Cold Blob: Meeresgebiet im Nordatlantik hat sich in den letzten 120 Jahren um knapp ein Grad abgekühlt

Experten: Mehr Rotmilane durch Windkraftanlagen getötet als bekannt.

Der Nordkurier berichtet über eine Anfrage im Landtag von Brandenburg. Gesichert sind 128 getötete Tiere seit 2010. Die Dunkelziffer könnte erheblich höher liegen, weil verendete Tiere Freßopfer werden. Dem bedrohten Rotmilan widmet der Naturfilmer Arno Werner eine 20 minütige Dokumentation, die bei YouTube angesehen werden kann.

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Guter Rat ist teuer. Sehr teuer sogar, wie sich jetzt beim Bundes-Umweltministerium zeigt. Ein Artikel bei T-Online zeigt es auf. 600 Millionen hat das Ministerium von 2014 – 2018 ausgegeben für Beratung von außen. Der Bundesrechnungshof rügt die fehlende Wirtschaftlichkeitsprüfung vor der Vergabe von Aufträgen. Das Ministerium widerspricht, es sei um wissenschaftliche Fachfragen gegangen. Welche Fachfragen könnten das gewesen sein, die jährlich Kosten von 150 Millionen Euro rechtfertigen?

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Elektrobusse gelten als der letzte Schrei. Bereits 2018 hat sich die ZDF Sendung Nano die Fahrzeuge etwas genauer angesehen und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen, was die Leistung und die Kosten angeht. Vor allem die Reichweite (max. 100 Km im Großstadtverkehr) und die Substitutionsrate von drei Elektrobussen für einen Diesel wirft viele Fragen auf. Stadtverkehre sind fast immer defizitär, mit dem erhöhten Aufwand bei Elektrobussen dürfte das Defizit noch größer werden. Das Institut für Weltwirtschaft aus Kiel hat bei Elektroautos nachgerechnet und kommt zu einem sehr schlechten Ergebnis für diese Art von Kfz. In der FAZ ist ein Artikel dazu erschienen.

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Woher kamen eigentlich die vielen Prognosen für einen neuen Hitzesommer 2020? Angeblich hat die Weltorganisation der Meteorologen WMO so etwas in die Welt gesetzt. Die WMO klärt aber auf:

Über Versuche von Clickbait mit Horrormeldungen über den bevorstehenden Sommer haben wir in diesem Blog ja schon geschrieben – auch über die Medien, die aus einigen kühleren Julitagen einen Bibbersommer machen. Der Artikel, der das vorausgesehen hat ist vom 1. Juni 2020. Die Medien sind diesbezüglich leicht auszurechnen. Die Herde, die auf einer Wiese vor dem medialen Dorf wartet, ist sehr groß, so kann jeden Tag ein neues Tier durch die Gassen gejagt werden.

6 Wochen hat der Sommer 2020 noch vor sich, es ist vieles noch möglich, was die Temperaturen und die Niederschläge angeht. Diese sind ja auch in Deutschland sehr ungleichmäßig verteilt. Der Süden ist durch Hochdruckkeile privilegiert, der Norden hat mehr mit Tiefausläufern zu tun. Trotz der Bibberschlagzeilen hat der Sommer 2020 alle Chancen sogar über dem langjährigen Mittel zu liegen. Wir Menschen sind nach zwei sehr warmen Sommern offenbar nicht mehr an die Normalität gewohnt. Wärme und Kälte werden je nachdem hochgejazzt.

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Es gibt Gegenden dieser Erde, die sich der „globalen Erwärmung“ hartnäckig widersetzen. Dazu gehört auch ein Meeresgebiet in der Nähe von Island, in dem sich die Meeresoberflächentemperaturen um knapp 1 Grad in den letzten 120 Jahren abgekühlt haben. Allan & Allan 2019 haben den „cold blob“ näher untersucht und vermuten, dass die sommerliche Eisschmelze kaltes Schmelzwasser in den Ozean fließen lässt, welche dann zur Winterkälte des Meeresgebietes führt. Die Forscher widersprechen dem Modell des Potsdamers Stefan Rahmstorf, der eine Abschwächung des Golfstroms als Ursache für den „cold blob“ vorschlug. Hier der Abstract von Allan & Allan 2019 :

Seasonal Changes in the North Atlantic Cold Anomaly: The Influence of Cold Surface Waters From Coastal Greenland and Warming Trends Associated With Variations in Subarctic Sea Ice Cover

Worldwide sea surface temperatures (SST) have increased on average by about 1 °C since 1900 with the exception of a region of the North Atlantic subpolar gyre near 50°N which has cooled by up to 0.9 °C over the same period, generating the negative feature on temperature anomaly maps which has been colloquially described by Rahmstorf et al. (2015, https://doi.org/10.1038/nclimate2554) as the “cold blob” (abbreviated here CB). This unique long‐term surface cooling trend is most evident in February, but in August net warming is observed even at CB epicenter and the CB itself is reduced to a mere “warming hole.” These seasonal changes in the intensity of the CB are the product of two separate factors: (1) a long‐term winter cooling specific for the CB region which appears to be associated with cooling of Greenland coastal waters in autumn, plausibly linked to summer meltwater from icebergs and sea ice and (2) summer warming effects which derive from (a) dramatic reduction in summer sea ice cover in the sub‐Arctic over the last 30 years that allows enhanced absorption of sunlight by the new open water in summer and (b) an unusual period of increased summer sub‐Arctic ice cover in the early twentieth century, which lowers the SST baseline measured from 1900, thus increasing the calculated linear rate of change of SST with time. Both of these effects could contribute to the observed Arctic amplification of warming.