Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto darf in Serbien offenbar kein Lithium mehr abbauen

Die Deutsche Welle interviewte im Dezember 2021 den Energie-Experten Professor Harald Schwarz (BTU Cottbus) zu einem möglichen Blackout in Deutschland. Aus dem Infotext des Videos:

“Trinkwasser ist nicht mehr verfügbar, der Krankenhausbetrieb bricht zusammen, Menschen kommen nicht an ihr Geld – die verheerenden Folgen eines längeren und flächendeckenden Stromausfalls sind Stoff von Büchern und Filmen. Aber wie realistisch ist so ein Szenario?
„Es war kurz vor der Angst“, sagt Energie-Experte Prof. Harald Schwarz über den letzten schweren Störfall im Januar 2021 in Europa – und erklärt, warum die Stromversorgung in Zukunft in Deutschland nicht unbedingt jederzeit gesichert ist.”

Schwarz bei 09:40

“Wir betreiben eine Energiewende, die jenseits der physikalischen Grundregeln abläuft. Und das wird uns irgendwann, wahrscheinlich zeitnah, auf die Füße fallen.”

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Das Handelsblatt thematisiert anhand des Beispiels eines Stahlwerks die Problematik zukünftiger Energiebedarfe und wie diese gedeckt werden sollen:

“Die Dimensionen sind gewaltig: 4,3 Terawattstunden Strom verbraucht das größte Stahlwerk Europas derzeit. Am Standort Duisburg produziert Thyssen-Krupp Steel aktuell noch mit Kohle. Künftig wird die gleiche Produktion rund 46 Terawattstunden verbrauchen – etwa viereinhalb mal so viel wie die Stadt Hamburg. Doch nur 8,5 Terawattstunden davon werden in Duisburg verwendet, mit weiteren 37 Terawattstunden muss der benötigte Wasserstoff hergestellt werden.”

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Hier in Teilen das Transkript zu dem berichteten Interview von Professor Volker Quaschning mit der Deutschen Welle zum Thema Kernenergie, damit sich jeder ein Bild des Gesagten machen kann.

Frage:

“Talking about nuclear power. The nuclear proponents say nuclear is nearly CO2 free and reliable and scalable. Shouldn’t it be at least part of the solution in the fight against climate change especially for an industrialized nation like Germany?”
 
 Antwort:  
 
 “Yeah, we know that we need for most wind power and solar power for cover our future electricity and energy demand. And these technologies they are fluctuating so we have fluctuations in the energy supply and nuclear power is not a very good option to cover the remaining energy supply.”
 
 Frage:  
 
 “Why not?”
 
 Antwort:  
 
 “They are produced to produce electricity all over the day continuously and that is not possible in the future energy supply with a high share of solar and wind power for that nuclear power is no option. And nuclear power is expensive. So it is really expensive….”

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Der deutsche Maschinenbauer Voith will nach Angaben von n-tv zukünftig beim Geschäft um die Klimaneutralität eine Rolle spielen. Potential sieht der Geschäftsführer Haag in der Wasserkraft, vor allem in China und den USA. Außerdem im Bereich Papier, weil mehr und mehr Kunststoff durch Papier ersetzt wird. Das Gespräch mit Haag ist als Podcast nachzuhören, unter anderem bei Spotify.

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Deutschland hat laut Zeit seine Stellungnahme zur geplanten EU-Taxonomie abgegeben mit einem eindeutigem Jein.

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Am 12.1.2022 erschien in diesem Blog ein Beitrag zur globalen Temperaturstatistik von Copernicus. Hier eine korrigierte Fassung:

Die Europäische Wetterbehörde ECMWF gab kürzlich Daten zum Monat Dezember 2021 heraus:

“December 2021 saw a notable temperature contrast across Europe, with warm conditions in the west and south and cold conditions centred in the northeast. Europe had its coldest December since 2012, although several countries experienced record-breaking warmth at the end of the month. North America saw a large temperature difference between a warmer-than-average USA and a colder-then-average central and western Canada.”

Die Seite wartet mit vielen Diagrammen auf. Die Wetterbehörde verwendet den derzeit gültigen Referenzzeitraum 1991-2020, bietet aber auch die Möglichkeit eines Vergleichs mit der Periode 1981-2010 zu. Es gibt auch einen Teil mit Daten zum dem abgelaufenen Jahr 2021.

(Abbildung: Screenshot copernicus.eu)

Das ZDF-Heute-Journal berichtete am 10.01.2022 über die Copernicus-Daten. Allerdings sieht da die Karte anders aus, mit kräftigeren Farben. Aber auch diese Karte stammt von Copernicus, nämlich aus der Pressemitteilung.

(Abbildung: ZDF-Mediathek)

Leider verdeckt Meteorologe Özden Terli die meiste Zeit die Temperatur-Legende der Grafik. Im Original der Pressemitteilung sieht man, dass es keine äquidistanten Farbstufen sind, sondern es zunächst mit einem 0,5°C-Schritt beginnt, dann mit 1,0- und 2,0°C-Schritten weitergeht. Dies hätte das ZDF mit den entsprechenden Zahlen an der Legende deutlich machen müssen. Den Mainzern unterläuft zudem ein blöder Tippfehler. Statt -7°C steht beim dunkelblau in der Temperaturlegende ganz unten fälschlicherweise +7°C.

(Abbildung: Copernicus-Pressemitteilung)

Dramatischer geht es bei Scott Duncan zu. Er ist Meteorologe und kommt aus Schottland. Sein Kniff: Einfach eine alte Referenzperiode 1981-2010 nehmen und reichlich die Farbe Rot, denn sie steht ja für Feuer. Die Erde ist gewissermaßen verglüht im letzten Jahr.

(Abbildung Screenshot Twitter)

Änderungs-Hinweis (23.1.2022): In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir fälschlicherweise angenommen, dass die im Heute Journal gezeigte Kartenversion vom ZDF erstellt worden sei. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Grundkarte stammt aus der Pressemitteilung von Copernicus. Weshalb Copernicus zwei verschiedene Versionen der Karte anbietet, ist unklar. Insofern war die Vermutung, dass das ZDF die Farben verändert haben könnte, nicht zutreffend. Für die Konfusion bitten wir um Entschuldigung. Allerdings hat das ZDF die Legende offenbar verändert, wobei ein Vorzeichen-Fehler am kalten Ende der Legende unterlaufen ist. Außerdem wurden die nicht äquidistanten Zahlen der Farbstufen ausgelassen. Weiterer Hinweis: Der Beitrag stammt von Kalte-Sonne-Redaktionsmitgliedern und wurde nicht von Fritz Vahrenholt geschrieben.

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Trends der Zukunft am 1.1.2022:

Tschernobyl bald entseucht? Start-up testet neues System gegen Radioaktivität

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NZZ am 21.1.2022:

Spiel, Satz und Lizenzentzug: Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto darf in Serbien kein Lithium mehr abbauen

Seit einigen Monaten haben sich die Proteste gegen eine Lithium-Mine in Serbien verstärkt. Jetzt zieht Belgrad den Stecker. Für den Branchengiganten Rio Tinto ist dies ein weiterer Rückschlag.

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Welt.de am 13.1.2022:

BRODER ÜBER HABECKS PLÄNE

„Glaube nicht, dass ein Land mit 80 Millionen geeignet für einen Feldversuch ist“

Zu Beginn der Bundestagssitzung am Donnerstag stellte der neue Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck seine Pläne vor. Henryk M. Broder hat ihn beobachtet und sagt, er glaube, dass Habeck jetzt „in eine Rolle hineinwächst, von der er immer geträumt hat“.

Hier das Video schauen.

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Inside Digital am 21.12.2022:

Rückkehr zu Diesel und Benziner? Der Traum vom E-Auto platzt schon in wenigen Jahren

Das E-Auto sollte Benziner und Diesel ablösen. Es gilt als zukunftsweisend und umweltfreundlich. Doch es kommen immer mehr Zweifel auf. Hinzu kommt ein weiteres Problem, das dem Elektroauto ein schnelleres Ende breiten könnte, als viele gedacht haben.

Weiterlesen auf Inside Digital

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Golem am 29.12.2021:

GERINGE ERFOLGSAUSSICHTEN:

Hyundai legt Wasserstoffauto-Entwicklung vielleicht auf Eis

Hyundai will die Arbeit an Brennstoffzellenautos vorerst einstellen. Der Konzern streitet das ab.

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Max-Planck-Gesellschaft im August 2021:

Starkregenprognose aus den Eifelmaaren

Sedimentbohrkerne weisen auf mehr Starkregenereignisse in Warmzeiten und weniger Klimavariabilität in Kaltzeiten hin

Zwischen dem vom Hochwasser verwüsteten Kreis Ahrweiler und den Vulkanseen in der Eifel liegen weniger als einhundert Kilometer. Genau diese Maare belegen jetzt, dass Wetterextreme künftig zunehmen könnten. Forschende der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie haben an Sedimentbohrkernen aus Maarseen und Trockenmaaren der Vulkaneifel präzise abgelesen, wie sich das Klima in Mitteleuropa während der letzten 60.000 Jahre veränderte: In Kaltzeiten schwankte das Klima weniger, Wetterextreme waren gedämpfter. In Warmzeiten hingegen gab es unter anderem extremere Niederschlagsereignisse. Dieses Ergebnis legt nahe, dass sich Mitteleuropa mit dem menschengemachten Klimawandel auf mehr Extremwetterereignisse einstellen muss.

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