Historiker Wolfgang Behringer: Abgasreduktion auch ohne Klimahysterie eine gute Idee

Der Historiker Prof. Dr. Wolfgang Behringer lehrt Frühe Neuzeit an der Uni Saarbrücken. Einige werden ihn auch als Autor des 2007 erschienen  Buches “Kulturgeschichte des Klimas” kennen. Hierin hat er sich mit Kritik am Weltklimarat und Klimaalarmismus weitgehend zurückgehalten und lieber Fakten sprechen lassen. Die hysterische Berichterstattung zum sommerlichen Schmelzhöhepunkt des arktischen Meereises hin vielen Medien hat Behringer jedoch kürzlich offenbar so irritiert, dass er sich am 3. September 2012 auf Welt Online und in gewohnt besonnener Art den Kontext der Ereignisse in eindrucksvoller Weise in Erinnerung rief:

Mittlerweile haben wir uns an die Konjunkturen des Weltuntergangs gewöhnt. Wenn der Winter eisig ist oder der Sommer kühl und verregnet, dann gehen die Klima-Alarmisten in Deckung. Erst im Hochsommer, mit Beginn der Waldbrände im Mittelmeerraum und dem Anbruch der Hurrikan-Saison in der Karibik fühlen sie sich wieder zu volkspädagogischen Aktivitäten ermuntert.

Kommt der alljährliche Bericht über die sommerliche Eisschmelze in der Arktis heraus, gibt es kein Halten mehr. Nach dem Hurrikan “Katrina” hieß es, jedes Jahr werde es jetzt mehr und größere tropische Wirbelstürme geben. Die globale Erwärmung führe zu einer zunehmenden Erhitzung der Ozeane, dies bilde den Motor für immer stärkere Wirbelstürme, das sei nur logisch.

Dummerweise folgte die Natur dieser Logik nicht, “Katrina” blieb in seiner Vernichtungskraft einmalig, wohl nicht zuletzt aufgrund der Dammbrüche in New Orleans. Wenn man eine Stadt aber vier Meter unter dem Meeresspiegel baut, dann darf man mit entsprechenden Katastrophen rechnen. Bereits in einem Blues aus den 1920er-Jahren hieß es: “When the levee breaks…”.

Entgegen den Weltuntergangsszenarien gab es seit 2007 immer weniger Hurrikans. Jetzt hieß es etwas vorsichtiger, in Zukunft werde es vermutlich weniger tropische Wirbelstürme geben, doch diese fielen dafür besonders schlimm aus. Ein interessantes Argumentationsmuster: Die Prognose war falsch, aber wir haben trotzdem recht.

Meldungen dienen zum Füllen des Sommerlochs

Nun ist wieder die Eisschmelze dran. Nie sei sie so bedrohlich gewesen wie in diesem Jahr, heißt es wie in jedem der vergangenen Jahre. Und die Meldung dient zusammen mit unkritischen Kommentaren in vielen Medien zum Füllen des Sommerlochs. Zutreffend ist die Feststellung allerdings nur für die Zeit der Satellitenmessungen, also seit 1979. Für die Zeit vorher fehlen die Daten.

Etwas mehr als dreißig Jahre sind fast ein halbes Menschenleben, doch in der Erdgeschichte ist dies nicht einmal ein Wimpernschlag. Hier wechselten sich Zeiten, in denen die Erde ein völlig vereister “Schneeball” (Snowball Earth) war mit solchen ab, in denen es keinerlei Eis an den Polen oder auf den Hochgebirgen gab. (weiterlesen …)

“Die kalte Sonne” im Juni 2012 bei getabstract in den Top Ten der Businessbücher – Medienecho vom 19.7.2012

Ende Juni 2012 war Fritz Vahrenholt als Vortragender im Managementclub Salzburg zu Gast und präsentierte den Zuhörern die Hauptthesen unseres Buches “Die kalte Sonne”. Das Salzburger Fenster berichtete über die Veranstaltung:

Hastig, zu wenig durchdacht, von der Angst geprägt, „wenn wir nicht sofort etwas tun, kommt es zur großen Klimakatastrophe“ – unter diesen Aspekten werde Klimapolitik betrieben, mit teilweise unsinnigen Vorgaben. Etwa auf Teufel komm raus Sonnenstrom zu erzeugen, auch im Norden mit wenig Sonnenstunden und bei hohen Gestehungskosten der Photovoltaik. Eine Aussage von Fritz Vahrenholt, der vergangene Woche beim Management Club Salzburg zu Gast war. „Das ist teurer Ökostrom, den auch die sozial Schwachen zu bezahlen haben“, gab Vahrenholt zu bedenken. Das Forcieren des Sonnenstroms, aber auch der Windenergie erfordere zudem den massiven Ausbau von Hochspannungsnetzen. Der Bau von Hochspannungsleitungen stößt bei den Betroffenen jedoch zunehmend auf Widerstand – wie sich auch in Salzburg bei der 380-kV-Leitung zeigt. Bürgerinitiativen gehen auf die Barrikaden – sie fordern ein Erdkabel statt bis zu über 30 Meter hohen Masten und eine Freileitung mit 24 Seilen, die die Landschaft verschandeln. [...] „Aber“, so fragt er, „ist es wirklich notwendig, die Energiewende bereits in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu schaffen?“ Seine Antwort: „Nein.“ Denn, so die These des RWE-Managers, die Erderwärmung sei so schlimm nicht, wie bislang vom Weltklimarat behauptet wird. Was zu wenig beachtet worden sei, „ist der Einfluss, den die Sonne auf das Weltklima ausübt“. Und der sei erheblich: nach einer Phase von starken Sonnenaktivitäten habe nun wieder eine Phase der „Kalten Sonne“ eingesetzt, eine Abkühl-Phase sozusagen. Seit dem Jahr 2000 gebe es keinen weiteren Temperaturanstieg mehr – trotz weiter steigenden CO2-Emissionen.

Auch das Wirtschaftsblatt war vor Ort und schrieb zum Vortrag:

Die einen nennen Fritz Vahrenholt “Klimawandelleugner”-andere verehren ihn als “Aufdecker der Klimalüge”. Provokation war also garantiert beim Vortrag des “Öko-Sarrazin” (“Die Zeit”) im Managementclub (MC) Salzburg. “Es ist wie bei einer Krankendiagnose: Man sollte eine zweite Meinung hören”, meinte MC-Präsident und Autohaus-Manager Anton Bucek vorab. [...] Vahrenholt, der die grüne RWE-Tochter Innogy leitet, Hamburger Umweltsenator sowie Ökoberater der Regierungen Schröder und Merkel war, zieht über die Energiewende her. Der Umstieg auf Erneuerbare in zehn Jahren sei völlig übereilt. “Mit der Angst vor CO2 wird eine falsche und teure Energiepolitik gemacht, die ganze Industriezweige bei uns hopsgehen lässt”, warnt er. Vielmehr klimabestimmend sei “Die kalte Sonne”, so der Titel seines druckfrischen Buches. Sonnenpassivität würde die Atmosphäre seit 2007 eher abkühlen. Die heißen Thesen angehört haben sich u.a. Salzburg AG-Boss Leo Schitter, Puma-Chef Hannes Mur und MC-Leiterin Brigitte Perl.

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Das Interesse an einer ausgewogenen Betrachtung des Klimathemas bleibt ungebrochen: Unser Buch “Die kalte Sonne” rangierte im Juni 2012 laut getabstract mehrfach in den Top Ten der Businessbücher:

Platz 1 am 8.6.2012 (Ranking im Wirtschaftsblatt)
Platz 2 am 22.6.2012 (Ranking im Wirtschaftsblatt)
Platz 3 am 25.6.2012 (Ranking im Tagesanzeiger)

Der Dienst “getabstract” befasst sich mit Business-Büchern – im weitesten Sinne. Auf der Webseite von “getabstract” werden  kurze Zusammenfassungen zu den vorgestellten Büchern angeboten. Aus den Clicks bzw. dem Interesse am Buch erstellt der Dienst dann Hitlisten, die auch in Wirtschaftsmagazinen abgedruckt werden.

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Mitte Juni 2012 hatte Fritz Vahrenholt bereits beim Verbändetreffen in Warnemünde und auf der UNITI-Tagung in Dresden vorgetragen. Die Zeitschrift Brennstoffspiegel & Mineralölrundschau berichtet über die Präsentationen: (weiterlesen …)

Die kalte Sonne im Europarlament: Politik ist an einer ausgewogeneren Klimadebatte interessiert

Es kommt Bewegung in die Klimadebatte. Im vierzehnten Jahr des Erwärmungsstops greifen nun prominente politische Parteien das Thema auf und schaffen geeignete Foren für dringend benötigte Diskussionen. Ziel der Politik ist es dabei offenbar, die Argumente beider Seiten der Debatte zu hören, um sich ein umfassendes Bild über die Situation zu machen.

In diesem Zusammenhang wurden die Autoren des Buches “Die kalte Sonne” Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning am 3. Juli 2012 zu einer Präsentation mit anschließender Diskussion in das Europaparlament in Straßburg gebeten. Eingeladen hatten die Europaparlamentarier Daniel Caspary, Jürgen Creutzmann, Albert Deß, Ioan Enciu, Dr. Inge Gräßle, Robert Goebbels, Dr. Dieter-Lebrecht Koch, Holger Krahmer, Dr. Werner Langen, Prof. Dr. Hans-Peter Mayer, Dr. Markus Pieper, Herbert Reul, Dr. Thomas Ulmer, Sabine Verheyen und Hermann Winkler. Titel der Veranstaltung war “Klimaschutz: die politische Überforderung.”

Der eingeladene Kreis war bewusst klein gewählt, um ausreichend Raum für Diskussionen zu bieten. An der Veranstaltung nahmen 18 Europaparlamentarier aus Deutschland, Spanien, Slowenien, Großbritannien und Italien teil. Im gemeinsamen Vortrag von Vahrenholt und Lüning ging es um die Hauptthesen ihres Buches, insbesondere die unterschätzte Klimawirkung der Sonne und die Rolle der Erneuerbaren Energien im Energiemix. Die Powerpoint-Präsentation kann hier heruntergeladen werden (Achtung: 12 MB !).

In einer Pressemitteilung berichtete der CDU Europaabgeordnete Herbert Reul über die Veranstaltung:

Diskussion zum Klimawandel mit Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning 

Vor einer “angstgetriebenen Klima- und Energiepolitik” warnten die Buchautoren Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning vor Europaabgeordneten in Straßburg. Derzeit würde der Sonneneinfluss den globalen Temperaturanstieg bremsen. Entsprechende durch die Sonnenaktivität beeinflusste Zyklen habe es in der Vergangenheit häufiger gegeben. 

In der Veranstaltung, zu der fraktionsübergreifend 15 Europaabgeordnete eingeladen hatten, bezweifelten Vahrenholt und Lüning die von vielen Klimawissenschaftlern als herausragend angesehene Rolle des CO2 für das Klima. Auch der Forschritt der Erderwärmung werde dramatisiert, zumal in den letzten 100 Jahren gerade nur ein Anstieg von 0,8 Grad zu beobachten war und das Bezugsniveau sich auf eine erdgeschichtlich kleine Eiszeit bezieht. 

Die Veranstaltung gab einen interessanten Einblick in Teile der Klimawissenschaft, die vom Mainstream der Klimaforscher und Politik nicht beachtet oder gar bekämpft werden. “Politische Verantwortung heißt jedoch, alle Meinungen zu drängenden Umweltproblemen zu hören. Um nicht mehr aber auch nicht weniger ging es bei dieser Veranstaltung im Europäischen Parlament”, so die CDU-Europaabgeordneten.

 

Reul hatte bereits im Dezember 2010 einen eindrucksvollen Videoclip zur Energiepolitik produziert, in dem er eine besonnenere Vorgehensweise einforderte. Neben dem Klimaschutz müssten auch Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und eine möglichst weitreichende nationale Versorgungsunabhängigkeit berücksichtigt werden.


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Die Kleine Eiszeit in China: Im 19. Jahrhundert war es am Jangtsekiang mehr als ein Grad kälter als heute

Da war sie wieder, die bei einigen Forschern unbeliebte Kleine Eiszeit. Wie bereits mehrfach berichtet, hatten prominente deutsche IPCC-nahe Forscher die Mittelalterliche Wärmeperiode und die Kleine Eiszeit lange als „lokales nordatlantisches Phänomen“ abgetan, welches sich angeblich global herausmitteln sollte (z.B. Stefan Rahmstorf, Gerald Haug). Weit gefehlt. Mittlerweile sind die beiden prominenten Klimaanomalien aus allen Ecken der Welt und von allen sieben Weltmeeren beschrieben. Gestern berichteten wir bereits über eine entsprechende Fallstudie in Chile (siehe „Neues Paper in Quaternary Science Reviews: Mittelalterliche Wärmeperiode und Kleine Eiszeit in den chilenischen Anden nachgewiesen“). Heute springen wir nach Asien und wollen uns eine neue Publikation aus China anschauen, in der die Autoren die Wintertemperaturen im Gebiet des längsten Flusses des Landes, des Jangtsekiang, für die vergangenen knapp 275 Jahre rekonstruiert haben. Durchgeführt wurden die Untersuchungen von einer chinesischen Forschergruppe um Hao von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Juni 2012 in der Fachzeitschrift Climate of the Past.

Basis der Rekonstruktion waren historische Dokumente des Yu-Xue-Fen-Cu-Archivs aus der Qing Dynastie (1644-1911) in denen Tage mit Schneefall minutiös festgehalten wurden. Die Daten wurden mit Temperaturdaten aus der Region kalibriert, welche zwischen 1951-2007 gemessen wurden.

Die Forscher konnten zeigen, dass das 18. Jahrhundert um 0,76°C kälter und das 19. Jahrhundert sogar um 1,18°C kälter war als die moderne Referenzperiode von 1951-2007 (Abbildung 1). Entsprechend waren die letzten 30 Jahre (1981-2007) um ein Viertel Grad wärmer als die Referenzperiode. Die kalte Phase des 18. und 19. Jahrhunderts entspricht dabei der „Kleinen Eiszeit“ und die aktuell warmen Bedingungen der „Modernen Wärmeperiode“.  (weiterlesen …)

TV-Tipp: Grenzfälle der Wissenschaft am 7.7.2012 auf Phoenix

Am 7.7.2012 zeigt Phoenix von 21:45-22:30 Uhr die Sendung “Grenzfälle der Wissenschaft”.

Ankündigung des Senders:

“In den letzten hundert Jahren hat die Menschheit mit atemberaubender Geschwindigkeit neues Wissen angehäuft. Der Code des Lebens ist entschlüsselt. Atome können gespalten werden. Teleskope blicken in weit entfernte Galaxien. Alle fünf Jahre, sagen Experten, verdoppeln sich die Erkenntnisse der Forschung. Dennoch stößt der Mensch immer wieder an die Grenzen seines Wissensdrangs. Gibt es tatsächlich Leben außerhalb der Erde? Droht wirklich eine Klimakatastrophe? Kann die Kraft des Glaubens Wunder wirken? ZDF-History untersucht umstrittene Phänomene, ungelöste Rätsel und unbekannte Irrwege der modernen Wissenschaft.”

Replik im Schweizer Monat, zwei Buchrezensionen und solargesteuerte Wanderratten – Medienecho vom 1.7.2012

In der Zeitschrift Schweizer Monat gab es im Dezember 2011 einen argumentativen Schlagabtausch von Fred Singer (NIPCC) und Andreas Fischlin (IPCC) zum Klimawandel. Sebastian Lüning antwortete nun auf den Fischlin-Beitrag mit einem neuen Artikel, den der Schweizer Monat dankenswerterweise kürzlich im Juni 2012 auf seiner Internetseite veröffentlichte. Der Artikel geht auf die folgenden Punkte ein:

  1. Andreas Fischlin geht davon aus, dass die sogenannte Hockey Stick Kurve weiter Bestand hätte
  2. Andreas Fischlin behauptet, dass aktuelle Klimamodelle die klimatischen Vorgänge gut beschreiben können und daher auch die Temperatur-Prognosen bis 2100 als verlässlich anzusehen wären
  3. Andreas Fischlin geht davon aus, dass Schwankungen der Sonnenaktivität klimatisch kaum eine Rolle spielen
  4. Andreas Fischlin beschreibt einen angeblichen CO2-Fingerabdruck aus der Stratosphäre
  5. Andreas Fischlin zieht die letzten 420 Millionen Jahre heran, die angeblich die starke Klimawirkung des CO2 belegen sollen

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Der Britische Europaparlamentarier Roger Helmer und Fritz Vahrenholt trafen sich kürzlich bei einer Veranstaltung in Brüssel und fachsimpelten u.a. auch über den Klimawandel. Helmer verfasste daraufhin auch einige Zeilen in seinem Blog (siehe sein Blogartikel “An hour with Fritz Vahrenholt“).

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Sie kennen sicher den Journalisten Franz Alt. Nach eigenen Angaben ist er u.a. Umweltapostel und Zauberer. 17 Millionen Zuschauer sahen Ende der 70er-Jahre regelmäßig sein politisches Magazin “Report”. Nun hat er auf seiner Webseite eine kritische Besprechung unseres Buches “Die kalte Sonne” von Rupert Neudeck eingestellt. Neudeck zitiert in seiner Rezension ausgiebig aus dem Buch und scheint einige Argumente durchaus anzuerkennen. Anderen Inhalten hingegen steht er skeptisch gegenüber und macht dies auch deutlich. Es ist erfrischend zu sehen, wie sich Neudeck abseits der pauschalen Schwarz-Weiß-Diskussion darum bemüht, individuelle Punkte herauszugreifen und diese jeweils auch individuell zu bewerten.

Ein Auszug aus der Rezension:     (weiterlesen …)

Schon wieder: Sonne kurz vor dem Maximum des 11-Jahres-Zyklus fast fleckenklos

Im April 2012 berichteten wir bereits über die akute Fleckenarmut der Sonne. Dabei sollte unser Mutterstern doch gerade jetzt wie ein Sommersprossengesicht aussehen, kurz vor dem voraussichtlichen Maximum des 11-Jahres-Zyklus im Frühling 2013. Aber die Flecken spielen einfach nicht mit (siehe unser Blogartikel “Verliert die Sonne jetzt auch noch ihre Flecken, kurz vor dem Maximum des solaren 11-Jahres-Zyklus?” Hier werden auch die wichtigsten Hintergrundinfos zu den Sonnenflecken diskutiert).

Oops, she did it again: Unser Mutterstern ist aktuell schon wieder fast fleckenlos (Abbildung 1). Nur am Südostrand der Sonne ist noch ein kleines Häuflein mit Minifleckchen namens ”1511″ zu erkennen (Abbildung 2). Die offizielle Sonnenfleckenzahl beträgt 13, was sehr niedrig ist. Keine Frage, die Sonne schwächelt !

Abbildung 1: Fast fleckenlose Sonne am 24.6.2012. Quelle: Solar Dynamics Observatory 

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Die kalte Sonne in Oslo, London, Chicago, Frankfurt und Mannheim – Medienecho vom 20.6.2012

In den letzten Wochen konnten die beiden Autoren des Buches “Die kalte Sonne” ihre Thesen auf einer Reihe von Veranstaltungen im In- und Ausland präsentieren. Sebastian Lüning trug in Chicago und Mannheim vor, während Fritz Vahrenholt u.a. Vorträge in Oslo, Frankfurt (Achema) und London hielt. Eine Videoaufzeichnung des London-Vortrags wird in den kommenden Tagen auf der Webseite der Global Warming Policy Foundation (GWPF) online gestellt. Eine sehenswerte Zusammenfassung des Vortrages in Cartoon-Form von Josh gibt es bereits hier.

Im Zusammenhang mit der Londoner Veranstaltung erschien am 18.6.2012 ein Beitrag von Fritz Vahrenholt in der britischen Tageszeitung “The Telegraph”. Der Artikel ist online frei verfügbar und endet wie folgt:

“The choice is no longer between global warming catastrophe and economic growth but between economic catastrophe and climate sense.”

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Im Spiegel 24/2012 erschien der mehrseitige Artikel “Rätsel der sinkenden Inseln”. Spiegel Redakteur Gerald Traufetter hatte offensichtlich das große Los gezogen und durfte in die Südsee reisen, um dort über eine französische Expedition zur Pazifikinsel Vanikoro zu berichten. Das von ihm begleitete Team der Pariser Geodätin Valérie Ballu hatte in den Vorjahren bereits die 200 km südlich gelegene Vanuatu-Insel Tegua vermessen und festgestellt, dass die Insel von tektonischen Kräften in die Tiefe gezogen wurde. Noch 2005 hatte der damalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer das Versinken der Insel 2005 als Folge des Klimawandels fehlinterpretiert. In einer UNEP-Pressemitteilung wurden umgesiedelte Dorfbewohner daraufhin als die ersten Flüchtlinge des Klimawandels beschrieben, die sich vor den Gefahren des Klimawandels in Sicherheit bringen mussten. Töpfer warnte in der Meldung, dass Vanuatu lediglich den Anfang einer verhängnisvollen Entwicklung markiert, bei der steigende Temperaturen, schmelzendes Eis und steigende Meeresspiegel weltweit zu großen Schäden führen werden. So kann man sich irren. Die Studie von Ballu und ihrem Team erschien im August 2011 im Fachmagazin PNAS und ist auch in unserem Buch “Die kalte Sonne” auf den Seiten 200-201 detailliert beschrieben. 

Es ist nicht auszuschließen, dass Traufetter in der kalten Sonne auf die Geschichte stieß und daraufhin Kontakt mit den französischen Forschern aufnahm. Traufetter hatte im Februar 2012 zusammen mit seinem Kollegen Olaf Stampf anlässlich der Buchpremiere ein ausführliches Interview mit Fritz Vahrenholt geführt und in diesem Zusammenhang wohl ausgiebig im Buch-Manuskript recherchiert.

Traufetter ergänzt in seinem aktuellen Spiegel-Artikel einige interessante Details zur Geschichte: 

„Um fast zwölf Zentimeter war die Insel von 1997 bis 2009 abgesunken, bis jene mittlerweile auf Weltklimakonferenzen berühmt gewordene Kokosplantage unter Wasser stand. ‚Der Meeresspiegel stieg. Doch drei Viertel davon waren durch das Absinken des Landes verursacht‘, sagt [die Forscherin Ballu]. Die Vereinten Nationen waren zu voreilig mit dem Ausrufen der Klimaflüchtlinge – das zeigte sich beim großen Beben von 2009: Plötzlich schoss die Insel wieder aus den Fluten empor. ‚Die Kokosplantage ist seitdem trocken‘, sagt Ballu. Für die Menschen allerdings, meint sie, sei es im Grunde egal, welcher Mechanismus schuld daran ist, dass sie das Dorf aufgeben mussten. Sie ärgert sich nur darüber, dass die mit Geldern aus dem Anpassungsfonds für Klimageschädigte umgesiedelten Menschen in ein neues Dorf zogen, das kaum besser gelegen sei. ‚Es ist auf zu geringer Höhe gebaut‘, berichtet Ballu. ‚Springfluten oder Tsunamis können es immer noch erreichen.’ “

 

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Die kalte Sonne auf der 7th International Conference on Climate Change in Chicago – Medienecho 4.6.2012

Ein bisschen fühlte es sich an wie der Kölner Karneval, als Kalte-Sonne-Coautor Sebastian Lüning am 20. Mai in Chicago eintraf. Kilometerlang zog sich ein Demonstrationszug durch die Hauptstraßen der Metropole am Michigansee. Unzählige, bunte Gruppierungen hatten sich eingefunden um zu protestieren. Nein, nicht gegen den Klimawandel, sondern gegen die NATO. Die Oberhäupter der Mitgliedstaaten hatten sich nämlich zum zweitägigen NATO-Gipfel in der Stadt versammelt, und denen wollte man seine Sorgen lautstark mitteilen. Es sollen wohl 15.000 Demonstranten gewesen sein, hieß es später. An diesem heißen Tag musste Chicago sämtliche, schwere Schneeräumfahrzeuge mobilisieren, um eine Art Schutzmauer um das Konferenzgelände zu bauen.

Drei Dutzend der Demonstranten nutzte die gute Gelegenheit zu einem zweiten Auftritt zwei Tage später vor dem Tagungshotel der 7th International Conference on Climate Change. Knapp 40 Aktivisten zogen am Gebäude vorbei. Leider konnte kaum einer der Konferenz-Teilnehmer das Spektakel mitverfolgen, denn im Inneren des Gebäudes lief gerade das äußerst dicht gepackte Vortragsprogramm der zweieinhalbtägigen Veranstaltung. Schon beim Frühstück um 8 Uhr begannen die Präsentationen – und sie endeten erst mit den Dinner Vorträgen am Abend. Der ebenfalls auf der Tagung anwesende Lord Monckton ließ es sich jedoch nicht nehmen, in Kontakt mit den Demonstranten zu treten. Wogegen protestierten sie genau? Man konnte später lesen, dass die Demonstranten wohl immer wieder “Wir sind die 99 Prozent” riefen, was bei der Übersichtlichkeit der Gruppe doch etwas übertrieben erschien, wie James Taylor zu recht monierte. Gerne hätte man mit ihnen über den Klimawandel fachlich diskutiert. Das Interesse an einem wissenschaftlichen Austausch war jedoch gering. Und dies galt leider nicht nur für die kleine Demonstranten-Schar. Im Sinne der inhaltlichen Ausgewogenheit hatte man mehr als 50 IPCC-nahe Wissenschaftler zur Konferenz eingeladen, von denen jedoch leider kein einziger das Angebot annahm.

Das war schade, hätte man doch die Gelegenheit nutzen können, miteinander über strittige Punkte in konstruktiver Weise diskutieren zu können. Aber auch ohne IPCC-Beteiligung hatte die Konferenz etliche hochrangige und prominente Teilnehmer zu verbuchen. In einer Dinner Speech referierte der tschechische Präsident Vaclav Klaus zur Situation der Klimadiskussion in Europa. Dabei ging er u.a. auch auf die Energiewende in Deutschland sowie die Finanzkrise in Europa ein.


Der Vortragstext ist auch auf der Webseite des Präsidenten sowie auf WUWT verfügbar. Ein Interview mit Präsident Klaus von der Veranstaltung kann man sich auf Sun News anschauen. In der Financial Post erschien zudem ein Meinungsbeitrag von Vaclav Klaus. Weitere Berichte zum Vortrag gibt es auf Motls Blogspot und NNoN.

Ein weiteres Highlight der Konferenz waren die Vorträge der NASA-Gruppe, die sich vor einigen Wochen mit einem Brief an die NASA-Führung gewandt hatten, in dem sie eine ausgewogenere Behandlung des Klima-Themas durch die Weltraumbehörde eingefordert hatte. Auf der Veranstaltung sprach unter anderem Harrison “Jack” Schmitt, der zwölfte und vorläufig letzte Mensch, der den Mond betreten hat. Der Geologe und ehemalige Apollo 17-Astronaut mahnte, dass wir die natürlichen Klimafaktoren nicht unterschätzen sollten. Die Vorträge der NASA-Gruppe kann man sich hier anschauen. Auf der Tagung erklärte die Gruppe zudem, dass sie mittlerweile einen zweiten Brief an die NASA-Führung geschrieben hätten. Außerdem plant die Gruppe, einen detaillierten, unabhängigen Faktencheck der IPCC- und Klimaskeptiker-Argumente. Das Ergebnis ihrer Untersuchung wollen sie dann den politischen Entscheidungsträgern als Empfehlung zur Verfügung stellen.  (weiterlesen …)

Die ganz schön starke Sonne: Vorstellung unseres Buches in der Literaturbeilage der WELT

Am 12. Mai 2012 kamen die Literaturfreunde wieder ganz auf ihre Kosten, denn DIE WELT legte ihrer Zeitung die Sonderbeilage “Die Literarische Welt” bei. Neben dem neuen Roman von Sten Nadolny und einem Traumbuch zu Arthur Schnitzler erspähen wir auf Seite 7 plötzlich auch eine Besprechung unseres Buches “Die kalte Sonne”. Die Rezensentin Sonja Margolina ist zu beglückwünschen. Sie hat sich offensichtlich auf die Herausforderung eingelassen, das Buch selbst  zu lesen und sich dabei nicht von den üblichen Kritikern das Urteil vorgeben zu lassen. In ihrer Besprechung setzt sie sich über bestehende gesellschaftliche Denkverbote hinweg und schildert ausführlich die wichtigsten Punkte unserer Argumentation sowie die damit verbundenen energiepolitischen Konsequenzen. Sie ermutigt den Leser, die Diskussion zuzulassen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und dies ist dringend notwendig. Zu offensichtlich sind die zahlreichen Probleme mit der etablierten Klimasichtweise. Chapeau!

Auszug:

“Eigentlich ist ‘Die kalte Sonne’ ein Sammelband. Vier der neun Kapitel sind Gastbeiträge renommierter Klimawissenschaftler, deren Forschung in den vergangenen Jahren das Wissen über die Mechanismen des Klimawandels entscheidend bereichert hat. All die Themen, die im klimakritischen “Untergrund” über längere Zeit diskutiert wurden, finden in diesem Buch Platz. Erst die jahrzehntelange Tabuisierung und Diffamierung klimakritischer Ansichten in den deutschen Medien lassen das Anliegen der Verfasser als Tabubruch erscheinen. Denn die neuesten Ergebnisse der Klimaforschung sehen vor allem in den Sonnenzyklen und dekadischen atmosphärischen Zirkulationen Hauptantreiber des Klimawandels.”

Zur vollständigen Rezension geht es hier.