Die Schlacht um Frankreichs grüne Zukunft

Jeder, der schon einmal in der Bretagne in Frankreich war, wird den einmaligen Charakter der bretonischen Küste kennen.

Möglicherweise steht diese Küste vor gravierenden Veränderungen, denn in Frankreich werden Offshore-Windparks geplant. Die Welt behandelt das Thema und die Kontroversen darum sehr ausführlich.

“Auch im Meer will man sie nicht sehen. Den heftigsten Gegenwind gibt es in Erquy, einem kleinem bretonischen Fischerort der Côtes d‘Amor, 3900 Einwohner im Winter, 20.000 im Sommer, in einer der schönsten Buchten der Bretagne gelegen, der Baie de Saint-Brieuc. Dort baut der spanische Energiekonzern Iberdrola einen 100 Quadratkilometer großen Park mit 62 Windrädern, nur 16 Kilometer von der Küste entfernt.”

Die Bedingungen vor der bretonischen Küste sind herausfordernd. Es gibt dort einen gewaltigen Tidenhub. Den kennen Besucher der Bretagne, wenn man bei Ebbe plötzlich riesige Felsen komplett frei sehen kann, wie man am Muschel -und Algenbewuchs gut sehen kann. In der Bretagne gibt es nicht umsonst das Gezeitenkraftwerk La Rance, dass sich den Tidenhub zu Nutze macht.

“Die Bretagne produziert kaum Strom. Der Windpark werde mehr als 800.000 Haushalte versorgen, rechnet er vor.

Allerdings für einen Wucherpreis. Für 155 Euro wird die staatliche Elektrizitätsgesellschaft EDF die Megawattstunde abnehmen, dreimal so viel wie der französische Durchschnittspreis. Ailes Marines begründet das mit den „Eigenschaften des Standorts, einem der komplexesten weltweit“. In 20 Jahren Betriebszeit werde das Iberdrola 4,7 Milliarden Einnahmen bescheren, rechnet das Online-Rechercheportal „Mediapart“ vor. Bei rund 2,3 Milliarden Baukosten sei das ein sicheres Geschäft von 2,4 Milliarden auf dem Rücken der Steuerzahler. „Mediapart“ nennt das eine Plünderung: „Sie privatisieren das Meer.“”

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„Kipppunkte und Paranoia“. Das ist der Titel eines Artikels von Axel Bojanowski. Er geht dabei auf ein Interview von Deutschlands obersten Klimawissenschaftler Jochem Marotzke ein.

“Nach der Flutkatastrophe in Westdeutschland vergangenes Jahr hatten medienaffine Klimaforscher sogleich die globale Erwärmung als Ursache angeführt. Marotzke hingegen sagt, die Katastrophe sei “nur zu einem kleinen Teil der Klimawandel, solche Überflutungen hat es dort auch vor 200 Jahren gegeben”. Das Desaster im Ahrtal habe “uns vor Augen geführt, wie schlecht wir gewappnet sind”. “Hauptsächlich”, bemerkt Marotzke, “waren wir richtig schlecht vorbereitet”.

Klimaforscher und Medien hatten nach der Flutkatastrophe erklärt, dass Extremwetter wegen des Klimawandels länger verharren würden. Ob das wirklich so sei, wäre jedoch ungewiss, sagt Marotzke: “Im Wetterbericht wird oft so getan, als ob das völlig klar sei. Die Wahrheit ist aber: Nein, es ist überhaupt nicht klar”. Es gebe “zuwiderlaufende Effekte”.

Ob extreme Wetterlagen wie Starkregen oder die Überflutung des Ahrtals aufgrund der Erwärmung häufiger vorkommen werden, sei unklar”.

Man wird Marotzke wohl kaum eine Verharmlosung des Klimawandels vorwerfen können, denn er hat an Sachstandsberichten des IPCC mitgewirkt.

“”Die Leute hören irgendwann nicht mehr zu, wenn immer nur die nächste Katastrophensau durchs Dorf gejagt wird”, sagt Marotzke. Das habe Folgen für die psychische Gesundheit der Menschen. Zudem drohe Unglaubwürdigkeit.

Die Welt werde nicht untergehen hinter der 1,5-Grad-Schwelle. “Viele werden dann sagen: Ihr Klimaforscher habt uns jahrzehntelang gesagt, wenn wir diese Marke überschreiten, sind wir verloren”. Es wäre fatal, wenn die Menschen dann den Glauben an die Notwendigkeit von Klimaschutz verlieren, mahnt Marotzke.

Dass es gelingen könnte, die Erwärmung auf 1,5 Grad über dem Niveau des 19. Jahrhunderts zu begrenzen, hält Marotzke für unwahrscheinlich. Zwei Grad hingegen lägen in Reichweite.”

Mit solchen Aussagen hätte Marotzke gute Chancen, dass er von Klimajournalisten, die sich gerade eine Klimacharta gegeben haben, zukünftig gecancelt zu werden. Ein Schicksal, das auch schon Hans von Storch ereilt hat. Wir berichteten kürzlich. Passend dazu sei die Klimaschau #108 empfohlen, die die Aussagen von Marotzke zu Fridays For Future thematisiert.

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Die Risiken der Kernenergie sind nicht versicherbar. Dieses Argument hat es in letzter Zeit oft gegeben. Doch wie valide ist es? Nuklearia hat sich eine Studie angesehen, auf dessen Resultat sich die Aussage beruft. Besonders die Systematik der Studienersteller (Versicherungsforen Leipzig) ist dabei sehr interessant.

“ANSTIEG DES MEERESSPIEGELS NACH VL-METHODE

Nehmen wir an, wir wollten mit der VL-Methode den maximalen Anstieg des Meeresspiegels bis zum Jahr 2100 durch den Klimawandel schätzen. Dazu betrachten wir drei unterschiedliche Schätzungen: Es gibt die Schätzung des Weltklimarats im 6. Sachstandsbericht von 2021, der eine Erhöhung um 0,44 m vorhersagt, eine alternative Schätzung, die 2 m prognostiziert, und es gibt den Maya-Kalender, der anhand von Himmelsbeobachtungen die Sintflut vorhersagt, sagen wir, 100 m.

Die VL-Methode nimmt den höchsten Wert, also die 100 m der Maya, bildet davon 50 %, also 50 m, und addiert den Mittelwert 1,22 m der übrigen Schätzungen. Insgesamt ergibt sich ein erwarteter Anstieg des Meeresspiegels um 51,22 m. Ob aber die Methode der Maya überhaupt prinzipiell zu brauchbaren Prognosen führen kann, wird gar nicht hinterfragt.”

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Der Nahe und Mittlere Osten hat einen großen Vorteil bei den Bedingungen zur Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind. Ein längerer Artikel in der Wirtschaftswoche nimmt sich des Themas sehr ausführlich an. Bei Erzeugungskosten von 2 Cent pro Kilowattstunde wären auch Wirkungsgradverluste bei der Gewinnung von Wasserstoff oder Folgeprodukten verkraftbar.

“Bis 2025 will Oman mindestens zehn Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen decken und den Anteil bis 2040 auf bis zu 40 Prozent steigern. Die Aufträge für das nächste große Solarprojekt, die Sonnenkraftwerke Manah 1 und 2, sollen noch 2022 vergeben werden und mit einer kombinierten Leistung von einem Gigawatt spätestens im vierten Quartal 2024 in Betrieb gehen. Das entspräche knapp einem Viertel der Leistung des derzeit größten Kohlekraftwerks Deutschlands in Grevenbroich-Neurath am Niederrhein mit rund 4,2 Gigawatt installierter Bruttoleistung.

Das größte Sonnenergieprojekt der Welt

Dessen Leistungsfähigkeit soll der riesige Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park sogar noch deutlich übertreffen. Der Park entsteht seit dem Jahr 2013 nahe Dubai. Bis 2030 soll die Anlage, deren fünfter Bauabschnitt derzeit errichtet wird, eine Gesamtleistung von fünf Gigawatt erreichen. Damit ist der Solarpark aktuell das größte Sonnenenergieprojekt weltweit.”

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Leserpost von Michael Jäger zum Blogbeitrag „Take or Pay“:

Guten Tag,

das gibt es übrigens auch bei Hotelzimmern oder Flügen. Wer ohne Stornomöglichkeit bucht, bekommt bei Hotelzimmern 20% – 30% Rabatt, bei Flügen bis zu 50%; Liegt ein Wochenende dazwischen, können es bei Flügen auch mal 70% Rabatt sein. Bei meinen früheren Arbeitgeber war es sogar vorgeschrieben, so zu buchen. 10% nicht angetretener Reisen standen im Schnitt 25% Rabatt gegenüber. Es hat sich also voll gelohnt. Der Arbeitgeber war übrigens die BASF. Wenn eine Aktiengesellschaft nicht so handelt (mehr Geld ausgeben als unbedingt nötig), dann könnte das von den Aktionären als Veruntreuung ausgelegt werden und der Vorstand hätte ein Problem.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Jäger

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Leserpost von Dr. Gert Maichel zum Blogbeitrag „Take or Pay“:

Liebe Redaktion,

der Blog zu den Take or Pay Verträgen von heute ist aus meiner Sicht und mit meiner Erfahrung aus langjährigen Vertragsverhandlungen missglückt: Wenn ein Erdgasabnehmer aus solchen Verträgen einfach die Ware, obwohl sie angeboten wird, nicht abnimmt, greift in der Tat die Take or Pay Klausel. Darüber reden wir hier aber nicht. Wenn aber durch Gesetz, also hoheitlichen Eingriff, der Import aus einem bestimmten Land verboten würde, dann ist das rechtlich als höhere Gewalt einzustufen und damit kann die Take or Pay Klausel gar nicht greifen. Keiner der Erdgasimporteure käme auf die Idee, ohne einen solchen hoheitlichen Eingriff die bestehende Vertragsbeziehung zu gefährden. Aber darum geht es hier nicht. Also muss auch nicht befürchtet werden, dass zusätzlich zu anderweitigen Importen auch noch das nicht abgenommene Gas aus Russland zu bezahlen ist.

Beste Grüße

Ihr Gert Maichel

PS. 1.Übrigens dürfte sich auch Gazprom seinerseits auf höhere Gewalt berufen, wenn es jetzt aufgrund eines russischen Gesetzes gezwungen ist, nur Rubel als Zahlung anzunehmen.

2. Außerdem bin ich mit namhaften Wirtschaftsprofessoren der Meinung, dass eine empfindliche Einfuhrsteuer gegenüber einem Embargo sehr viel mehr Vorteile hätte.

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Leserpost von Dr. Stephan Kaula zum Blogbeitrag „Die deutsche Moor-Hoffnung“.

Sehr geehrte Redaktion,

Die wirtschaftliche Nutzung der Moore mit dem Ernten der Energiepflanzen Schilf und Gras unterbindet natürlich die CO2-bindende und senkende Wirkung der Moore. Dann macht die Schaffung von Moorflächen wohl kaum einen Sinn.

Mit freundlichem Gruß
Stephan Kaula