Baerbock: 7 Meter Meeresanstieg!

Die Gaspreise in Europa steigen stark an. Erstaunlicherweise schlagen nun diejenigen Alarm, die immer gesagt haben, dass kein Mensch Nordstream 2 braucht, unter anderem der Grüne Oliver Krischer. Weiterlesen in der Tagesschau. Zum gleichen Thema schreibt ntv von einer Energiekrise in Europa, die bereits Industrieunternehmen zur Drosselung der Produktion zwingt.

“Explodierende Energiepreise zwingen erste Unternehmen dazu, energieintensive Fabriken in Europa zu schließen. Der Düngemittelhersteller CF Industries stoppte in der vergangenen Woche die Produktion in zwei britischen Werken. Der norwegische Chemiekonzern Yara International, der an mehr als einem Dutzend Standorten in ganz Europa produziert, kündigte an, die Herstellung von Ammonium ab kommender Woche um 40 Prozent zu drosseln. Auch deutsche Unternehmen wie der Chemieriese BASF und der Kupfer-Hersteller Aurubis beklagen Auswirkungen extrem gestiegener Preise für Strom und Energieträger wie Gas, Öl und Kohle.”

ntv nimmt Bezug auf einen Artikel bei Bloomberg. In diesem warnt Goldman Sachs sogar vor Blackouts in diesem Winter.

“And there’s a “non-negligible risk” that LNG directed to Europe won’t be enough to prevent a depletion of gas inventories by the end of winter, especially if weather is cold in both Europe and Asia, the analysts said.
“Under such an outcome, the only balancing mechanism would be a significant further rally in European gas and power prices reflective of the need to destroy demand, with curtailed power demand in the industrial sector through blackouts,” they said.”

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André Thess, Professor der Uni Stuttgart für Energiespeicherung, äußert sich zu Wikipedia, ganz speziell zu Klimaleugner, Energiewende und Windenergie. Dort sind die Artikel durch den User Andol maßgeblich beeinflusst und seiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen. Das Thema Wikipedia und Andol wurde in diesem Blog schon einige Male behandelt. Hinter Andol verbirgt sich Andreas Lieb, der bespielt einige Themen fast im Alleingang und arbeitet nahezu täglich an den Artikeln mit einem beträchtlichen Zeitinvestment. Der Grüne Lokalpolitiker wacht mit Argusaugen über die Themen, Änderungen, die nicht in seinem Sinne sind, werden gelöscht. Zum Meinungsartikel geht es hier lang.

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Nur noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl und einst treue Medien-Gefährten der Grünen blasen bereits den Blues. In der taz fertigt Peter Unfried die Grünen ab.

“Nach den Umfragen stürzt die Partei jedenfalls von einst 27 Prozent immer weiter ab, und es gibt nach meinem Kenntnisstand keinen Plan, das aufzuhalten. Alle Beschwörungen, die Kandidatin habe sich gefangen und sei jetzt funktionsfähig, sind Selbsttäuschung. Es ist zu spät. Die ursprünglich erreichbaren Merkelianer haben ihr Urteil gefällt und zunehmend grün-rote Wechselwähler auch: Nein zu Annalena Baerbock und dem allzu altgrünen „Aufbruch“, für den sie zu werben scheint. Ja zu Scholz und dem großkoalitionären Gaaanz-ruhig, das er verkörpert.”

Der aktuelle Spiegeltitel “Kein Grüner Land” ist sehr weit von den Jubelstürmen im Frühjahr entfernt, als es in den Redaktionen des Spiegels wohl nur darum ging, wer die zukünftige Kanzlerin beim Aussuchen der neuen Möbel und Teppichböden im Kanzleramt begleiten darf. Jetzt analysiert der Spiegel die “fatalen Fehler der Annalena Baerbock”.

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“Die deutsche Klimapolitik braucht dringend einen Neustart” meint in einem Meinungsartikel im Handelsblatt Daniel Stelter.

“Trotzdem lobt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie Grüne und Linkspartei für ihre Absichten beim Klimaschutz. Die gute Bewertung dieser Parteien ergibt sich aus Absichtserklärungen, bis 2030 die Kohlekraftwerke stillzulegen und bis 2030 den Verbrenner zu verbieten, sowie ihrer Fokussierung auf staatliche Steuerung und Verbote, also dem Markt nicht zu vertrauen.

Eine glaubwürdige Antwort, wie die Lücke der Stromversorgung geschlossen werden soll, fehlt in den Programmen genauso wie bei den anderen Parteien. Womit wir beim Kernproblem der deutschen Klimapolitik sind. Sie entfernt sich von der Realität und gründet auf einem Wettbewerb der Versprechen, in dem sich die Parteien überbieten.

Institute wie DIW oder Agora Energiewende befördern das. Sie veröffentlichen regelmäßig Studien, wie ein klimaneutrales Deutschland realisiert werden kann, ohne die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen zu berücksichtigen. Ganz zu schweigen von der technischen Realisierbarkeit, die in wesentlichen Bereichen auf Innovationen setzt, die erst noch erfolgen müssen.”

Zum Kommentar bitte hier klicken.

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Wenn man den Titel des Weltartikels liest, kommt man erst einmal ins Stutzen. So will die Offshore-Branche umweltfreundlicher werden. Bedeutet es im Umkehrschluss, dass sie es jetzt nicht ist?

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Holz ist die neue Kohle. Im Grün regierten Baden-Württemberg wirbt das Grüne Umweltministerium allen Ernstes das Verbrennen von Holz. Schilda in Deutschland.

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Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, wer hat noch mehr zu bieten? Ah, der Herr da vorne links. 2,7 Grad! Bietet jemand mehr als 2,7 Grad? Nein?! Dann geht der Zuschlag an den Generalsekretär der Vereinten Nationen. Guterres stimmt schon mal für die nächste Klimakonferenz ein. Weiterlesen in der Welt.

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Wer einen alten VW Bulli besitzt und gleichzeitig noch 30.000 Euro auf dem Sparbuch, der kann sein Gefährt jetzt zum Elektroauto umbauen lassen. Für das Geld gibt es aber nur das Umbaukit, es kommen noch einmal 10.000 Euro für die Werkstatt dazu. Der Spiegel berichtete über das Unterfangen.

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Im US-Bundesstaat New York kann man sich schon einmal ansehen, was demnächst auch in Deutschland passieren wird. Dort wurde Kernkraftwerk Indian Point geschlossen. Fossile Brennstoffe übernehmen die Stromversorgung. Möglicherweise verzichten die Politiker dort auch auf Fenster in Regierungsgebäuden und versuchen das Licht hineinzuschaufeln. Schilda ist überall.

(Abbildung: Screenshot NRWL)

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Die Grünen, eine Partei der Wissenschaft? Wir haben hier bewusst auf Bewertungen der drei Aufeinandertreffen der Kanzlerkandidaten und der Kandidatin bisher verzichtet. Beim letzten Triell vor der Wahl machen wir eine Ausnahme. Es geht um eine Aussage von Annalena Baerbock, dass der Meeresspiegel bis 2100 um 7 Meter steigt.

“Sie sagen einem Kind, das heute geboren ist und im Jahre 2100 80 Jahre alt ist, 7 Meter Meeresanstieg.”

Sie meint vermutlich den Anstieg des Meeresspiegels, wir verbuchen es bei ihr mittlerweile nur noch unter Wortfindungsstörung. Offenbar nahm Baerbock Bezug auf eine Studie des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und einer Universität aus Norwegen. Die Studie geistert seit Mai durch die Gegend. Sie enthält alles, was man vom PIK erwarten darf, nämlich viele Tippingpoints und noch mehr Konjunktive.

Baerbock nahm das aber für bare Münze und nicht als Szenario, übrigens eines, dass das IPCC in seinem letzten Bericht nicht mal nach dem unplausibelsten Szenario RCP 8.5 vorsieht. Wie schade, dass sich Moderatoren nicht auf solche Sendung entsprechend vorbereiten und gleich intervenieren. So werden viele Zuschauer vermutlich schon mal einen Blick auf die Höhenkarte ihres Wohnorts geworfen haben, weil Annalena Baerbock eine Außenseiterthese als die neue Wahrheit verkündet. Sie liegt damit aber um den Faktor 7 über der ohnehin schon unrealistischen Prognose des IPCC. Egal, schnell noch mit etwas Angst Wählerstimmen einsammeln.