James Lovelock schafft die persönliche Wende: Vom Klima-Alarmisten zum Klima-Realisten in 24 Monaten

Kennen Sie James Lovelock? Richtig, das ist doch der britische Chemiker, Biophysiker und Mediziner, der Mitte der 1960er-Jahre die sogenannte Gaia-Hypothese mitentwickelte und im Laufe der Jahrzehnte eine ganze Buchreihe hierzu veröffentlichte. Gaia, das ist die Erdgöttin und Große Mutter der griechischen Mythologie. Die Theorie besagt, dass die Erde und ihre gesamte Biosphäre wie ein einzelnes Lebewesen betrachtet werden kann, welches immer dafür sorgt, dass erträgliche Lebensbedingungen auf der Erde herrschen. Die Organismen der Erde bilden dabei ein dynamisches System, das die gesamte Biosphäre durch Rückkopplungsmechanismen stabilisiert. Insbesondere bezieht sich Lovelock hier auf die Pflanzenwelt, die den CO2-Gehalt der Atmosphäre durch Photosynthese und Erzeugung von Sauerstoff auf natürliche Weise begrenzt und so erträgliche Lebensbedingungen auf der Erde schafft. Steigt der CO2-Gehalt der Atmosphäre zu stark an, nimmt auch die Photosyntheseleistung zu, was das Kohlendioxid letztendlich wieder reduziert. 

Durch die Abholzung der Wälder sowie den Eintrag von anthropogenem CO2 durch Verbrennung von Öl, Gas und Kohle würde nun das natürliche Gaia-Gleichgewicht gestört und die Klimakatastrophe eingeleitet. Lovelock malte wahre Schreckensvisionen an die Wand: In seinen Büchern und Artikeln schrieb er, dass noch vor Ende des laufenden Jahrhunderts Milliarden Menschen an den Folgen des Klima-Supergaus sterben würden. Nur noch in der Arktis gäbe es dann einige wenige Vertreter des homo sapiens, wo das Klima einigermaßen erträglich bleiben würde. Bereits um das Jahr 2040 würden Flutkatastrophen, Dürren und Hungersnöte unzählige Opfer kosten. Zu dieser Zeit hätte sich die Sahara bereits bis nach Mitteleuropa auf Höhe von Paris und Berlin ausgedehnt. Wegen seiner Meereslage würde Großbritannien dieses Schicksal jedoch erspart bleiben. Auf Basis der IPCC-Prognosen sagte Lovelock voraus, dass um 2040 jeder Sommer so heiß sein würde wie der Hitzesommer von 2003. Das Hauptproblem dabei wäre nicht der Hitzetod vieler Menschen, sondern dass Pflanzen dann in Europa kaum mehr mehr wachsen könnten und die Nahrungsmittel dadurch knapp werden würden. Lovelock prognostizierte, dass sich die Bewohner Südeuropas und Südostasiens auf Völkerwanderungen mit den Zielen Kanada, Australien und Großbritannien begeben würden. In seinem jüngsten Buch “The Vanishing Face of Gaia: A Final Warning” von 2009 erklärte er, dass die Erde vermutlich wohl schon einen wichtigen Kipppunkt überschritten hätte und eine kommende Hitzephase nunmehr unausweichlich wäre. Diese Hitzephase würde 100.000 Jahre lang anhalten. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian sagte Lovelock, dass demokratische Prozesse bei der Bekämpfung des Klimawandel nur störend seien:   

„Selbst die besten Demokratien sind sich darüber einig, dass beim Herannahen eines größeren Krieges demokratische Prozesse für eine Zeitlang pausieren müssten. Ich habe das Gefühl, dass der Klimawandel eine Gefahr darstellt, die einem Krieg gleichkommt. Es ist daher wohl notwendig, die Demokratie für eine Weile pausieren zu lassen“.

(Siehe auch Kapitel 9 „Wie Klimawissenschaftler versuchen, die Gesellschaft zu verändern“ in unserem Buch „Die kalte Sonne“). Durch die mediale Verbreitung der Klimaapokalypse wurde James Lovelock zu einem gern gesehenen Mitstreiter der Weltklimaratsbewegung. So wurde der vielfache Ehrendoktor im Jahr 2007 vom Time Magazin zusammen mit zwölf weiteren führenden Persönlichkeiten und Visionären zum Held der Umwelt auserkoren. Ein Jahr zuvor erhielt er von der Geological Society, London eine Medaille für seine Gaia-Arbeiten, die ein ganz neues Feld für die Geowissenschaften erschlossen hätten.

 

Lovelock 2012: „Ich habe mich geirrt!“ 

Am 23. April 2012 kam nun die überraschende Kehrtwende. James Lovelock erklärte in einem Interview mit dem MSNBC, dass er sich mit seinen alarmistischen Klimaprognosen wohl geirrt habe. Auch Al Gore hat es seiner Meinung nach übertrieben. Lovelock gab zu, dass er in seinen Vorhersagen zu weit in die Zukunft extrapoliert hätte. 

„Das Problem ist, dass wir noch viel zu wenig über das Klima wissen. Noch vor 20 Jahren dachten wir, wir hätten alles im Griff. Dies führte dann zu einigen alarmistischen Büchern, darunter auch meins, weil es so eindeutig aussah. Aber es ist nicht eingetreten. Das Klima absolviert sein übliches Programm. Im Grunde ist nichts Außergewöhnliches passiert. Dabei hatten wir angenommen, dass wir heute bereits auf halbem Wege in eine überhitzte Welt sein sollten. Jedoch hat sich die Welt seit Beginn des Millenniums kaum erwärmt. Und zwölf Jahre sind dabei eine beachtliche Zeit […] Die Temperatur ist nahezu konstant geblieben, obwohl sie hätte ansteigen sollen. Dabei ist der Kohlendioxidgehalt in der gleichen Zeit weiter angestiegen, darüber herrscht kein Zweifel.“ 

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Nicht Wärme sondern Schrotflinten sind die größten Feinde der Eisbären

Passend zum Welttag des Eisbären im Februar 2012 gab der World Wide Fund for Nature (WWF) eine zutiefst bedrohliche Überlebensprognose für diese Tierart ab, über die die Salzburger Nachrichten in dramatischer Werise berichtete:

„Die Eisbären in der Arktis geraten immer mehr in Bedrängnis. Bis 2050 werden die Bestände um zwei Drittel zurückgegangen sein. […] Ursache ist laut WWF der Klimawandel. Derzeit gibt es laut WWF noch maximal 25.000 Eisbären, die akut vom Temperaturanstieg bedroht sind. In der Arktis macht sich der Umweltorganisation zufolge der Klimawandel am deutlichsten bemerkbar. In den vergangenen 100 Jahren sei die Durchschnittstemperatur in der Arktis um rund fünf Grad gestiegen. Die Fläche des für die Eisbären so wichtigen Packeises sei seit 1985 um sechs Prozent zurückgegangen. Es schmilzt im Frühling früher und kehrt im Herbst später zurück. Dadurch müssen die Tiere länger am Festland bleiben und leiden Hunger. Am Packeis könnten sie ihre Hauptnahrungsquelle, die Ringelrobben, jagen. Die Muttertiere werden durch die verkürzte Zeit am Packeis kleiner, wiegen weniger und bringen deutlich weniger Junge zur Welt als noch vor einigen Jahren. Außerdem müssen Eisbären laut WWF auch immer längere Distanzen schwimmen, um stabiles Eis zu finden, was besonders Jungtiere gefährdet. Durch ihre kleinere Größe und ihre noch nicht so gut ausgebildeten Fett- und Energiereserven ermüden sie schneller und sterben leichter an Unterkühlung. Die Sterblichkeit bei den jungen Eisbären erhöhte sich laut einer WWF-Studie auf fast die Hälfte der beobachteten Tiere.“

In den vergangenen Jahren wurde der unmittelbar drohende Untergang der Eisbären durch die Klimaerwärmung immer wieder lautstark verkündet. In Al Gore’s Oscar-prämierten Film „Eine unbequeme Wahrheit“ kamen den Zuschauern Tränen in die Augen als sich ein verzweifelt im weiten Ozean paddelnder Zeichentrick-Eisbär mühsam auf eine rettende Eisscholle hievt, diese dann aber unter seinem Gewicht in mehrere Stücke zerbricht und der Eisbär scheinbar aussichtslos weiterziehen muss.

Auch Greenpeace drückte auf die Tränendrüse der Fernsehzuschauer und präsentierte in einem Werbeclip einen tot im Wasser treibenden Trickfilm-Eisbären als Opfer der Klimakatastrophe.

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Klimakatastrophe auf N24 am 4.5.2012: 6°C die die Welt verändern

Wer sich mal wieder so einen richtigen „Science Fiction“ Klimadoku-Schocker reinziehen will, bitte sehr: N24, 4.5.2012, 19:05-20:00 Uhr sowie 5.5.2012, 14:05-15:00 Uhr Die Klimakatastrophe: 6°C, die die Welt verändern Text der Vorankündigung des Senders: „Unsere Erde erwärmt sich immer weiter. Noch ließe sich dieser Prozess aufhalten – doch was geschieht, wenn nichts dagegen unternommen wird? Mit welchen Folgen muss man rechnen, wenn die großen Gletscher weiter schmelzen und gigantische Flüsse einfach austrocknen? In der N24-Dokumentation „Die Klimakatastrophe: 6°C, die die Welt verändern“ entwerfen Klimaexperten ein wahres Horrorszenario – und beantworten die Frage: Wie lässt sich die Katastrophe noch abwenden?“ Hört …

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Nationales Astronomisches Observatorium von Japan sagt Abkühlung voraus

Japanische Wissenschaftler des Nationalen Astronomischen Observatoriums und der Riken Forschungsverinigung sagen eine Phase reduzierter Sonnenaktivität voraus, die mit einem Temperaturabfall verbunden sein könnte. Die Forscher erklärten am 19. April 2012 dass die aktuelle Sonnenflecken-Aktivität  einer 70-Jahre-andauernden Phase im 17. Jahrhundert ähnele, als die Themse zufror und die Kirschblüte in Kyoto später als üblich auftrat. Während dieser Zeit, die auch als Maunder Minimum bekannt ist, waren die Temperaturen etwa 2,5°C tiefer als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Die Wissenschaftler fanden zudem ungewöhnliche magnetische Veränderungen auf der Sonne. Normalerweise wechselt das solare Magnetfeld alle 11 Jahre seine Polarität. So wurde im Jahr 2001 der magnetische Nordpol der Sonne zum magnetischen Südpol. Zuvor hatten Forscher angenommen, dass der nächste Polwechsel im Mai 2013 stattfinden sollte. Jedoch fand nun der Satellit Hinode dass der Nordpol der Sonne bereits jetzt, ein Jahr zu früh, den Wechsel eingeleitet hat, sagen die japanischen Wissenschaftler. Der Südpol hingegen blieb noch stabil.  Falls sich dieser Trend fortsetzt, könnte der Nordpol bereits im Mai 2012 seine Umpolung vollendet haben, was dann eine magnetische Vierpol-Struktur in der Sonne erzeugen würde, mit zwei neuen Polen in der Nähe des Sonnenäquators.

Originalbericht: Asahi Shimbun
Weitere Berichte: GWPF, WUWT, Ice Age Now, Daily Yomiuri

 

In einer anderen Studie stellte Jeffrey Love vom US-Amerikanischen  Geologischen Dienst USGS zusammen mit Kollegen fest, dass sich die geomagnetischen Zyklen des Erdmagnetfeldes ebenfalls in ungewöhnlicher Weise verändert haben. Normal wären Zyklen von 27 und 13,5 Jahren, wobei jedoch in der solaren Minimumsphase 2006-2010 Perioden mit einer Länge von 6,7 und 9 Jahren gemessen wurden. Auch diese Beobachtungen weisen auf eine bevorstehende solare Aktivitätspause hin. Die Arbeit erschien dieses Jahr in den Geophysical Research Letters. (Siehe auch Bericht auf WUWZ).

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Welche Rolle spielt die Ozeanversauerung? Eine Wissenschaftssparte mit noch vielen Fragezeichen

Durch Emissionen fossiler Kohlenwasserstoffe ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren von 0,028 Prozent auf 0,039 Prozent angestiegen. Etwa die Hälfte des durch den Menschen in die Atmosphäre emittierten CO2 wird von den Ozeanen und der Vegetation aufgenommen, wobei die andere Hälfte in der Atmosphäre verbleibt (Latif 2007, S. 64). Das Verhältnis zwischen atmosphärischem und in den Ozeanen gebundenem CO2 ist seit 1850 trotz ansteigendem, anthropogenem CO2-Ausstoß gleichgeblieben und das Puffervermögen der Ozeane hat daher noch nicht abgenommen (Knorr 2009). Die Weltmeere speichern momentan um die 40.000 Gigatonnen Kohlenstoff, wobei im Ozean damit zur Zeit etwa 50-mal mehr CO2 gespeichert ist als in der Atmosphäre, und 20-mal mehr als in der terrestrischen Biosphäre und den Böden (Latif 2007, S. 167). Bisher haben die Weltmeere damit erst 30% des anthropogenen Kohlenstoffs aufgenommen, den sie langfristig bei gegenwärtiger atmosphärischer Konzentration absorbieren könnten.

Der limitierende Faktor ist der Transport des aufgenommenen Kohlenstoffs in die tieferen Meeresschichten (Latif 2007, S. 171) ist die behäbig operierende „biologische Pumpe“: CO2 wird dabei von Meeresorganismen über Photosynthese aufgenommen und in organische Substanz eingebaut. Absterbende Organismen sinken in die Tiefe, was den Kohlenstoff aus der Oberflächenschicht entfernt (Latif 2007, S. 171). Zu beachten ist weiterhin, dass der CO2-Druckunterschied zwischen Atmosphäre und Ozeanwasser regional variiert. Es gibt daher Meeresgebiete, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und Meeresgebiete die CO2 an die Atmosphäre abgeben (Feely et al. 2001).

Während sich das CO2 in der Atmosphäre weitestgehend chemisch neutral verhält, also nicht mit anderen Gasen reagiert, ist es im Ozean chemisch aktiv. Gelöstes CO2 trägt prinzipiell zur Absenkung des pH-Wertes bei und das Meer wird saurer. Dieser Effekt ist bereits messbar. Der pH-Wert des Oberflächenwassers der Meere ist von 8,2 im Mittel um 0,1 Einheiten gesunken (Ozean-der.Zukunft.de). Ein pH-Wert von 7 ist neutral. Von einem ganzzahligen pH-Wert zum nächsten ändert sich die Wasserstoff-Ionen-Konzentration um eine Zehnerpotenz. Das Meerwasser ist daher heute noch immer deutlich basisch und liegt nicht im sauren pH-Bereich, wird jedoch offenbar „saurer“. Die natürliche regionale Variabilität des pH-Wertes in den weltweiten Ozeanen beträgt dabei mindestens +/- 0,3.

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ERDgespräche mit Bianca Jagger, Präsident Mohamed Nasheed, Prof. Stefan Rahmstorf und Dr. Mike Edwards am 31. Mai 2012 in Wien

Pressemeldungen.com kündigt an:

Auf Einladung von NEONGREEN NETWORK kommen am 31. Mai
2012 die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin sowie Alternative
Nobelpreisträgerin BIANCA JAGGER, der Präsident der Malediven MOHAMED
NASHEED, der Klimaforscher und Berater der deutschen Bundesregierung
Prof. STEFAN RAHMSTORF sowie der Umweltpädagoge Dr. MIKE EDWARDS nach
Wien. Sie treten bei den ERDgesprächen, die bereits zum 5. Mal von
NEONGREEN NETWORK veranstaltet werden, als Vortragende im Großen
Redoutensaal der Wiener Hofburg vor interessiertes Publikum.

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Kleine Eiszeit im Mittelmeer mit großer Kälte

Das Klima der letzten 10.000 Jahre war alles andere als stabil, und die Temperaturen schwankten im globalen Durchschnitt um mehr als ein Grad. Der heutigen „Modernen Wärmeperiode“ vorangegangen ist die sogenannte Kleine Eiszeit (Little Ice Age, LIA), die von etwa 1300 bis 1850 andauerte. Der Höhepunkt der Kleinen Eiszeit fällt in die Zeit von 1645-1715, einer sehr sonnenstrahlungsarme Phase, die Maunder Minimum genannt wird. Während dieser Zeit wuchsen die Alpengletscher stark an und die Winter in Mitteleuropa waren eisig kalt. Die Themse fror viele Winter lang zu, und das Eis war dick genug, dass dort Feste gefeiert werden konnten, wie zum Beispiel 1663 und 1677 geschehen. Während des kalten Winters 1683/1684 fror der Boden in Teilen Südenglands mehr als einen Meter tief durch, und es bildete sich ein 5 km breiter Eisgürtel entlang des Ärmelkanals. 

Am besten bekannt ist die Kleine Eiszeit aus dem nordatlantischen Gebiet Mitteleuropas, weshalb einige Forscher früher fälschlicherweise annahmen, dass es sich um ein regional begrenztes Phänomen handeln könnte und sich durch Erwärmung an anderer Stelle der Erde im globalen Durchschnitt herausmitteln würde. Diese Hypothese bestätigte sich jedoch nicht, da die Kleine Eiszeit mittlerweile von allen Kontinenten beschrieben worden ist. 

Aus dem Mittelmeergebiet gab es bislang keine zuverlässigen Temperaturrekonstruktionen aus dieser Zeit. Die existierenden Rekonstruktionen anhand von Baumringen für die vergangenen 500 Jahre werden mittlerweile als problematisch angesehen, da sich Baumringe in einigen Fällen in den Alpen und höhen nördlichen Breiten als ungeeignete Methode für die Klimarekonstruktion herausgestellt haben. 

Ein italienisches Forscherteam vom Met European Research Observatory hat daher historische Klimaaufzeichnungen aus dem Mittelmeergebiet Italiens analysiert, um zu überprüfen, wie sich die Temperaturen in Südeuropa während des Höhepunktes der Kleinen Eiszeit entwickelt haben. Nazzareno Diodato und Gianni Bellocchi rekonstruierten in ihrer Studie die Winter-Temperaturen für die Monate Dezember bis Februar. Hauptpfeiler ihrer Analysen bildeten das Moio und Susanna Manuskript sowie die Corradi-Annalen. Die Chroniken von Giovanni Battista Moio und Gregorio Susanna beinhalten eine Auflistung von Extremwetterlagen und Hungersnöten der Region Kalabrien. Die Corradi-Annalen umfassen eine Sammlung von Berichten zu Klimaextremen und ihren Auswirkungen auf die Umwelt für die Zeit von 5 n. Chr. bis 1850. Zudem verwendeten die Forscher andere Datenquellen wie etwas einen Katalog der italienischen Agentur für neue Technologien über Umweltereignisse. Auf Basis der historischen Informationen wurden Indizes berechnet, die schließlich in Temperaturen umgerechnet wurden. 

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Bakterien als CO2-Verfestiger, Satelliten als CO2-Polizei und was sonst noch so geschah – Die Klimanews der Woche

Die Abscheidung von Kohlendioxid und die Verpressung in den Untergrund (carbon capture and storage, CCS) entwickelt sich zu einem großen Wirtschaftszweig. Die Abscheidung ist aufwendig, kostenintensiv und verringert den Wirkungsgrad von Kraftwerken. Jedoch könnten auf diese Weise die CO2-Emissionen reduziert werden. Selbst wenn CO2 nur eine geringe Klimawirkung haben sollte, könnte es noch immer für eine (moderate) Erwärmung von bis zu 1°C bis 2100 verantwortlich sein, wie wir in Kapitel 7 unseres Buches „Die kalte Sonne“ diskutieren. Unklar ist jedoch noch immer, ob das in den Untergrund verpressste CO2 dort auch stabil für lange Zeit verbleibt oder allmählich wieder seinen Weg an die Erdoberfläche findet. Nun gibt es Hoffnung.

Technology Review auf heise.de schreibt:

„Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien haben in Reaktion auf solche Kritik nun eine Idee entwickelt, wie sich CO2 auch in Lagerstätten aus porösem, salzwasserhaltigem Gestein sicher speichern lassen soll – in dem aus dem Gas ein Feststoff wird. Erst nach vielen Tausend Jahren kristallisiert in Salzgestein normalerweise das CO2 in Kombination mit Metall-Ionen zu Calciumcarbonat und anderen mineralischen Carbonaten und wird damit unschädlich. Doch dieser Prozess lässt sich beschleunigen: Die Biochemikerin Jenny Cappuccio will die Verfestigung mit Hilfe genetisch veränderter Bakterien optimieren.“

Die Studie wurde kürzlich in Science besprochen.

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Klimazertifikate kosten bekanntlich Geld, auch wenn der aktuelle Preis momentan nicht allen gefällt. Wo es um große Summen geht, wird der Mensch bekanntlich erfinderisch. Nicht auszuschließen, dass es Böse Buben geben könnte, die zur Vermeidung von CO2-Steuern ihre Kohle und Öl heimlich verbrennen, ohne es ordnungsgemäß anzumelden. Diesen Klimasündern droht jedoch nun Ungemach aus dem All, wie CO2-Handel.de jetzt berichtete (siehe auch englischsprachiger Bericht auf notrickszone.com):

„Das Raumfahrtunternehmen Astrium konzipiert für die Esa einen neuen Satelliten zur Überwachung der Treibhausgasvorkommen. Der neue Klimasatellit soll Treibhausgase mit einer bis dahin ungekannten Auflösung von 2 x 2 Kilometern aufspüren. […] Der neue Satellit soll den Ausstoß der beiden wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) in bislang unerreichter Genauigkeit messen. Erstmals würde die Möglichkeit bestehen, lokale CO2-Quellen wie zum Beispiel Kohlekraftwerke, Emissionen von Städten oder auch von geologischen Quellen wie Vulkanen zu erfassen. Ähnliche Möglichkeiten bieten sich nach Unternehmensangaben für Methan an, das beispielsweise von Müllkippen und Öl verarbeitenden Industriekomplexen abgegeben wird.“

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Der australische Außenminister Kevin Rudd hat früher in China gearbeitet und spricht fließend Mandarin. Auf der Sicherheitskonferenz in München setzte Rudd nun die rasante Entwicklung Chinas in einen globalen Kontext. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 6.2.2012:

„Der Aufstieg Chinas, glaubt [Rudd] werde die globale Ordnung erschüttern. Wenn Europa nicht aufpasse, dann werde die neue Weltordnung ohne den alten Kontinent gestaltet, dann lege sich Europa ‚in sein frühes politisches Grab‘. Europa, so Rudd, habe nicht im Blick, dass die Welt gerade neu verteilt wird.“

In China geht derzeit pro Woche ein großes Kohlekraftwerk der Ein-Gigawatt-Klasse ans Netz. An den CO2-Einsparprogrammen  des Kyoto-Protokolls nimmt China nicht teil. Die Los Angeles Times berichtete im April 2012, dass chinesische Verbraucher mittlerweile verstärkt auf große SUV-Fahrzeuge umsteigen. Durch staatliche Förderung und geringe Lohnkosten haben chinesische Solarmodule mittlerweile die uneingeschränkte weltweite Marktführerschaft übernommen, woraufhin westliche Solarmodul-Produzenten reihenweise in Finanznot gerieten. Europa täte in der Tat gut daran, auch den Aspekt „Wettbewerbsfähigkeit“ bei den aktuell angedachten Umbaumaßnahmen der Industriegesellschaft nicht zu vernachlässigen.

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Henrik Svensmark präsentiert neue Hinweise auf den Einfluss der kosmischen Strahlung auf Klima und Lebewelt

Das Leben auf der Erde war immer schon den Launen des Kosmos ausgesetzt. So wechselten sich in den letzten 2 Millionen Jahren Eiszeiten und Warmzeiten munter miteinander ab, gesteuert von leichten Variationen der Erdbahn um die Sonne. Auch stehen große Meteoriteneinschläge im Verdacht, das massenhafte Aussterben zahlreicher Arten verursacht zu haben. Vor einigen Jahren fanden der Jerusalemer Physiker Nir Shaviv und der Bochumer Geowissenschaftler Jan Veizer, dass sich die bekannten klimatischen Schwankungen der vergangenen 500 Millionen Jahre gut mit der Bewegung der Erde durch die Milchstraße erklären ließen, wobei unterschiedliche Sternhäufigkeiten Änderungen in der kosmischen Strahlung hervorriefen. Die kosmische Strahlung besteht aus kleinen Teilchen aus Sternenexplosionen, sogenannten Supernovae, wobei diese Teilchen höchstwahrscheinlich Kondensationskeime für kühlende Wolken bilden.

Zu diesem Thema erschien jetzt in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society auch eine neue Studie des dänischen Physiker Henrik Svensmark, die kostenlos als pdf heruntergeladen werden kann. Im Rahmen dieser Arbeit rekonstruierte Svensmark die Häufigkeit von Supernovae für die vergangenen 500 Millionen Jahre und verglich die Entwicklung mit der Meeresspiegelgeschichte sowie der Artenvielfalt.

Ausgangspunkt der Untersuchung war ein Katalog von offenen Sternenhaufen, der an der Universität Wien gepflegt wird und in dem etwa 1300 offene Sternenhaufen mit einer Entfernung von bis zu 45.000 Lichtjahren gelistet sind. Offene Sternhaufen sind Ansammlungen von etwa zwanzig bis zu einigen tausend Sternen, die sich aus derselben Gaswolke gebildet haben. Zu den bekanntesten offenen Sternenhaufen gehören die Plejaden, die 380 Lichtjahre von uns entfernt sind und sich vor 135 Millionen Jahren, also der Kreidezeit bildeten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der offene Sternenhaufen der Plejaden. Urheber: NASA / Lizenz: gemeinfrei.

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Stefan Rahmstorf am 7. Mai 2012 mit Vortrag an der Universität zu Köln

Stefan Rahmstorf hält am 7. Mai 2012 einen Kolloquiumsvortrag an der Universität zu Köln mit dem Titel „Zunahme von Temperaturextremen durch die globale Klimaerwärmung“. Der Vortrag beginnt um 17:00 Uhr und findet im GeoBio-Hörsaal statt. Nähere Informationen und den Abstract gibt es hier. Zur gründlichen Vorbereitung sei allen Zuhörern unser kürzlicher Blogartikel „Ist das noch normal? Die extrem schwierige Analyse von Extremwetter“ empfohlen.

Neue Studie des Wiener Naturhistorischen Museums: Sonnenaktivität prägte das Klima bereits vor 10 Millionen Jahren

Der signifikante klimatische Einfluss von Sonnenaktivitätsschwankungen während der vergangenen 10.000 Jahre konnte durch eine Vielzahl von geologischen Fallbeispielen belegt werden. Entgegen den Ansichten des Weltklimarats sollte daher die Sonne auch im heutigen Klimageschehen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob auch zu anderen geologischen Zeiten die Launen der Sonne das Klima mitgestaltet haben. Dies würde die Bedeutung dieser solar-terrestrischen Kopplung weiter unterstreichen. Die existierenden Temperaturmessreihen seit 1850 sowie die Satellitenmessreihen der letzten 50 Jahre sind viel zu kurz und liegen bereits in einer potentiell anthropogen beeinflussten Phase, so dass geologische Daten unverzichtbar sind. 

Eine österreichisch-ägyptische Forschergruppe um Andrea Kern vom Naturhistorischen Museum in Wien hat sich dieses Problems angenommen und untersuchte hierzu einen sechs Meter langen Sedimentkern, den sie aus einem ehemaligen See im Pannonischen Becken gewonnen haben. Der Kern deckt gut 8000 Jahre Klimageschichte einer Warmphase im Erdzeitalter des sogenannten Miozäns ab, welches 10 Millionen Jahre zurückliegt. 

Um eine möglichst hohe zeitliche Auflösung zu erhalten, beprobten die Wissenschaftler den Sedimentkern detailliert im Zentimeterabstand, wodurch sie 600 Datenpunkte gewannen. Zu jedem Datenpunkt erfassten sie Werte zur natürlichen radioaktiven Strahlung, den magnetischen Eigenschaften sowie die Häufigkeit von kleinen Muschelkrebsen (Ostrakoden). Mit diesen drei Parametern rekonstruierten sie Veränderungen in den ökologischen Bedingungen des untersuchten ehemaligen Gewässers. Das Team veröffentlichte seine Ergebnisse jetzt im renommierten geowissenschaftlichen Fachmagazin Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology

Auf Basis einer statistischen Auswertung identifizierte die Gruppe eine Reihe von charakteristischen Zyklen in den Ablagerungen. Eine genaue Altersdatierung der Sedimente war jedoch nicht möglich, da die Radiokarbonmethode auf jüngere Ablagerungen beschränkt ist. Eine Abschätzung der im Kern enthaltenen Zeit gelang dennoch, da die Forscher Ablagerungsgeschwindigkeiten aus dem benachbarten Wiener Becken heranzogen. Hierdurch konnten die festgestellten Zyklen eindeutig solaren Grundzyklen zugeordnet werden. Gefunden wurden auf diese Weise der Gleissberg-Zyklus (88 Jahre), der Suess/de Vries-Zyklus (208 Jahre), ein 500 Jahres-Zyklus, der Eddy-Zyklus (1000 Jahre) und der Hallstatt-Zyklus (2300 Jahre). Zusätzlich war ein nicht-solarer 1500 Jahreszyklus ausgebildet. 

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„Die kalte Sonne“ ist Buchtipp der Woche in der Wirtschaftssendung ECO des Schweizer Fernsehens

Die Wirtschaftssendung ECO des Schweizer Fernsehens hat unser Buch „Die kalte Sonne“ am 23.4.2012 in der Reihe „Die besten Wirtschaftsbücher“ zusammen mit zwei weiteren Businesstiteln als Buchtipp der Woche vorgestellt. ECO schreibt:

„Dieses Buch ist ein Muss, nicht nur für diejenigen, die den Wert naturwissenschaftlicher Forschung schätzen. Es ist auch Pflichtlektüre für alle, die das Ökosystem der Erde und all seine Ressourcen sowie die menschliche Unfähigkeit, damit im Einklang zu leben, begreifen wollen. Fast wie in einem Krimi schildern Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning, wie bestimmte Interessen im Weltklimarat eine objektive Forschung der Klimaveränderungen erschweren und wie mit den Ergebnissen Politik gemacht wird. Vahrenholt und Lüning gehen aber noch einen Schritt weiter: Nicht das (menschengemachte) CO2 ist ihrer Meinung nach der massgebliche Klimatreiber, sondern die Sonne – und deren Aktivität lässt derzeit nach. Was bedeutet das für das Erdklima? Mit welcher Energie-Strategie sollten wir darauf reagieren? Selten wurden die komplexen Zusammenhänge der Klima-Entwicklung so spannend erläutert. Schade nur, dass die Autoren ihre exzellente Arbeit unnötig oft als Angriffswaffe gegen den Weltklimarat nutzen. Wegen ihrer unzähligen Vorhaltungen laufen sie Gefahr, rechthaberisch statt überzeugend zu wirken. Wie viel an ihrer These dran ist, ist schwer zu beurteilen – der Diskussion um das heisse Thema wird sie auf jeden Fall gut tun.“

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Auch die Wochenzeitung Jungle-World.com beschäftigte sich mit unserem Buch und der Klimadiskussion.  Auszug:

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Ist das noch normal? Die extrem schwierige Analyse von Extremwetter

Es ist noch gar nicht lange her, da musste der menschengemachte Klimawandel für jede noch so kleine und große Wetterkapriole gerade stehen. Zog ein Sturm übers Land – war es die Klimakatastrophe. Fiel ein Sommer mal etwas heißer aus und die Erdbeeren verdorrten – war es die Klimakatastrophe. Trat ein Fluss über die Ufer – war es natürlich die Klimakatastrophe. Noch im 4. Klimazustandsbericht des Weltklimarats von 2007 wimmelte es nur so von Extremwetter-Horrorszenarien. Bereits heute wäre der natürliche Schwankungsbereich überschritten, hieß es. Wie sich später herausstellte wurde im Übereifer dabei wohl in einigen Fällen bewusst „graue“ Literatur gegenüber der begutachteten, offiziellen Literatur bevorzugt.

Ein paar Jahre später sieht es dann doch wieder etwas anders aus, und das sorgfältig konstruierte Katastrophen-Kartenhaus beginnt zu bröckeln. Tja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht, heißt es nun plötzlich. Etliche Extremwetterkategorien sind mittlerweile aus der Argumentation herausgefallen, und man konzentriert sich mittlerweile auf einige wenige verbliebene Bösewichte, die man umso mehr hegt und pflegt.

Im März 2012 erschien der erste Extremwetterbericht des Weltklimarats. Nach üblichem Muster war die Zusammenfassung bereits Ende 2011 einige Wochen vor der Klimakonferenz in Durban herausgegeben worden. Schwer zu sagen, ob der Haupttext damals überhaupt schon fertig war, auf dem die Zusammenfassung doch eigentlich basieren sollte. Ein fragwürdiges Verfahren. Auch die Medien verspürten damals Unbehagen. Klaus-Eckhard Puls hat die kritischen Pressestimmen von damals in einem Artikel auf EIKE feinsäuberlich zusammengefasst. So brachte etwa Spiegel Online im November 2011 den Beitrag ‚Report zum Extremwetter – Uno versagt bei Aufklärung über Klimawandel‘ und ärgerte sich:

„Die Präsentation des neuen Klimaberichtes jedoch zeigt, daß es gleichgültig zu sein scheint, was Wissenschaftler in jahrelanger harter Arbeit herausfinden – die Botschaft ist immer die gleiche: Alles wird schlimmer.“

Als jetzt der 592-Seiten starke Bericht im März 2012 endlich herauskam, konnte man dort die üblichen Warnungen vor stärkeren Tropenstürmen, Sturmfluten an der Küste, Überflutungen im Inland durch Starkregen, Dürren und Hitzewellen wiederfinden. Gerne griff die Presse die schöne Schockergeschichte auf und berichtete ausgiebig (siehe z.B. Artikel in der Zeit, proplanta.de, NZZ, Handelsblatt, Blick). Allerdings sucht man nach einem wichtigen Punkt vergeblich. In der Rubrik Frequently Asked Questions des Berichts wird nämlich ausgeführt:

„FAQ 3.1   Wird das Klima extremer werden? […] Keine der Methoden ist bislang ausreichend weit entwickelt, als dass wir diese Frage mit Sicherheit beantworten könnten.“

Welch Überraschung. Erst werden die ganzen schönen Katastrophenszenarien aufgebaut, und dann will niemand die Verantwortung für die Prognosen übernehmen. Von den Politikern hingegen wird erwartet, dass sie ganz schnell und ganz tief in die Tasche greifen, um die vermeintlich schuldige Wirtschaftslandschaft komplett umzukrempeln (siehe Kapitel 8 in „Die kalte Sonne„). Vermutlich meinte Die Zeit u.a. auch dieses Statement als sie die Antworten des Berichts als „differenziert“ und „extrem vorsichtig“ formuliert bezeichnete, so „dass sich jeder Katastrophismus-Vorwurf erübrigen dürfte.“ 

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Solare Millenniumszyklen kontrollierten Feucht- und Dürrephasen der Römerzeit im Mittelmeer

Das Römische Imperium beherrschte das zentrale Mittelmeergebiet fast tausend Jahre lang (500 v. Chr bis 500 n. Chr.) und erlebte starke langfristige Klimazyklen mit warmen und kalten Phasen. Auch die Regenmengen schwankten signifikant, wobei sich die ausgeklügelte landwirtschaftliche Produktion der Römer an Feucht- und Dürrephasen anpassen musste.

Eine niederländische Forschergruppe um Brian Dermody von der Universität Utrecht hat sich die Klimageschichte des Mittelmeerraums jetzt anhand der veröffentlichten Daten im Zusammenhang näher angeschaut und versuchte mit statistischen Methoden aus den zum Teil widersprüchlichen Zahlen ein Gesamtbild für die Zeit 1000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. zu erstellen. Zusätzlich führten sie auch Modellierungen durch. Die Studie erschien vor kurzem in der Fachzeitschrift Climate of the Past.

Eine besonders feuchte Phase konnte für die Zeit um das Jahr Null in Israel und Spanien sowie in anderen Teilen Europas wie etwa Norwegen registriert werden. In anderen Teilen der Region, wie zum Beispiel in der Türkei und im zentralen Mittelmeergebiet mit Griechenland und Tunesien herrschten zur gleichen Zeit jedoch außergewöhnlich trockene Bedingungen.

Die Forscher puzzelten die komplexen Verhältnisse zusammen und konnten herausarbeiten, dass in der Region eine Art „Feuchtigkeitsschaukel“ ausgebildet war, wobei sich Feucht- und Dürrebedingungen im 1000er-Jahrestakt in den jeweiligen Gebieten austauschten. Wo vorher Dürre herrschte, zog Feuchtigkeit ein und umgekehrt. Dies belegt noch einmal eindrucksvoll, dass es bereits in vorindustrieller Zeit einen signifikanten, natürlichen Klimawandel gegeben hat. 

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Himalaya-Schmelzkatastrophe abgeblasen: Das Neueste aus der Welt der Gletscher

Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit 1850 ist es um knapp ein Grad wärmer geworden. Die Temperaturen unserer „Modernen Wärmeperiode“ entsprechen damit heute etwa denen der Mittelalterlichen Wärmeperiode vor 1000 Jahren. Das allmähliche Abschmelzen vieler Gebirgsgletscher in den verschiedensten Teilen der Erde ist Teil dieses zyklischen Prozesses, der sich in den letzten 10.000 Jahren bereits mehrfach abgespielt hat (siehe auch Gletscher-Kapitel auf S. 191-193 in unserem Buch „Die kalte Sonne“).

Ein internationales Forscherteam um Tobias Bolch von der Universität Zürich hat nun im Rahmen einer im Fachjournal Science veröffentlichten neuen Studie die Himalaya-Gletscherschmelze neu bewertet (siehe Berichte auf ORF, SF, scinexx, Hamburger Abendblatt, innovations-report). Die Forscher fanden, dass die meisten der Himalaya-Gletscher zwar schrumpfen, dies aber deutlich weniger schnell als bisher in den alarmistischen Prognosen des Weltklimarats angenommen. Überraschend: Die untersuchten Gletscher passen sich gut in das globale Mittel ein. Der IPCC hatte in seinem letzten Bericht irrtümlicherweise ein rasantes Abschmelzen bis 2035 vorhergesagt und in der Folge wegen des darauf angeblich folgenden Schmelzwassermangels die Existenzgrundlage der Lokalbevölkerung in Frage gestellt. Immer wieder gerne gesehen dazu ist das Video mit Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, in dem er diese mittlerweile berühmte IPCC-Fehlprognose dem deutschen Fernsehzuschauer genüsslich auftischt:

 

 

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