Das wird ein Spaß

Es kann offenbar gar nicht schnell genug gehen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Eigentlich hat das Gericht dem Gesetzgeber noch Zeit gegeben bis 2022. Nun überschlagen sich die Akteure mit Aktionismus. Vor allem die Umweltministerin Schulze möchte für ihre Partei SPD noch retten, was zu retten ist vor der Bundestagswahl. Man fragt sich allerdings im Rückblick, was die Ministerin der Öffentlichkeit in der Vergangenheit immer so freudestrahlend erzählt hat über ihr Gesetz. Weiterlesen bei der Tagesschau und ein weiterer Artikel hier.

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Auf Twitter erklärt Andreas Eicholtz eine interessante Idee. Wie ernst meinen es die Bürger mit der Klimaneutralität?

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Wir berichteten kürzlich über den Versuch, die Wissenschaftlerin Anna Vero Wendland mittels eines Artikels bei Übermedien zu diskreditieren. Die Autorin des Artikels hat offenbar schlecht oder gar nicht recherchiert und haufenweise falsche Behauptungen aufgestellt. Ein Artikel bei Salonkolumnisten schildert den Versuch der Demontage von Wendland.

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Die US Aufsichtsbehörde NRC verlängert die Laufzeit der Kernenergie-Anlage Surry bis 2052 und 2053.

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Daniel Wetzel von der Welt rechnet vor: Das Deutschland zugewiesene CO2 Budget bis 2045 entspricht dem Output von China in 6 Monaten.

„Größere Anstrengungen zur CO2-Reduktion in Deutschland dürften auf das globale Klima allerdings keine Auswirkungen haben. Nach den Berechnungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen, die vom Verfassungsgericht übernommen wurden, muss Deutschland bis 2045 mit einem Budget von 6,7 Gigatonnen CO2 auskommen. Das ist eine Menge, wie sie von der Volksrepublik China innerhalb von sechs Monaten emittiert wird. Anders formuliert: Deutschland darf für alle Zeiten nicht mal mehr halb so viel CO2 ausstoßen wie China jetzt in einem Jahr.“

Weiterlesen hier.

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Haltet den Dieb, rief der Dieb und lief in eine andere Richtung. Das hatten wir schon einige Male. Jetzt gilt es für Claudia Kemfert. In einem Handelsblattartikel wirft sie FDP Chef Lindner vor, dass er „Taschenrechnertricks“ anwende. Immerhin scheint der FDP Chef einen zu haben… Zunächst einmal ist das offizielle Foto, das über dem Artikel steht, schon sehr interessant. Es wirkt, als könnte es direkt vor einem Steuerraum des havarierten Kernkraftwerks Tschernobyl aufgenommen worden sein. Wahrscheinlich stammt es von einem sogenannten Lost Place.

Nette Symbolik, die sie da anwendet. In der Realität werden wir wegen der großen Volatilität der Grünen Stromquellen noch sehr lange fossile Backups brauchen. Ob diese Kraftwerke aber ähnlich abgeranzt aussehen, wie auf dem Kemfert Foto, das darf bezweifelt werden.

Die Denkfehler, die Claudia Kemfert Lindner vorwirft, sind spannend. Lindner sagt sie, ignoriert einen Kerngedanken. Nun, das macht sie auch und sogar sehr konsequent. Grundlast wird mal eben für obsolet erklärt und wie man auch zukünftig Netzstabilität in Sachen Frequenz herstellen möchte, darüber schweigt sich Kemfert in der Regel aus. Physik lässt sich nicht mit Ideologie austricksen, auch wenn man es immer wieder versucht. Falsches wird durch Wiederholung nicht wahrer. Wenn man aber weiß, dass Kemfert sich bei der Energiewende mal eben um Hunderte Milliarden verrechnet hat, dann werden die Anwürfe an Lindner mehr als absurd. Auf welchen wackeligen Beinen die Berechnungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen stehen, dem Kemfert angehört, beleuchtet die monatliche Sonnenkolumne aus Mai 2021. Die Leserkommentare unter dem Kemfert Artikel beim Handelsblatt sind aufschlussreich.

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Am 10.5.2021 findet im Düsseldorfer Landtag eine Anhörung zum Klimaschutzgesetz statt. Pdfs der Gesetzentwürfe gibt es hier und hier. Als Sachverständige teilnehmen werden u.a. Prof. Dr. Horst Lüdecke und Dr. habil. Sebastian Lüning. Die schriftliche Stellungnahme von Lüning ist auf dem Portal des NRW-Landtags verfügbar (pdf).

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Klimahorror des Geomar Mittel April 2021:

Langzeitfolgen des Klimawandels – Sauerstoff im Ozean wird noch über Jahrhunderte abnehmen

Einer neuen Studie zur Folge, die heute in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications erscheint, wird der Sauerstoffgehalt in den Ozeanen selbst bei sofortigem Stopp aller CO2-Emissionen noch über Jahrhunderte hinweg abnehmen. Verantwortlich dafür, so der Autor, Prof. Dr. Andreas Oschlies, vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel seien die Verlangsamung der Ozeanzirkulation und die fortschreitende Erwärmung tieferer Wasserschichten.

Schon etwas seltsam, denn andere Institute bescheinigen den Ozeanen eine recht gute Sauerstoffversorgung:

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Björn Peters im Umwelt-Watchblog:

Die Energiewende ist gescheitert

Ich wurde immer wieder mal gefragt, warum ich behaupte, die „Energiewende“ in Deutschland sei gescheitert. Das sollte ich präzisieren.

Die Energiewende wurde 1998 mit ganz konkreten Zielen gestartet. Sie sollte ohne wesentliche Mehrkosten die Energieversorgung sauberer und umweltfreundlicher  machen, sie demokratisieren, ihren CO2-Fußabdruck verringern, die Importabhängigkeit an Energierohstoffen verringern; die Nutzung der Kernenergie sollte beendet werden, und die Herstellungskosten von Solarmodulen und Windkraftwerken deutlich verringern.

Deutschland hat tatsächlich bei Solarzellen etwa die Hälfte der Lernkurve der Welt bezahlt, das ist schon richtig. Bei Wind wird es ähnlich sein, darüber traue ich mir keine Aussage zu. Dies ist das einzige Ziel, das das EEG erreicht hat: die deutliche Reduktion der Investitionskosten bei Wind- und Solarkraftwerken.

Alle anderen Ziele wurden nicht erreicht, und ich bin der Ansicht, dass damit erstens die Energiewende tatsächlich als gescheitert betrachtet werden muss, und dass das absehbare Systemfehler sind: Die CO2-Emissionen im Stromerzeugungssektor gingen kaum zurück, während andere Sektoren nicht von der Energiewende betroffen waren. Das Ergebnis sind deutlich höhere Pro-Kopf-Emissionen als bspw. in Frankreich, wo es eine echte Energiewende gab. Das ist auch kein Wunder. Der Anteil der CO2-freien Stromversorgung ist seit 1990 mehr oder weniger konstant. Auch nach 20 Jahren EEG und einem fast vollendeten Atomausstieg liefert die Kernkraft immer noch mehr Energie ins Stromnetz als alle Solaranlagen zusammen. Mit dem vollständigen Atomausstieg in knapp zwei Jahren werden wir 50 Mio. Tonnen CO2 mehr ausstoßen – jährlich.

Weiterlesen im Umwelt-Watchblog

Und hier noch ein Vortrag von Björn Peters:

Dr. Björn Peters (Deutschland)-Die Suche nach sauberer und billiger Energie!