Neue Studie in Current Opinion in Plant Biology: Kulturpflanzen reagieren mit positivem Ertrag auf den erhöhten CO2 Gehalt

Das CO2 hat derzeit keinen guten Ruf. Wir machen uns Sorgen, dass es uns in die Klimakastrophe führen könnte, deshalb wird es bekämpft, wo immer möglich. Für die Pflanzenwelt hingegen ist es lebenswichtig. Ohne CO2 kein Wachstum. Und dieses Wachstum fällt oftmals umso stärker aus, je höher die CO2-Konzentration der Atmosphäre ist, natürlich alles in Maßen. Im Juni 2016 fasste Bruce Kimball im Fachblatt Current Opinion in Plant Biology das Wissen zum Thema zusammen. Das deutliche Fazit: Kulturpflanzen reagieren mit positivem Ertrag auf den erhöhten CO2 Gehalt. Der Ertrag von C3-Pflanzen steigerte sich um 19%. Bei C4-Pflanzen gibt es in den Fällen eine 30% Steigerung, wenn Wasser ein limitierender Faktor ist. Hier die Kurzfassung:

Crop responses to elevated CO2 and interactions with H2O, N, and temperature

Highlights:

  • The last 27 years of FACE (free-air CO2 enrichment) experiments were reviewed.
  • Elevated CO2 decreased evapotranspiration of both C3 and C4 plants about 10%.
  • Yields of most C3 grain crops were increased on average about 19%.
  • Yields of C4 species were unchanged with ample water, but increased 30% with limited water.
  • Yield increases due to increased CO2 were variable with increased temperature.

About twenty-seven years ago, free-air CO2 enrichment (FACE) technology was developed that enabled the air above open-field plots to be enriched with CO2 for entire growing seasons. Since then, FACE experiments have been conducted on cotton, wheat, ryegrass, clover, potato, grape, rice, barley, sugar beet, soybean, cassava, rape, mustard, coffee (C3 crops), and sorghum and maize (C4 crops). Elevated CO2 (550 ppm from an ambient concentration of about 353 ppm in 1990) decreased evapotranspiration about 10% on average and increased canopy temperatures about 0.7 °C. Biomass and yield were increased by FACE in all C3 species, but not in C4 species except when water was limiting. Yields of C3 grain crops were increased on average about 19%.

Mit Dank an unseren Leser E. K. für den Hinweis.

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Klimaalarm am 13. September 2016 in 20 minuten.

Im Flugzeug wird es häufiger ungemütlich
Nicht nur Menschen mit Flugangst könnte diese Meldung beunruhigen: Über den Wolken wird es immer häufiger rumpeln. Dafür gibt es einen bestimmten Grund. [...] Und das Rumpeln über den Wolken häuft sich, wie mehrere Studien belegen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellte in der Zeit von 1982 bis 2003 eine Verdoppelung schwerer Unfälle durch Turbulenzen fest. Entspannte Flüge werden auch in Zukunft immer seltener. Schuld am tückischen Wetterphänomen ist der Klimawandel: Die Verhältnisse der Stratosphäre werden verändert, erklärt Williams gegenüber dem «Guardian». Denn das Treibhausgas sorgt in der üblichen Reiseflughöhe von 10’000 bis 12’000 Metern für Temperaturveränderungen, die wiederum Luftströme zwischen verschiedenen Schichten beschleunigen. Führen diese unregelmässigen Strömungen zu Turbulenzen, können Kräfte entstehen, die auch eine grössere Passagiermaschine wie ein Spielzeug durch die Luft wirbeln lassen.

Ganzen Beitrag auf 20 minuten lesen.

Das interessiert uns. Inwieweit haben sich die Verhältnisse in der Stratosphäre in den letzten Jahrzehnten verändert, und was ist die Ursache solcher Veränderungen? Wir schauen in die offiziellen UAH-Satellitendaten zur Temperaturentwicklung in 10 km Höhe (via Climate4You, September 2016 Newsletter):

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung in 17 km (obere Kurve) bzw. 10 km (untere Kurve) Höhe. Daten UAH. Graphik: Climate4You.

 

Gut zu erkennen: In 10 km Höhe schwanken die Temperaturen zyklisch (ob das vielleicht etwas mit dem 11-Jahres Sonnenflecken zu tun hat?). Langfristig ist über die vergangenen knapp 40 Jahre kein Trend in 10 km Höhe zu erkennen. Der im Beitrag zitierte Paul Williams, Atmosphärenforscher an der britischen Universität Reading, hat sich hier offenbar eine wilde Geschichte ausgedacht, mit der er in die Zeitung wollte. Wer Kurven finden und lesen kann ist klar im Vorteil. Ob die Verdopplung der Turbulenzen vielleicht mit dem gesteigerten Flugverkehr (Abb. 2) oder lückenloserem Reporting zu tun hat? Eine windige Story.

Abbildung 2: Entwicklung des Fluverkehrs. Aus: Die Dekarbonisierung der Welt – Teil 2: Der Tourismus (Uli Weber im Kaltesonne-Blog am 12. August 2016)