Dänemark: Bis 2040 nur noch Biogas statt Erdgas

Dänemark hat ambitionierte Pläne, was Biogas angeht. Laut Enformer (Energieblog von RWE) will das kleine Land seinen Gasverbrauch 2040 zu 100% mit Biogas bestreiten. Kleiner Rückblick auf die Zeit als in Deutschland den Landwirten suggeriert wurde, dass sie die neuen Ölscheichs werden. Was damals nicht bedacht wurde, das waren die Umwidmungen von Ackerflächen zu Mais-Monokulturen. Die gleichen Grünen, die den Landwirten eine goldene Zukunft versprachen, beschwerten sich anschließend über die “Vermaisung” der Landschaft. Damit geht eine Verschlechterung der Biodiversität einher. Wer hatte damals schon bedacht, dass man durch die “Vermaisung” Wildschweine quasi züchtet.

Ganz so einfach ist es mit der Steigerung der Biogas-Produktion offenbar nicht. Da wird Dänemark keine Ausnahme gegenüber Deutschland machen. Wir haben hier schon einige Male auf das Video von Christian Holler und Joachim Gaukel verwiesen. Sie rechnen für Deutschland vor, dass wir bereits heute nicht genügend Ackerfläche haben, um uns zu ernähren. Jede Umwidmung von Ackerfläche für Biomasse bedeutet, dass Fläche für Nahrungsmittel fehlt. Das Problem wird also nur ins Ausland ausgelagert. Enformer zitiert eine Studie der IGU International Gas Union:

“Die IGU schätzt, dass die nachhaltige Biomethanproduktion um das 20-fache gesteigert werden könnte. Biomethan würde dann bei einer Aufbereitung des gesamten Rohbiogases zumindest 20 Prozent der heutigen Erdgasversorgung ausmachen, was wiederum einem Anteil von etwa fünf Prozent der weltweiten Primärenergieversorgung entspräche.

Die Steigerung der Biomethanproduktion würde somit einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung leisten. Zudem hat Biomethan eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten: So kann es als Ökogas insbesondere zum Heizen verwendet werden und ist auch zur saisonalen Speicherung geeignet. Durch die Nutzung von Biomethan werden außerdem zusätzliche Investitionen in das Gasnetz oder in Endverbrauchergeräte vermieden.”

Eigentlich ist die Diskussion um mehr Biomasse exemplarisch für die Debatten im Energiebereich. Jede Form der Energieerzeugung hat Nebenfolgen. Bei einigen allerdings werden schon mal beiden Augen zugedrückt und Folgen werden ausgeblendet. Oder es werden absurde Prophezeiungen gemacht, wie die Trittinschen Eiskugel, die die Energiewende einen Haushalt im Monat kosten wird. Das betrifft auch Biogas, auch wenn diese Form bei der Stromproduktion im Gegensatz zu Wind und Sonne erstaunlich zuverlässig liefern.

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Deutschland wird seine Klimaziele 2022 und auch 2023 verfehlen. Die Welt zitiert den neuen Wirtschaftsminister Habeck. Der hält an seiner Antiatom-Ideologie weiter fest, auch wenn es den Klimazielen schadet. Allein, um die zum Ende dieses Jahres abgeschalteten Kernkraftwerke in Sachen CO2 zu kompensieren, bräuchte es 4.500 Windkraftanlagen, die zudem noch extrem schwankend in der Erzeugung von Strom sind. Es wären also 14 Windkraftanlagen, die täglich errichtet werden müssten, nur um hier einen Ausgleich zu schaffen.

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Der Focus thematisiert die Fehleinschätzung des vormaligen Wirtschaftsministeriums in Sachen Strombedarf im Jahr 2030.

“Ein bisschen hat das auch mit Ex-Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu tun, von März 2018 bis Dezember 2021 im Amt. Jahrelang war das Ministerium für Wirtschaft und Energie davon ausgegangen, dass der Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 nicht nennenswert steigen oder vielleicht sogar sinken werde. Noch diesen Januar nahm die Altmaier-Behörde basierend auf zwei externen Gutachten einen Stromverbrauch von 580 Terawattstunden im Jahr 2030 an, das ist ungefähr genauso viel wie heute.

Experten und Branchenvertreter runzelten die Stirn. „Mir erscheint das unrealistisch”, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm von der Universität Erlangen-Nürnberg im April zum „Handelsblatt”. Die Energie-Expertin Grimm sitzt in mehreren Gremien und Beiräten der Bundesregierung, unter anderem im Rat der sogenannten „Wirtschaftsweisen”. Es gebe „gute Gründe, davon auszugehen, dass der Stromverbrauch in den kommenden Jahren deutlich steigt.””

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Das MCC (Mercator Research Institut) hat eine “gute” Idee, wie man die Armut in der Welt bekämpft. Es ist eigentlich ganz einfach, der Westen zahlt. Er hat es verbockt und da ist es nur gerecht, dass nun über hohe CO2-Preise ein Ausgleich geschaffen wird. Das Ganze läuft nicht nur unter Armutsbekämpfung sondern auch Klimaschutz.

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Bei Golem analysiert Hanno Böck die Rolle der CDU/CSU in der Opposition in Sachen Klima. Zuständig dafür ist demnach Jens Spahn, der bis vor Kurzem Gesundheitsminister war.

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Prof. Dr. Andreas Luczak von der FH Kiel hat das Buch “Deutschlands Energiewende – Fakten, Mythen und Irrsinn” verfasst. Auf der Seite der FH gibt er ein Interview dazu.

“Welcher Klima-Mythos soll mit diesem Buch unbedingt aus dem Weg geräumt werden?

Einer der Mythen, die verbreitet sind, ist, dass Elektroautos bereits jetzt sehr klimafreundlich sind. Beim genaueren Hinschauen sieht man allerdings: Die Studienlage ist da gar nicht so eindeutig. Und selbst wenn eine gewisse Emissionseinsparung vorhanden wäre, ist diese in Relation zu den Mehrkosten, die Bürger für den Kauf eines Elektroautos in Kauf nehmen, und in Anbetracht der steuerfinanzierten Subventionen der Elektromobilität erschreckend gering. In der Endphase der Energiewende, ist ein Umstieg auf Elektromobilität natürlich sehr sinnvoll, aber davon sind wir bei der gegenwärtigen Klimapolitik noch etliche Jahrzehnte entfernt.

Ein weiterer Mythos besteht darin zu glauben, ein Batteriespeicher für die eigene Solarenergie sei klimafreundlich. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, da selbst erzeugter Solarstrom, den man nicht selber verbrauchen kann, problemlos die Nachbarn nutzen können und die Speicherverluste sogar Ökostrom vernichten. Trotzdem wird die Anschaffung von Speichern von Politik und den Medien immer wieder empfohlen. Die Käufer*innen denken dann, sie tun dem Klima etwas Gutes, geben dafür viel Geld aus, aber schaden dem Klima sogar durch diese Anschaffung. Dass der Staat die Speicher auch noch mit unseren Steuergeldern fördert, ärgert mich besonders.

Ähnlich ist es beim Hype um Wasserstoff. Wasserstoff wird in der Endphase der Energiewende zwar definitiv gebraucht werden. Momentan ist dies die mit Abstand teuerste Möglichkeit, Treibhausgase einzusparen. Wird für die Wasserstofferzeugung nicht ausschließlich überschüssiger Ökostrom verwendet, führt dies sogar zu einer höheren Auslastung der noch bestehenden Kohle- und Gaskraftwerke und damit zu mehr CO2. Es kommt bei der Energiewende eben nicht nur auf die richtigen Maßnahmen an, sondern auch auf die richtige Reihenfolge, in der sie umgesetzt werden.”

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So geht Energiewende-Logik nach Professor Volker Quaschning auf Twitter.

Nun ja, schaut man sich die Ausbeute an Strom am 29.12.2021 um 14:00 in Deutschland an, dann sind die Franzosen wohl eher zu beneiden. Es ist aber schon interessant, dass sich Quaschning Sorgen um Frankreich macht, während hier die Erneuerbaren eine kolossal schlechte Performance abliefern. Auf 404 g spezifische CO2 Emissionen kommt Deutschland, Frankreich auf 45 g. Solar liefert fast nichts. 8,9 GW kamen zu dem Zeitpunkt durch Wind. Weil die Erneuerbaren so miserabel liefern, wird die Differenz über fossile Brennstoffe ausgeglichen, mit den entsprechenden Resultaten.

(Abbildung: Screenshot En-former.com)

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Leserpost von Uwe Pilgram:

Betreff: EL HIERRO Blog

Die Erfahrungen mit dem Einsatz einer Wind/Pumpspeicher/Dieselmotore-Kombination in El Hierro sind bezogen auf das ursprüngliche Ziel einer 24/7Tage und 100% Versorgung durch Windkraft gescheitert. Diesem Ziel kam man über die vielen Jahre (Baubeginn 2009 – Inbetriebnahme 2014) nicht einmal in Sichtweite. In der Bauphase mussten einige offensichtlich zu optimistische Planungen abgeschrieben werden: Der Speichersee musste kleiner werden, Pumpen und Hydro-Generatoren wurden getrennt, etc.). Im Betrieb zeigt sich, dass die Steuerung des Gesamtsystems nicht funktionierte (Speichersee voll bei Windüberschuss, etc.). Die Planungsfehler waren wahrscheinlich durch die hohe Motivation der Beteiligten entstanden, unbedingt mit Windkraft arbeiten zu wollen. Die Diesel-Generatoren werden  zur Erzeugung von Regelenergie gebraucht. Auch der Pumpspeicher ist dafür zu „volatil“.

Die Probleme mit der Steuerung konnten gelöst weitgehend werden. Das jetzt erreichte Ergebnis über das Jahr 2017 zeigt einen Anteil der Windenergie – direkt und aus Speicher – von rund 46,7% . Mit starken Schwankungen. Also hat am Ende der Lebensdauer der Enercon-Windräder so knapp unter 50% CO2 eingespart. Der Strompreis war 2018 350% höher als auf dem spanischen Festland. Die Investitionen sind mir nicht bekannt. Auch 2021 dürfte die gesamte CO2 Einsparung in  der gleichen Größenordnung liegen.

Interessante Links:

– Aktuelle Situation in El Hierro: https://demanda.ree.es/visiona/canarias/el_hierro/acumulada/ Sehr interessant! Aus dieser Studie stammen die oben genannten Daten zur Stromerzeugung.

– Studie aus 2018 der Universität Pozan (Polen) von 10/2018: https://www.mdpi.com/1996-1073/11/10/2812/htm Ganz interessant. Man spürt zwischen den Zeilen die Enttäuschung der Autoren.

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Leserpost von Dipl. Ing. Martin Krohn:

Betreff: Kontaminationen durch Windkraftanlagen

Es ist schon keine Sensation mehr, dass Kontaminationen durch Offshore-Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee von der Politik (insbesondere der Grünen) und entsprechender NGO´s einfach ignoriert werden. Auch Auswirkungen der Windkraftanlagen auf die Meeresbewohner werden lieber nicht untersucht, es könnte unschöne Ergebnisse geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Anlagen im Meer keine Beeinträchtigungen mir sich bringen. Strandet ein Wal im Flachwasser, weil dieser (wahrscheinlich) durch Schiffsschrauben irritiert ist, gibt es einen großen Aufschrei. Doch dass durch die Windräder ggf. eine Dauerbelastung geschaffen wird, davor werden die Augen geschlossen

Es ist das gleiche, wie bei den Windkraftanlagen an Land. Auch da werden negative Auswirkungen ignoriert. Menschen die gesundheitlich beeinträchtigt sind, werden als Simulanten hingestellt. Die Tötung von Vögeln oder Fledermäusen wird einem „öffentlichen Interesse“ geopfert. Sicherlich sind die Vögel selbst schuld – sie könnten ja schließlich aufpassen. Weitere Störungen (Auswirkungen auf andere Tiere im Wald durch die Schallwellen) werden vorsichtshalber nicht untersucht  es könnte ja ein unerwünschtes Ergebnis herauskommen.

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Youtube:

GLOBALink | Stunning view of world’s second-largest hydropower station