TV-Doku am 10.2.2013 auf N24: Fünf Wege, die Welt zu retten

Am 10.2.2013 zeigt N24 um 00:10 und 05:05 Uhr die Doku „Fünf Wege, die Welt zu retten“. Aus der Ankündigung: „Steigende Temperaturen lassen die Eiskappen schmelzen und den Meeresspiegel anschwellen. Die Welt verändert sich durch die globale Erwärmung schneller als erwartet. In der N24-Dokumentation präsentieren Wissenschaftler fünf Ideen, wie der Mensch den Klimawandel aufhalten kann: zum Beispiel durch Kühlung der Erde mit einem riesigen Sonnenschirm oder die Entwicklung „künstlicher Bäume“, um das CO2 in der Luft zu reduzieren. Kann menschlicher Erfindungsreichtum die Erde retten?“    

Immer wenn die Sonne schwächelte, brauste in Portugal der Wind auf

Zwanzig Kilometer südlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon liegt die Halbinsel Setúbal. Der anbrandende Atlantik hat sich hier in das Land hineingefressen und steile Kliffs in die Landschaft geschnitten. Dünen haben den vom Atlantik neugeschaffenen Platz an der Küste heute zum Teil wieder aufgefüllt. Bereits in den vergangenen Jahren haben Forscher diese Dünen mithilfe von Radar (GPR – ground penetrating radar) durchleuchtet und die Dünenarchitektur kartiert. Dabei fiel den Wissenschaftlern auf, dass die Dünen wohl nur während ganz bestimmter, relativ kurzer Zeiten aktiv waren und sich aufbauten. Den größten Teil der Nacheiszeit muss das Dünenfeld dagegen inaktiv gewesen sein.

Ein portugiesisch-US-amerikanisches Forscherteam um Susana Costas vom Nationalen Labor für Energie und Geologie von Portugal hat nun die Dünenaktivitätsphasen altersmäßig eingestuft. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im April 2012 im Fachmagazin Quaternary Science Reviews. Auf Grundlage der vorliegenden Radar-Kartierung sammelten die Forscher Sandproben der verschiedenen Dünengenerationen. Die Altersdatierung erfolgte mithilfe der sogenannten „optisch stimulierten Luminiszenz-Methode“. Die Technik baut darauf auf, dass die Sande Spuren von natürlichen radioaktiven Elementen enthalten. Die von diesen Elementen erzeugte Strahlung verursacht Schäden im Kristallgitter der Körner, wobei instabile Elektronen eingebaut werden. Stimuliert man nun die Körner mit spezieller Strahlung, so sendet das Mineral ein charakteristisches Licht aus („Luminiszenz“). Je älter das Sediment ist, desto mehr Strahlung wird ausgesendet. Die Luminiszenz-Uhr beginnt zu ticken, wenn der Sand das letzte Mal direkt von der Sonne beschienen wurde. Hierdurch wird die Uhr quasi auf Null gestellt. Die Methode wird sowohl von Geologen als auch von Archäologen angewandt.

Susana Costas und ihre Kollegen konnten im portugiesischen Untersuchungsgebiet fünf Hauptphasen der Dünenaktivität feststellen, während derer die Westwinde besonders stark gewesen sein müssen. Diese Starkwindphasen ereigneten sich vor 12.600, 5.600, 1.200, 400 und 300 Jahren. Ähnlich windreiche Episoden traten zeitgleich auch in Nordwesteuropa auf.

Die Forscher verglichen die Wind-Entwicklung auch mit der Temperatur-Geschichte im Nordatlantik, welche vor mehr als zehn Jahren von einem Team um Gerard Bond anhand von Tiefseebohrkernen rekonstruiert wurde. Interessanterweise fielen die portugiesischen Starkwindphasen jeweils in ausgeprägte nordatlantische Kälteperioden (Abbildung 1). Mittlerweile sind die Bond-Klimazyklen aus den verschiedensten Teilen der Erde bekannt, haben also einen globalen Charakter. Bond konnte zudem zeigen, dass die von ihm dokumentierten Temperaturschwankungen der vergangenen 10.000 Jahre in beeindruckender Weise parallel zur Sonnenaktivität verliefen. Die kalten, windreichen Phasen im atlantischen Raum fanden alle zu Zeiten geringer Sonnenaktivität statt, so dass ein solarer Auslöser dieser Ereignisse wahrscheinlich ist. 

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Schweigen im Walde: Über die Ethik der wissenschaftlichen Stille

Es gibt Momente, da fragt man sich, warum in den Klimawissenschaften eine offene und fruchtbare Diskussion nicht so richtig in Gang kommen möchte. In den meisten anderen Wissenschaftszweigen wird leidenschaftlich und kontrovers diskutiert. Und nachdem man sich die Argumente mit Schmackes um die Ohren gepfeffert hat, gehen die Kontrahenten anschließend gemütlich in die nächste Kneipe, um gemeinsam ein verbindendes Bier zu trinken.

In den Klimawissenschaften wäre dieser Vorgang undenkbar, da das gegenseitige Misstrauen einen normalen kollegialen Umgang meist unmöglich macht. Ein Forschungszweig, in dem man seine Worte lieber dreimal abwägt, um nicht am nächsten Tag als verrückter Klimaleugner ausgesondert zu werden, schafft einen wenig kreativen, kontraproduktiven Rahmen. Bedenkt man die großen Fördermittelsummen und die enorme gesellschaftliche Bedeutung der Klimawissenschaften, wäre es allerhöchste Zeit innezuhalten und die Situation hinsichtlich eines möglichen strukturellen Reformbedarfs zu überprüfen.

Eines ist klar, so kann es nicht weitergehen. Wenn Forscher in ihren wissenschaftlichen Arbeiten bewusst wichtige und offensichtliche Schlussfolgerungen aus Taktik- und Selbstschutzgründen auslassen, sollten die Alarmglocken schrillen. An genau solch einem traurigen Punkt sind wir leider bereits angekommen. Was man normalerweise in Ländern wie Nordkorea vermutet hätte, hat sich klammheimlich in unseren Wissenschaftsbetrieb eingeschlichen. Unbequeme wissenschaftliche Arbeiten kosten heute Ansehen, Ausgrenzung, Verweigerung weiterer Fördermittel und stellen einen Karrierestolperstein dar. Politische und akademische Wissenschaftsmanager sollten sich so schnell wie möglich Gedanken darüber machen, wie diese ungesunde Situation umgehend ausgebessert werden kann.

 

Fehlende Bereitschaft zur inhaltlichen Fachdiskussion

Nach mehrwöchiger Dauerkritik durch Redakteure der ZEIT an unserem Buch „Die kalte Sonne“ bekamen wir Anfang März 2012 endlich die Möglichkeit, den ZEIT-Lesern und dem wissenschaftlichen Betrieb auch einmal unsere Sichtweise darzustellen („Hier irren die Klimapäpste“). Wir berichteten darin über die bedeutenden Temperaturschwankungen der letzten 10.000 Jahre, die synchron zur Sonnenaktivität verliefen. Wir zeigen in unserer Argumentation, dass ein signifikanter Teil der Erwärmung der letzten 150 Jahre als logische Fortsetzung dieses natürlichen Zyklenmusters anzusehen ist. Mit unserem Text füllten wir fast eine ganze Seite in der vermutlich meistgelesenen Wochenzeitung des deutschsprachigen Raumes. Da unser Buch von den etablierten Klimaforschern bis dahin heftig bekämpft wurde, hätte man nun eine fachlich vernichtende Kritik an der von uns in der ZEIT vorgebrachten Beweisführung erwartet. Wo genau in dieser Indizienkette haben wir uns denn eigentlich geirrt? Umso überraschender die Reaktion des Klima-Establishments auf unseren Artikel. Es gab schlichtweg keine. Die deutschen Institute schwiegen beharrlich. Nicht einmal der Ansatz einer Kritik an unserem Zeitartikel wurde laut. 

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Spiel mit der Angst: Was steckt hinter dem Klimakatastrophismus?

Gerade schwappt wieder eine ganze Welle von düsteren Klimafolgen-Prophezeiungen über den Globus. Club of Rome, Deutscher Wetterdienst (DWD), OECD – kaum eine große Organisation, die nicht mit der apokalyptischen Masche kräftig punkten will. Eines ist klar, nur wer Katastrophen verkündet, wird in der heutige schnelllebigen Medienwelt überhaupt Gehör finden. Natürlich fehlt auch Greenpeace nicht in diesem Konzert. AFP berichtete im Februar 2012:

„Der Chef der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Kumi Naidoo, sieht im Klimawandel die Hauptgefahr für die globale Sicherheit. ‚Ich weiß nicht, was die Waffen des Dritten Weltkrieges sein werden, aber der Vierte Weltkrieg wird mit Steinen und Stöcken geführt werden‘, sagte Naidoo bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Er warnte vor einem Aufstand der Armen, wenn nicht schnell Maßnahmen ergriffen würden, um die Risiken ökologischer Katastrophen zu verringern.“

Auch die Augsburger Allgemeine und Focus berichteten über den angeblichen Kriegstreiber Klimawandel. Spiegel Online fragte kürzlich einmal bei Naidoo etwas genauer nach:

SPIEGEL ONLINE: Herr Naidoo, Greenpeace wirkt im Kampf für den Klimaschutz hilfloser denn je. Ist der Planet schon verloren?  

NAIDOO: Für Millionen Menschen, gerade in Afrika, ist es schon zu spät. Sie spüren bereits die Folgen des Klimawandels. Das bedeutet aber nicht, dass wir die schlimmsten Konsequenzen nicht noch abwenden können – oder das Leiden der Betroffenen lindern können. Dafür müssen wir aber jetzt alles tun, was wir können, um das Klima zu schützen. Wir sind alles andere als hilflos, aber wir brauchen Unterstützung. Andere Interessengruppen, wie die Öl-Lobby, verfügen über ein größeres Finanzposter als wir. 

Welche angeblichen Klimafolgen in Afrika könnte Naidoo nur meinen? Dürren, Überschwemmungen, Stürme und anderes Extremwetter befinden sich noch immer im bekannten Rahmen der natürlichen Klimavariabilität. Anthropogene Klimaschäden in Afrika sind bislang wissenschaftlich nicht identifizierbar. Die Irreführung der Öffentlichkeit durch Naidoo in diesem Punkt ist haarsträubend. Verwechselt er eventuell die aktuelle Situation mit den Katastrophenvorhersagen auf Basis der fragwürdigen IPCC-Klimaprognosen? Bei Erwärmungsbeträgen von bis zu 6°C bis Ende des 21. Jahrhunderts könnte man sich in der Tat schlimme Folgen vorstellen. Wie wir jedoch in unserem Buch „Die kalte Sonne“ zeigen konnten, sind diese Temperaturszenarien alles andere als wahrscheinlich, da natürliche Klimafaktoren signifikant unterschätzt und CO2 massiv in der Wirkung überschätzt wurden.

Wie könnte die nur widerwillig folgende Bevölkerung von den Greenpeace-Visionen bloß endlich überzeugt werden? Was in der Vergangenheit gut funktioniert hat, war die Verbreitung von Angst und Schrecken. Biblische Plagen und das drohende Fegefeuer haben früher noch fast jeden gefügig gemacht. Auch heute setzen viele Organisationen auf diese bewährte Masche. Aber funktioniert sie noch so gut wie früher oder hat sich diese Psycho-Methode bereits abgenutzt?

SPIEGEL ONLINE: Bislang helfen Horrorszenarien nicht. In Japan ist ein Atomreaktor explodiert; im Golf von Mexiko verursachte eine Tiefseebohrung die größte Ölpest der US-Geschichte. Die meisten Länder setzen trotzdem weiter auf solch hochriskante Formen der Energieerzeugung. 

NAIDOO: Wir sind süchtig nach schmutziger Energie, das stimmt. Aber jede Sucht kann überwunden werden. Vielleicht kommen wir zur Vernunft, wenn wir uns all die katastrophalen Wetterereignisse bewusst machen. Der Inselstaat Kiribati versinkt wegen des Anstiegs der Meere. In einigen Ländern herrscht Wasserknappheit und die Agrarwirtschaft bricht zusammen. Millionen Klimaflüchtlinge aus Afrika drängen nach Europa. Wir müssen verheerende wirtschaftliche, soziale und ökologische Schäden abwenden. Die amtierenden Regierungschefs sind die größten Verlierer aller Zeiten. Sie laufen sehenden Auges in die Katastrophe…

Es ist erschreckend zu lesen, wie hier die unterschiedlichsten Dinge durcheinander gebracht werden und hieraus ein regelrechter Angst-Cocktail gemixt wird. Die Atomkatastrophe von Fukushima wurde von einem Erdbeben und einem damit verbundenen Tsunami ausgelöst. Mit Klima hat dies rein gar nichts zu tun. Auch der Ölunfall im Golf von Mexiko ist keine Folge des Klimawandels. Die Koralleninsel Kiribati versinkt nicht in den Fluten, sondern wächst momentan sogar, wie neuseeländische Forscher bereits vor zwei Jahren zeigen konnten. Die Flüchtlinge aus Afrika drängen nicht wegen angeblicher Klimaschäden nach Europa, sondern aufgrund der großen Armut in ihren Ländern. Schlechte Staatsführung, Korruption, kriegerische Konflikte und ungenügende medizinische Versorgung sind viel wichtigere Themen in Afrika als der Klimawandel. In vielen afrikanischen Ländern ist trotz guter natürlicher Voraussetzungen die landwirtschaftliche Produktivität in den letzten Jahrzehnten deutlich abgesunken. Es mangelt an effektiver Organisation und stabilem Frieden, nicht unbedingt an bebaubarem Ackerland. Zahlreiche mit Rohstoffen üppig gesegnete afrikanische Länder gehören zu den ärmsten der Welt, weil die wirtschaftlichen Erträge in den Taschen einer kleinen Elite verschwinden. Das Geld fließt auf internationale Konten oder wird in Sportwagen sowie Häuser in London investiert. Auch westlicher Wirtschaftsprotektionismus und Spätfolgen der Kolonialisierung mögen eine Rolle spielen. Es ist vollkommen absurd zu glauben, die Vielzahl offensichtlicher Probleme nun mit der allmächtigen CO2-Keule beheben zu wollen. Bereits Björn Lomborg wies auf die seltsame Strategie hin, Probleme nicht direkt und effektiv sondern über die allheilende CO2-Methode zu lösen. 

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Überraschung! Weniger Extremwetter im Alpenraum

Das Klima spiele verrückt und alles werde immer extremer. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, dass die Welt vom Klima restlos zerstört werden würde. Dies haben uns bestimmte IPC-nahe Experten jahrelang erzählt. Nun hat sich ein Forscher einmal die harten Daten etwas genauer angeschaut und hat ganz Erstaunliches herausgefunden. Reinhard Böhm von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien hat Messdaten aus 58 Orten im Alpenraum untersucht, die zum Teil bis ins Jahr 1760 zurückreichen. Dabei ging es ihm vor allem um Temperaturen, Luftdruck und Niederschläge. Alle diese Daten sind im Internet hinterlegt, so dass seine Berechnungen von unabhängiger Seite jederzeit überprüft werden können. Böhm veröffentlichte seine Studie im Mai 2012 im Fachmagazin „European Physical Journal„.

Wie nicht anders zu erwarten, ist es natürlich auch in Österreich während der vergangenen 200 Jahren wärmer geworden, so wie in den meisten Gegenden dieser Erde. Dies war zu erwarten, da es den Übergang der natürlichen Kleinen Eiszeit zur Modernen Wärmeperiode darstellt. Die Frage, die Böhm nun untersuchte war, ob das Wetter in dieser Zeit vielleicht launischer, also extremer geworden ist.

Die österreichische Zeitung Die Presse schrieb hierzu:

„Egal, ob Schneefall, Starkregen, Sturm oder Trockenheit: Nach jedem auffälligen Wetterereignis erklären Medien und Experten, dass der durch Menschen verursachte Klimawandel der Grund für die Häufung von Extremereignissen in unmittelbarer Vergangenheit und absehbarer Zukunft ist. Hinterfragt hat die Erklärung noch kaum jemand. Bis auf einen. Reinhard Böhm […]. Für seine jüngste Forschungsarbeit wertete er bis zu 250 Jahre alte Wettermessdaten des Alpenraums aus. Das Ergebnis hat ihn selbst überrascht. Die Kernaussage: Eine Häufung von Wetterextremen, verursacht durch den Klimawandel, konnte – zumindest im Alpenraum – nicht festgestellt werden. 

In einer Pressemitteilung des Instituts werden die aufsehenerregenden Ergebnisse näher dargestellt (Abbildung 1) (siehe auch Artikel in Der Standard):

„[Zu] der oft zitierten Zunahme von Wetterextremen ist es in den Alpen bislang aber nicht gekommen. Ganz im Gegenteil: ‚Die Temperaturschwankungen sind in den letzten Jahrzehnten sogar geringer geworden‘, resümierte Klimatologe und Studienautor Reinhard Böhm. […] Die Resultate der Untersuchung ließen sogar die Wissenschafter staunen.

Ergebnis Nummer eins: In den vergangenen 250 Jahren wurden im Alpenraum die saisonalen und jährlichen Schwankungsbreiten heiß-kalt, trocken-feucht nicht stärker und damit nicht extremer.

Ergebnis Nummer zwei: Auch die vergangenen 30 Jahre, die stark durch den Einfluss des Menschen geprägt sind, zeigen im Vergleich zu den Jahrzehnten davor keinen Trend zu mehr Variabilität.

Und schließlich Ergebnis Nummer drei: In Langzeitverläufen zeigen sich bei Temperatur, Niederschlag und Luftdruck zwei lange Wellen der Variabilität mit einer Wiederkehrzeit von etwa hundert Jahren. Variabler (‚verrückter‘) war das Klima in der Mitte der beiden vergangenen Jahrhunderte, weniger variabel („ruhiger“) zu Beginn und Ende der Jahrhunderte. Diese langen Wellen lassen sich vorerst nicht erklären. Eine mögliche Ursache sind Wechselwirkungen mit den Ozeanen, die im Klimasystem sozusagen ein Langzeitgedächtnis besitzen, heißt es in der Studie.“

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Doku am 29.5.2012 auf 3SAT zum Klimawandel in China

Am 29.5.2012 läuft um 13:15 Uhr die 45-minütige Doku „Chinas Kampf gegen den Sand“ auf 3SAT. Aus der Ankündigung: „Weltweit dehnen sich durch Klimawandel und steigenden Wasserverbrauch die Wüstenflächen aus. Aber in keinem Land vollzieht sich die Austrocknung so rasant wie in China. Inzwischen sind verschiedene Regionen bereits unbewohnbar geworden. Um die fortschreitende Versteppung und Verwüstung weiter Teile Chinas einzudämmen, hat sich die Regierung entschlossen, mit tatkräftiger Unterstützung aus der Bevölkerung Milliarden von Bäumen zu pflanzen und weite Grünflächen anzulegen. „Chinas Kampf gegen den Sand“ dokumentiert diese Bemühungen.“   Zur Vorbereitung liest man am besten unsere folgenden Blogartikel: Dürre Beweislage …

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Gegen den Baum gefahren: Keith Briffa’s fragwürdige Temperaturrekonstruktionen in Sibirien

Weitgehend unbemerkt von der offiziellen Medienberichterstattung spielt sich derzeit ein interessanter Klimawissenschaftskrimi ab. Dabei geht es im Prinzip um die späte Aufklärung der berühmt-berüchtigten Hockey-Stick-Kurve sowie ihrer Nachfolgemodelle. Handelnde Personen sind der „Klimaexperte“ Keith Briffa von der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia (UEA) im englischen Norwich (Abbildung 1) sowie Steve McIntyre, ein halbpensionierter kanadischer Bergbauspezialist. Dazu muss man noch wissen, dass Briffa als Leitautor im letzten IPCC-Klimazustandsbericht tätig war. 

Die Geschichte ist sehr detaillastig und facettenreich, daher hier nur eine sehr grobe Vereinfachung. Ausgezeichnete ausführliche Darstellungen der Vorgänge geben A.W. Montford auf Bishop Hill, Steve McIntyre auf Climate Audit sowie Lucy Skywalker auf Tallbloke’s Talkshop, auf die hiermit verwiesen sei. 

 

Abbildung 1: Keith Briffa (Abbildungsquelle: CRU)

Es geht um Baumringe in Sibirien, die von Keith Briffa und anderen zur Rekonstruktion der Temperaturgeschichte herangezogen wurden, und die in allen wichtigen vom IPCC verwendeten und zitierten Kurven enthalten sind. Insbesondere dreht es sich um Bäume in „Yamal“ und „Polar Ural“ (Abbildung 2). 

 

Abbildung 2: Lagekarte der untersuchten Yamal-Baumringe in Sibirien. Abbildungsquelle: Tallbloke’s Talkshop.

 

Seit etlichen Jahren hat Steve McIntyre versucht, an die Originaldaten der Temperaturkurven heranzukommen. Briffa, Michael Mann und andere beteiligte Wissenschaftler hatten sich jedoch lange standhaft geweigert, diese Daten zu Überprüfungszwecken zur Verfügung zu stellen. Diese Weigerung ist höchst verwunderlich, bilden doch die aus diesen Daten synthetisierten Temperaturkurven eine wichtige Grundlage der Klimakatastrophenwarnungen des Weltklimarats. Da auf dieser Grundlage bereits ein kostspieliger Umbau der heutigen Industriegesellschaft begonnen wurde, sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass alle hiermit verbundenen wissenschaftlichen Daten im Sinne der Transparenz und Überprüfbarkeit frei verfügbar gemacht werden. Ein Gedanke, den der Staatsangestellte Keith Briffa offensichtlich nicht teilt. Und Briffa sowie andere Forscher scheinen ihre Gründe gehabt zu haben, diese Daten viele Jahre lang zurückzuhalten. Mittlerweile wird über die Freigabe vor Gerichten und in Untersuchungskommissionen gestritten.

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Ein ungutes Gefühl: Kinder-Klimabotschafter am 24.5.2012 in Bamberg

Die Klimadiskussion in Deutschland und anderen Teilen der Welt ist derzeit im vollen Gange. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass viele der apokalyptischen Vorhersagen des Weltklimarats aus wissenschaftlicher Sicht heute nicht mehr haltbar sind. Die Temperaturen sind seit nunmehr 12 Jahren nicht weiter angestiegen, das arktische Meereis verharrt seit 5 Jahren auf einem Plateau, der Meeresspiegelanstieg hat sich nicht beschleunigt, und Stürme sowie andere Extremwetter-Phänomene sind weder langfristig angestiegen, noch befinden sie sich außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite.

Da beschleicht einen schon ein ungutes Gefühl, wenn man mitten in dieser hitzig geführten Debatte von einer Veranstaltung hört, bei der Kinder-Klimabotschafter auftreten sollen. Vielleicht ist es nur der Name, vielleicht aber sogar auch die Inhalte, die hier ein böses Magengrummeln verursachen. Falls es in dem angekündigten Musiktheaterstück „Energie“ um die wichtigen Themen Energiesparen, Umweltschutz, Endlichkeit fossiler Rohstoffe, energetische Selbstversorgung, Naturerlebnis und Heranführung an die Naturwissenschaften geht, sollten die Initiatoren der Aktion dringend den politisch sensitiven Begriff „Klimabotschafter“ in einen geeigneteren Titel umändern. Das Stück heißt „Energie“, warum können die Kleinen nicht einfach „Kinder-Energiebotschafter“  sein? Ist Energie etwa etwas Schlechtes? Jeder braucht Energie, und die stete Verfügbarkeit zu tolerablen Preisen ist das Fundament für unseren Wohlstand in Deutschland. Energiesparen und der allmähliche Aufbau erneuerbarer Energien sind wichtige Entwicklungen und ein spannendes Thema. Warum aber unbedingt „Klimabotschafter“?

Oder geht es im Grunde um die Beschäftigung mit der angeblichen Klimakatastrophe? Das wollen wir nicht hoffen. Denn in diese aufgeladene Debatte sollte man unsere Kinder besser nicht hineinziehen. Es wäre äußerst bedenklich, wenn unseren Kleinen mit wissenschaftlich höchst fragwürdigen Angstszenarien die Zukunft in den dunkelsten Tönen ausgemalt wird. Schon sind Berichte bekanntgeworden, wo sensible Kinder einen großen Teil ihrer natürlichen Lebensfreude verloren haben. Einige Kinder äußerten sich bereits, es wäre wohl besser, wenn sie gar nicht geboren wären, da sie das Klimaproblem nur noch weiter verschärfen würden. 

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Klimatanz in der Bunkerhöhle während der letzten 10.000 Jahre im Takte der Sonne

Das Sauerland ist reich an Höhlen. Über viele Jahrtausende haben sich ätzende Wässer in die dort weit verbreiteten Kalksteine aus der sogenannten Devonzeit gefressen. Eine dieser Höhlen ist die Bunkerhöhle (Abbildung 1). Sie wurde im Jahre 1926 bei einer Verbreiterung der Bundesstraße 7 entdeckt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie als Luftschutzbunker genutzt. 1992 fand die Speläogruppe Letmathe weitere Teile der Höhle, deren bekannte Gesamtganglänge heute 2000 m beträgt.

Aber nicht nur Höhlenforscher lieben die unterirdischen Hohlräume der Region. Auch Klimawissenschaftler steigen gerne in die Tiefe, um Tropfsteine zu analysieren, in denen die Klimageschichte von vielen tausenden von Jahren gespeichert ist. Lage für Lage scheidet sich der Kalk ab und dokumentiert anhand von Isotopenverschiebungen Schwankungen in der Temperatur und den Niederschlägen.

  

Abbildung 1: Lage der Bunkerhöhle im Sauerland (links) und Fotos der untersuchten Stalagmiten (Abbildung aus Fohlmeister et al. 2012). 

 

Ein deutsch-österreichisches Forscherteam um Jens Fohlmeister von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat nun die Stalagmiten der Bunkerghöhle näher untersucht und hieraus die Klimageschichte der vergangenen 10.000 Jahre rekonstruiert. Die Gruppe veröffentlichte ihre Studie im Mai 2012 im Fachmagazin Climate of the Past Discussions. Beteiligt an den Untersuchungen war auch Augusto Mangini, der mittlerweile ein reiches Datenrepertoire der verschiedensten Höhlen der Erde angesammelt hat (siehe unsere Blogartikel Prof. Augusto Mangini – Ein Pionier des Klimarealismus und Tropfsteine mit Klimagedächtnis: Augusto Mangini meldet sich zurück). 

Die Forscher untersuchten an den Tropfsteinen Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope sowie das Verhältnis von Magnesium zu Kalzium. Alle drei Größen spiegeln Veränderungen in den Niederschlägen wieder. Die Sauerstoffisotope lieferten zusätzlich noch Informationen zur Temperaturgeschichte. Die Altersdatierung basierte auf der Thorium-Uran-Methode sowie Radiokarbonaltern. 

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Klimageschichte in charakteristischen Wellen verlief. Kältere/trockene Zeiten wechselten  im 1000-2000 Jahrestakt mit wärmeren/feuchteren Phasen. Das Team um Jens Fohlmeister verglich die Schwankungen mit anderen Klimakurven Mitteleuropas und fand ein hohes Maß an Übereinstimmung. Zudem verlief die Entwicklung im Sauerland auch weitgehend synchron zur Temperaturgeschichte im Nordatlantik (Abbildung 2). Die nordatlantische Vergleichsstudie hatte der Geowissenschaftler Gerard Bond vom Lamont-Doherty Earth Observatory von der Columbia University mit Kollegen im Jahre 2001 in Science veröffentlicht. In der wichtigen Pionier-Arbeit konnte Bond damals in beeindruckender Weise zeigen, dass die Klimazyklen parallel zur Sonnenaktivität verliefen (Abbildung 3). Offensichtlich entwickelte sich also auch das Klima im Sauerland im Takte der Sonne. Zwar gehen die Autoren in ihrer Arbeit (wohl bewusst) nicht auf die Sonnenaktivität ein, der Zusammenhang ist jedoch leicht zu erkennen.

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Die teure Sonne, Connect the Dots und der unterkühlte Rheinschwimmer – Die Klimanews der Woche

Die Süddeutsche Zeitung brachte am 5.5.2012 ein Interview mit Huang Ming, dem chinesischen Chef der Solarfirma Himin. Darin sagt dieser: 

„China ist mittlerweile der größte Produzent von Solarzellen. Unsere Photovoltaikzellen und -module werden zu 95 Prozent exportiert, fast nichts bleibt in China. Etwa die Hälfte geht nach Deutschland, 17 Prozent in die restliche EU und 20 Prozent in die Vereinigten Staaten. […] China subventioniert alle Exportbranchen, nicht nur die Photovoltaik. Sie alle bezahlen keine oder wenige Steuern.“  

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In den vergangenen Monaten sind zwölf US-Solarfirmen in die Pleite abgerutscht und tausende Jobs gingen verloren. Nun führen die USA drakonische Strafzölle auf Solarimporte aus China ein. Die Süddeutsche Zeitung schrieb hierzu am 19. Mai 2012: 

„Chinas Hersteller haben in den vergangenen Jahren einen globalen Siegeszug angetreten. Mit Milliarden aus Peking gefördert, entstand die größte Solarindustrie der Welt. So hatten chinesische Modul-Hersteller zuletzt in Deutschland einen Marktanteil von 80 Prozent. […] ‚China hat einen Industriekrieg begonnen‘ warnt etwa Frank Asbeck, Chef des deutschen Marktführers Solarworld. Das Land versuche den Rest der Welt aus dem Markt zu drängen und ein Monopol für das Nutzen der größten Energiequelle der Welt zu schaffen.“ 

Ob Europa bald dem US-amerikanischen Beispiel folgt? 

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Die Strompreise in Deutschland werden einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie zufolge bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent steigen. Das Gutachten wurde von der Industrie-und Handelskammer Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. Die IHK fürchtet um die internationale Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen. 

Quelle: SZ 15.5.2012

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Der Energiekonzern Eon überlegt, drei große Gaskraftwerke in Süddeutschland abzuschalten. Der immer größere Solarstromanteil macht den Betrieb der Kraftwerke unrentabler. Die Bundesnetzagentur hatte kürzlich wegen absehbarer Versorgungsengpässe ausdrücklich vor Stilllegungen in Süddeutschland gewarnt. 

Quelle: SZ 15.5.2012 

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Der Beinahe-Blackout zwischen dem 8. Und 10. Februar 2012 hatte wohl doch nichts mit Spekulationsgeschäften an der Strombörse zu tun. Die SZ berichtete am 5.5.2012 in ihrem Artikel „Am Blackout nur knapp vorbei“ über einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur, der die Ursache vielmehr bei fehlenden Kapazitäten im Kraftwerksbereich sieht. Die Behörde warnt in ihrem Papier: „Wäre es in dieser Situation zum Ausfall eines großen Kraftwerks gekommen, hätte kaum noch Handlungsspielraum zur Verfügung gestanden.“ 

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Mojib Latif am 4. Juni 2012 um 19:00 Uhr in Hamburg-Harburg

Veranstaltungsankündigung von HARBURG21: Zum Auftakt der Aktionstage RIOplus20 vom 4. bis 10. Juni 2012 spricht Prof. Dr. Mojib Latif im Harburger Rathaus über den Klimawandel und zeigen Schülerinnen und Schüler ihre Umwelt- und Klimaprojekte. Ferner stellt HARBURG21 erstmals das neue Harburger Klimaportal vor. Anlass ist der 20. Jahrestag der Agenda 21.   Der heutige Klimawandel führt zu einer Häufung der Wetterextreme mit Dürreperioden, Starkregenfällen und Überschwemmungen, warnt Prof. Dr. Mojib Latif, renommierter Klimaforscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum Kiel. Auch zwischenzeitliche Kälteeinbrüche seien nur „Atempausen“ im allgemeinen Erderwärmungs-Trend. Dies ist auch Thema der Veranstaltung „Klimaschutz in Harburg“ am 4. Juni im Harburger Rathaus, …

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Temperaturen eines schweizerischen Alpensees schwankten während der letzten 10.000 Jahre im Takt der Sonne

Viele paläoklimatologische Studien basieren traditionell auf der Analyse von Sauerstoffisotopen. Diese werden durch die Temperatur beeinflusst, jedoch auch durch Veränderungen der Niederschläge, so dass eine sichere Zuordnung nicht immer möglich ist. Jedoch gibt es auch reine Temperatur-Rekonstruktionsmethoden, zu denen vor kurzem eine weitere dazugekommen ist. Das sogenannte MBT/CBT-Paläothermometer basiert auf Lipid-Biomarkern. Hintergrund der Methode ist das Phänomen, dass sich der Aufbau von Zellmembranen bestimmter Mikroorganismen in Abhängigkeit von Temperatur und pH-Wert verändert.

Ein schweizerisch-niederländisches Forscherteam um Helge Niemann von der Universität Basel untersuchte nun die Temperaturgeschichte der vergangenen 11.000 Jahre eines schweizerischen Alpensees mit dieser Methode. Die Gruppe veröffentlichte ihre Ergebnisse im Mai 2012 im Fachmagazin Climate oft he Past. Das Untersuchungsmaterial bestand aus Sedimentkernen aus dem Zentrum des Lago di Cadagno im Kanton Tessin. Altersdatierungen erfolgten mithilfe der Radiokarbonmethode.

Die Forscher konnten nachweisen, dass der See eine bewegte Temperaturgeschichte hinter sich hat. Das Klima durchlief dabei charakteristische Millenniumszyklen, wobei die Temperaturen um bis zu 2°C schwankten. Deutlich ausgeprägt sind die Mittelalterliche Wärmeperiode vor 1000 Jahren sowie die Kleine Eiszeit in der Mitte des letzten Jahrtausends. Weitere Wärmeperioden traten vor 3000, 5000 und 7000 Jahren auf. Die Wissenschaftler verglichen die Entwicklung mit derjenigen in anderen Gebieten und entdeckten ein hohes Maß an Übereinstimmung. Unter anderem fanden die Forscher eine große Ähnlichkeit mit den Temperaturzyklen der Spannagel Höhle im österreichischen Tirol. Hier hatte ein Team um den Heidelberger Geowissenschaftler Augusto Mangini vor einigen Jahren Tropfsteine analysiert und festgestellt, dass die Spannagel-Klimaänderungen synchron zu den von Gerard Bond festgestellten Temperaturveränderungen im Nordatlantik und zudem parallel zur Sonnenaktivität verliefen. In diesem Rhythmus tanzten nun offensichtlich auch die Temperaturen am Lago di Cadagno. 

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Berichte im Schleswig-Holstein Manager und der Südwest Presse über „Die kalte Sonne“

Das Magazin Schleswig-Holstein Manager führte kürzlich ein Interview mit Fritz Vahrenholt zu unserem Buch. Hier ein Auszug:

SHM: Ihre Kritiker, wie Klimaforscher Mojib Latif, werfen Ihnen vor, längst widerlegte Thesen aufzugreifen. Gerade hat sich in Berlin die „European Climate Foundation“ niedergelassen, die nach eigenen Angaben jährlich 20 Millionen Euro für den Kampf für Klimaschutz ausgibt. Mithilfe der aus diesem Fonds bezahlten Wissenschaftlern verbreitet die Stiftung Zusammenfassungen zum Stand der Forschung. Was sagen Sie zu den Vorwürfen aus Kiel? 

Prof. Dr. Fritz VAHRENHOLT: Latif hat selbst gesagt, etwa die Hälfte der Erwärmung seit Beginn der Industrialisierung 1850 sei vom Menschen verursacht, später sprach er von bis zu 80 Prozent. Man muss meinem Co-Autor Sebastian Lüning und mir einfach abnehmen, dass wir sehr gewissenhaft gearbeitet haben. Ich weiß genau, was ich tue. Ich habe mich mit der herrschenden Meinung angelegt. Das darf man nicht. Und mit 20 Millionen Euro können sehr viele wissenschaftliche Gutachten und Statistiken in Auftrag gegeben werden. Dabei ist der Etat der hauptamtlichen Klimaforscher noch wesentlich höher.

Hier geht es zum vollständigen Interview.

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Die Südwest Presse stellte unser Buch am 16.5.2012 vor. Hier einige Auszüge:

„Spannend untermauert Vahrenholt in seinem Buch die These, dass steigende und sinkenden Temperaturen durch die stärkere oder schwächere Sonnenaktivität beeinflusst werden. Zahlreiche Belege führt er an, zum Beispiel, dass nach einer Phase der Erderwärmung vom Jahr 800 bis etwa 1300 die so genannte kleine Eiszeit von 1300 bis 1800 folgte, in der die Temperatur um zeitweilig bis zu einem Grad sank. Ausgelöst hat diese Entwicklungen die Sonnenaktivität. Die Schwankung im weltweiten Klima lagen bei den Entwicklungen in den letzten zwei Jahrtausenden bei zwei Grad. Das geschah in Zeiten, in denen die durch den Menschen verursachte CO2-Menge nur eine marginale Rolle spielte.“

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Die Kleine Eiszeit als weltweite Kältephase: Welche Rolle spielten die Vulkane?

Noch vor einigen Jahren gab es doch wirklich Wissenschaftler, die die Kleine Eiszeit und Mittelalterliche Wärmeperiode als lokales nordatlantisches Phänomen kleinreden wollten. Was heute im Rückblick unvorstellbar erscheint, wurde erschreckenderweise von einigen Forschern jahrelang als angeblicher „Konsens“ in der Öffentlichkeit verbreitet. Es war die Zeit als die Welt noch von der Hockey Stick Kurve genarrt wurde. Der frischgebackene Doktor Michael Mann hatte die Kleine Eiszeit und die Mittelalterliche Wärmeperiode mithilfe statistisch fragwürdiger Methoden und fehlerhafter Daten kurzerhand zu einem klimatisch ereignislosen Strich ausgebügelt. Auch in Deutschland gab es prominente Unterstützung für diese heute nicht mehr nachvollziehbare Denkweise. So spielte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) 2007 die zahlreichen weltweiten Hinweise auf die Mittelalterliche Wärmeperiode und die Kleine Eiszeit in einem FAZ-Beitrag mit den Worten herunter:

„Dass lokal und regional wesentlich größere Klimaschwankungen auftreten als in der globalen Mitteltemperatur, ist für jeden Klimatologen klar […]. Diese mitteln sich jedoch global heraus […].“

Die Hockey Stick Kurve ist heute Geschichte, die beiden lange bekannten, natürlichen Klimaschwankungen der letzten 1000 Jahre wieder rehabilitiert. In seinem faszinierenden Buch „The Hockey Stick Illusion“ schildert Andrew Montford wie die Hockey Stick Kurve enttarnt wurde, die noch im 2001er IPCC Bericht sowie in Al Gores Klimafilm eine tragende Rolle gespielt hatte.

In den letzten Monaten haben weitere wissenschaftliche Arbeiten den globalen Charakter der Kleinen Eiszeit eindrucksvoll belegen können. Das angebliche „nordatlantische Phänomen“ wurde nun gleich von drei Wissenschaftlergruppen in der Antarktis nachgewiesen.

So untersuchte ein Forscherteam der Scripps Institution of Oceanography der University of California in San Diego um Anais Orsi die Temperaturdaten eines 300 m tiefen Bohrlochs im West Antarktischen Eisschild. In der im Mai 2012 in den Geophysical Research Letters erschienenen Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Temperaturen im Untersuchungsgebiet von 1400 bis 1800 etwa ein halbes Grad unter dem Temperaturdurchschnitt der vergangenen 100 Jahre lag. Die kalifornischen Forscher bestätigten damit den globalen Charakter der Kleinen Eiszeit. Das frühere Modell einer reinen Wärmeumverteilung auf der Erde, also einem energetischen Nullsummenspiel, halten Anais Orsi und seine Kollegen aufgrund ihrer neuen Ergebnisse für abwegig. Die auch von Rahmstorf einst propagierte Klimaschaukel, bei der die Kälte in einem Gebiet durch Wärme in einem anderen Gebiet ausgeglichen würde, hat sich letztendlich nicht bestätigt.

Die Forscher der Scripps Institution machten sich auch Gedanken über die Ursachen der Kleinen Eiszeit. Am wahrscheinlichsten halten sie eine verminderte Sonnenaktivität im Zusammenhang mit großen Vulkanausbrüchen. Für beide Mechanismen werden jedoch Verstärkerprozesse benötigt, da die beobachteten Temperaturschwankungen größer sind als die Änderungen die die theoretischen Klimamodelle derzeit suggerieren. Da die Abkühlung auf dem grönländischen Eisschild etwa doppelt so stark ablief wie in der West-Antarktis, vermutet das Wissenschaftlerteam, dass die Wirksamkeit der gesuchten Verstärkerprozesse regional variiert.

Einige Monate zuvor erschien im Februar 2012 online in den Earth and Planetary Science Letters eine Arbeit eines US-amerikanisch-britischen Forscherteams um Zunli Lu von der Syracuse University im Bundestaat New York. Diese Gruppe untersuchte auf der Antarktischen Halbinsel eine spezielle Mineralart des Kalziumkarbonats, die sich in Abhängigkeit der Wassertemperatur bildet und daher eine Art fossiles Thermometer darstellt. Speziell das Kristallwasser dieses „Ikait“ genannten Minerals liefert wichtige Informationen über die Temperaturen, die bei der Bildung der Kristalle geherrscht haben. Die Forscher konnten mithilfe ihrer neuen Methode sowohl die Kleine Eiszeit als auch die Mittelalterliche Wärmeperiode in ihrem Untersuchungsgebiet nachweisen. Auch diese Studie unterstützt den globalen Charakter dieser beiden natürlichen Klimaschwankungen. Berichte zu der Arbeit erschienen auch auf WUWT, Kopp Online, EIKE, the reference frame und The Register

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Wer sitzt am Schalthebel des berühmt-berüchtigten nordirischen Regens? Unsere liebe Sonne !

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Dort lernten wir einst die verschiedenen Moortypen. Zum einen gibt es da das Niedermoor, welches in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel entsteht. Die Nässe wird hier also von unten zugeführt. Das Gegenstück hierzu ist das Hochmoor, dessen Nässe von oben, also den Niederschlägen stammt. Dieser Moortyp eignet sich besonders gut, um Schwankungen der Regenmengen in der Vergangenheit zu rekonstruieren, ist also bei Klimawissenschaftlern besonders beliebt.

Ein britisch-kanadisches Forscherteam um Graeme Swindles von der University of Leeds hat sich nun zwei Hochmoore in Nordirland vorgeknöpft, um die Veränderungen der Niederschläge für die vergangenen 4500 Jahre nachzuvollziehen. Die Gruppe veröffentlichte ihre Ergebnisse im April 2012 in den Quaternary Science Reviews. Hierbei verfolgten die Wissenschaftler eine ganz bestimmte Fragestellung, die sie in der Einleitung ihrer Arbeit klar umreißen:

„Das Erkennen und Verstehen von Periodizitäten in holozänen Klimaarchiven [der letzten 10.000 Jahre] ist eine der wichtigsten Herausforderungen der Klimawissenschaften. Eine große Anzahl von Studien aus der nördlichen Hemisphäre hat deutliche Hinweise auf die Existenz von charakteristischen Periodendauern im Bereich von Jahrzehnten bis Jahrtausenden geliefert. Einigen Perioden hiervon konnten bereits zugrundeliegende Steuerungsfaktoren zugeordnet werden, zum Beispiel astronomische. Ein besseres Verständnis des zeitlichen Auftretens, des Charakters und der Ursachen der Periodizitäten ist fundamentale Voraussetzung um die globale Dynamik des Klimasystems ordnungsgemäß beschreiben zu können.“

Soll heißen: Wenn man also die natürlichen Zyklen im früheren, heutigen und zukünftigen Klimageschehen nicht ausreichend berücksichtigt – und genau dies ist dem IPCC anzukreiden – führt dies unweigerlich zu falschen Schlüssen. 

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