Immer Ärger mit dem Zeitgeist

Glücklicherweise gibt es Stimmen, die Schwachsinn noch Schwachsinn nennen. Zu diesen Stimmen gehört Fabian Ruhnau von Kachelmannwetter. Er äußert sich zu den Behauptungen, dass das Sturmtief Sabine eine direkt Folge des Klimawandels sei. So geschehen durch den ZDF Wettermoderator Özden Terli und die Windkraft-Lobbyistin Simone Peter.

„Das ist immer wieder der Schwachsinn, der gemacht wird, dass jede Wetterlage, jedes Wetterereignis, jeder Sturm dem Klimawandel in die Schuhe geschoben wird.“

Als Beleg hat Ruhnau 4 Orte aus Deutschland genommen (Hamburg, Berlin, München, Köln) und dort die Monate Oktober bis März betrachtet. Es sind die klassischen Wintersturm-Monate. In allen 4 Fällen geht die Zahl der Tage mit Sturm stark zurück. Ketzerisch könnte man jetzt sogar folgende These wagen: Mehr CO2 führt zu höheren Temperaturen, geringeren Temperaturgegensätzen und somit für weniger Stürme bei uns. Simone Peter würde wahrscheinlich zu Herztropfen greifen.

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An der A14 bei Großweitzschen (zwischen Leipzig und Dresden) ist kürzlich eine Windkraftanlage abgebrannt. Feuerwehren bleibt nichts anderes übrig als solche Brände nur abzusperren. Die Turbinen sind zu hoch für die meisten Leitern. Ähnlich wie bei einem kürzlichen Brand in der Nähe von Guxhagen (Nordhessen), wo die Feuerwehr ebenfalls nur zusehen konnte. Der TÜV warnte schon 2018 vor den Anlagen als tickende Zeitbomben. Ein besonderes Problem sind Glasfasersplitter, die ganze Äcker kontaminieren können. Ein Video von ZDF Heute Journal zeigt verschiedene Havarien von Anfang 2019 und auch die Aussage vom TÜV, das mittlerweile 50 solcher Fälle pro Jahr gezählt werden. Windkraft-Verbände sprechen lediglich von Einzelfällen.

Zwei Sachen sind bedenklich:

1. Abgebrochene bzw. brennende Teile können Hunderte Meter weit fliegen.

2. Man stelle sich so eine Havarie in einem trockenen Wald vor. Wälder sollen nach dem Willen der Politik ebenfalls mit Windkraftanlagen bebaut werden. Man bräuchte dann keine Idioten mehr, die den Wald anzünden.

Vielleicht sollten solche Vorfälle auch in die Diskussion um Windkraft und Abstände zu Siedlungen einfließen.

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Immer Ärger mit dem Zeitgeist

Was hat das jetzt mit Klima zu tun? Mehr als man meinen könnte. In der FAZ beschreibt Patrick Bernau sogenannte Informationskaskaden. Dabei geht es um zwei neue Bücher zu dem Thema. Beide Werke betrachten, wie Zeitgeist entsteht und das er manchmal schlicht schief liegt.

„So entstehen Informationskaskaden

Leicht entstehen da so genannte „Informationskaskaden“: Einer hat eine Meinung, der zweite weiß es nicht genau und richtet sich mal grob nach dem ersten, der dritte hätte zwar schon eine fundierte andere Meinung, aber will er sich wirklich gegen die zwei anderen stellen – zumal wenn er sich dadurch womöglich unbeliebt macht? Mit der Zeit wird Widerspruch immer schwieriger. Psychologie und Sozialwissenschaften kennen viele solcher Konzepte, vom „Groupthink“ bis zur „Schweigespirale“.

Und ein schönes Beispiel liefert Bernau ebenfalls:

„Als Äpfel giftig waren

Manchmal schießt der Zeitgeist übers Ziel hinaus. Das erlebte die Schauspielerin Meryl Streep in den 80er Jahren. Es ging um das Pflanzenschutzmittel Alar, das auf vielen amerikanischen Äpfeln zu finden war. Es galt als krebserregend. Eine Kampagne gegen das Mittel entstand, Streep stellte sich an ihre Spitze, in Talkshows und im Kongress forderte sie ein Verbot und setzte das durch.

Ein besorgter Bürger fragte die Gift-Hotline, ob es sicherer sei, den Apfelsaft den Abfluss hinunterzukippen – oder ob er ihn zur Giftmülldeponie bringen müsse. Viele Eltern gaben ihren Kindern keine Äpfel mehr zu essen. Und schadeten ihnen dadurch viel mehr als ihnen die Äpfel geschadet hätten – selbst nach damaligem Wissensstand. Alar war nämlich nur dann krebserregend, wenn man rund 20.000 Liter Apfelsaft am Tag trank.“

Eine Leseempfehlung und wer den Transfer zur Klimadebatte hinbekommt, gewinnt neue Erkenntnisse.

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Promis Glauben am 18.1.2019 über Harald Lesch und die Klimareligion:

Harald Lesch: „Es hat mich immer gewundert, warum Wissenschaft und Religion im Widerspruch stehen sollten“

Am 21. Dezember 2018 diskutierten der Astrophysiker Harald Lesch und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm in der St. Lukas Kirche in München über Gott und die Welt. […]. Im Vorfeld der Veranstaltung in der Münchner St. Lukas Kirche sprachen Lesch und Bedford-Strohm in Interviews über dieses Ereignis und ihre Sicht von Glaube und Naturwissenschaft. Im Magazin „Hallo München“ antwortete Harald Lesch auf die Frage, ob Religion und Wissenschaft nicht Gegensätze seien

Weiterlesen bei Promis Glauben.

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Heiliges Kanonenrohr! Die evangelische Kirche im Rheinland ruft zum Klima- und Autofasten auf. Es ist schon interessant, was alles unter dem Label Einkehr, Umkehr, Besinnung und Begegnung mit Gott läuft heutzutage.

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Da staunt wahrscheinlich sogar Simone Peter. Das Vereinigte Königreich leidet unter dem Sturm Dennis mit viel Regen und Überschwemmungen. Das Land liegt deutlich besser bei der CO2 Emission pro Kopf (Spoiler: Atomkraft!) mit 5,50 Tonnen CO2 gegenüber Deutschland mit 9,15 Tonnen CO2 (2018). Nach der Logik der Windkraft-Lobbyistin und der direkten Attribution von Stürmen durch fossile Brennstoffe dürfte das eigentlich gar nicht passieren. Stürme dürfte es ohnehin kaum noch geben, weil jahrelang gepredigt wurde, dass sich die Temperaturgegensätze zwischen dem Äquator und den Polen verringern (aka Klimawandel) und somit ein Antriebsmotor für starke Druckgebiete fehlt. Möglicherweise bedeuteten die Winterstürme aber nun, dass die Wissenschaft das Wetter und somit das Klima doch noch nicht in Gänze versteht.

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Jetzt also doch: Zwei Umweltaktivistinnen sind auf Bäume in Grünheide (Brandenburg) geklettert, um gegen die Fällung des Waldes zu protestieren, der für die Tesla Gigafactory weichen soll. Über die sehr unterschiedliche Wahrnehmung vom Wert von Bäumen haben wir ja schon mal berichtet. Brennt es in Brandenburg so wie im Sommer 2019, dann wird der schwindende Wald beweint, aber in erster Linie der Klimawandel. Steht der Wald einem Industrievorhaben wie jetzt bei Tesla im Weg, dann war der Wald wertlos. Verbrannte Koalas aus Australien werden auf Deutschlands Anteil am CO2 Ausstoß hochgerechnet während bedrohte Greifvögel, die in Deutschland Lebensräume verlieren, verhöhnt werden.