Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 11/17: Das Christ-Mädchen steht vor der Tür

25.11.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Aktivität der Sonne war im Oktober 2017 erneut deutlich unter dem Durchschnitt aller seit 1750 aufgezeichneten Sonnenzyklen. An 11 Tagen war die Sonne gänzlich ohne Flecken. Diese Schwäche wird sich weiter verstärken bis 2020/21, wenn der neue Zyklus 25 mit den ersten neuen Sonnenflecken beginnen wird. Und wie geht es dann weiter ? In der Anlage zeigen wir, dass wir auf Grund der Entwicklung der polaren Felder der Sonne mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen sagen können, dass der nächste Zyklus 2021-2032 ebenso schwach wie der jetzige Zyklus sein wird. Wie schon häufiger beschrieben, werden wir den Zustand des Dalton-Minimums von 1790 bis 1830 erreichen, jedoch nicht des Maunder – Minimums von 1645 bis 1715.

Nach der durch den starken El Nino bedingten Temperaturerhöhung der Jahre 2015 und 2016 waren die Beobachter im Pazifik gespannt, ob sich nun der gegenteilige Effekt , La Nina – das Christ-Mädchen, anbahnt. Bei diesen sich zumeist zu Weihnachten einstellenden Effekten führt El Nino zu eine Erwärmung der Meeresoberfläche des Ost-Pazifiks und eines erheblichen Wärmetransports auch in die Atmosphäre. Bei einer La Niña wird der Meeresoberfläche und damit auch der Atmosphäre Wärme entzogen, indem das erwärmte Wasser im Westpazifik unter der Oberfläche eingelagert wird und vermehrt kühleres Wasser aus der Tiefe im Osten nachströmt.

Obwohl es wenig Sinn macht , das dadurch beeinflusste globale Temperaturmuster herzunehmen, um nach 15 Jahren Temperaturstillstand, erneut die Klimakatastrophe an die Wand zu malen, wurde 2016 von Politik, Medien und einigen Wissenschaftlern genau das gemacht. Das Pariser Abkommen sollte medial flankiert werden und da waren die Temperaturerhöhungen durch den El Nino willkommen. Doch um den sich anbahnenden Abschwung durch La Nina ist es merkwürdig still. Die amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA sieht La Nina auf Grund der mittlerweile starken Abkühlung der ostpazifischen Meeresoberfläche als gegeben an.

Eine La Niña hat nicht nur große Auswirkungen auf das globale Temperaturniveau, sondern auch auf die Landwirtschaft großer Teile der Erde und besonders empfindliche Pflanzen wie z.B. Kaffee. La Niña beeinflusst ebenso den Jet-Stream über Nord-Amerika. Das führt zu kälteren Temperaturen und mehr Niederschlag im Norden der USA und zu wärmeren, trockeneren Konditionen im Süden. Ein Einfluss auf das Winterwetter in Europa konnte bislang nicht sicher festgestellt werden. Wir wissen noch nicht, wie stark die Abkühlung der globalen Mitteltemperatur durch La Nina sein wird, denn noch ist sie nicht vollständig ausgebildet. Doch die Zahl der Wissenschaftler, die den natürlichen Einflüssen auf unser Klima eine größere Bedeutung geben, nimmt zu. “Wir haben die schnelle Erwärmung nach dem Jahr 2000, die wir in den Modellen sehen, in der Realität nicht beobachten können“, ­sagte Prof. Myles Allen von der ­University of Oxford, der eine entsprechende Publikation mit Kollegen in Nature Geoscience im September veröffentlichte.

Bis Berlin ist diese Erkenntnis noch nicht gedrungen. Um der Erwärmung Einhalt zu gebieten, “muss die nächste Bundesregierung den Kohleausstieg einleiten, die Erneuerbaren massiv ausbauen und den Verbrennungsmotor einmotten,” so Anton Hofreiter anläßlich der -nunmehr gescheiterten–Koalitionsverhandlungen in Berlin. Wie gut, dass diese Koalition der eckigen Klammern nicht zustande gekommen ist.

Mit freundlichen Grüßen
und besten Wünschen für eine friedvolle Adventszeit

Ihr Fritz Vahrenholt