Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 4/17: Antarktische Blütenträume

Sehr geehrte Damen und Herren,

im April war die Aktivität unserer Sonne etwas stärker als im März 2017. Mit einer Sonnenfleckenzahl von 32,6 war aber auch dieser Monat deutlich unter dem Durchschnitt aller Sonnenzyklen zu diesem Zeitpunkt (75 %). Der gegenwärtige Solarzyklus ist seit 1755 der drittschwächste und wird vom nächsten Zyklus noch einmal unterboten, wie aus den polaren Feldern hervorgeht. Bis 2030 also ist von einer unterdurchschnittlich schwachen Sonnenaktivität auszugehen.

In unserer Monatsrubrik beschäftigen wir uns mit einer Meldung, die Anfang Mai um die Welt ging . “Die Antarktis wird grüner” hatte Matthew Amesbury von der Universität Exeter in der biologischen Fachzeitschrift “Current Biology” veröffentlicht. Der Autor stellt ein vermehrtes Wachstum von Moosen an Randzonen der antarktischen Halbinsel fest und bringt dies in Zusammenhang mit steigenden Temperaturen an den 3 Messstationen auf der antarktischen Halbinsel. Das ist diejenige 1200 km lange Halbinsel, die auf die Südspitze Südamerikas zuläuft und aus der Antarktis herausragt.
Wir haben uns die Veröffentlichung genauer angeschaut. Sie wurde 2017 veröffentlicht, aber umfasst nur Daten bis 2000.

Natürlich gibt es Daten bis 2016, die wir auch ausfindig machten, die der Autor aber nicht benutzte. Warum ? Schaut man sich die Temperaturwerte der Stationen auf der antarktischen Halbinsel an, so steigen diese in der Tat bis 2000 (in der für Moose entscheidenden Zeit von November bis April) an , sinken aber seitdem kontinuierlich, so dass heute das Niveau von 1985 wieder erreicht worden ist. Das war bislang auch der breite Konsens, so wie John Turner in “Nature” im Juli 2016 zeigen konnte, dass dem Anstieg bis 1998 ein vergleichbar starker Abstieg der Temperaturen bis heute folgte.
Nichts Neues also : man beschreibt den Anstieg der Temperaturen in der Antarktis, verschweigt aber den zyklischen Abstieg seit 17 Jahren.
Umso interessanter ist es festzustellen, was deutsche Medien aus dieser nur halbwahren Geschichte machen.

Es wird hochgepuscht :
Spiegel-online : “Wegen des Kimawandels wird der weisse Kontinent am Rand immer grüner”
Zeit-online : “Die Antarktis wird grüner”
Deutschlandfunk (Lucian Haas): “Die Antarktis hat sich seit den 50er Jahren relativ gleichmässig um rund 0,5 ° C pro Jahrzehnt erwärmt”
Süddeutsche Zeitung ( Marlene Weiß) : “Klimawandel macht die Antarktis grüner… Grund ist eindeutig der Klimawandel… Sattes grün steht als Symbol für eine dramatische und vermutlich dauerhafte Veränderung dieser Region”
Spektrum der Wissenschaft toppt das alles ( Daniel Lingenhöhl) : “In den vergangenen 60 Jahren hat sich die durchschnittliche Temperatur auf der antarktischen Halbinsel um 3°C erhöht”.

Da werden dann einfach die letzten 17 Jahre weiter nach oben fortgeschrieben, egal was die Messwerte sagen.
Das sind fake-news, die dem angeblich guten Zweck dienen, die Idee der drohenden Klimakatastrophe zu verbreiten. Oder besser, um ein bisschen Angst zu schüren, damit die Leser die verkorkste deutsche Energiewende vielleicht doch besser runterschlucken können.

Es grüßt Sie herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 3/17: Eine ENSO-Nachlese

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war im März erneut nur unterdurchsschnittlich aktiv. Sie erreichte nur etwa ein Drittel der für diesen Monat durchschnittlichen Sonnenfleckenzahlen. An 16 Tagen war die Sonne bereits sonnenfleckenfrei. Der Absturz der Aktivität der Sonne gegen Ende des letzten Jahrhunderts bis heute ist ähnlich stark wie der Rückgang in der Zeit des Dalton-Minimum vor 200 Jahren. Aus der Entwicklung der polaren Felder können wir schliessen, dass der nächste Sonnenzyklus etwa noch einmal um ein Drittel schwächer wird als der augenblickliche.

Ende letzten Jahres gab es eine Reihe von Klimaforschern und Klimaaktivisten, die die  durch den aussergewöhnlich starken El Nino hervorgerufene Temperatursteigerung auf der Erde als Beweis für die durch den Menschen verursachte Klimaveränderung uminterpretierten. Schnell wurde auch das Ende der seit 2000 festzustellenden Erwärmungspause ausgerufen. Nunmehr können wir feststellen, dass die globalen Temperaturen wieder auf das Niveau von 2013 zurückgefallen ist. CO2 kann das ja nicht verursacht haben. Wenn die Entwicklung anhält, werden wir bald die Pause zurück begrüßen können und der El Nino wird als bemerkenswerter Hüpfer in der Temperaturkurve Geschichte schreiben.

In unserer Monatsrubrik haben wir die realen Temperaturmessungen mit den Modellprognosen verglichen. Während sich die Modelle Jahr für Jahr auf immer stärkere Weise von der Realität entfernen (gelb markiert), bleibt die reale Entwicklung (in blau die RSS- Messdaten) deutlich zurück und man erkennt sehr schön die Pause der letzten 15 Jahre.

Man fragt sich unwillkürlich, warum dieses eklatante Versagen der Klimamodelle nicht in der Politik aufgegriffen wird. Diese vermeintliche katastrophale Erwärmung war ja die Grundlage für das Paris- Abkommen. Die Grundlage dieses Abkommens ist mehr als brüchig.
Schlimmer aber noch erscheint mir, das die tatsächlichen Inhalte der Vereinbarung der deutschen Öffentlichkeit verborgen bleiben. Es wurde an dieser Stelle schon mehrfach daraufhingewiesen, dass diejenigen Nationen, die zu dem Wachstum der CO2 Emissionen der nächsten Jahrzehnte überproportional beitragen, zu nichts verpflichtet worden sind. Sie können ihren Ausstoß parallel zum Wachstum des Bruttosozialproduktes bis 2035 steigern.

Dass China, mit rd. 29 % Anteil am Gesamtausstoss von CO2 bereits an der Spitze, weiter ungebremst CO2 ausstoßen darf, aber auch noch Finanzzuweisungen aus dem in Paris beschlossenen  Klimafonds erhalten soll, der von den OECD Ländern mit 100 Mrd Dollar jährlich (!!) gespeist werden soll, ist der wahre Kern für die Pläne des amerikanischen Präsidenten, das Paris Abkommen neu zu verhandeln. USA -25 %, Europa -40 %, China +50 -100 % je nach Wachstum – wie konnte die Bundeskanzlerin und die Bundesumweltministerin uns das als großartigen Erfolg verkaufen ? Weil nicht ein kritischer Journalist darüber berichtet hat. Unsere CO2- Einsparung bis 2025 macht China in 3 Monaten wieder wett, das wäre doch mal eine interessante Information gewesen.  Aber es wird in deutschen Zeitungen mit grosser Anerkennung berichtet, dass die chinesische Führung – anders als Donald Trump – an dem Paris-Abkommen festhalten will. Aber das “warum” wird nicht mitgeteilt : Weil es für China ein tolles Abkommen ist- ungebremste Entwicklung in China und obendrein noch Milliardentransferleistungen.

Wer die Zusammenhänge nachlesen will, dem sei der Report von David Campbell von der Global Warming Foundation empfohlen http://www.thegwpf.org/paris-agreement-a-blank-cheque-for-co2-emissions-by-developing-nations/

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 2/17: Das antarktische Meereis

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonnenfleckenaktivität war im Februar  nur halb so stark wie der  Durchschnitt der letzten 24 Sonnenzyklen.  Der aktuelle, sich seinem Minimum nähernde Zyklus, ist der drittschwächste seit 1755. Die Felder des Sonnennordpols als auch die des Südpols weisen auf eine Aktivität des folgenden Zyklus von ca. 2/3 im Vergleich zum aktuellen Zyklus hin. Eine frühe Prognose von uns also hier: Der Zyklus 25 ab ca. 2021 könnte etwa so schwach  werden wie der Zyklus 6. Wir würden nach dem jetzigen Stand ein solares Minimum recht ähnlich zum Dalton- Minimum ( Zyklus 5,6,7) 1790…1830 erleben. Spätestens dann wird offenbar, wie stark das solare Maximum von 1960 bis 2000 die Temperaturverhältnisse mit einer entsprecheneden Zeitverzögerung beeinflusst hat.

Dass die solare Aktivität – und nicht das CO2 – die globalen Meeresströmungen sowie die zyklische atlantische  und pazifische Oszillation beeinflussen kann, haben wir an dieser Stelle des öfteren erörtert. Dass auch die Meereisfläche von der Stärke der Meereströmungen beeinflusst wird, ist eine Binsenweisheit. Gleichwohl gingen in den letzten Wochen Panikmeldungen durch die Medien: Das Meereis um die Antarktis geht zurück. Man hätte auch hinzufügen können: seit einem Jahr. Denn seit 1980 nimmt das antarktische Meereis zu, eine Tatsache, die mit der CO2-bedingten Erwärmung so gar nicht zur Deckung zu bringen war.

Was könnte den Ausreisser in 2016 bedingt haben ? Es liegt nahe, den außerordentlich starken, natürlichen El NINO von 2015/16 als eine Ursache heranzuziehen, bevor man dem menschengemachten CO2-Anteil an der Erdatmosphäre sogar einen Einfluss auf Wetterkapriolen andichtet.
In einer aktuellen Studie zur AMOC (dies ist der globale ozeanische  Wärmefluss von Süd nach Nord) wird festgestellt, dass ein starker Wärmetransport Richtung Nordpol in der Antarktis ein spezielles Muster entstehen lässt: Es wird an der Oberfläche (SST) kühler und in der Tiefe wärmer. Die tieferen Wässer bis 700m am Rande des Kontinents zeigen einen Warmtrend, die Oberfläche ( vergleiche Abb. 5) einen Kühltrend. Das scheint sich jetzt umgekehrt zu haben.

Es kann also sein, dass der globale von Süd nach Nord gerichtete Wärmetransport der AMOC schwächer wird, was  im übrigen gut zu dem sich seit 2010 abkühlenden Nordatlantik passt. Ein natürlicher Vorgang, denn es ist schwer zu erklären, dass der Nordatlantik kühler wird, wenn doch der CO2- Ausstoss seit der Jahrtausendwende um 30 % zugenommen hat. Fallen Sie also nicht auf Propaganda herein. Es ist nämlich nicht immer leicht, Propaganda als solche zu erkennen wie im folgenden Fall.

In einem Interview mit der Deutschen Welle, dem staatlichen deutschen Auslands(!)rundfunk  vom 15.3.2017 sagt Prof. Schellnhuber, Kanzlerin – und Papstberater, das Ende der Welt voraus, wenn wir nicht der CO2 Emission Einhalt gebieten. Zitat :

“We will end up with a planet warming by 4, 5, 6 or even 12 degrees. It would be the end of the world as we know it, and I have all the evidence.”

12 Grad vorherzusagen , das hat fürwahr noch keiner geschafft. Aber er hat dafür “all the evidence”. Aber er hat einen unabweisbaren Plan für die Weltpolitik :

“By 2030, we have to phase out the combustion engine. And we have to completely phase out the use of coal for producing power. By 2040 we will probably have to replace concrete and steel for construction by wood, clay and stone”.

Na das mit der Abschaffung des Verbrennungsmotors kennen wir ja schon von den Grünen. Die Abschaffung der Kohlekraftwerke kennen wir auch schon, und zwar von unserer Bundesregierung. Aber der Ersatz von Stahl und Beton im Jahre 2040 durch Holz, Lehm und Stein, das ist doch mal eine neue Drehung in der Propaganda zur Zerstörung des Wohlfahrtsstaates oder besser der Zivilisation. Ich sehe sie schon die Holzbrücken, die Hochhäuser aus Lehm, der Ersatz der Schienen durch Steinfurchen. Auch Windräder kann man ohne Stahl bauen- gab es schon vor tausenden von Jahren. Aber er bleibt sich treu . Schon am 16.8.2010 forderte Schellnhuber im Spiegel : “Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass wir langfristig die Atmosphäre sogar wieder in jenen kühleren Zustand zurückführen sollten, der in der Jungsteinzeit herrschte, als der Mensch sesshaft wurde.” In der Jungsteinzeit war es allerdings wärmer als heute. Das passt aber weder in Modelle noch in Propaganda. Warum lässt sich die deutsche Bundeskanzlerin so an der Nase herumführen ?

Es grüsst Sie nachdenklich
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 1/17: „Pause“ oder nicht?

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Sonne war im Januar 2017 erneut unterdurchschnittlich aktiv. Am Anfang des Monats gab es sogar eine Reihe von fleckenlosen Tagen. Wir haben es mit dem drittschwächsten Zyklus seit Beginn der Aufzeichnungen 1755 zu tun. Auch die neuesten Messungen der polaren Felder der Sonne bestätigen , dass die Schwäche der solaren Aktivität noch im nächsten Zyklus anhalten wird.

Wir haben hier schon häufiger über die Diskrepanz zwischen Satelittenmessungen der globalen Temperatur und erdgestützten Messungen berichtet. Satelittenmessungen ergaben keinen so starken Erwärmungstrend und vor allen Dingen seit 2000 eine Pause in der Erwärmung. Es gab eine Reihe von Kritikpunkten hinsichtlich der erdgestützten Messungen, etwa der städtische Wärmeinseleffekt, wonach Messtationen, die früher unbeeinflusst in der freien Natur standen, nun von Urbanisationen und Infrastrukturen wie Flughäfen, Autobahnen etc. beeinflusst werden. Besondere Bedeutung erlangte die Diskrepanz durch eine korrigierte Messreihe der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration), die kurz vor dem Pariser Klimagipfel 2015 publiziert wurde. Der Inhalt: durch eine Korrektur der gemessenen Daten konnte der Chef der NOAA, Tom Karl, zeigen, dass es keine Erwärmungspause gegeben haben soll, sondern die Temperaturen weiter angestiegen waren.

Ein whistle blower, der pensionierte John Bates, der Ende letzten Jahres in den Ruhestand gegangen war, machte nun schwere Vorwürfe gegenüber seinen ehemaligen Vorgesetzten, wonach diese eine erforderliche Validierung der Daten unterlassen hätten. Zudem stellte sich heraus, dass das Computerprogramm, mit dem die für Paris so wichtige neue , korrigierte Messreihe erzeugt worden sei, verlorengegangen sei. Bates Enthüllung erinnerte noch einmal daran, dass die Meerestemperaturdaten in den letzten Jahren durch die NOAA um 0,12 °C künstlich nach oben gehoben wurden.
Wie konnte die NOAA das begründen ?

Bis 2005 wurden vornehmlich Messungen der Meerestemperatur durch Schiffsdaten ermittelt, zunächst per Eimer, später im Zulauf der Pumpen für die Kühlung der Schiffsmotoren. Es stellte sich heraus, dass die Schiffsmessungen um durchschnittlich 0,12 Grad wärmer waren – was nachvollziehbar ist – als die Bojenmessungen, die seit 2005 weltweit vorgenommen werden. 4000 Meeresbojen (ARGO) messen seither die Meerestemperatur deutlich präziser als die veralteten Schiffsmessungen. Die ARGO- Bojen zeigten seit 2005 keinen signifikanten Erwärmungstrend. Um die Bojenmessungen mit den Schiffsmessungen vergleichbar zu machen, wurden nun die guten Bojenmessungen um 0,12 ° C auf das Niveau der schlechten Schiffsmessungen angehoben. Man stellt sich natürlich sofort die Frage, warum  man nicht einfach die schlechten alten Schiffsmessungen nach unten korrigierte, was zu einer Absenkung von 0,07 °C ( auf Grund eines komplizierten Umrechnungsmodus -0,07°C anstatt -0,12 °C) geführt hätte. Der langfristige Anstieg wäre ähnlich gewesen, aber die Pause wäre gemäss den Rohdaten der Bojen ein ärgerliches und beeindruckendes Argument gegen jegliches CO2- Katastrophenszenario gewesen.

Man entschied sich also für die Verschlechterung der guten Daten und die Obama – Administration nutzte diese Daten im Vorfeld der diplomatischen Vorbereitungen des Pariser Gipfels. Ginge man  so mit Börsendaten um, würde man wahrscheinlich im Gefängnis landen. Nun soll es bald eine neue wieder korrigierte Messreihe geben. Hier wird ein kleiner Teil der Erwärmung der Vorgängerreihe ab  2000 wohl wieder zurückgerechnet werden, vertraut man den vorläufigen Verlautbarungen. Da reibt man sich schon die Augen.  Aber wir können uns trösten. Die Klimapolitik richtet sich ja im wesentlich nach den Modellrechnungen, die  überhaupt nicht mehr mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen sind. Selbst die nach oben angepasste Messreihe der NOAA lag immer noch 50 % unter den Modellrechnungen. Und wir werden ja schon seid Jahr und Tag nicht müde zu erklären, dass die CO2-basierten Rechenmodelle die Erwärmung  der Zukunft  dramatisch überzeichnen. Dies zu überprüfen, wäre Aufgabe von Politik und nicht durch angepasste Messreihen den Versuch zu machen, Realität und Modellrechnungen etwas besser in Einklang zu bringen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 12/16: Eine Vorschau

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bericht über die Sonne im Dezember kommt etwas später, da ich in der letzten Woche in London war, um einen Vortrag “The crisis of Germany’s Energiewende “  im House of Commons zu halten. Der Vortrag und die Grafiken werden ab Dienstag auf www.Kaltesonne.de verlinkt.

Unsere einzig nennenswerte Energiequelle war auch im Dezember ausgesprochen ruhig. Die vermeldete Sonnenfleckenzahl SSN (SunSpotNumber) für den letzten Monat betrug 19,5.  An 6 Tagen konnte man eine völlig fleckenfreie Sonne bewundern. Diese auch für den fortgeschrittenen absteigenden Ast der Aktivitätskurve des Solaren Zyklus (SC) sehr maue Aktivität schlägt sich auch darin nieder, dass dies nur 35% des Üblichen für den Zyklusmonat ist.
Daß der aktuelle Zyklus der schwächste seit 200 Jahren ist, haben wir schon häufiger berichtet.

Im Monatsbericht untersuchen wir nun, wie es bis 2030 weitergeht. Dazu müssen wir uns mit der Stärke des magnetischen Feldes der Sonne beschäftigen. Die Sonne hat auch einen magnetischen Nord- und Südpol, der allerdings ungefähr alle 11 Jahre wechselt, wenn die Sonnenflecken ein Maximum aufweisen. Das polare magnetische Feld steigt dann wieder an bis hin zum Sonnenfleckenminimum. Die Höhe des Maximums der Felder bestimmt recht gut, wie stark der nächste Sonnenfleckenzyklus sein wird. Und da können wir jetzt schon sagen – und sind uns einig mit NASA und NARC (National Centre for Atmospheric Research) – dass der nächste Zyklus ebenso schwach wird wie der jetzige. Damit haben wir das  das große solare Maximum von 1950 -2000 mit seinen aussergewöhnlich starken Sonnenzyklen 18-23 ( mit Ausnahme des etwas abgeschwächten Zyklus 20) endgültig hinter uns gelassen. Bislang konnten wir hinsichtlich der polaren Felder nur bis 1976 , dem Beginn der Satellitenmessungen, zurückschauen.

Das Ergebnis einer neue Arbeit  gibt uns die Möglichkeit, 100 Jahre zurückzuschauen. Dazu ermittelte das Autorenteam um Kalevi Mursula von der Universität in Oulu in Finnland die Stärke Koronaler Löcher, um daraus Hinweise auf die polaren Felder seit 1910 zu gewinnen. Koronale Löcher  sind  Quellen von Plasmaaustritten aus der Sonne ,ebenso wie dies Eruptionen aus Sonnenflecken sind. Sie erzeugen unter anderem Polarlichter in hohen Breiten. Und darüber gibt es gute, über 100 Jahre zurückreichende Archive. Aus den koronalen Löchern können die Stärke der polaren Felder abgeleitet werden und siehe da : der Beginn des großen solaren Maximums  um 1950 war mit einem Anstieg der polaren Felder verbunden. Die Autoren folgern: Zyklus 18 und Zyklus 23 stehen am Beginn und Ende des Langzeitmaximums der Sonnenaktivität  in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  Die Sonne schaltete in den 50er Jahren einen Gang hoch und nach der Jahrtausendwende wieder einen zurück; dies ist durch diese Arbeit wiederum bestätigt worden.

Die Schwäche der Sonne führt, wie wir häufig berichteten, zu einer Zunahme der kosmischen Strahlung auf der Erde. Das beeinflusst  nicht nur  chemische Prozesse in der Stratosphäre oder etwa die Wolkenbildung in der Atmosphäre. Auch die Stärke der Strahlung in der Stratosphäre nimmt zu. Ein Flug in ca. 12.000 m Höhe beaufschlagt den Organismus mit der 50- fachen Dosis gegenüber der Meeresspiegelhöhe. Eine solche Erhöhung würde auf der Erde diverse Notfall- und Stillegungsprogramme aktivieren. Die Auswirkung auf den Körper ist aber natürlich zeitabhängig.  Ein 10-Stunden-Interkontinentalflug hinterlässt so viel Wirkung wie etwa 20 Tage auf dem Erdboden bei normaler Beaufschlagung. Keine übertriebene Angst vorm Fliegen also für den Normalflieger. Aber vielleicht gibt das dem einen oder anderen Anlass, sich etwas intensiver mit den Auswirkungen der Sonnenaktivität auf das Geschehen auf der Erde auseinanderzusetzen.

Herzlichst
Ihr Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 11/16: Modellannäherungen an die Realität

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch im November blieb die Aktivität der Sonne unterdurchschnittlich. Die Sonnenfleckenzahl betrug nur 36 % der Mittelwerte des 1. bis 23. Sonnenzyklus. Damit ist der aktuelle Sonnenzyklus der schwächste seit 200  Jahren und der drittschwächste seit 1755. Die polaren Felder sprechen dafür, dass der nächste Zyklus ähnlich schwach wird.

Die Aktivität der Sonne vermittelt sich nun nicht unmittelbar auf die Temperatur der Atmosphäre, aber doch nachweisbar auf die atlantischen und pazifischen multidekadischen Oszillationen (siehe hier). Immer deutlicher wird, dass die Nichtberücksichtigung der atlantischen multidekadischen Oszilllation (AMO) und der pazifischen dekadischen Oszillation (PDO) zu falschen Modellprognosen geführt hat. Denn in der Realität haben AMO und PDO eine Temperaturkorrektur nach unten von 1940 bis 1970 sowie eine zusätzliche Erwärmung von 1970 bis 2000 ergeben.

Am 30. November haben Thomas Knutson und seine Kollegen vom  Geophysical Fluid Dynamics Laboratory der NOAA in Princeton, USA, Ihre Studie “Prospects for a prolonged slowdown in global warming in the early 21st century ” bei „Nature Communications“ platzieren können.  Die Autoren untersuchten mögliche Ursachen für den nach 1997 zurückgegangenen Erwärmungstrend. Der war in den Jahren davor bis auf ca. 0,2°C/ Dekade angewachsen und knickte danach auf weniger als oder etwa 50 % (je nach Berücksichtigung der terrestrischen oder Satellitenmessungen) ein. Sie fanden eine größere interne Variabilität, als in den Klimamodellen angenommen.  Damit konnten sie eine der Kernaussagen der Arbeit begründen:

“Nontheless, if CMIP5 models overestimate the TCR (forced warming rate), internal climate variability may have also played a significant role in the late 20th century global warming.”

“Interne Variabilität”  ist die nette Umschreibung  für natürliche Einflüsse auf das Klimageschehen.  Die Autoren vermuten durch ihre Wirkung  eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Fortdauer der geringeren Erwärmungsraten, wie sie seit ca. 1997 beobachtet werden. Ich nehme an, die Nachricht ist für Sie neu. Den deutschen Medien oder der Web-Seite des Bundesministeriums für Umwelt oder gar des Umweltbundesamtes war das keine Zeile wert. Die waren verständlicherweise allesamt stark mit Marrakesch beschäftigt. Aber vielleicht können sich einige Abgeordnete des Deutschen Bundestages den Deutschen Klimaplan noch einmal anschauen. Oder die grünbeeinflussten Landesregierungen, die zur Mehrheit  des Bundesratsbeschlusses geführt haben, in 12 Jahren den Verbrennungsmotor zu verbieten, schauen sich das noch mal an.

Erinnern Sie sich noch an unsere  Aussagen z.B. in der oben angegebenen Quelle vom Januar 2015 ?  In die  Periode 1976…2015 , an die viele Modelle angepasst und parametrisiert worden sind, fällt ein gehöriger Anteil der Erwärmung, der durch natürliche Einflüsse eingetragen worden ist und der in den Modellen fälschlich dem CO2- Antrieb zugerechnet wurde. Die Arbeit bestätigt unsere Aussage und auch die von Nicholas Lewis, einem unabhängigen Klimaforscher aus Großbritannien.   Der platzierte noch am Tage des Erscheinens der Studie von Knutson et al. einen Blogpost auf der Website von Judith Curry. https://judithcurry.com/2016/11/30/prospects-for-a-prolonged-slowdown-in-global-warming-in-the-early-21st-century/.Er hatte ihn schon länger vorbereitet, wie er in einer Email an uns mitteilte. Die Empfindlichkeit unseres Klimas gegenüber Kohlendioxid liegt im Intervall von maximal 1,3…1,4 °C/pro Verdopplung der CO2-Konzentration (also etwa 400 auf 800 ppm). Damit kann eine Beeinflussung des Klimas durch den CO2- Gehalt der Atmosphäre als gegeben angenommen werden, sie bedeutet jedoch NICHT die Klimakatastrophe.

Die AMO eilt den atlantischen Temperaturänderungen um vier Jahre voraus. Sie hat ihren 15 -jährigen Abstieg begonnen. Keine guten Zeiten für die Alarmwissenschaftler aus Potsdam und ihren Finanziers von Greenpeace bis Münchner Rück. Mehr als 0,1 °C schafft das CO2 nicht pro Jahrzehnt. Und das heisst, dass auch – wenn  die Decarbonisierung erst 50 Jahre später stattfinden sollte – : 2 °C werden  wir auch dann bis 2100 sicher einhalten. Und die Alarmsirenen von 2 bis 4,5 °C können wir getrost in die Mottenkiste ablegen.

Das ist doch eine schöne Botschaft am Ende des Jahres 2016.
Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit !
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 10/16: Die Ozeane im „Klima“-Modell und der Realität

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Sonne war auch im vergangenen Monat sehr deutlich weniger aktiv als im Mittel der vergangenen rund 260 Jahre systematischer Aufzeichnungen. Für den gesamten aktuellen 24.  Zyklus gilt:  er hat etwa nur halb so viel Aktivität ( genau 56,5%) als im Mittel dessen was bisher beobachtet wurde. Der drittschwächste Zyklus seit 1755 beendet das solare Maximum der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Spannend ist die Frage, wie stark oder schwach der nächste Zyklus, der etwa 2019/20 beginnt, sein wird.

Das Magnetfeld der Sonne entspricht der eines Dipols. Im Verlauf eines Zyklus wechselt das Dipolfeld die Richtung : der magnetische Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Es ist seit langem bekannt, dass die Stärke des Dipolfeldes die Sonnenaktivität des nächsten Zyklus prägt. Wie wir im Monatsbericht zeigen können, hat  der Südpol seine Maximum bereits durchschritten und der Nordpol steht kurz davor. Die Summe der polaren Felder erreicht nicht einmal das Maximum des letzten schwachen Solarzyklus. Daraus kann man folgern: Der nächste Fleckenzyklus sollte etwa so schwach werden wie der gegenwärtige, vielleicht noch etwas weniger aktiv. Viel spricht dafür, dass wir ein Dalton-ähnliches Minimum erleben wie 1790 bis 1830, einer Zeit aussergewöhnlich niedriger Erdtemperaturen.

Im beigefügten Monatsbeitrag beschäftigen wir uns erneut mit der Unfähigkeit der Klimamodelle, die Vergangenheit zu simulieren. Weder die Kleine Eiszeit noch die Mittelalterliche Wärmeperiode werden von den Klimamodellen, die uns die zukünftige Temperaturentwicklung voraussagen wollen, auch nur annähernd richtig wiedergegeben. Eine in den Medien nicht beachtete Arbeit unter Leitung von Thomas Läpple von der Forschungsstelle des  Alfred-Wegner-Instituts aus dem Jahre 2014 beschäftigt sich mit der Frage, wie die „Klima“-Modelle die Variabilität der Meerestemperaturen in größeren Zeiträumen (dekadisch bis hin zu Schwankungen über tausende Jahre) abbilden können.

Das Ergebis spricht Bände :Im Zeitbereich 2…5 Jahre ist die Welt noch in Ordnung, da auch die Schwankungen eher gering sind. Bereits bei dekadischen Zeiträumen ist die festgestellte Variabilität im Mittel um den Faktor 2 bis 4 größer als die Modelle ergeben. Die Abweichungen nehmen bei längeren Zeiträumen immer mehr zu; um 50mal mehr Variabilität ist in der Natur festgestellt worden als Modelle ermitteln. Das bedeutet: In der Vergangenheit gab es offensichtlich viel mehr Auf und Ab in den Temperaturen der Meere, als die Modelle mit der hohen Abhängigkeit ihrer Ergebnisse von der Wirkung von CO2,  dessen Einfluss in den lang zurückliegenden Zeiten ja nur marginal war,  reproduzieren können. Daher kommen die Autoren zum Schluss, dass die Modelle den Einfluss von Treibhausgasen in der Zukunft tendenziell überzeichnen.

Was könnte die großen Schwankungen der Vergangenheit verursacht haben ? Nach all unserem Wissen scheint die Sonne der Hauptverursacher der Variabilität über lange Zeiträume zu sein, wohlgemerkt viel längerdauernd  als ihre 11-jährigen Zyklen. So etwas kommt in Modellen aber nicht vor.
Wir kommen zum Schluss: Die Rechenmodelle modellieren irgendetwas, aber nicht das Klima unserer Erde. Interessant ist, dass sogar im Weltklimabericht AR5 des IPCC diese Unfähigkeit der Modelle bereits angesprochen wurde – allerdings gut versteckt auf Seite 413/414:

“The reconstructed MCA ( medieval Climate anomaly) warming is higher than in the simulations. The enhanced gradients are not reproduced by model simulations and are not robust”.

Noch interessanter ist, dass diese wichtige Information über die Unzulänglichkeit der Modelle in der Kurzfassung für Politiker (summary for policymakers) nicht enthalten ist. Aber die als nicht robust bezeichneten Modelle, die im Praxistest der Rückschau versagen, werden benutzt, um weitreichende gesellschaftpolitische Entscheidungen über den Ausstieg aus fossilen Quellen zu begründen. Das nenne ich eine bemerkenswertes Beispiel von postfaktischer Politik.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 9/16: Ein Rückblick auf die arktische Schmelzsaison

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war im September erneut unterdurchschnittlich aktiv. Die festgestellte Sonnenfleckenzahl betrug 44,7, dies sind nur etwa 64% des mittleren Wertes des aktuellen Monats für alle 23 bisher komplett systematisch beobachteten solaren Zyklen (SC) seit 1755. Es gibt nur 2 Zyklen, die bislang inaktiver waren als der aktuelle SC: Nummer 5 und 6. Das ist 200 Jahre her ! Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war die aktivste Phase in Amplitude und Zeitdauer.

Unser monatlicher Blogbeitrag beschäftigt sich mit dem Zustand des arktischen Meereises. So wie der El Nino 2015 vor Paris zum Beweis  für eine anthropogen erzeugte Erwärmung umfunktioniert wurde, so wurde auch das arktische Meereis instrumentalisiert. Der Ozeanphysiker Prof. Peter Wadham von der Universität Cambridge – Review Autor des letzten Klimaberichts des IPCC -sagte im Vorfeld der Pariser Konferenz bereits für den Herbst des vergangenen Jahres eine praktisch eisfreie Arktis (unter 1 Mio km² Ausdehnung) voraus. Die Wahrheit lag bei 4,6 Mio km²! Nun ist seine Prognose „eisfrei“ nächstes Jahr oder 2018. Das ist weniger Wissenschaft denn politische Agitation.

Entsprechend ist auch das Echo; man fragt auch in den Medien inzwischen zunehmend kritisch nach, leider weniger in den deutschsprachigen. Das befürchtete Allzeitminimum, dass für September 2016 vorausgesagt wurde, traf nicht ein. Unsere Analyse zeigt, dass die Monatsmittelwerte der letzten Dekade (2007…2016) sogar einen Nulltrend ergeben: das arktische Meereis im Minimalwert (September) ist in diesem Zeitraum nicht weniger geworden. Eine Extrapolation auf die meereisfreie Arktis in 2060, wie es der IPCC tut, ist daher mit Vorsicht zu geniessen. Neue Rekorde gibt es nur von der Antarktis zu berichten. Hier hat sich das Meereis seit 2000 massiv ausgedehnt, in den letzten Jahren allerdings stagniert dieser Prozess. Da dies nicht mit dem CO2- bedingten Klimawandel in Einklang zu bringen ist, lesen und hören wir über diese Entwicklung sehr wenig. Niemand gibt gerne zu, wenn die eingesetzten Modelle versagen. Für uns bleibt es spannend an den Polen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 8/16: Die Wirkung der Sonne auf Wolken

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne im August zwar deutlich stärker aktiv als in den Vormonaten, erreichte jedoch wiederum nicht den Mittelwert der Aktivität aller bisher beobachteten solaren Zyklen (SC) für den Zyklusmonat. Die ermittelte SunSpotNumber (SSN) von 50,7 ergibt eine Fleckenaktivität von 71 % des Mittelwertes. Der 24. Sonnenzyklus ist der drittschwächste der letzten 260 Jahre. Die Sonne hat nach der deutlich erkennbaren Hochphase, in Amplitude und Zeitdauer  von 1945 bis 2005 ( Zyklen 18…23), gleich mehrere Gänge zurück geschaltet.

Im Monatsartikel wagen wir eine Vorauschau auf den 25. Zyklus. Auf Grund der Schwäche der polaren Felder gehen wir zur Zeit davon aus, dass der folgende Zyklus ebenso so schwach wird  wie der gegenwärtige, jedoch nicht deutlich schwächer. Neues gibt es auch zu berichten von der Wissenschaftsfront in Sachen Wolkenbildung durch kosmische Strahlung. In einer Veröffentlichung können Svensmark und Nir Shaviv zeigen, dass bei starkem Sonnenmagnetfeld die kosmische Strahlung reduziert wird ( das ist nichts Neues) aber gleichzeitig die Wolken bis zu 2 % reduziert werden. Die Wolkenbedeckung hat einen starken Einfluss auf die Energiebilanz der Erde. Wie Sie sehen können, hat sich die kosmische Strahlung bis etwa zum Jahre 2000 stark reduziert um danach wieder stärker zu werden. Wir hatten bereits im Jahre 2012 im Buch “Die kalte Sonne” auf diesen Zusammenhang, der sich danmals schon andeutete, hingewiesen.
Science ist eben noch nicht settled.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Fritz Vahrenholt

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 7/16: Die Sache mit der AMO

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war im Juli wieder erneut unterdurchschnittlich aktiv mit 46 % der im Durchschnitt zu erwartenden Aktivität, gemessen an der Zahl der Sonnenflecken. Das zeigen auch die mittlerweile 5 sonnenfleckenfreien Tage im Juli.

In den letzten Monaten hatten wir uns an dieser Stelle besonders mit dem ElNino und LaNina Phänomen beschäftigt, das im letzten Jahr die globalen Temperaturen nach oben geschoben hat und bald in die abkühlende LaNina Phase eintreten wird. In diesem Beitrag geht es um ein weiteres natürliches Phänomen, das einen periodisch wiederkehrenden, starken Einfluss auf unser Klima hat, die Atlantische Multidekadische Oszillation (AMO). Es geht um eine interne Variabilität des Nordatlantiks, die in einem 60-80 jährigen Zyklus von einer Warmphase in die Kaltphase wechselt. Dadurch ändern sich die globalen Temperaturen um + 0,2 bis  – 0,2 °C. Genau das passierte zwischen 1975 und 2004, als die AMO vom Minimum der Kaltphase sich zum Maximum der Warmphase entwickelte. Danach reduzierte sich der Wärmebeitrag wieder und wird  dies  noch weitere 20-30 Jahre weiter tun. Der erste spürbare Einfluß ist der Temperaturstillstand, den wir nun seit 16 Jahren erfahren.

Besonders spürbar ist der Einfluß in Europa, die Sommertemperaturen an Land verlaufen ziemlich parallel zur AMO. Und tatsächlich sind die Sommer in Europa seid 2005 wieder etwas kühler geworden – der diesjährige Sommer passt ins Bild -  so wie schon zwischen 1950 und 1970. Wie gehen nun die Klimamodelle, auf deren Basis in Paris weitreichende energiepolitische Entscheidungen getroffen worden, sind mit der AMO um. Sie kennen sie schlicht nicht, da sie die Mitwirkung des tieferen Ozeans bislang nicht einbeziehen können. Und hier wird es brisant. Hierzu muss man wissen, dass Modelle  eine Anpassung an die gemessenen Werte (Tuning) erfahren. Sehr häufig wird der Zeitraum 1976…2005 für das Tuning benutzt.

Vernachlässigt man dabei die starke Wirkung der AMO als interne Variabilität  zwischen 1970 und 2000 (etwa 0,4 °C) muss das Tuning fehlschlagen, weil damit letztendlich der natürliche periodisch wiederkehrende AMO-Anstieg in diesen Jahren der  CO2-Wirkung  zugeschlagen worden ist.  Die Klimasensitivität, der Einfluss des CO2 auf die Temperaturentwicklung, ist dadurch 30-50 % zu hoch angesetzt worden. Die zu erwartenden Temperaturänderungen, herrührend vom Kohlendioxid, sind um diesen Anteil geringer. Kurz gesagt : Tuning falsch – Prognose falsch.

Daher fürchten einige Verfechter einer besonders hohen Klimawirkung von CO2 die AMO wie der Teufel das Weihwasser und sie wird zu einem Brennpunkt der Auseinandersetzung in der Klimadebatte so wie andere natürliche Faktoren wie die Sonnenaktivität, deren Wirkung auf das Klima modelltechnisch noch auf die Gesamtstrahlung (TSI) reduziert wird. Aber Wissenschaft lässt sich nicht unter den Teppich kehren. Publikationen in den Wissenschaftsjournalen über die AMO und die ozeanischen Zyklen häufen sich in diesen Tagen. 32 Veröffentlichungen über den Zusammenhang von ozeanischen Zyklen und dem Klimageschehen wurden allein 2016 veröffentlicht ( eine gute Übersicht liefert http://notrickszone.com/2016/08/11/35-new-scientific-publications-confirm-ocean-cycles-sun-are-main-climate-drivers). Die AMO ist ein natürlicher Bestandteil des Klimageschehens und wurde vereinnahmt für besonders apokalyptische Projektionen. Sie erzeugt jedoch seit langen Zeiten periodisch ein Auf und Ab der Temperaturen. Bei „Ab“ in negative AMO- Regionen bekommen die getunten Modelle dann so richtige Schwierigkeiten. Und das wird kommen. Wir rechnen damit etwa 2020.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Fritz Vahrenholt