Ex-Aktivist Michael Shellenberger: „Im Namen von Umweltschützern überall auf der Welt möchte ich mich offiziell für die Klima-Panikmache entschuldigen“

Tichys Einblick am 7.7.2020:

Klimawandel: US-Umweltschützer vollzieht Kehrtwende

2008 stand er auf der Liste der „Heroes of the Environment“, der „Umwelthelden“, die das Time-Magazine damals kürte. Nach jahrzehntelangem Einsatz für den Umweltschutz veröffentlicht Michael Shellenberger nun sein mea culpa.

Michael Shellenberger, Jahrgang 1971, vielbeachteter Autor von Büchern über den Umweltschutz, sorgt derzeit in den englischsprachigen Medien für Furore. Im Wissenschaftsmagazin Forbes erschien dieser Tage sein Bekenntnis, gemeinsam mit vielen seiner umweltaktivistischen Gefährten die ganze Welt in die Irre geführt zu haben. Shellenberger entschuldigt sich in seinem persönlichen Statement: „Im Namen von Umweltschützern überall auf der Welt möchte ich mich offiziell für die Klima-Panikmache entschuldigen, die wir in den vergangenen 30 Jahren erzeugt haben. Der Klimawandel findet statt. Aber er ist eben nicht das Ende der Welt. Er ist noch nicht einmal unser schlimmstes Umweltproblem. Vielleicht klingt es ja merkwürdig, wenn ich all das sage. Schließlich war ich 20 Jahre lang Klimaaktivist und 30 Jahre lang Umweltschützer“. Nun – da er vom amerikanischen Kongress als Energieexperte eingeladen wurde, „um eine objektive Expertenmeinung abzugeben“, fühle er sich jedoch verpflichtet, sich „dafür zu entschuldigen, wie stark wir Umweltschützer die Öffentlichkeit getäuscht haben“.

Weltuntergang fällt aus

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Siehe auch weitere Berichte auf TE, Epoch Times, Achgut.

Indessen zog Forbes den Beitrag, in dem Shellenberger sich ursprünglich entschuldigte, mittlerweile zurück („unpublish“). Nun kann man sich nicht mal mehr entschuldigen, seine Meinung ändern, schon wird man aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen. Wie steht es mit Demokratie und Meinungsfreiheit im 21. Jahrhundert? Hier ein Interview von Shellenberger (nicht verwandt oder verschwägert mit den Schellnhubers) mit dem Sydney Morning Herald.

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Die frühere UN-Klimachefin Christiana Figueres freut sich, dass Corona zu wirtschaftlichen Schäden geführt hat, weil dies die Klimagefahr mildert. Eine erstaunlich abgebrühte und menschenfeindliche Sichtweise für eine ehemalige UN-Mitarbeiterin, die eigentlich das Wohl der Weltbevölkerung mehren sollte.

Es soll ja auch junge Klimaaktivisten geben, die sich darüber freuen, dass Corona vor allem für ältere Mitbürger gefährlich ist, denn dann würde es in Zukunft weniger „alte graue klimaskeptische Männer“ geben. Krank sind hier vor allem jene, die auf solche kranken Gedanken kommen und einem wissenschaftlichen Debatten-Kontrahenten den Tod herbeiwünschen.

Daher hier gleich die Gegenrede von Ralf Fücks in der Welt vom 17.3.2020:

Machen wir aus der Corona-Not keine ökologische Tugend

[…] Es soll tatsächlich Leute geben, die das Corona-Notstandsregime als Modell für die Klimapolitik empfehlen: Deglobalisierung, Einstellung des Luftverkehrs, drastische Einschränkung des Konsums, weshalb nicht auch die Schließung von besonders CO2-intensiven Betrieben? China hat schließlich auch zahlreiche Fabriken im Zuge der Corona-Krise stillgelegt. Angesichts der Pandemie sind wir bereit, uns selbst einzuschränken und massive staatliche Eingriffe in unseren Alltag hinzunehmen – weshalb nicht auch angesichts des Klimawandels? Solche Phantasien von einem ökologischen Notstandsregime sind nicht nur zutiefst autoritär. Die Analogie zwischen Corona-Krise und Klimawandel ist auch in der Sache unhaltbar. Eine Virenpandemie ist monokausal. Dagegen ist der Klimawandel eine hoch komplexe Angelegenheit. Er speist sich aus vielen Quellen: Energieproduktion und Verkehr, Landwirtschaft und Industrie, Wohnen und Städtebau. Zu glauben, er ließe sich durch einige grobe ordnungsrechtliche Eingriffe aufhalten, ist bestenfalls naiv.

Ganzen Artikel in der Welt lesen.

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Leider landet viel zu viel Geld einflussreicher Stiftungen in Aktivistenhänden. So nehmen internationale Stiftungen über die European Climate Foundation in Berlin direkt Einfluss auf die Politik in Deutschland. Ist das erlaubt? Naomi Seibt wurde erklärt, sie müssen ihre Verbindung zum amerikanischen Heartland Institute kappen, ansonsten würde sie ihren Youtube-Kanal verlieren. Wenn aber andere amerikanische Stiftungen Millionenbeträge an in Deutschland operierende Klimaaktivistenorganisationen überweisen (Climate Dynamics, ECF), dann scheint das ok zu sein. Wird hier vielleicht mit zweierlei Maß gemessen? Lesetipp: „Follow the money: Die verschachtelten Finanzquellen der privaten Klimaalarm-Industrie„.

Nun hat wohl Michael Bloomberg Ärger bekommen, weil Stiftungsgelder für politische Kampagnen verwendet wurden…

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Hollywood-Schauspieler spielen im Privatleben auch gerne die Rolle des Klimaaktivisten. Sie erklären uns, dass wir verzichten müssen. Urlaub im Nieselregen im Weserbergland anstatt nach Thailand zu jetten. Kein Fleisch, Fahrrad statt Auto und so weiter. Weil sie so professionell schauspielerisch geschult sind, fallen auch viele Zeitgenossen auf diese Masche herein. Bis man die Lebensweise der Hollywood-Stars dann mal etwas näher unter die Lupe nimmt. Sie fliegen mit Privatjets von Termin zu Termin, unterhalten große klimaschädliche Anwesen und tun auch sonst sehr viele klimaschädliche Dinge, auf die sie ungern verzichten würden. David Middleton hat sich auf WUWT die Sachlage näher angeschaut.