3. Ausgabe der Klimaschau beleuchtet den Indischen Ozean Dipol und die Mittelalterliche Wärmeperiode

In der 3. Ausgabe der Klimaschau geht es um eine Blitzdürre in den USA, den übervollen Viktoriasee, einen wiederentdeckten Wikingerpass und Kriege im Chinesischen Kaiserreich.

Text der ersten Meldung:

USA. Im späten September und frühen Oktober 2019 wurde der Südosten der Vereinigten Staaten von einer kurzen aber äußerst intensiven Dürre überrascht. Noch einen Monat zuvor hatte es keinerlei Anzeichen für diese sogenannte „flash drought“ – übersetzt Blitzdürre – gegeben. Zu den am stärksten betroffenen Staaten gehörten unter anderem Texas, Alabama, Georgia und South Carolina. In Land- und Viehwirtschaft entstanden große Schäden. Mitte Oktober 2019 endete die Dürre so abrupt wie sie gekommen war. Wissenschaftler der NASA unter Federführung von Siegfried Schubert untersuchten den Extremwetter-Vorfall, auf der Suche nach der Ursache der plötzlichen Trockenheit. Dabei stießen sie auf einen unerwarteten Zusammenhang mit einem Wetterphänomen auf der anderen Seite des Globus. Im Indischen Ozean wechseln warme und kalte Meeresgebiete von Ost nach West und zurück, eine Oszillation die auch Indischer Ozean Dipol bezeichnet wird, abgekürzt IOD. Bei einem positiven IOD heizt sich der westliche Indik auf, während sich der östliche Indik abkühlt. Genau eine solche Konstellation in besonders extremer Ausbildung lag während der amerikanischen Blitzdürre vor. Mithilfe von theoretischen Klimasimulationen konnten Schubert und Kollegen den positiven IOD als Dürre-Auslöser identifizieren und die komplexen meteorologischen Verkettungen im Detail nachvollziehen. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um ein seltenes Zufallsprodukt handelt, ohne Bezug zum Klimawandel. Der Südostteil der USA ist eine der wenigen Regionen in der Welt, in der sich das Klima in etlichen Bundesstaaten während der letzten 100 Jahre abgekühlt und nicht etwas erwärmt hat. Experten sprechen daher auch von einem Erwärmungsgloch.

Ganze Klimaschau hier sehen.