Aktenzeichen WD 7-3000-116/16: Rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten für Klima-Klagen gegen Staat und Unternehmen in Deutschland

Weltpremiere eines Dokumentarfilms über Landnutzungswandel, Energiepolitik und Klimawandel am 9. Februar 2017 in Berlin

Am 9. Februar 2017 feiert ein Dokumentarfilm zu einem hochaktuellen und brisanten Thema seine Weltpremiere in Berlin: The Uncertainty Has Settled von Marijn Poels, ein Film über Landnutzungswandel, Energiepolitik und Klimawandel eröffnet als Langfilm, das Berlin Independent Filmfestival. In einer Mischung aus Doku und Fiction wird Poels durch eine Auszeit in den Bergen Österreichs zunächst auf die gegenwärtige Situation der europäischen Landwirtschaft aufmerksam. Eine Reise beginnt, die immer größer werdende Fragen aufwirft. Der Klimawandel ist in den Medien und der Politik beinahe täglich präsent. In Form der Energiewende bestimmt es mittlerweile unser aller Leben. Letztlich ein Milliardenprojekt. Die Bauern sind aufgrund der gut subventionierten Energiepolitik zum Teil zum Energieanbieter geworden. Monokulturen verbreiten sich und einige wertvolle Nahrungsmitteln sind praktisch ausgestorben. Poels wird in seinem 90 Minuten Film gezwungen seine eigene linke Ideologie zu hinterfragen: Machen wir das Richtige?

Die Wissenschaft hingegen verkündet: The science has settled. Doch was ist von den skeptischen Wissenschaftlern zu halten, die die Notwendigkeit dieser rasanten Umwälzung anzweifeln? Darunter hoch angesehene Wissenschaftler, wie der Physik-Nobelpreisträger Ivar Giaever oder der 93 jährige Professor Freeman Dyson der Princeton University den Poels nahe New York aufsucht. Poels versucht nicht, dem Zuschauer eine neue Wahrheit zu präsentieren, er stellt Fragen und überlässt es dem Zuschauer, sich seine eigene Meinung zu bilden.

Die Filmpremiere findet am 9. Februar 2017 um 22.00 Uhr im Kino Babylon in Berlin Mitte statt. Mehr infos: http://www.berlinfest.com, http://www.theuncertaintyhassettled.de

Neben dem ursprünglich annoncierten Termin (9.2.2017, 22:00h, Tickets Online hier) gibt es jetzt eine weitere Vorstellung am 12.2.2017 um 18:00h (Tickets Online hier). Nach jeder Filmvorführung gibt es eine 30-minütige Diskussionrunde. Ort: Babylon Kino Berlin, Rosa-Luxemburg-Strasse 30. 10178 Berlin, http://www.babylonberlin.de/ticketonline.htm

—————-

In den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten zogen die Menschen aus, um die Erde zu erkunden und zu kartieren. Die Portugiesen kämpften sich in vielen Etappen um Afrika herum und kartierten bei jeder Fahrt ein weiteres Stück Küste. Kolumbus entdeckte Amerika und Vasco da Gama den Seeweg nach Indien. Irgendwann war dann aber auch der letzte Winkel des Planeten erkundet und auf Karten erfasst. Alles bekannt, Ende Gelände. Nicht so ganz. Vor einigen Jahrzehnten brach nämlich eine neue Entdeckerepoche an, die Kartierung des Meeresbodens. In den 1960er Jahren führte dies sogar zum Durchbruch der Plattentektonik. Auch heute noch sind etliche Ozeanbodenbereiche schlecht erkundet. Um die Kartierung zu vereinfachen, wurde jetzt eine Online-Karte ins Leben gerufen (GEBCO Undersea Feature Names Gazeteer), in dem 3800 Objekte am Ozeanboden verzeichnet und benannt werden. Eine gute Initiative. Siehe dazu auch einen Artikel in Eos.

—————-

Am 3. August 2016 veröffentlichte der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages eine Ausarbeitung mit dem Aktenzeichen WD 7-3000-116/16 und dem Titel:

Rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten für Klima-Klagen gegen Staat und Unternehmen in Deutschland

Das pdf gibt es hier. Im Folgenden das Inhaltsverzeichnis für alle Interessierten:

—————-

Wo bleiben die Klimaschutzgelder? Care-Mitarbeiter Amadou Dan Kouré drückte am 23. November 2016 im Tagesspiegel kräftig auf die Klima-Tränendrüse:

Erderwärmung Niger: Wo der Klimawandel Realität ist
Der Klimawandel betrifft vor allem Länder wie Niger. Die Bevölkerung dort versucht, CO2 zu sparen – obwohl die Industriestaaten das größere Problem sind.

[...] In meinen dreizehn Jahren bei “Care” habe ich aber auch miterlebt, wie extreme Wetterverhältnisse und Dürreperioden Gemeinden immer wieder zurückwerfen. Armut und Hunger hängen in diesem Teil der Welt fast immer auch mit dem Klimawandel zusammen. Niger ist davon besonders stark betroffenen. Ganze Dörfer müssen mit immer weniger Wasser auskommen, da die Regenperioden kürzer werden und sich kaum noch vorhersagen lassen. Eine Katastrophe für das Wüstenland, in dem sowieso nur zwölf Prozent der Böden fruchtbares Ackerland sind. Trotzdem arbeiten 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft und sind von ihr für Nahrungsmittel und Einkommen abhängig. Die Dürren lassen ihre Ernten vertrocknen. Ergebnis: Niger hat eine der höchsten Armuts- und Unterernährungsraten der Welt.

Es ist toll, dass sich Kouré so für die arme Sahel-Bevölkerung einsetzt und tatkräftig anpackt. Es ist aber nicht ok, im Sinne der guten Sache die wissenschaftlichen Fakten zu verdrehen. Kouré behauptet, es würde im Niger immer weniger regnen, die Dürren würden sich verschlimmern. Belege dazu führt er nicht an. Wir schauen in die wissenschaftlichen Fakten. Stimmen die Aussagen des Care-Mitarbeiters?

Dürren: Hier hat sich die Lage in den Sahelstaaten in den letzten Jahrzehnten deutlich entspannt. Nach den dürren 1970er Jahren regnet es nun wieder mehr. Kouré liegt vollkommen daneben und liefert Fake News. Nicht schön. Hier die Fakten:

Entsprechend der schwierigen Lebensbedingungen im Sahel, sind es die Menschen dort gewohnt, sich an die wechselnden Gegebenheiten zu adaptieren (siehe “Von wegen Klimaflüchtling: Studie findet, dass Migration im Sahel traditionell stark verankert ist“). Empfehlenswert ist auch ein Blick in Essouassi & Mahé 2007. Dort ist doch tatsächlich eine Niederschlagskurve für die Hauptstadt Niamey veröffentlicht, die einen Anstieg der Niederschläge im Niger seit den 1980er Jahren zeigt:

 

 

Treffen der Initiative ‘KlimaKontroverse’ am 19.1.2017 in Hannover: Bröckelt der “Klimakonsens”?

Das Hauptthemen des nächsten Treffens:

Bröckelt der „Klimakonsens“? Hunderte kritische Studien allein in 2016

und

Judith Curry – berühmte skeptische Klimaforscherin gibt – fast – auf!

 

Do, 19. Januar, 19:30, Freizeitheim Linden, Windheimstr. 4, 30451 Hannover
www.KlimaKontroverse.de
Kontakt: Achim Fahnenschild

(weiterlesen …)

Fritz Vahrenholt am 17.1.2017 mit Vortrag zur deutschen Energiewende im Londoner House of Commons

Am 17. Januar 2017 wird Fritz Vahrenholt in London im House of Commons einen Vortrag zur deutschen Energiewende halten. Eingeladen hat die Global Warming Policy Foundation (GWPF). Beginn: 18:00h. House of Commons, Committee Room 9,
London SW1A 0PW. Hier die Ankündigung der GWPF:

The Crisis of Germany’s Energiewende
German consumers and industry pay a hefty price for the green energy transition, the so-called Energiewende. Technical problems with the German power grid are piling up as the government continues its breakneck drive to change the country’s energy mix. Parts of Germany are already over-saturated with wind turbines. Other nations are not following Germany’s expensive experiment. Germany has the second highest electricity price (after Denmark) in Europe. Renewable energy subsidies will rise from 6.35 €ct/kwh to an astounding 7.3 €ct/kwh in 2017. This policy is costing consumers 25 billion euros annually, paid via their power bills. It represents a social transfer from bottom to top of immense dimensions.

The driving force behind this socially unsustainable energy policy is an irrational fear that humans are irreparably damaging the climate as a result of CO2 emissions – despite new scientific findings showing that CO2’s impact on global temperatures has been overstated by the IPCC. Government plans to open up forests to allow the construction of wind parks is a catastrophe for most species of predatory birds and bats and the surrounding ecosystem.

Professor Fritz Vahrenholt 
Fritz Vahrenholt was one of the founders of the environmental movement in Germany. He holds a PhD in chemistry and is Honorary Professor at the Department of Chemistry at the University of Hamburg. Since 1969 he has been a member of the Social Democratic Party (SPD). From 1976 until 1997 he served in several public positions with environmental agencies such as the Federal Environment Agency, the Hessian Ministry of Environment and as Deputy Environment Minister and Senator of the City of Hamburg. In 2001, he founded the wind energy company REpower and was director of RWE’s renewable energy division Innogy, one of Europe’s largest renewable energy companies. His 2012 book The Neglected Sun sparked a broad public discussion in Germany about the dogmatism in climate science. He is the chairman of the German Wildlife Foundation and a member of the GWPF’s Academic Advisory Council.

If you wish to attend this lecture please register by emailing  harry.wilkinson@thegwpf.org

 

Der WWF ruft aktuell zu Spenden für die Eisbären auf, die wegen des Klimawandels angeblich vom Aussterben bedroht sind:

Lieber Herr xxx,

durch den Klimawandel schmilzt den Eisbären das Eis so schnell unter den Tatzen weg, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich anzupassen. Weil sie nicht mehr genügend Nahrung finden, suchen sie sich ihre überlebenswichtige Nahrung in nahen Dörfern. Dort ist es dann jeweils nur eine Frage der Zeit, bis es zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen kommt.

Das Leid der Eisbären ist genauso das Leid der Menschen. Je länger die Eisbären auf dem Festland auf Eis warten müssen, desto häufiger kommt es zu Konfrontationen.

Wir kämpfen weltweit auf allen Ebenen gegen den Klimawandel, um das Leben und Überleben der Eisbären zu sichern. Parallel dazu arbeiten wir vor Ort mit Menschen am Eisbärenschutz und helfen so konkret, die Konflikte zwischen Menschen und Eisbären zu verringern.

Bitte lassen Sie die Eisbären nicht im Stich. Helfen Sie mit einer Spende.

Herzliche Grüße
Ihr WWF-Team

Das ist schon kurios, denn die Eisbärpopulation geht es laut offiziellen Zählen prächtig. Von einem allgemeinen Schwund ist nichts zu spüren. Im Gegenteil, noch immer dürfen Eisbären offiziell gejagt werden, auch von gut zahlenden Jagdtouristen. Ist es nicht seltsam, dass der WWF gegen die wirkliche und akute Bedrohung durch Gewehrkugeln nicht vorgeht, stattdessen lieber den schön-abstrakten Klimawandel in den Vordergrund schiebt? Macht vielleicht weniger Arbeit als gegen die Eisbärjagd zu kämpfen.

Siehe:

 

 

Neue Modellierungsstudie gibt Hoffnung: Regenmengen in den subtropischen Landgebieten weniger vom Klimawandel betroffen als vormals angenommen

Ist das die Lösung des CO2-Problems? Eine Fabrik in Indien soll als erste in der Lage sein, das Treibhausgas CO2 aus Abgasen einzufangen und in Backpulver umzuwandeln. Kuchenbäcker reiben sich schon die Hände. Aber braucht die Welt soviel Backpulver?

—————-

Die Hanns Seidel Stiftung veranstaltet vom 17.-19. Februar 2017 am bayerischen Ammersee ein Seminar mit dem Titel “Aktuelles zum Klimawandel”. Kostenpunkt: 70 Euro. Einladung als pdf hier. Als Vortragender mit dabei ist auch Gerd Ganteför.

—————-

Der Standard berichtete am 29. Dezember 2016 über Klimaretter der anderen Art:

Grasende Kämpfer gegen die Erwärmung
Rentiere helfen gegen den Temperaturanstieg in der Arktis, wie eine neue Studie zeigt: Indem sie Sträucher in der Tundra reduzieren, halten sie diese kühler

Weiterlesen im Standard

—————-

Die NASA hat sich mit ihrem New Yorker GISS-Institut in Sachen Klimawandelforschung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Seit vielen Jahren liegt die Leitung des Instituts fest in der Hand bekennender Klimaaktivisten, zunächst James Hansen, nun Gavin Schmidt. Eine Serie von wenig transparenten Datenveränderungen hat den vom GISS verwalteten Boden-Temperaturdatensatz nun so weit entstellt, dass er stark von den Satellitendatensätzen abweicht.

Angesichts dieser Ungereimtheiten erwägt die neue US-amerikanische Regierung nun, der NASA das Mandat für die Klimaforschung zu entziehen, wie Die Zeit am 24. November 2016 berichtete. Die NASA-Forscher sind darüber natürlich alles andere als erfreut und schlagen hochnervös verbal zurück. In Zukunft solle sich die NASA wieder verstärkt um die Weltraumfroschung kümmern, heißt es von Seiten der neuen Regierung. Vielleicht ist diese Atempause ganz gut angesichts der undurchsichtigen NASA-Aktivitäten im Bereich des Klimawandels. Macht es wirklich Sinn, Aktivisten in führender Position zu tolerieren, wo sie nach Lust schalten und walten können?

—————-

Auf WUWT beschäftigte sich Angus McFarlane am 3. Januar 2017 mit unserem Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode. In seinem lesenswerten Beitrag lieferte er u.a. auch eine vorläufige statistische Auswertung der mehr als 900 Datenpunkte. Zwischenzeitlich macht das Projekt weiter gute Fortschritte. Den aktuellen Projektstatus können Sie auf der Researchgate-Projektseite abrufen, wo regelmäßige Updates eingestellt werden.

—————-

Gute Nachrichten für die Subtropen. Früher gab es große Befürchtungen, dass im Zuge des Klimawandel der Regen ausbleiben könnte, mit dem Risiko einer Verschärfung von Dürren. Neue Modellierungsergebnisse zeigen nun, dass es wohl nicht ganz so schlimm kommen wird. Die University of Miami Rosenstiel School of Marine & Atmospheric Science gab am 14. November 2016 via Pressemitteilung bekannt:

Study Finds Less Gloomy Outlook for Subtropical Rainfall

UM Rosenstiel School researchers challenge previous understanding of drying projections for the climatic region

A new study found that rainfall over land in the subtropics – including in the southeastern U.S. – will not decline as much as it does over oceans in response to increased greenhouse gases. The study challenges our previous understanding of the drying that will occur in subtropical regions and suggests its impact on people living in these regions could be less severe than initially thought.

“The lack of rainfall decline over subtropical land is caused by the fact that land will warm much faster than the ocean in the future – a mechanism that has been overlooked in previous studies about the subtropical precipitation change,” said Jie He, a postdoc in Princeton University’s Program in Atmospheric and Oceanic Sciences and former UM Rosenstiel School graduate student who was the lead author of the study.

In the new study, He and UM Rosenstiel School Professor Brian Soden used an ensemble of climate models to show that the rainfall decreases occur faster than global warming, and therefore another mechanism must be at play. They found that direct heating from increasing greenhouse gases is causing the land to warm faster than the ocean and that the associated changes in atmospheric circulation are driving the rainfall decline over the oceans, rather than land.

Subtropical rainfall changes have been previously attributed to two mechanisms related to global warming: greater moisture content in air that is transported away from the subtropics and a pole-ward shift in circulation. While both mechanisms are present, this study shows that neither one is responsible for the rainfall decline.

“It has been long accepted that climate models project a large-scale rainfall decline in the future over the subtropics. Since most of the subtropical regions are already suffering from rainfall scarcity, the possibility of future rainfall decline is of great concern,” said Soden, the co-author of the study. “However, most of this decline occurs over subtropical oceans, not land, due to changes in the atmospheric circulation induced by the more rapid warming of land than ocean.”

Most of the reduction in subtropical rainfall occurs instantaneously with an increase of greenhouse gases, independent of the warming of the earth’s surface, which occurs much more slowly. According to the authors, this indicates that emission reductions would immediately mitigate subtropical rainfall decline, even though the surface will continue to warm for a long time.

The study, titled “A re-examination of the projected subtropical precipitation decline,” was published in the Nov. 14 issue of the journal Nature Climate Change. He is currently at the NOAA Geophysical Fluid Dynamics Laboratory in Princeton, New Jersey.

 

Ausweitung der Mückenplage in den USA nicht wegen Klimawandel, sondern aufgrund zu wenig Gifteinsatz und wachsender Urbanisierung

Falls Sie im Großraum Hamburg wohnen, könnte Sie eine Seminarserie der Universität Hamburg interessieren. Am 20. Dezember 2016 geht es um 15:15 Uhr um holozäne Klimamodelle (“MPI-M Holocene simulations – new opportunities and first results”).

Ort: Seminar Raum 022/023, Erdgeschoss, Bundesstrasse 53, 20146 Hamburg
Vortragender: Martin Claussen, MPI-M, The Holocene Group, Max Planck Institute for Meteorology

Es gilt zu hoffen, dass die Modelle bald endlich das vorindustrielle Klima besser in den Griff bekommen. Das geht aber nur, wenn man auch natürliche Klimafaktoren in die Simulationen realistisch einbaut, was bisher nicht der Fall ist. Vorinddustrielle Klimaschwankungen wurden lange Zeit als spontanes, schwer zu erklärendes Rauschen abgetan. Ein shwerer Fehler. Word es jetzt besser? Lassen Sie sich kurz vor Weihnachten von Prof. Claussen überraschen.

Vorbereitender Lesetipp: Klimamodelle und Temperaturrekonstruktionen wollen einfach nicht zusammenpassen: Neue Studie vom Hamburger Max-Planck Institut für Meteorologie

—————-

Der Deutschlandfunk begeisterte am 6. Dezember 2016, als er gleich zwei nichtalarmistische Meldungen in seine Kurzmeldungen aufnahm. In der ersten Meldung wurde eingeräumt, dass die zunehmende Mückenplage in den USA offenbar nur wenig mit der Klimaerwärmung zu tun hat, stattdessen sind die Ursachen in der zunehmenden Verstädterung der Gebiete sowie im verminderten Einsatz von Insektengift zu suchen. DLF:

[...] In den letzten fünfzig Jahren haben sich die Stechmücken-Populationen in den Bundesstaaten New York, New Jersey und Kalifornien verzehnfacht. Die Zahl der Stechmücken-Arten hat sich in dieser Zeit verdoppelt. [...] Ein Grund sei, dass das Insektengift DDT seit den 70ern nicht mehr zum Einsatz kommt. Der zweite Grund für die steigenden Stechmücken-Zahlen sei die Verstädterung der Gebiete. Vor allem Mücken, die von menschlichem Blut leben, profierten davon. Die globale Erwärmung spiele laut den Forschern in den untersuchten Regionen keine große Rolle für die starke Ausbreitung der Mücken.

Hier die Kurzfassung der Arbeit von Rochlin et al. (2016) aus Nature Communications:

Anthropogenic impacts on mosquito populations in North America over the past century
The recent emergence and spread of vector-borne viruses including Zika, chikungunya and dengue has raised concerns that climate change may cause mosquito vectors of these diseases to expand into more temperate regions. However, the long-term impact of other anthropogenic factors on mosquito abundance and distributions is less studied. Here, we show that anthropogenic chemical use (DDT; dichlorodiphenyltrichloroethane) and increasing urbanization were the strongest drivers of changes in mosquito populations over the last eight decades in areas on both coasts of North America. Mosquito populations have increased as much as tenfold, and mosquito communities have become two- to fourfold richer over the last five decades. These increases are correlated with the decay in residual environmental DDT concentrations and growing human populations, but not with temperature. These results illustrate the far-reaching impacts of multiple anthropogenic disturbances on animal communities and suggest that interactions between land use and chemical use may have unforeseen consequences on ecosystems.

Auch die zweite Meldung ist hochinteressant. Anhand von Muschelsschalen wurde das Klima des Nordatlantiks für die vergangenen 1000 Jahre rekonstruiert. DLF:

Die Wissenschaftler haben die Informationen der Muschelschalen mit Berichten über Lufttemperatur, Vulkane und die Sonnenaktivität verglichen. Dabei stellen sie fest, dass vor der industriellen Revolution Veränderungen im Nordatlantik das Klima beeinflussten und die Atmosphäre veränderten.

Hier hatte der Sendung dann wohl doch Angst vor der eigenen Courage. Das Resultat des Vergleiches zwischen Temperatur, Sonnenaktivität und Vulkanen verschweigt man. Lesen wir dazu in der Zusammenfassung des Originalpapers, das am 6. Dezember 2016 ebenfalls in Nature Communications (nicht PNAS) von Reynolds et al. erschien:

Annually resolved North Atlantic marine climate over the last millennium
Owing to the lack of absolutely dated oceanographic information before the modern instrumental period, there is currently significant debate as to the role played by North Atlantic Ocean dynamics in previous climate transitions (for example, Medieval Climate Anomaly-Little Ice Age, MCA-LIA). Here we present analyses of a millennial-length, annually resolved and absolutely dated marine δ18O archive. We interpret our record of oxygen isotope ratios from the shells of the long-lived marine bivalve Arctica islandica (δ18O-shell), from the North Icelandic shelf, in relation to seawater density variability and demonstrate that solar and volcanic forcing coupled with ocean circulation dynamics are key drivers of climate variability over the last millennium. During the pre-industrial period (AD 1000–1800) variability in the sub-polar North Atlantic leads changes in Northern Hemisphere surface air temperatures at multi-decadal timescales, indicating that North Atlantic Ocean dynamics played an active role in modulating the response of the atmosphere to solar and volcanic forcing.

Reynolds und Kollegen bekommen genau das heraus, was wir vor viereinhalb Jahren in unserem Buch “Die kalte Sonne” geschrieben haben: Sonnenaktivität gepaart mit Vulkanausbrüchen und Ozeanzyklen sind die Haupttreiber des vorindustriellen Klimageschehens. Und diese Treiber werden auch nach Anstieg des CO2 ab 1850 nicht plötzlich aufgehört haben. Im DLF-Beitrag lässt man es bei soviel Klarheit lieber nebulös, schade. Vielleicht nächstes mal. Übrigens haben die Autoren eine schöne Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) für ihr Studiengebiet gefunden.

In Kürze wird die Studie auch in unserer MWP-Onlinekarte eingearbeitet werden. Momentan laufen vorbereitende Arbeiten zur Erstellung einer ersten regionalen Synthese. Losgehen soll es mit Afrika und Arabien. Dazu müssen die publizierten Kurven jetzt in Excel- oder anderer plottbarer Form aufgetrieben werden, zum Teil muss mit WebPlotDigitizer digitalisiert werden.

 

Vortrag von Jochem Marotzke am 8. Dezember 2016 beim Kolloquium der Uni Bremen: “Vorhersagen sind schwierig: … Möglichkeiten und Grenzen von Klimamodellen”

Am 8. Dezember 2016 hält Jochem Marotzke (MPI für Meteorologie, Hamburg) im Rahmen des Physikalisches Kolloquium der Universität Bremen einen Vortrag zu Möglichkeiten Grenzen von Klimamodellen:

“Vorhersagen sind schwierig: …” Möglichkeiten und Grenzen von Klimamodellen
Besonders schwierig sind Vorhersagen über eine Zukunft jenseits des menschlichen Erfahrungshorizonts, und um solche handelt es sich, wenn wir den Klimawandel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts betrachten. Wir müssen uns dabei auf höchst abstrakte Werkzeuge verlassen, nämlich auf Klimamodelle. Dieser Vortrag wird die Möglichkeiten und Grenzen von Klimamodellen ausloten: Worauf basieren sie? Können wir ihren Ergebnissen vertrauen, und wenn ja, warum? Gibt es fundamentale oder praktische Grenzen ihrer Vertrauenswürdigkeit? Die Antworten liegen in grundlegenden Aspekten der Physik.

Ort: Hörsaal H3, Geb. NW 1, Otto-Hahn-Allee
Zeit: 16:00 Uhr
Organisator: Prof. Dr. Gerd Czycholl, FB 1

 

Vorebereitende Lesetipps dazu hier:

 

 

Ulli Kulke: Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Am 2. Dezember 2016 hielt Sebastian Lüning einen Vortrag zur Mittelalterlichen Wärmeperiode auf der Contre-COP22 in Paris. Interessierte Leser können die Vortragsfolien (auf französisch und englisch hier anfordern). Einen Tagungsbericht gibt es auf contrepoints.org. Mehrere Medien berichteten über die Veranstaltung (z.B. francetvinfo.fr und liberation.fr). Das Vortragsprogramm war abwechslungsreich und niveauvoll. Eine verstärkte Zusammenarbeit der einzelnen klimarealistischen Gruppen in Europa und international ist auf jeden Fall sinnvoll.

—————-

Lust sich mal wieder so richtig aufzuregen? Dann wäre diese Veranstaltung der Universiät Hamburg am 12. Dezember 2016 sicher etwas für Sie:

12.12.2016, 18-20 Uhr – Hauptgebäude, Hörsaal B
Die Medien und die „Klimalüge“. Eine Geschichte ohne Ende
Prof. Dr. Michael Brüggemann, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Principal Investigator im Exzellenzcluster CliSAP, Universität Hamburg

Aber vielleicht wird es ja ganz interessant. Wir hatten bereits 2013 über die Forschung von Michael Brüggemann und Kollegen an dieser Stelle berichtet.

—————-

Dürre in Bolivien. Mitschuld hat laut Tagesschau vom 21. November 2016 auf jeden Fall der Klimawandel:

Bolivien leidet unter der schwersten Dürre seit 25 Jahren, zudem war 2016 das heißeste Jahr in dem Andenstaat seit hundert Jahren. Fehlplanungen verschärften die Krise, die durch den Klimawandel und das Wetterphänomen El Niño hervorgerufen wurde. Anfang des Jahres war Boliviens zweitgrößter See, der Lago Poopó, komplett ausgetrocknet. Seit zwei Wochen herrscht eine Dürre, die zu Wasserknappheit in sieben der zehn größten Städte des Landes führte.

Schwersten Dürre seit 25 Jahren? Dann gab es also vor 25 Jahren eine Dürre, die eine ähnliche Dimension erreichte. War damals auch schon der Klimawandel beteiligt? Wie sieht es mit Dürren aus vorindustrieller Zeit aus? Gibt es ungewöhnliche Dürretrends, die im Kontext der letzten Jahrtausende einen bedeutenden anthropogenen Einfluss anzeigen? War Lago Poopó früher noch nie ausgetrocknet? Fragen über Fragen. Leider keine Antworten von der Tagesschau.

Leser des Kalte-Sonne-Blogs kennen das Thema bereits aus einer Anfrage, die wir im Februar 2016 an den SRF gestellt haben. Eine Antwort erhielten wir leider nicht. Hier die Fakten: Ähnliche Austrocknungsereignisse hat es im Lago Poopó bereits in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Zolá & Bengtsson 2006 dokumentierten, dass der See bereits 1994-1997, in den frühen 1940er und den frühen 1970er Jahren trocken fiel:

Today the maximum water depth of Lake Poopó may vary by 2–3 m from the state that the lake is dry. The lake may be considered a terminal lake. It rarely spills over. The last event of this kind occurred in 1986, and there is no evidence that it has occurred in the previous 80 years. Therefore salt accumulates in the lake. At the outlet sill level, the lake area is about 3000 km2. The outlet, when there is any flow, is the Laka Jawira River. The lake was dry between 1994 and 1997 and, according to local people, also dry or nearly dry in the early 1940s and in the early 1970s.

http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1623/hysj.51.1.98

Auf Wikipedia heißt es zudem, dass eine kontinuierliche Wasserfüllung des Sees eher eine Ausnahme als den Normalfall darstellt:

The time period between 1975 and 1992 is the longest period in recent times with a continuous existence of a water body.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Poop%C3%B3#Lake_dynamics

Überhaupt kamen und gingen die Dürren in Südamerika auch in vorindustrieller Zeit munter ein und aus. Siehe unseren Blogbeitrag “Früher war nicht alles besser: Neues aus der südamerikanischen Dürreforschung

—————-

Ulli Kulke am 24. November 2016 über einen bizarren Fall:

Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Eine deutsche Solidaritätsgruppe lässt einen peruanischen Bauern RWE verklagen. Wegen des CO2-Ausstoßes.

Vor dem Landgericht Essen soll eine neue Weltordnung geschaffen werden. Ob sich die beiden Richter, die dies entscheiden sollen, darüber im Klaren sind?

Ein Peruanischer Bauer klagt gegen den Energieriesen RWE auf Schadenersatz. Die Begründung: Der Konzern sei wegen seiner CO2-Emissionen – vermittelt über die Erderwärmung – daran mitschuldig, dass ein Gletscher, unter dem der Landwirt wohnt und seinen Acker bewirtschaftet, schmilzt, und das Schmelzwasser seine berufliche Existenz gefährde. Dafür soll das deutsche Unternehmen jetzt zahlen, an die Gemeinde jenes Bauern.

Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Gedanke ist wohl nicht abwegig, dass dabei die deutsche Umwelt- und Drittweltorganisation Germanwatch eine gewisse Rolle spielte. Sie unterstützt den Bauer bei seiner Klage logistisch und finanziell. Hätte die Klage Erfolg, stünden die Klimaaktivisten dort, wo sie hin wollen: Es bahnte sich eine der größten Umverteilungen der Geschichte an, die Welt wäre sauber eingeteilt im Klimatäter und Klimaopfer, gerichtlich besiegelt.

Doch so weit ist es noch nicht. Zeugen und Sachverständige sind nicht geladen, wie man den Medien entnehmen kann. Sollte dies nicht das Indiz fürs Naheliegend sein, dass nämlich die Klage im Ansatz gleich als unbegründet abgewiesen wird, dann dürfte auf den Schultern der Juristen im Landgericht eine erdrückend hohe intellektuelle Last liegen. Sie müssten Fragen beantworten, an denen tausende Wissenschaftler des Weltklimarates und seines Umfeldes nach wie vor knapsen, denn so einfach ist es nicht mit der Zuordnung. Es ist nicht mal geklärt, wie groß die Rolle des Kohlendioxids bei der Erderwärmung ist, die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Ganz abgesehen von den Auswirkungen des CO2 auf die Gletschermelze, bei der es ja nicht nur um globale Temperaturen geht, sondern auch um Niederschläge, um Luftströmungen und die Großwetterlage. Warum sonst wachsen heute manche Gletscher, nicht nur im Himalaja? Auch in Peru übrigens. Siehe hierzu auch diesen Link.

Vielleicht haben ja Germanwatch und der Bauer die geforderte Geldsumme deshalb so gering angesetzt, auf 17.000 Euro. Quasi als Angebot an die Richter, es nicht so hoch zu hängen, nach der Devise, schaut mal, diese paar Kröten kann der Riesenkonzern ja wohl blechen – und schon wäre die Klimafolgendiskussion aktenkundig geklärt. Samt Schuld und Sühne. Die Erderwärmung, ein justiziables Verbrechen gegen die Menschheit. So soll es sein. Ach ja?

Weiterlesen auf Donner + Doria.

 

Ankündigung: Vortrag von Sebastian Lüning auf der Contre-COP22 in Paris am 2. Dezember 2016

Kalte-Sonne-Koautor Sebastian Lüning wird am 2. Dezember 2016 um 9:00-9:30h auf der Contre-COP22 in Paris einen Vortrag zur Mittelalterlichen Wärmephase halten. Schwerpunkt ist die historische Klimaentwicklung in Frankreich und Nachbarländern. Im Juni 2016 hatte die französische Regierung das derzeit laufende Kartierprojekt zur mittelalterlichen Klimaanomalie aus einem Wettbewerb genommen, was bei vielen Beobachtern Verwunderung ausgelöst hatte. Im Vortrag wird Sebastian Lüning den aktuellen Stand des Projektes darstellen.

Die Veranstaltung findet am 1. und 2. Dezember 2016 im ASIEM Konferenzzentrum statt (6 rue Albert de Lapparent, 7. Arrondissement, Paris), gegenüber dem UNESCO-Sitz. Das Programm der Konferenz finden Sie auf skyfall.fr (pdf hier).

Vormerken: Kalte-Sonne-Vortrag am 11. November 2016 auf der 10. Internationalen Klima – und Energiekonferenz in Berlin

Seit viereinhalb Jahren berichten wir im Kalte-Sonne-Blog über den Klimawandel und die Energiewende. Bislang hatten wir auf die Einrichtung einer Kommentarfunktion bewusst verzichtet, da wir als kleines ehrenamtlich tätiges Team die notwendige Moderatorentätigkeit nicht leisten konnten. Trotzdem ist uns durch Zuschriften bewusst, dass sich einige Leser einen Kommentarbereich wünschen. Ab sofort können die Blogbeiträge daher auf der neuen Kalte-Sonne-Facebookseite kommentiert werden, bei deren Erstellung uns Leser Jakob dankenswerterweise tatkräftig unter die Arme gegriffen hat. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

—————-

Am 11. und 12. November 2016 findet in Berlin die 10. Internationale Klima – und Energiekonferenz (IKEK 10) statt. Das Programm und Anmeldeunterlagen können Sie auf der Webseite des Ausrichters EIKE finden. Als Vortragender mit dabei ist auch Kalte-Sonne-Coautor Sebastian Lüning. Sein Vortrag “Vulkane, die schwarzen Schwäne der Evolution” ist Teil des Freitagnachmittagsthemas “Messen statt Modellieren” und steht zwischen 14:45-15:30 Uhr auf dem Programm.

—————-

In der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlichte Daniele Muscionico am 13. Oktober 2016 eine lesenswerte Kolumne:

Klimawandel, Klimaleugner
Das Letzte: Erster Schnee
Jetzt ist er da. Wie immer zu früh. Wobei, froh soll man sein über ihn – den ersten Schnee. Er straft die Grämlichen unter uns Lügen: Zeitgenossen, die glauben, Klimaerwärmung sei mehr als eine leere Drohung. Der erste Schnee versetzt sie ins Unrecht. Wie und wo wird es immer wärmer? Nicht in der Schweiz, wie der landesweite Fall zeigt, der Schneefall. Es schneit! [...] Klimaleugner? Niemand bei klarem Verstand wird leugnen, dass es ein Klima gibt. Die Frage ist, welches. Doch dass das Klima immer das bestmögliche ist, dass es schon irgendwie irgendwann wieder auf die Füsse kommt, hat uns der Wald gezeigt: Das Gerücht vom Waldsterben zählt zu den bemerkenswerten Irrtümern der jüngsten Wissenschaftsgeschichte.

Weiterlesen in der Neuen Zürcher Zeitung

—————-

Es ist manchmal gar nicht so einfach, fair und seriös zu bleiben. Das gilt für beide Seiten der Klimadiskussion. Beispiel: Immer wieder wird Klimaskeptikern unterstellt, sie würden auch mit anderen kruden Thesen liebäugeln: Die Erde ist eine Scheibe, Rauchen macht gesund und der täglich Genuß von 20 Millilitern bleifreiem Superbenzins fördert die Libido. Wenn man sich dann jedoch die Statistiken genau anschaut, verflüchtigt sich schnell der Verdacht, Klimaskeptiker könnten anfälliger für Verschwörungstheorien und Schwachsinn sein als der Rest der Bevölkerung. In Wahrheit ist die Gruppe klimaskeptisch denkender Menschen überdurchschnittlich gut ausgebildet und hat es gelernt den eigenen Kopf zum Denken zu verwenden, wie Untersuchungen zeigten.

Im SRF wurde am 17. August 2016 trotzdem der Versuch gestartet, völlig verschiedene Diskussionen miteinander zu verbandeln:

Wenn die Wissenschaft eine Verschwörungstheorie widerlegt
Was ist in der wolkigen Spur, die Flugzeuge am Himmel hinterlassen? Abgase? Wasserdampf? Oder gar Gift? Die Menschen würden mit solchen Flugzeugabgasen vergiftet oder manipuliert; daran glauben Vertreter der sogenannten «Chemtrail-These». Nun hat eine wissenschaftliche Studie dies widerlegt. 77 Wissenschaftler aus der ganzen Welt wurden dazu befragt. Einer von ihnen ist Otto Klemm, Professor für Klimatologie an der Universität Münster. Ein Gespräch.

Man muss sich schon ernsthaft fragen, warum sich Otto Klemm, ein deutscher Universitäts-Professor der Klimatologie, überhaupt mit einer so offensichtlich absurden Verschwörungstheorie wie dem Chemtrail-Quatsch beschäftigt. Aber nach den traurigen Erfahrungen mit den perfiden Methoden eines Stephan Lewandowsky, der skrupellos und in kompletter Verdrehung der Faktenlage, seriöse IPPC-Kritiker in die Nähe von Anti-Mondlandungs-Spinnern rückte, kommt einem schnell der Verdacht, dass die Beschäftigung mit dem Chemtrail-Unsinn nur ein vorgeschobenes Mittel zum Zweck sein könnte, um abermals die unbequemen Klima-Realisten als einfältige Verschwörungstheoretiker verleumden zu können… Und – Surprise, Surprise – tatsächlich steuert das Radio-Interview im stets klimaalarmistischen SRF zielstrebig genau auf diese vorhersehbare “Take-Home-Message” zu, wenn Otto Klemm abschliessend und frohlockend verkünden darf, dass es “schon Ähnlichkeiten zwischen den beiden Debatten (= IPCC-Kritik und Chemtrail) gäbe”. Dieser neue Tiefpunkt in Sachen journalistischer und wissenschaftlicher Ethik kann hier nachgehört werden.

 

 

 

Nach Brexit jetzt der Clexit: Großbritannien hat sein Energie- und Klimaschutz-Ministerium aufgelöst

In der Weltwoche vom 29. Juni 16 kümmerte sich Markus Schär in der Rubrik Personenkontrolle wieder einmal um den Klimawandel:

«Spinnt unser Wetter?», fragte der «Club» von SRF letzte Woche wegen des Dauerregens. «Und wer ist schuld?» Der Mensch, stand für die Gästerunde von Professor Reto Knutti bis Grünen-Präsidentin Regula Rytz fest; Skep­tiker blieben aussen vor. Auf den Spott, Moderator Thomy Scherrer debattiere mit sechs ­katholischen Geistlichen über die unbefleckte Empfängnis, schoss Chefredaktor Tristan Brenn zurück: «Ich finde Nuancen spannender als das Gepolter von Sektierern.» Wie wahre Wissenschaftlichkeit geht, zeigte ein Einspieler darüber, «was für Folgen der Erderwärmung bis heute zu sehen sind»: Die Pazifikinsel Kiribati versinke im Meer (bis in fünfzig Jahren, nicht heute), der Aletschgletscher verschwinde, und die Eisbären verlören ihren Lebensraum, weshalb sie sich schon mit Grizzlys zu «Cappuccino-Bären» kreuzten. Tags darauf kam von internationalen Experten das Dementi: Der eine getötete «Cappuccino-Bär», mit dem die Klima-­Alarmisten weltweit Propaganda gemacht hatten, erwies sich in der genetischen Analyse als blonder Grizzly – eine bekannte natürliche Variation. (sär)

Hier geht es zur SRF-Sendung:

Land unter – spinnt unser Wetter?
Unser Wetter spielt verrückt. Dauerregen statt Sommerhitze. Hochwasser, Erdrutsche, Steinschläge sind die Folge. Warum regnet es so viel? Werden solche extreme Wetterlagen zum Normalfall? Und wer ist schuld?

Anstatt einer detaillierten Rezension, hier einige Lesetipps:

—————-

Am 8. und 9. September 2016 findet in London die Konferenz “Climate Change: Science and Geoethics” statt.

Auszug aus dem Programm vom 8.9.2016:

Session 1: Planet Earth in the cosmos

09.00     Athem Alsabti: Effects of Nearby Supernovae on Atmosphere and Climate

09.20     Oliver Manuel: Neutron Repulsion *

09.30     Discussion

09.40     Tea and coffee

Session 2: Influence of the Sun and the major planets on the Earth’s climate

10.00     Nils-Axel Mörner: An introduction to planetary-solar-terrestrial interaction

10.10     Roger Tattersall & Richard Salvador: Does solar system orbital motion and resonance synchronize solar variation, LOD and ENSO?

10.20     Ned Nikolov & Karl Zeller: A new planetary temperature model and its implication for the Greenhouse theory

10.40     Nicola Scafetta: Multi-frequency spectral coherence between planetary and global surface temperature oscillations

11.00     Jan-Erik Solheim: Ice margins, the Sun and the planets

11.20     Per Strandberg: Drivers of ENSO variability

Weiterlesen und Anmeldung auf geoethic.com.

—————-

Nach dem Brexit jetzt der Clexit? Letzterer (“Climate Exit”) bezeichnet den Rückzug aus den überambitionierten Emissionsreduktionen der letztjährigen Pariser UNO-Klimakonferenz.

—————-

Apropos Brexit. Großbritannien hat kurz danach sein Energie- und Klimaschutz-Ministerium aufgelöst. Ein Grund zur Freude, da die Kombination schwer erträglich war. Das fühlte sich so ein bisschen an wie ‘Ministerium für Flugverkehr und Zitronenkuchen’. Eine gute Chance für mehr Klimarealismus und ausgewogene Energiepolitik.

—————-

Der Focus kann es nicht lassen. Am 29. Juni 2016 schrieb sich Michael Odenwald wieder einmal über angebliche Klimaflüchtlinge die Finger heiß, obwohl sich das Deutsche Klimakonsortium gegen diese einseitige Darstellung entschieden verwahrt. Mit Bezug auf die Studie eines Politologen (!) prophezeit Odenwald schlimmste Migrationskonsequenzen, falls sich das Äquatorklima auch nur einen Hauch ändern sollte. Sehet Euch vor, der Weltuntergang ist nahe! Es ist schon schlimm, dass der Focus ihrem Redakteur dies überhaupt gestattet. Hier wird ein Zusammenhang hochgepusht, der von der Wissenschaft viel differenzierter gesehen wird, als Odenwald es seinen Lesern vormacht. Siehe: