Als würde die Sonne 24 Stunden am Tag scheinen

Was gibt es Neues von den erneuerbaren Energien? Im Juni 2019 ist das deutsche Stromnetz mehrfach an einem Kollaps vorbeigeschrammt. NTV am 2. Juli 2019:

Beinahe-Blackout im Juni: Stromnetz stand kurz vor dem Kollaps
Im vergangenen Monat wird in Deutschland mehr Strom gebraucht, als in den Netzen vorhanden ist. Damit es nicht zum Komplettausfall kommt, muss Deutschland Strom aus den Nachbarländern beziehen. Bemerkbar wird die Krise zunächst an der Börse.

Weiterlesen auf NTV.

Bereits am 13. Januar 2019 hatte die FAZ einen ähnlichen Fall geschildert:

Der Tag, an dem der Strom knapp wurde

Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen, wenn Solar- und Windkraftanlagen zu wenig Strom liefern. Dann müssen Industrieanlagen abgeschaltet werden. Die Netzschwankungen könnten aber noch schlimmer werden.

Freitag der 14., ist ein ruhiger, etwas diesiger Dezembertag. Mittags kommt in Berlin die Sonne durch, in Kiel schwänzen Schüler den Unterricht und nennen das „Streiken für den Klimaschutz“. Die Aufregung um die Bahnstreiks am Wochenanfang hat sich gelegt, die Adventsmärkte erwarten den Besucheransturm zum dritten Advent. In einer Handvoll großer Industriebetriebe ist dagegen von vorweihnachtlicher Fröhlichkeit keine Spur. Der Stresspegel ist beachtlich gestiegen, seitdem die Netzbetreiber kurzfristig angekündigt haben, den Strom abzuschalten. Denn in Deutschland gibt es an diesem Mittag zu wenig Elektrizität.

Weiterlesen in der FAZ. Siehe auch Beitrag von Holger Douglas auf EIKE.

RBB Fernsehen brachte am 20. Februar 2019 eine 45-minütige Sendung mit dem Titel „Die Wahrheit über… Stromausfall„. Können Sie hier in der ARD-Mediathek schauen.

Erneuerbare Energieträger steigern ihren Anteil im deutschen Energiemix stetig. Achtung aber: Die Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen, wie das Dresdner Universitätsjournal in seiner Ausgabe aus dem Januar 2019 zu Bedenken gab:

Als würde die Sonne 24 Stunden am Tag scheinen

Statistiken arbeiten beim Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch mit einem irreführenden Mittelwert

»Der Dorfteich war im Mittel einen Meter tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen.« Mit diesem Spruch wird vor allzu sorglosem Umgang mit Zahlen gewarnt, die aus statistischen Berechnungen folgen. Obwohl mathematisch exakt ermittelt, entpuppt sich ein Mittelwert bei genauerem Hinsehen manchmal als gefährliche Halbwahrheit. Die Aussage »Erneuerbare decken 38 Prozent des Stromverbrauchs« ist eine solche Halbwahrheit. Die Angabe von jahresgemittelten Prozentwerten ist zwar meist ausreichend zur Charakterisierung der Beiträge sowohl der konventionellen als auch der nichtvolatilen erneuerbaren Energiequellen wie Biomasse und Wasserkraft an der Stromversorgung. Ganz anders ist es allerdings bei den volatilen Erzeugern wie Wind- und Sonnenenergie. Deren Einspeiseleistung weist extreme Schwankungen auf, die sich nicht wie gewohnt durch eine Verteilung entsprechend einer Gaußschen Glockenkurve beschreiben lassen.

Weiterlesen im Dresdner Universitätsjournal Nr. 1 von 2019, Seite 4 unten (pdf hier).

Bernd Kehrmann im März 2019 auf EIKE:

Warum die Stromautobahnen in den Süden technischer Unsinn sind

In Europa betreiben wir ein 50 Hertz Wechselstrom Netz. In diesem Netz geben die großen in der Grundlast laufenden Kraftwerke (ca. 40%) den Takt vor. Das heißt, alle zusätzlichen Stromerzeuger müssen sich an diesen Takt (Sinus) orientieren.

Im Rahmen der Energiewende wurden eine Vielzahl von Windanlagen errichtet, die alle ihren Wechselstrom mit 50 Hz in das bestehende Stromnetz einspeisen. Da aber im Norden und speziell auf der Nordsee der Wind am kräftigsten weht, versprach er dort für die Investoren auch die höchste Rendite. In der Nordsee wurden drei Offshore-Anlagen geplant, bei denen ein Windpark zwischenzeitlich fertig gestellt ist. Für die Übertragung des Windstroms an Land ist jetzt die deutsche Netzagentur zuständig.

Da im Meer eine Übertragung des Stroms über eine Freileitung nicht möglich ist, kam nur eine Übertragung über ein Seekabel in Frage. Wegen der kapazitiven Verluste bei einem Kabel, war nur eine Übertragung mit Gleichstrom möglich (HGÜ bzw. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Hierbei wird der Wechselstrom in einem Konverter auf einer Plattform im Meer in Gleichstrom umgewandelt. Später an Land soll dann der Gleichstrom in einem weiteren Konverter wieder in Wechselstrom umgewandelt werden, um in dann in das deutsche Stromnetz eingespeist zu werden. Dass eine HGÜ mit den zwei Konvertern über eine Milliarde Euro kosten wird, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Die Energiewende sollte gerettet werden, koste es was es wolle. Diese Kosten sollten dann später über eine Erhöhung des Strompreises von den einzelnen Stromkunden getragen werden.

Weltweit werden HGÜ’s aber nur für einen Inselbetrieb (Mallorca, Ibiza, Korsika) eingesetzt. Das heißt, man muss sich nicht an einen sauberen Sinus eines Konverter orientieren.

Weiterlesen auf EIKE

Daniel Wetzel im Januar 2019 auf welt.de:

Klimapolitik am Abgrund

Deutschland beginnt ein Experiment am eigenen Körper: Das große Industrieland im Herzen Europas steigt zugleich aus Kohlestrom und Atomenergie aus. Kann dieses gewagte Unternehmen gut gehen?

Das Jahrhundertexperiment Energiewende tritt am kommenden Wochenende in seine heiße und entscheidende Phase. Deutschland macht ernst mit dem Vorhaben, als einziges Industrieland der Welt zeitgleich aus der Kernenergie und der Kohleverstromung auszusteigen. Den finalen Plan dafür wollen die 31 Mitglieder der Regierungskommission „Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung“ am Freitagabend beschließen. Es wird kein guter Plan. Er ist teuer, riskant und wird für den Klimaschutz kaum Nutzen bringen.

Geplant ist ein politischer Eingriff in den Energiemarkt, der schwerwiegender und riskanter ist, als es der Beschluss zum Atomausstieg war. Dem Plan zufolge sollen fünf bis zehn Großkraftwerke bis 2022 stillgelegt werden. Danach soll bis 2030 die Hälfte der Kohlekraft abgeschaltet sein, die in diesen Tagen noch rund 50 Prozent des deutschen Strombedarfs deckt.

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