Extremes CO2-Emissionsszenario viel zu scharf

Über den 2 Stunden Vortrag „Wie retten wir das Klima und wie nicht?“ des Ökonomie-Professors Hans-Werner Sinn wurde in diesem Blog bereits berichtet. Eine Art Kurzfassung gibt es jetzt noch einmal schriftlich im Focus.

„Es gibt inzwischen zahlreiche Indizien für das Grüne Paradoxon. So ist zunächst auf die Jahrzehnte währende Stagnation der realen Preise für fossile Energieträger zu verweisen. Alle fossilen Brennstoffe sind heute im Vergleich zu den produzierten Gütern billiger als vor vierzig Jahren.

Das könnte daran liegen, dass die Ressourcenbesitzer zunehmend Angst vor den grünen Bewegungen bekamen und ihre Extraktion fortwährend erhöht haben, obwohl ihre Vorräte abnahmen. Selbst die Norweger haben versucht, ihre Ernte vor dem „Grünen Gewitter“ einzufahren, indem sie ihre fossilen Bodenschätze so schnell wie möglich in einen wohldiversifizierten staatlichen Vermögensfonds verwandelten.“

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Wenn eine Steigerung des Kohleverbrauchs und somit CO2 Ausstoßes um 500% „business as usual“ ist: Laut einem Bericht der BBC gehen die Projektionen von einem Anstieg des Kohleverbrauchs aus, der schon vor 10 Jahren nur eine geringe Wahrscheinlichkeit hatte.

„RCP8.5 was first developed by energy researchers to help with their modelling. According to the authors of this paper, they didn’t do a good job of communicating the limitations of this approach to climate scientists who wanted to use it to see what would happen with temperatures.“

„What we’re arguing is that we’ve been misusing the worst climate change scenario,“ said author Zeke Hausfather, director of climate and energy at the Breakthrough Institute in California.“

Mittlerweile ist die “business as usual” Vorhersage aber in über 2.000 Studien eingegangen. Offensichtlich ohne, dass irgendjemanden dieser Punkt aufgefallen wäre. So potenzieren sich Fehler und Schwächen.

„At the end of the day, scientists have to take responsibility for what they choose as input data, and there should be a degree of due diligence,“ said Glen Peters, from the CICERO Center for International Climate Research in Norway.

„How many of your average climate scientists know the nuances of RCP8.5? It would certainly be interesting to know.“

Ausgangspunkt ist dieser Kommentar von Zeke Hausfather und Glen Peters in Nature vom 29.1.2020:

Emissions – the ‘business as usual’ story is misleading

Stop using the worst-case scenario for climate warming as the most likely outcome — more-realistic baselines make for better policy.

[…] In the lead-up to the 2014 IPCC Fifth Assessment Report (AR5), researchers developed four scenarios for what might happen to greenhouse-gas emissions and climate warming by 2100. They gave these scenarios a catchy title: Representative Concentration Pathways (RCPs)1. One describes a world in which global warming is kept well below 2 °C relative to pre-industrial temperatures (as nations later pledged to do under the Paris climate agreement in 2015); it is called RCP2.6. Another paints a dystopian future that is fossil-fuel intensive and excludes any climate mitigation policies, leading to nearly 5 °C of warming by the end of the century2,3. That one is named RCP8.5.

Ganzen Kommentar in Nature lesen.

Inside Climate News berichtete am 1.2.2020:

Worst Case Climate Scenario Might Be (Slightly) Less Dire Than Thought

Two scientists argue that projections of how bad global warming can get do not take account of current emission trends.

Weiterlesen auf Inside Climate News.

Ein kleines Déjà-vu verursacht das schon, denn 2018 gab es schon einmal eine solche Diskussion. Daily Mail vom 9.2.2018:

Climate change ‚worst case‘ scenario is NOT likely to happen, researchers say – but they warn drastic changes are still needed to meet warming goals

–Researchers from the University of British Columbia reevaluated climate change

–They discovered pending effects might not be as bad as was previously assumed

–The scientists say there are flaws with the way these predictions were made

–According to them, we are much closer to reaching Paris Climate Accord goals 

Weiterlesen in der Daily Mail.

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In Wittstock/Dosse stürzte der obere Teil eines Windrads ab. Die Trümmerteile lagen verstreut auf einem Feld, berichtet die Märkische Zeitung (Paywall, bzw. Registrierung). Vielleicht sollte man so etwas bei der Diskussion um geringere Abstände zu Wohnsiedlungen ebenfalls in Betracht ziehen.

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Aktivisten von „Ende Gelände“ und „DeCOALonize Europe“ sind laut Welt auf das Gelände des Kohlekraftwerks Datteln 4 am Sonntag, den 02.02.2020 eingedrungen. Die größte Herausforderung der Polizei nach den massiven Vorwürfen wegen der Maßnahmen beim Schutz des Kohletagebaus Garzweiler im Sommer 2019, dürfte die ausreichende Bereitstellung von Getränken und Speisen gewesen sein. Welche Matesorte darf es sein, wo bekommt man so viele Getränke am einem Sonntag her? Pizza lieber vegetarisch oder was ist, wenn jemand eine Extraportion Zwiebel will? Wie bekommt man die Speisen ausreichend heiß zu den Aktivisten? Seit der Erstürmung von Garzweiler durch Aktivisten, weiß man, dass diese fest von einer Vollpension durch die Polizei ausgehen. Es war allen Ernstes einer der größten Kritikpunkte.

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Think-again.org am 8.1.2020:

Keine Sache der Mehrheit, sondern der Wahrheit

Das IPCC verweigert sich jeglicher wissenschaftlichen Debatte, insbesondere, wenn seine düsteren Vorhersagen Jahr für Jahr daneben liegen. Die einzige Antwort: „97 Prozent aller Wissenschaftler unterstützen diese Ergebnisse“. Wie erwähnt ist Physik aber keine Sache der Mehrheit, sondern der Wahrheit. Als man Einstein vorhielt, dass hundert Wissenschaftler seine Theorie ablehnten antwortete er: „Warum so viele? Ein einziger, der mir meinen Fehler zeigt, würde genügen.“

Und außerdem: Wie objektiv sind besagte 97 Prozent? Stellen Sie sich vor, zwei Freunde diskutieren, ob es den lieben Gott gibt oder nicht. Als sie sich nicht einigen können fragt man die Experten. Und siehe da, 97 Prozent sagten „ja, es gibt ihn“. Man hatte alle Pfarrer, Bischöfe und sogar den Papst persönlich gefragt. Wenn die es nicht wissen, wer dann?

So liefern die linientreuen Wissenschaftler gehorsam die gewünschten, politisch opportunen „Ergebnisse“ an ihre Schutzpatronen. Die so gerüsteten mächtigsten Männer und Frauen der Welt treffen sich, um den Planeten zu retten und um sich gegenseitig in ihrer Betroffenheit zu überbieten. Ihnen, denen die Erde und ihre Temperatur angeblich mehr am Herzen liegen als alles andere, ihnen ist es in 25 Jahren nicht gelungen, die Konzentration des CO2-Moleküls in der Luft um ein paar lächerliche Millionstel zu senken.

Statt das Problem zu lösen, haben sie es zur neuen Religion erhoben, die das Vakuum füllt, welches vom schwindenden Christentum hinterlassen und vom gedeihenden Islam noch nicht besetzt worden ist.

Diese neuen Hohepriester profitieren ganz massiv von Furcht und Unwissenheit in der Bevölkerung. Man lebt sehr gut vom Geschäft mit Windmühlen und Solardächern, von internationalen Megakongressen, wo Gleichgesinnte sich gegenseitig lobend erwähnen, Medaillen umhängen, alternative Nobelpreise verleihen und gleichzeitig gründlich die eigenen Taschen füllen. Und auch wenn die Ergebnisse der 27.000 Experten in Madrid sehr mager waren, eines steht schon fest: der Ort für die nächste Konferenz: Glasgow.

Ganzen Beitrag auf Think-again.org lesen.