Die Katze aus dem Sack

Endlich, könnte man fast aufatmend sagen, ist das arme Tier nicht mehr im Stoffbeutel gefangen. Klimafolgenforschung steht zwar am Eingangsschild des PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) aber es scheint dort um ganz andere Dinge zu gehen als um das Klima. In einer Presseerklärung des PIK wird über die Besteuerung von Menschen berichtet, ganz besonders die höhere Besteuerung von Reichen.

„Es wird viel darüber geredet, große persönliche Vermögen zu besteuern, um Ungleichheit zu verringern. Viele politische Entscheiderinnen und Entscheider bleiben aber skeptisch, denn sie vermuten, dass dies der Wirtschaft schaden könnte“, sagt der Hauptautor Linus Mattauch vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dem Institute for New Economic Thinking der Universität Oxford und der Technischen Universität Berlin. „In der Tat dient in Maschinen investiertes Kapital der wirtschaftlichen Produktivität und damit dem allgemeinen Wohlstand. Außerdem könnten die Reichen die Steuerlast auf die Armen abwälzen, indem sie die Löhne senken. Daher könnte die Besteuerung von Kapital dem Wohlstand der Arbeitnehmer schaden. Wir haben daher eine Vielzahl von Annahmen getestet, aber unser theoretisches Ergebnis gilt für alle.“

Was oder wer denn nun reich ist, darauf geht die Studie nicht ein. In Deutschland wird ab einem Einkommen von 58.500 Euro im Jahr ein Spitzensteuersatz für Einkommen fällig. Den Studienerstellern geht es aber wohl auch um Kapitalertragssteuern. Diese sind ihnen ein Dorn im Auge. Natürlich wird nicht erwähnt, dass solches Kapital sehr oft schon vorher besteuert wurde, bevor es überhaupt angelegt werden konnte.

Das PIK hat hier noch etwas erfunden, was so allerdings neu sein dürfte: Lohnsenkungen. Reiche wälzen ihre Steuerlast auf die Armen ab, in dem sie Löhne senken. So jedenfalls kann man es beim PIK lesen. Wer kennt sie nicht, die täglichen Meldungen über die Senkungen der Löhne in den Medien? Rein wirtschaftlich gedacht, würden Lohnsenkungen den Gewinn eines Unternehmens (beim PIK werden Unternehmen und “Reiche” übrigens in einen Topf geworfen) erhöhen somit müssten mehr Steuern bezahlt werden. Aber Wurscht, wen interessiert schon Logik?

So ganz klar, wie es dann konkret mit der Besteuerung der “Reichen” aussehen soll, scheint es den Studienerstellern aber auch nicht zu sein. Auch der Ansatz, maschinelle Arbeit durch menschliche Arbeit zu ersetzen, scheint irgendwie nicht durchdacht zu sein.

„Zu hohe Steuern würden die Anreize für Kapitalinvestitionen, beispielsweise in Fabriken, zu stark verringern, wenn maschinelle Leistung nicht gut durch menschliche Arbeit ersetzt werden kann“, erklärt Mattauch. „Populistische Vorschläge, privates Kapital extrem zu besteuern, würden der Wirtschaft und damit dem Gemeinwohl schaden. Es bleibt eine Gratwanderung.“

Eine der Schlussfolgerung klingt daher auch etwas wie Flehen, diesen Ansatz doch bitte zu unterstützen.

“In Zeiten vielfältiger Krisen, vom Klima bis zur Konfrontation mit Russland, mit schwankenden Energie- und Lebensmittelpreisen, kann Wohlstandsgefälle ein Risiko für gesellschaftlichen Zusammenhalt sein.”

Kein Wort darüber, dass das Model spätestens in dem Augenblick zusammenbrechen würde, in dem nicht alle – zumindest alle westlichen – Länder es gleichzeitig und in ähnlicher Weise machen. So eine Binse sollte man eigentlich immer an den Anfang solcher Überlegungen stellen, vieles erübrigt sich danach nämlich von allein.

+++

Eine Meldung, die vermutlich selbst jedem Milchmädchen Tränen in die Augen treiben würde: Professor Stefan Rahmstorf ist immer noch ein Fan von Holzverbrennung. Er begründet es auch irgendwie. Gut, zum Thema “Earth System Analysis” (Eigenbeschreibung von Rahmstorf bei Twitter: Head of Earth System Analysis at Potsdam Institute for Climate Impact Research) gehören rudimentäre Kenntnisse von Biologie oder Mathematik offenbar nicht.

Aber auch ohne ein Genie zu sein, könnte man doch erkennen, dass der Verbrennungsprozess und eine Verrottung etwas grundlegend anderes sind. Das meint nicht nur die Zeiträume, sondern auch die Tatsache, dass verrottende Bäume Kohlenstoff im Humus anreichern. Kohlenstoff bleibt also erhalten im Boden und später in Pflanzen.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Kein Wunder, dass sich unter dem Tweet von Rahmstorf einige fassungslose Kommentatoren einfanden. Erschwerend kommt dazu, dass sich Rahmstorf zuvor auch noch auf das IPCC beruft. Blöderweise fordert das aber in seinen Maßnahmen das genaue Gegenteil von Holzverbrennung, nämlich Aufforstung.

+++

Bidirektionales Laden. Gemeint ist damit, dass Speicher Energie (in diesem Fall Strom) nicht nur in eine Richtung aufnehmen können, sondern diese Energie auch wieder abgeben. 3Sat Nano hat eine Sendung dazu. Die erklärt einiges, auch anhand von Beispielen wie in den Niederlanden oder auch Deutschland. Eine Sache wird allerdings nur gestreift. Ganz verschämt wird nämlich erklärt, dass einem E-Auto nach einer möglichen Entladung in der Nacht, immer noch genügend Strom bleibt, um die gängigsten Fahrten zu erledigen. Wird so etwas zentral gesteuert oder muss der Eigentümer des Autos das festlegen, um am nächsten Tag nicht ein böses Erwachen zu erleben? Mögliche Leistungsverluste durch häufiges Laden und Entladen scheinen laut dem Bericht offenbar kein Thema zu sein. Ob das auch so in der Praxis sein wird, muss sich zeigen.

(Abbildung: Screenshot ZDF-Mediathek)

Thematisch dazu passt eine Meldung im Handelsblatt. Laut Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat die Welt schlicht zu wenig Lithium, um seine Mobilitätsziele zu erreichen bis 2030.

„Selbst wenn alle aktuell geplanten und im Bau befindlichen Projekte im Zeitplan umgesetzt werden und wir von einem mittleren Nachfragewachstum ausgehen, werden wir nicht genug Lithium haben, um die weltweite Nachfrage 2030 zu decken“, erklärt Studienautor Michael Schmidt von der BGR im Gespräch mit dem Handelsblatt. 2020 wurden weltweit 82.000 Tonnen Lithium produziert.

Im Worst Case fehlen danach im Jahr 2030 300.000 Tonnen Lithium, im Best Case 90.000 Tonnen, was der aktuellen Jahresförderung der Welt entspricht.

Es hängt also an den Speichern. Terra X im ZDF mit dem Präsentator Harald Lesch hat im Jahr 2021 eine etwa 30-minütige Sendung zu dem Thema Speicher produziert. Dort geht es um neue Technologien, die nicht auf begrenzt verfügbare Rohstoffe aufbauen. Da könnte Natrium eine Alternative sein, weil es viel häufiger vorkommt als Lithium.

Lithium ist allerdings auch nur ein Aspekt von vielen. Wir sind in diesem Blog schon im November 2020 auf eine Arte-Sendung zu dem Thema eingegangen und haben die zahlreichen Probleme aus diesem Bereich aufzeigt. Umweltzerstörung ist immer dann gut, wenn es dem Klimaschutz dient. Die Dokumentation “Umweltsünder E-Auto“ ist nach wie vor bei YouTube zu sehen.

+++

Leserpost von Paul Schwedtke:

Guten Tag, liebe Redaktion,

die Gründung der DUH habe ich miterlebt. Vorbild waren Greenpeace, war schon länger aktiv, und WWF, hier halfen Blaublüter und Geldadel, um in die Medien zu kommen. Die Gründung der DUH  erfolgte als ein geschlossener Bereich, auch mit Hilfe von Familienmitglieder mit wissenschaftlichem Hintergrund. Ich war damals vom WWF und auch von Jürgen Resch begeistert. Das hat sich gelegt.

Schöne Tage durch den Sommer wünscht Paul Schwedtke

+++

Leserpost von Detlef Dechant:

Wertes Kalte Sonne Team,

ich wehre mich immer dagegen, die Grünen als dumm und nicht lernfähig darzustellen. Ich bin überzeugt, dass diese genau wissen, was sie tun. Das Ziel grüner Politik ist die Umformung der Gesellschaft nach ihrem Gusto. Wenn sie das aber postulieren, würde ihnen keiner folgen. Also muss man auf dem Weg dahin kleine Zwischenziele festlegen, die harmlos erscheinen, die gut vermittelbar sind und von Aktivisten klar und einfach vertreten werden können.

Dazu gehört das „Etikettieren“ von Personen, Parteien und Sachverhalten. Man benutzt einfache Stigmatisierung durch immer gleiche Bezeichnungen, egal, ob diese richtig oder falsch sind. Die ständige Wiederholung prägt sich ein, Widersprüche gibt es irgendwann nicht mehr (Kathargo muss zerstört werden). Statt wie in anderen Parteien, wo jeder versucht, eigene mit der Person verbundene Wortschöpfungen zu kreieren, nutzen alle Grünen immer dieselben. (Das gleiche Muster benutzten die 68er).

Das Ziel der Grünen ist die industrie- und autofreie bevormundete gleichgeschaltete Gesellschaft, die von einer Elite (natürlich die Parteioberen) geführt wird und den Bürgern „Verantwortung“ abnimmt, sie also auch ihrer Sorgen entlastet. Ein Zwischenziel dahin ist z.B. die Verkehrsberuhigung, die unter dem Deckmantel mehr Sicherheit für Kinder und Alte, weniger Lärm und – angeblich – weniger Schadstoffe Autos aus der Stadt treibt. Nun bedeutet aber die praktizierte Verkehrsberuhigung mehr Staus, mehr Stopp and Go und damit mehr Feinstaub und mehr Abgase. Dies sorgt für weitere Restriktionen, die aber mit der Uneinsichtigkeit der Autofahrer erklärt wird usw. Dafür hat der Bürger ja auch Verständnis.

Klimaziel ist die Verringerung des CO2 -Ausstoßes. Dies wäre mit Kernenergie möglich. Das ist aber nicht erwünscht, da so eine Umformung der Gesellschaft nicht nötig wäre, da das Ziel ja erreicht würde. Also nutzt man jetzt die Krise und produziert verstärkt Energie aus Kohle. Die Widersprüche hält man aus, denn dem Bürger sind diese egal, man sieht nur die kurzfristige Folge auf die Energiepreise. In Wirklichkeit steigen aber die CO2-Werte rapide an, die Klimaziele, das wird man in 1 oder 2 Jahren „erschrocken“ feststellen, können nicht gehalten werden, also muss mit etwas regideren Maßnahmen eingegriffen werden, was natürlich jeder „umweltbewusste“ Bürger einsieht und so wird der nächste Schritt zur Umformung der Gesellschaft eingeläutet.

Dies ließe sich nun beliebig fortsetzen und auf andere Bereiche auch übertragen. Und irgendwann gibt es den bevormundeten unmündigen braven Bürger, der es erlaubt, als „Elite “ wunderbar abgehoben zu leben. Dass das funktioniert, hat schon Gustave Le Bon in seiner „Psychologie der Massen“ festgestellt und wie das geht, beschrieb Ayn Rand in “ Der Streik“.

Herzliche Grüße
Detlef Dechant

+++

Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Deutsche Umwelthilfe, Schiefergas, Verbrennerverbot

Sehr geehrte Damen und Herren,

einige Anmerkungen zum Blog vom 23. 06. 22. In einem Artikel wird darüber berichtet, dass die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Klage gegen Mercedes Benz anstrebt, um ein Verbot für die Produktion von Verbrennerautos zu erwirken. Die Richter sehen keine großen Aussichten für die Klage, da es Sache der Politik sei, solche Verbote zu erlassen. Für mich ist diese Angelegenheit wieder einmal ein Aufreger. Wenn ich mir den Namen dieser Organisation „Deutsche Umwelthilfe“ auf der Zunge zugehen lasse, würde ich erwarten, dass diese grundsätzlich gegen Schäden an der Natur vorgehen. Doch wo bleiben die Klagen gegen Windkraftanlagen, welche nachweislich Schäden in der Tierwelt (Greifvögel, Fledermäuse …) anrichten. Außerdem gibt es Belege für gesundheitliche Störungen bei Menschen durch Infraschall. In Frankreich und in Australien hat es dazu bereits erfolgreiche Klagen gegeben. Doch der DUH sind die Umweltbelastungen durch die Windräder anscheinend völlig egal.

In einem weiteren Bericht wird ein Aufsatz von Fritz Vahrenholt auszugsweise wiedergegeben, in welchem die Förderung von Schiefergas in Deutschland gefordert wird. Ich kann diese Forderung nur voll unterstützen. In Deutschland, insbesondere Norddeutschland lagern mehrere Billionen m3 Schiefergas. Das würde die Gasversorgung in Deutschland für Jahrzehnte decken. Die Gasgewinnung durch Fracking hat einen äußerst schlechten Ruf. Doch ich habe in der letzten Zeit verschiedene Berichte gelesen, welche die Gefahren durch Fracking stark relativieren. Das Verfahren wird weltweit in verschiedenen Ländern durchgeführt. Die Technologie ist soweit erprobt, dass das Verfahren sicher angewandt werden kann. Im Zuge der aktuellen Energiekriese sollte eine solche Technik kein Tabu sein. Das schafft auch Unabhängigkeit von ausländischen Energieträgern.

In einem weiteren Bericht wird über Auseinandersetzungen in der Ampel-Koalition berichtet. Die FDP fordert den Weiterbetrieb der noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke, soweit ein Veto gegen das geplante Verbrennerverbot der EU. Die Grünen sind natürlich gegen diese Eingaben – wie nicht anders zu erwarten. Die wollen lieber die Republik mit Windrädern vollpflastern, Rücksichten auf Artenschutz und gesundheitliche Bedenken für die Menschen werden beiseitegeschoben. Außerdem wollen die Grünen die Verbrenner abschaffen und nur noch auf E-Autos setzen. Ich halte die E-Mobilität nicht für die Zukunft sondern für eine Sackgasse. Schon seit über 100 Jahren wird versucht, E-Autos voranzubringen, doch ohne großen Erfolg. Ich kann mich an einen Bericht in den 1970er Jahren erinnern. Damals gab es die Idee, bei einem E-Auto an der „Tankstelle“ ein ganzes Batteriepaket einfach auszutauschen. Doch auch das hat sich nicht durchgesetzt. Es müssten Unmengen an Batteriepaketen an den Tankstellen gelagert werden. In der aktuellen Situation halte ich die Ladezeiten für viel zu lang und die Reichweiten für viel zu kurz. Außerdem werden Massen an Seltenen Erden für die Akkus benötigt, für einen weltweiten Einsatz von E-Autos würden die Materialien wahrscheinlich nicht ausreichen.

Ein weiterer Aspekt bei der Nutzung von Windenergie, Photovoltaik und Seltenen Erden besteht darin, dass ein Großteil dieser Materialien aus China importiert werden. China hingegen bezieht immer mehr Energieträger aus Russland. Somit wird aus Deutschland wieder Geld an Russland geliefert mit dem Umweg über China. Über diesen Umweg finanziert Deutschland weiterhin Putins Krieg.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn