Die USA haben Elon Musk, Deutschland hat Annalena Baerbock

Der Tech-Unternehmer Elon Musk scheint es mit Tesla geschafft zu haben. Sein Unternehmen hat die Zahlen für das 3. Quartal vorgelegt und die sind beeindruckend. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Tesla seine Verbindlichkeiten stark reduziert und verfügt über sehr viel freies Kapital. Musk setzt auch bei der Weltraumfahrt Akzente. Die Wiederbenutzung von ausgebrannten Raketenteilen ist eine technische Meisterleistung, ganz gleich wie man auch zu Musk stehen mag.

Das Pendant zu Musk in Deutschland ist Annalena Baerbock. Im Unterschied zu ihm funktionieren ihre Erfindungen aber nur in ihrer Fantasie. Wir erinnern uns an das Netz, das ja den Strom speichert oder auch an den sagenhaften Wiesenhof-Reaktor, als die Politikerin dem verblüfften Publikum erklärte, wie man mit Tiefkühl-Hühnchen Strom speichern kann. Wie stets beteuert sie, dass das alles genau ausgerechnet sein. Es wäre auch eine riesige Chance für Start-Ups. Von wem das ausgerechnet wurde, sagt sie leider nie und dass sie grundlegende Dinge verwechselt, das wird immer sehr schnell klar. Ihr neuester Coup ist eine Art Perpetuum Mobile, wie sie nun bei Maibritt Illner im ZDF zu Besten gab. Elektrofahrzeuge können ihrer Meinung nach nämlich als Ladesäule für (festhalten!) Elektroautos fungieren.

„Wenn ein Auto in Zukunft klimaneutral fährt, weil es ein E-Auto ist, kann es zugleich ebend <sic> auch als Ladesäule mitfunktionieren, kann als Speicher mitfunktionieren, wenn man das zu Hause bei sich anschließt.“

Weitergedacht, kann das Elektroauto sich doch einfach immer selber aufladen. Es muss dann an gar keine Ladesäule mehr. Es lädt sich immer wieder selber neu auf. Warum ist das bisher niemanden, nicht mal Elon Musk, eingefallen? Die Energiewende könnte so einfach sein…könnte. Was Baerbock vermutlich meint, das ist die Speicherfähigkeit von Elektroautos, die dann wie eine Batterie funktionieren. Das ist nicht bahnbrechend, denn ein Elektroauto hat ja eine Batterie.

Aber hier sei nur mal freundlich angemerkt, dass das nur funktioniert solange das Auto eine geladene Batterie hat. Diese könnte Strom an einen Haushalt abgeben. Kniffelig wird es, wenn das Auto eigentlich die Nacht über geladen wird (nicht alle Wallboxen haben große Leistung), damit es am nächsten Tag einsatzbereit ist. Welcher Autofahrer mag schon mit dem Gefühl einschlafen, nicht zu wissen, wie hoch der Ladestand seines Fahrzeugs am nächsten Morgen ist, weil er nicht weiß, was die Batterie in der Nacht abgegeben hat. Und jeder klardenkende Mensch wird verstehen, dass ein Auto nur die Energie abgeben kann, die es zuvor geladen hat. Hier schließt sich der Zirkelschluss, denn nach Baerbock ist das ja dann wieder das Elektroauto.

Warum ein Teilnehmer wie Norbert Röttgen (CDU und ehemaliger Umweltminister!) bei solchen Aussagen nicht nur äußerlich gelassen bleibt, sondern sogar zustimmend nickt, das mag verstehen wer möchte. Warum nur steht in den ganzen Talkshows niemand auf und sagt einfach einmal, dass das großer Schwachsinn ist?

(Abbildung: Screenshot ZDF-Mediathek)

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Thomas Straubhaar von der Universität Hamburg, kommentiert in der Welt die deutsche Energiewende.

“Es ist die Politik, und es sind nicht die Märkte, die Energiepreise nach oben treiben. Noch einmal: Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache. Und die Politik führt im Wesentlichen nur aus, was von der Gesellschaft gewünscht, gewollt wird und – gerade bei der Energie- und Klimapolitik – in weiten Teilen durchaus auch wissenschaftlich richtig ist, um die Zukunft der Kindeskinder nicht zu gefährden, sondern zu verbessern.”

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Microplastik und Klima. Besteht ein Zusammenhang? Ja, sagt dieser Artikel bei futuroprossimo.

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Eine Feuerprobe der besonderen Art erleben die Photovoltaik-Anlagen auf La Palma. Die sind nämlich teilweise von dicken Ascheschichten bedeckt. Noch ist unklar, ob und wie sich die Anlagen reinigen lassen. Das PV Magazin hat einen Artikel dazu.

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Wir bekamen eine Leserzuschrift zu einem Interview auf n-tv mit Marcel Fratzscher vom DIW. Er ist der Chef von Claudia Kemfert, über die wir hier schon so manches Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben. Es wundert daher auch nicht, dass Fratzscher  in dem Interview vor der Kernenergie warnt und gleichzeitig die Erneuerbaren Energien als “effizienter” lobt. Es ist nicht das erste Mal, dass Vertreter von DIW sowohl Flautezeiten als auch die Tatsache des fehlenden Sonnenscheins in der Nacht konsequent weglächeln.

Solange wir aber keine Speicher haben, wird es nicht funktionieren, es sei denn das DIW hat die Natur, die Physik und auch die Mathematik “überwunden”. Oder man versucht es über den Wiesenhof-Reaktor von Annalena Baerbock, siehe oben. Fratzscher verteufelt in dem Interview auch Erdgas, ganz besonders die Pipeline Nordstream 2. Allerdings sind die von ihm so gelobten Erneuerbaren Energien in Ermangelung von Speichern fest mit Erdgas gekoppelt, zumal die Alternativen Kernenergie und Kohle wegfallen werden.

Auch bei den Kosten ist Fratzscher offenbar nicht im Bilde. Dazu hatten wir kürzlich eine Grafik von Tech For Future. Der Knackpunkt solcher Berechnungen sind die Externalitäten. Die gibt es in fast jedem Bereich. So etwas kann die Endlagerung von Atommüll sein, es gilt aber genauso bei der Lagerung bzw. Entsorgung von Windkraftanlagen oder Solarpanelen. Auch dabei entstehen Kosten, die oft die Allgemeinheit trägt.

Schäden wie zerstörte Wälder, weil dort Wege für Windkraftanlagen eingerichtet werden müssen, dürften schwer zu berechnen sein. Was bedeuten unterbrochene Wasserkreisläufe im Wald an Schaden? Wie hoch ist der Schaden für die Umwelt, wenn klein geschredderte Windmühlenflügel in Zementfabriken verbrannt werden?

(Abbildung: Screenshot Tech-for-future.de)

Fratzscher negiert schlicht Dinge wie Grundlast und offenbar geht er in dem Interview davon aus, dass Deutschland autark in Sachen Energie sein muss. Wir haben erst kürzlich von der Konferenz ERecht21 berichtet, bei der Max-Plank-Wissenschaftler Robert Schlögl dieses Narrativ in Frage stellt, weil Deutschland eben nicht die perfekten Voraussetzungen für die Gewinnung von Strom aus Wind und Sonne hat. Schlögl sah die Aufgabe Deutschlands in der Entwicklung und der Produktion von Technik, damit diese dort eingesetzt werden kann, wo die Voraussetzungen deutlich besser sind als bei uns.

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Bild am 7.10.2021:

Schneeschmelze in Norwegen: Klimawandel gibt 1300 Jahre alten Ski frei

Wenigstens für Archäologen hat der Klimawandel etwas Gutes …

Denn: Wenn Gletscher und Eisschichten durch die globale Erderwärmung schmelzen, werden manchmal wahre Schätze freigelegt. So wie jetzt in der norwegischen Gebirgsregion Reinheimen. Dort haben Forscherinnen und Forscher im September einen Holz-Ski gefunden, der Bindungen aus Leder und Birkenrinde hat, wie „Spektrum“ schreibt.

Das Stück wurde im Digervarden-Eisfeld gefunden und passt perfekt zu einem ähnlichen Ski, der schon 2014 gefunden wurde. Als dieser mittels Radiokarbondatierung untersucht worden war, bezifferten die Wissenschaftler sein Alter auf 1300 Jahre.

Mal kurz nachdenken. 1300 Jahre, das ist also 700 nach Christus. Da fing gerade ganz langsam die Mittelalterliche Wärmeperiode an. Damals schrumpften viele Gletscher. Viele erinnern sich sicher noch an diese Klimaschaugeschichte:

MITTELALTERLICHE WÄRMEPERIODE: Schmelzende Gletscher legen in Norwegen alten Gebirgspass aus der Wikingerzeit frei, Klimaschau 3

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Epochtimes am 23.10.2021:

Hohe Energiepreise: Macron wirbt auf EU-Gipfel für Atomenergie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der hohen Energiepreise erneut für Atomkraft geworben. „Wir hängen heute zu sehr vom Import bestimmter Energieträger ab, deren Preise von Schwankungen auf dem Markt bestimmt werden“, sagte Macron zum Abschluss des EU-Gipfels am Freitag in Brüssel. „Eine Diversifizierung der Ressourcen ist nötig, und Atomenergie muss auf jeden Fall Teil des Energiemix sein“, betonte der Präsident.

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Alex Reichmuth am 11.10.2021 im Nebelspalter:

Lufthygiene: Weltfremde Vorgaben

Die Schweiz hat bereits so gute Luft wie kaum ein anderes Land. Trotzdem sollen die Schadstoff-Grenzwerte weiter sinken – auf Geheiss der Weltgesundheitsorganisation. Die Vorgaben in Sachen Luftreinhaltung laufen Gefahr, ins Absurde abzudriften.

Die Geschichte der Schweizer Luft ist eine Erfolgsstory. Noch in den 1980er-Jahren befürchtete man, dass wegen der vielen Schadstoffe in der Luft der Wald stirbt. Doch seither hat die Belastung durch Schwefeldioxid, Stickoxid, Feinstaub und andere schädliche Substanzen markant abgenommen. Die Schweiz hat bleifreies Benzin eingeführt, den Katalysator vorgeschrieben, Feuerungskontrollen durchgesetzt, den Partikelfilter für Dieselfahrzeuge eingeführt und viele weitere Massnahmen zur Luftreinhaltung verfügt.
«Luftqualität im Jahr 2020 weiter verbessert»
Seit den frühen 1990er-Jahren ist die Luftverschmutzung darum stark zurückgegangen. So konnte der Bund im Rahmen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel) auch für letztes Jahr wieder verkünden: «Luftqualität im Jahr 2020 weiter verbessert». So habe etwa die Belastung der Luft durch Stickstoffdioxid «seit dem Jahr 1990 deutlich abgenommen».

Weiterlesen im Nebelspalter

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Daily Mail am 12.10.2021:

How China made a mockery of Boris Johnson’s great green jobs boast: It was the Prime Minister’s promised payback for the sprint to renewables that’s sent bills soaring, but Chinese lead the world… thanks to cheap energy from their dirty power stations

Despite expansion of windfarms off Scotland, green revolution is passing by Fife

The windfarm steel jackets are being manufactured a factory in southern China

FOIs revealed that far from the promised 28,000 Scottish manufacturing jobs in offshore wind, there were 1,700 – and since then the situation has deteriorated