Mitbegründerin der Grünen, Jutta Dithfurt, warnt Schüler und Jugendliche vor Extinction Rebellion (XR)

Heute (11.10.2019) wird der Friedensnobelpreis vergeben. Favoritin ist die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, die sich ohne Schulabschluss oder Studium nach ganz oben in der Klimadebatte katapultiert hat. Laut einer Umfrage ist jedoch die Mehrheit der Deutschen gegen die Verleihung des wichtigen Preises an die Teenagerin. Christoph von Marschall am 7. Oktober 2019 im Tagesspiegel:

Friedensnobelpreis für Greta Thunberg? Nein, denn sie infantilisiert das Verständnis von Politik

Ihre Bewegung tut so, als kenne die Klimaforschung nur eine Wahrheit. Außerdem gibt es inzwischen Fortschritte beim Klimaschutz.

Der Friedensnobelpreis für Greta Thunberg? Bloß das nicht, bitte! Das 16-jährige Mädchen, das unter dem Asperger-Syndrom leidet, verdient Bewunderung, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht. Aber verdient sie die renommierteste Auszeichnung der Erde? Den Friedensnobelpreis soll nach der Intention des Stifters Alfred Nobel die Person erhalten, die am meisten für die Abrüstung oder für die Förderung des Friedens getan und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat. Trifft das auf Greta Thunberg zu? Wohl kaum.

Die Politik hat nichts getan? Eine glatte Lüge

Es ist eine Leistung, binnen 14 Monaten vom Schule schwänzenden Mädchen zur Ikone einer internationalen Jugendbewegung aufzusteigen. Aber ihre Botschaften und Kommunikationsmethoden sind bedenklich für die Demokratie. Die Greta-Bewegung steht für eine Infantilisierung des Verständnisses, was Politik leisten soll – und leisten kann. Sie verbreitet Unwahrheiten. Sie nimmt für sich eine angeblich gesicherte wissenschaftliche Wahrheit in Anspruch, die bei näherem Hinsehen darin besteht, abweichende wissenschaftliche Meinungen zu Häresie zu erklären.

Weiterlesen im Tagesspiegel

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Grünengründungsmitglied Jutta Ditfurth hat am 6. Oktober 2019 auf Twitter Kinder und Jugendliche der FFF-Demonstrationen eindringlich davor gewarnt, mit der gewaltbereiten Exctinction Rebelllion (XR) zusammenzuarbeiten:

Warnhinweis #ExtinctionRebellion

Ich [Jutta Dithfurt] rate davon ab, mit Extinction Rebellion zusammenzuarbeiten und an den Aktionen von Extinction Rebellion (XR) am 7.10. in Berlin teilzunehmen. Ich empfehle eindringlich, Kinder und Jugendliche darüber aufzuklären, dass sie sich lieber an Aktionen von Fridays für Future beteiligen sollen (sofern diese nicht mit XR zusammenarbeiten), bei Ende Gelände und dem Widerstand im Hambacher Forst. Die Basis meiner Einschätzung sind Texte und Reden von Mitgründer*innen und Vertreter*innen von XR in deutsch und englisch, Bücher, Flugblätter und Berichte aus XR-Gruppen. Gründe (Auswahl):

1. XR ist keine »gewaltfreie Klimabewegung« sondern eine religiöse-gewaltfreie esoterische Sekte, welche an die Apokalypse der baldigen »Auslöschung der Menschheit« glaubt und »Selbstaufopferung« empfiehlt.

2. XR schürt Emotionen, die den Verstand vernebeln, wenn sie z.B. behaupten »Wir sind die letzte Generation der Menschheit vor der Auslöschung«.

3. XR bezieht sich ideologisch u.a. auf Ghandi. Der war keineswegs gewaltfrei. Vergewaltigte Frauen waren für ihn keine Menschen mehr. 1938 forderte er die Jüdinnen und Juden in Deutschland auf, sich »gewaltfrei« in die Messer ihrer Schlächter zu stürzen und kollektiv Selbstmord zu begehen. Auf keinen Fall dürften jüdische Menschen sich wehren.

4. XR ist keine Graswurzelbewegung, sondern ein hierarchisches Modell. Gegründet wurde XR in England. In Deutschland wurden viele Gruppen von Anleiter*innen aufgebaut, zum Teil in der Manier esoterischer Sekten.

5. XR kooperiert und wird auch finanziert von Kapitalfraktionen, die ein Interesse an einer manipulierbaren Klimabewegung haben, die bei der PR, der Vermarktung und der gesellschaftlichen Durchsetzung vermeintlich umweltfreundlicher Produktionslinien und politischer Projekte nützlich ist.

6. XR will nicht aufklären sondern Stimmung schaffen. XR setzt auf Hyperemotionalisierung und ist intellektuellenfeindlich. Dafür wird gemeinsam geweint und meditiert.

7. XR zielt vor allem auf junge Leute und emotionalisiert sie. XR versucht rauschhafte Ängste vor der Zukunft zu erzeugen und spricht von der Bereitschaft der »Selbstaufopferung«.

8. XR will möglichst viele Aktivist*innen ins Gefängnis bringen. XR übernimmt selbst nicht die Verantwortung für die Gefangenen. In Berlin wird die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses (EA) der linken Szene verbreitet, obgleich man die Linke bekämpft.

9. Alle dürfen bei XR mitmachen, auch »Rechte«. Co-Gründer Roger Hallam sagt außerdem: »Anders als klassische linke Bewegungen schließen wir niemanden aus, auch jemand, der ein bisschen sexistisch oder rassistisch denkt, kann bei uns mitmachen.«

10. XR ist nicht gegen Atomenergie. Alle Nachfragen werden mit dem Hinweis auf noch zu gründende »Bürgerversammlungen« beantwortet, an denen »jeder« teilnehmen könne und die dann in noch ungeklärter Weise die Regierungen beraten sollen.

11. XR arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Für die morgigen Aktionen in Berlin hat XR Polizisten in die eigenen »XR-Deeskalationsgruppen« aufgenommen.

12. XR hat versucht, alle möglichen Teilnehmer*innen seiner Aktionen in einer »Rebel Survey« nach der Bereitschaft zu politischer Radikalität, Mitgliedschaft in politischen Gruppen usw. auszufragen. Nach heftiger Kritik wurden Teile der personalisierten Daten angeblich gelöscht.

13. XR hat einen absurden, staatsgläubigen Gewaltbegriff und ist auch damit gefährlich für linke politische Gruppen. In Hamburg hat sich XR z.B. öffentlich von einer Sitzblockade distanziert, weil nach einem harten Polizeieinsatz (»Schmerzgriffe«) jemand »Fuck the Police!« rief. Diese Beleidigung der Polizei, sagt XR, sei Gewalt.

14. XR wird niemals ein kritisches, rationales, linkes Projekt sein.

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Harald Martensteins Kolumne am 2. Oktober 2019 auf NDR Kultur, ein Ohrenschaus:

Martenstein über ökologisches Reisen

Martenstein erinnert sich an eine Lesereise von vor zwei Jahren. Obwohl er gerne mit der Bahn fährt, gehört er – laut eigener Aussage – trotzdem nicht zu den Guten.

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