Ifo-Institut München: CO2-Ausstoß batterieelektrischer Autos liegt über dem von Dieselmotoren

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Nun hat doch tatsächlich eine Forschergruppe errechnet, dass Bitcoins ganz alleine das Pariser Klimaziel verfehlen lassen, ganz ohne Autos, Flugzeuge und Kohle. Irre. Hier die Arbeit von Mora et al. 2018 aus Nature Climate Change:

Bitcoin emissions alone could push global warming above 2°C
Bitcoin is a power-hungry cryptocurrency that is increasingly used as an investment and payment system. Here we show that projected Bitcoin usage, should it follow the rate of adoption of other broadly adopted technologies, could alone produce enough CO2 emissions to push warming above 2 °C within less than three decades.

Kommen bald Montagsdemonstrationen gegen Bitcoins?

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Stuttgarter Zeitung am 17. April 2019:

Studie aus Deutschland: Forscher sehen Elektroauto als Klimasünder
Elektroautos sollen einen deutlich höheren CO2-Ausstoß haben als Dieselfahrzeuge, sagt eine neue deutsche Studie. Der Tesla schneidet dabei besonders schlecht ab.

Elektroautos entlasten die deutsche Klimabilanz nach einer Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal nur auf dem Papier – in Wirklichkeit erhöhten sie den CO2-Ausstoß sogar. Sobald der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix in der Rechnung berücksichtigt werde, belaste ein E-Auto das Klima um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Dieselauto, heißt es in der am Mittwoch vom Ifo-Institut in München veröffentlichten Studie. Lithium, Kobalt und Mangan für die Batterien würden mit hohem Energieeinsatz gewonnen und verarbeitet. Eine Batterie für einen Tesla Model 3 belaste das Klima mit 11 bis 15 Tonnen CO2. Bei einer Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und einer Fahrleistung von 15 000 Kilometern im Jahr bedeute allein das schon 73 bis 98 Gramm CO2 je Kilometer, rechneten die Studienautoren Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn vor.

Weiterlesen in der Stuttgarter Zeitung

Hier die dazugehörige Pressemitteilung des ifo-Instituts:

Elektroautos kein Allheilmittel für den Klimaschutz

Elektroautos werden in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen leisten, da die Einführung der Elektroautos nicht per se zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr führt. Mit Erdgas betriebene Verbrennungsmotoren sind eine ideale Übergangstechnologie zu langfristig mit Wasserstoff oder “grünem Methan” betriebenen Autos.

Berücksichtigt man den heutigen Energiemix Deutschlands und den Energieaufwand bei der Batterieproduktion, liegt der CO2-Ausstoß batterieelektrischer Autos nur im günstigsten Fall knapp über dem eines Dieselmotors, ansonsten aber weit darüber. Das bestätigt eine neue Studie von Christoph Buchal, Physikprofessor an der Universität zu Köln, dem langjährigen ifo-Energieexperten Hans-Dieter Karl und ifo-Präsident a.D. Hans-Werner Sinn, emeritierter Professor der Universität München. Ihre detaillierten Berechnungen haben die Wissenschaftler anhand konkreter Beispiele eines modernen Elektroautos und eines modernen Dieselfahrzeugs durchgeführt. Neben dem CO2-Ausstoß der Batteriefertigung berücksichtigen die Autoren alternative Energiequellen für den Strom, um die Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß der Elektroautors zu berechnen. Die Forscher zeigen, dass bei einem mit Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor die Gesamtemissionen schon heute um ein knappes Drittel niedriger liegen als selbst beim Dieselmotor. „Langfristig gesehen bietet die Wasserstoff-Methan-Technologie einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht die Speicherung der überschießenden Stromspitzen des Wind- und Sonnenstroms, die bei einem steigenden Anteil dieses regenerativen Stroms stark zunehmen werden“, erklärt Professor Buchal.

Die Autoren kritisieren in ihrer Studie, dass der EU-Gesetzgeber die CO2-Emissionen von Elektroautos mit einem Wert von „null“ in die Berechnungen der Flottenemissionen einfließen lässt. Dies suggeriert, dass Elektroautos keine Emissionen verursachen. Neben dem CO2-Ausstoß bei der Fertigung ergeben sich aber in fast allen EU-Ländern erhebliche CO2-Emissionen durch die Beladung der Akkus mit Hilfe des Stroms aus dem jeweiligen nationalen Produktionsmix. Auch die Diskussion um die Elektroautos in Deutschland sehen die Autoren kritisch, da sich diese sehr stark auf batteriebetriebene Fahrzeuge konzentriert. Ein großes Potenzial haben aber auch andere Technologien, wie mit Wasserstroff betriebene Elektroautos oder mit “grünem” Methan betriebene Autos mit Verbrennungsmotoren. „Die Methantechnologie ist eine ideale Brückentechnologie von Erdgasautos, die mit konventionellen Motoren fahren, hin zu Motoren, die eines Tages mit Methan aus CO2-freien Energiequellen fahren können. Insofern kann man der Bundesregierung nur raten, im Sinn einer Technologieoffenheit auch die Wasserstoff- und Methantechnologie zu fördern“, betont Professor Sinn.

Publikation: Buchal, Christoph, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn, “Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz?”, ifo Schnelldienst 72 (08), 2019 | Details | PDF Download

 

Die politische Klimawissenschaft: „Illi omnia experti“

Von Uli Weber

Bereits im Januar 2019 war hier auf KalteSonne unter dem Titel „Faktenwäsche?“ eine sehr eigenartige wissenschaftliche Veröffentlichung zur angeblich zunehmenden Gletscherschmelze thematisiert worden, und zwar mit dem völlig gegenteiligen

Ergebnis: Aus den Diagrammen A bis D von Bevis et al. (2019) lässt sich ableiten, dass sich der Masseverlust des Grönlandeises entgegen dem vorausberechneten Trend seit 2013 erheblich vermindert hat.“

Dort war nämlich ein eigenartiger Sprung in der Zeitachse von Diagramm „D“ zur Stützung der betreffenden alarmistischen Aussage aufgefallen, Zitat:

In Diagramm „D“ fällt weiterhin auf, dass die Residuen auf einer verkürzten Zeitskala lediglich bis Mitte 2014 dargestellt werden, anstatt dort den vollständigen Datensatz bis Mitte 2015 abzubilden.

Die fragwürdige Abbildung sieht folgendermaßen aus, man achte insbesondere auf die schwarzen Pfeile zwischen den Abbildungen (B) und (D) im Bereich der Zeitachse von (B):

 

Abbildung: Diagramme B bis D aus Fig. 1 von Bevis et al. (2019). Quelle: Michael Bevis et al.: Accelerating changes in ice mass within Greenland, and the ice sheet’s sensitivity to atmospheric forcing, PNAS published ahead of print January 22, 2019 https://doi.org/10.1073/pnas.1806562116 (Open access article distributed under Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives License 4.0 (CC BY-NC-ND))

 

Weiter hatten wir damals festgestellt: „Bei den Residuen in Diagramm „D“ fehlt also ein ganzes Jahr, obwohl die entsprechenden Daten für den Zeitraum von Mitte 2014 bis Mitte 2015 ja bereits in Diagramm „B“ abgebildet worden sind. Dieser Umstand wurde dadurch ausgeglichen, dass die Zeitachse in Diagramm „D“ auf die Zeitachse von Diagramm „B“ gestreckt und der Zeitsprung zwischen beiden Diagrammen von etwa einem Jahr durch schwarze Pfeile gekennzeichnet wurde.“

Es ist schon eine sehr eigenartige Situation, wenn eine fehlerhafte und höchst manipulative Abbildung zwar zur nichtkommerziellen Wiedergabe freigegeben ist, daran aber keine Veränderungen erlaubt sind, um sie korrekt darzustellen. Allerdings bietet moderne Software heute Funktionalitäten an, mit denen solche Probleme überwunden werden können, beispielsweise mit einem eigenen Overlay über der unveränderten Originalabbildung.

Wenn man nun einmal die Zeitskala der Residuen (D) auf die der Enteisungskurve (B) skaliert und die dort fehlenden Daten in einem separaten Overlay ergänzt, ergibt sich für den Zeitraum 2013/2014 keine „Pause“, sondern vielmehr seit 2013 eine eindeutige Massenzunahme für das angeblich immer stärker abschmelzende Gletschereis:

 

Abbildung: Overlay des Autors plus Originaldiagramm (D) aus Fig. 1 von Bevis et al. (2019) https://doi.org/10.1073/pnas.1806562116 (Merely changing the format never creates a derivative). Anmerkung: Das rote umrandete Overlay ist eine eigene Arbeit des Autors, die die fehlenden Daten aus Diagramm (B) von Bevis et al. (2019) lediglich graphisch wiedergeben

 

Die willkürliche Verkürzung einer vergleichenden Zeitreihe bei gleichzeitiger Dehnung der betreffenden Zeitskala, aus der dann eine entscheidende argumentative Schlussfolgerung abgeleitet wird, stellt kein zufälliges fachliches Versehen dar. Es konnte hier also eindeutig eine zielgerichtete Datenmanipulation zur Stützung einer alarmierenden Aussage nachgewiesen werden, die sich bei korrekter Darstellung der zugrunde liegenden Daten in ihr genaues Gegenteil verkehrt. Dem abschließenden Ergebnis aus „‚Faktenwäsche‘?“ ist demnach nichts hinzuzufügen:

Entwarnung, die Eisschmelze auf Grönland hat sich seit 2013 deutlich verlangsamt.“

Fazit: Das bekannte „illi omnia experti“ aus Caesars „De bello Gallico” bedeutet nicht etwa, dass die dort Genannten alle Experten gewesen wären, sondern vielmehr, dass jene lediglich alles versucht hatten. Und genau so ist das auch mit den klimapolitischen „Experti“, denn sie versuchen alles, um einer globalen Klimareligion zum Durchbruch zu verhelfen. Es handelt sich also gar nicht um Klimawissenschaftler, sondern um klimareligiöse Missionare – und sie missbrauchen die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft geschickt als Vehikel zur Verbreitung ihrer Klimaideologie. Denn ausgerechnet die modernen Naturwissenschaften waren einstmals ein wesentliches Instrument der Aufklärung, die uns schließlich von einem streng religiös geprägten Absolutismus befreit hatte…

 

Wie viel Klimastaat?

In den Klimawissenschaften passieren Fehler, so wie überall. Eine neue Arbeit von Rasmus Benestad und Kollegen untersuchte jetzt, was die Zunft aus den Fehlern der Vergangenheit lernen könnte. Und gleich im ersten Satz unterläuft den Autoren offenbar ein blöder Rechenfehler…:

Learning from mistakes in climate research
Among papers stating a position on anthropogenic global warming (AGW), 97 % endorse AGW. What is happening with the 2 % of papers that reject AGW?

Den Rest des Abstracts ersparen wir ihnen, weil es sich um ein lupenreines Aktivistenpaper unter Beteiligung von bekannten Protagonisten wie Dana Nuccitelli und Stephan Lewandowsky handelt.

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Jasper von Altenbockum am 10. April 2019 in der FAZ:

Wie viel Klimastaat?
Ist der Klimawandel tatsächlich der Grund für neue Regeln – oder fungiert er nur als Vehikel für altbekannte Regelungswut? Im Poesiealbum des „Klimakabinetts“ sollte jedenfalls ein bestimmter Spruch zu finden sein.

Es ist in der Klimapolitik nicht immer ganz klar, was Henne, was Ei ist. Hat der Klimawandel dazu geführt, dass sich ganz bestimmte ordnungspolitische Vorstellungen durchsetzen? Oder sind es diese Vorstellungen, die den Klimawandel nur als Vehikel benutzen, um sich durchsetzen zu können? Der Klimawandel eignet sich deshalb so gut als Vehikel, weil er keine Nische unserer Existenz in Ruhe lässt. Das Netz der Politik, das ihn aufhalten soll, reicht von der Energiepolitik über die Landwirtschaft bis in die Gesellschaftspolitik, ja stellt sogar demokratische Willensbildung zur Disposition. Gut geeignet ist der Klimawandel auch deshalb, weil mit seiner Hilfe Untergangsvisionen heraufbeschworen werden können, die Skepsis, Widerspruch und Kompromisse als fahrlässig und unverantwortlich erscheinen lassen – siehe die Schüler-Demonstrationen. Gerechtfertigt ist angesichts des drohenden Weltuntergangs vielmehr alles.

Weiterlesen auf faz.net

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Die Basler Zeitung berichtete am 31. März 2019 über eine Schmährede von Roger Köppel über den Klimahype:

[...] Roger Köppel trat ans Rednerpult und thematisierte den Klimawandel. Das Thema stand nicht auf der Liste der geplanten Referate. Doch Köppels spontane Worte begeisterten die Massen: Rhetorisch geschickt machte er sich zuerst über den Klima-Hype lustig, um dann gleich anzuhängen, dass die SVP nicht gegen Umweltschutz sei. Man sei nur gegen jene, die den Klimawandel missbrauchten. «Gegen den Missbrauch der Kinder durch ihre links-grünen Lehrer», zum Beispiel. Schliesslich brachte Köppel den Schenkelklopfer vom SVP-Logo. Es sei das einzige grüne Logo, bei dem nicht rot zum Vorschein komme, wenn man daran kratze. Das sass. Tosender Applaus. Mit seiner Schmährede gegen den Klima-Hype sprach Journalist Köppel offenkundig vielen Parteigängern aus dem Herzen.

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Axel Burkart bespricht in Videos den Klimaalarmismus:

 

 

WWF liegt falsch: In Wirklichkeit lieben es Rentiere warm und hassen die Kälte

Immer wieder liest man, dass der Klimawandel die armen Länder am härtesten betrifft. Bob Tisdale hat auf WUWT die armen mit den reichen Ländern bzw. der Temperaturentwicklung verglichen. Das Fazit: Die Temperaturen haben sich in den armen Ländern in der Regel weniger stark geändert als in den reichen Ländern. Hier mit vielen Kurvenabbildungen nachzulesen. So richtig überraschend kommt dies nicht, da viele reichere Länder in mittleren Breiten liegen, wo die Erwärmung wegen der “polaren Amplifikation” stärker ausfällt als in den niederen Breiten…

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Bjorn Lomborg Ende November 2018 auf Shine:

Where’s the beef? Ask green campaigners

Christiana Figueres, the former United Nations official responsible for the 2015 Paris climate agreement, has a startling vision for restaurants of the future: Anyone who wants a steak should be banished. “How about restaurants in 10-15 years start treating carnivores the same way that smokers are treated?” Figueres suggested during a recent conference. “If they want to eat meat, they can do it outside the restaurant.” In case you have missed this development: Eating meat is fast becoming as repellant as smoking to many green campaigners. It is behavior to be discouraged or even banned.

That’s because your hamburger is being blamed for climate change. Meat production — especially raising cattle — emits methane and requires carbon-dioxide-intensive inputs. In the breathless language of recent reporting, a “huge reduction in meat-eating is essential” to avoid “climate breakdown.” I have been a vegetarian my entire adult life because I don’t want to kill animals, so I can empathize with the interest in promoting less meat in our diets. But I want to make sure the science is right. When you look beyond the headlines, those arguing for banishing meat-eaters from restaurants and calling on everyone to change their diets are often cherry-picking the data while ignoring basic facts.

Weiterlesen auf Shine

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Paz-online.de am 19. Dezember 2018:

Wilderer und der Klimawandel bedrohen wilde Rentiere
Die Zahl der wilden Rentiere sinkt. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl auf weltweit 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Den Rentieren machen Wilderei und der Klimawandel zu schaffen. [...] Die weltweite wildlebende Rentier-Population ist in den vergangenen 25 Jahren auf etwa 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Das teilt die Umweltstiftung WWF in ihrem neuen Rentier-Report mit. [...] Es gebe wahre Rentier-Massaker, sagt Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. „Die Geweihe werden zu Pulver verarbeitet und vor allem in China als Heilmittel verkauft. Zungen sind als Delikatesse gefragt.

Das wollen wir genauer wissen. Welcher Klimaparameter macht den Rentieren – neben den Wilderern – hier angeblich zu schaffen? Paz-online schreibt unter Berufung auf den WWF:

Darüber hinaus macht den Tieren der Klimawandel zu schaffen. Im arktischen Frühjahr ziehen die Rentiere mit ihren frisch geborenen Kälbern aus der waldreichen Taiga nach Norden in die baumlose Tundra. Viele Kälber sterben, wenn sie die eiskalten Flüsse durchschwimmen müssen – anstatt wie früher über das zugefrorene Wasser laufen zu können. An den Flüssen lauern zudem auch die Wilderer. Eisdecken auf dem Schnee (durch gefrorenen Regen) machen es den Rentiere schwer, Futter zu finden. Der WWF fordert daher auch im Sinne der Rentiere einen ambitionierten Klimaschutz, der das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann.

Rentiere lieben die Wärme und hassen die Kälte, suggeriert der WWF. Aber stimmt das? Wir schauen in die vorindustrielle Vergangenheit und staunen: Das Gegenteil ist der Fall. Die Rentiere im arktischen Franz Josef Land hatten ihre größte Population dort vor einigen Jahrtausenden im Mittelholozän, als es dort etwa 1°C wärmer war als heute. Eine darauffolgende Kältephase löschte die Rentierpopulation damals aus. Nachzulesen bei Forman et al. 2000:

The Holocene occurrence of reindeer on Franz Josef Land, Russia
Reindeer are absent historically on the high Arctic islands of Franz Josef Land, Russia. However, shed antlers are common on unglaciated forelands on Hooker, Scot Keltie and Alexandra Land Islands in the archipelago. Radiocarbon dating of 19 new antler remains combined with seven ages reported previously demonstrate the presence of reindeer between c. >6400 and 1300 cal. BP. Reindeer probably occupied Franz Josef Land for much of the Holocene reflecting sufficient forage associated with summer air temperatures 1°C warmer than today and retracted glaciers and snowfields. A prominent neoglacial advance at c. 1000 cal. BP is coincident with inferred extinction of reindeer. Late twentieth-century warming and associated glacier retraction may provide environmental conditions for the immigration of reindeer to Franz Josef Land and other high Arctic areas, similar to earlier in the Holocene.

 

Alexander von Humboldt: Was würde er wohl zur heutigen Klimadebatte sagen?

Beitrag im schweizerischen Tagesanzeiger vom 15. März 2019:

Der erste Klimaschützer
Alexander von Humboldt hat unser Verständnis von der Welt revolutioniert. Ein Trip auf einen Vulkan in den Anden, wo er sich Erkenntnisse qualvoll erwanderte.

Alexander von Humboldt war einer der großen Naturforscher, das ist klar. Aber wie kommt der Autor des Berichts darauf, dass von Humboldt ein “Klimaschützer” gewesen sein könnte? Hat er bereits damals vor den Treibhausgasen gewarnt? Nein. Offensichtlich liegt hier eine gewollte Verwechslung vor, denn von Humboldt war viel eher Naturfreund, Umweltschützer und Naturforscher. Alexander von Humboldt wurde vor 250 Jahren geboren, da wird man noch mehr von ihm dieser Tage lesen. Aber ist es gerechtfertigt, ihn vor den aktuellen Klimahysteriekarren zu spannen? Der Autor des Beitrags tut letztendlich genau das, was schon andere vor ihm getan haben, nämlich von Humboldt für seine persönlichen Zwecke zu instrumentalisieren. Im Artikel heißt es:

Dort, wo [A. v. Humboldt] im 20. Jahrhundert überhaupt eine Rolle spielte, hat man ihn so umgedeutet, wie man ihn brauchte. Die Nationalsozialisten versuchten, ihn als Welteroberer und Herrenmenschen zu instrumentalisieren. In der DDR wurde er zum Vordenker des Sozialismus stilisiert. In Westdeutschland haben ihn viele als abenteuerlustigen Kräutersammler verkannt, dort stand er im Schatten seines staatstragenden Bruders und Bildungsreformers Wilhelm.

Der geistige Kurzschluss im Artikel könnte durch von Humboldts Gletscherforschung in Südamerika verursacht worden sein. Im Jahr 1802 untersuchte er z.B. Antisana-Gletscher in den ecuadorianischen Anden, zu dem es im Artikel heißt

Der Antisana-Gletscher ist allein in den vergangenen 20 Jahren um 350 Meter geschmolzen. Am Ende des Schneefelds stand die Berggruppe plötzlich vor einer fast senkrechten Wand, die es unmöglich machte weiterzugehen. Bevor Humboldt umdrehte, stellte er noch einmal seine Geräte auf. Das Quecksilber im Barometer zeigte 14 Zoll, 11 Linien an, er befand sich folglich auf 5407 Metern über dem Meeresspiegel.

Muss jeder Gletscherforscher automatisch ein Vertreter der Klimaalarmlinie sein? Nein. Denn die Rekonstruktionen der Andengletscher belegen auch bedeutende Rückzugsphasen in vorindustrieller Zeit, zuletzt vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode. Nachzulesen z.B. in einer Klimakartierung von Lüning et al. 2019. Das pdf der Arbeit können Sie kostenlos hier herunterladen (frei verfügbar bis 30. Mai 2019).    

Der Artikel im Schweizerischen Tagesanzeiger schließt in einem schrägen Aktivistentonfall, den sich Alexander von Humboldt sicher verbeten hätte, wenn man ihn heute noch hätte fragen können:

In Zeiten, in denen weder der Multilateralismus noch der Multikulturalismus mehr selbstverständlich erscheint, steht der radikale Multilateralist und Multikulturalist Alexander von Humboldt plötzlich wie ein Prophet da. Und wenn selbst der Präsident der Vereinigten Staaten den menschengemachten Klimawandel leugnet, obwohl wir längst auf einen Klimanotstand zusteuern, dann wirken die zwei Jahrhunderte alten Schriften Humboldts auf alarmierende Weise aktuell.

In die Welt gesetzt wurde diese alberne Idee durch ein Buch der Historikerin Andrea Wulf, welches wie folgt im Wikipedia-Artikel über Humboldt zitiert wird:

„Durch Abholzungen war das Land dort unfruchtbar geworden, der Wasserstand des Sees war gefallen, und nach dem Verschwinden des Buschwerks hatten heftige Regenfälle die Böden von den umliegenden Berghängen gewaschen. Als Erster wies Humboldt darauf hin, dass der Wald die Atmosphäre mit Feuchtigkeit anreichern und kühlen könne – und sprach von der großen Bedeutung der Bäume für die Wasserspeicherung und den Schutz vor Bodenerosion.“

Er habe davor gewarnt, dass Menschen sich mit unvorhersehbaren Folgen für „kommende Geschlechter“ in die Natur einmischen. (Wulf 2016, S. 24.) Diese schwache Begründung für einen angeblichen “Klimaschützer” Humboldt wurde vor dem Tagesanzeiger schon von einigen anderen Publikationen aufgegriffen, z.B. der Welt und Bild.

Übrigens müssen die an diesen Artikeln beteiligten Journalisten durchaus realisiert haben, wie wenig überzeugend diese Charakterisierung von Humboldt begründet werden kann, und haben in allen drei Texten darauf verzichtet, genauer zu erklären, warum Humboldt der erste Klimaschützer gewesen sein soll. Ihnen genügte das Generieren einer reißerischen und irreführenden Überschrift, mit der sie billig ihre tagtägliche “Klimaalarm-Propaganda-Pflicht” erfüllen konnten.

 

Die Sonne im März 2019 und eine Umweltsünde im Namen des Klimas

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser Zentralgestirn befindet sich im tiefen Minimum der Fleckenaktivität. Es dauert bereits 18 Monate an, seit dem Oktober 2017 stieg die mittlere monatliche SSN (für SunSpotNumber) nicht über 20 an. Im vergangenen Monat betrug sie 9,5 und war damit ebenfalls unterdurchschnittlich für den Monat 124 des Zyklus. Im Mittel über alle Zyklen wäre eine SSN von 30 zu erwarten gewesen, wir sahen also nur 33% davon.

Abb. 1: Die Fleckenaktivität des aktuellen Solaren Zyklus (SC) 24 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus, errechnet aus den monatlichen SSN- Zahlen der bisher  vollendeten 23 Zyklen (blau) und der über weite Strecken recht ähnliche Zyklus 5.

 

Wie ordnet sich das gegenwärtige solare Geschehen in die systematisch beobachtete Vergangenheit seit dem Zyklus 1 mit Start im Jahre 1755 ein? Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb. 2: Die Abweichungen vom Mittelwert (blau in Abb.1), aufsummiert über die Zykluslänge von nunmehr 124 Monaten. Der aktuelle Zyklus steht auf einem „gefestigten“ Platz 3 bei den Zyklen mit sehr geringer Fleckenaktivität.

 

Sehr deutlich sieht man den „Absturz“ seit der überdurchschnittlich aktiven Phase der Sonne zwischen Zyklus 17 (Beginn 1933) und dem Zyklus 23 (Ende 2008). Die große Frage betrifft wie immer die Zukunft. Die solaren polaren Felder gehen seit ihrem Höchstwert von 64 centi Gauss, die bis Juli 2018 gemessen wurden, allmählich zurück. Der festgestellte Maximalwert deutet auf einen kommenden im Vergleich zu SC24 leicht stärkeren Zyklus 25 hin, jedoch wird er wiederum unternormal stark werden. Wie lang könnte das Minimum noch andauern? Werfen wir einen Blick auf die Dauer der bisher beobachteten 23 Zyklen:

Abb. 3: Die Dauer in Monaten der bisherigen Zyklen. Der gegenwärtige Zyklus steht bei 124 Monaten, der Mittelwert beträgt 134 Monate.

 

Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Dauer eines Zyklus und der Stärke des folgenden (vgl. Abb.2) geben könnte. Dem ist tatsächlich so:

 

Abb. 4: Der Zusammenhang zwischen Dauer des Zyklus und der Stärke des Folgezyklus wenn man so vorgeht wie in Abb.2 erläutert. Je kürzer der einzelne Zyklus desto stärker der folgende. Der ermittelte Trend ist statistisch hoch signifikant (P=0,00014). Die Streuung der Einzelwerte ist trotzdem recht hoch.

 

Auf der Grundlage der recht sicheren Vorhersage (polare Felder) einer Stärke des folgenden Zyklus etwa vergleichbar mit dem SC 15, sagt der Trend aus Abb.4 eine Dauer des aktuellen Zyklus von 140 +-4 Monaten mit 95% Sicherheit voraus.  Das würde bedeuten, dass das Minimum noch 16 Monate, also bis August (Unsicherheit März…Dezember)  2020 andauern sollte. Jede Vorhersage ist schwierig wenn sie die Zukunft betrifft, wir sind jedoch in guter Gesellschaft von einigen Experten, die sage und schreibe 61 „Prädiktoren“ auswerteten.  Wir benutzten nur zwei.

 

Die Holzofen- Heuchelei

Die Angst vor der Klima- Katastrophe treibt schon mächtige Blüten. Fossile Brennstoffe sind des Teufels, sie erzeugen bei ihrer Verbrennung CO2 und das treibt unseren blauen Planeten früher oder später in Richtung Venus !  Es gibt nun neunmalkluge, die „fossil“ wörtlich nehmen und empfehlen, mit Holz zu heizen, das wäre ja „nachwachsend“ und lag nicht in der Erde. So zu lesen  beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Biomasse wird „zum Wohle des Klimas“ staatlich gefördert: Feuert mit Holz, und ihr werdet belohnt mit Fördermitteln. Sollte die Verbrennung von Holz dem Klima nutzen und der Umwelt gut tun?

In der Wissenschaft wird dies selbstverständlich stark  infrage gestellt.  Holz hat eine vergleichbar geringe Energiedichte und erzeugt pro kW  Wärme zunächst deutlich mehr CO2 als dies fossile Brennstoffe tun. Für dutzende Jahre erhöht sich also der CO2- Ausstoß ohne Not. Ehe gerodete Wälder so nachwachsen, dass sie ihrer Rolle als CO2- Senke (gesunder Wald bindet CO2 aus der Luft) im Kohlenstoffkreislauf umfänglich gerecht werden können, vergehen 40-60 Jahre. Anders ausgedrückt : bei einem 60 jährigen Baum, der gefällt und verbrannt wir, dauert es erneut 60 Jahre bis die Menge freigesetzten CO2 vom nachgepflanzten Baum wieder aufgenommen worden ist. Holzverbrennung ist also nicht klimaneutral, der CO2-Gehalt wird in den nächsten Jahrzehnten mehr erhöht als durch die Verbrennung von Braun-oder Steinkohle!

Darüber hinaus würde das Abholzen des symbolträchtigen deutschen Waldes sicherlich viel Widerstand in der Bevölkerung generieren. So wird für die Produktion von Holz-Pellets halt kräftig in Osteuropa  gerodet und das Holz hierher transportiert. Wie man es dort mit der Aufforstung hält, ist leicht vorstellbar. Systematisch wird also am Ende mehr CO2 erzeugt durch Abholzung und Schwächung der CO2- Senke Wald. Vielleicht sollte man diese einfache, in der Wissenschaft längst vollzogene Herleitung einmal dem „wissenschaftlichen Beirat“ der Bundesregierung vorlegen? Das wird wohl nicht viel nutzen. Denn eine ganze Industrie hat sich gebildet, die es sich mithilfe des Scheinarguments „Klimaschutz“ gut gehen lässt. „Agenturen“ preisen ihre Dienste an und zeigen, wie viel man sparen kann wenn man mit Holz heizt.

Dabei wird in Wirklichkeit nicht nur dem Klima geschadet, sondern vor allem der Umwelt. Jeder Holzofen ist eine staatlich subventionierte Dreckschleuder. Wurden die Vorgaben für Gas/Ölheizungen zu Recht immer strenger und die Emissionen reduziert, so ist dies mit Holzöfen praktisch nicht machbar. Sie erzeugen alle mehr oder weniger gigantische Mengen an Feinstaub, verglichen mit jeder anderen Heiztechnologie. Der empfohlene Einbau von Filtern etc. ist nur ein Feigenblatt, die Technologie an sich  ist dreckig.

Feinstaub? Klingelt es bei Ihnen weil Sie vielleicht im Zusammenhang mit Dieselabgasen sensibilisiert sind? In der öffentlichen Wahrnehmung sind es doch die Fahrzeuge, die stillgelegt gehören, damit wir gesund atmen können! Der Meteorologe und (wieder) Talkmaster Jörg Kachelmann warnt seit Monaten via Twitter vor Holzöfen, Kaminen usw. und prangert die krank machende Umweltsünde an. Wir wollten das überprüfen. In Berlin werden (noch) die Stundenwerte auch für Feinstaub veröffentlicht, in manchen anderen Regionen wurde das inzwischen eingestellt und man bekommt nur noch Tagesmittelwerte. Der Tagesgang ist aber das, was die Quelle von Feinstaub verraten kann. Wir haben auf besonders belastete (windstille) Tage geschaut:

Abb. 5: Der Tagesgang für Feinstaub an der Messstation Berlin- Friedrichshagen während der windstillen Tage 21.3.-23.3. 2019.

 

Hier ist völlig eindeutig, dass es der Verkehr kaum sein kann. Wenn alle zu Hause sind, nach 20:00 Uhr, steigt der Feinstaubgehalt an und  ist über Nacht so hoch wie zu keiner anderen Tageszeit. So ein Verlauf ist mit dem Autoverkehr nicht zu erklären! Viel wahrscheinlicher ist, dass die Kamine und Holzöfen angeworfen werden nach Feierabend und über Nacht kokeln.

Der Grenzwert für Feinstaub beträgt 50µg/m³ Luft und die Holzfeuerung machte an den betrachteten Tagen etwa 50% davon aus. Auch der Verkehr erzeugt Feinstaub, wenn aber die Hälfte schon von völlig unnützen Holzfeuerstellen erbracht wird, braucht man sich über Überschreitungen nicht zu wundern. Sie würden ohne Holzöfen kaum passieren. Der verstörte Dieselbesitzer müsste über Fahrverbote nicht besorgt sein. So aber zittert er vor der nächsten Klage der „Deutschen Umwelthilfe“, der die Gerichte regelmäßig mehr oder weniger unwillig folgen.

Wieso ist es ausgerechnet immer wieder die  „Deutsche Umwelthilfe“, die so um das Wohl unserer Atemluft besorgt ist? Sie ist beteiligt am Projekt „Clean Heat“, das sich für das Heizen mit Holz verwendet und darauf verweist, man könne dies ein bisschen weniger dreckig gestalten. Auf der einen Seite also werden die für die Atemluft insgesamt recht unwirksamen Fahrverbote für Dieselautos durchgedrückt, auf der anderen Seite am Fördertopf kräftig mitverdient. Und zwar zu Lasten der Umwelt, auf Kosten der Gesundheit aller! So ähnlich sieht es auch der unlängst erschienene Bericht der unabhängigen Kommission der Akademie der Wissenschaften. Sie schreibt unter Empfehlungen:

„Für die weitere Feinstaubreduktion ist nicht nur an den Verkehr zu denken. Es empfiehlt sich daher eine bundesweite, ressortübergreifende Strategie zur Luftreinhaltung, die neben Stickstoffdioxid sowie primärem und sekundärem Feinstaub weitere Schadstoffe und Treibhausgase aus allen Quellen berücksichtigt – darunter auch Landwirtschaft und Holzfeuerung.“ (S.9)

und:

“Die Zahl von Holzöfen hat aufgrund staatlicher Förderprogramme in den letzten Jahren stark zugenommen. Holzöfen (Einzelraumfeuerstellen) emittieren im Alltagsbetrieb häufig deutlich mehr Feinstaub als auf dem Typenschild angegeben. Dazu tragen unter anderem minderwertige Brennstoffe, falsches Anfeuern mit starker Rauchentwicklung und ein schlecht regulierter Verbrennungsprozess bei. Auch wenn nur noch emissionsärmere Öfen installiert werden dürfen und ältere Modelle stillgelegt werden, rangiert ihr Anteil an den direkten Emissionen von PM2,5 inzwischen deutlich über dem von Verbrennungsmotoren. Der Beitrag der Holzöfen zur Immission ist regional und saisonal stark unterschiedlich. In Wohngebieten mit vielen Holzöfen werden vor allem in den Abendstunden sehr hohe PM2,5-Immissionswerte gemessen. Über Feinstaub hinaus tragen Holzöfen auch zur Belastung mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei.“ (S.45)

Das ist wohl ziemlich eindeutig. Holzöfen verpesten die Umwelt mehr mit Feinstaub (deutlich gefährlicher als NOx) als Verbrennungsmotoren, auch wenn „emissionsärmere“ Anlagen installiert werden. Das ganze Holzheizgedöns ist klimatisch bedenklich wie oben gezeigt und eine einzige Umweltbelastung, die von skrupellosen Geschäftemachern verursacht wird. Unvollständige Verbrennung bei Temperaturen unterhalb 800 Grad generiert aus Chlorid im Holz Dioxine, dies gilt erst recht, wenn in der offenen Feuerstelle Abfälle auch noch kostengünstig „entsorgt“ werden. Das ist alles schon lange bekannt, nichts passiert. Ein neuer „schleichender“ Dioxinskandal?

Auch der Bericht der Akademie der Wissenschaften mit den klaren Worten zur Holzfeuerung ging durch viele Medien, leider ohne diese klaren Worte zu erwähnen. Auch in der aktuellen Berichterstattung über neue Forderungen des Umweltbundsamtes zur Reduktion von Feinstaub wird reflexartig auf Dieselfahrzeuge gezeigt, die größere und völlig unnütze Sünde jedoch mit keinem Wort erwähnt.  Wir holen das hier gerne nach.

Warum die Bundesregierung hier nicht entschlossen  handelt bleibt unklar. Auf die Einflüsterungen von naseweisen „Klimapäpsten“ hatte sie gehört. Nach Biogas aus Mais und Palmöl  (nicht CO2 -neutral) und dem Wahnsinn mit dem Biosprit aus Getreide, ist das der dritte Fall, wo es heißt: klimaneutral gedacht und Umwelt kaputt gemacht. Es wird Zeit, dem gemeingefährlichen Unsinn der Holzverbrennung ein Ende zu setzen. Wie wär es mit dem Ausstieg aus der Holverbrennung bis 2030? „Scientists for future“, bitte übernehmen Sie!

 

Potsdamer Erinnerungslücken bei der Klimageschichte

Der Deutschlandfunk arbeitet eng mit Vertretern der alarmistischen Klimalinie zusammen, so auch in einem Beitrag vom 29. März 2019, in dem der PIK-Mann Stefan Rahmstorf erklärt:

 „Da werden dann Dinge behauptet, dass es im Holozän, also in den letzten 10.000 Jahren schon mal global mehrere Grad wärmer gewesen sein soll als heute. Was einfach wissenschaftlich falsch ist. Und wenn man nach den Belegen fragt, kommen Standardbehauptungen der Klimaskeptiker, die schlichtweg falsch sind.“

Wer sich ein wenig in der Klimageschichte auskennt, muss bei dieser Rahmstorf-Aussage schmunzeln. Denn das sogenannte ‘Holozäne Thermische Maximum’ (HTM) vor 8000 Jahren war eine sehr warme Phase während der es an vielen Orten der Erde um ein oder mehr Grad wärmer war als heute. Die belegen eine Vielzahl von Fallstudien aus aller Welt. Eine globale Synthese hingegen gibt es noch nicht. Diese Lücke nutzt Rahmstorf geschickt und zitiert daher indirekt eine viel kritisierte Studie von Marcott et al. 2013, die eine nur geringe Erwärmung im HTM suggeriert. Jene Autoren wählten jedoch vor allem Studien aus den Meeresgebieten, während sie das Land weitgehend aussparten. Insofern ist Rahmatorfs Argument nicht stichhaltig, die Grundlage nicht belastbar.

Auszug aus der Informationsseite “Klimawandel in Deutschland“:

[Betrachtet] man den Referenzzeitraum auf die letzten 10.000 Jahre, so wird klar, dass es eine ganze Reihe von Warm- und Kältephasen in vorindustrieller Zeit gegeben hat. In der Wissenschaft wird hier von klimatischen Millenniumszyklen gesprochen, da sich die Änderungen im Takt von 1000-2000 Jahren ereigneten. Die Zyklen sind aus allen Erdteilen beschrieben worden und könnten zumindest einen Teil ihres Antrieb aus der schwankenden Sonnenaktivität beziehen. Andere Forscher nehmen einen klimasysteminternen Puls an.

Eine derartige Millenniumszyklik wurde auch in der sauerländischen Bunkerhöhle von einer Gruppe um Jens Fohlmeister nachgewiesen. Rhythmische Änderungen in den Sauerstoffisotopen in Tropfsteinen zeigen über die vergangenen 11.000 Jahre einen fortlaufenden natürlichen Klimawandel, bei dem das System zwischen warm/feucht und kalt/trocken schwankte (Abb. 1). Der Wechsel zwischen der Kältephase der Völkerwanderungszeit, MWP und Moderner Wärmeperiode ist in der Höhlenrekonstruktion gut erkennbar.

Eine besonders warme Phase stellte das sogenannte Holozäne Thermische Maximum (HTM) dar, das sich in der Zeit 8000-5500 Jahre vor heute ereignete. Kühl & Moschen 2012 rekonstruierten die Temperaturen dieser Klimaepisode für das Dürre Maar anhand von Pollen. Es zeigte sich, dass die Temperaturen in der Eifel damals um mehr als ein Grad über dem heutigen Wärmeniveau lagen (1990-2017, Abb. 1), bzw. fast zwei Grad, wenn man das kühlere Referenzintervall 1961-1990 zum Maßstab nimmt.

Die Juli-Temperaturen der Eifel lagen während des HTM bei 18,0-18,5°C, wohingegen an der nächstgelegenen Wetterstation Manderscheid im DWD-Referenzintervall 1961-1990 ein Juli-Durchschnittswert von 16,3°C gemessen wurde (Kühl & Moschen 2012). Temperaturen ähnlich dem heutigen Niveau wurden auch in einer Tropfsteinstudie aus der Hölloch Höhle in den Bayerischen Alpen für HTM und Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) nachgewiesen (Wurth et al. 2004).

Der Antrieb der bedeutenden vorindustriellen Temperaturschwankungen in Deutschland und anderen Teilen der Erde wird in der Wissenschaft noch diskutiert. Vieles deutet auf eine Beteiligung der Sonne sowie Ozeanzyklen hin. Hierfür spricht auch eine Studie des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) zum Meerfelder Maar in der Eifel. Bei ihrer Analyse stießen die Forscher auf eine abrupte Klimaverschlechterung die vor knapp 2800 Jahren begann und fast 200 Jahre andauerte. Die Wissenschaftlergruppe um Celia Martin-Puertas konnte in ihrer Arbeit zeigen, dass die Abkühlungsphase zeitgleich zu einer solaren Schwächephase verlief.

 

Abbildung 1: Natürliche Klimaschwankungen im Sauerland während der vergangenen 11.000 Jahre, rekonstruiert auf Basis von Sauerstoffisotopenschwankungen (δ18O) von Tropfsteinen der Bunkerhöhle. Einheit in Promille der Sauerstoffisotope. CWP=Moderne Wärmeperiode (Current Warm Period), MWP=Mittelalterliche Wärmeperiode, DACP=Kälteperiode der Völkerwanderungszeit (Dark Ages Cold Period), RWP=Römische Wärmeperiode. Alterskala zeigt Jahre vor 1950 (Years BP, before ‚present‘=1950). Daten von Fohlmeister et al. 2012, heruntergeladen von https://www.ncdc.noaa.gov/paleo/study/20589

 

Gletscherschwund: Hätten Sie’s gemerkt?

Von Uli Weber

In der öffentlichen Klimadebatte arbeiten Wissenschaft und Medien offenbar eng zusammen. Ihre individuellen Beiträge sind zunächst eher harmlos und entwickeln ihre klimareligiöse Wirkung erst gemeinsam beim interessierten Betrachter, wenn vorsichtige wissenschaftliche Formulierungen auf steile Überschriften treffen. Die „Fridays for Future“-Schülerdemonstrationen erhalten nicht nur eine hohe mediale und öffentliche Aufmerksamkeit, sondern sie werden auch begleitet von immer neuen alarmierenden Berichten über Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg. Im Teletext von RTL wurde beispielsweise am 8. April 2019 gemeldet, „Gletscherschwund nimmt stark zu“:

 

Abbildung: Screenshot vom RTL Teletext am 8. April 2019 um 22:48 Uhr

 

Ein zunehmender Gletscherschwund ist zunächst eine sehr aufrüttelnde wissenschaftliche Aussage. Und diese Aussage ruft bei einem interessierten und wohlinformierten Bundesbürger sofort Assoziationen von schneefreien Hochgebirgen und überschwemmten Pazifikinseln hervor. Schließlich hat ja jeder von uns bereits in Medienberichten die unterschiedlichsten Bilder von abschmelzenden Gletschern und Überschwemmungskatastrophen gesehen, manch einer hat solche Ergebnisse oder Ereignisse sogar schon einmal selber direkt vor Ort miterlebt. Und wenn wir uns jetzt genügend gegruselt haben, dann schauen wir uns einmal die hier vermittelte Faktenlage etwas genauer an:

Aussage: Gletscherschwund nimmt stark zu

Meeresspiegelanstieg: 1 Millimeter / Jahr

Gletscherschwund: 335 Milliarden Tonnen Eis / Jahr

Überschlagsrechnung: Die Erdoberfläche ist zu 70,7 Prozent mit Wasser bedeckt, das sind etwa 361 Millionen Quadratkilometer, von denen allein etwa 321 Millionen Quadratkilometer auf die Ozeane entfallen. Und auf dieser Fläche steigt das Wasser nun um 1 Millimeter pro Jahr. Die Fläche von 321 Mio. qkm multipliziert mit 1mm Meeresspiegelanstieg ergibt ein jährliches Volumen von 321 Milliarden Kubikmetern, was bei 1Tonne (=1.000kg) pro Kubikmeter in etwa dem dort angegebenen jährlichen Gletscherschwund entspricht.

Das war’s auch schon, wenn also 335 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr abschmelzen, steigt der Meeresspiegel global um einen Millimeter, basta! Wie gerade gezeigt wurde, ist diese Berechnung zwar richtig, aber völlig trivial. Es fehlt hier also jeglicher Beweis für die Kernaussage der obigen Horrormeldung, nämlich für einen stark zunehmenden Gletscherschwund.  

Aber es kommt noch viel schlimmer: Denn der natürliche Meeresspiegelanstieg wird üblicherweise mit knapp 2 mm /Jahr angegeben, Wikipedia nennt beispielsweise 1,7 mm/Jahr für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und durchschnittlich 3,2 mm pro Jahr im Zeitraum von 1993 bis 2010. Die Angabe eines deutlich höheren 17-jährigen Durchschnitts zum Ende der Messperiode für einen 109-jährigen Durchschnittswert, der ja bereits denselben Zeitraum mit überdeckt, weist zunächst einmal auf einen vorliegenden Datenkonflikt hin.
Eine aktuelle Abbildung für den Meeresspiegelanstieg findet sich dann beispielsweise auf EIKE:

Abbildung zum Meeresspiegelanstieg aus dem Artikel „‚Klima-Status-Bericht-2018/19‘ : Klima-Alarmisten in Nöten !“ von Klaus-Eckart Puls am 9. April 2019 auf EIKE

 

Und nun wird auch klar, warum auf Wikipedia zwei Durchschnittswerte für den globalen Meeresspiegelanstieg angegeben werden, nämlich einerseits Pegelmessungen für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und andererseits Satellitenmessungen für den Zeitraum von 1993 bis 2010; allerdings hatte man dort einfach „vergessen“, explizit auf den messtechnischen Unterschied zwischen diesen beiden Datensätze hinzuweisen und sich stillschweigend eines Äpfel&Birnen-Vergleichs bedient.
Dramatisch ist hier aber allein die Tatsache, dass die Wissenschaft seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht in der Lage gewesen sein soll, die Diskrepanz zwischen Pegel- und Satellitendaten abschließend auszuräumen. Es wäre ein Zeichen von allerhöchster wissenschaftstechnischer Inkompetenz, wenn diese Differenz der Satellitenmessungen von etwa 100 Prozent gegenüber den langjährigen Pegelmessungen tatsächlich noch immer nicht aufgeklärt worden sein sollte. Und als einziger Grund dafür bietet sich die Vermutung an, dass der kürzere Datensatz systembedingt fehlerbehaftet ist; aber offenbar sind diese Satellitendaten mit 3,2 mm/Jahr so schön alarmierend, dass man eine solche Illusion für den zu missionierenden Durchschnittsbürger unbedingt aufrechterhalten muss…

Anmerkung: Der Autor hatte den Eindruck gewonnen, dass offenbar bei der Satellitenaltimetrie zur Meeresspiegelermittlung die Daten von zwei getrennten Meßsystemen zunächst addiert werden, was bei der Übertragung einer solchen Datenmenge zunächst ja auch Sinn machen würde, weil dadurch der Datenstrom halbiert wird. Allerdings müssten diese Daten an irgendeiner Stelle des weiteren Bearbeitungsweges dann noch durch „2“ geteilt werden, was aber anscheinend unterbleibt. Es könnte sich bei dieser Diskrepanz zu den Pegelmessungen also um einen ganz einfachen Bearbeitungsfehler aus der Frühzeit der Satellitenmessungen handeln, von dem man sich aus alarmistischen Gründen jetzt nicht mehr ohne Gesichtsverlust lösen kann. Dagegen kommt Thomas Wysmuller in seinem Vortrag auf der 12. Internationale EIKE-Klima- und Energiekonferenz (IKEK-12) am 23. und 24. November 2018 zu dem Ergebnis, dass in den Berechnungsmodellen für die Meeresspiegelermittlung aus Satellitendaten die glaziale isostatische Korrektur (GIA) mit einem falschen Vorzeichen angebracht wird und sich dadurch der Schmelzwassereffekt verdoppelt. Aber wie dem auch sei, eine korrekte Bearbeitung der globalen Satellitenmessungen würde in beiden Fällen deren aktuelle Ergebnisse zum globalen Meeresspiegelanstieg in etwa halbieren und damit auf die Größenordnung der langjährigen Pegelmessungen zurückführen.

Zwischenergebnis: Mit den Fakten aus der fraglichen RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 hätte sich der globale Meeresspiegelanstieg also aktuell halbiert oder gar gedrittelt, was die zugrunde liegende Veröffentlichung der „Forscher aus Zürich“ aber sicherlich so nicht vermitteln wollte.

Nach einiger Recherche konnte schließlich die Originalquelle für die Aussage aus dem RTL Teletext ermittelt werden. Es handelt sich offenbar um den NATURE- Artikel  von Zemp et al. (2019) „Global glacier mass changes and their contributions to sea-level rise from 1961 to 2016”. Dort heißt es im Abstract, Zitat mit Hervorhebungen:

Here we use an extrapolation of glaciological and geodetic observations to show that glaciers contributed 27 ± 22 millimetres to global mean sea-level rise from 1961 to 2016. Regional specific-mass-change rates for 2006–2016 range from −0.1 metres to −1.2 metres of water equivalent per year, resulting in a global sea-level contribution of 335 ± 144 gigatonnes, or 0.92 ± 0.39 millimetres, per year.”

Damit werden die Informationen aus der RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 zunächst einmal bestätigt, allerdings nur durch das 10-jährige Mittel im Zeitraum 2006–2016. Die Gletscherschmelze zwischen 1961 und 2016 soll dagegen einen Beitrag von 27 ± 22 Millimeter zum globalen Meeresspiegelanstieg geliefert haben; das wären für diesen Datensatz rein rechnerisch also 0,49mm jährlich, allerdings wegen eines verstärkten Anstiegs 2006–2016 mit einer deutlichen Tendenz zu noch geringeren Werten für den Zeitraum bis 2006 sowie einer völlig unsinnigen Fehlerschwankung.

Auffällig sind hier zunächst zwei völlig unterschiedlich lange Datensätze mit gleichem Enddatum, wie wir das ja bereits aus Wikipedia kennen. Zemp et al. (2019) wollen also einen Anstieg der Gletscherschmelze für den Zeitraum 2006-2016 gegenüber 1961-2016 ermittelt haben und bleiben dabei ausgerechnet den ihre Argumentation stützenden niedrigeren jährlichen Vergleichswert für den Zeitraum 1961 bis 2016 schuldig. Üblicherweise ist echte Wissenschaft immer bestrebt, eindeutig nachvollziehbare Beweise für eine konkrete Aussage beizubringen, und dazu gehören in diesem Fall nun einmal direkt vergleichbare Jahreswerte. Und anstatt die beiden benutzten Zeitreihen direkt auf einander abgestimmt zu haben und daraus dann ihre Argumentation schlüssig und reproduzierbar abzuleiten, heißt es bei Zemp et al. (2019), Zitat mit Hervorhebungen:

Although statistical uncertainty ranges overlap, our conclusions suggest that glacier mass loss may be larger than previously reported. The present glacier mass loss is equivalent to the sea-level contribution of the Greenland Ice Sheet, clearly exceeds the loss from the Antarctic Ice Shee, and accounts for 25 to 30 per cent of the total observed sea-level rise.”

Die Formulierung „our conclusions suggest“ heißt übersetzt „unsere Schlussfolgerungen schlagen vor (besser: legen nahe)“, und selbst die nachfolgende Kernaussage von Zemp et al. (2019) zur konkreten Gletscherschmelze bleibt dann noch im Konjunktiv. Im Bergbaumilieu würde man eine solch überschwere sprachliche Sicherheitsausrüstung als „zugebundene Hose plus Gürtel und Hosenträger“ bezeichnen. Nicht etwa die „vorgelegten Daten beweisen“ oder „weisen (wenigstens) darauf hin“, sondern persönliche „Schlussfolgerungen schlagen (eine Möglichkeit) vor“.

Am Ende stellt die Forschergruppe um Zemp also fest, ihre Schlussfolgerungen legen nahe, der Gletscherschwund könne größer sein als bisher berichtet – also ausdrücklich nicht, dass ihre Daten tatsächlich die medial verbreitete Schlagzeile beweisen, dass der momentane Gletscherschwund größer ist als bisher berichtet wurde.

Von daher ist den Nachrichtenmachern von RTL Teletext der Konjunktiv im Schlußsatz ihrer Meldung vom 8. April 2019 hoch anzurechnen, denn sie hatten die Kernaussage von Zemp et al. (2019) offenbar richtig verstanden – aber wer von den Lesern hat’s wohl überhaupt bemerkt oder gar zutreffend eingeordnet?

Abschlussfrage: Was unterscheidet seriöse Journalisten und Wissenschaftler von käuflichen Mietmäulern?

Antwort: !vitknujnoK reD  (<= hier bitte von rechts mit dem Lesen beginnen)

Am Ende dieser Analyse muss man nämlich feststellen, dass sowohl die Nachrichtenmacher als auch die betreffenden Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit eine haarsträubend falsche Schreckensmeldung korrekt im Konjunktiv vermittelt hatten. Beide können also überhaupt nichts dafür, wenn ein alarmierter Betrachter zu der völlig irrigen Annahme kommen sollte, der globale Gletscherschwund würde tatsächlich stark zunehmen.

 

Vom Entstehen der Klimareligion

Lesenswerter Beitrag von Thomas Spahn am 7. April 2019 auf Tichys Einblick:

Es begann nicht mit Thunberg: Vom Entstehen der Klimareligion

Das Entstehen einer neuen Religion begann in einer Zivilisation, die aufgrund der moralischen Brüche ihrer Geschichte alle Voraussetzungen in sich trug, die neue Religion begierig in sich aufzunehmen.

Noch wirkt es eher satirisch, wenn Kritiker den Kult um die schwedische Autistin Greta Thunberg mit Heiligenverehrung vergleichen, wenn eine Scheinheilige wie Kathrin Göring-Eckardt Thunberg zu einer Prophetin verklärt und Skeptiker von einer „Klimareligion“ sprechen, der sich vor allem junge Menschen unreflektiert anschließen, dafür mit Vorsatz und als Zeichen ihres Widerstandes gegen was auch immer mit Segen ihrer Eltern ihre Ausbildung schwänzen.

Anhänger des neuen Kultes reagieren daher auch überaus gereizt, werden sie auf diese Entwicklung angesprochen. Dem Hinweis darauf, dass das Diktat der Klimarettung sich auf der metaphysischen Ebene religiöser Heilserwartungen bewege, wird mit Hinweis auf die vorgebliche Wissenschaftlichkeit der Klimaanalytiker begegnet. Nichts habe der Einsatz für den „Klimaschutz“ zu tun mit irrationalen Weltvorstellungen – alles hingegen mit einer wissenschaftlich-sachlichen Betrachtung der Wirklichkeit.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Anfang Oktober 2018 stellte der IPCC seinen neuen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel vor. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Gutachterprotokolle und Antworten der Autoren gleichzeitig veröffentlicht werden, um die Qualitätssicherung des Berichts zu dokumentieren. Nicht so beim IPCC. Der ließ zunächst einmal genüsslich die Medienlawine abrollen. Selbst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Berichts sind die Gutachterprotokolle noch immer nicht online, schauen Sie selbst (Stand 10.4.2019. Wir berichteten bereits hier an dieser Stelle.

Auch anderen ist dieser Transparenz-Mangel bereits aufgefallen. Am 3. April 2019 berichtete Izuru in seinem Blog über den Fall:

Half a Year

I’m a couple days early with this, but I wanted to get this posted so I don’t forget. Half a year ago (on October 7th, I believe), the IPCC announced the publication of its Special Report on Global Warming of 1.5°C. Along with this announcement was a major media blitz to get people to look at the report. In response to this, I asked a natural question, when would the IPCC release the draft versions of the report and the reviewer comments on those drafts? The IPCC had said it’d release that material when it published the report, but in response to my question, the IPCC said:

[...]

It’s now been about four more months, half a year since the IPCC engaged in its media blitz about the publication of this report, and the IPCC still hasn’t released any of the material it said it’d release when it published the report. Is the IPCC ever going to publish this material? If it doesn’t, would anyone care? I’m not sure. Nobody seems to care the IPCC blatantly lied during its media campaign.

*The changes go far beyond simple copy-editing, with entire paragraphs being changed, deleted or even created from scratch. Not only was this fact hidden from the public, no explanation has been provided as to how such changes are reviewed since there was no opportunity for outside reviewers to comment on them.

Ganzen Beitrag hier lesen.

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Beitrag von Winfried Wolf am 5. April 2019 auf den Nachdenkseiten:

Lassen Sie uns doch mal über Verkehr reden – Teil 3: Sackgasse Elektromobilität
Die Weltautobranche erlebte in jüngerer Zeit mehrere ökonomische und Glaubwürdigkeitskrisen. Ein Ausweg bot dabei immer: eine neue Reformidee. Katalysator. SwatchCar. Biosprit. Und jetzt das Elektro-Auto. Allen diesen „inneren Reformen“ der Autogesellschaft gemein ist: Am Ende wurden die Zahl der Autos auf dem Planeten erhöht, die Auto-Dichte in den Metropolen gesteigert, die Umwelt, das Klima und die Gesundheit von Hunderten Millionen Menschen stärker belastet. Dabei sind gerade die Versprechungen der „Elektromobilität“ tönern. Sie werden in zehn Jahren ebenso Schall und Rauch sein wie bei den Versprechungen, die es bei den vorangegangenen Reformideen gab.

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Mittlere globale Temperaturen steigen logarithmisch mit den CO2-Konzentrationen – nicht linear, wie vom IPCC behauptet

Von Otto Glinzer

Zuverlässige Extrapolationen in die Zukunft, ein wesentliches Anliegen der derzeitigen Klimaforschung, basieren auf der Fähigkeit, die bisherigen CO2-Konzentrations-bedingten Temperaturerhöhungen genau beschreiben und von natürlichen tempe­ratur­ver­än­dern­den Einflußgrößen wie Multidekaden-Oszillationen der Ozeane (im 20. Jahrhundert vor allem der AMO-Schwingung) unterscheiden zu können. Solche Überlegungen fehlen im IPCC-Report „Climate Change 2013 – The Physical Science Basis“ trotz seines Umfangs von 1550 Seiten. Auf Seite 60 wird der AMO-Einfluß abgetan mit den Worten the AMO is assessed with high confidence to have made little contribution to the GMST trend between 1951 and 2010 (considerably less than 0.1°C)“, und auf Seite 27 wird behauptet „Cumulative total emissions of CO2 and global mean surface temperature (GMST) response are approximately linearly related“.

Der IPCC setzt sowohl bei der Beschreibung der Gegenwart als auch bei seinen Zukunftsprognosen auf Simulationen, die er „model experiments“ (S. 79) nennt, obwohl für Dritte kaum nachvollziehbare Berechnungen aus Simulations-Modellen nichts mit echten physikalischen Experimenten und ihrer Aussagekraft zu tun haben. Nachvollziehbar und ohne Simulationen läßt sich aus den öffentlich zugänglichen Daten zu CO2-Emissionen, -Konzentrationen und mittleren globalen Oberflächen-Temperaturen herleiten, daß die globale Erwärmung nicht linear, sondern logarithmisch mit der atmosphärischen CO2-Konzentration (bzw. kumulativen CO2-Emissionen) zusammen­hängt.

 

Bild (a) zeigt, daß die mittleren globalen Temperaturen T um den vom IPCC behaupteten Zusammenhang T = m/1600 (m=kumulative CO2-Emissionen bis zum betrachteten Jahr) schwingen. Bild (b) verdeutlicht diese Schwingung durch Differenzbildung. Die Schwin­gung hat eine Periode von ca. 68 Jahren, schwingt aber nicht um die Null-Linie, sondern um eine schräg liegende Gerade, die durch gleitende Mittelwerte über die Periode der Schwingung erzeugt wurde.

In Bild (c) wurde die IPCC-Funktion T = m/1600 durch die logarithmische Funktion

(1) T = 3,1*ln(C/C0) (°C)

ersetzt, die 2017 ebenfalls den Wert 1°C angenommen hat (C=407 ppm, C0=295 ppm), als die kumulativen CO2-Emissionen 1600 Gt erreichten. Die dadurch erzeugte Multidekaden-Oszillation schwingt um die Null-Linie, und zwar vollkommen synchron zur „Atlantischen Multidekaden-Oszillation“ (AMO). Der AMO-FAQ-Seite der NOAA AOML Physical Oceanography Division kann man entnehmen, daß die AMO die globale Erwärmung überlagert, so wie es in Bild (c) verdeutlicht wird (grüne Kurve). Sie ist natürlichen Ursprungs und in Baumringen und Eisbohrkernen bis zu 1000 Jahre in der Vergangenheit beobachtbar.

Sowohl in Bild (b) als auch in Bild (c) ist zu erkennen, daß die Mittelwerte über je eine Schwingungsperiode von 68 Jahren (d.h. +-34 Jahre) – die bei einer gleichmäßigen Schwingung den Wert 0 haben müssen – ab ca. 1973 immer mehr ins Negative gehen. Darin kommt zum Ausdruck, daß neben der AMO auch die „Pazifische Dekaden-Oszillation“ (PDO) die globalen Temperaturen beeinflußt. In den 1990er Jahren ging der temperaturerhöhende Einfluß der AMO allmählich zurück, und die in einer negativen Phase befindliche PDO wurde dominant – siehe Publikation Steinman et al. (2015), in der die Erwärmungspause Anfang der 2000er Jahre ebenfalls auf die plötzliche Dominanz der PDO nach ca. 100 Jahren AMO-Dominanz in Zusammenhang gebracht wurde. Die rote Kurve der Perioden-Mittelwerte der in Bild (c) gelb dargestellten Multidekaden-Oszillation liegt zwischen ca. 1927 und 1973 exakt auf der Null-Linie; d.h. zwischen ca. 1895 und 2005 wurden die Temperaturmeßwerte von einer sehr gleichmäßigen Schwingung überlagert. Mittelwertbildung von Temperaturmeßwerten über je 68 Jahre eliminiert die überlagerte Schwingung, so daß man auf der Ebene dieser Periodenmittelwerte berechnen kann, welche Funktion mit welchen Parametern die globale Erwärmung optimal beschreibt: Es ist eindeutig der logarithmische Zusammenhang ln(C/C0) mit dem Faktor 3,1 +- 0,05 °c. Genaueres dazu findet man unter der Adresse cdatac.de.

Bild (d) zeigt das Ergebnis: Der von AMO und (ab 1995) PDO überlagerte logarithmische Zusammenhang beschreibt die mittleren globalen Temperaturen von 1855 bis heute sehr genau.

Formel (1) kann verwendet werden, um CO2-Konzentrationen Temperaturen zuzuordnen, die auf der Basis von Szenarien mit Hilfe des Bern Carbon Cycle Modells berechnet wurden. Das IPCC-Szenario RCP6.0 nimmt gleichbleibende Pro-Kopf-Emissionen von ca. 5 t CO2/Jahr an (den Wert, der seit ca. 1970 nahezu konstant blieb), beschränkt aber den Bevölkerungszuwachs bis 2100 auf 10 Milliarden. Unter diesen Umständen würde ca. 2045 die 1,5°-Grenze bei einer kumulierten CO2-Emission von ca. m=2750 Gt erreicht werden, und erst 2080 würde die 2°-Grenze bei m=4300 Gt geschnitten werden. Wenn man hingegen annimmt, daß weiterhin – wie seit 1970 – alle 12 Jahre eine Milliarde mehr Menschen auf der Erde leben, würde sich die Bevölkerungszahl bis 2100 fast auf 14,5 Mrd verdoppeln. Die 1,5°-Grenze würde weiterhin im Jahr 2045 bei m=2750 Gt erreicht werden, aber bereits 2070 würden 2°C globale Erwärmung gemessen werden (bei m=4200 Gt).

Der langsamere Temperaturanstieg infolge des logarithmischen Zusammenhangs verhindert also nicht das Überschreiten der in Paris propagierten 2°-Grenze; aber es bleibt mehr Zeit, sowohl für Gegenmaßnahmen als auch für Anpassungen an wärmeres Klima. Es besteht kein Grund zu Alarmismus und unüberlegtem Aktionismus.

„Klimaschutz“-Maßnahmen (wie der teure Verzicht auf CO2-Emissionen bei Energie-Gewinnung, Heizung, Verkehr usw.) haben eine ähnliche Problematik wie (einseitige) Abrüstung: Wenn nicht alle mitmachen, schwächt sich derjenige selbst, der in Vorleistung tritt, stärkt damit andere, verdrängt Emissionen in andere Länder, und für die Welt ist nichts gewonnen. Im Unterschied zum Abrüstungs-Dilemma gibt es jedoch eine Alternative: Verzicht auf CO2-Emissionen nicht als planwirtschaftlich durchgesetzte (Zwangs-)Maßnahme für einzelne Länder – was nichts bringt, weil fossile Energien dadurch für die Länder, die nicht mitmachen, konkurrenzlos günstig würden -, sondern als Folge einer Verdrängung vom Markt durch die Entwicklung billigerer und emissionsfreier Energiegewinnungsverfahren. Der Einsatz finanzieller Mittel für solche Entwicklungen wäre weitaus sinnvoller als die Finanzierung letztlich wirkungslosen und schädlichen Verzichts.

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Zuerst erschienen auf Climate Data Check