Die Energiewende scheitert an der Praxis

Daniel Stelter fasst auf seinem Blog noch einmal die Resultate seines Podcasts zusammen. Er bewertet verschiedene Studien, die sich mit der Frage beschäftigen, ob wir Strom und Wärme ausschließlich aus Erneuerbaren Energien erzeugen können. Das Resultat ist ernüchternd. Er plädiert in seinem Fazit allerdings für einen anderen Weg. Für 2.000 Milliarden Euro könnte man seiner Rechnung nach den weltweiten CO2-Ausstoss halbieren.

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Widersprich niemals einem Mitarbeiter des WDR, warte, bis er es selbst macht. Lorenz Beckhard aus der Redaktion von Quarks ließ die Zuschauer im Jahr 2019 wissen, was in Sachen Energie und Ernährung passieren muss. Er kommentierte für die Tagesthemen:

„Macht Fleisch, Auto fahren und fliegen so verdammt teuer, dass wir davon runterkommen. Bitte! Schnell! Dann wählen wir auch Euch alle!“

Mit dem wir meinte er allerdings nicht sich selbst, sondern eher die berühmten Anderen. Denn während Beckhard noch im Interview anlässlich einer Fridays-For-Future Demonstration forderte, dass Fliegen teurer werden muss (neben Fleisch) hielt ihn das im Herbst 2022 nicht davon ab in einen Tauchurlaub in die Karibik bzw. Costa Rica zu fliegen. Dort schwärmte er in sozialen Netzwerken vom Essen und postete nach seiner Rückkehr das Foto eines Abendessens in Deutschland. Im Weinhaus am Rhein in Königswinter gab es Fleischsülze mit Bratkartoffeln. Nur zum besseren Verständnis, wir gönnen Herrn Beckhard sowohl die Flugreise als auch den Konsum von Fleisch, nur sollte jemand im Glashaus wirklich mit einer Maschinepistole um sich schießen? Oder ist Fliegen und Fleisch einfach noch so billig, sodass man es sich mit dem mageren Salär eines WDR-Mitarbeiters gerade noch so leisten kann?

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Sind Betreiber von Photo-Voltaik-Anlagen auf dem eigenen Dach sicher, wenn es ein Blackout gibt? Nein, sagt ein Artikel in den Ruhrnachrichten.

“Wenn das öffentliche Netz ausfällt, schalten sich automatisch die üblichen PV-Anlagen ab, erläutert Reinhard Loch, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, im Gespräch mit unserer Redaktion. „PV Anlagen werden nicht so gebaut, geschaltet und vertrieben, dass sie auch eine Notstrom- oder Ersatzstromversorgung sicherstellen können. Die Standard-Anlagen können das alle nicht. Eine PV-Anlage ist immer so gebaut, dass sie sich abschaltet, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Und so muss sie auch gebaut sein“, sagt Loch und erläutert, warum das so ist.”

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Möglicherweise ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Proteste der “letzten Generation” Todesopfer fordern. In Berlin geriet eine Radfahrerin unter einen Zementmischer. Die schwerverletzte Frau konnte nicht geborgen werden, weil ein Rettungsfahrzeug im Stau feststeckte, ausgelöst durch die Aktivisten. Der Münchener Merkur berichtete:

“”Spätestens jetzt sollte man sich mal vom Märchen des harmlosen Protests verabschieden“, meinte Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft: „Wer Verkehrswege blockiert, (…) nimmt auch bewusst in Kauf, dass Menschen in Not länger auf Hilfe von Polizei und Feuerwehr warten müssen.“ Gewerkschafts-Landesvize Boris Biedermann ergänzte: „Das hat nichts mehr mit Klimaschutz zu tun.“”

Einer, der die Aktivisten unterstützt ist Tadzio Müller. Wir berichteten über radikalen Müller im November 2021 als er dem Spiegel ein Interview gab. Der hatte laut Focus gleich den passenden Kommentar zu dem Unfall: “Shit happens”.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

Seinen respektlosen Tweet ohne jegliche Empathie löschte er danach allerdings, nicht allerdings ohne die Aufmerksamkeit für eine Bettelei zu nutzen, er sei mal wieder knapp bei Kasse und brauche dringend wieder Spenden.

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Die Welt interviewt Jürgen Trittin. Leider, leider so möchte man sagen, kommt die Kugel Eis nicht dran. Eas für eine verpasste Chance. Das Interview hat eine Bezahlschranke. Trittin scheint festentschlossen im politischen Herbst seines Lebens, sich nicht mehr in die Suppe spucken zu lassen und zieht kräftig vom Leder in Sachen Kernenergie. Die taz hat einen Artikel aus 1999 passend dazu. Wer sich noch einmal in Erinnerung rufen möchte, wer damals so stark auf Erdgas gesetzt hat, der sollte den lesen. Die Grünen haben seinerzeit den Grundstein für die Gasabhängigkeit gelegt.

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Fast nahtlos geht der Übergang von Titus Rebhann (Grüne) und enger Mitarbeiter von Annalena Baerbock bzw. Oliver Krischer zum Unternehmen RWE. Rebhann soll das Hauptstadtbüro von RWE leiten. Das berichtet der Spiegel.

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Die WDR-Sendung Monitor bleibt sich treu. Die Blackout-Angst wird instrumentalisiert, so das TV-Magazin. In erster Linie von den Rechten. Es nützt daneben auch den Herstellern von Notstrom-Aggregaten. So könnte man eine der Kernaussagen aus einer 10-minütigen Sendung zusammenfassen. Immerhin, Monitor interviewte Netzbetreiber, die nicht davon ausgehen, dass es zu Blackouts kommt. Was die Sendung allerdings verschweigt: Es werden je Menge Kohlekraftwerke wieder ins Netz gebracht. Und spätestens, wenn am 15.04.2022 die letzten drei Kernkraftwerke außer Dienst gehen, wird noch mehr Leistung benötigt. Mal schauen, wie die Situation dann ist.

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Die Deutsche Umwelthilfe DUH immer wieder mit einem erstaunlichen Spagat. Obwohl Holzverbrennung erwiesenermaßen schädlich ist, promotet die DUH immer Öfen mit Clean Heat und dem Blauen Engel. Offenbar will man sich die Erlösquelle Abmahnung nicht verbauen, wenn in Kommunen die Luftqualität schlecht ist – wegen der Öfen, auch der mit Gelben Engel. Eine schier unerschöpfliche Quelle von Einnahmen, wenn man sich den Markt selber schafft.

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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In Kalifornien ist die weltgrößte Batterie an Netz gegangen. Das berichtet t3n.

Nur knapp ein Jahr hat es gedauert, das Großprojekt mit einer Leistung von 350 Megawatt und einem Energieinhalt von 1.400 Megawattstunden zu errichten. Es belegt über 800 Hektar Land in der Wüste westlich von Blythe in Riverside County im südöstlichen Teil des US-Bundesstaats Kalifornien. Riverside County schließt sich direkt östlich an das Stadtgebiet von Los Angeles an.

Gebaut wurde Crimson Storage von Canadian Solar, die auch die Batteriespeichersysteme lieferten. Axium Infrastructure und der Solar- und Speicherentwickler Recurrent Energy werden die langfristigen Eigentümer und Betreiber von Crimson Storage sein. Der Strom ist bereits verkauft. Langfristige Verträge mit lokalen Energieversorgern konnten abgeschlossen werden.

Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entsteht auf öffentlichen Grundstücken unter Verwaltung des Bureau of Land Management, der staatlichen Liegenschaftsverwaltung. Der nun fertiggestellte Speicherbereich ist nur ein Teil des Gesamtprojekts.

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2014 baute Greenpeace im indischen Dorf Dharnai eine Versorgung mit Solarstrom auf und sprach von einer „echten Zeitenwende“. Acht Jahre später ist das Experiment spektakulär gescheitert, wie Alex Reichmuth im Nebelspalter zeigt.

Die ernüchternden Erfahrungen eines indischen Dorfes mit «falschem Strom»

Im Sommer 2014 besuchte Nitish Kumar, Ministerpräsident des indischen Bundesstaates Bihar, das Dorf Dharnai. Er weihte dort eine Solarstrom-Versorgung ein. Auf die Dächer des Dorfes, das bislang ohne Elektrizität auskommen musste, waren Fotovoltaik-Anlagen geschraubt worden, die nun 400 Haushalte, 50 Gewerbebetriebe, 60 Strassenlaternen, zwei Schulen und ein Krankenhaus mit Strom beliefern sollten.

Weiterlesen im Nebelspalter

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Fracking

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Anmerkung zum Blog vom 01. 11. 22. In einem Bericht geht es um Fracking. Der Bundesfinanzminister Christian Lindner fordert den Einsatz von Fracking, um Schiefergas in Norddeutschland zu gewinnen. Die vorhandene Gasmenge würde Deutschland für Jahrzehnte unabhängig machen. Kürzlich wurde in den Nachrichten über die Forderung von Christian Lindner berichtet. Dabei wurde, wie im Artikel im Blog, erklärt, dass ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in die Schieferschichten gepresst wird, um das Gas aus den Gesteinsschichten herauszulösen. Diese Meldung löst sicherlich bei vielen Menschen Angst aus, denn „Chemikalien“ hört sich stets als äußerst giftig und hoch gefährlich an. Doch die Abstufung von Chemikalien reicht von „sehr gefährlich“ bis „absolut harmlos“. Genaugenommen ist auch Wasser eine Chemikalie, ein Stoff, welcher aus chemischen Elementen besteht.

Die Giftigkeit der Chemikalien, welche beim Fracking eingesetzt werden, ist zumindest heute im eher harmlosen Bereich einzuordnen. Diese Chemikalien sind etwa so giftig wie Geschirrspülmittel. Es gibt sogar Verfahren, die auf den Einsatz von Chemikalien komplett verzichten, es wird einfach Wasser und Sand genutzt.

Doch selbst wenn Chemikalien eingesetzt werden, besteht hier in Norddeutschland keine Gefahr für das Grundwasser. Die geologischen Verhältnisse sind sehr günstig, dass zwischen Schiefergestein und Grundwasser etliche 100 m liegen.

Deshalb ist es absolut nicht verständlich, dass sich die Grünen so sehr gegen das Fracking verweigern. Sie haben auch nichts dagegen, Erdgas aus anderen Regionen der Welt zu importieren, auch wenn dort die Verhältnisse nicht so günstig und mit größeren Umweltgefahren verbunden sind.

Das Fracking in Deutschland hätte schon vor Monaten, kurz nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, eingeleitet werden sollen. Dann wäre die Entwicklung heute sicherlich ein ganzes Stück weiter und die Förderung näher herangerückt. Und vielleicht wäre der Erdgaspreis aufgrund der zu erwartenden Fördermengen nicht so in die Höhe gestiegen, wie es jetzt geschehen ist.

Viele Grüße
Dipl. Ing. Martin Krohn