Munich Re wundert sich: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2017 dramatisch zurückgegangen

Die Basler Zeitung analysierte am 9. August 2017 einen Besuch der schweizerischen Bundespräsidentin Doris Leuthard in Grönland, die dabei vermutlich 100 Tonnen CO2 produzierte:

«Grönland schmilzt» – oder doch nicht

Bundespräsidentin Doris Leuthard fliegt für eine PR-Aktion ins grönländische Eis – SRF liefert die Begleitmusik.

Dank der «Tagesschau» von SRF sind wir ganz nahe dabei. Wir dürfen zuschauen, wie Konrad Steffen, Klimaforscher an der bundeseigenen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, für Doris Leuthard ein «Gstältli» kauft, einen Klettergurt, mit dem er die Bundespräsidentin bei ihrem Besuch im «Swiss Camp» in Grönland am Seil sichern will, falls sie im Eis von Grönland «es Stückli abechlättere» möchte.

Die Szene ist der Auftakt eines «Tagesschau»-Beitrags vom Montag über eine politische PR-Aktion. Schon bei der Anmoderation haben wir von Katja Stauber erfahren, dass Grönland das Gebiet sei, «in dem sich der Klimawandel in seinem ganzen erschütternden Ausmass zeigt». Damit ist der Rahmen vorgegeben, und er wird nicht mehr hinterfragt. Der Klimawandel ist schnell, gefährlich und ohne jeden Zweifel vom Menschen gemacht. Bundespräsidentin Leuthard schaut sich das nun an, um uns anschliessend zu sagen, was wir zu tun haben. Kritische Fragen zu Steffens Aussagen gehören nicht dazu. «Grönland schmilzt», kann der Klimaforscher deshalb sagen, ohne es belegen zu müssen.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

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Eine der am häufigsten genannten Folgen des Klimawandels ist die prognostizierte Zunahme von Extremwetterschäden. Nicht zuletzt waren es die Versicherungen, die penetrant davor warnten und damit im Stillen einen fruchbaren Boden für die Kundenakquise und Preissteigerungen schafften. Ein kleines Problem jedoch gibt es: Die Natur will sich offenbar partout nicht an die Vorgabe des Klimaestablishments halten. Die Bayerische Staatszeitung berichtete am 18. Juli 2017 über die neueste Entwicklung:

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Im ersten Halbjahr ging es auf dem Planeten vergleichsweise ruhig zu

Die Erde ist in der ersten Jahreshälfte weniger von schweren Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen worden als im langjährigen Durchschnitt. Die weltweiten Schäden summierten sich von Anfang Januar bis Ende Juni nach Daten des Rückversicherungskonzerns Munich Re auf die vergleichsweise geringe Summe von 41 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 35,7 Mrd Euro). Das war weniger als die Hälfte der 111 Milliarden Dollar durch Naturkatastrophenschäden, die in der ersten Jahreshälfte 2016 angefallen waren.

Weiterlesen in der Bayerischen Staatszeitung

Ähnliches war bereits in den Vorjahren verzeichnet worden:

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Das Alfred Wegener Institut (AWI) brachte am 19. Juni 2017 eine dramatische Pressemitteilung zum beliebten Alarmthema “Kipppunkte”:

Wie sich das Klima an Kipppunkten in kurzer Zeit ändert

Neue Studie zeigt: Graduelle Veränderungen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre können abrupte Klimaschwankungen auslösen

Während der letzten Eiszeit konnte der Einfluss von atmosphärischem CO2 auf den Nordatlantikstrom innerhalb weniger Jahrzehnte in Grönland einen Anstieg der Temperatur um bis zu 10 Grad Celsius verursachen. Das zeigen neue Klimaberechnungen von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts und der Universität Cardiff. Erstmals konnte damit nachgewiesen werden, dass es in der jüngeren Erdgeschichte Situationen gab, in denen graduell steigende CO2-Konzentrationen an sogenannten Kipppunkten abrupte Ozeanzirkulations- und Klimaänderungen ausgelöst haben. Diese abrupten Übergänge wurden in grönländischen Eiskernen beobachtet und sind als Dansgaard-Oeschger-Ereignisse bekannt. Die Ergebnisse der Studie sind nun in dem Fachjournal Nature Geoscience erschienen.

Während vergangener Eiszeiten kam es immer wieder zu abrupten Klimaänderungen in hohen Breitengraden der Nordhalbkugel. Wodurch diese Phänomene ausgelöst werden, ist allerdings bislang noch weitgehend ungeklärt. Um den Einfluss von CO2 auf solche abrupten Änderungen zu verstehen, haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) nun eine Reihe von Experimenten in einem gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Meereismodell durchgeführt.

Erstautor Xu Zhang: „Mit unserer Studie konnten wir zum ersten Mal zeigen, wie ein allmählicher Anstieg von CO2 eine rasante Erwärmung auslöste.“ Dieser Temperaturanstieg geht auf eine Wechselwirkung zwischen Ozeanströmungen und der Atmosphäre zurück, die die Wissenschaftler in dem Klimamodell untersucht haben. Der CO2-Anstieg stärkt demnach die Passatwinde über Zentralamerika, indem sich der Ostpazifik stärker erwärmt als der Westatlantik. Hierdurch kommt es zu einem stärkeren Feuchtigkeitstransport aus dem Atlantik, wodurch sich Salzgehalt und Dichte des Oberflächengewässers erhöhen. Dieser Effekt löst schließlich einen abrupten Anstieg der Zirkulationsstärke aus. „Unsere Simulationen zeigen, dass bereits kleine Veränderungen der CO2-Konzentration ausreichen, um einen Wechsel der Zirkulationsmuster hervorzurufen. Diese können dann einen raschen Temperaturanstieg auslösen“, sagt Xu Zhang.

Die Verfasser der Studie zeigen außerdem, dass der CO2-Anstieg Hauptverursacher für veränderte Ozeanströmungen während des Übergangs von einer Eiszeit zur Warmzeit ist. „Ob der CO2-Anstieg in Zukunft ähnliche Effekte hervorrufen wird, können wir mit den Ergebnissen nicht zwingend vorhersagen, weil sich die Rahmenbedingungen heute von denen während einer Eiszeit unterscheiden. Allerdings können wir zeigen, dass es in der Erdgeschichte definitiv abrupte Klimaänderungen gegeben hat, die auf kontinuierlich steigende CO2-Konzentrationen zurückzuführen sind“, betont Klimawissenschaftler Gerrit Lohmann.

Die Arbeiten zu dieser Studie sind im Rahmen eines größeren Verbundvorhabens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Paläoklimamodellierung (PalMod) unterstützt worden.

Paper in Nature Geoscience: Xu Zhang, Gregor Knorr, Gerrit Lohmann, Stephen Barker: „Abrupt North Atlantic circulation changes in response to gradual CO2 forcing in a glacial climate state“ DOI: 10.1038/NGEO2974

Es handelt sich um eine Geschichte aus der letzten Eiszeit. Damals herrschte eine starke Zyklizität, die zu den im Artikel genannten Dansgaard-Oeschger-Ereignissen (DO-Ereignissen) führte. Der Antrieb der DO-Zyklen ist noch immer nicht richtig verstanden. Stefan Rahmstorf hatte früher sogar einmal solare Aktivitätsschwankungen ins Spiel gebracht. Die AWI-Forscher lasten die Klimavariabilität nun dem CO2 an. Eine waghalsige These die nur durch fragwürdige Klimamodelle ermöglicht wird, die eine übersteigerte Erwärmungswirkung für das CO2 annehmen. In Wahrheit sieht die Zeitlichkeit zwischen CO2 und Temperatur genau andersherum aus: Zunächst steigt die Temperatur, dann das CO2. Letzteres gast bei Erwärmung des Wassers aus den Ozeanen aus. Das Phänomen wurde bereits vielfach dokumentiert. Weshalb das AWI diese Zusammenhänge nun ignoriert bleibt ein Rätsel. Siehe:

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 7/17: CO2-Klimasensitivität sackt in neuer Arbeit dramatisch ab

13. August 2017
Rückblick auf den Juli 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war auch im vergangenem Monat deutlich unternormal aktiv. Die festgestellte Sonnenfleckenzahl SSN (SunSpotNumber) betrug 18,3. Dies sind nur 36% des zu diesem Zykluszeitpunkt Üblichen (SSN=51) als Mittelwert aller 23 bisher komplett beendeten Zyklen. An 11 Tagen des Juli war die Sonne gänzlich fleckenfrei. Der aktuelle Zyklus entwickelt sich zum drittschwächsten Sonnenzyklus seit 1755. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf unser Klima auswirkt.

Eine hoch interessante Arbeit unter Führung von Thomas Mauritsen vom Hamburger Max- Planck- Institut erschien am Monatsende des Juli. (http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate3357.html?foxtrotcallback=true). Die Autoren stellten sich die Frage: Wie viel Wärme ist schon in der „Pipeline“, also was wäre, wenn der Antrieb durch Treibhausgase auf dem heutigen Stand eingefroren würde und wir ins Jahr 2100 schauen? Ein (wirklich sehr) aufmerksamer Leser wird sich vielleicht erinnern, dass auch wir diesen Fall schon einmal betrachtet haben, und zwar im Oktober 2015, kurz vor der Pariser Klimakonferenz.(http://www.kaltesonne.de/die-sonne-im-september-2015-und-ein-bericht-zum-wissenstand-vor-der-pariser-klimakonferenz/)

Das erste, was man für ein solches Experiment wissen muss, ist: wie empfindlich reagiert unser Klima auf die Verdopplung von CO2? In der Arbeit von Mauritsen/ Pincus benutzen die Autoren löblicherweise einmal nicht Modelle, sondern stützen sich auf Beobachtungen, wie es jeder empirische Wissenschaftler bevorzugt tun würde. Sie ermitteln die „TCR“ (Transient Climate Response), das ist die Erwärmung durch Kohlendioxidverdopplung im Verlaufe der stetigen Erhöhung des Anteils dieses Treibhausgases in unserer Atmosphäre. Sie ist vornehmlich für das Temperaturniveau in dekadischen Zeiträumen (also bis mindestens 2100) verantwortlich.

Mauritsen kommt zu einer TCR von 1,32 °C , wir kamen seinerzeit zu einer TCR von 1,25 °C – da besteht kein großer Unterschied, zumal Mauritsen die neueren Erkenntnisse der Aerosolforschung nicht berücksichtigt hat, die ergeben, dass Aerosole (Staub, Sulfat) eine nur halb so stark dämpfende Wirkung auf die Temperaturentwicklung haben als in den IPCC -Berichten angenommen. Daraus ergibt sich, dass die erwärmende Wirkung des CO2 in den Modellen entsprechend weniger stark sein muss, wie bislang behauptet. Darüber hatte ich in meinem letzten Rundschreiben berichtet : Wenn Björn Stevens , Direktor des Max-Planck Instituts für Meteorologie in Hamburg, feststellt , dass Aerosole keine so stark negative Wirkung auf die Temperaturentwicklung haben kann, dann darf CO2 nicht so stark temperaturtreibend sein, wenn Modelle und Wirklichkeit einigermassen in Übereinstimmung zu bringen sind.

Es bedarf also einer grundlegenden Überarbeitung der IPCC-Modelle, die von einer TCR bis 2,5 °C ausgehen – mit fundamentalen Konsequenzen.
Denn selbst, wenn man in der Modellwelt des IPCC verbleibt – wonach der Einfluss der Sonne und der ozeanischen zyklischen Meereströmungen eine völlig untergeordnete Rolle spielen – kommt man zu einer Konzentration von 600 ppm CO2 , um das 2 Grad Ziel nicht zu überschreiten. Geht man von aktuell 407 ppm CO2 aus und einem augenblicklichen Wachstum von 2,11 ppm pro Jahr, wären die 600 ppm im Jahre 2108 erreicht. Natürlich wäre es notwendig, gegen Ende dieses Jahrhunderts die CO2 –Emissionen deutlich zu senken –eine Aufgabe für drei globale Generationen und nicht für drei deutsche Legislaturperioden !

Insofern steht nichts anderes als der Pariser Vertrag zur Disposition. Denn danach kann der mit Abstand globale Hauptemittent China ( 29 % der CO2-Emissionen der Welt) bis 2030 die CO2-Emissionen um 85 % ansteigen lassen, Europa hat aber aber die Emissionen um 40 % bis 2030 zu senken. China baut nach dem aktuellen 5 Jahresplan bis 2020 allein 368 Kohlekraftwerke, Indien 370. Das heißt für China, zwei Kohlekraftwerke pro Woche. Diese Planung ist sechs Monate nach dem Pariser Abkommen bekannt geworden. Da kann man die Bewertung der deutschen Umweltministerin, Barbara Hendricks, zum Ausstieg der USA aus Paris :„Es kann ja nicht im Interesse Europas sein, China die Führungsrolle im Klimaschutz allein zu überlassen“ nur als ziemlich dümmlich zu bezeichnen.

Nun kann man einwenden, dass es doch gerechter wäre, den CO2 Ausstoss pro Kopf zu berechnen. Nun, das Ergebnis ist überraschend: China 7,7 t CO2/ Kopf , EU 6,9 t CO2/Kopf. In 2030 sollen die Europäer mit dem CO2- Ausstoss pro Kopf runter auf 4 t und China darf auf 14t/Kopf, USA soll runter auf etwa 10t/Kopf. Letzteres hat nun Donald Trump kassiert. http://www.kaltesonne.de/usa-beginnen-den-prexit/
Dabei wird er bemerkenswerter Weise unterstützt von US- amerikanischen Klimaforschern wie Prof. Richard Muller, Berkeley, verantwortlich für die globale Temperaturmessreihe BEST (Berkeley Earth Surface Temperature). Er fordert die Aufkündigung des Pariser Abkommens mit der Begründung, dass China angekündigt habe aus den Mitteln des grünen Klimafonds (100 Mrd Dollar) neue Kohlekraftwerke zu bauen. Muller spricht sich dagegen für Schiefergasnutzung, Kernenergie und vor allen Dingen gegen das Elektro-Auto aus, dass die CO2 Emissionen dramatisch steigen lässt, so lange die Batterieherstellung mit Hilfe von Kohlekraftwerksstrom in Südostasien erfolgt. So stösst dort die Herstellung von Batterien soviel CO2 aus wie ein Dieselfahrzeug auf 160 000 gefahrenen Kilometern.

Alles das geht an unseren grünen Wahlkämpfern vorbei : die Kanzlerin erklärt im Kreis von Regierungs- und Staatschefs, dass die ” Autoindustrie in ihrer heutigen Form nicht überleben werde” , Martin Schulz will eine Quote für das Elektro-Auto und die Grünen fordern das Verbot für Benziner und Diesel ab dem Jahre 2030. Alles für den Kimaschutz. Wir haben die Wahl.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 5/17: Der Iris-Effekt

26.6.2017
Rückblick auf den Mai 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war auch im vergangenen Mai sehr ruhig und betrug nur 36 % der durchsschnittlichen Sonnenaktivität zu diesem Zyklusmonat. Wir können jetzt  sicher sagen, dass der augenblickliche 24. Sonnenzyklus der drittschwächste seit 1755 sein wird.

Die Klimapolitik der UNO, der EU und Deutschlands werden maßgeblich durch Modellberechnugen bestimmt, wonach eine  Verdopplung der CO2- Konzentrationen langfristig ( nach Jahrhunderten) zu einer Temperaturerhöhung von 1,5 bis 3,0 Grad Celsius  (ECS- equilibrium climate sensitivity) und in diesem Jahrhundert zu einer Erhöhung von 1 bis 2,5 Grad (TCR) führt. Das CO2 alleine würde nur zu einer langfristigen Erhöhung der Temperatur von 1,1 Grad Celsius führen. Aber auf der Erde gibt es Rückkopplungseffekte z.B. mit  den Ozeanen ( Verdampfung von Wasserdampf, Bildung von mehr Wolken). Da Wasserdampf ein viel stärkeres Klimagas als CO2 ist, kommen alle Modelle zu einer Verstärkung des CO2 Effektes bis zu 3 Grad Celsius.

Einige Forscher wie Richard Lindzen vom MIT hatten schon früh darauf hingewiesen, dass diese Wasserdampfrückkopplung auch negativ sein könnte. Vermehrte Verdampfung könnte zu Veränderung des Wolkensystems führen und daher zur Dämpfung der Erwärmung führen. Er nannte diesen Vorgang der sich selbst vor weiterer Erwärmung schützenden Erde : IRIS-Effekt. Immmerhin sind 65 % des Globus mit Wolken bedeckt. Wenige Prozent der Veränderung der Wolken können den CO2-Effekt zunichte machen. Lindzen kam schon 2011 daher auf eine langfristig gedämpfte Erwärmung (ECS) von nur 0,7  Grad Celsius.

Eine sehr aktuelle Arbeit von koreanischen, japanischen sowie Forschern der NASA unter der Leitung von Yong-Sang Choi bestätigt nun den IRIS-Effekt über der wichtigsten Klimazone, dem pazifischen Warmpool . Die Erwärmung des Pazifiks führt zu mehr Verdampfung, aber auch zu mehr Niederschlag. Dies führt zu einer Austrocknung der oberen Tropossphäre und damit zu weniger Cirrus-Wolken . Diese haben aber die Eigenschaft, einfallende Sonnenstrahlung kaum zu dämpfen, aber die von der Erde ausgehende Wärmestrahlung  recht effektiv zurückzuhalten. Weniger Cirrus-Wolken heisst also mehr Abstrahlung in den Weltraum und somit Abkühlung. Es gibt also eine starke negative Wolkenrückkopplung bei vermehrter CO2-Emission, die in den Modellen nicht berücksichtigt wurde. Aus der Arbeit, die in der renommierten Zeitschrift  Journal of Geophysical Research im Juni publiziert wurde, kann man ableiten , dass die ECS unter 2 Grad Celsius liegen muss.

Wir reden in Europa über Paris, aber nicht mehr über Wissenschaft. Wenn die Wissenschaft zum Ergebnis kommt , dass die Prämissen von Paris nicht mehr stimmen, interessiert das weder den Kommisionspräsidenten Juncker oder die Regierungschefs von Frankreich oder Deutschland. Dem Zweifel von Trump wird ein ” Jetzt erst recht ” entgegengesetzt. Der Zweifel der Wissenschaft findet nicht einmal den Weg in die Medien.
Und hier versagt die Klimawissenschaft , die neuen Erkenntnisse über den verringerten Einfluss des CO2 zu Gehör zu bringen. Man stellt sich eben nicht gerne selbst in Frage, denn jahrelang hat man etwas anderes kommuniziert.

Eigentlich ist das, was Choi herausgefunden hat, ja eine tolle positive Nachricht. Es hätte eine sehr positive Folge, die vielleicht nicht jedem passt: Selbst nach Jahrhunderten würden die Temperaturerhöhungen das 2 Grad -Ziel nicht überschreiten-  selbst  bei einer Verdopplung des CO2- Gehaltes. Die politische Führung in Europa kann das nicht aufgreifen. Sie kann nicht mehr zurück. Der Vertrauensschaden wäre unermesslich.

Es grüßt Sie nachdenklich
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 6/17: Modellharakiri

26. Juli 2017
Rückblick auf den Juni 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonnenfleckenzahl im Juni fiel wieder stärker ab und bleibt nun seit einiger Zeit unter den Aktivitätswerten des Dalton Minimum zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Neben der schwächelnden Sonne gibt es weitere wesentliche Klimafaktoren, die die Klimamodelle- auf die sich die Politik in Deutschland und Europa stützt -  nur unzureichend oder fehlerhaft berücksichtigen. Dazu gehören die Wechselwirkungen zwischen Meerestemperaturen und der Bildung von Wolken, über die wir beim letzten Rundbrief (“Der Iris-Effekt”) berichtet haben. Dazu gehören auch die etwa 60 -jährigen pazifischen und atlantischen Meereszyklen, die immerhin über Jahrzehnte zwischen etwa -0,5  C und + 0,5  schwanken. Dazu gehören auch die extremen Unsicherheiten in der Bestimmung der kühlenden Aerosolpartikel in der Atmosphäre, die in allen  39 Modellen des Weltklimaberichts in fast beliebiger Weise bis zu einem  Faktor 2 schwanken.

Zu allen Klimafaktoren verdichten sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse seit der Veröffentlichung des letzten Weltklimaberichts aus dem Jahre 2013 und zwar alle in einer Richtung : die Bedeutung des Klimafaktors CO2 schrumpft und zwar erheblich.

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel dafür , dass die Klimarechenmodelle immer größere Schwierigkeit haben, die reale Welt abzubilden zeigen die krampfhaften Versuche der Modellierer, zu erklären, warum die Nordhalbkugel sich von 1985 bis 2010 stärker erwärmt hat als die Südhalbkugel.
Brian Soden, Professor der Universität Miami und einer der Lead-Autoren des IPCC-Berichts machte mit einer Veröffentlichung Schlagzeilen, in der er endlich die unterschiedliche Erwärmung von Nord-und Südhalbkugel auch mit Modellen erklären konnte und  – wie kaum anders zu erwarten – die Ursache in von Menschen gemachten Emissionen fand. Er konnte zeigen, dass Modelle mit einer größeren Einwirkung der Aerosole (Staubpartikel, Sulfat) auf die Bildung und die Eigenschaften von Wolken die unterschiedliche Niederschlags- und Temperaturentwicklung der Nord-und Südhalbkugel abbilden konnte. Hört sich doch irgendwie plausibel an.

Pech nur, dass parallel Florent Maravelle von der Universität Exeter und 24 weitere Forscher aus England, USA, Belgien, Norwegen, Island, Schweden, Norwegen und Frankreich über ein umfangreiches Experiment berichteten. So wurden die Wolken und deren Eigenschaften beim Ausbruch des Holuhraund , eines isländischen Vulkans in 2014-2015 gemessen. Das reale Experiment zeigte , dass kein messbarer Effekt der Aerosole auf die Wolkenbildung und deren Eigenschaften festgestellt werden konnte. Björn Stevens vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, der wohl zur Zeit anerkannteste Aerosolforscher Deutschlands, kam in einer weiteren Veröffentlichungen zum Schluss, dass sich aus den neueren Erkenntnissen der Aerosolforschung  große  Probleme für die bisherigen Klimamodelle ergeben. Viele davon lassen nämlich einen starken  (kühlenden) Aerosol- Antrieb stets gegen die Erwärmung durch Treibhausgase arbeiten, um die beobachteten Temperaturverläufe mit einer hohen Empfindlichkeit des Klimas gegenüber CO2 unter einen Hut zu bringen. Anders ausgedrückt: Eine hohe Klimawirkung von CO2 ist in Modellen nur dann mit den Beobachtungen einigermaßen darstellbar,  wenn Aerosole im Gegenzug eine entsprechend starke abkühlende Wirkung haben.

Der (negative) dämpfende Aeorosol- Antrieb auf unser Klima ist also deutlich geringer als viele Modelle annehmen. Daraus folgt unmittelbar, dass die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber Treibhausgasen (insbesondere CO2) geringer sein muss. Die Schlussfolgerungen von Soden et.al (2017)  für das reale Klima können also nicht richtig sein. Sie zeigen vielmehr erneut indirekt, wie schlecht Modelle geeignet sind, unsere reale Klimawelt zu erklären, indem sie einen Modelleffekt für die Beobachtungen hauptverantwortlich machen, den es in der realen Klimawelt so schlicht nicht gibt, wie wir jetzt wissen.

Nun ist aber immer noch nicht das Phänomen der unterschiedlichen Temperaturentwicklung der Nord-und Südhemissphäre gelöst. Dazu gibt es eine einfache Erklärung, die ohne den menschlichen Einfluss durch Aerosole oder CO2 auskommt. Vergleicht man die Temperaturdifferenzen mit der atlantischen dekadischen Oszillation (AMO), so lässt sich eine sehr hohe Übereinstimmung der Temperaturverläufe feststellen, wie Sie in den Anhängen sehen können. Die AMO schaufelt also, seitdem sie das Minimum in 1980 verlassen hat, mehr Wärme in die Nordhemisphäre.
So einfach ist das, wenn man nicht mit vorgefertigten Festlegungen und Scheuklappen durch die Welt läuft, sondern sich an  realen Messergebnissen orientiert und nicht an Modellen, die politischen Zwecken dienen.

 

Es wäre doch zu hoffen oder sogar zu erwarten, dass die Wissenschaftsministerin Wanka oder die Umweltministerin Hendricks oder vielleicht auch der Wissenschaftsausschuss des Deutschen Bundestages, Herrn Prof. Stevens nach Berlin einlädt und ihm einfach mal für eine Stunde zuhört anstatt sich von den Dampfplauderern aus Potsdam die Pläne zur Deindustrialisierung Deutschlands schreiben zu lassen.

Es wird übrigens spannend sein, die AMO weiterzuverfolgen. Denn wenn sie sich, wie bislang -seit wir sie über 140 Jahre erfassen- zyklisch verhält, würde ihre Warmphase in 2020 in die Kaltphase abstürzen mit abkühlender Wirkung auf die Nordhemisphäre.
Ich bin jetzt schon neugierig, wie Politik und Klimaalarmisten diese Entwicklung uns dann erklären.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Fritz Vahrenholts monatliche Sonnenkolumne

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne. Ganz unten auf der Seite finden Sie ein Archiv aller seiner Rundbriefe.

 

13. August 2017
Rückblick auf den Juli 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war auch im vergangenem Monat deutlich unternormal aktiv. Die festgestellte Sonnenfleckenzahl SSN (SunSpotNumber) betrug 18,3. Dies sind nur 36% des zu diesem Zykluszeitpunkt Üblichen (SSN=51) als Mittelwert aller 23 bisher komplett beendeten Zyklen. An 11 Tagen des Juli war die Sonne gänzlich fleckenfrei. Der aktuelle Zyklus entwickelt sich zum drittschwächsten Sonnenzyklus seit 1755. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf unser Klima auswirkt.

Eine hoch interessante Arbeit unter Führung von Thomas Mauritsen vom Hamburger Max- Planck- Institut erschien am Monatsende des Juli. (http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate3357.html?foxtrotcallback=true). Die Autoren stellten sich die Frage: Wie viel Wärme ist schon in der „Pipeline“, also was wäre, wenn der Antrieb durch Treibhausgase auf dem heutigen Stand eingefroren würde und wir ins Jahr 2100 schauen? Ein (wirklich sehr) aufmerksamer Leser wird sich vielleicht erinnern, dass auch wir diesen Fall schon einmal betrachtet haben, und zwar im Oktober 2015, kurz vor der Pariser Klimakonferenz.(http://www.kaltesonne.de/die-sonne-im-september-2015-und-ein-bericht-zum-wissenstand-vor-der-pariser-klimakonferenz/) Das erste, was man für ein solches Experiment wissen muss, ist: wie empfindlich reagiert unser Klima auf die Verdopplung von CO2? In der Arbeit von Mauritsen/ Pincus benutzen die Autoren löblicherweise einmal nicht Modelle, sondern stützen sich auf Beobachtungen, wie es jeder empirische Wissenschaftler bevorzugt tun würde. Sie ermitteln die „TCR“ (Transient Climate Response), das ist die Erwärmung durch Kohlendioxidverdopplung im Verlaufe der stetigen Erhöhung des Anteils dieses Treibhausgases in unserer Atmosphäre. Sie ist vornehmlich für das Temperaturniveau in dekadischen Zeiträumen (also bis mindestens 2100) verantwortlich.

Mauritsen kommt zu einer TCR von 1,32 °C , wir kamen seinerzeit zu einer TCR von 1,25 °C – da besteht kein großer Unterschied, zumal Mauritsen die neueren Erkenntnisse der Aerosolforschung nicht berücksichtigt hat, die ergeben, dass Aerosole (Staub, Sulfat) eine nur halb so stark dämpfende Wirkung auf die Temperaturentwicklung haben als in den IPCC -Berichten angenommen. Daraus ergibt sich, dass die erwärmende Wirkung des CO2 in den Modellen entsprechend weniger stark sein muss, wie bislang behauptet. Darüber hatte ich in meinem letzten Rundschreiben berichtet: Wenn Björn Stevens, Direktor des Max-Planck Instituts für Meteorologie in Hamburg, feststellt, dass Aerosole keine so stark negative Wirkung auf die Temperaturentwicklung haben kann, dann darf CO2 nicht so stark temperaturtreibend sein, wenn Modelle und Wirklichkeit einigermassen in Übereinstimmung zu bringen sind.

Es bedarf also einer grundlegenden Überarbeitung der IPCC-Modelle, die von einer TCR bis 2,5 °C ausgehen – mit fundamentalen Konsequenzen. Denn selbst, wenn man in der Modellwelt des IPCC verbleibt – wonach der Einfluss der Sonne und der ozeanischen zyklischen Meereströmungen eine völlig untergeordnete Rolle spielen – kommt man zu einer Konzentration von 600 ppm CO2 , um das 2 Grad Ziel nicht zu überschreiten. Geht man von aktuell 407 ppm CO2 aus und einem augenblicklichen Wachstum von 2,11 ppm pro Jahr, wären die 600 ppm im Jahre 2108 erreicht. Natürlich wäre es notwendig, gegen Ende dieses Jahrhunderts die CO2 –Emissionen deutlich zu senken –eine Aufgabe für drei globale Generationen und nicht für drei deutsche Legislaturperioden !

Insofern steht nichts anderes als der Pariser Vertrag zur Disposition. Denn danach kann der mit Abstand globale Hauptemittent China ( 29 % der CO2-Emissionen der Welt) bis 2030 die CO2-Emissionen um 85 % ansteigen lassen, Europa hat aber aber die Emissionen um 40 % bis 2030 zu senken. China baut nach dem aktuellen 5 Jahresplan bis 2020 allein 368 Kohlekraftwerke, Indien 370. Das heißt für China, zwei Kohlekraftwerke pro Woche. Diese Planung ist sechs Monate nach dem Pariser Abkommen bekannt geworden. Da kann man die Bewertung der deutschen Umweltministerin, Barbara Hendricks, zum Ausstieg der USA aus Paris :„Es kann ja nicht im Interesse Europas sein, China die Führungsrolle im Klimaschutz allein zu überlassen“ nur als ziemlich dümmlich zu bezeichnen.

Nun kann man einwenden, dass es doch gerechter wäre, den CO2 Ausstoss pro Kopf zu berechnen. Nun, das Ergebnis ist überraschend: China 7,7 t CO2/ Kopf , EU 6,9 t CO2/Kopf. In 2030 sollen die Europäer mit dem CO2- Ausstoss pro Kopf runter auf 4 t und China darf auf 14t/Kopf, USA soll runter auf etwa 10t/Kopf. Letzteres hat nun Donald Trump kassiert. http://www.kaltesonne.de/usa-beginnen-den-prexit/
Dabei wird er bemerkenswerter Weise unterstützt von US- amerikanischen Klimaforschern wie Prof. Richard Muller, Berkeley, verantwortlich für die globale Temperaturmessreihe BEST (Berkeley Earth Surface Temperature). Er fordert die Aufkündigung des Pariser Abkommens mit der Begründung, dass China angekündigt habe aus den Mitteln des grünen Klimafonds (100 Mrd Dollar) neue Kohlekraftwerke zu bauen. Muller spricht sich dagegen für Schiefergasnutzung, Kernenergie und vor allen Dingen gegen das Elektro-Auto aus, dass die CO2 Emissionen dramatisch steigen lässt, so lange die Batterieherstellung mit Hilfe von Kohlekraftwerksstrom in Südostasien erfolgt. So stösst dort die Herstellung von Batterien soviel CO2 aus wie ein Dieselfahrzeug auf 160 000 gefahrenen Kilometern.

Alles das geht an unseren grünen Wahlkämpfern vorbei : die Kanzlerin erklärt im Kreis von Regierungs- und Staatschefs, dass die ” Autoindustrie in ihrer heutigen Form nicht überleben werde”, Martin Schulz will eine Quote für das Elektro-Auto und die Grünen fordern das Verbot für Benziner und Diesel ab dem Jahre 2030. Alles für den Kimaschutz. Wir haben die Wahl.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

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2017

Juli 2017: CO2-Klimasensitivität sackt in neuer Arbeit dramatisch ab

Juni 2017: Modelharakiri

Mai 2017: Der Iris-Effekt

 

 

“Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun”

Vor kurzem stellten wir an dieser Stelle ein neues Forschungsförderprogramm der französischen Regierung zum Klimawandel. Nun gibt es dazu auch ein Zwillingsprogramm der deutschen Regierung. Am 13. Juli 2017 gab die deutsche Bundesregierung via BMBF bekannt:

Deutsch-Französisches Fellowship-Programm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung im Rahmen der französischen Initiative „Make our Planet great again”

Das Pariser Klimaabkommen stellt die Wissenschaft vor außergewöhnliche Herausforderungen, da die Vertragsparteien „die Notwendigkeit einer effektiven und zukunftsorientierten Reaktion auf das drängende Problem des Klimawandels auf der Grundlage der bestmöglichen verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse“ anerkannt haben.

Deutschland und Frankreich setzen sich gemeinsam für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. Mit einem gemeinsamen Fellowship-Programm zur Förderung der Forschung in den Bereichen Klima-, Energie- und Erdsystemforschung gehen beide Länder mit gutem Beispiel voran. Im Rahmen der französischen Initiative „Make our planet great again” laden Deutschland und Frankreich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ein, gemeinsam mit deutschen und französischen Partnern die Forschung in folgenden Bereichen der Nachhaltigkeitswissenschaften voranzutreiben:

Weiterlesen auf fona.de.

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Im Frühling 2017 diskutierten Frank Bosse und Fritz Vahrenholt hier im KS-Blog antarktische Blütenträume. Dominik Feusi griff das Thema am 18. Juli 2017 in der Basler Zeitung auf und stellte es einer großen Leserschaft vor. Lesenswert!

Wie die Antarktis «grün» geschrieben wurde

Eine britische Studie über Moose scheint den Klimawandel zu bestätigen, worauf sie trotz Lücken verbreitet wird. Die News zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Der Spiegel berichtete, die Zeit, der Österreichische Rundfunk (ORF) und in der Schweiz der Blick, die Tribunes de Genève oder die Lausanner 24heures: Die Antarktis, der riesige, mehrheitlich von Eis bedeckte Kontinent um den Südpol, werde, so die Meldung von Mitte Mai, «immer grüner». Es habe ein «nie da gewesenes Wachstum von Pflanzen» gegeben. Der früher «rein weisse» Kontinent, so hiess es in einer Meldung, ändere nun seine Farbe.

Schuld daran sei der Klimawandel. Ein Team um den Forscher Matthew Amesbury von der Universität Exeter in Grossbritannien habe herausgefunden, dass sich das Wachstum von Moos in den vergangenen 50 Jahren deutlich beschleunigt habe. Das sei eine «dramatische Auswirkung» des Klimawandels. Grüne und Linke sahen sich wieder einmal bestätigt: Den Klimawandel gibt es, er wird vom Menschen verursacht und er verändert die ganze Erde, sogar die Antarktis.

Missbrauch von Wissenschaft

Ein Team um den deutschen Chemiker und Naturschützer Fritz Vahrenholt wollte genauer wissen, was es mit der Nachricht auf sich hat und wie sie den Weg in die Medien gefunden hatte. Und mit jeder genaueren Information fiel die Meldung vom ungeheuerlichen Pflanzenwachstum, wo früher bloss Schnee und Eis regierten, mehr in sich zusammen. Die Rückverfolgung dieser News auf die tatsächliche Untersuchung in der Antarktis zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

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Die Rhetorik der Klimadebatte ist relativ vorhersehbar und besitzt viele wiederholende Elemente. So drängen stets die Klimawandelwarner an die Mikrofone, wenn in den Polargebieten ein größerer Eisberg kalb. Dass das Gletscherkalben an sich ein ganz normaler Prozess ist, wird dabei geflisentlich verdrängt. Seriösen Forschern wird diese Alarmsucht mittlerweile zu bunt. Es regt sich Widerstand. Beispiel Adrian Luckman am 18. Juli 2017 auf krautreporter.de:

Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun
Mit meinem Team erforsche ich seit Jahren das Schelfeis in der Antarktis. Ich war erstaunt über die einseitigen Erklärungen, warum der Eisberg gekalbt hat. Als Professor für Gletscherkunde an der Swansea-Universität in Wales weiß ich nur eines sicher: Das Ereignis wird die Region von Grund auf verändern. [...] Was uns überrascht, ist das große Interesse an diesem zwar seltenen, aber durchaus natürlichen Vorkommnis. Denn trotz aller medialen und öffentlichen Begeisterung: Der Riss in Larsen C und das sogenannte Kalben des Eisbergs ist kein unmittelbares Warnzeichen für einen Anstieg des Meeresspiegels, und es besteht keineswegs ein direkter Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Weiterlesen auf krautreporter.de. Den ursprünglichen englischsprachigen Artikel gibt es in voller Länge hier bei Project MIDAS. In Eos wird auf ähnliche Eisschelf-Kollaps-Ereignisse vor 2000 Jahren hingewiesen:

Underlying warm seawater may have caused an ice shelf collapse deep in the past as well. At the 2016 American Geophysical Union Fall Meeting in San Francisco, scientists presented research indicating that warm water helped fuel ice loss in Antarctica’s Amundsen Sea 2000 years ago.

 

Drohendes Sardinenfangverbot: Welche Rolle spielen die atlantischen Ozeanzyklen?

Am 31. Juli 2017 berichtete Die Welt über eine Sardinenkrise in Portugal:

Sardinen: Portugals Fischern droht 15-jähriges Fangverbot
In jeder Sekunde werden in Portugal 13 Sardinen gekauft. Doch da die Bestände eingebrochen sind, fordern Experten ein jahrelanges Fangmoratorium. Portugal ist entsetzt – hat aber eine Hoffnung. [...] Bislang ist die Sardine – das Kilo ist im Laden für fünf bis sechs Euro zu haben – so etwas wie die Nahrung des Volkes. Bald aber könnte sie zum Luxusgut werden. Denn das in Dänemark beheimatete International Council for the Exploration of the Sea, kurz ICES, fordert wegen der Überfischung ein Fangmoratorium. Und das soll nicht nur vorrübergehend, sondern für mindestens fünfzehn Jahre gelten. Die Bestände seien so drastisch gesunken, dass sie jetzt einen langen Zeitraum bräuchten, um sich erholen zu können, sagen die Experten des ICES, der als Beratergremium für die EU-Kommission fungiert. [...] Während bei Bier keinerlei Knappheit zu verzeichnen ist, sind die Sardinenbestände in den vergangenen Jahren um mehr als 50 Prozent geschrumpft. Auch die Fangmengen brachen kräftig ein. Wurden 2013 noch 28.000 Tonnen aus dem Meer gefischt, waren es 2015 nur noch 13.729 Tonnen. [...] Portugiesische Politiker gehen schon mal auf die Barrikaden. Man habe in den letzten Jahren die Fangquoten stets reduziert und darauf geachtet, dass nur ausgewachsene Sardinen mit 11 cm Länge an Land gebracht würden, sagte José Apolinário, Staatssekretär für Fischerei in Lissabon. Nicht die Überfischung sei für die schwindenden Bestände verantwortlich, sondern der Klimawandel. [...]

Überfischung, Klimawandel. Über die Gründe wird im Artikel nur spekuliert, handfeste Informationen fehlen leider. Die Portugiesen beteuern, dass sie die Sardinenfischerei nachhaltig betreiben, und trotzdem brechen die Bestände ein. Ob der Verweis auf den Klimawandel hilft? Und welchen Klimwandel, den natürlichen oder anthropogenen? Gibt es jetzt Klimaausgleichszahlungen für die portugiesischen Fischer aus dem 100-Milliarden-Dollar schweren Klimatopf?

Aus anderen Regionen der Welt ist bekannt, dass die Ozeanzyklen einen großen Einfluss auf die Sardinenbestände haben können. Trift dies auch auf die Sardinen im Atlantik zu? Mit ein paar Google-Klicks stoßen wir auf ein Paper von Jürgen Alheit und Kollegen aus dem Jahr 2014:

Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) modulates dynamics of small pelagic fishes and ecosystem regime shifts in the eastern North and Central Atlantic
Dynamics of abundance and migrations of populations of small pelagic clupeoid fish such as anchovy (Engraulis encrasicolus), sardine (Sardina pilchardus), sardinella (Sardinella aurita), sprat (Sprattus sprattus) and herring (Clupea harengus) in the eastern North and Central Atlantic between Senegal and Norway vary in synchrony with the warm and cool phases of the Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO). This is shown by compiling retrospective data on fish catches and anecdotal observations, which in some cases date back to the mid-19th century. The AMO is defined as the de-trended mean of North Atlantic (0–60°N) sea surface temperature anomalies. However, it is not primarily the temperature which drives the dynamics of the small pelagic fish populations. Instead, the AMO seems to be a proxy for complex processes in the coupled atmosphere–ocean system of the North Atlantic. This is manifested in large-scale changes in strength and direction of the current system that move water masses around the North Atlantic and likely involves the North Atlantic Oscillation (NAO), the Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), the Mediterranean Overflow Water (MOW) and the subpolar gyre (SPG). The contractions and expansions of the SPG apparently play a key role. This was particularly obvious in the mid-1990s, when the SPG abruptly contracted with the result that warm subtropical water masses moved to the north and east. Small pelagic fish populations in the eastern North and Central Atlantic, including those in the Mediterranean responded quickly by changing abundances and migrating northwards. It seems that the complex ocean–atmosphere changes in the mid-1990s, which are described in the text in detail, caused a regime shift in the ecosystems of the eastern North and Central Atlantic and the small pelagic clupeoid fish populations are the sentinels of this shift.

Im Haupttext wird erläutert, dass die Sardinen in Nordwest Afrika (und daher wohl auch in Südwest Europa) stark vom Ozeanzyklus der Antlantischen Multidekadenoszillation (AMO) abhängen:

Population fluctuations and long-term abundance trends of sardine off NW Africa are difficult to interpret because of (i) climatically induced expansions and contractions of distribution ranges,(ii) historically different beginnings for the various national fisheries and (iii) movements of the fisheries’ fleets (Zeeberg et al., 2008). Kifani (1998) gives a good description of changes of the northern stock between Cape Spartel and Agadir Bay observed from the 1960s to the 1990s. Catches were low during the warm AMO period from 1936 until the 1960s, then started to increase with the beginning of the cold AMO period, peaked in the mid-1970s and were low again from the early 1990s on.

Dazu werfen wir einen Blick auf die AMO-Kurve (Abb. 1). Die warme AMO-Phase reduziert die Sardinenpopulation, wohingegen die kalte AMO-Phase die Sardinen fördert. Und da wir uns momentan wieder in der warmen AMO-Phase befinden, wundert es kaum, dass die Sardinenzahl abgenommen hat.

 Abb. 1: Verlauf des AMO-Ozeanzyklus während der letzten 150 Jahre. Quelle: NOAA.

 

Fünfzehn Jahre Fangmoratorium werden gefordert. Wann kühlt die AMO ab, wann ist mit einer natürlichen Erholung der Bestände zu rechnen? Schreibt man den 60-Jahreszkyklus der AMO fort, dann wird die AMO wohl in der Tat in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in der positiven Phase bleiben (Abb. 2), was den Sardinen so gar nicht behagt. Eine reduzierte Fangquote könnte daher durchaus Sinn machen, um die Zeit zu überbrücken, bis die Wassertemperaturen wieder absacken.

 

 Abb. 2: AMO-Prognose. Aus unserem Buch “Die kalte Sonne”.

 

Nun spielen aber offenbar auch der andere atlantische Ozeanzyklus, die NAO, eine Rolle (z.B. Ottersen et al. 2001). Auf jeden Fall lohnt es sich, die Literatur etwas genauer anzuschauen, bevor hinsichtlich der Sardinenfangquoten weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

 

Wohin führt uns der aktuelle Zeitgeist?

Von Uli Weber

Seit der Christianisierung Mitteleuropas hat die Religion das Denken der Menschen als Angstglauben beherrscht und damit deren Handeln zwangsgesteuert, Zitat aus Wikipedia:

Religion kann Wertvorstellungen normativ beeinflussen, menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen, und in diesem Zusammenhang eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen. Diese umfassenden Eigenschaften von Religion bergen in sich das Risiko der Bildung religiöser Ideologien.“

Im ausgehenden Mittelalter begann sich der Mensch dann Kraft seiner Intelligenz und Logik langsam von dieser religiösen Ideologie zu emanzipieren, Zitat aus Wikipedia:

Mit Logik … oder auch Folgerichtigkeit wird im Allgemeinen das vernünftige Schlussfolgern und im Besonderen dessen Lehre – die Schlussfolgerungslehre oder auch Denklehre – bezeichnet. In der Logik wird die Struktur von Argumenten im Hinblick auf ihre Gültigkeit untersucht, unabhängig vom Inhalt der Aussagen.“

Diese Emanzipation mündete in das Zeitalter der Aufklärung, Zitat aus Wikipedia:

Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien „auch gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht“ befreien will … Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.“

Mit der Aufklärung befreite sich die Wissenschaft schließlich vom Korsett des Aberglaubens und schuf eine eigene Weltsicht, Zitat aus Wikipedia:

Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien und Hypothesen fixiert wird.“

Die Erkenntnisse der Wissenschaft führten dann schließlich zur Industrialisierung, Zitat aus Wikipedia:

Industrialisierung bezeichnet technisch-wirtschaftliche Prozesse des Übergangs von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen, in denen sich die maschinelle Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen durchsetzt. Das Gegenteil ist die Deindustrialisierung.“

Dieser Weg wird auch durch die individuelle wirtschaftliche Entwicklung nachgezeichnet. Im Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht betrug die durchschnittlich verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs. Und in unserem heutigen Industriezeitalter beträgt diese verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 70 bis 80-fache dieses Grundbedarfs. Jeder Einzelne von uns verfügt also etwa über das 3 bis 4-fache derjenigen Ressourcen, die einem vorindustriellen Menschen  im Mittelalter zur Verfügung gestanden hatten. Und diese wirtschaftlichen Ressourcen manifestieren sich in unserem technischen Lebensstandard, in der Verfügbarkeit und Qualität von Lebensmitteln, in Information und Kommunikation, Transportwesen und Logistik, unserem Gesundheitswesen und damit auch in unserer individuellen Lebenserwartung.

 

Wir müssen uns das hier wirklich noch einmal ganz klar vor Augen führen:

Es geht bei der Entwicklung des allgemeinen Lebensstandards ganz allein um die individuell verfügbare Energiemenge. Nahrung ist Energie und fossile Treibstoffe sind auch Energie – und beides steht uns heute fast unbegrenzt zur Verfügung, jedem Einzelnen von uns jeden Tag. Die Beschränkung des mittelalterlichen Menschen auf jahreszeitlich verfügbare Nahrung, Brennholz und ein wenig Wind- und Wasserkraft wird auch zutreffend als Mangelwirtschaft beschrieben. Und bereits diese ökologisch-vorindustrielle Gesellschaft hatte ihre Zukunftsängste um die begrenzt verfügbaren Ressourcen, Zitat aus Wikipedia:

Ängste vor einer Holznot markieren zeitgleich mit dem „Naturkult“ der Waldromantik zu Zeiten der Aufklärung den Beginn der modernen Umweltbewegung. Die Holznot im 18. Jahrhundert ist ebenso im Umfeld volksaufklärerischer und moralisierender Bemühungen zu sehen. Dabei wurden zum Beispiel Ideenwettbewerbe veranstaltet, bei denen Akademien und gelehrte Gesellschaften die Holznot auch im Themenspektrum Philosophie, Theologie und Ästhetik bis hin zu ökonomischen und staatstheoretischen Fragen besprachen.“

Menschlicher Erfindungsgeist hatte zu allen Zeiten der Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen abgeholfen. Auf die Holznot im 18. Jahrhundert folgte die technische Nutzung der Kohle – und später  dann der Gebrauch von Erdöl und Kernenergie. Im Unterschied zum ausgehenden Mittelalter basiert unser heutiger Lebensstandard also allein auf der technisch-industriellen Nutzung frei verfügbarer Energieträger sowie fossiler Derivate und der industrialisierten Landwirtschaft.

Wir könnten also eigentlich ganz zufrieden mit diesem komfortablen Leben in unserem hochindustrialisierten Paradies sein – aber wir sind es leider nicht.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat vielmehr ein sehr schlechtes Gewissen, weil es uns so gut geht. Und wir möchten das gerne ändern – also das schlechte Gewissen – natürlich bei gleichbleibendem Lebensstandard. Hierbei helfen uns diverse Ideologien, indem sie uns eine Vielzahl von Glaubenssätzen liefern, um kohlenstoff-basierte Technologien zu diffamieren. Die Generation Golf, die heute ihre Kinder mit dem SUV zu Schule fährt, ignoriert beispielsweise das Ergebnis von 5 Jahrzehnten Umweltschutz und skandalisiert verbliebene Restbelastungen, die oft überhaupt nur durch moderne Analyseverfahren nachweisbar sind, unter dem Mäntelchen einer moralischen Vorsorgereligion in ihr Gegenteil.

Und weil wir unser selbständiges Denken in die Clouds von Mietmäulern und Erziehungsmedien ausgelagert haben, glauben wir auch sonst wirklich alles, was man uns skandalisierend vorträgt:

  • Glyphosat schädigt angeblich Insekten und Vögel und gehört verboten: Aber Mais-Monokulturen für Biogasanlagen und windbetriebene ökologische EEG-Gebetsmühlen sind offenbar gut für Natur und Artenvielfalt und schädigen keinesfalls unsere Mitmenschen, Insekten, Vögel und Fledermäuse – mal ganz abgesehen vom Landschaftsverbrauch…
  • Das eigentliche Problem der deutschen Energiewende ist angeblich, dass die Kohlekraftwerke einfach nicht abgeschaltet werden: Aber ohne diese Kohlekraftwerke gäbe es in Deutschland zwangsläufig die ständige Gefahr von massiven Blackouts. Dagegen haben wir im europäischen Stromverbund mit unserem planwirtschaftlichen Zufallsstrom bereits die relativ sauberen Gaskraftwerke in den Ruin getrieben und die umweltfreundlichen  Wasserkraftwerke wirtschaftlich schwer geschädigt.
  • Viele Flüchtlinge, die in unser Land strömen, sind angeblich bereits Klimaflüchtlinge: Dagegen haben die menschenverachtende Umwandlung von Nahrungsmitteln in „klimaschonende“ Ökotreibstoffe und das damit verbundene „Land-Grabbing“ in der Dritten Welt mit möglichen Fluchtursachen offenbar überhaupt nichts zu tun – die Ursache ist vielmehr allein der vorgeblich menschengemachte Klimawandel…

Die Wissenschaft vom menschengemachten Klimawandel basiert auf dem weit verbreiteten Aberglauben an die menschliche Erbsünde vom verlorenen Paradies und weist erstaunliche Parallelen zur Holznot des 18. Jahrhunderts auf.
Schon das 97-Prozent Argument macht jedem aufgeklärten Menschen klar, dass es sich hierbei um eine quasireligiöse Ideologie handeln muss. Das postulierte „Ende der wissenschaftlichen Diskussion“ reicht dann historisch noch einen Schritt weiter in den Absolutismus zurück und gesteht den Adepten einer mittelalterlichen Glaubensmanifestation die Entscheidung über eine vorgeblich absolute Wahrheit zu. Mit einer solchen Argumentation hätte sich dieselbe Wissenschaft aber gar nicht erst entwickeln können, weil eine solche Haltung zu einem früheren Zeitpunkt jede Weiterentwicklung von vorn herein ausgeschlossen hätte.
Schließlich wird auch noch verbreitet, diese „wissenschaftliche Wahrheit“ über den Klimawandel sei viel zu komplex, als dass sie ein Einzelner überhaupt verstehen könne. Den gleichen Unsinn haben sicherlich auch katholische Priester über die lateinische Bibel verbreitet, bevor Luther sie dann schließlich ins Deutsche übersetzt hat …

Am Ende werden klimawissenschaftlich aufgepeppte Diffamierungen unserer industriellen Kultur wiederum von ökologischen Glaubensgemeinschaften benutzt, um uns den Weg zurück in ein neues Glaubensparadies schmackhaft zu machen. In diesem Paradies einer malthusianischen  Nachhaltigkeit wird eine reduzierte Weltbevölkerung am Ende ihre Nahrung wieder vollökologisch im Schweiße ihres Angesichtes erzeugen und ihren dringendsten Energiebedarf nur noch sporadisch durch Sonnenenergie und Wind zu decken vermögen. Wir folgen also schließlich dem medialen Trommelfeuer einer ideologischen Endzeitreligion kritiklos in eine mittelalterliche Reconquista:

Gott = Die gütige Mutter Gaia

Höllenfeuer = Der menschengemachte CO2-Treibhauseffekt

Religiöse Gebote = Das 2-Grad Ziel und die CO2-Vermeidung

Ablasszahlung = Die ökonomischen und ökologischen Kosten durch unwirksame planwirtschaftliche Subventionen und destruktive Maßnahmen wie den Ausstieg aus fossilen Energien (= Deindustrialisierung) und die Zerstörung der industriellen Landwirtschaft (= Ökologisierung)

Heilsversprechen = Das globale dekarbonisierte Paradies bis zum Jahre 2100

In allen Lebensbereichen treten heute selbsternannte Priester als die neuen Heilsbringer der Menschheit auf und verbergen die Realität ihrer technologiefeindlichen Ideologien hinter fraktierten Fakten. Und die unkritische schweigende Mehrheit lässt sich das ohne jeden individuellen Rest von logischem Verstand und historischem Bewusstsein gefallen.

Inzwischen befinden wir uns also schon längst wieder inmitten eines neureligiösen Angstglaubens, diesmal um eine vorgeblich durch den industriellen CO2-Ausstoß des Menschen verursachte Klimakatastrophe zu vermeiden. Und in vorauseilendem religiösem Gehorsam wird von der Menschheit verlangt, den Gebrauch der verfügbaren fossilen Ressourcen freiwillig einzustellen. Der Mensch wird sich am Ende dieser globalen Dekarbonisierung also in den Reservationen eines deindustrialisierten Ökoparadieses wiederfinden und diesen Planeten einer heiliggesprochenen Natur überlassen.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat offenbar vergessen was es heißt, wirklich arm zu sein und im Überlebenskampf den Status-Quo täglich neu aushandeln zu müssen; wir sehen unseren Lebensstandard vielmehr als gottgegeben an. Wenn wir also heute, aus einem infantilisierten Weltblick heraus, fortlaufend unsere demokratische Kultur, unsere wertschöpfende Industrie und unsere effektive Landwirtschaft denunzieren und Stück für Stück der Zerstörung durch selbsternannte Moralapostel preisgeben, dann reduzieren wir damit auch sehr nachhaltig den künftigen Lebensstandard nachfolgender Generationen.

Denn die Mittel für eine funktionierende öffentliche Verwaltung, öffentliche Infrastruktur, Bildung, Gesundheits- und Sozialleistungen, Umweltschutz und Entwicklungshilfe sind eben nicht gottgegeben, sondern müssen als gemeinschaftlicher Mehrwert über das individuell Überlebensnotwendige hinaus permanent neu erwirtschaftet werden. Und aus dieser fossil betriebenen Wirtschaft müssen außerdem die weiterhin steigenden Subventionen für alternative Heilstechnologien aufgebracht werden, die aus sich selbst heraus gar keine Wertschöpfung erzielen können. Kurz gesagt, in der Sahelzone werden Sie weder öffentliche Bücherhallen noch Genderaktivisten oder gar aktiven Umweltschutz finden, das alles sind reine Luxusphänomene; substantielle Transferleistungen in soziale, gesellschaftliche oder ökologische Projekte können sich nämlich nur fossil-basierte Industrienationen leisten.

Die Phase der Aufklärung zu eigenverantwortlichen Menschen in hochindustrialisierten Demokratien war offenbar nur eine sehr kurze Episode in der kulturellen Evolution. Nach dem Erreichen des „Point-of-no-Return“ für eine endgültige Zerstörung unseres fossil betriebenen technischen Paradieses werden wir also alle im gleichen dekarbonisierten Boot sitzen. Und für eine desinteressierte schweigende Mehrheit von Mitläufern gilt dann nicht etwa die historische Standardausrede, von alledem nichts gewusst haben zu wollen, sondern der harsche vorindustrielle Spruch „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“. Denn die zum selbständigen Denken erforderlichem Qualifikationen und Kenntnisse werden allen Menschen in unserem Lande per gesetzlicher Schulpflicht kostenfrei zwangsvermittelt…

Aber vielleicht handelt es sich bei dieser Endzeitpsychose einer globalen Dekarbonisierung  ja auch um eine untätigkeitsbedingte Übersprunghandlung. Medizinische Erkenntnisse legen beispielsweise nahe, dass die steigende Zahl von Allergikern mit den modernen hygienischen Lebensumständen einher geht. Kurz gesagt, je dreckiger die Umwelt ist, umso mehr hat unsere körpereigene Abwehr zweckbestimmt zu leisten – wenn sie allerdings nicht genug zu tun hat, kommt sie offenbar auf selbstzerstörerische Gedanken. Diese Erkenntnis könnte man im übertragenen Sinne ja auch auf unsere Endzeitpsychose einer von der menschengemachten Klimakatastrophe  anwenden: Je weniger unser Überlebenswille in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft gefordert ist, umso eher kommt er auf selbstzerstörerische Gedanken…

Sei es wie es sei – das traurige Fazit lautet jedenfalls: Offenbar haben die Klimawissenschaften heimlich vom verbotenen Baum der religiösen Erkenntnis genascht. Der durch den Klimavertrag von Paris politisch vorgezeichnete Weg in eine globale Dekarbonisierung wird die Menschheit aus diesem fossil betriebenen Paradies vertreiben und in eine ungewisse vorindustrielle Zukunft führen.

 

Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies. Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

Unerträglicher Klimaalarm: Wie ihm entgegentreten?

Fast täglich lesen wir in der Zeitung Klimaalarm. Wie soll man darauf reagieren? Einfach ignorieren? Einen Leserbrief schreiben, der vermutlich nicht veröffentlicht wird? Dem Redakteur oder Chefredakteur persönlich schreiben? Alle seine Freunde und Kollegen über den fehlerhaften Artikel per Rundschreiben informieren? Alles sehr gute Ansätze, die jedoch meist wenig Effekt haben. In einigen Fällen wird sich der Redakteur einige Gedanken machen. Meistens wird er den Brief einfach ignorieren, da nicht mit seiner ideologischen Einstellung kompatibel. Kritik unerwünscht. Man kann viel Zeit hineinstecken. Aber im Prinzip wiederholt sich der Alarm. Hier drei Beispiele.

Erster Fall. Auf nrz.de gab es am 24. Juni 2017 den folgenden Beitrag von Märle Häring:

Der Klimawandel ist am Niederrhein angekommen

Der Klimawandel ist in xyz angekommen. Das ist so eine Phrase, die sich wie Unkraut verbreitet hat. Was soll sie bedeuten? Aus wissenschaftlicher Sicht müsste der Schreiber zunächst einmal systematisch belegen, dass die aktuelle Entwicklung aus der Schwankungsbreite der natürlichen Klimavariabilität heraussticht. Dies unterbleibt in der Regel, so dass es bei einer unbelegten Behauptung bleibt. Schauen wir in den Artikel hinein: Was genau ist am Niederrhein passiert, dass der menschengemachte Klimawandel nun offensichtlich wurde?

Der Frühling beginnt früher, starker Regen oder große Trockenheit, Hagel und Unwetter: Auch am Niederrhein müssen sich die Menschen vorbereiten.

Der Frühling war bereits einmal vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) zeitlich vorgerückt. Nichts Neues. Beim Starkregen gibt es keinen Trend, ebensowenig wie bei Dürren, Hagel und Unwetter. Einige Belege hier:

Kann man mit Fakten etwas gegen solch verkorkste Artikel anschreiben? Nein! Wir leben in einer postfaktischen Zeit, da interessieren Fakten kaum noch. Märle Häring wird einfach weitermachen, keine Frage.

 

Zweites Beispiel, vom 23. Juni 2017 auf bluewin.ch:

Forscher schlagen Alarm: Rekordtemperaturen im Mittelmeer

Forscher schlagen Alarm. Dramatische Ausmasse. Schon oft gehört und gelesen. Echte Alarmisten halt. Was für ein Rekord ist es denn, der da im Mittelmeer angeblich verzeichnet wurde? Noch nie so heiß wie heute? Wann war es das letzte mal so heiß?

Der Klimawandel und seine Folgen nehmen im Mittelmeer dramatische Ausmasse an. Wie Forscher des ligurischen Meteorologie-Verbands mitteilten, liegen die Temperaturen im Ligurischen Meer bei 25 Grad, fünf Grad über dem Durchschnitt in der zweiten Juni-Dekade.

5°C über einem Durchschnitt. Was für ein Durchschnitt überhaupt? Der letzten 100 Jahre oder 1000 Jahre oder was? Ein bisschen genauer wäre toll. Steht aber nicht im Beitrag. Schade. Die WMO hat einige Details. Vermutlich handelt es sich um eine Hitzewelle. Hätte man erwähnen sollen. Vor 400 Jahren war das Mittelmeer kalt, Stichwort Kleine Eiszeit. Und vor 1000 Jahren war es dort sehr warm,ähnlich wie heute. Klicken Sie einfach mal auf die roten Punkte auf unserer MWP-Karte.

 

Drittes und letztes Beispiel, Südtirol News vom 25. Juni 2017:

Trockenheit: Po-Ebene ruft Notstand aus
[...] Umweltminister Galletti machte den Klimawandel für die dramatische Lage verantwortlich: Hitze und Trockenheit würden dadurch langsam zur Normalität werden.

Einen Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchtklima hat es in Norditalien und im Mittelmeerraum schon immer mal gegeben. Schwankungen der Sonnenaktivität scheinen eine wichtige Rolle zu spielen:

 

Staubablagerungen geben Neues zur Entstehungsgeschichte der Sahara preis

Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 19. Juli 2017:

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Staubablagerungen geben Neues zur Entstehungsgeschichte der Sahara preis

Die Sahara ist mit etwa neun Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Welt. Sie ist damit auch die größte Staubquelle der Erde, und die Stäube haben einen bedeutenden Einfluss auf die Düngung der Weltmeere, auf die Klimaentwicklung sowie auf die terrestrischen Ökosysteme. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Zielhofer, Physischer Geograph an der Universität Leipzig, hat nun in einer aktuellen Studie die Geschichte der Sahara-Staubstürme rekonstruiert und dabei neue Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte der Wüste erlangt. Veröffentlicht wurde die Studie jetzt in der renommierten geowissenschaftlichen Fachzeitschrift “Quaternary Science Reviews”.

An der interdisziplinären Studie sind unter anderem Geographen und Geowissenschaftler der Universitäten Leipzig, Manchester, Reykjavik und des Helmholtz-Zentrums Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) sowie mit Dr. Kerstin Schepanski eine Meteorologin des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung Leipzig und zwei Archäologen aus Rabat in Marokko und Köln beteiligt. Die Wissenschaftler konnten aus Ablagerungen eines Sees im Mittleren Atlas Marokkos Reste von Staubstürmen bis in eine Zeit vor 12.000 Jahren zurückverfolgen. “Wir gehen davon aus, dass die Staubablagerungen im Sidi Ali-See nicht nur lokale Stäube am nördlichen Rand der Sahara darstellen, sondern dass es sich vor allem auch um Fernstäube handelt, die zumindest teilweise auch aus dem sub-saharischen Raum der Sahelzone stammen”, sagt Christoph Zielhofer.

In den Zeitraum der vergangenen 12.000 Jahre fällt auch das Ende der sogenannten Afrikanischen Feuchtphase, welches nach bisherigen Studien zwischen 3.000 bis 7.000 Jahren vor heute lag. Davor war das Gebiet der heute hypertrockenen und lebensfeindlichen Sahara durch eine großräumige Savannen- und Steppenlandschaft gekennzeichnet, in der Elefanten und Löwen lebten und die von Nomadenstämmen besiedelt war. “Die Geschichte der Sahara-Stäube aus dem Sidi Ali-See gibt uns nun zeitliche Hinweise, wann das Ende der Feuchtphase erstmals einsetzte. Das hatte vermutlich nicht nur Konsequenzen auf die damalige Tier- und Pflanzenwelt in Nordafrika, sondern auch auf die dort lebenden Hirtennomaden”, sagt Staubforscher Hans von Suchodoletz vom Institut für Geographie der Universität Leipzig.

Die Wissenschaftler kamen zu dem überraschenden Ergebnis, dass das Ende der Afrikanischen Feuchtphase nicht wie bisher angenommen durch einen einmaligen klimatischen Übergang hin zur heutigen Wüste charakterisiert ist, sondern durch mehrere Staubphasen bereits vor 10.200, 8.200 und 6.600 bis 6.000 Jahren. “Dazwischen hat die Staubbelastung der Atmosphäre im Gebiet des marokkanischen Sidi Ali-Sees immer wieder abgenommen, bis dann spätestens vor 4.700 Jahren eine nachhaltig hohe Staubbelastung den bis in die aktuelle Zeit anhaltenden Trockenzustand der angrenzenden Sahara widerspiegelt”, erklärt Christoph Zielhofer.
Susanne Huster, Universität Leipzig

Publikation:
Originaltitel der Veröffentlichung in “”Quaternary Science Reviews”: “Millennial-scale fluctuations in Saharan dust supply across the decline of the African Humid Period”
https://doi.org/10.1016/j.quascirev.2017.07.010