Eine katastrophale Analyse

Christian Stöcker vom Spiegel ist wieder zurück beim Thema Klima. In seiner neuesten Kolumne huldigt er den Meteorologen der Öffentlich-Rechtlichen Sender. Ganz besonders Karsten Schwanke von der ARD, denn der wartete kürzlich mit einer Katastrophen-Analyse auf. Es ging um eine Studie, die sich mit “Billion Dollar Disasters” befasst und dem Zeitraum, in dem solche Schäden entstehen, für die letzten 40 Jahre. Die Zeiträume zwischen Katastrophen werden immer geringer. So weit so schrill, das ist die Botschaft.

Was Schwanke und auch Stöcker aber besser außenvorlassen sind die Schäden gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Bevölkerung hat sich seit dem Anfang der Studie um 3 Mrd. Menschen erhöht. Axel Bojanowski von der Welt erklärt auf Twitter, dass die Betrachtung bei der Studie ein gravierendes und populäres Missverständnis ist.

“Schäden aufgrund von Wetterkatastrophen bezogen auf den gestiegenen Wohlstand sind jedoch rückläufig. Städte sind stark gewachsen, 3 Milliarden Menschen mehr seit den 80ern, viel mehr Gebäude, deshalb mehr Zerstörungen – aber bezogen auf den Werte-Zuwachs weniger Zerstörungen”.

Zahlen des Rückversicherers Munich Re und der Weltbank, die Roger Pielke in seinem Artikel zu dem Thema veröffentlicht hat, zeigen sogar eine fallende Tendenz.

(Abbildung: Screenshot Forbes.com)

Der gesamte Artikel ”Everything You Hear About Billion-Dollar Disasters Is Wrong” aus 2019 kann bei Forbes gelesen werden.

“The billion-dollar disaster time series should provide us a lesson on how easy it is to promote a simple message that fits a particular narrative but which is completely misleading and even outright wrong. NOAA is an important agency – among its many functions it provides the weather data and forecasts that help keep all Americans safe. NOAA is too important an institution to get caught up in dodgy science related to climate change.”

Schade, dass sowohl Schwanke als auch Stöcker offenbar beide nicht recherchiert haben oder die Ergebnisse einer solchen Recherche besser unter den Teppich gekehrt haben.

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Rentierzüchter siegen im Streit um Windparks
Laut n-tv erklärt ein Gericht in Norwegen den Bau von zwei Windparks im Westen des Landes für illegal. Das Gericht sah die Rechte der Volksgruppe der Samen als verletzt an. Sie leben von der Rentierzucht und die Tiere scheinen empfindlich auf die Windkraftanalgen zu reagieren. Die Argumente, dass es nur Einbildung sei oder gar Neid, kann bei Rentieren eigentlich nicht greifen.

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Eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken wäre laut FAZ technisch möglich, aber selbst die Betreiber halten es das Thema für erledigt. Weiterlesen hier.

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Wer sich mit dem Thema Klima beschäftigt und im Netz publiziert und dabei auf Werbung durch den Intergiganten Google setzt, der hat es in Zukunft schwer. Google teilte mit, dass man “Klimawandelleugnern” die Werbung entziehen wird. Es reicht offenbar schon aus, den menschlichen Anteil am Klimawandel zu thematisieren, um unter einen solchen Werbebann zu fallen. Wenn also eine weitere El Niño Situationen wie z. B. um das Jahr 2016 entstehen und diese Auswirklungen auf das Wetter in Teilen der Welt haben, dann sollte man das besser nicht mehr erwähnen, jedenfalls nicht, wenn man Werbeeinnahmen aus einer Webseite erzielen möchte. Auch das Beschreiben von Oszillationen könnte zukünftig gefährlich werden ebenso sämtlichen natürlichen Klimaantriebe. Die Homogenisierung der Klimaberichterstattung schreitet voran. Das ZDF berichtete über diesen Schritt, ebenso die FAZ.

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Pleitewelle bei britischen Versorgern.

“Großbritannien leidet – wie Deutschland und andere Länder auch – unter den explodierenden Gaspreisen. Der Großhandelspreis von Erdgas ist seit Januar um rund 440 Prozent gestiegen, weil die Weltwirtschaft mit dem Abebben der Corona-Pandemie wieder anzieht, aber das Angebot an Gas deutlich geringer ist als die Nachfrage.”

Weiterlesen bei der Tagesschau. In Deutschland stellen laut Spiegel erste Versorger in Bremen und Hessen die Belieferung der Kunden mit Strom ein.

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“Abzocke an der Ladesäule” so lautet der Titel eines Artikels im Spiegel. Es geht um Preisaufschläge beim Laden an Ladesäulen.

“Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos müssen an Ladesäulen deutlich überhöhte Preise zahlen. So ist der Strom an einer Standardladesäule bis zu 49 Prozent teurer als herkömmlicher Haushaltsstrom, an Schnellladepunkten gar bis zu 140 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Marktauswertung von Statista im Auftrag des Hamburger Ökostromanbieters Lichtblick.”

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Eigentlich ist der Vorgang kaum anders als die Ereignisse in Österreich rund um den zurückgetretenen Kanzler Kurz. Nur ist es hier das Mainzer Umweltministerium, das Anzeigen bei Facebook schaltete, speziell bei Grünen-Wählern. Die Welt berichtete.

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Fielen die Stunden im Fach Wirtschaft und Politik sehr oft aus, weil sie auf einem Freitag lagen? Man könnte fast auf den Gedanken kommen, denn Aktive von Fridays-For-Future wollen tatsächlich die Bundestagswahl anfechten.  

““Der Ausschluss junger Menschen vom Wahlvolk lässt sich nicht in Einklang mit den demokratischen Prinzipien der Volkssouveränität und des allgemeinen und gleichen Wahlrechts bringen“, heißt es demnach in dem Wahleinspruch des 17-jährigen Linus Steinmetz, der bereits als Beschwerdeführer an der erfolgreichen Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht beteiligt war. „Das Mindestwahlalter ist daher abzuschaffen.“ Mit Steinmetz zusammen will die 17-jährige Klimaaktivistin Franziska Wessel Wahleinspruch einlegen.”

Zur Meldung geht es hier lang.

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Die Regierung im Vereinigten Königreich lässt sich die Verbrennung von Holz richtig was kosten. 800 Millionen Pfund bekam das Unternehmen Drax im letzten Jahr für diesen Dienst als Subvention. Der größte Emittent von CO2 im Kraftwerksbereich in UK darf sich ökologisch nennen, weil er ja Biomasse verbrennt. Sky berichtete.

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Yin und Yang beim Wind und dem Klimawandel. Laut Financial Times (Bezahlschranke) wird der Wind durch den Klimawandel weniger, ein Artikel bei Scientific American behauptet das Gegenteil. Jeder kann sich also etwas aussuchen.

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RWE gibt Pläne für einen Windpark in Winterlingen in der Schwäbischen Alb auf. Weiterlesen hier.

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Wenn einer einem Abgeordneten schreibt, dann kann er was erleben. So wie Manfred Haferburg, der einfach einmal die Daten für den geplanten Zubau an Windkraft und Sonnenstrom hochgerechnet hat.

“Meine Kollegen und ich würden den CDU-Energieexperten gern unsere fachliche Unterstützung zukommen lassen. Wir haben die genannten Zielstellungen mittels realer Daten hochgerechnet und den von nun an unmittelbar notwendigen Zubau an Wind- und Sonnenanlagen ermittelt. Um ihre selbstgesteckten Ziele zu erreichen, ist es unserer Berechnung zufolge notwendig, dass in den nächsten 10 Jahren insgesamt 216,3 TWh Strom zusätzlich aus Wind/Sonne-Anlagen erzeugt werden müssen, um den Bedarf zu decken. Somit ist ein Zubau von 21,63 TWh pro Jahr erforderlich.

Um dieses Ziel zu erreichen, ergibt sich ein notwendiger Zubau von Windrädern und Sonnenkollektoren pro Tag für die nächsten 10 Jahre:

Wind Onshore: 10 neue Onshore-Windenergie-Anlagen pro Tag (zum Vergleich: In 2020 wurden pro Monat 35 Onshore-Anlagen zugebaut).

Wind Offshore: alle 2 Tage eine neue Windenergie-Offshore-Anlage (Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2021 erfolgte gar kein Zubau von Offshore-Anlagen)

Solarenergie: 556 neue PV Anlagen pro Tag (hier liegen keine Vergleichszahlen vor)

Bitte geben Sie die genannten Zahlen an die CDU-Energieexperten weiter, damit sie sich vor Augen führen können, was zur Einhaltung ihrer Pläne nun mit aller Entschlossenheit getan werden muss.

Hochachtungsvoll Manfred Haferburg

Die kurze und bündige Antwort des Politikers lautete:

Sehr geehrter Herr Haferburg, 
ich möchte mich für Ihre erneute Mail bedanken. Die Energiewende lässt sich, wenn wir erfolgreich sein wollen, nicht auf zwei oder drei Parameter reduzieren. Das Projekt ist komplex und erfordert sehr viel mehr Stellschrauben. Aber wir werden uns in dieser Frage gegenseitig einfach nicht überzeugen können. Mit besten Grüßen, Ihr Abgeordneter”

Den gesamten Artikel gibt es hier.