Filmkritik: Der Klimaschock – Profiteure, Kosten und Verlierer

Es ist doch immer wieder aufschlussreich, in alten Fotos zu wühlen oder in alten Tagebuchaufzeichnungen zu stöbern. Was hatte der Franz denn für einen seltsamen Haarschnitt damals? Und was hatte denn die Jutta damals für schräge Ansichten?

Aus diesem Blickwinkel wollen wir uns heute einmal einen alten Klimawandel-Doku-Schinken mit dem Titel „Der Klimaschock – Profiteure, Kosten und Verlierer“ vornehmen, der im Mai 2007 im WDR seine Erstaufführung hatte. In Kürze wird der Film auf dem ARD-Kabelsender Einsfestival wiederholt (29.8.2012 und 30.8.2012). Alternativ kann man sich den Streifen auch auf youtube anschauen:

 

 

Bereits der Titel weckt Interesse: Klar, beim Klimawandel geht es auch um viel Geld. Wenn die apokalyptischen Prognosen zutreffen sollten, geht es um enorme Schadenssummen bzw. riesige Kosten durch Umbau unserer Industriegesellschaft. Falls sich aber die Klimawarnungen als übertrieben herausstellen sollten, so werden enorme Gelder unsinnig vernichtet und in fragwürdiger Weise umverteilt. Es lohnt sich also wirklich, das Thema näher zu beleuchten.

Zunächst sei erwähnt, dass das Autorenteam des Films, Gudrun Thoma und Sebastian Schütz, klar hinter den IPCC-Prognosen steht und diese auch nicht anzweifelt. Grundannahme und die hieraus abgeleitete Frage des Films ist:

Immer mehr Stürme, Hochwasser, Hitzewellen – auch in Deutschland. Das Klima spielt verrückt. […] Der Klimawandel ist da. Werden wir uns dieses neue Wetter leisten können?

Schon damals, vor mehr als fünf Jahren, mischte Claudia Kemfert kräftig mit und darf im Film ein Szenario anführen, bei dem es bis ca. 2050 bis zu 800 Milliarden Euro Klimaschäden in Deutschland geben würde. Auch der fragwürdige Stern-Report wird zitiert, in dem eine Weltwirtschaftskrise wegen der Klimakatastrophe sowie der Zusammenbruch der Finanzmärkte vorausgesagt wurde. Tja, wie wir heute wissen, braucht es dafür gar keinen Klimawandel… Stern drohte zudem, dass die Kosten des Klimawandels schlimmer und teurer sein werden als die Folgen beider Weltkriege, wenn nicht sofort etwas dagegen unternommen wird. PIK‘s Ottmar Edenhofer lobt den Klimaschutz à la Stern im Film als gutes Investment.

Wenn man die wissenschaftlichen Zusammenhänge etwas kennt, müsste man eigentlich mit den Autoren des Films etwas böse sein. Neueste Forschungsergebnisse zeigen zweifelsfrei: Ein unnatürliche Zunahme ist in den diversen Extremwetter-Disziplinen bislang nicht festzustellen (siehe unsere Blog-Artikelübersicht hier). Dies hat im Prinzip auch der letzte IPCC-Extremwetter-Bericht bestätigt. Wie kann man nur einen solch alarmistischen Film machen, wenn die Fakten doch eine ganz andere Sprache sprechen? Aber lassen wir das mal beiseite. Nehmen wir einmal an, dass sich die Film-Autoren einfach auf die Aussagen des Weltklimarats verlassen haben, so wie es viele Klimaskeptiker früher ebenfalls getan haben, bevor sie durch Diskrepanzen schließlich hellhörig wurden.

Dafür schneiden die Filmemacher eine andere, sehr interessante Frage an, nämlich wer eigentlich von den ganzen Maßnahmen profitiert. Der Sprecher im Film sagt hierzu bemerkenswerte Dinge:

„Es geht nämlich ums Geld. Und das macht die Sache sexy und modern. Begriffe wie Investment, Rendite und Cash Flow spielen plötzlich eine Rolle. Profit durch Klimaschutz. Das ist neu. Und weckt Begehrlichkeiten. Vorreiter in diesem Bereich ist die Münchener Rück Versicherung, der Versicherer aller anderen Versicherungsunternehmen. Über 30% Gewinnsteigerung im Jahre 2006. Die Münchener Rück versteht was vom Geschäft mit dem Klima.“

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Rhein-Beobachtung liefert Erkenntnisse zur Verbindung zwischen Perioden geringer Sonnenaktivität und extremen Kälteereignissen in Mitteleuropa

Die kalten Winter 2009/2010 und 2010/2011 trafen Europa ziemlich unvorbereitet (siehe S. 97-98 in „Die kalte Sonne“). Eigentlich sollte es laut IPCC doch immer wärmer werden, und dann sowas. Was könnte der Auslöser gewesen sein? Offensichtlich muss es sich um einen Mechanismus handeln, der in den Klimamodellen bislang zu kurz gekommen ist, sonst wäre man nicht so überrascht worden.War es nur Zufall, dass zeitgleich auch die Sonnenaktivität in ungeahnte Tiefe stürzte?

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Mainz und der ETH Zürich um Frank Sirocko hat sich jetzt einmal den Zusammenhang zwischen kalten Wintern in Mitteleuropa und der Sonnenaktivität angeschaut und kam zu überraschenden Ergebnissen. Die Forscher publizierten ihre Arbeit Ende August 2012 in den Geophysical Research Letters. In der Tat: In Jahren, in denen die Sonnenfleckenzahl als Zeichen der magnetischen Aktivität des Gestirns besonders niedrig ist, kommt es gehäuft zu frostigen Wintern. Dies war dann sogar der Süddeutschen Zeitungeinen Bericht wert, der in der Wochenendausgabe vom 25./26. August 2012 erschien. Christopher Schrader schreibt in dem Artikel anerkennend: „Die Sonne hat offenbar einen unerwartet starken Einfluss auf die Winter in Europa.“

Die Ergebnisse der Studie sind in einer Pressemitteilung der Universität Mainz gut zusammengefasst:

Wissenschaftler haben lange vermutet, dass der 11-Jahres-Rhythmus der Sonne Einfluss auf das Klima bestimmter Regionen der Welt haben könnte. Allerdings reichen die Temperaturaufzeichnung häufig nicht weit genug zurück, um eindeutige Muster aufzeigen zu können. Jetzt hat ein internationales Team von Forschern einen neuen Ansatz gefunden, der genau diese Vermutung bestätigt. Sie zeigten nicht nur, dass ungewöhnlich kalte Winter in Mitteleuropa während Phasen geringer Sonnenaktivität vorkamen, sondern auch dass die Anzahl der Sonnenflecken zu dieser Zeit auf ein Minimum reduziert war. Der Schlüssel zu dieser Forschung ist Deutschlands größter Fluss: Der Rhein.

Obwohl die Erdoberfläche in ihrer Gesamtheit derzeit eine Erwärmung aufweist, zeigen die neuen Daten eine Verbindung zwischen Perioden geringer Aktivität der Sonne und extremen Kälteereignissen in Mitteleuropa, insbesondere konzentriert auf die Regionen des Rheins. „Der Rhein ist als Forschungsobjekt ideal für unsere Arbeit“, schwärmt Univ.-Prof. Dr. Frank Sirocko, Erstautor der Studie und Professor für Sedimentologie und Paläokli-matologie am Forschungszentrum Geocycles der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Wir nutzen die Eisbedeckung in der Vergangenheit als Proxy, also einen indirekten Hinweis auf die klimatischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit. Es ist ein sehr simpler, aber zuverlässiger Hinweis: Entweder es gab Eis, oder es gab keins.“

Doch wie bekommt man diese Information? Die Antwort ist einfach: Seit dem 18. Jahrhundert nutzen Flussschiffer den Rhein als Transportweg. Die Verlade- und Anlegestellen entlang des Flusses führten jährlich Buch darüber, wann Eisbedeckung die Rheinschifffahrt behinderte oder sogar unmöglich machte. Die Wissenschaftler bestimmten anhand dieser und weiterer historischer Unterlagen die Anzahl der Jahre, in denen der Rhein vollständig zugefroren war und fanden heraus, dass zwischen 1780 und 1963 der Rhein 14 Mal an verschiedenen Stellen zufror. „Allein die schiere Größe des Rheins bedeutet, dass es für ein solches Ereignis extreme Kälte braucht, was die Eisbedeckung zu einem sehr guten Proxy macht“, so Sirocko.

Das Team trug nun den Zeitpunkt dieser Kälteereignisse gegen den regelmäßigen 11-Jahres-Zyklus der Sonnenfleckenaktivität auf. Sie fanden heraus, dass 10 der 14 Kälteereignisse gleichzeitig mit einem geringen Vorkommen der Sonnenflecken auftraten. „Damit zeigen wir erstmals anhand robuster Daten, dass auffallend kalte Winter in Mitteleuropa während der letzten 230 Jahre auf eine gemeinsame Ursache zurückgeführt werden können“, so Sirocko.

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Munich Re rührt wieder kräftig die Werbetrommel für Sturm- und Dürreversicherungen

Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. Da wäre zum Beispiel das Einhorn. Lange hatte man fabelhafte Geschichte über das Tier erzählt, und Leute berichteten ehrfürchtig, wenn sie es wieder einmal in der Ferne angeblich vorbeihuschen sahen. In Apotheken konnte man damals zu stolzen Preisen zermahlenes Einhorn-Pulver kaufen, das gegen allerlei Krankheiten gut sein sollte. Eine schöne Geschäftsidee.

Nun werden Sie sagen, dass diese Zeiten zum Glück endlich vorbei seien. Denn irgendwann war klar, dass das Einhorn ein reines Phantasiegebilde war. In unserer aufgeklärten, modernen Welt könne es solche Hirngespinste nicht mehr geben. Schön wär‘s. Auch die heutige Zeit hat leider seine Einhörner. Zwar haben sie keine vier Beine und auch kein langes Horn auf der Nase, verstecken sich jedoch hinter fragwürdigen wissenschaftlich gekleideten Extremwetter-Apokalypse-Warnungen, die vor allem eines zum Ziel haben: In der Bevölkerung Angst zu säen. Angst vor Stürmen, Angst vor Dürren, Angst vor der zornigen Natur. Und Schuld soll der böse Mensch und sein ausschweifender Lebensstil sein. Mit dieser bewährten biblischen Masche kann man natürlich auch heute noch kräftig punkten. Einer verängstigten Bevölkerung lassen sich viel leichter Versicherungspolicen verkaufen. Und Forschungsanträge mit furchterregenden Extremwetterszenarien laufen durch das wissenshaftlich-politische Bewilligungsverfahren wie ein heißes Messer durch Butter.

Wir haben uns an dieser Stelle bereits ausführlich um die historische Entwicklung von verschiedenen Sturmtypen, Dürren und Überschwemmungen beschäftigt. Eine Übersicht über die entsprechenden Artikel gibt es hier. Das Fazit: Eine außergewöhnliche, unnatürliche Häufung von Extremwetter ist bislang nicht festzustellen. Zu diesem generellen Ergebnis kam im Übrigen auch der letzte Extremwetter-Bericht des Weltklimarats.

Da verwundert es doch sehr, wenn nun der weltgrößte Rückversicherer Munich Re mit einer neuen 250-seitigen Studie „Wetterrisiko Nordamerika“ herauskommt, in der das genaue Gegenteil behauptet wird. Das Handelsblatt berichtete am 23. August 2012 auf der Titelseite über das Munich Re Papier: 

In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl extremer Wetterphänomene wie Wirbelstürme, Überflutungen oder Dürren in den USA fast verfünffacht. So wird es weitergehen, prognostiziert eine Munich-Re-Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. […] Unstrittig aber ist, dass die Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen steil ansteigt. 

Ein starkes Stück. Auf welcher Grundlage kann Munich Re so etwas behaupten? Stimmen die Fakten? Ist die Methodik der Studie überhaupt geeignet, um solche Aussagen zu tätigen? Im Folgenden wollen wir die bislang unveröffentlichte Studie einem Vorab-Check unterziehen. 

Das Handelsblatt schreibt weiter: 

Allein im ersten Halbjahr 2012 kosteten Hurrikans und Gewitterstürme in den USA die Versicherer 8,8 Milliarden Dollar. Die Studie setzt im Jahr 1980 an und belegt, dass es die höchsten Schäden innerhalb der vergangenen fünf Jahre gab. 

Fehler eins:
Eine Studie, die lediglich die letzten 30 Jahre umfasst, ist überhaupt nicht geeignet, natürliche Klimazyklen zu identifizieren, die sich über etliche Jahrzehnte erstrecken. Der betrachtete Zeitraum ist viel zu kurz. Über 30 Jahre gemitteltes Wetter ergibt letztendlich nur einen einzigen Klimadatenpunkt, den es mit der langjährigen Entwicklung davorliegender Perioden zu vergleichen gilt. Bereits die Methodik der Munich-Re-Studie scheint daher höchst fragwürdig. 

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Vortrag von Prof. Werner Kirstein am 29. August 2012 in Markkleeberg bei Leipzig

Am 29. August 2012 hält Prof. Werner Kirstein in Markkleeberg bei Leipzig um 19 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins Erdgeschichte im Südraum Leipzig einen Vortrag mit dem Titel „Verändert der Mensch unser Klima oder das Wetter ?“. Der Vortrag findet im Westphalschen Haus statt. Aus der Vortragsankündigung: Wenn man den Aussagen bzw. den Computermodellen des Weltklimarates Glauben schenkt, dann ist die Menschheit dabei, über die vermeintliche Erderwärmung das Gleichgewicht des Klimasystems nachhaltig zu stören. Auf international wissenschaftlicher Ebene rückt aber der Weltklimarat mit seinen Aussagen zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Nur in der deutschen und z.T. in der …

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Bjørn Lomborg mag keine Klimaalarmisten: Bitte keine Politik durch Panik !

Sie kennen vielleicht Bjørn Lomborg. Vor einigen Jahren hat er das beeindruckende Buch „Cool it! – Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten“ geschrieben. Lomborg spricht die Knackpunkte direkt an, in einer erfrischenden, scharfsinnigen Art. Dabei bleibt er stets höflich, ein angenehmes Kontrastprogramm zu den oft lauten Klima-Versen anderer Autoren. In „Cool it!“ geht es nicht um einen wissenschaftlichen Streit um klimasteuernde Mechanismen. Lomborg akzeptiert den Temperaturanstieg, eine mögliche Zunahme von Hurrikanen, den Meeresspiegelanstieg und kritisiert auch nicht das Modell, daß diese Veränderungen durch CO2-Eintrag menschengemacht sein könnten. Es geht vielmehr um die wichtige Frage, wie wir unsere begrenzten Ressourcen einsetzen sollten, um die Klimawandelfolgen abzumildern und einen bestmöglichen Lebensstandard für möglichst viele Menschen auf der Erde zu ermöglichen.

In beeindruckender Weise zeigt Lomborg an unzähligen Beispielen, dass die von einigen geforderten gigantischen CO2-Vermeidungsinvestitionen die Klimawandelfolgen nur kurzfristig verzögern, jedoch auf keinen Fall vermeiden würden. Würde man nur einen Bruchteil dieser Finanzmittel auf direkte Problemlösungen verwenden, könnte man den Menschen sehr viel effektiver helfen. Zudem wird immer nur von den negativen Seiten einer Klimaerwärmung gesprochen. Natürlich gibt es auch jede Menge Verbesserungen, die meist unerwähnt bleiben. Ein eindrucksvolles Beispiel: Eine Temperaturerhöhung führt zwar zu vermehrten Todesfällen durch Herzinfarkte, jedoch würden zigfach mehr Menschen gerettet werden, die sonst durch Kälte & Erfrieren umkämen. Malaria, Armut, Hunger, Wassermangel etc. lindert man am besten durch Verbesserung der Lebensumstände und nicht primär durch schlagartige, kostspielige Drosselung von CO2. Lomborg spricht sich für einen Umbau der Energielandschaft auf regenerative, CO2-freie Energien aus, jedoch in einem volkswirtschaftlich vernünftigen, nicht überstürzten Tempo. Das Buch zeigt, daß die Holzhammermethode nicht immer die beste ist.

In der Tageszeitung Die Welt hat sich Lomborg jetzt am 20. Augsut 2012 zur diesjährigen Hitzewelle und Dürre in den USA zu Wort gemeldet. In seinem Essay „Die große Wasser-Lüge“ geht er zunächst auf den lange von vielen Experten verbreiteten Irrglauben ein, dass man zur Förderung der Gesundheit dauernd Wasser trinken müsse, auch wenn man gar keinen Durst hätte. Neue Untersuchungen haben nun gezeigt, dass diese Empfehlung grundlegend falsch ist und sogar zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Getränkehersteller hatten selbstverständlich nichts gegen die medial ausgiebig verbreitete Trinkempfehlung einzuwenden.

Dann schlägt Lomborg er eine Analogie-Brücke zum Klimawandel:

Wie bei der Trink-mehr-Wasser-Geschichte „weiß jeder“ auch, dass die Erderwärmung das Klima stets extremer macht. Ein heißer, trockener Sommer (an einigen Orten) hat eine weitere Flut von derartigen Behauptungen ausgelöst. Und obwohl viele Interessen mit im Spiel sind, profitieren am meisten die Medien: Die Vorstellung von einem „extremen“ Klima bringt einfach spannendere Schlagzeilen. Lesen Sie nur, wie Paul Krugman in der „New York Times“ über das „zunehmende Auftreten extremer Ereignisse“ schreibt und wie „große Schäden durch den Klimawandel … bereits jetzt“ festzustellen seien. Er behauptet, dass die Erderwärmung die aktuelle Dürre in Amerikas Mittlerem Westen verursacht habe.

Der letzten Bewertung des Weltklimarats der Vereinten Nationen entnimmt man genau das Gegenteil: Für Nordamerika besteht mittlere Zuversicht, dass es eine allgemeine, leichte Tendenz hin zu weniger Trockenheit gibt (Feuchtigkeitstrend mit mehr Bodenfeuchte und Abfluss). Zudem kann Krugman diese Dürre ohne eine Zeitmaschine gar nicht ursächlich der Erderwärmung zuordnen: Laut Schätzungen anhand von Klimamodellen kann ein derartiger Zusammenhang frühestens 2048 erkannt werden. […]

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Klimaschutz auf Kosten des Naturschutzes? Fritz Vahrenholt rückt an die Spitze der Wildtierstiftung und mahnt vor Umweltschäden im Zuge der Energiewende

Natur, Energie, Wirtschaft und Klima ist ein vielschichtiger und eng miteinander verwobener Themenkomplex. Für eine nachhaltige und ausgewogene Planung sind gute Kenntnisse in all diesen Bereichen notwendig, eine Voraussetzung die Fritz Vahrenholt durch seine langjährige Tätigkeit auf diesem Feld wie kaum ein anderer erfüllt. Das Hamburger Abendblatt schrieb am 30.7.2012 über Fritz Vahrenholt:

In den 1980er- und 90er-Jahren setzte er sich für den technischen Umweltschutz ein, gegen die Verschmutzung der Luft und der Gewässer durch Industrie und Altlasten. Dann wandte sich der promovierte Chemiker den erneuerbaren Energien zu. Zum 1. August beginnt Prof. Fritz Vahrenholt seine dritte Karriere – im Naturschutz, als Alleinvorstand der Deutschen Wildtier-Stiftung in Hamburg. Er engagiere sich immer dort, wo er gerade am meisten gebraucht wird, sagt der ehemalige Hamburger Umweltsenator (1991 bis 1997 für die SPD). Jetzt sei dies der Schutz der Natur. „Seit ein, zwei Jahren kommt der Naturschutz zunehmend in Bedrängnis“, sagt Fritz Vahrenholt. „Früher setzten Infrastrukturmaßnahmen und die Landwirtschaft der Natur zu, die Industrie nur am Rande. Doch die Energiewende führt dazu, dass nun ein ganzer Industriezweig Landfläche für Biogas und Biosprit beansprucht und damit den Wildtieren Lebensräume nimmt. Dabei sind manche Strukturen außer Rand und Band geraten, vor allem der Anbau von Mais als Biogas-Rohstoff, aber auch die Nutzung von Windenergie, wenn die Anlagen in Waldnähe oder sogar im Wald errichtet werden.“

Am 20. August 2012 fand in Hamburg nun eine Festveranstaltung anlässlich des Vorstandswechsels der Wildtierstiftung statt. In einer Pressemitteilung der Stiftung wird der Stifter und bisherige Vorstand Haymo Rethwisch zitiert:

„Mein Ziel war es stets, dass Natur- und Artenschutz in der Gesellschaft einen Stellenwert bekommen, wie ihn Sport und Kultur seit langem genießen“, wünscht sich Haymo G. Rethwisch (73) in seiner Dankesrede aus Anlass des Wechsels im Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Den Weg dorthin sind viele engagierte Menschen mit mir gemeinsam gegangen – ihnen gilt mein Dank.“ Der Stifter Haymo G. Rethwisch zieht sich heute nach über 20 Jahren aus der Vorstandsarbeit zurück und übergibt seine Nachfolge an Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, früherer Umweltsenator der Freien und Hansestadt Hamburg und bis Juni [2012] Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy.

Und die Berliner Morgenpost schrieb:

Fritz Vahrenholt, neuer Chef der Deutschen Wildtier Stiftung, hat am Montag in Hamburg vor den Folgen des zunehmenden Anbaus von Energiepflanzen für die Wildtiere gewarnt. «Sie brauchen eine starke Lobby, um nicht bei der intensiven, insbesondere energetischen Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen an den Rand gedrückt zu werden», sagte der frühere Hamburger Umweltsenator und RWE-Aufsichtsrat. […] Der Politiker und Manager sei «ein Mann grüner Tat», lobte ihn der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (beide SPD) in einer Festrede.

Im Folgenden nun Fritz Vahrenholts Festrede von der Veranstaltung:

Sehr geehrte Frau Senatorin,
lieber Klaus, lieber Henning,
sehr geehrter Herr Staatssekretaer,
meine Damen und Herren,

anlässlich der Überreichung des Deutschen Stifterpreises 2011 hat Haymo Rethwisch, den wir heute ehren, uns etwas auf den Weg gegeben, das uns alle verbindet. Ich zitiere:“ Die Natur ist das unersetzliche Fundament allen Lebens. Das Schicksal der Natur und der Wildtiere ist nicht von dem unsrigen zu trennen und deswegen sollten wir das, was sie ausmacht –und das fängt vor unserer Haustür an, achten schützen und lieben.“

Verehrte Festgäste, das ist es, was uns alle verbindet mit Haymo und Alice Rethwisch. Und sie finden dieses Leitmotiv unter dem LOGO der Deutschen Wildtierstiftung: Alle Achtung vor unseren Tieren. Und es steht nicht gut um unsere Wildtiere in Deutschland. In den letzten 20 Jahren ist der Bestand der Feldlerche um 1 Million zurückgegangen, sogar der Feldsperling ist auf zwei Drittel seines Bestandes reduziert worden,  der Kiebitz auf ein Drittel, das Rebhuhn  um 90 %. Der Artenschwund ist auf eine immer intensivere Nutzung der Agrarlandschaft zurückzuführen. Die Ursachen sind vielfältig, von der bisherigen Förderpolitik der Gemeinsamen Agrarpolitik, Grünlandverlusten, Intensivierung der Ackernutzung mit massiv gestiegenem Maisanbau bis hin zur  Beseitigung von Feldrainen.

Und nun nimmt auch noch die Energiewende die Natur in die Zange. Wir diskutieren in diesen Tagen zu Recht  über die Folgen der Energiewende auf die wachsende Kostenbelastung der Bürger, über die Gefährdung des Industriestandortes Deutschland und die zunehmende Instabilität der Stromversorgung in den Wintermonaten. Wir diskutieren zu Recht darüber, ob es verantwortbar ist, Weizen zu Sprit zu machen in Anbetracht der Verknappung der Nahrungsmittel weltweit, richtigerweise, denn Deutschland ist erstmals nach dem 2. Weltkrieg zum Weizenimportland geworden, um die Biospritziele zu erfüllen.

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Photovoltaik-Industrie findet 70-Jahreszyklus in der solaren Globalstrahlung am Erdboden

Von Meinhard Stalder

Vor kurzem erhielt ich eine Nachricht von Amazon, dass meine Rezension der „kalten Sonne“ einen weiteren Kommentar bekommen hat. Er bestand nur aus folgendem Link:

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-08/klimaforscher-vahrenholt-kritik/seite-1

Unter der Überschrift: „Forscher fühlen sich von Klimaskeptiker Vahrenholt instrumentalisiert“ war hier sinngemäß zu lesen, dass sich einige Forscher darüber beklagt hätten, dass die von Vahrenholt & Lüning zum Stützen ihrer Thesen zitierte Literatur sich zum Teil mit ganz anderen Fragestellungen beschäftige. Offen blieb dabei die Frage, was denn genau unter dem Wort „instrumentalisieren“ verstanden werden soll. Nüchtern betrachtet besteht wissenschaftliches Arbeiten immer aus zwei Elementen:

  1. Erheben von Datensätzen(ggf. korrigiert); diese dienen als Input
  2. Auswertung oder Interpretation dieser Daten, also einem Vergleich mit dem, was man gemäß bisher bekannter Modelle erwarten würde

Für eine gute wissenschaftliche Arbeit müssen beide Schritte stimmen! Sowohl bei Fehlern in den Eingangsdaten (schlampig erhoben?) als auch in den Schlussfolgerungen (Logik?) ist die Gültigkeit der Aussage nicht mehr garantiert. Sollten die oben genannten angeblich „instrumentalisierten“ Wissenschaftler also zu ihrer Arbeit stehen, dann müssen sie zugeben, dass sie unabhängig voneinander sowohl zu 1) ihren Daten als auch zu 2) der Art der Auswertung stehen. So weit so gut. Was Haben Vahrenholt & Lüning gemacht? Sie haben sich Nummer 1 (die Daten) angesehen und festgestellt, dass sich diese auch gut zur Überprüfung ihrer Thesen heranziehen lassen. Durchaus legitim. Die sonstigen Schlussfolgerungen der Originalarbeit haben damit gar nichts zu tun. Wem diese Tatsache nicht schmeckt, dem wird folgendes Beispiel auch nicht sonderlich gefallen:

Denn ein interessanter Hinweis auf die große Bedeutung der Wolken im Klimawandel-Puzzle kommt ausgerechnet aus dem Bereich der Photovoltaik-Industrie. Angesichts vieler Gigawatt installierter Leistung braucht man hier immer zuverlässigere Prognosen der zukünftigen Einstrahlung. Die „Einstrahlung“ besteht dabei aus zwei Komponenten: Zum einen ist da die auf direktem Weg eintreffende Solarstrahlung, die sogenannte Direktstrahlung (ca. 80%), zum anderen die sogenannte Diffusstrahlung (ca. 20%), die über Streuung an Wolken, Wasser- und Staubteilchen die Erdoberfläche und damit die Solarmodule gleichmäßig aus allem Richtungen erreicht. Bei bedecktem Himmel kommt meist nur ein Teil der Diffusstrahlung durch, und senkt an einem Sommertag die Einstrahlung von 1000W/m2 auf 100-200W/m2.

Nun gibt es glücklicherweise eine weit zurückreichende Messreihe der Globalstrahlung am Standort Potsdam. Bei der Auswertung dieser Zeitreihe stellte man nun fest, dass die Einstrahlung offenbar mit einer Periode von ca. 70 Jahren oszilliert (Abbildung 1).Die an der Potsdamer Messstelle gemessenen Schwankungen der Globalstrahlung betragen plus minus 5-10%, und sind damit deutlich stärker als im globalen Mittel. Ein solcher Zahlenwert ist jedoch durchaus plausibel und kann die global registrierte 1% Schwankung erklären, da eine zusätzliche Bewölkung weder in den Tropen (immer Wolken) noch im Wüstengürtel (meist zu trocken) entstehen kann. Übrig blieben vor allem die gemäßigten Breiten, die diesen Effekt dann überproportional stark zeigen müssten.

 

Abbildung 1: Langfristige Globalstrahlungsänderung am Standort Potsdam, Deutschland (Quelle: Deutscher Wetterdienst / Hamburg, Deutschland). Abbildungsquelle: Egler (2011)

 

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Pleiten, Pech und Pannen: Das 2-Prozent-Ziel, Klimaausfall und mehr Löcher in Deutschlands Straßen

In der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) warb Ende Juli 2012 der Verkehrswissenschaftler Helmut Holzapfel von der Universität Kassel für den verstärkten Einbau von Klimaanlagen in Busse und Bahnen. Eine gute Idee. Holzapfel begründete seinen Vorschlag allerdings mit der angeblich heraufziehenden Klimakatastrophe. Es würde wärmer werden und Extremwetterlagen würden zunehmen. Und daher braucht man mehr Klimaanlagen. Nun ja. Die letzten 14 Jahre ist es jedenfalls nicht mehr wärmer geworden. Und auch in den kommenden 10 Jahren ist laut Mojib Latif nicht mit einer signifikanten Erwärmung zu rechnen. Das Extremwetter hat bisher auch nicht zugenommen (siehe unsere Blogartikel „Ist das noch normal? Die extrem schwierige Analyse von Extremwetter“ und „Überraschung! Weniger Extremwetter im Alpenraum„). Aber wer wird schon etwas gegen mehr Klimaanlagen haben. Da will man kein Spielverderber sein.

Auch für Strassenreperaturen setzt sich Holzapfel im Zuge des Klimawandels ein. Die HNA schreibt:

Auf die Kommunen und auch den öffentlichen Personennahverkehr kommen deshalb zusätzliche Belastungen in Millionenhöhe zu. Schon in den nächsten Jahren könnten allein die jährlichen Unterhaltungskosten für die Straßen aufgrund zunehmender Winterschäden um 50 Prozent steigen. […] Paradoxerweise werden mehr Löcher und Risse in den Straßen auftreten, obwohl weniger strenge Frostperioden vorkommen: „Vor allem der Frost-Tau-Wechsel macht die Straßen kaputt“, sagt Holzapfel, der im Rahmen des Klimzug-Projekts die Einflüsse des Klimawandels auf den Personenverkehr im benachbarten Nordhessen erforscht.

Wenn auf diese Weise die Löcher in den Straßen schneller gestopft werden – bitte gerne. Logisch erscheint die Klimawandel-Argumentation hinsichtlich der Frostschäden nicht so recht. Noch vor zehn Jahren erklärte uns Mojib Latif, dass unsere Kinder bald nicht mehr wissen würden, wie Schnee aussieht, und nun soll es durch den Klimawandel plötzlich mehr Frostschäden geben? Der Kasselener Professor sagt uns außerdem, dass es „weniger strenge Frostperioden“ geben wird. Wie passt dies mit der Prognose des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zusammen, die eine Häufung strenger Winter für Deutschland vorhersagt?

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Wie soll es nach dem Seriendebakel der letzten Klimakonferenzen bloß weitergehen? Mitte 2012 traf sich die Klimatagungskarawane wieder, diesmal im hübschen Berlin. Außer Spesen war da leider aber auch nichts gewesen. Der Spiegel beschäftigte sich mit der Zukunft von internationalen Klimaabkommen am 18.7.2012:

Die Uno-Klimatagung in Berlin war ein Flop. Nun müsse es einen Neuanfang in der internationalen Klimapolitik geben, meint der Soziologe Nico Stehr. Er fordert drei neue Ziele – die Senkung des Treibhausgasausstoßes wäre dabei nur noch ein willkommener Nebeneffekt. 

Stehr schreibt:

In Berlin ist eine weitere Uno-Klimatagung ohne greifbaren Fortschritt zu Ende gegangen. Die Klimapolitik, wie sie von vielen Regierungen der Welt im Sinne des Kyoto-Protokolls verstanden und praktiziert wurde, hat auch nach 15 Jahren zu keinem spürbaren Rückgang der Treibhausgasemissionen geführt. Der Grund dafür sind die strukturellen Schwachstellen des Kyoto-Modells. Es war zum Scheitern verurteilt, weil es auf einem systematischen Missverständnis der Natur des Klimawandels als einer politischen Aufgabe beruhte. […] Es ist mittlerweile offensichtlich, dass eine Klimapolitik, die auf ein einziges Ziel ausgerichtet ist – die Emissionsreduktion, in dem alle anderen Ziele aufgehen sollen -, nicht möglich ist.

Stehr ist Mitautor des sogenannten Hartwell-Papiers, in dem drei  übergreifende Ziele formuliert werden:

  • dass es Zugang zur Energie für alle gibt;
  • dass wir uns nicht auf eine Weise entwickeln, die wesentliche Funktionsabläufe des Erdsystems untergräbt;
  • dass unsere Gesellschaften gut gerüstet sind, um den Risiken und Gefahren zu begegnen, die mit den Wechselfällen des Klimas verbunden sind, was immer deren Ursache ist.

 

Das klingt sehr vernünftig. Hier schimmert bereits das Umdenken durch, dass natürliche Klimaveränderungen auch heute einen gewichtigen Teil des Klimawandels ausmachen. Nico Stehr schreibt weiter:

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Energiespeicher als Schlüssel zur effektiven Nutzung erneuerbarer Energien

Eines der großen Probleme der erneuerbaren Energien ist der noch immer fehlende hoch-volumige Energiespeicher. An einem sonnig-windigen Tag könnten Solaranlagen und Windmühlen doch mal so richtig zeigen, was sie eigentlich drauf haben und kräftig Strom auf Vorrat produzieren. Denn eins ist gewiss: Der Wind macht in Deutschland auch mal Pause und die düsteren Herbsttage werden kein Zuckerschlecken für die Solarbauern. Leider ist die Vorratsenergieproduktion durch Wind und Sonne im großen Stil technisch bislang noch nicht möglich.

Die Forschung hierzu läuft hierzu jedoch auf Hochtouren. Ein interessanter Ansatz ist die Erzeugung von Methanol als umweltfreundlicher Treibstoff für Verbrennungsmotoren. Ausgangsstoffe hierfür wären CO2 und Wasserstoff. Das Kohlendioxid ließe sich in Kohlekraftwerken abscheiden und der Wasserstoff könnte zum Beispiel mithilfe von überschüssigem Strom von Wind- oder Solarkraftanlagen erzeugt werden.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete hierzu am 30.7.2012:

Methanol könnte einfach in der existierenden Infrastruktur von Tanks und Tankwagen gespeichert werden; die Flüssigkeit ist bereits ein Grundstoff der Chemieindustrie, aus dem zum Beispiel Formaldehyd erzeugt wird. Mit ähnlichen Argumenten treiben seit einigen Jahren Entwickler die Hersteller von „Windgas“ an, bei der aus überschüssigem Strom erst Wasserstoff und dann mit CO2 Methan gemacht wird, das sich wie Erdgas benutzen lässt. Bei beiden Ansätzen geht viel Energie für die Umwandlungen und chemische Prozesse verloren. Sie ergeben daher nur Sinn, wenn die Zutaten quasi kostenlos sind. Das könnte der Fall sein, wenn die Windräder – oder auch Solarmodule – sonst abgeschaltet werden müssten, weil ihr Strom wegen eines Überangebots gerade nicht verbraucht werden kann und sogar die Stabilität des Stromnetzes gefährdet. Und wenn CO2 als Abfallprodukt in der Zementherstellung, im Kohlemeiler oder idealerweise bei der Erzeugung von Biogas abfällt.

CO2 als einer der Ausgangsstoffe für nachhaltige Energieträger: Dies ist sicher vernünftiger als die Versenkung im Untergrund, insbesondere wenn die Klimawirkung des Kohlendioxids deutlich geringer ist als bislang vom IPCC angenommen. Zudem ist die CO2-Versenkung in Deutschland offenbar auch gar nicht durchsetzbar, was jetzt auch Bundesumweltminister Peter Altmaier nochmals bestätigte (SZ vom 25.7.2012):

Für die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid sieht es in Deutschland schlechter aus denn je. Am [23.7.2012] hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in der Saarbrücker Zeitung klargestellt, dass CO2-Einlagerung im Boden gegen den Willen der Bevölkerung nicht durchzusetzen sei – und momentan ist nicht absehbar, dass die Technologie in der Bevölkerung beliebter wird.  

Neben Methanol/Methan gibt es eine ganze Reihe weiterer potentieller Energiespeicherverfahren, die sich in der Erforschung befinden. Eines davon ist Carbazol, über das nordbayern.de kürzlich berichtete:

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Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt den Ausbau der Bioenergie zu stoppen

Noch vor einiger Zeit galt Biosprit als wichtige Zukunftssäule einer nachhaltigen Energieversorgung. Auch im Zuge der deutschen Energiewende spielte diese Energiespielart bislang eine wichtige Rolle und wurde kräftig gefördert. Anders als Wind- und Solarstrom, muss man Biosprit nicht sofort verbrauchen, sondern kann den Energieträger bequem zwischenlagern, bis er wirklich benötigt wird. Die Speicherfähigkeit ist in der Tat ein großer Vorteil. Weniger schön hingegen sind etliche andere Aspekte der Bioenergie, die bei der politischen Rahmengesetzgebung und der Einführung offensichtlich leichtfertig übersehen wurden. Wer in dieser energetischen Sturm- und Drangzeit zu sehr auf diese Defizite hinwies, wurde sogleich als Gegner oder Saboteur der Energiewende hingestellt.

In unserem Buch „Die kalte Sonne“ haben wir die Aufbauphase der erneuerbaren Energien analysiert und Missstände aufgezeigt. Neben dem überhasteten Umbau ohne Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit (siehe unser Blogartikel „Nach der Anfangseuphorie kommt jetzt die Ernüchterung: Überhastete Energiewende wird bald unbezahlbar“), hatten wir uns auch mit der Fragwürdigkeit der Bioenergie beschäftigt. In unserer Analyse konnten wir die massive Einführung von Biokraftstoffen als politischen Schnellschuss identifizieren, welcher als direkte Folge der allgemeinen CO2-Hysterie anzusehen ist. Auf Seite 348 schreiben wir hierzu in „Die kalte Sonne“:

Die Europäische Union hat für 2020 das Ziel vorgegeben, 10 Prozent der Kraftstoffe durch Bioethanol auf Weizen-, Roggen- oder Zuckerbasis sowie Rapsöl als Dieselersatz erzeugen zu lassen. Deutschland hat bereits – wie so häufig im Klimaschutz vorauseilend – für 2010 einen Biokraftstoffanteil von 6,25 Prozent und für 2015 8 Prozent gesetzlich festgelegt. Die CO2-Bilanz dieser Maßnahmen ist höchst fragwürdig. Allein durch die Kulisse der IPCC-induzierten Schreckensgemälde ist nachvollziehbar, dass mittlerweile 20 Prozent der deutschen landwirtschaftlichen Fläche mit Energiepflanzen bestückt ist. […]

Bedenkt man, dass allein der Zuwachs des Kraftstoffbedarfs in China in den nächsten 25 Jahren die fünffache Menge des deutschen Kraftstoffverbrauchs ausmacht und die zusätzliche Kraftstoffnachfrage eines halben Jahres in China das Biokraftstoffvolumen in Deutschland mehr als kompensieren würde, kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass die mit Hysterie geführte Klimadebatte auf eine rationale Basis zurückgeführt werden muss. Gegen Biosprit oder Biogas aus pflanzlichen Reststoffen ist prinzipiell nichts einzuwenden, doch vor einer Ausweitung der Flächen warnt der Vorsitzende des Bioökonomierats der Bundesregierung, Prof. Reinhard Hüttl mit deutlichen Worten, nämlich dass „die Nutzung der Bodenflächen in Deutschland weitgehend ausgereizt sei. Entsprechende Rückwirkungen auf die Boden- beziehungsweise Pachtpreise seien bereits deutlich spürbar.“ (BioÖkonomieRat 2010). In anderen Teilen der Erde hat der Energiepflanzenanbau bereits zu Rodungen des tropischen Regenwalds und zum Anstieg der Lebensmittelpreise geführt.

Noch im März 2012, als unser Buch erschien, wollten nur Wenige diese Warnungen überhaupt hören. Das schöne Bioenergie-Gedankenschloss wollte man sich wohl nicht zerstören lassen. Zu süß war der Traum, als dass man daraus aufwachen wollte. Stattdessen zogen Wissenschaftler und Politiker durch die Lande und verkündeten, dass sowieso alles falsch sein müsse, was in unserem Buch steht, denn es bildet ja nicht den angeblichen wissenschaftlichen Konsens ab.

So kann man sich irren. Mittlerweile sieht die Situation bekanntlich anders aus. Heute gibt es kaum noch jemanden, der die Sinnhaftigkeit großmaßstäblicher Bioenergie anzweifelt. Immer mehr Stimmen werden laut, dass man sich wohl früher in den Ökobilanzen verrechnet und das Dilemma „Tank oder Teller“ maßlos unterschätzt habe.

Ende Juli 2012 meldete sich nun die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit einer neuen Studie zur Bioenergie. Das Fazit der Untersuchung fällt eindeutig aus:

In einer Stellungnahme zu den Grenzen und Möglichkeiten der Nutzung von Bioenergie kommt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu dem Schluss, dass Bioenergie als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieressourcen wie der Photovoltaik, der Solarthermie und der Windenergie verbrauche Bioenergie mehr Fläche und sei häufig mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Zudem konkurriere Bioenergie potenziell mit der Herstellung von Nahrungsmitteln. Vorrang solle der Einsparung von Energie sowie der Verbesserung der Energieeffizienz gegeben werden.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb hierzu am 27. Juli 2012:

Die simple Logik, dass Pflanzen beim Wachsen auf dem Feld, Wald und Wiese so viel Kohlendioxid aufnehmen, wie sie später beim Verbrennen wieder freisetzen, ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Daneben passieren lauter unübersichtliche Dinge beim Anbauen, Düngen, Ernten, Transportieren und Verarbeiten des Grünzeugs, die man nicht ignorieren darf. Die dabei verwendeten Maschinen verbrauchen Energie, die vollkommende Verwertung der Pflanzen schadet den Böden, wenn immer weniger Stroh untergepflügt wird, der Stickstoff aus dem Dünger landet als potentes Treibhausgas in der Atmosphäre. Und schließlich könnte eine globalisierte Biomasse-Wirtschaft schnell die Bedürfnisse der Ärmsten nach bezahlbarer Nahrung an den Rand drängen. Immer mehr Wissenschaftler senken darum den Daumen über die Bioenergie. Zuletzt auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Die „Verwendung von Biomasse als Energiequelle in größerem Maßstab [ist] keine wirkliche Option für Länder wie Deutschland“, stellt das Forschergremium in einer [Ende Juli 2012] veröffentlichten Stellungnahme fest. Sie empfiehlt, den geplanten Ausbau der Bioenergie zu stoppen. Das europäische Ziel, 2020 zehn Prozent des Treibstoffs für Autos aus Biomasse zu gewinnen, solle man überdenken. Und die Idee, Deutschland könne im Jahr 2050 fast ein Viertel seines Energiebedarfs aus einheimischen Pflanzen decken, so wie es die Szenarien der Bundesregierung vorsehen, empfinden die Forscher als geradezu irrwitzig.

In einem Vorbericht vom 26. Juli 2012 hatte dieselbe Zeitung bereits einen der Koordinatoren der Leopoldina-Studie zitiert:

weiter lesenNationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt den Ausbau der Bioenergie zu stoppen

Warum fürchten sich so viele Forscher vor den solarsynchronen Millenniumszyklen?

Von Sebastian Lüning

Im Netz findet derzeit eine neue Episode der Klimadiskussion statt, ausgelöst durch einen kürzlichen Zeit-Online-Artikel von Toralf Staud (siehe unser Blogartikel „Kritik an der kalten Sonne auf Zeit Online: Was ist dran an den Vorwürfen?„). Die Antwort erschien zudem auf EIKE, wo sich im Zuge der Kommentierung auch Toralf Staud zu Wort meldete. Im Folgenden gehe ich abschließend auf einige interessante zusätzliche Punkte der Diskussion ein (der Kommentar ist auch im EIKE-Thread erschienen):

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Sehr geehrter Herr Staud,

Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie sich so intensiv mit unserer Arbeit beschäftigen. Diskussion ist ein wichtiger Bestandteil der Klimawissenschaften. Leider habe ich den Eindruck, dass Ihr Beitrag, diese Diskussion nicht richtig voranbringt. Anstatt sich mit richtig interessanten Problemen zu beschäftigen, stellen Sie abenteuerliche Verschwörungstheorien auf. Sie müssen davon ausgehen, dass mir die wissenschaftliche Arbeitsweise gut bekannt ist. In den letzten 15 Jahren habe ich mehr als 30 Fachartikel in internationalen geowissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und bin noch immer als Reviewer bei etlichen dieser Zeitschriften tätig. Zudem habe ich in den letzten Jahren sehr viel Literatur zum Thema Klimawandel gelesen und ausgewertet, vermutlich mehr als Sie.

Ich denke, Sie verfolgen da eine ganz falsche Spur. Die Frage sollte doch vielmehr lauten: Warum möchten so wenige Wissenschaftler über das Thema solarsynchroner Klimazyklen arbeiten bzw. hiermit in Verbindung gebracht werden?

Wenn eine Arbeitsgruppe die holozäne Klimaentwicklung eines bestimmten Gebietes untersucht und dabei Schwankungen/Fluktuationen/Zyklen entdeckt, bietet es sich einfach an, den Verlauf mit der Entwicklung anderer Gebiete zu vergleichen. Oft wird hierbei auch die Nordatlantik-Studie von Bond et al. (2001) herangezogen. Das besondere an dieser Studie ist, dass die Autoren klar zeigen konnten, dass sich das Klima synchron zur Sonnenaktivität zyklisch änderte. Warum sich Co-Autor Beer daran nicht mehr erinnern kann, bleibt sein persönliches Geheimnis.

Nun hat also die besagte Forschergruppe mit den Sauerland-Höhlentropfsteinen ihr Resultat auch mit Bond et al. verglichen und fand große Ähnlichkeiten. Nun sollten Sie sich als Journalist eine wichtige Frage stellen: Warum erwähnen die Autoren von Fohlmeister et al. denn in ihrem Paper nicht, dass weitgehende Synchronität zu Bond et al. (2001) auch Synchronität zur Sonnenaktivität bedeutet? Woher die Scheu, diesen offensichtlichen Zusammenhang explizit zu nennen? Und in weiterer logischer Fortsetzung: Warum will Manfred Mudelsee weder mit Bond et al. noch mit der Sonnenaktivität etwas zu tun haben? Sie sagen ja selbst, dass Sie die Abbildung 4 in Mudelsee et al. (2012) angeschaut haben. Natürlich sind dort kräftige Schwankungen zu erkennen, die durchaus zyklischen Charakter haben. Vergessen Sie dabei nicht, dass sich hier verschiedene Zyklenlängen überlagern und sich die Zyklenlängen in einem bestimmten Rahmen auch verschieben können. Das Endresultat muss daher keineswegs wie eine monotone Sinuskurve aussehen.

Grundsätzlich halte ich nichts von einer pedantischen Aufsplitterung der Papers. Das Höhlen-Projekt wurde von einer wissenschaftlichen Gruppe gemeinsam durchgeführt und die Ergebnisse dann auf verschiedene Papers aufgeteilt, so wie es heute üblich ist. Dies steigert die Anzahl der Publikationen, kann aber der Übersicht halber auch sinnvoll sein. Früher wären alle Ergebnisse in einer Monographie erschienen und die Zusammenhänge klar benannt worden. Ich halte ebenfalls nichts davon, sich nun auf Splitterergebnisse zu beschränken und so zu tun, als ob es die anderen Papers gar nicht geben würde.

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Punkt: Warum ist es heutzutage als Wissenschaftler unklug, im Zusammenhang mit Bond et al. und Sonnenaktivitätszyklen genannt zu werden? Wie ich Ihnen bereits in der Vergangenheit versucht habe zu erklären, steckt hierin vermutlich einer der Schlüssel zur Klimadebatte. Wenn es sonnensynchrone Millenniumszyklen in der Vergangenheit gegeben hat, dann wird es sie auch heute noch geben. Und die Erwärmung der letzten 150 Jahre seit Ende der Kleinen Eiszeit passt genau in dieses Muster. In den letzten 100 Jahren hat sich das Sonnenmagnetfeld mehr als verdoppelt (nun geht es wieder zurück).

Ich hatte zu Bond et al. (2001) im Juli 2010 eine interessante Blog-Diskussion mit Stefan Rahmstorf. Er wollte mir damals weismachen, dass Bond später von seinen Zyklen wieder abgerückt wäre und sich die Zyklen nicht bestätigt hätten. Siehe http://tinyurl.com/cfaxbqv (Kommentar 1.8.2010, 22:44 Uhr).

Beide Behauptungen sind nicht richtig. Wie mir ein ehemaliger Doktorand von Bond mitteilte, verfolgte Bond diese Zyklen bis zu seinem viel zu frühen Tod weiter. Er war sogar als Co-Autor an weiteren Studien beteiligt, die den Zyklus bestätigen konnten. Mittlerweile hat eine Vielzahl von Papers den holozänen Bond et al. Klimazyklus in den verschiedensten Teilen der Erde nachgewiesen. Das neueste Paper sowie eine Karte mit den meisten Papers ist in einem kürzlichen Blogartikel im Kaltesonne-Blog erschienen:

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Nach der Anfangseuphorie kommt jetzt die Ernüchterung: Überhastete Energiewende wird bald unbezahlbar

In unserem Buch „Die kalte Sonne“ plädieren wir dafür, sich die notwendige Zeit dafür zu nehmen, erneuerbare Energieträger zielgerichtet auszubauen und diese Umstellung in ökonomisch vernünftiger Weise und nachhaltig zu gestalten. Ein hastiger Umbau ohne Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit ist wenig zielführend und stellt ein unkalkulierbares Abenteuer für das Land dar.

Nach Beendigung der Anfangseuphorie der Energiewende setzt sich diese Sichtweise offenbar allmählich immer mehr durch. So schrieb Michael Bauchmüller am 10.8.2012 in der Süddeutschen Zeitung:

Im Kampf gegen die vermeintlichen Atom-Parteien CDU und FDP war die Sache für die Grünen einfach: 100 Prozent Erneuerbare forderten sie seinerzeit, und das schon bis 2030. Ob sie das wohl im nächsten Bundestags-Wahlkampf wieder fordern werden? Vielen Grünen schwant mittlerweile, dass sie mit der Forderung von damals in Erklärungsnot kommen werden, und das schon von Mitte Oktober an. Dann nämlich wird klar werden, wie viel der Ökostrom-Ausbau die Deutschen im nächsten Jahr kosten wird. Bisher zahlen die Stromkunden auf jede Kilowattstunde einen Aufschlag von 3,6 Cent dafür. […] Bis Mitte Oktober müssen die Betreiber der großen deutschen Stromnetze darlegen, wie viel die Ökostrom-Umlage in Zukunft kostet. „Da marschieren wir ganz klar in Richtung fünf Cent je Kilowattstunde“, heißt es schon beim ostdeutschen Netzbetreiber 50 Hertz. Mit anderen Worten: Die Umlage würde einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt nicht mehr 40 nEuro kosten, wie 2009, auch nicht 126 Euro, wie derzeit – sondern dann etwa 175 Euro im Jahr. […] „Ich gebe zu, dass die Sorgen groß sind“, sagt auch Hans-Josef Fell, der Ökoenergie-Papst seiner Fraktion. „Wenn man die Argumente in zwei Sätze packen muss, ist es nicht leicht durchzudringen.“ Zumal die Kritiker des forschen Ausbaus nur fünf Worte brauchen: So viel Ökostrom ist unbezahlbar.

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Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-BundestagsfraktionBundestagsfraktionsvize Arnold Vaatz rechnete Mitte Juli 2012 im Deutschlandfunk vor, warum die überstürzte Energiewende nicht funktionieren kann. Einige Auszüge aus dem Interview:

Einspeisekosten, Leitungsbaukosten, Verteilungskosten und Speicherkosten der geplanten Energiewende werden sich auf etwa 2,3 Billionen Euro belaufen, sagt Arnold Vaatz (CDU). Das Vorhaben sei ökonomisch „völlig unsinnig“ und vom Gesamtkonzept und Zeitplan her nicht einzuhalten.

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Die kalte Sonne mit Silbermedaille im European Energy Review – Medienecho vom 17.8.2012

Im Mai 2012 brachte European Energy Review ein ausführliches Interview mit Fritz Vahrenholt über unser Buch “Die kalte Sonne” sowie die Energiewende in Deutschland. Hierin schildert Vahrenholt die Beweggründe für das Buch, geht im Gespräch mit Redakteur Marcel Crok auf die Hauptkritikpunkte am Weltklimarat ein und erläutert die Bedeutung der wissenschaftlichen Neubewertung  für den Umbau der Energielandschaft in Deutschland. Das Magazin mit derzeit über 37.000 Abonnenten nähert sich dabei dem wichtigen Thema in vorbildhaft ausgewogener und unaufgeregter Weise.

Kurz vor der Sommerpause zog European Energy Review nun eine Bilanz und veröffentlichte eine Statistik, in der die zehn meistgelesenen Artikel des ersten Halbjahres 2012 genannt werden. Und hier das offizielle Endergebnis: Von den 75 angetretenen Artikeln erreichte der Bericht über Die kalte Sonne den zweiten Platz !  Übersetzt in die Olympia-Zählweise wäre dies die Silbermedaille ! Der Erfolg unterstreicht die Bedeutung des Themas sowie die Notwendigkeit zur kritischen Hinterfragung  der in der Vergangenheit als alternativlos angesehenen klimakatastrophistischen Sichtweisen.

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Ulli Kulke beschäftigte sich Anfang August 2012 in seinem Blog Donner + Doria mit der ungewöhnlichen Hurrikan-Flaute im Nordatlantik und zitiert dabei auch unseren kürzlichen Blogartikel „Ein unerwarteter Rekord: Noch nie mussten die Vereinigten Staaten während der letzten 100 Jahre so lange auf einen starken Hurrikan warten !„. Hier ein Auszug:

Tatsache ist jedenfalls, dass kurz nach Katrina, im Oktober, noch einmal ein größerer Hurrikan über Florida herfiel, und seither die Atlantikküsten der USA von weiteren schweren Wirbelstürmen verschont blieben, mitterweile im siebten, gar nicht mal so verflixten Jahr. Die Betreiber des Klimablogs “Kalte Sonne” haben errechnet, dass es sich dabei sogar um einen Rekord handelt: “Noch nie mussten die Vereinigten Staaten während der letzten 100 Jahre so lange auf einen starken Hurrikan warten!” schreiben sie in ironischer Umkehrung der Katastrophen-Prophezeiungen aus der Klimaforschung. Für den Zeitraum seit 1970 ergibt die Statistik der Hurrikane jedenfalls keinen Trend, nicht nach oben und nicht nach unten. Dabei ist die diesjährige – kalendarische – Hurrikan-Saison in vollem Gang, bislang noch ohne nennenswerten Treffer.

Gewiss, die letzten, nahezu hurrikanlosen sieben Jahre sind noch kein langer Zeitraum, aber es überascht schon, wenn aus dem Weltklimarat in eben diesen sieben Jahren ständig die Botschaft kommt, der Anstieg der globalen Temperatur, besonders auch derjenigen in den Ozeanen, aus der ja die Wirbelstürme ihre Kraft ziehen, würde sich nahezu täglich beschleunigen. Wobei  gerade dies ja nicht nur von hartnäckigen Klimaskeptikern bezweifelt wird, sondern insgeheim auch von den Erwärmungspropheten, die sich gegenseitig schon mal mit der Frage: “Wo zum Teufel ist eigentlich die Erwärmung geblieben” ärgern – im internen Email-Verkehr wohlgemerkt, der im Zuge der “Climategate”-Affäre um den Weltklimarat an die Öffentlichgkeit kam.

Von Hurrikanen redet seither niemand mehr, andere Naturkatastrophen sind dafür ins Blickfeld gerückt und dienen nun als Beweis für die kommende Weltkatastrophe. Kann ja sein, dass sie auch irgendwie mit allfälligen veränderten klimatischen Verhältnissen zusammenhängen, aber sind die zwingenden Zusammenhänge, die einst mit den Hurrikanen aufgebaut wurden, einfach austauschbar, wenn die Wirbelstürme mal für einige Zeit ausfallen? Fluten, Dürren, Hitzewellen, alles dient mittlerweile als Beweis dafür, jeweils unter dem Begriff Extremereignisse. Und seit drei Jahren, seit die eisigen Winterperioden nicht mehr wegzudiskutieren waren, ist es so weit: Jetzt dienen auch sie als Beweis dafür, dass sich die Erderwärmung angeblich immer stärker beschleunigt – im Außenverkehr, wie man seit Climategate wohl hinzufügen muss. Da hat man doch den Eindruck, dass zwischen all den Gewittern eine heftige neue Beliebigkeit aufblitzt.

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Gruselige Extremwetter-Talkrunde im Geomar-Schuppen: ZDF pflegt das Klimahorror Genre

Nachdem sich die Temperatur seit 14 Jahren nicht mehr an die IPCC-Vorgaben hält, haben sich die Anhänger der Klimakatastrophe ein neues Betätigungsfeld gesucht, nämlich das Extremwetter. Dieser Bereich hat einige Vorteile. Seit jeher wird die Erde regelmäßig von Gewittern, Überschwemmungen, Dürren und Waldbränden heimgesucht. Jedes Jahr gibt es auf der ganzen Welt zahlreiche dieser Ereignisse, so dass es stets einen guten Aufhänger für das Schüren der Extremwetterangst gibt. Das Thema ist zudem ausreichend gruselig, so dass die Medien gerne darüber berichten. Und wer könnte an diesem Wetterchaos wohl Schuld haben? Natürlich, es muss ja wohl der alles kontrollierende Mensch sein, wer denn sonst. Beim nächsten Gewitter sollten wir uns daher ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir unser Benehmen auf dieser Erde verbessern könnten, damit wir in Zukunft von derlei atmosphärischen Strafen verschont bleiben. So oder so ähnlich wird es uns jedenfalls immer erzählt.

Am 25. Juli 2012 lief auf 3SAT die Wiederholung einer Klimatalkshow der anderen Art aus dem Genre des „Extremwetterhorror“. Der Film „Terra X: Wilder Planet – Mit Feuer und Flut“ stammt ursprünglich aus dem Jahr 2009 und ist in der Online-Mediathek des ZDF aufrufbar. Schon die Ankündigung lässt einen kalten Schauer über den Rücken laufen:

„Das Wetter wird immer extremer – mit Schuld daran ist der Klimawandel. Auch in Europa können sich in Zukunft extreme Unwetterszenarien abspielen: Hagelstürme, Trockenperioden, harte Winter. Naturgewalten sind unberechenbar. Sobald die Naturgewalt Wetter ihre gewohnten Bahnen verlässt, ist sie imstande regelrechte Katastrophen auszulösen – auch Europa blieb von solchen Schicksalsschlägen in der jüngsten Vergangenheit nicht verschont. Orkane, Starkniederschläge, extreme Hitze- und Kälteperioden, all das hat es auch in Europa gegeben. Wissenschaftler mahnen: Unwetter können sich in Zukunft häufen.“ 

Genüsslich werden im Film die Highlights der Extremwetterszene aus dem letzten Jahrzehnt präsentiert:

  • 2002: Jahrhundertflut in Deutschland und Osteuropa
  • 2003: Extremsommer mit Dürre in Südeuropa, starkes Gletscherschmelzen in den Alpen
  • 2005: Extremwinter in Europa, Alpenhochwasser
  • 2006: Sturm Kyrill
  • 2006: Überflutungen nach extremem Schneefall und anschließender Schmelze,
  • 2007: extreme Dürre südlich der Alpen

Zur Umrahmung der Handlung hat das ZDF eine Talk-Runde in einem Schuppen des Kieler Geomar Instituts inszeniert. Mit dabei ist der unvermeidliche Lokalmatador Mojib Latif, der Alpenexperte Albert Sudy von der Österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie der Katastrophenmanager Wolf Dombrowsky. Der ganze Auftritt wirkt jedoch so steif und wenig spontan, dass die scripted reality schnell auffliegt. Etwas unbeholfen geben sich die Forscher gegenseitig Stichworte, was etwas komisch wirkt.

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Extremer Extremwetter-Artikel im Berliner Tagesspiegel: Zeit für einen Faktencheck

Wir haben an dieser Stelle bereits des Öfteren über das Extremwetter berichtet (siehe Artikelübersicht hier). Momentan ist Sommer, zumindest kalendarisch, und viele Protagonisten über die tagein tagaus in den Nachrichten berichtet wird, weilen derzeit im Urlaub. Aber auch in dieser Sauregurkenzeit müssen natürlich die Redaktionen irgendwie ihre Zeitungen vollkriegen. Am besten mit etwas Aufregendem, etwas das alle Leute angeht. Schön wäre auch, wenn es etwas gruselig wäre. Denn sowas wollen die Leute lesen. „Sollten wir vielleicht nicht mal wieder etwas über das Extremwetter machen?“ schlägt der Chefredakteur vor. „Gute Idee, da waren doch gerade ein paar Dürren und Überschwemmungen, da bastel ich schnell mal was Schönes zusammen“ antwortet der Kollege aus der Wissenschaftsabteilung. So oder so ähnlich könnte es in der ein oder anderen Redaktion ablaufen.

Wer am 23. Juli 2012 den Berliner Tagesspiegel aufschlug, wurde durch den Artikel „Dürren, Stürme und Überschwemmungen – Wetterextreme nehmen zu“ überrascht. Wetterextreme nehmen zu? Haben wir da vielleicht eine wichtige neue Publikation versäumt? Selbst der Weltklimarat IPCC gibt doch mittlerweile kleinlaut zu, dass es aufgrund der aktuellen Daten keine Grundlage für solch eine Annahme gibt. Das Extremwettergeschehen bewegt sich bislang noch immer im Bereich der natürlichen, historisch bekannten Schwankungsbreite. Wie kommt die Autorin des Tagesspiegel-Artikels, Dagmar Dehmer, auf die lustige Idee, Wetterextreme hätten bereits zugenommen? Wir begeben uns auf Spurensuche.

Dehmers Masche ist leicht zu durchschauen. Sie listet einfach alle Extremwetterereignisse der letzten anderthalb Jahre auf und hofft damit die Leser zu beeindrucken. Ab und zu streut sie die übliche Einschränkung ein, dass man ein einzelnes Ereignis selbstverständlich nicht eindeutig dem Klimawandel zuschreiben könne. Aber der Tenor ihres Artikels ist klar: Alles wird schlimmer, extremer, gefährlicher und der Mensch hat Schuld. Dabei versäumt es die Autorin, das aktuelle Extremwetter in den historischen Kontext zu stellen. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass man im Prinzip über jedes einzelne Jahr des vergangenen Jahrhunderts einen solchen Extremwetter-Horror-Artikel schreiben könnte wenn man wollte (siehe z.B. Chronik extremer Wetterereignisse von 1900-1999 in Kurt Blüchels Buch „Der Klimaschwindel„).

Einen „gefühlten“ Trend einfach so zu behaupten, ohne ihn mit Daten belegen zu können muss man schlichtweg als unredlich bezeichnen. Die fragwürdige Arbeitsweise der Autorin zeichnete sich bereits im Februar 2012 ab, als sie in der Besprechung unseres Buches „Die kalte Sonne“ den seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden Erwärmungsstillstand als angeblich nicht bewiesen und lediglich verirrte These von bösen Klimawandel-Skeptikern einstufte (siehe unser Blogartikel „Erstes Medienecho“, letzter Absatz).

Schauen wir uns einmal im Detail an, was Dagmar Dehmer in ihrem aktuellen Extremwetterartikel so schreibt:

Die ersten sechs Monate [2012] haben [in den USA] alle bisherigen Hitzerekorde gebrochen. Die amerikanische Wetterbehörde NOAA hat gerade ihre Halbjahresbilanz veröffentlicht. Demnach sind alle sechs Monate von Januar bis Juni die wärmsten, die in den USA je aufgezeichnet wurden. In den südlichen Bundesstaaten herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten.

In der Tat wütete in den USA diesen Sommer eine schlimme Hitzewelle, die mit einer ausgeprägten Dürre verbunden war. Allerdings vergisst die Autorin zu erwähnen, dass es ähnliche Hitzewellen und Dürren in den USA bereits in den 1930er Jahren gegeben hat (Abbildung 1). Auch muss man berücksichtigen, dass die angeblichen neuen Temperaturrekorde nur möglich waren, weil zwischenzeitlich die historischen Messwerte aus den 1930er Jahren durch fragwürdige „Datenkorrekturen“ künstlich nach unten gedrückt wurden (siehe unser Blogartikel „Die wunderbare Welt der Temperaturdaten-Korrekturen: Und plötzlich hatte sich der Trend ins Gegenteil verkehrt…“). Ansonsten würde wohl 1936 noch immer den Temperaturrekord innehaben (siehe auch Beitrag hierzu von Roy Spencer).

Abbildung 1: US Hitzewellen-Index 1895-2008. In den 1930er Jahren litten die USA unter einer besonders starken Hitzewellenserie. Quelle: United States Environmental Protection Agency nach CCSP.

Dagmar Dehmer schreibt weiter: 

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