Der Nabu ahnt was

Immerhin ein Naturschutzverband, der sich Gedanken um die Auswirkungen der Pläne der Bundesregierung zum Ausbau der Windkraft macht. Landschaftsschutzgebiete sollen zukünftig bei der Suche nach Flächen einbezogen werden. Das berichtet das Handelsblatt.

“Der Umweltverband Nabu hat die Bundesregierung davor gewarnt, beim Ausbau der Windkraft Naturschutzstandards zu senken. Der Nabu nahm Bezug auf einen Entwurf des Umweltministeriums zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Der Entwurf plane Erleichterungen, um Ausnahmen vom Artenschutz zu erleichtern, kritisierte der Nabu am Mittwoch. „Das bedeutet, dass der Tod des einzelnen Tieres in Kauf genommen wird.“”

Das vom Nabu angesprochene Tötungsverbot ist EU-Recht. Wie die Bundesregierung daran vorbeikommen will, das dürfte spannend werden.

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Au Weiha. Katja Diehl, Autokritikerin und Buchautorin, wird den Verkehrsminister Wissing von der FDP treffen. Im Vorfeld fragte Diehl ihre Anhänger, was sie Wissing mitteilen soll. Diehl veröffentlichte nur kurze Zeit nach Amoktat am Breitscheidplatz in Berlin mit einer Toten und mehreren Schwerverletzten einen Vorschlag ihrer Fans auf Twitter. Natürlich als Zitat, aber es macht dennoch fassungslos, dass sie so etwas überhaupt publiziert. Sowohl der Krieg in der Ukraine als auch dieser Amoklauf werden zum Anlass genommen, ein Tempolimit zu fordern. In diesem Fall sogar per technischer Zwangsmaßnahme (Geofencing). Ob der Amokfahrer sich von seiner Tat hätte abhalten lassen, wenn dort eine Meldung auf das Smartphone gekommen wäre, er möge bitte die Geschwindigkeit einhalten?

(Abbildung: Screenshot Twitter)

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Martin Schlumpf betrachtet auf seinem Blog das Thema Landwirtschaft und Fläche.

“Seit 2000 aber nimmt die weltweite Agrarfläche langsam ab. Trotzdem geht dieser überraschende Rückgang einher mit einer landwirtschaftlichen Produktion, die in letzter Zeit sogar noch verstärkt zugenommen hat. Das zeigt die nächste Grafik für den Zeitraum der letzten sechzig Jahre.

Wiederum gestützt auf FAO-Daten, sieht man hier die Abkoppelung des Landverbrauchs von der landwirtschaftlichen Produktion: Mit einer eigenen Skala auf der linken Seite ist grün der Landverbrauch in Milliarden Hektaren angegeben. Und goldbraun mit eigener Skala rechts kann der Ertrag in Billionen inflationsbereinigten Dollar abgelesen werden. Nach ihrem «Peak» im Jahr 2000 hat die Landwirtschaftsfläche bis 2018 um rund 800’000 Quadratkilometer abgenommen, das entspricht gut der zweifachen Fläche von Deutschland. In der gleichen Zeit ist die Produktion von 2,7 auf 3,9 Billionen gestiegen. Das ist ein Plus von 44 Prozent.”

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“Kohlekraftwerke töten”

Das sagt ein Anwalt, der Aktivisten der letzten Generation verteidigt. Im Interview mit der Welt (Bezahlschranke) lässt der Jurist Christian Mertens eine ganz eigenartige Sicht auf die Aktionen der Aktivisten erkennen. Der Zweck heiligt demnach die Mittel. Die Rechtsprechung soll sich gefälligst mal anpassen. Die Argumentation erinnert etwas an düstere Zeiten, wo einer kleinen Gruppe von Menschen auch jedes Mittel recht war, um ihre politischen Vorstellungen durchzusetzen. Sie fühlten sich genauso im Recht und sahen ihre Taten als Notwehr gegen den Staat an. Was macht Mertens wohl, wenn erste Menschen sterben wegen der Aktionen?

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In Kürze beginnt die Schmelzsaison in der Arktis, denn auf der Nordhalbkugel ist es Sommer. Da lohnt ein Blick auf die Copernicus-Daten um Meereis in der Arktis. Demnach lag der Mai 2022 dicht am durchschnittlichen Wert 1991-2020.

(Abbildung: Screenshot Copernicus.eu)

“The monthly average Arctic sea ice extent in May 2022 reached 13.0 million km2, which is very close to the average extent in May for the 1991-2020 period. The May extent continues a series of relatively small anomalies observed since July 2021, with values well above the record minima from the past decade. The lowest May extent occurred in 2016, with a value of about 7% below the 1991-2020 average.”

Anders das Bild für die Antarktis.

(Abbildung: Screenshot Copernicus.eu)

“In May 2022, Antarctic sea ice extent reached 9.8 million km2 on average, .9 million km2 (8%) below the 1991-2020 average for May. The monthly extent for May ranked 6th lowest in the 44-year satellite record. This is in contrast with the small positive anomaly recorded a year earlier, in May 2021. The value for May 2022 was close to that recorded for May 2018, which fell within a 3-year period (2017-2019) of markedly below-average extents. The two lowest May extents occurred in 1981 and 2019, with values around 13% below the 1991-2020 average.”

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Finanzminister Lindner will eine Debatte um die Kernenergie. Ob das 6 Monate vor dem Abschalten der letzten 3 Kernkraftwerke noch sinnvoll ist? Es berichtet die Tagesschau.

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Das EU-Parlament stimmt für ein Aus der Verbrennermotoren ab 2035. Ein Bericht beim MDR kann man entnehmen, dass auch synthetische Kraftstoffe verboten werden sollen. Wer die Abläufe in der EU kennt, der weiß, dass die Nagelprobe noch bevorsteht. Die Staaten der EU müssen dem noch zustimmen. Zudem geht es nur um die Neuzulassung von Fahrzeugen, nicht um den Bestand. Autohersteller außerhalb der EU werden sich freuen, wenn dieses Verbot kommt. Sie werden Märkte, in denen es aus verschiedenen Gründen weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennermotoren geben wird, dann für sich allein haben.

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Forscher der Stanford Univercity rechnen in einer Studie mit mehr Atommüll, der durch Small Modular Reactors (SMR) entstehen wird.

“Die neuen Kühlverfahren versprechen zwar einerseits mehr Sicherheit. Auch sie sorgen aber für Probleme bei der Entsorgung. Denn teilweise kommen chemische Mittel zum Einsatz, für die es bisher noch keine groß angelegte fachgerechte Entsorgung gibt. Die Müllproblematik wird dadurch potenziert. Die Forscher haben zudem herausgefunden, dass der produzierte Atommüll auch eine deutlich höhere Konzentration an hochradioaktiven Nukliden mit sich bringt. Die heute gängigen Castorbehälter dürften daher für den Transport nicht mehr ausreichend sein. Stattdessen müssten aufwändig neue Transportverfahren entwickelt werden. Das Ergebnis der Studie ist daher eindeutig: SMR-Kraftwerke produzieren bis zu 30 mal mehr Volumen an Atommüll. Dieser lässt sich zudem noch schwieriger entsorgen als ohnehin schon. Aus Sicht der Forscher stellen die kleinen Nuklearreaktoren daher keine sinnvolle Form der Stromerzeugung dar. Letztlich entscheidet über den Bau aber natürlich die Politik.”

Ganzen Beitrag auf Trends der Zukunft lesen.

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Studie: Stopp aller Emissionen würde globale Erwärmung zunächst beschleunigen. Der Deutschlandfunk berichtet über eine Simulation, was passieren würde, wenn sofort alle Emissionen gestoppt werden.

“Grund sei, dass die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas auch einen Kühlungseffekt habe. Denn der Feinstaub, der dabei entstehe, reflektiere einen Teil des Sonnenlichts, das auf die Erde fällt. Auf der anderen Seite erhöhe er den Treibhauseffekt, weil die Wärme, die die Erde erreicht, nicht mehr entweichen kann. Dieser Treibhauseffekt nimmt nur allmählich ab, weil vor allem Kohlendioxid nur langsam in der Atmosphäre abgebaut wird. Der Kühlungseffekt fiele allerdings sofort weg, wenn alle Emissionen gestoppt würden. Deshalb würden der Studie zufolge die Temperaturen auf der Erde zunächst schneller als bisher steigen und erst mittel- und langfristig sinken.”

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Es wird schon immer schräger. Der Daily Mirror prognostiziert für das Vereinigte Königreich eine ”Mini-Heatwave”. Gemeint sind Temperaturen von 24 Grad in den nächsten Tagen. Früher nannte man es Sommer.

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Und dann war da noch Uwe Welteke-Fabricius, der im Tagesspiegel Background für Biogas trommelt. Was allerdings verwundert, das ist die Aussage, dass Stroh nur zu einem kleinen Teil thermisch genutzt wird.

“Vielleicht aber kann die Energiewende-Politik auch gar nicht glauben, was ihr da angeboten wird. In manchen Punkten klingt es eigentlich zu schön, um wahr zu sein: Landwirtschaftliche Reststoffe enthalten große ungenutzte Biogaspotenziale. Allein schon der Getreideanbau für Trog oder Brot bringt massenhaft Stroh hervor, das bisher nur zum kleinsten Teil energetisch genutzt wird.”

Psst Herr Welteke-Fabricius, das Stroh wird massenhaft in der Tierhaltung (u.a. Kühe, Schweine, Pferde) benutzt als Einstreu für die Ställe. Da bleibt nicht viel übrig für die energetische Nutzung. Aber, er hat dann noch eine zündende Idee. Und weil die so gut ist, will er Subventionen dafür haben.

“Unglaublich, aber wahr: Bei derzeitigen Gaspreisen kostet das den Klima- und Energiewendetopf nahezu nichts. Das Einzige, was am Durchbruch fehlt, ist eine mittelfristige Sicherheit für Investitionen in die Technologie, so wie sie das EEG für Wind- und Solarenergie bietet. Diese Sicherheit benötigen die Banken für die vielen, aber schwach kapitalisierten Landwirte, KMU und Stadtwerke-Töchter als wesentliche Akteure der Branche.

Wind und Solar machen es offenbar vor, warum soll man daher nicht auch Geld fordern? Da das aber als Überschrift vielleicht etwas plump klingt, lautet die besser:

“Bioenergie als Ersatz für russisches Gas”.

Die Katze wird dann erst später aus dem Sack gelassen.