EEG-Umlage sinkt – Strom wird dennoch teurer

Die Tagesschau meldet, dass die EEG-Umlage sinken soll. Sinkende Strompreise für die Endverbraucher dürfte das allerdings nicht bedeuten. Denn die EEG-Umlage ist nur ein Teil des Strompreises und alle anderen Teile deuten eher eine weitere Verteuerung des Stroms an. Für die Nutznießer der Umlage ändert sich übrigens wenig. Sie werden weiter von garantierten Preisen profitieren, statt über die Umlage springt der Staat künftig direkt ein. Es ist also nur ein anderer Name für das Kind, auch wenn momentan der Marktpreis, der für die Subventionen maßgeblich ist, stark gestiegen ist, folglich die Differenz kleiner geworden ist.

“Das Absinken der EEG-Umlage liegt aber auch daran, dass die Politik bereits zuvor beschlossen hatte, den Zuschuss aus dem Bundeshaushalt zu erhöhen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU fordert schon seit einer Weile die vollständige Abschaffung der EEG-Umlage, um die Verbraucher zu entlasten – die Gegenfinanzierung könnte über den Haushalt beziehungsweise die Einnahmen aus der CO2-Abgabe erfolgen.”

Wie verrückt die Energiewende läuft, das zeigt das Beispiel Schleswig-Holstein. Bewohner des Bundeslandes haben ca. 20% höhere Stromkosten, obwohl das Land sehr viele Windkraftanlagen hat. Der Grund: die Kosten der Leitungen zum Ableiten des Stroms dürfen nur an ganz bestimmte Kunden weitergegeben werden und das sind dummerweise die Bewohner des nördlichen Bundeslands, auch wenn der Strom ganz woanders verbraucht wird. Ein schöner Anreiz für jedes Bundesland noch mehr Windkraft auszubauen: höhere Strompreise für die eigenen Bewohner. Die Lübecker Nachrichten haben einen entsprechenden Artikel, der allerdings eine Bezahlschranke hat.

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Zeke Hausfather: “Der neue IEA-Bericht zeigt, wie wir die Kurve zukünftiger Emissionen abflachen.” Der Wissenschaftler nimmt in einem Blogbeitrag bei Breakthrough Bezug auf einen neuen Ausblick der Internationalen Energiebehörde. Danach war der Höhepunkt der weltweiten Emissionen bereits 2019 erreicht.

“STEPS 2021 has global emissions surpassing their prior 2019 record in 2022 and peaking in 2026 before entering a long and slow decline. Emissions in 2040 are projected to be modestly lower – by around 1 GtCO2 – than in STEPS 2020. The APS 2021 scenario, by contrast, has global emissions never recovering to their pre-pandemic 2019 levels, and falling by nearly 40% by the year 2050.”

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Jörg Sommer von der Deutschen Umweltstiftung stellt im Deutschlandfunk ein “Ökohumanistisches Manifest” vor. Die Thesen klingen drastisch, denn sie sehen z. B. kein Eigentum mehr vor.

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Dank der Grünen hat die Ende-Gelände Aktivistin Karin Henneberger jetzt einen Sitz im Bundestag. Ende-Gelände ist immer wieder durch zweifelhafte und illegale Aktionen aufgefallen z. B. im Hambacher Forst. Die Zeit interviewte die Aktivistin.

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Ach du große Kacke: Was Fischkot mit dem Klimawandel zu tun hat. Laut einem Artikel in der Welt binden Fische durch ihren Kot Kohlenstoff, der durch das Absinken in große Tiefe dort lange bleibt. Überfischung kann hier große Auswirkungen haben. Ohnehin haben die Meere ein gewaltiges Potential als Kohlenstoffsenken.

“Worum geht es? Insbesondere durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl erhöht der Mensch den Gehalt an Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre. Ein Teil des Treibhausgases wird wieder aufgenommen, etwa von Pflanzen. Die weitaus größte Kohlenstoffsenke sind aber die Ozeane. In ihnen lagern rund 40.000 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlenstoff – etwa 45-mal mehr als in der Atmosphäre und etwa 10-mal so viel wie in der Pflanzendecke samt Böden und Permafrost.”

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Aufmerksame Leser dieses Blogs werden das Thema bereits kennen. Es geht um Greenpeace Energy. Dieses Unternehmen, das den Namen der NGO Greenpeace nutzt, lobbyiert munter in Sachen Energiewende ist aber gleichzeitig Marktteilnehmer. Wir hatten das vor einiger Zeit unter dem Titel: Unter falscher Flagge thematisiert. Nun benennt sich das Unternehmen um in Green Planet Energy.

“In den Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit sind Greenpeace und wir unter unserem bisherigen Namen immer wieder gleichgesetzt oder verwechselt worden. So wurde in der Vergangenheit versucht, den Einsatz von Greenpeace Deutschland für einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien mit dem Verweis zu diskreditieren, die Umweltschutzorganisation würde mit „ihren“ Windrädern finanziell profitieren. Ein anderes Beispiel war eine Debatte über den Erdgas-Ausstieg, bei dem die Rollen beider Akteure mutwillig miteinander vermischt wurden.”

Die Frage ist, ob diese Verwechslungen nicht auch gewollt waren. Welcher Politiker hatte schon vor Augen, wer da wirklich vor ihm sitzt, denn das Energie-Unternehmen hat nach eigenen Aussagen fleißig in der Politik lobbyiert. Zumindest das dürfte in Zukunft anders werden.

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Die Naturschutzinitiative stellt eine Studie vor, die zeigt, dass die Landwirtschaft eine größere Rolle am Schaden für Insekten hat als die Klimaerwärmung.

“Die drei Hauptursachen für das Insektensterben sind die
1. Landschaftshomogenisierung (Ausräumung und Vernichtung der alten Kulturlandschaft durch intensive Landwirtschaft, Flurbereinigung, Nutzungsaufgabe und Flächenfraß),
2. Landschaftsfragmentierung (Verinselung von Rest-Lebensräumen mit der Folge von genetischer Verarmung und Inzucht), sowie die
3. Chemische Belastung durch düngewirksame Stoffe (enthalten in Gülle, Mineraldünger und Abgasen) und hochgiftige Pestizide.”

Passend dazu gibt es eine Meldung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig über eine Studie, dass der Rückgang an Pflanzenbestäuber die Artenvielfalt gefährdet.

Etwa 175.000 Pflanzenarten – die Hälfte aller Blütenpflanzen – sind für die Samenbildung und damit für ihre Fortpflanzung überwiegend oder vollständig auf tierische Bestäuber angewiesen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die am 13. Oktober 2021 von einem globalen Forschungsnetzwerk mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Konstanz in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde. Ein Rückgang in der Zahl dieser Bestäuber könnte daher zu erheblichen Störungen der natürlichen Ökosysteme führen – einschließlich eines Verlustes der biologischen Vielfalt.