Die Sonne im Juni 2020 und „Klimakommunikatoren“

Von Frank Bosse

Die Sonne dümpelt nach wie vor im Minimum zwischen dem auslaufenden SC (für Solar Cycle) 24 und dem kommenden SC25. Die festgestellte SSN (für SunSpotNumber) betrug  5,8. Es gab nennenswerte Fleckenaktivität des neuen Zyklus im Juni. Die Untersuchung der über 1 Jahr geglätteten Radiostrahlung der Sonne könnte darauf hindeuten, dass der Zyklus 24 bereits im November 2019 endete. Die ( noch nicht begutachtete) Arbeit hierzu.  Dann hätte der Zyklus die Länge von 132 Monaten gehabt, sehr genau der Mittelwert aller bisher beobachteten Zyklen. Bis das offiziell wird sei hier zunächst die Darstellung des SC24 fortgesetzt bis zum aktuellen Monat:

Abb.1: Der SC24 seit November 2008 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus, errechnet aus den monatlichen Daten der Zyklen 1-23 (blau) und dem über weite Strecken sehr ähnliche SC 5 (schwarz).

Die recht lange Phase des SC24 mit sehr geringer Aktivität zum Minimum hin ist deutlich zu erkennen. Sollten wir das Minimum schon gesehen haben, so wäre nun ein Aufflammen der Aktivität in den nächsten 6-8 Monaten zu erwarten. Aus Abb.1 ist zu erkennen, dass die ansteigende Flanke des Zyklus recht bald zulegt und das Maximum bereits nach 3 Jahren erreicht wird. Wir lassen uns überraschen. Der Vergleich der Zyklen untereinander, ebenfalls zunächst noch bis einschließlich Juni 2020 (Zyklusmonat 139) für SC24 betrachtet:

Abb. 2: Die Fleckenaktivität der Zyklen untereinander im Vergleich. Die Werte entstehen, wenn man die Differenzen zwischen den festgestellten Daten für die einzelnen Monate zum Mittelwert ( blau in Abb.1) aufsummiert. Die Abbildung würde sich mit 7 Monaten weniger Zykluslänge des SC24  kaum ändern.

Für den kommenden SC25 wird eine Aktivität irgendwo zwischen SC24 und SC23 erwartet, sie könnte auf dem Niveau von SC12-SC16 liegen, diese fanden zwischen 1857 und 1933 statt. Natürlich kann es auch anders kommen…Die recht lange Phase übernormaler Fleckenaktivität zwischen 1933 und 2008 ist damit wohl sicher beendet.

„Klimakommunikatoren“ und ihr Versagen

Eine begutachtete Arbeit verdient unser Interesse.   Ein Team unter Nadine Fleischhut vom Max-Planck- Institut für Bildungsforschung haben sich daran gemacht, den Kenntnisstand in Deutschland zu Fragen von Meteorologie und bisherigem Klimawandel hierzulande zu untersuchen. Hilfreich bei der Analyse der Ergebnisse ist auch die Pressemitteilung des MPI. So gut kommt Deutschland gar nicht weg! Es sind auch viele manchmal lebenswichtige Aspekte des Wetters und deren Auswirkungen, die bisher allgemein kaum bekannt sind, angesprochen. Wussten Sie beispielsweise, dass eine Wettervorhersage von z.B. „Die Lufttemperatur beträgt +2°C“ im Winter keineswegs das Zustandekommen von vereisten Straßen ausschließt? Wichtig ist nämlich die Temperatur auf dem Straßenboden, die wird kaum veröffentlicht. Eine gute Quelle für diesen wichtigen Wert ist diese.  Ein Tipp für Autofahrer…

Auch findet die Arbeit als Beispiel, dass es in Deutschland ein Defizit in der Einschätzung der Gefährlichkeit von Gewittern gibt. Hier ein einfacher Tipp: Zählen Sie zwischen Blitz und Donner mit  „21“ beginnend. Kommen Sie nicht bis „30“  bis zum Donner, ist der Einschlag gefährlich nahe (< 3km). Dann ins Haus oder zu einem anderen Schutz!

Das Hauptinteresse hier gilt naturgemäß den Fragen zum bisherigen Klimawandel 1880-heute. Es waren derer 6:

  1. Nach der Entwicklung des mittleren jährlichen Niederschlags in Deutschland
  2. Nach der Entwicklung der mittleren Temperatur.
  3. Nach der Entwicklung von starkem Niederschlag (>10l/m²/Tag)
  4. Nach der Entwicklung der Anzahl der heißen Tage (>30°C)
  5. Nach der  Entwicklung der Anzahl der kalten Tage (Dauerfrost-Tage)
  6. Nach der Entwicklung der Stärke von Stürmen.

Die Antworten der repräsentativen Stichprobe von Einwohnern Deutschlands sind für uns nicht allzu überraschend.

Zu 1.:  55% der Befragten antworteten: Der mittlere Niederschlag ist unverändert oder ging zurück. Bei „Experten“ war es noch ausgeprägter: 85% glaubten das. Die richtige Antwort ist: Der Niederschlag wuchs etwas an, so die Daten des DWD.

Zu 2.;4.;5.: Hier lagen 70% der Befragten („Experten“: 85%) richtig: Die mittleren Temperaturen steigen an, die Anzahl der heißen Tage nimmt  zu und die der kalten ab, global wie in Deutschland, hier trägt der Mensch einen Anteil.

Zu 3.: 56% der Befragten („Experten“: 62%)meinten, dass starke Niederschläge („Extreme“) zunehmen, die richtige Antwort lautet jedoch: keine Änderung.

Zu 6.: 77% der Befragten („Experten“: 49% )nahm an, dass Stürme stärker werden in Deutschland, die richtige Antwort lautet jedoch ebenso: keine Änderung.

Einen vielsagenden Kommentar der Hauptautorin zu den häufig falsch eingeschätzten Klimakomponenten Starkniederschlag, Niederschlag und Stürme finden wir in der Pressemitteilung:

„Hier wird die Wahrnehmung des Klimawandels vermutlich durch kürzliche Extremereignisse und die Medienberichterstattung beeinflusst

Wir fragen hier weiter: Welche Berichterstattung?

Ein Sturm wird von einem Meteorologen (ZDF) nassforsch  dem Klimawandel zugeordnet! Er sollte es doch besser wissen: Nichts deutet bisher darauf hin, dass sich Stürme über Deutschland verstärken. Wer es mag kann hier ein längeres Essay hierzu nachlesen.

Ebenso die Berichterstattung über Starkregen. Alles wird auf den Klimawandel  geschoben. Die visuelle „Falle“: Eine überschwemmte Straße in Brandenburg. Die Annahme ist schlicht falsch, sie wird trotzdem in das Bewusstsein der Menschen gepflanzt. Der starke Niederschlagsmangel der Sommer 2018 und 2019 muss ebenso herhalten um zu suggerieren: Es ist das Klima. Wir hatten darüber und über die Realität (Kein Trend beim Niederschlag) kürzlich ausführlich berichtet.

Noch mehr Evidenz für keinen Zusammenhang der Trockenheit mit der Erwärmung der letzten 100  Jahre liefert diese ganz neue Studie von Glaser & Kahle (2020). Sie untersucht die Hydrologie in Deutschland von 1500 bis zur Gegenwart und findet immer wieder trockene und nasse Phasen, jedoch keinen Trend vergleichbar mit der Erwärmung. Sie führt aus:

„…the results show that there is no comparable outstanding development to the anthropogenic temperature trend over the last 200 years.”

Alle Behauptungen über den Zusammenhang halten keiner Überprüfung stand, sind vielmehr ob des aktuellen Wetters eine frei erfundene Fehlinformation einiger „Kommunikatoren“. Auch ein bekannter Meteorologe (ARD) kommt mit solchen Fehlinformationen um die Ecke:

„Stürme, Starkregen oder Hitzewellen: Durch extreme Wetterereignisse ist der Klimawandel spürbar geworden“

Mit der „Hitze“ hat er Recht. Alles andere ist geflunkert, das sieht das Schrifttum so (s.o.), nicht wir. Ein anderer (ARD) erklärte gestenreich, dass es der klimabedingt schwächelnde Jetstream ist, der für Wetter- Blockaden hierzulande verantwortlich ist. Inzwischen ist dies mehrfach widerlegt, wir berichteten. Allen diesen „Kommunikatoren“ ist gemeinsam, dass sie kurzfristige Wettererscheinungen auf das Klima schieben  mit sicherer Inbrunst, obwohl die Sicherheiten alle sehr dünn  oder überhaupt nicht gegeben sind. Wenn der Wettermann im Fernsehen also wiedermal von Klima fabuliert… machen Sie leise! Wenn jemand von der „Erhitzung“ des Klimas faselt, wundern Sie sich nicht über die unphysikalische Vokabel: Das ist „Framing“, ganz simpel: Hitze klingt viel gefährlicher als Wärme. Über diesen kläglichen Versuch der Angstmache durch Framing  breiten wir lieber den Mantel des Schweigens.

Es ist ein Mittel der Kommunikation, nicht der Wissenschaft. Es ist Propaganda um das Publikum zu „alarmieren“. Leider nimmt das Ammenmärchen-Predigen immer mehr überhand. Dabei genügt doch eine einfache Botschaft: Es wird wärmer in Deutschland und anderswo. Man bliebe bei der Wahrheit. Das scheint diesen „Kommunikatoren“ allzu schwer zu fallen. Man könnte ihnen ein Feedback geben: sich anderswo sachkundig, ehrlich,  objektiv und besser informieren. Der Link oben zum Autobahnwetter bietet noch sehr viel mehr!