ersetzt werden kann? Auf das Problem Wirkungsgrad und somit Kosten ist Professor Sinn in seinem Vortrag über die Energiewende bereits kurz eingegangen. Der Biomasse scheinen die Grünen ebenfalls zuzutrauen, dass sie entscheidend helfen könnte. Man erinnert sich an die Zeit, als die Grünen die Landwirte bereits als Energiewirte oder die neuen Ölscheichs bezeichneten und Biogas massiv gefördert wurde – um dann später die Vermaisung der Landschaft zu beklagen inkl. Verlust von Diversität. Technikfolgeabschätzung scheint jedenfalls keine grüne Stärke zu sein. Die berühmte Kugel Eis von Jürgen Trittin ist dafür ein gutes Beispiel.

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„Greta Thunberg? Wie lächerlich“ Deutschlands bekanntester Umweltchemiker Michael Braungart über den Weltuntergang, kompostierbare Sportschuhe und Robert Habecks Umhängetasche in der SHZ.

„Ach, die Grünen. Ich habe die Partei mal mit gegründet. Der Vater von Winfried Kretschmann war mein Grundschullehrer. Die Grünen sind eine wunderbare Wellness-Partei. Aber deren Politik hat mit der Realität nichts zu tun. 1994 habe ich für die Grünen PVC-Verbotsanträge geschrieben. Und heute treffe ich Robert Habeck mit einer Umhängetasche aus Lkw-Plane mit PVC in Berlin am Bahnhof. Es gibt viele Grüne, die sich bemühen, aber die haben schlicht keine Ahnung. Sie bleiben auf halber Strecke stehen und erreichen nichts.“

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Das Weltwirtschaftsforum in Davos steht ganz im Zeichen des Klimawandels. Wirklich? Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat fast 2.000 Top Manager in 83 Ländern befragt. Demnach kommt das Thema Klima nicht unter die Top 10 der Sorgen der Wirtschaftseliten. Die Wachstumsschwäche ist das Hauptthema. Der Guardian berichtet über geschätzte 1.500 zusätzliche private Flüge zu der Veranstaltung in Davos. Das passt ja eigentlich sehr gut zum Thema. Währenddessen musste Greta Thunberg erste Termine für Davos absagen. Ein Fieber hielt sie davon ab. Sie soll aber die Termine ab Dienstag wahrnehmen. Man darf gespannt sein, ob sie auf den Panels etwas mehr sagt, als auf der Pressekonferenz nach der How Dare You Rede vor der UNO.