Das Kind nachts allein im Spielwarengeschäft

Wer hat als Kind nicht davon geträumt abends im Spielzeuggeschäft eingeschlossen zu werden und die ganze Nacht sich nach Herzens Lust auszutoben? Für Simone Peter, Lobbyistin der Windkraftindustrie, wird dieser Traum im übertragenen Sinne nun wahr. Eine neue Regierung wird ihrer Branche die Tür zum Spielzeugladen aufschließen oder soll man besser sagen die Türen zu den Tresoren mit dem Geld?

In einem Interview bei Klimareporter zeigt Peter, dass Physik für Sie keine Rolle spielt, und gleichzeitig schielt sie ganz ungeniert nach noch viel mehr Subventionen. Sie nennt es nur halt Förderregime und das soll möglichst lange andauern, auch gern über die 20 Jahre, die momentan im Regelfall gelten, hinaus. Auch sonst zeigt sich ein erschreckendes Maß an Naivität und Schlichtheit im Denken während des Interviews.

Große Hoffnung setzt Peter auf Biogasanlagen. Blöderweise laufen die jetzt schon oft bis zum Anschlag. Ob Deutschland jemals über die aktuell knapp 9 GW Leistung hinauskommt, ist fraglich. Wie schon mehrfach berichtet, fehlt uns zur rechnerischen Ernährung bereits heute Agrarfläche in Deutschland. Jede Umwidmung von Ackerfläche für Biomasse verlagert das Problem lediglich.

Zudem wird Biomasse, was die Flächen angeht, zukünftig mit Photovoltaik in Konkurrenz stehen. Investoren schicken sich gerade an, sich in großem Stil Ackerflächen zu sichern. Das alles blendet sie aber besser aus in dem Interview. Ob Peter den Vortrag der Wissenschaftler Gaukel und Holler zu dem Thema kennt? Vermutlich nicht.

(Abbildung. Screenshot YouTube)

Peter setzt aber auch auf Wunderspeicher, allerdings auch nur im Nebensatz. Kein Wort darüber, dass es sie im großen Maßstab noch gar nicht gibt und es auch völlig unklar ist, ob wir überhaupt genügend Rohstoffe und Geld für solche Rohstoffe haben. Es gilt das Prinzip Hoffnung und das Prinzip von noch viel mehr Subventionen.

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Die traurige Ironie der grünen Energiewende. Wie hier schon mehrfach berichtet, ist die Zerstörung von Natur, um das Klima zu retten, mittlerweile sogar Staatsziel in Deutschland. In der Welt kommentiert Axel Bojanowski die Zielkonflikte. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke.

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Die Doomsday Clock steht still. Das berichtet die Tagesschau.

“Der Gefahrenindex beurteile längst nicht mehr nur militärische Risiken wie noch in seinen Anfängen während des Kalten Krieges. „Und wenn, dann kommen sie in ganz neuen Gewändern daher“, sagt Scott Sagan von der Stanford University. Etwa beim Sturm auf das Kapitol in Washington.

„Das war fraglos ein Angriff auf die Demokratie“, sagt Sagan. Aber eben noch mehr: Vizepräsident Pence, auf den es die aufgebrachten Trump-Anhänger abgesehen hatten, sei immerhin die Nummer zwei in den USA, was den Zugang zu den Nuklear-Codes betrifft.

Am sichersten war die Welt übrigens 1991: Damals stand die „Doomsday Clock“ auf 17 Minuten vor Mitternacht. Hoffnungslos sei die Lage aber auch heute nicht, so das Fazit von Pierrehumbert.”

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Was passiert mit der Gasversorgung Deutschlands im Falle eines Krieges in der Ukraine? Da Nordstream 2 (noch) gar kein Gas liefert, kann diese Pipeline auch erstmal aus der Betrachtung genommen werden. Allerdings gibt es noch zahlreiche andere Leitungen, die russisches Gas in den Westen bringen. Offenbar gibt es Planspiele, dass US-Gasförderer einspringen könnten, sollte es zu einem kompletten Stop kommen.

“Laut Berichten von Insidern hat die US-Regierung für den Fall eines Konfliktes zwischen Russland und dem Westen einen Notfallplan zur Gasversorgung Europas ausarbeiten lassen. Dazu hätten Vertreter des amerikanischen Außenministeriums US Gasproduzenten kontaktiert. Die Firmen sollen im Fall einer Unterbrechung der russischen Gaslieferungen ihre Förderkapazitäten erhöhen. Dabei wurde auch erwogen, Wartungsarbeiten an den Förderanlagen zu verschieben und die aktuelle Fördermenge so hoch wie möglich zu halten.”

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Mit den Kosten der Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken beschäftigt sich ein Artikel bei Blackout News.

“Die Kosten für vorläufig stillgelegte Kraftwerke, die sich in der Sicherheitsbereitschaft befinden, sind von 40 Millionen Euro bis zu 1,65 Milliarden Euro gestiegen. Unklar ist, ob die Kosten sich in den nächsten Jahren weiterhin erhöhen. Diese genannten Informationen hat die Bundesnetzagentur (BNA) veröffentlicht.

Die BNA genehmigt Vergütungen, welche die Stromnetzbetreiber an die Betreiber der stillgelegten Kraftwerke weitergereichen. Durch diese Vergütungen gibt es auch Auswirkungen auf den Strompreis, da man sie auf Endverbraucher mit den sogenannten Netzentgelten umlegt. Somit müssen diejenigen, die den Strom nutzen, mehr für die Sicherheitsbereitschaft zahlen.”

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Stichwort Bundesnetzagentur. Minister Habeck schlägt weitere Pflöcke ein und setzt Buddies auf wichtige Positionen. In diesem Fall geht es um Klaus Müller, Grüner und bisher Chef der Verbraucherzentralen. Er soll laut Tagesschau neuer Chef der Bundesnetzagentur werden. Ob der Volkswirt kompetent ist, das wird die Zukunft zeigen. Es wird sich zudem zeigen, wie Müller damit umgeht, wenn ihm seine Mitarbeiter mit der harten Realität konfrontieren werden. So wie in der Vergangenheit als die Bundesnetzagentur bestimmten Kraftwerken untersagte in die Stilllegung zu gehen.

Jetzt muss Habeck nur noch seinen Kollegen Wissing überzeugen, lästige Behörden wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie unter die Knute zu bekommen. Das Amt erdreistet sich laut RND nämlich, auf Zielkonflikte beim Ausbau von Offshore-Windparks hinzuweisen.

“Die Chefin der obersten maritimen Behörde wies auf zahlreiche Nutzungskonflikte hin: „Der Koalitionsvertrag sieht 10 Prozent der Fläche vor, die frei sein soll von jeglicher schädlicher Nutzungsart. 10 Prozent wären schon mal vollständig für Naturschutzgebiete reserviert.“ Außerdem würden Meeresflächen von Landwirtschaft und Militär genutzt, und es gebe die völkerrechtliche Pflicht, internationale Schifffahrtsstraßen offen zu halten. „Da gibt es Einschränkungen für die Bebauung durch Windparks.“

Mit den vorhandenen Nutzern werde es Abstimmungen geben müssen, „bis diese Ausbauziele bis 70 GW tatsächlich erreicht werden können“, sagte Kammann-Klippstein. „Da wird es auch innerhalb der Bundesregierung noch zahlreiche Diskussionen geben, was jetzt Vorrang hat, wer seine Nutzungsinteressen zurückstellen muss. Das sind politische Entscheidungen, die getroffen werden müssen.“”

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Schottland meldet eine erfolgreiche Auktion für Windkraftprojekte an seinen Küsten. Insgesamt 25 GW Leistung sollen in schottischen Gewässern zusätzlich entstehen wie BBC berichtet.

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Der Skitourismusforscher Günther Aigner hat ein neues Video erstellt. Er schreibt dazu:

Stimmt es eigentlich, dass der Winter immer später kommt? Dass also die Bildung der geschlossenen Schneedecke kalendarisch zunehmend nach hinten rückt? Anbei finden Sie ein kurzes, aber erhellendes Video mit amtlichen Messdaten der ZAMG aus Kitzbühel. Die Ergebnisse sind spektakulär und die Fotos vom schneelosen Kitzbühel im Jahr 1988 im wahrsten Sinn des Wortes „unglaublich“.

Die wichtigsten Erkenntnisse unserer Recherchen im Überblick: Im Mittel schneit es in Kitzbühel am 14. Dezember ein. Seit Messbeginn der ZAMG in Kitzbühel (Winter 1978/79) ist kein Trend in Richtung späteres Einschneien erkennbar.

Ein sehr empfehlenswertes Video. Es lohnt sich. Hier geht es zur Webseite von Zukunft Skisport, mit vielen interessanten Studien und Videos.