Wenn uns Geisteswissenschaftler den Klimawandel erklären wollen

Die NASA bietet auf ihrer Webseite eine “Zeitmaschine” mit animierten Darstellung zur Klimageschichte an. Thema sind das Meereis, der Meeresspiegel, CO2 und die Temperaturentwicklung.

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Doug Ferguson fiel bei einem kürzlichen Umzug ein altes National Geographic Heft von 1976 in die Hände. Er stieß dabei auf einen Artikel, in dem die großen Unsicherheiten der weiteren Klimaentwicklung thematisiert wurden. Damals war man sich nicht sicher, ob der Abkühlungstrend seit den 1940er Jahren weitergeht, oder es zu einer Wiedererwärmung kommt. Auf WUWT präsentiert Ferguson die Abbildungen von damals, die uns zu denken geben sollten, wenn wir das nächste Mal Prognosen für die kommende 100 oder gar 1000 Jahre aufgetischt bekommen.

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Der bekannte Baumring-Experte Keith Briffa von der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia verstarb Ende Oktober 2017. Briffa agierte als Leitautor des IPCC-Berichts 2007, eine Rolle die im Rahmen der Climategate-Email-Affäre kontrovers diskutiert wurde.

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Immer wieder beliebt: Der Faktencheck klimaspektischer Sichtweisen. Kurioserweise handelt es sich bei den jeweiligen Redakteuren meist um Geisteswissenschaftler, die locker aus der Hüfte die komplexen naturwissenschaftlichen Zusammenhänge ein für alle Mal klären. Die Leser haben sowieso kein Interesse an den Details, daher klappt das ganz gut. Selbst die IPCC-nahen Wissenschaftler verdrehen bei den windigen Diskussionen der “Faktenchecker” die Augen, lassen diese aber passieren, da es ja im Sinne der guten Sache passiert.

Am 4. November 2017 war es wieder soweit. Wolfgang Pichler brachte in der Kölner Rundschau seinen eigenen Faktencheck.

Argumente von Skeptikern des Klimawandels im Faktencheck

[...]

Behauptung: Klimawandel hat es schon immer gegeben. Das liegt einfach an natürlichen Faktoren.

Faktencheck: Dass es “natürlichen” Klimawandel auch früher gab, trifft zu. Aber beim derzeitigen Klimawandel zeigt schon das Tempo, dass er kein “natürlicher” ist. [...]

Pichler liegt daneben. Auch in der Vergangenheit gab es schnelle Klimaänderungen. Siehe Ergebnisse der Uni Erlangen Nürnberg (“Neue Studie der Universität Erlangen-Nürnberg entzaubert Klimawandel-Mythos: Erderwärmung schritt in der Vergangenheit genauso schnell voran wie heute“). Pichler schreibt weiter:

Behauptung: Die Meteorologen können nicht einmal das Wetter für die nächsten Wochen vorhersagen. Also sind Klimaprognosen für kommende Jahrzehnte unseriös.

Faktencheck: Hier werden Äpfel und Birnen verglichen. [...] Die modernen Rechenmodelle von heute sind noch viel genauer; sie beziehen auch die Ozeane ein. Das Vertrauen in die Modelle ist gestiegen, weil man sie am (experimentell messbaren) Auf und Ab des Klimas in vergangenen Erdepochen nachprüfen kann. Nur ein Unsicherheitsfaktor ist geblieben: die Simulation der Wolken in einer wärmeren Welt. [...]

Wieder falsch. Es häufen sich die Hinweise auf Probleme mit den Klimamodellen. Bislang konnten sie weder die grobe Temperaturentwicklung der letzten 10.000 Jahre, noch die Wärme vor 1000 Jahren, noch den Hiatus 2000-2014 reproduzieren. In Wahrheit steht den Modellen das Wasser bis zum Kragen. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema gibt es hier.

Falls es sich bei Wolfgang Pichler um den namensgleichen Redakteur des Bonner General-Anzeigers handelt, passt seine Ausbildung gut zum Hintergrund der meisten anderen Klimafaktenchecker:

Wolfgang Pichler, geboren 1970, hat Geschichte und Philosophie studiert. Für den General-Anzeiger schreibt er seit 1998. Er betreut die Journal-Seiten für Literatur und Kultur.

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In der Epoch Times erschien am 4. November 2017 ein Artikel zum Geo-Engineering.