Fünf Minuten Weltuntergang vor der Tagesschau

Professor Richard Lindzen hält am 31. März 2021 um 20:00 Uhr deutscher Zeit auf Einladung von Clintel einen Online-Vortrag zum Klimawandel:

Online lecture by Professor Richard Lindzen

Wednesday, March 31, 2021, at 7.00pm (Dublin time). It will be on the subject of ”The Imaginary Climate Crisis – How can we Change the Message?”. Abstract of the talk can be found here. The Zoom Meeting Link will be:
https://ucd-ie.zoom.us/j/64120832876?pwd=TUhwSk9KalhEdDVPNmhGemNtdENTdz09.
Meeting ID: 641 2083 2876, Passcode: 503067.

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Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft am 24.3.2021:

Aus der Klimageschichte lernen

Erkenntnisse, wie sich Gesellschaften in früheren Zeiten an klimatische Veränderungen anpassten, können bei den aktuellen Herausforderungen helfen

Klimaveränderungen im Laufe der Geschichte, wie die Kleine Eiszeit während des 13. bis 19. Jahrhunderts, werden häufig mit Hungersnöten, Krisen und Kriegen in Verbindung gebracht. Doch es gibt auch viele Beispiele, wie Bevölkerung und Politik die veränderten Bedingungen zu ihrem Vorteil nutzen oder zumindest Stabilität wahren konnten. Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte hat einen neuen Ansatz entwickelt, der die gesellschaftliche Resilienz in den Mittelpunkt stellt und dabei einen sorgfältigeren Umgang mit Klimadaten und historischen Fakten sicherstellt, als das bisher oft der Fall war.

Die Anzeichen des gegenwärtigen vom Menschen verursachten Klimawandels werden immer alarmierender. Damit wird auch die Frage immer dringlicher, wie Gesellschaften in der Vergangenheit auf natürliche Klimaveränderungen reagierten. Die Forschung zur Klima- und Gesellschaftsgeschichte hatte bisher oft den Fokus auf gesellschaftlichen Krisen oder gar dem Kollaps ganzer Gemeinwesen, die mit dem Wandel des Klimas in Zusammenhang gebracht wurden. Genauere Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Auswirkungen von Klimaveränderungen in der Vergangenheit selten so unmittelbare und eindeutige gesellschaftliche Folgen hatten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlers aus den Disziplinen Archäologie, Geographie, Geschichte und Paläoklimatologie haben deshalb einen neuen Ansatz erarbeitet, mit dem die Forschung validere Ergebnisse im Bereich der Klima- und Gesellschaftsgeschichte erzielen soll. Bei Untersuchungen in diesem Feld soll die Forschung gesicherte Erkenntnisse über die tatsächlichen Klimaveränderungen im untersuchten Zeitraum, über dessen regionale Auswirkungen und über die gesellschaftlichen Bedingungen vor Ort zusammenführen. Nur so lasse sich vermeiden, dass vorschnelle Urteile die Ergebnisse verzerren – wie es bislang in klima- und gesellschaftshistorischen Studien immer wieder der Fall gewesen sei.

Mithilfe ihres neuen Ansatzes führte das Team exemplarisch Fallstudien an zwei der am häufigsten untersuchten Perioden klimatischer Veränderungen durch: der spätantiken Kälteperiode im 6. Jahrhundert nach Christus und der sogenannten Kleinen Eiszeit im 13. bis 19. Jahrhundert. Obwohl in beiden Phasen der Geschichte viele Gesellschaften unter Druck kamen, zeigen die Fallstudien doch, dass sich die Bevölkerungen anpassen konnten. Die Forschenden identifizierten fünf Erfolgsstrategien, die Gesellschaften in früherer Zeiten anwendeten: neue sozioökonomischer Möglichkeiten ergreifen, robuste Energiesysteme nutzen, neue Ressourcen durch Handel generieren, politisch effektiv auf natürliche Extremereignisse reagieren oder in neue Umgebungen auswandern.

Antike Klimagewinner im östlichen Mittelmeerraum

Ein Beispiel für diese Widerstandsfähigkeit ist die Reaktion der Gesellschaft in der Spätantike auf den Klimawandel im östlichen Mittelmeerraum. Eine Rekonstruktion des dortigen Klimas anhand von See-Sedimenten, Mineralablagerungen etwa in Höhlen und weiteren relevanten Daten belegen erhöhte Winterniederschläge, die im fünften Jahrhundert begannen und bis in die Kälteperiode im 6. Jahrhundert andauerten. Pollendaten und archäologische Geländeuntersuchungen zeigen, dass Getreideanbau und Weideviehhaltung infolge der vermehrten Niederschläge florierten, wobei viele Siedlungen an Dichte und Fläche zunahmen. Das Besteuerungssystem des Oströmischen Reichs ermöglichte einen einfachen Warenaustausch zwischen feuchten und trockeneren Regionen, sodass die Verbraucher von den Vorteilen der erhöhten landwirtschaftlichen Produktion profitierten. Währenddessen investierten die Eliten in eine marktorientierte Landwirtschaft und finanzierten in eher trockenen Gebieten wie der Wüste Negev den Bau von Dämmen und anderer Infrastruktur, die den Landwirten ein effizientes Wassermanagement ermöglichten.

Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung der Niederlande während der Kleinen Eiszeit im 16. und 17. Jahrhundert. Damals wurde das Klima dort deutlich nässer als zuvor und es gab häufiger Hochwasser. Das half den Niederländern im Kampf um die Unabhängigkeit von der spanischen Krone: Die belagernden Armeen hatten es schwerer, die Städte mit behelfsmäßigen Befestigungen zu umgeben, und die Rebellen konnten gezielt Überschwemmungen zur Verteidigung einsetzten. 1581 ging aus der Rebellion die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen hervor, wodurch die Niederlande in der Folgezeit zu einer ökonomischen, kulturellen und politischen Großmacht aufstiegen.

Anpassung dank guter Organisation und Einfallsreichtum

„Diese Erfolgsgeschichten zeigen, dass ungünstige klimatische Bedingungen nicht zwangsläufig zu Zusammenbruch oder sozialer Not führen müssen. Diese gut organisierten und einfallsreichen Gesellschaften waren in der Lage, sich anzupassen und die neuen Möglichkeiten zu nutzen“, sagt Adam Izdebski vom Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, der als Historiker an dem Konzept und den Untersuchungen beteiligt war. „Angesichts der für das 21. Jahrhundert vorhergesagten zunehmenden Trockenheit in diesem Teil der Welt müssen die heute erforderlichen Anpassungsmaßnahmen natürlich anders und viel ehrgeiziger sein, was die Notwendigkeit unterstreicht, die CO2-Emissionen so schnell wie möglich massiv zu senken.“

Obwohl die Klimaveränderungen, mit denen historische Gesellschaften konfrontiert waren, weniger schwerwiegend waren als die Veränderungen, denen wir heute gegenüberstehen, zeigen diese Fallstudien doch, dass Gesellschaften häufig in der Lage waren, sich anzupassen und in Zeiten klimatischer Veränderungen zu bestehen. Dadurch dass der Forschungsansatz die sehr unterschiedlichen Auswirkungen vergangener Klimaveränderungen und die Herausforderungen bei der Interpretation historischer Quellen berücksichtigt, schafft er eine solide Basis für künftige Studien zur Geschichte von Klima und Gesellschaft. Bisher übersehene Beispiele von Resilienz in der Vergangenheit könnten damit in Zukunft gefunden werden – so die Hoffnung des Forschungsteams. Damit lassen sich auch die Bemühungen zur Anpassung an die beispiellose globale Erwärmung des 21. Jahrhunderts unterstützen.

Pressemitteilung in Kooperation mit der Georgetown University, dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas, Leipzig, der Universität Gießen und der Universität Freiburg

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Youtube-Video:

But if CO2 is the Thermostat…

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Webseite Weltbedrohungen:

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The Conservation am 29.3.2021:

Why we need to get better at predicting space weather

The Sun is the most important source of energy for sustaining life on Earth, but it gives us a lot more than just light and heat. It also gives us solar storms.

Disturbances on the Sun, such as coronal mass ejections produced by solar flares that emanate from active sunspot regions, can cause solar storms. Solar flares and coronal mass ejections emit vast quantities of radiation and charged particles into space.

These events can damage the Earth’s communication and power infrastructures, resulting in power outages and reduced system functionality. Satellites, space stations and astronauts, aviation, GPS, power grids and more can be affected.

As our civilisation becomes more advanced, we become more vulnerable to the effects of solar storms. Now, as the Sun’s activity is on the increase, we need to get better at predicting solar weather.

Weiterlesen auf The Conservation

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Thilo Spahl empfahl am 30.3.2021 auf Novo Argumente die Klimaschau:

Fünf Minuten Weltuntergang vor der Tagesschau

Was kann das Fernsehen dazu beitragen, dass wir den Klimawandel besser verstehen?

Weil das Thema Klimawandel in den Medien so sträflich vernachlässigt wird, man hört ja fast nie davon, haben sich einige klimabewegte Menschen zusammengefunden und die Initiative „Klima vor acht“ gegründet. Die fordert in einem Offenen Brief Herr Buhrow in seiner Funktion als Vorsitzenden der ARD auf, jeden Tag vor der Tagesschau fünf Minuten Klimaschutz zu senden: „Wir fordern Primetime fürs Klima!“

[…]

Oder Sie machen es so, Herr Buhrow:  Sie lassen abwechselnd Apokalyptiker und Klimarealisten zu Wort kommen. Montag, Mittwoch und Freitag präsentiert Luisa Neubauer. Dienstag, Donnerstag und Samstag ist Sebastian Lüning dran. Der ist sicher bereit, mitzumachen. Er produziert und sendet seit Ende letzten Jahres die Klimaschau, ein Format mit nicht-alarmistischen Nachrichten aus der Wissenschaft, kurz erläutert und immer mit Link zu den wissenschaftlichen Original-Arbeiten. Zwar nur einmal die Woche, dafür sehr substanziell. Und natürlich nicht bei der ARD, sondern auf Youtube.

Ganzen Artikel auf Novo Argumente lesen.

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Klima vor 8 bei RTL

Abbildung: Screenshot Youtube

10 Jahre hat eine legendäre Persiflage innerhalb der Sendung Switch Reloaded auf die RTL Formel 1 Übertragungen auf dem Buckel. Der Kommentator meldet sich nach einem verheerenden Unfall mit vielen Toten und Verletzten.

„Zeit zum Trauern, Zeit zum Nachdenken und Zeit für unser Gewinnspiel, richtig“

Ob es bei Klima vor 8 ähnlich laufen wird, wissen wir (noch) nicht. Die Initiatoren einer eigenen Klimasendung, ähnlich wie Börse vor 8, sind bei der ARD offenbar nicht erfolgreich gewesen. Nun hat sich RTL das Format gesichert. Die Welt berichtete. Auf was dürfen wir uns freuen? Die nachfolgende Sendung wird Ihnen präsentiert von Volkswagen? Schicken Sie jetzt eine SMS an unsere Nummer und die Lösung auf die Frage, was erwärmt das Klima?

A. KO Tropfen
B. CO2
C. Mein Handykonsum

Unter allen richtigen Einsender verlosen wir eine Traumflugreise auf die Malediven.

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Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich vom 11.3.2021:

Rekordanlage zur Speicherung von grünem Wasserstoff

Im CHEMPARK Dormagen entsteht die weltweit größte Anlage für die Einspeicherung von grünem Wasserstoff in flüssige organische Träger (Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC) im industriellen Maßstab. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 9 Millionen Euro. Die LOHC Industrial Solutions NRW GmbH, Tochter des Erlanger Unternehmens Hydrogenious LOHC Technologies, übernimmt die Projektleitung und den Anlagenbetrieb. Ein weiterer Partner aus der Industrie ist die Covestro Deutschland AG. Die wissenschaftliche Expertise kommt aus dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN), einer Außenstelle des Forschungszentrums Jülich. Dorthin fließen 2 Millionen Euro der Fördermittel für begleitende wissenschaftliche Untersuchungen. Prof. Peter Wasserscheid, Direktor des HI ERN, hat die LOHC-Technologie in den vergangenen Jahren maßgeblich mitentwickelt. Drei Fragen an den Wissenschaftler:

Herr Professor Wasserscheid, worin liegt die Bedeutung des Projekts?
Die geplante Anlage in Dormagen ist die weltweit größte industrielle Anlage zur Speicherung von grünem Wasserstoff in flüssigen organischen Wasserstoffträgern. Hier sollen rund 1.800 Tonnen Wasserstoff im Jahr im Speicherstoff Benzyltoluol chemisch gebunden werden – das ist eine zwanzigfache Einspeicherleistung gegenüber den bisher bekannten Anlagengrößen. Durch die infrastruktur-kompatible Handhabung von Wasserstoff in chemisch gebundener Form kann Wasserstoff nicht nur einfach gelagert, sondern vor allem auch günstig zum Verbraucher transportiert werden. Grüner Wasserstoff wird auf diese Weise ein einfach handelbares Gut. Genau solche Technologien sind notwendig, um den Hochlauf einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie im wissenschaftlichen Teil des Projekts?
Bei unserer Begleitforschung konzentrieren wir uns auf drei Aspekte: Wir untersuchen das Katalysatorverhalten im realen Anlagenbetrieb, wir erforschen mögliche Einflüsse der LOHC- bzw. Wasserstoffqualität auf die Performance des Einspeicherprozesses und wir entwickeln industriell nutzbare Qualitätssicherungsverfahren für unser LOHC-System weiter.

Bei der Wasserstoff-Einspeicherung in LOHC-Systeme wird Wärme frei, wie kann diese weiter genutzt werden?
Gerade das ist ein toller Aspekt unserer geplanten Anlage im CHEMPARK Dormagen. Wir nutzen grünen Wasserstoff zur LOHC-Beladung und die Reaktionswärme, die auf einem Temperaturniveau von über 280 °C anfällt, kann im Dampfnetz des Chemieparks genutzt werden. Auf diese Weise wird die Wasserstoffspeicherung zum Energielieferanten für andere Produktionsprozesse und die Effizienz der gesamten Wasserstoff-Logistikkette lässt sich dadurch deutlich steigern.