Die Zukunft des Waldes…liegt im Ofen

Bei Wissen vor Acht erklärt Eckhard von Hirschhausen in 3 Minuten des Thema Wald und wie wichtig der Wald ist. Die Zukunft des Waldes liegt offenbar auch darin, verbrannt zu werden. Das erklärt von Hirschhausen jedenfalls bei ca. 01:45. Holz soll nämlich fossile Brennstoffe ersetzen. Holz als die neue Kohle aus dem Munde desjenigen, für den die Finnen ein Wunder der Natur sind, denn die halten auch Temperaturen jenseits der 40 Grad aus, wo doch Hirschhausen immer wieder davor warnt, dass sich das menschliche Eiweiß ab dieser Temperatur zersetzt. Wir berichteten über sein tragisches Missverständnis von Lufttemperatur und Körpertemperatur.

Vielleicht ja auch ganz beruhigend, dass der Mann nicht mehr als Mediziner praktiziert. Lieber kann er den Menschen die Welt erklären, die Erderwärmung beklagen und das Verbrennen von Holz propagieren. Liest er eigentlich die Texte auch, die er in solchen Sendungen vorträgt? Die Sendung ist noch ist zum 03.08.2023 in der ARD-Mediathek abrufbar.

(Abbildung: Screenshot ARD-Mediathek)

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In der taz erklärt der Physiker Gerhard Stryi-Hipp warum er das Heizen mit Wasserstoff für wirtschaftlich unsinnig erklärt.

“taz: Herr Stryi-Hipp, stellen Sie sich vor, ich wäre Hausbesitzerin und würde Sie fragen, ob ich, statt eine unendlich teure Wärmepumpe einzubauen nicht einfach meine Gasheizung fit für den Wasserstoffbetrieb machen könnte. Was würden Sie antworten?

Gerhard Stryi-Hipp: Dass ich Ihr Anliegen natürlich nachvollziehen kann, dass Ihre Idee aber leider illusorisch ist. Unsere Gebäudeheizungen großflächig von Erdgas auf Wasserstoff umstellen, das ist technisch und ökonomisch nicht sinnvoll. Studien dazu zeigen, dass eine starke Elektrifizierung des Wärmesektors notwendig ist, um die Klimaneutralität mit hohen Anteilen an in Deutschland erzeugten erneuerbaren Energien zu erreichen. Die Frage ist nicht, ob wir Heizen und Kühlen elektrifizieren, sondern wie schnell und bis zu welchem Umfang.”

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Heiße Spur bei Ursachensuche für rapide Eisschildinstabilitäten in der Klimageschichte. Im Innovationsreport geht es darum, wie lokale Prozesse das globale Klima verändern können. Der Artikel bezieht sich auf eine Veröffentlichung des Bremer Wissenschaftlers Dr. Lars Marx.

“Extreme Kälteereignisse während der letzten Eiszeit, sogenannte Heinrich-Ereignisse im Nordatlantik, sind ein gutes Beispiel dafür, wie lokale Prozesse das globale Klima veränderten. Während in der Forschung gut dokumentiert ist, wie sich die Heinrich-Ereignisse auf die globale eiszeitliche Umwelt ausgewirkt haben, bleibt die Ursache bisher ungeklärt. Forschende aus Bremen, Kiel, Köln und São Paulo (Brasilien) weisen nun in einer neuen Studie nach, dass ein Wärmestau in der tieferen Labradorsee Instabilitäten des damaligen Laurentidischen Eisschildes, das einen großen Teil Nordamerikas bedeckte, verursachte. Als Folge wurden Heinrich-Ereignisse ausgelöst. Dafür rekonstruierten die Forschenden den Temperatur- und Salzgehalt im subpolaren Nordatlantik. Ihre Ergebnisse sind jetzt in Nature Communications erschienen.”


Das spreche dafür, dass Ozeanzirkulationsänderungen diese Eisschildinstabilitäten ausgelöst haben. Eine kontinuierliche Erwärmung des Ozeans in dieser Wassertiefe ist kritisch für die Destabilisierung der Eisschelfe von unten, und führte letztendlich zu einem beschleunigten Eisbergabfluss – den Heinrich-Ereignissen.”

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Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hält die Energiewende laut Spiegel für gescheitert.

“Michael Kretschmer hat die Energiewende für misslungen erklärt. »Wir haben einen Punkt erreicht, an dem die Grundlastfähigkeit der Energie an ihre Grenzen gestoßen ist«, sagte der sächsische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vorsitzende dem Handelsblatt 

“Die Energiewende mit Gas als Grundlast ist gescheitert.”

Kretschmer forderte, die Laufzeiten von Atomkraftwerken auf unbestimmte Zeit zu verlängern. »Solange die Bundesregierung kein neues Konzept für die Energiewende erarbeitet hat, müssen die Atomkraftwerke weiterlaufen.« Bereits der letzte Winter habe gezeigt, dass oftmals die Produktion aus Ökoenergien nicht ausreiche und entsprechend eine witterungsunabhängige Stromproduktion unabdingbar sei.”

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Steigert Totholz die Waldbrandgefahr? Dieser Frage geht ein Artikel bei geo nach. Die Antworten können unterschiedlicher kaum sein. Während Feuerwehrmänner die Brandlast betonen, sagen Waldexperten, dass Totholz Brände eindämmen kann, weil es feucht ist, wenn es vermodert. Ausnahme sind Nadelhölzer und die sind ein Großteil des Baumbestandes der Wälder, die jetzt in Sachsen und Brandenburg brennen.

“So sagte der Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes, Karl Heinz Banse, dem Mitteldeutschen Rundfunk, gerade in den Nationalparks in der Sächsischen Schweiz und im Harz gebe es ein massives Problem mit Totholz. Es müsse so schnell wie möglich aus den Wäldern herausgeschafft werden, damit Brände effektiver bekämpft werden könnten.

Doch Experten widersprechen. Zwar sei trockenes Holz potenziell gefährlich, sagte Andreas W. Bitter von der TU Dresden dem MDR. Doch Holz, das am Boden liegt, ist nach Einschätzung des Forstwissenschaftlers nicht das Hauptproblem: „Am Boden ist es in weiten Teilen des Jahres feucht, sodass das Holz Stück für Stück verrottet“, sagte Bitter.

„Dickes, sich zersetzendes Totholz am Boden wird nach einigen Jahren feucht oder gar nass“, erklärt auch der Pflanzenbiologe Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde gegenüber GEO.de. Bodenfeuer könne es sogar bremsen. Gefährlich seien momentan vor allem Nadelholzplantagen ohne feuchtes Totholz.”

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Schwimmende Solaranlagen. Laut einem Bericht bei En-former.com, dem Energieblog von RWE, schreibt Portugal Projekte in Höhe von 183 Megawatt aus. Neu sind negative Preise bei der Vergabe, die sich der Betreiber ganz sicher von den Abnehmern zurückholen wird.

“Zwei der ausgeschriebenen Projekte wurden über einen Differenzvertrag (Contract for Difference, CfD) über 15 Jahre vergeben. Für den größten Standort Alqueva gab das Energieunternehmen EDPR das Rekordgebot von -4,13 Euro ab. Ein Gebot im Negativbereich bedeutet, dass das Unternehmen in dem festgelegten Zeitraum von 15 Jahren für jede Megawattstunde (MWh) Strom, die ihre Anlage produziert, einen Ausgleich von etwa vier Euro zahlen wird.

Das Projekt am Staudamm Cabril mit einer Leistung von 33 MW ging an das französische Unternehmen Voltalia für ein Gebot von 41,03 Euro. Die Anlage soll bis 2026 in Betrieb gehen.”

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Was wurde aus dem 2 Liter Auto? Ein Artikel des mdr aus dem Jahr 2019 hat das Thema noch einmal aufgegriffen. Denn eigentlich versteht es sich doch eigentlich von selbst, dass sparsame PKW weniger Treibstoff brauchen und folglich auch weniger Emissionen haben. Allerdings hört man von den Herstellern wenig davon. Das ist bei der momentanen politischen Stimmung allerdings auch kein Wunder. Elektroautos, die aktuell mit reichlich Kohlestrom unterwegs sind, scheinen eine bessere Lobby zu haben. Der aktuelle Strom-Mix  in der KW 30/2022 in Deutschland laut En.former.com:

(Abbildung: Screenshot En-former.com)

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Rupert Pritzl im ordnungspolitischen Journal „Wirtschaftliche Freiheit„:

„Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ und die ambivalente grüne Klimarhetorik

Eine Dechiffrierung der Sprache des Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck

Dass Sprache unser Handeln bestimmt, ist unstrittig. Ob in der Politik die Sprache aber das eigentliche Handeln ist, wofür Robert Habeck in seinem Buch „Wer wir sein könnten. Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht“ plädiert (2018, S. 17), darf man gewiss hinterfragen.

Politische Narrative finden sich ganz besonders in der Klimapolitik, in der fortwährend hehre Ziele („Rettung des Klimas“ und „Rettung der Menschheit“) für das Handeln der Politiker vorangestellt werden und die zu hinterfragen sich die politischen Akteure verbitten. Politische Narrative können die eigentlichen Zusammenhänge kaschieren und andere kritische Auffassungen gar nicht erst zulassen. So soll z.B. ein vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenes Forschungsprojekt gezielt die „Narrative einer erfolgreichen Transformation zu einem ressourcenschonenden und treibhausgasneutralen Deutschland“ erarbeiten (vgl. UBA 2021). Robert Habeck plädiert für mehr politische Sensibilität für das, was Sprache bewegen, aber auch anrichten kann: „Denn wie wir sprechen, entscheidet darüber, wer wir sind“ (Habeck 2018, S.11). In diesem Sinne wollen wir die „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“, die erste unter dem neuen Wirtschaftsminister Robert Habeck verfasste Publikation (BMWK 2022), auf logische Zusammenhänge und innere Widersprüche untersuchen.

1. Die sprachlich selbstproklamierte „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ dürfte inhaltlich eher einem energie- und klimapolitischen Offenbarungseid der bisherigen Regierungen gleichkommen, denn wie lautet eine weitere Passage: „die Ausgangslage könnte herausfordernder kaum sein“ (BMWK 2022, S. 2). Diese Verantwortungsabgrenzung – meist verbunden mit einer impliziten Schuldzuweisung an die Vorgänger im Amt – ist in Politik und Wirtschaft üblich und legitim und dient der Etablierung eines Maßstabes, an dem man selbst gemessen werden will. – Aber ist dieses „Tabula rasa“-Prinzip hier tatsächlich zutreffend? Man muss bedenken, dass die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungszeit ja weitgehend die energie- und klimapolitischen Forderungen vor allem der Grünen umgesetzt hat, wie Robert Habeck auch nicht ohne Selbstbestätigung einräumt (2018, S. 22). Und an einer anderen Stelle in der „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ ist davon die Rede, dass es kein „weiter so“ geben darf (BMWK 2022, S. 8), was sich aber nur auf das bisherige Ambitionsniveau (nun noch: ehrgeiziger und rascher), nicht aber auf die politische Richtung und die Instrumente bezieht. – Fazit: Mit der „Eröffnungsbilanz Klimaschutz“ setzt die Ampel-Regierung die bisherige Energie- und Klimapolitik mit noch größerem Engagement fort.

Weiterlesen bei Wirtschaftliche Freiheit

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Mitteleuropa ächzt unter einer Serie von Hitzewellen. Ist das neu? Hat es noch nie gegeben? Günther Aigner erinnert auf seinem neuen Youtube-Kanal an das Hitzejahr 1540:

Jahrtausendsommer 1540

In diesem Video findest du Informationen über den Jahrtausendsommer 1540 und was wir davon wissen. Unser Wissen stammt von historischen Quellen, meist Chronikeinträgen. Diese Chronikeinträge werden in spezieller wissenschaftlicher Literatur gesammelt und wiedergegeben. Die Wissenschaft ist sich einige, dass der Jahrtausendsommer 1540 den Jahrhundertsommer 2003 bei weitem überragte.

Anschauen lohnt sich.