Brasilien will für frühe Klimaneutralität 10 Milliarden Dollar pro Jahr

Geld oder auch Zaster, Knete, Mäuse, Moneten – es gibt sehr viele Namen für Geld. In Texas sprechen die Verpächter von Windkraftanlagen aus, um was es ihnen geht, nämlich um das Geld oder eines der vielen Worte dafür. Der ARD Weltspiegel behandelt Texas und Windkraftanlagen. „Gott hat uns Öl geschenkt – und Wind“ sagt einer der Farmer, und seit er auf seinem Grund und Boden 78 Anlagen stehen hat, die ihm eine jährliche Pacht von 10.000 Dollar je Anlage einbringen, da sehen sie für ihn sogar richtig schön aus.

Die Autorin Verena Bünten zeigt die Entwicklung in Texas auf. Ihr gelingt dabei sogar ein kleines Kunststück. Sie schafft es, den wetterbedingten Einbruch der grünen Stromquellen aus dem Frühjahr 2021 komplett unter den Tisch fallen zu lassen. Warum eigentlich? Eines zeigt sie allerdings sehr gut auf: Den Amerikanern geht es nicht darum, die Welt zu retten, sondern einen Profit zu erzielen. In dieser Beziehung sind sie eindeutig ehrlicher als viele ihrer Windfarm-Kollegen in Deutschland.

(Abbildung: Screenshot ARD Mediathek)

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Die Hersteller von Dieselloks leiten deren Ende ein. Für Ersatz soll Wasserstoff sorgen. Weiterlesen in der WELT.

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Die zweite Dekade des Aprils ist nun fast schon vorbei. Momentan deutet nichts darauf hin, dass der April 2021 als ein besonders warmer Monat in die Geschichte eingeht. Zwischen 2-5 Grad Celsius liegen die durchschnittlichen Werte unter dem langjährigen Mittel je nach Region. Gemittelt sind es aktuell -4,4 Grad Celsius Abweichung zum Mittelwert. Da ab dem nächsten Wochenende mit einem erneuten Vorstoß von sehr kalter Luft aus dem Nordwesten gerechnet werden muss, könnte der April 2021 insgesamt deutlich zu kalt ausfallen. Kommt eine neue Eiszeit? Wohl kaum. Was wir gerade erleben ist Wetter. Weitere Daten bei Wetterkontor.de

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South China Morning Post 17.4.2021:

China says climate onus on US in John Kerry talks

[…] China said on Friday that the United States needed to take more responsibility on climate change but welcomed greater cooperation after a visit by envoy John Kerry, according to state media.

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Politico am 16.4.2021:

China’s Xi slams EU carbon border levy plans

Beijing and Berlin relayed quite different versions of the leaders’ video chat.

France and Germany’s efforts to prod China to do more on climate prompted Beijing to sharply reject a key EU policy in a Friday call among leaders of the three countries. Chinese President Xi Jinping blasted EU plans to develop a so-called Carbon Border Adjustment Mechanism — aimed at ensuring that companies producing in countries with laxer climate rules face a carbon cost when exporting to Europe. “Tackling climate change should … not become an excuse for geopolitics, attacking other countries or trade barriers,” Xi said, according to Chinese state media Xinhua.

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Reuters am 17.4.2021:

Brazil needs $10 bln a year in aid for carbon neutrality by 2050, minister says

Brazil’s environment minister, Ricardo Salles, told Reuters on Friday that Brazil would need to receive $10 billion annually in foreign aid in order to reach economy-wide net zero carbon emissions by 2050, instead of 2060 as currently planned.

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Express am 14.4.2021:

‘Turned a blind eye!’ Macron blasted as he ‚abandons‘ France’s climate exchange promises

Outspoken MEP Marie Toussaint accused the unapologetic europhile of publicly flaunting his green credentials before backtracking at the 11th hour. The Greens–European Free Alliance politician spoke after France agreed to cut emissions targets from 55 percent to 52.8 percent by the end of the decade.

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Pressemitteilung der Uni Bern am 14.4.2021:

Ozeantemperatur der letzten 700’000 Jahre rekonstruiert

Erstmals haben Forschende des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern mithilfe von antarktischen Eiskerndaten die globale mittlere Ozeantemperatur für ausgewählte Zeitabschnitte der letzten 700’000 Jahre rekonstruiert. Die so gewonnen Erkenntnisse dienen dem besseren Verständnis des Klimasystems.

Berner Eiskernforschende konnten bereits 2008 nachweisen, wie sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre in den vergangen 800’000 verändert hat. Nun zeigt die Gruppe des Berner Klimaforschers Hubertus Fischer anhand desselben Eisbohrkerns aus der Antarktis, zwischen welchen Maximal- und Minimalwerten die mittlere Ozeantemperatur im Verlauf der vergangenen 700’000 Jahren geschwankt hat. Die Ergebnisse der Rekonstruktion sind soeben in der Fachzeitschrift «Climate of the Past» erschienen. Die wichtigsten Resultate der Studie: Die mittlere Ozeantemperatur war in den letzten sieben Eiszeiten sehr ähnlich und im Mittel rund 3.3 °C kälter als in der vorindustriellen Referenzperiode, wie schon Synthesen von Tiefenwassertemperaturen aus marinen Sedimenten andeuteten. Die Ozeantemperaturen in den Warmzeiten vor 450’000 Jahren waren aber trotz ähnlicher Sonneneinstrahlung deutlich kälter als in unserer heutigen Warmzeit und die CO2-Konzentrationen waren tiefer. Die neuen Messungen zeigen, dass die Temperatur des Ozeans auch durch Änderungen der Ozeanzirkulation geprägt wird. Die sogenannte globale Umwälzung der Tiefenwasser hat einen deutlichen Einfluss auf die Wärmespeicherung im Ozean.

«Um zu verstehen, wie sich der Wärmehaushalt des Klimasystems verändert», sagt Hubertus Fischer, «muss man vor allem den Ozean verstehen.» So werden derzeit 93 Prozent der zusätzlichen Wärme, die der Mensch durch die Erhöhung der Treibhausgase akkumuliert, nicht in der Atmosphäre, sondern im Ozean gespeichert. Das heisst, ohne die Wärmeaufnahme des Ozeans wäre die an Land gemessene Temperaturerhöhung durch den menschgemachten Klimawandel deutlich grösser. Weil die Weltmeere im Vergleich zur Atmosphäre aber über eine riesige Masse verfügen, sind die im Ozean heute gemessenen Temperaturveränderungen allerdings sehr klein.

Messungen an wenigen Eisproben reichen aus 

Wie relevant Daten aus dem Ozean für die Klimaforschung sind, zeigt das internationale Projekt ARGO, ein mobiles Beobachtungssystem für die Weltmeere, mit dem seit dem Jahr 2000 unter anderem kontinuierliche Temperaturmessungen bis in eine Tiefe von 2000 Meter durchgeführt werden. Dazu sind rund 4000 über alle Ozeane verteilte Treibbojen im Einsatz. Umso erstaunlicher erscheint im Vergleich die Vorgehensweise der Berner Forschenden: «Uns genügt für unsere Messung der mittleren Ozeantemperatur eine einzelne polare Eisprobe», erklärt Hubertus Fischer, «wir erreichen natürlich bei weitem nicht die Genauigkeit von ARGO, umgekehrt können wir aber weit zurück in die Vergangenheit schauen.» Untersucht wird nicht etwa gefrorenes Meerwasser, sondern im Gletschereis der Antarktis eingeschlossene Luftblasen. Konkret: die Edelgase Argon, Krypton, Xenon sowie molekularer Stickstoff. Der grösste Teil dieser Gase befindet sich in der Atmosphäre, nur ein kleiner Teil wird im Ozean gelöst. Wie gut welches Gas im Meerwasser gelöst wird, hängt von der Ozeantemperatur ab. So lassen sich aus dem sich wandelnden Verhältnis dieser Gase in den Eisproben die vergangenen mittleren Ozeantemperaturen rekonstruieren.

Hochpräzise Gasmessungen der Berner Forschenden

«Voraussetzung für dieses Verfahren sind hochpräzise Messungen mit einem dynamischen Massenspektrometer», betont Hubertus Fischer, «die durch den grossen Einsatz mehrerer Doktoranden und PostDocs, die an der Publikation beteiligt sind, möglich wurden». Ebenfalls entscheidend sind Aufbereitungs- und Messmethoden, die im Rahmen des vom Europäischen Forschungsrats (ERC) geförderten Projekts MATRICs in Bern entwickelt wurden. Die vergangenen Ozeantemperaturen werden in Bern auf 0,4 °C genau bestimmt. Diese Präzision erlaubt es, das klimatische Auf und Ab der Vergangenheit nachzuzeichnen, zumal der Unterschied der mittleren Ozeantemperatur zwischen Eiszeit und Warmphasen in den vergangen 700’000 Jahren rund 3 °C betrug. Neben dem Labor in Bern führt bisher weltweit nur das Scripps Institut für Ozeanographie in San Diego, USA, mit dem die Berner Forschenden eng zusammenarbeiten, solche Messungen durch.

Paper: Haeberli et al. 2021

Abbildung aus dem Paper:

Das Eem vor 120.000 Jahren war wärmer als das aktuelle Interglazial (Holozän), in dem wir uns gerade befinden.