Der Fahrstuhl, der nach oben fährt, der fährt auch wieder runter

Deutschland am 26.04.2021, einmal um 16:14 Uhr, wenig Windkraft aber die Sonne scheint. Die grünen Stromquellen kommen auf 59% Anteil bei der Erzeugung von Strom. Aber dann geht die Sonne unter, um 20:35 Uhr war der Sonnenstromanteil stark geschrumpft. Der Wind spielte kaum eine Rolle, er trug gerade einmal 5 GW Leistung bei, was etwa 8% der Kapazität entspricht. Die Ehre der Grünen Stromquellen hält Biomasse hoch, also in erster Linie Biogas, außerdem noch Pumpspeicherwerke.

(Abbildungen: Screenshots Electricitymap.org)

Diese Werte zeigen ein weiteres Mal, wo die Probleme liegen. Einfaches Skalieren löst es bei Solar nicht. Nachts wird auch in Zukunft keine Sonne scheinen. Wind hätte theoretisch das Potential 57 GW zu liefern, es waren aber wie gesagt nur 8% der installieren Leistung verfügbar. Anders gerechnet um die zum Zeitpunkt 20:35 wären fast die installierte Wind-Leistung bei 100% Ausbeute für Deutschland nötig, wenn man keine anderen Stromquellen einsetzen würde. Wäre der Wind aber ähnlich schwach wie am Betrachtungstag, müsste man die Kapazität um den Faktor 12 zu erhöhen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass neuere Windkraftanlage mehr Leistung haben als alte Anlagen, dann kommt man immer noch auf ca. 300.000 Windkraftanlagen, also etwa Faktor 10.

In einem Land wie Deutschland mit einer Fläche von 360.000 km2 bedeutet es fast eine Anlage pro km2. Zieht man bebaute Flächen, Flüsse und Seen ab, dürfte es eng werden. Wir haben hier auch mehrfach auf das dann darauf folgende Problem hingewiesen. Bläst der Wind, dann dürfte Deutschland bei so einer Leistung seine Netze sehr schnell an die Grenzen bringen. So viel überschüssiger Strom wird uns dann niemand mehr abnehmen. Ohne Speicher wird es nicht gehen.

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Derweil rechnet Agora Energiewende vor, wie Deutschland schon im Jahr 2045 klimaneutral sein könnte. Der Kohleausstieg soll danach bereits 2030 erfolgen, 2040 soll Erdgas durch Wasserstoff ersetzt sein. Erreicht werden soll das durch u. a. noch mehr Windkraft. Die Rechnung, was das an Fläche für Windkraftanlagen bedeutet, haben wir ja eben schon mal aufgemacht.

Wasserstoff soll es demnach also richten. Bei den aktuellen Strompreisen, die unter anderem auch deshalb entstehen, weil sich Deutschland wegen der unsteten Stromquellen eine doppelte Infrastruktur leisten muss, dürfte eine solche Produktion bedingt durch die Wirkungsgradverluste bei der Wasserstoffherstellung in erster Linie sehr teuer werden.

Für Wind sieht die Agorastudie eine ca. Verdreifachung der Kapazität vor, bei Photovoltaik eine Erhöhung um den Faktor 8 gegenüber heute. Ein jeder schaue sich gern einmal die Ausbeute am 26.04.2021 oben an um 20:35 und multipliziere die Werte entsprechend. Wind hätte dann bei einem vergleichbaren Wetter eine Leistung von ca. 15 GW, Photovoltaik mit den letzten Sonnenstrahlen ca. 10 GW, ehe es auf Null geht. Was geschieht mit der Differenz zu den an dem Tag benötigten 57 GW? Soll das alles durch Wasserstoff erzeugt werden? Ohne CO2 Abscheidung wird laut Agora nicht gehen. Weiterlesen bei Energate-Messanger.

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Wir nähern uns so langsam dem arktischen Sommer, damit einhergeht auch die Eisschmelze. Auf den täglichen Karten von Polarpotal.dk sieht man das einsetzende Tauen an der Westküste Grönlands. Wir werden sicherlich nicht lange warten müssen auf Bilder von Schmelzwasser, das auf Eis steht und auf dem Hundeschlitten fahren. Das machen die Grönländer eigentlich zu bestimmten Zeiten immer, aber zum Bild des Menschen passt es einfach, dass es auf Grönland immer sehr kalt ist und immer viel schneit.

Natürlich hat die Insel auch Jahreszeiten, genauso wie Sibirien. Auch da sind dann viele erschrocken, wenn der kurze Sommer Einzug hält. Für spektakuläre Bilder reicht es allemal und für die Forderung nach mehr Windkraft in Deutschland, damit es auch immer Sommer wieder unter Null Grad Celsius in Sibirien werden ohnehin.

(Abbildung: Screenshot Polarportal.dk)

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Focus am 17.4.2021:

„Die Grünen sind nach wie vor eher eine Verbots- und Verzichtspartei“

Der Meinungsforscher und Soziologe Manfred Güllner über eine grüne Kanzlerschaft, die Fehler der anderen Parteien und die Sorge vor einer Ökodiktatur.

Und plötzlich stand da so ein Typ mit verwuschelten Haaren, Dackelblick, Schlabberpulli – und alles war anders. Dr. Robert Habeck, Philosoph, Schriftsteller, war gerade zum Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt – und schon begann ein aus grüner Sicht phänomenaler Aufstieg. Erst gewann er zusammen mit der Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock nahezu jede Landtagswahl. Dann: Heldenstatus, auf einer Ebene mit Joschka. Mehr geht nicht. Oder doch?

Weiterlesen auf Focus

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Ein Ingenieurbüro mit Schwerpunkt Windkraft möchte einen Ornithologen einstellen. Bitte nicht schmunzeln! Stellenausschreibung auf Stepstone.de

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British Antarctic Survey am 19.4.2021:

End of giant iceberg A-68

The mission to determine the impact of the giant A-68a iceberg on the important marine ecosystem of sub-Antarctic South Georgia is a success according to a team of researchers and engineers, from British Antarctic Survey (BAS) and National Oceanography Centre (NOC). This week (Monday 19 April) the U.S National Ice Center declared ‚the end‘ of the A68 iceberg, because its fragments are now too small to track. This coincides with the return of the mission ship to Southampton in the UK last week (13 April).

The team are piloting two submersible robotic gliders deployed in mid-February from the NOC-operated research ship RRS James Cook. The gliders named ‚Doombar—405‘ and ‚HSB—439‘, were launched into the water some 200kms offshore from South Georgia. Their mission was to monitor the effects of the melting of the ‚mega-berg‘ on the ecosystem.

Dr. Alexander Brearley, an oceanographer at BAS, who is co-leading piloting of the gliders, says: „The experiment has provided us with a unique opportunity to understand the impact of a melting and fragmenting iceberg on the both physical properties and ecosystem of the Southern Ocean around South Georgia. Our highly-equipped autonomous vehicles have allowed us to take measurements closer to the icebergs than our research ship could safely manage, giving us new insights into how iceberg meltwater and the mineral dust it carries affects both ocean circulation and productivity of the ecosystem.“

The mission was a high risk as gliders are not usually deployed so near icebergs. After a few days, 405 was overtaken by an iceberg and spent two weeks stuck under the ice. However, it extracted itself and was piloted to look at the downstream effects of the iceberg on the most biologically productive regions north of the island. Unfortunately, the team lost connection with the second glider 439, in late February, but are cautiously optimistic that it may re-appear.

BAS oceanographer Dr. Povl Abrahamsen, was the mission leader on board the ship. He says: „We had a short time window to complete this mission, especially when the decline of the iceberg has been so rapid. Whilst risky, we are delighted with the data we have received so far. I’m looking forward to seeing the full-resolution data, when we retrieve the gliders in late May.“

The A-68, which covered an area of nearly 6,000 sq km (2,300 sq miles), broke away as a huge iceberg from Antarctica’s Larsen C Ice Shelf in 2017. Over the last few months it has been close to South Georgia, where it shattered into countless smaller icebergs.

Data collected on seawater salinity, temperature, and chlorophyll will help the team understand the impact of extremely cold freshwater from the melting ice into a region of the ocean that sustains colonies of penguins, seals and whales. These waters are also home to some of the most sustainably managed fisheries in the world.

Professor Geraint Tarling, an ecologist at British Antarctic Survey, says: „The threat posed by the A-68a mega-berg to the South Georgia ecosystem was substantial given its sheer size and potential to disrupt all parts of the food web. The glider mission allowed us to obtain unique insights into how the marine environment was affected. The extremely strong currents around South Georgia ultimately came to the island’s rescue in diverting the iceberg away from a catastrophic coastal collision. We are now eager to analyse the data to assess how the natural balance of the South Georgia ecosystem was affected by the trail of meltwater and nutrients left in the iceberg’s wake.“

Maaten Furlong, head of the Marine Autonomous & Robotics Systems Group at the NOC, says: „At the National Oceanography Centre, we are immensely proud to have supported this expedition by deploying our gliders to the A-68 iceberg and successfully delivering the science in this challenging region. From NOC’s rapid response in preparing two National Marine Equipment Pool gliders at short notice to the collaboration with the BAS team on this highly complex science campaign, the success of this expedition is a testament to the professionalism and flexibility of all involved.“

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Woran merkt man, dass die Energiewende alles sehr viel teurer machen wird? Heute.at am 25.4.2021:

Klimaforscher fordert einen Tank-Bonus für Ärmere

Ein für Österreich angedachte Treibstoff-Teuerung sorgte am Sonntag für Aufregung. Ein Klimaforscher unterstützt dies, allerdings mit einer Auflage.

Der deutsche Klimaforscher Mojib Latif hält den österreichischen Plan, notfalls beim Verfehlen der Klimaschutzziele auch die Mineralölsteuer automatisch um bis zu 50 Prozent stark anzuheben und damit Benzin und Diesel drastisch zu verteuern, für notwendig. Allerdings mit einem Aber: „Wir müssen aufpassen, dass wir da keine soziale Schieflage bekommen, sagt der renommierte Forscher am Sonntagabend in der ORF-„ZiB 2“ bei Moderator Martin Thür.

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DWN am 17.4.2021:

Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

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Youtube:

Last Chance Tourismus: Der Arktis beim Schmelzen zusehen | quer vom BR