Beweis durch Behauptung!?

Es ist ja immer so eine Sache mit Studien. Die Deutsche Umwelthilfe DUH hat eine zum Thema Biokraftstoffe in Auftrag gegeben. Der schöne Titel dieser Studie lautet:

CO2-Opportunitätskosten von Biokraftstoffen in Deutschland

Erstellt hat sie das Ifeu-Institut aus Heidelberg, einer gemeinnützigen GmbH. Da Biokraftstoffe in der Studie schlecht abschneiden, hat sich der Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie die Studie angesehen und kommt erwartungsgemäß zu anderen Schlüssen. Es wäre auch verwunderlich, wenn es anders gewesen wäre. Wie aber lauten die Kritikpunkte des Verbandes an der Studie?

“”Die DUH-Argumentation strotz vor inhaltlichen Fehlern, peinlichen Auslassungen und Realitätsferne. Nicht einmal die Autoren des ifeu-Instituts selbst erstellen aus ihren Überlegungen Handlungsempfehlungen. Das hält aber die DUH nicht davon ab, aus der Studie das Ende für das bis auf Weiteres wichtigste Klimaschutzinstrument im Verkehr abzuleiten: Biokraftstoffe“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. Dabei mindern Biodiesel, Bioethanol und Biomethan als einzige funktionierende Klimaschutzmaßnahme im Straßenverkehr in großen Maßstab Treibhausgasemissionen, allein 2020 in einem Umfang von 13,2 Mio. t CO2.”

“In der ifeu-Studie für die DUH bezeichnen die Autoren die Treibhausgasemissionen der Elek-tromobilität inklusive der Batterieproduktion als irrelevant und untersuchen ausschließlich die Emissionen von Biokraftstoffen. Dasselbe Institut errechnete dagegen in der Studie „Klimabilanz von E-Fahrzeugen“ für den Think Tank Agora Verkehrswende deutliche Emissionen für Fahrzeuge mit Batteriebetrieb; allein hierdurch halbiert sich der angebliche Klimavorteil der E-Mobilität der DUH-Studie. „Die Zahlen der DUH-Studie sind durch ihre Einseitigkeit geradezu manipulativ und unseriös“, sagte Baumann. Deutschen Biokraftstoffindustrie.”

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Der schwedische Batteriehersteller Northvolt erhält eine Förderung von 155 Millionen Euro für den Bau einer Batteriefabrik in Dithmarschen an der Nordsee. Dort sollen in dem eher strukturschwachen Kreis 3.000 Arbeitsplätze entstehen. Das Handelsblatt berichtet. Die Nähe zu Windkraftanlagen scheint ein Argument bei der Standortwahl gewesen zu sein. Jedenfalls wird das oft betont. Die Produktion von Batterien ist sehr energie-intensiv. An Northvolt hält u. a. Volkswagen Anteile. Mit einer Batterieproduktion in Europa bzw. in Deutschland will sich Volkswagen unabhängiger von Lieferanten aus Asien machen.

Wie mag die Produktion bei Northvolt wohl in Zeiten wie vom 26.04.2022 – 10.05.2022 verlaufen? Der Wind war fast weg in diesem Zeitraum, wenn man das Agorameter für den Zeitraum betrachtet.

(Abbildung: Screenshot www.agora-energiewende.de)

Auch bei wenig Wind und/oder Sonne wird die Fabrik produzieren müssen/wollen. Nach allen Regeln der Logik müssen dann Backups einspringen und die sind meist fossil. Dazu weiter unten mehr.

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Stillgelegte Kraftwerke als Standort für Großspeicher. Das schlägt das Fraunhofer-Institut ISE vor. Dort geht man von einem Speicherbedarf in Deutschland von 104 GWh bis zum Jahr 2030 aus. Bis zum Jahr 2045 sollen es sogar 180 GWh sein. Der aus gern als Big Battery bezeichnete Speicher Hornsdale Power Reserve in Australien hat bei einer Energiemenge von etwa 200 MWh etwa 110 Millionen Euro gekostet.

Rechnet man hier vereinfacht weiter dann kostet 1 GWh einer vergleichbaren Anlage etwa 550 Millionen Euro. Es wären also gewaltige Investitionen notwendig, um die vom Fraunhofer Institut berechneten Speicher zu bauen. Ob es genügend Rohstoffe gibt, um solche Batterien herzustellen, hat das Institut nicht untersucht. Da auch der Bereich Mobilität mehr und mehr auf Batteriebetrieb setzt, rangeln sich mehrere Interessenten um die begehrten Rohstoffe, die man für Batterien braucht.

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Europas größtes Solar-Pumpspeicherwerk geht in Portugal ans Netz. Wie Netzwelt berichtet schwimmen 12.000 Solarpanele auf einem Stausee. Stromüberfluss soll zum Hochpumpen von Wasser verwendet werden. Der Stausee bzw. das Wasser fungieren als Speicher.

“Die Solarzellen sollen Berechnungen des Betreibers EDP zufolge 7,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen, berichtet Reuters. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 1.500 Haushalten. Das Solarsystem wurde an ein bereits im Pumpspeicherkraftwerk (PSW) vorhandenes Batterienetz angeschlossen, das eine Speicherkapazität von 2 Gigawattstunden aufweist.”

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Hersteller von Windkraft- und Solaranlagen durchleben gerade wirtschaftlich schwere Zeiten. Als Beispiel nennt die Tagesschau das Unternehmen Siemens-Gamesa. Der Artikel räumt auch mit einigen Dolchstoß-Legenden auf.

“Die Windkraftanlagen-Herstellern haben mit vielen hausgemachten Problemen zu kämpfen. Jahrelang herrschte ein harter Preiskampf in der Branche. Die Umstellung von festen staatlichen Vergütungen hin zu freien Ausschreibungen hat viele Turbinenhersteller dazu verleitet, sich bei den Preisen gegenseitig zu unterbieten – ein ruinöser Wettbewerb.”

Es scheint auch kein rein europäisches Problem zu sein. Auch in den USA gibt es Schwierigkeiten. Energywire zitiert die US-Solarbranche, die sich in der größten Krise ihrer Geschichte sieht. An den Ambitionen der Biden-Regierung kann es nicht liegen. Solar soll bis 2035 der größte Erzeuger von Strom in den USA werden.

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Die gute Nachricht: Die Produktion von Strom durch Erneuerbare Energie wird immer günstiger, die schlechte Nachricht: Der Strompreis steigt dennoch. So lässt sich vereinfacht ein Artikel bei en-former, dem Energieblog von RWE zusammenfassen. Die Gründe werden genannt:

“Fossile Reserve und Netzausbau treiben den Strompreis

Grund ist eher der Wandel selbst: Noch steht grüner Strom nicht rund um die Uhr zur Verfügung. Denn dazu müssten immense Speicherkapazitäten geschaffen werden. Nur so können Wind- und Sonnenenergie auch dann genutzt werden, wenn der Wind einmal nicht weht und die Sonne nicht scheint. Bis es so weit ist, springen in diesen Phasen fossile Kraftwerke ein und sichern die Versorgung. Ihr Betrieb ist kostspielig, insbesondere dann, wenn sie nur als Netzreserve fungieren und wenige Vollaststunden laufen.”

Auch hier ist der Grund das Fehlen von Speichern. Der lesenswerte Artikel erläutert zahlreiche Hintergründe.

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“Umrubeln” war nach der deutschen Wiedervereinigung sehr beliebt. Es meinte das Wechseln von DDR-Markt zu D-Mark, nicht immer mit lauteren Mitteln und nicht immer stammte das Geld aus legalen Tätigkeiten. Mit russischem Öl scheint es ähnlich zu laufen wie RND berichtet.

“Auffällig daran: Aus Russlands Häfen fahren nun immer öfter Öltanker mit „unbekanntem Ziel“ auf das offene Meer. Sie haben offiziell also keine festgelegte Route, wenn sie einen russischen Hafen verlassen. Vor Beginn des Kriegs hätten nur sehr selten Schiffe russisches Öl an „unbekannte Ziele“ gebracht. Nun sollen allein im April mehr als 11,1 Millionen Barrel russisches Öl auf diese Weise exportiert worden sein. So viel wie in kein einziges Land. […] Russlands Ölprodukte werden auf dem Meer über Pumpschiffe mit anderen Ölprodukten vermischt, um die Herkunft zu verschleiern.“

Ganzen Artikel beim RND lesen.