EEG-Beratungen: Abgeordneten blieben 72 Minuten, um 320 Seiten Änderungsanträge zu lesen

Die grünen Stromquellen sollten nach ersten Entwürfen des EEG den Status der öffentlichen Sicherheit bekommen. Das ist jetzt offensichtlich vom Tisch. Die WELT berichtet darüber. Das Echo auf das Kippen dieses Status dürfte gewaltig sein. Der FDP Bundestagsabgeordnete Prof. Martin Neumann twitterte sein Unverständnis für die Fristen aus. 72 Minuten blieben den Abgeordneten um 320 Seiten Änderungsanträge zu lesen und zu verstehen bevor sie im Wirtschaftsausschuss erörtert wurden.

Es gab Befürchtungen, dass dieser Status eine Art Superjoker werden könnte, der den Rechtsweg einschränken und andere Rechte wie Naturschutz ausstechen könnte. Dabei genießen z. B. Windkraftanlagen bereits jetzt Privilegien, was die Baugenehmigungen angeht. Es mutet ohnehin eigenartig an, den höchst volatilen Stromquellen so einen Status zu verleihen. Wenn sie für die öffentliche Sicherheit so wichtig sind, dann sollten sie doch auch zuverlässig sein und weniger eine Laune der Natur. So wie am 15.12.2020 um 16:00. Sollte man anhand solcher Zahlen nicht eher konventionellen Kraftwerk den Status geben?

(Quelle En:former)

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Schon wieder müssen wir den guten Mark Twain bemühen und seinen Sinnspruch zu Prognosen, die ja schwierig sind, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Eine ganz große Prognose wagte vor ziemlich genau 11 Jahren Al Gore. Es war auf dem Klimagipfel in Kopenhagen. Er rechnete damit, dass der Nordpol in 5-7 Jahren im Sommer komplett eisfrei sein wird. Dieser Entwicklung gab er eine 75%ige Chance. Seit, von heute angerechnet, 3-5 Jahren hätten wir eine im Sommer eine eisfreie Arktis haben müssen, Modelle hätten es so schließlich berechnet. Nun, dass die Ausdehnung des Eises am Nordpol im Sommer zurückgegangen ist in den letzten Jahren, daran besteht kein Zweifel. Allerdings sind wir von eisfrei noch etwas entfernt.

Irren ist menschlich, aber dieses Beispiel macht eines sehr deutlich, wir wissen noch lange nicht genügend, um solche Prognosen zu treffen. Oder hatte Gore nur Pech, dass die 25% Unwahrscheinlichkeit eingetreten sind? Wie berechnet man solche Wahrscheinlichkeiten? Science is not settled, wäre sie es, dann könnte man sich teure Expeditionen wie die der Polarstern ansonsten sparen. Mehr zu den Ereignissen rund um Al Gore gibt es bei Electroverse.

Und wer noch mehr über Al Gore erfahren will, dem empfehlen wir Planet of The Humans. Diesen Dokumentarfilm aus dem Frühjahr 2020 haben wir hier schon mal sehr ausführlich besprochen. Der Filmabspann endet mit einer schönen Pointe, Al Gore und sein Partner David Blood („Blood and Gore“ zu deutsch in etwa Blut und Zorn) haben nämlich einen milliardenschweren Nachhaltigkeits-Fond auf den Cayman Islands gegründet.  

Das Zahlen von Steuern gehört demnach wohl nicht zur Nachhaltigkeit, aber wie tröstlich, Al Gore ist auch nur ein ganz normaler Geschäftsmann. Aber einer mit einer sehr gut geölten Marketingmaschine. Die Möglichkeiten, den Film anzusehen, zeigt diese Seite auf.

(Abbildung: Screenshot von Planet of the Humans von YouTube)
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LKW sollen von 2040 an ohne Diesel auskommen. Weiterlesen bei der Tagesschau.

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Die Renaissance der Kernkraft

„Mit dem Ausstieg aus der Atomkraft steht Deutschland weitgehend alleine da. Angeführt wird die Liste der Länder, in denen neue Atomkraftwerke gebaut werden, von China. Dort sind laut Destatis (Statistisches Bundesamt) für die nächsten zehn Jahre 44 neue Anlagen geplant. Allein 2018 gingen in dem Land acht neue Reaktoren ans Netz. In diesem Jahr war es bisher nur eine, doch weitere zehn Reaktoren sind im Bau. Russland folgt mit 24 AKW-Bauprojekten, Indien lässt 14 Anlagen errichten.“

Zum gesamten Artikel bei der Tagesschau geht es hier.