Journalistische Unabhängigkeit? Interessante Überkreuzgeschäfte bei Spiegel und Greenpeace

Haben die Berliner Verkehrsbetriebe auf das falsche Pferd gesetzt? Die WELT meldet, dass zig Elektrobusse bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ausgefallen sind. Offenbar haben die Busse Probleme mit der Kälte. Diese Kälte, so durften wir gerade lernen, ist auf die Erderwärmung zurückzuführen © Stefan Rahmstorf. Wenn sich die Erwärmung also nun fortsetzt und es dann noch kälter wird (!?), was wird dann aus dem Busverkehr in Berlin? Der sollte eigentlich bis 2030 komplett auf Elektrobusse umgestellt werden. Bereits das ist eine Mammutaufgabe, weil man davon ausgehen kann, dass 5 Elektrobusse 3 Dieselbusse ersetzen wegen der geringeren Reichweiten usw. Die BVG braucht also nicht nur viel mehr Geld für die Anschaffung der Busse, sondern auch für das zusätzliche Personal. Vielleicht ist das ja mit den Arbeitsplätzen der Energiewende gemeint?

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Wirtschaftsminister Altmeier plant die Abschaffung der EEG Umlage. Gemeint ist hier allerdings nicht die Abschaffung, sondern die Finanzierung durch Steuern statt Umlagen. An den 30 Mrd. Euro plus X pro Jahr wird sich nichts ändern, die Betreiber von Windkraft- oder Solaranlagen werden nur aus einem anderen Topf bezahlt, der aber ebenfalls von der Allgemeinheit gefüllt werden muss. Es ist nur ein anderer Name für das Kind. Weiterlesen beim SPIEGEL.

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Bitcoins, in die der Elektroauto-Hersteller Tesla gerade investiert hat, verbrauchen so viel Strom für das Schürfen und den Handel wie das gesamte Land Norwegen an Strom. Das sagt Ulrich Gallensdörfer im SPIEGEL. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke.

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Hyundai-Europachef Michael Cole: „Wir glauben absolut an die Brennstoffzelle“. Der Artikel dazu steht im Handelsblatt, dort allerdings kostenpflichtig. Ergänzend gibt es einen weitere Artikel bei Businessinsider. Dieser ist kostenlos lesbar.

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Unter Frankfurt erscheint beim DWD stets der Frankfurter Flughafen: ID-Nr. 1420, Lage 50°02,  8°02 (Station bei Wetterzentrale.de).

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Schöner Beitrag des RBB:

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Wissenschaft.de 2012 über Tropfsteinforschung von Prof. Mangini und vorindustrielle Klimaschwankungen. Lesenswert. Gleiche Quelle, aber von 2008: BIOSPRIT SCHADET DEM KLIMA. Wusste man schon damals. Hat dann aber doch Agrodiesel im großen Stil produziert. Wie konnte das passieren? Lobbyinteressen?

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Ein ganz „besonderer“ Film- bzw. Serientipp: Unfck the World.

(Abbildung: Screenshot TVWunschliste.de)

Auf dem Streamingportal Joyn (ProSiebenSat1-Gruppe) läuft seit dem 04.02.2021 eine Dokumentation über zwei Aktivisten, die die Welt retten wollen oder soll man sagen wollten? Es geht um die Berliner Unternehmer Waldemar Zeiler und Philipp Seifer, die ansonsten ihr Geld mit dem Kondomhandel verdienen. Möglicherweise kommt der Titel der Serie durch diese Gewerbe?

Lediglich die erste Folge der Dokumentation ist kostenlos zu sehen, für den Rest braucht man einen kostenpflichten Zugang bei Joyn PLUS. Aber die erste Folge reicht eigentlich auch aus, um sich ein Bild von den beiden Protagonisten zu machen und auch von der Idee mittels eines bezahlten (!) Demokratie-Events (!!) das Klima zu retten. Es geht um 12062020olympia. Wir hatten die Aktion, die für den Sommer 2020 geplant war, bereits hier beschrieben und auch über ein etwas verunglücktes Interview mit Philip Seifer berichtet. Laut Aussagen der Veranstalter sollten die Besucher für 29,95 Euro zahlreiche Probleme der Welt mittels von Petitionen lösen und abklicken: „Soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, Diskriminierung und all die Probleme, die uns so auf der Seele liegen.“ Nach Berlin wäre die Welt gerettet gewesen und das für nur 29,95 Euro!

Zugegeben, die anderen Teile der Serie muss man sich nicht geben oder dafür Geld investieren. Eines wird bei der ganzen Sache aber schon deutlich, es steckt schon ein Plan dahinter, das Team hat sich nicht mit Handys gefilmt sondern wurde von einer Filmcrew begleitet. Das alles braucht Vorbereitung und ist keine spontane Aktion. Wie sagte Siefer im Interview: „Wir sind gut in Marketing“. Dumm gelaufen, dass die Corona Pandemie diesem Marketing ein Strich durch die Rechnung gemacht hat.

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Ende Januar lief die Startnext-Kampagne für „das größte Filmprojekt aller Zeiten“ <sic> aus. Wir berichteten über das Projekt „Fridays – The Story Of A New World.” Tatsächlich haben die Initiatoren die 120.000 Euro erreicht, die sie brauchten, um sich überhaupt erst einmal Gedanken über den Film zu machen. 20.000 Euro davon kamen von Krombacher, na dann Prost.

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Interessante Überkreuzgeschäfte beim Spiegel und Greenpeace. Die NGO schickt einen Manager zum Spiegel, der dort regelmäßig die Klimakatastrophe ausruft und gleichzeitig recherchiert Greenpeace eine Story, die der Spiegel dann bringt. Aktuelles Beispiel ist der Artikel von Kurt Stukenberg zum Thema Gas. Der Ex-Greenpeace-Mann wärmt die Flüssiggas-Terminal Geschichte aus dem September 2020 noch mal auf. Außerdem schreibt ein Kollege Stukenbergs etwas zum Thema Klage-Netzwerk gegen Windkraftanlagen. Es basiert auf Indizien (wobei Mutmaßungen wohl treffender wäre), die Greenpeace gesammelt hat. Allerdings wird es mit den „Beweisen“ etwas dünn, so endet auch der Artikel.

Es sind viele starke Indizien, die Greenpeace zusammengetragen hat, auch wenn eine direkte Finanzierung der Anti-Windkraft-Bewegung durch die Industrie nicht belegt ist, allenfalls vehementes Lobbying. Dagegen hat Greenpeace-Experte Smid gar nichts, nur so viel: »Lobbyisten sollen mit offenem Visier kämpfen und nicht als Tarnorganisation der Industrie auftreten.«

Darüber, dass das kommerzielle Unternehmen Greenpeace Energy mit dem Namen von Greenpeace wedelnd gern lobbyiert, scheint sich beim Spiegel niemand zu wunden. Wir lernen auch, dass es guten Protest gibt (Hambacher Forst) und schlechten Protest (Windkraftanlagen) gibt, jedenfalls für den Spiegel. Und beim schlechten Protest muss es sich um gekaufte Proteste handeln, anders kann es nicht sein…

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Yin und Yang bei Spektrum der Wissenschaft. Im Sommer 2020 erschien ein Artikel, dass sich durch Corona das Klima, wenn auch nur minimal, abkühlt. Jetzt soll der Lockdown durch Corona das Klima erwärmen, weil es weniger Luftverschmutzung gibt, die kühlend wirkt. Ein entsprechender Artikel dazu erschien kürzlich. Was denn nun?

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Und noch ein Tipp, sofern es bei Ihnen geschneit hat liebe Leser. Genießen Sie den Winter mit Kälte und Schnee. Sie wissen ja, eigentlich dürfte es das nicht mehr geben bei uns und wir haben das kalte Winterwetter ja auch nur, weil die Welt immer wärmer wird. Wobei, wenn die Erde sich immer weiter erwärmt, werden dann auch die Winter immer kälter? Sie merken schon, es bleibt schwierig.