Fridays For Future: Klima nur noch Nebenthema?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die im letzten Jahr durch eine sehr unglückliche Handhabung in Sachen Meinungspluralität aufgefallen ist (der Fall Dieter Nuhr), hat jetzt ein Video bei YouTube veröffentlicht, dort geht es um das Thema Wissenschaftskommunikation, ganz besonders in Sachen Klima. Wir bewerten das Video an dieser Stelle jetzt nicht, ein jeder sollte sich sein eigenes Bild machen, ob die Forschung hier auf einem guten Weg ist. Zum Video geht es hier lang.

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Was 20 Jahre nur in überschaubarem Maße stattfand, soll sich laut einer Studie von Rystad Energy nun aber deutlich beschleunigen: Arbeitsplätze im Bereich der Windenergie-Industrie. Auf 800.000 Arbeitsplätze (allerdings weltweit) soll die Zahl im Offshore-Bereich wachsen. Was sich zunächst für eine gewaltige Zahl anhört, das ist gemessen am gesamtem Anteil allerdings eher bescheiden. Zum Vergleich Deutschland hat etwa 40 Millionen Menschen in Arbeit. Es entspräche also 2% der Arbeitsplätze hier, sofern es sich nur um deutsche Arbeitsplätze handeln würde. Da es weltweit gerechnet ist, dürfte der deutsche Anteil daher deutlich geringer sein. Weiterlesen bei Enformer, dem Energieblog von RWE.

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100 Punkte, die bei der Energiewende schieflaufen, der Spiegel listet sie auf. Autor ist allerdings nicht der ehemalige Greenpeace-Mitarbeiter Stukenberg sondern Stefan Schultz. Trotzdem kann einem bei einigen Punkten schon bange werden. Die Natur zerstören, um das Klima zu retten, das wird immer wieder neu verpackt.

„Wichtige Daten zum Artenschutz, die Verfahren beschleunigen könnten, werden indes nur lückenhaft erhoben. Die letzten Daten zu Populationen des Rotmilan stammen zum Beispiel aus dem Jahr 2016. Dabei wird dieser von Windkraftgegnern besonders oft als Gegenargument genutzt.“

In anderen Punkten ist der Spiegel ungewöhnlich kritisch.

„Erste Experten, wie Harald Schwarz von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, warnen, dass Deutschland nach Vollendung des Atomausstiegs im Dezember 2022 nicht ausreichend vor sogenannten Dunkelflauten geschützt sei. Es brauche vielleicht im Januar des Jahres 2023 nur eine Weile eiskalt und grau zu sein, ohne Sonne und Wind, und es könnte im System eng werden.“

Allerdings wird das Thema Speicher erst sehr spät behandelt bei den 100 Themen. Wäre es früher behandelt worden, hätte sich der Autor einige Punkte wie der Ausbau der Kapazitäten im Windbereich eigentlich sparen können.

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Die EU betrachtet in einem internen Gutachten die Kernenergie als grüne Investition.

Ein internes Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes der Kommission, der Gemeinsamen Forschungsstelle, ist nun an die Öffentlichkeit gelangt. «Die Analysen ergaben keine wissenschaftlich fundierten Belege dafür, dass die Atomenergie die menschliche Gesundheit oder die Umwelt stärker schädigt als andere Technologien zur Stromerzeugung», heisst es in dem Papier. Die Lagerung von Atomabfall tief unter der Erde sei zudem „angemessen und sicher“.

Die NZZ berichtet.

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Der Jubel einiger war groß als der neue US-Präsident Biden bewirkte, dass die USA dem Pariser Klimaabkommen wieder beigetreten sind. Nun werden die Pläne der USA immer sichtbarer. Einige der Punkte werden den deutschen Fanboys und Fangirls nicht schmecken: Kernenergie oder auch Kohlenstoffabscheidung. Auf der Seite Powermag kann man die Pläne der USA nachlesen.

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Wie war das Wetter im März 2021 in Deutschland? Laut dem deutschen Wetterdienst (DWD) in Sachen Temperatur unauffällig, beim Niederschlag lagen weite Teile des Landes unter dem langjährigen Mittel. Zur Übersicht geht es hier lang. Für die erste Hälfte April 2021 rechnen einige Meteorologen mit deutlich kühleren Temperaturen, da kältere Luft aus Norden einströmt. Bis Mitte April werden wir daher wohl keine Schlagzeilen vom wärmsten April seit Wetteraufzeichnungen lesen. Bereits der normale März war keine Notiz wert, die Medien brauchen Superlative.

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Eine neue Folge aus der Serie: Haltet den Dieb, rief der Dieb und lief in die andere Richtung davon. Diesmal hat der Nabu eine Studie herausgegeben, die die Agrarlobby behandelt. Man beklagt die Verfilzung. Das ist insofern interessant, weil ausgerechnet der Nabu den Naturschutz zugunsten der Windkraftindustrie verklappt hat, also Erfüllungsgehilfe ist und somit keinen Deut besser ist.

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Fridays For Future: Klima nur noch Nebenthema?

Die Partei der Humanisten pflegte noch im September 2019 den Schulterschluss mit Fridays For Future (FFF). Mittlerweile kann man den Eindruck gewinnen, die Humanisten überdenken die eigene Position bezüglich FFF etwas.

„Die schon zuvor vereinzelt sichtbaren Schulterschlüsse mit dem linken Rand oder auch der Antifa werden augenscheinlich intensiviert [25] [26] [27]. Die Rhetorik wird schriller. Immer wieder tauchen inhaltlich fragwürdige Social-Media-Beiträge auf [28]. Schon früher fielen einzelne Vertreter durch bedenkliche Aussagen auf [29]. Zu den bisher öffentlich extremeren Formen gehören die derzeitigen sogenannten Take-overs des deutschen Twitteraccounts (immerhin mit fast 170.000 Followern mit jeder Menge Reichweite ausgestattet) durch andere Fridays for Future nahestehende Twitternutzer. Diese stammten bisher unter anderem aus der Antifa-Szene, die eine radikale linke Rhetorik an den Tag legten und sogar gezielt vermeintliche Mitstreiter angriffen [30] [31] [32] [33]. Mitstreiter, die zwar die Forderung nach mehr Klimaschutz teilen, aber nicht jede Facette des propagierten System Change mittragen wollen. Dies ist bisher zwar erst wenige Male geschehen, zeigt jedoch eine bedenkliche Richtung auf. Wo steht die Fridays-for-Future-Bewegung nun Anfang 2021?“…

„Aus einer klimapolitischen Graswurzelbewegung könnte somit zusehends eine ideologisierte Protestbewegung werden, die weder Überparteilichkeit noch Universalität beim Kampf gegen den Klimawandel für sich beanspruchen kann. Bei einigen Sprechern geht dies mittlerweile so weit, dass Klimaschutz nicht mehr möglich sei, wenn man gleichzeitig nicht auch mindestens zum Beispiel antikapitalistisch, feministisch und antipatriarchalisch ist. Es werden also radikale Bedingungen gestellt, ehe man an Klimaschutz denken könne. So wird Klimaschutz nur noch zum Nebenthema.“

Über die Bereitstellung von Reichweite des Twitterkanals von FFF für artfremde Gruppierungen haben wir hier ja schon öfter berichtet. Offensichtlich fällt das nun auch Anderen auf.

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Ivan Bartos ist der Chef der Piraten Partei in Tschechien. Anders als in Deutschland ist die Partei in unserem Nachbarland nicht von der politischen Bildfläche verschwunden. Die WELT interviewte Bartos.

„WELT: In Deutschland glaubt man, dass der Ausstieg aus der Kohle- und der Kernenergie gleichzeitig erfolgen kann.

Bartos: Ich möchte in einer deutschen Zeitung nicht zu forsch auftreten, aber die deutsche Energiewende ist eine Mogelpackung – dazu auch noch eine, die ihre Nachbarländer braucht. Die rein deutsche Entscheidung ist unvermeidlich mit dem Import aus den Nachbarländern verbunden. Die Deutschen werden sich auf absehbare Zeit nicht durch Wind und Wasser allein versorgen können. Wenn sie ihre Industrieproduktion nicht runterfahren und ihren Konsum radikal einschränken, brauchen sie die Nachbarn. So einfach ist das.“

Zum gesamten Interview (Bezahlartikel) geht es hier lang.

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Die Luftverschmutzung – so meint eine Studie – sorgt für kleinere Penisse bei Männern. Wie ernst die schwedische Umweltaktivistin ihren Tweet meinte, dass das ein Gamechanger in Sachen Klimabewegung sein könnte, ist unklar. Versuchen kann man es ja mal. The Telegraph berichtete.

Derweil könnte Luisa Neubauer auf dem Weg zu Germans Next Top Modell sein. Wir gehen davon aus, dass bei dem Fotoshooting, das in der Elphi in Hamburg stattfand, alle Kleidungsstücke nachhaltig produziert wurden und biologisch abbaubar sind. In etwa so wie ihre schicken Earpods, die sie trägt, wenn sie Videobotschaften ins ebenfalls nachhaltig produzierte iPhone haucht. Ladestrom für das Handy sowie die Rechenzentren von YouTube stammen bestimmt auch alle aus Windkraft oder Solarzellen. Weiterlesen in der MOPO.

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IEA: Emissionen werden nach der Pandemie wieder ansteigen:

„Die im Bericht veröffentlichten Zahlen und Daten unterstreichen dabei die einschneidenden und massiven wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der global verhängten Lockdown-Maßnahmen. Die starke Einschränkung des Straßen- und Luftverkehrs führte beispielsweise dazu, dass die globalen Emissionen aus dem Ölverbrauch von 11.400 Mt im Jahr 2019 um über 1.100 Mt im Jahr 2020 sanken.“

Zum Artikel bei En:former geht es hier.