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Ganz sicher keine Erwärmungspause! Die Daten dazu haben wir aber leider verloren…

In den USA bringen viele Klimawissenschaftler derzeit ihre Daten in Sicherheit. Sie haben Angst, dass US-Präsident Trump die Messergebnisse löscht. Ausgenommen davon ist eine Gruppe der National Oceanographic and Atmospheric Administration (NOAA) um ihren ehemaligen Chef Thomas Karl. Sie haben ihre Daten bereits “verloren”, und das offenbar sogar vorsätzlich. Karl und Kollegen hatten kurz vor dem Pariser Klimagipfel 2015 ein Paper im Fachblatt Science herausgebracht, dass die Staatenchefs zur Unterschrift unter das Klimaabkommen motivieren sollte. Ihre Hauptaussage: Die Erwärmungspause existiere gar nicht. Tausende von Wissenschaftlern sollten sich geirrt haben. Entgegen den wissenschaftlichen Geflogenheiten versäumten es die Autoren des “Pausebuster-Papers” jedoch, die in ihrer Analyse verwendeten Daten öffentlich zu archivieren. Selbst auf Nachfrage stellten sie die Datenreihen interessierten Kollegen nicht zur Verfügung. Als der öffentliche Druck zur Verifizierung der Ergebnisse immer größer wurde, suchte man bei der NOAA den Computer und die Software, mit dem die Science-Untersuchung durchgeführt wurde. Die Überraschung war groß als die Wissenschaftler erklärten, der Computer musste samt Programm “wegen technischer Defekte” entsorgt werden. Es gäbe somit keine Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt der wichtigen Studie zu überprüfen, we are very sorry for this.

Würde es sich um eine esoterische Nischenwissenschaft handeln, könnte man einfach mit der Schulter zucken und die Sache auf sich beruhen lassen. In diesem Fall jedoch geht es um nichts anderes als einen Teil der Begründung für den Totalumbau der Industriegesellschaft. Unter diesem Hintergrund ist das Fehlen der Daten schlichtweg unakzeptabel. Im Sport entspräche dies einer bewusst verpassten Dopinprobe, was zur Sperrung des Athleten führen würde. Nicht so jedoch in den Klimawissenschaften, wo scheinbar Sonderregeln gelten. Die Zeitschrift Science hätte das Paper umgehend zurückziehen müssen. Dies ist bis heute nicht passiert. Der Präsident der American Association for the Advancement of Science (AAAS) – unter dessen Aufsicht Science erscheint – erklärte am 7. Februar 2017, dass er keine Veranslassung sehe, das Paper zurückziehen zu lassen, alles wäre bestens. Allerdings beschäftigt sich nun immerhin der US-Kongress mit dem Vorfall und fordert von der NOAA die Übergabe wichtiger Dokumente zur Studie. Während sich die NOAA unter dem ehemaligen Präsident Obama noch in Sicherheit wog, könnte die fortwährende Verweigerung zur Kooperation nun ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Auch die NOAA selber kündigte eine interne Untersuchung der Vorwürfe an, wobei hier vermutlich keine echten Resultate erwartet werden können. Man darf gespannt sein, wie dieser Krimi ausgeht. Die NASA scheint ihre Zuständigkeit für die Klimawissenschaften bereits auf Betreiben der neuen US-Regierung verloren zu haben. Schlechte Nachrichten insbesondere für das NASA-eigene GISS-Institut, das in der Vergangenheit vielfach mit schwer nachvollziehbaren Temperaturdatenveränderung aufgefallen war und das von einem bekennenden Klimaaktivisten geleitet wird.

Weshalb dieses Katz-und-Maus spiel? Gibt es hier vielleicht etwas, was besser nicht ans Licht kommen sollte? Wie haben es Thomas Karl und NOAA-Kollegen eigentlich geschafft, die akzeptierte Erwärmungspause zu durchbrechen? Ein ehemaliger NOAA-Wissenschaftler durchbrach nun die Mauer des Schweigens und wandte sich mit pikanten Interna an die Öffentlichkeit. John Bates ging erst kürzlich in Ruhestand, was ihm nun ermöglicht, frei über die Abläufe zu Paper hinter den Kulissen zu sprechen. Er verriet, dass das Karl-Manuskript im Hause eine Sonderbehandlung erfuhr und von der ansonsten bei der NOAA üblichen fachlichen Überprüfung ausgespart wurde. Kritik einiger Mitarbeiter an seiner Studie ignorierte der ehemalige NOAA-Direktor Thomas Karl einfach und drückte das Paper mit Hochdruck zur rechtzeitigen Publikation für die Pariser Klimakonferenz durch. Dabei waren offenbar alle Mittel recht. Es war egal, dass das Berechnungsprogramm noch gar nicht richtig getestet und freigegeben war. Es war ebenso egal, dass das Korrekturverfahren der Temperaturwerte hochfragwürdig ist und einem normalen Peer Review eigentlich nicht standhalten würde.

Insgesamt wurden die Temperaturen dadurch um 0,12°C künstlich heraufgesetzt, und zwar mit dem folgenden Kniff: Bis 2005 wurden vornehmlich Messungen der Meerestemperatur durch Schiffsdaten ermittelt, zunächst per Eimer, später im Zulauf der Pumpen für die Kühlung der Schiffsmotoren. Es stellte sich heraus, dass die Schiffsmessungen um durchschnittlich 0,12 Grad wärmer waren – was nachvollziehbar ist – als die Bojenmessungen, die seit 2005 weltweit vorgenommen werden. 4000 Meeresbojen (ARGO) messen seither die Meerestemperatur deutlich präziser als die veralteten Schiffsmessungen. Die ARGO- Bojen zeigten seit 2005 keinen signifikanten Erwärmungstrend. Um die Bojenmessungen mit den Schiffsmessungen vergleichbar zu machen, wurden nun die guten Bojenmessungen um 0,12 ° C auf das Niveau der schlechten Schiffsmessungen angehoben. Man stellt sich natürlich sofort die Frage, warum  man nicht einfach die schlechten alten Schiffsmessungen nach unten korrigierte, was zu einer Absenkung von 0,07 °C (aufgrund eines komplizierten Umrechnungsmodus -0,07°C anstatt -0,12 °C) geführt hätte. Der langfristige Anstieg wäre ähnlich gewesen, aber die Pause wäre gemäss den Rohdaten der Bojen ein ärgerliches und beeindruckendes Argument gegen jegliches CO2- Katastrophenszenario gewesen. Man entschied sich also für die Verschlechterung der guten Daten und die Obama-Administration nutzte diese Daten im Vorfeld der diplomatischen Vorbereitungen des Pariser Gipfels. Ginge man so mit Börsendaten um, würde man wahrscheinlich im Gefängnis landen. Nun soll es bald eine neue wieder korrigierte Messreihe geben. Hier wird ein kleiner Teil der Erwärmung der Vorgängerreihe ab  2000 wohl wieder zurückgerechnet werden, vertraut man den vorläufigen Verlautbarungen. Da reibt man sich schon die Augen.

Vieles deutet in diesem Fall auf eine politische Einflußnahme und Instrumentalisierung der NOAA hin. Es ist zu wünschen, dass die Untersuchungen des US-Kongresses hier weiteres Licht in den Vorfall bringen. Im englischsprachigen Raum haben die Insider-Enthüllungen von John Bates hohe Wellen geschlagen. In Deutschland blieben die Zeitungsredaktionen (mit wenigen Ausbahmen, z.B. MZ) jedoch auffällig stumm. Der Fall war zu unbequem als dass man ihn der Öffentlichkeit zumuten wollte. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass dies das Produkt einer verabredeten Selbstzensur sein könnte.

Zwischenzeitlich suchen NOAA und Anhänger der harten Klimalinie händeringend nach Erklärungen für die aufgedeckten Missstände (z.B. Washington Post) – bisher allerdings ohne überzeugendes Ergebnis. Judith Curry ging auf die Verteidigungsargumente der NOAA in einem Blogpost vom 6. Februar 2017 detailliert ein.

 

Fritz Vahrenholt zur Energiewende: “Ab 2022 können wir bei jedem Starkwind nur noch beten”

Die Nachbarländer schauen sich die deutsche Energiewende aus sicherer Entfernung an. Was passiert da genau? Ein Nachahmermodell? Mitte Februar 2017 erkundigte sich Markus Schär von der schweizerischen Wochenzeitung Weltwoche bei Fritz Vahrenholt, wie er die Energiewende bewertet:

«Aberwitzige Sprünge»

Vom Pionier zum Kritiker der Energiewende: Fritz Vahrenholt sieht Deutschland 
und damit auch die Schweiz auf dem Weg ins Desaster.

 

SCHÄR: Herr Vahrenholt, Sie waren einer der wichtigsten Pioniere der erneuerbaren Energie und sind jetzt einer der grössten Kritiker der Energiewende. Wie kam es dazu?

VAHRENHOLT: Als ich ab 2001 ein Windkraftunternehmen aufbaute, hätte ich mir diese Energiewende nie träumen lassen. Wir dachten nie an eine Versorgung, die zu neunzig Prozent auf schwankende, also nicht zuver­lässige Energieträger setzt. Wir gingen ­immer davon aus, dass es sinnvoll ist, erneuerbare Energie zu nutzen, aber nicht, dass bei der Energieversorgung eines Industrie­landes allein darauf gebaut werden sollte.

Die Energiewende von 2011 brachte also nicht das, worauf Sie hingearbeitet hatten?

Nein, ich hielt die Energiewende von Anfang an für falsch. Bei Teil eins wollte die Regierung von Bundeskanzlerin Merkel die Kernenergie durch Erneuerbare er­setzen. Wer ein bisschen etwas von der Energieversorgung verstand, der wusste schon damals, dass das nicht funktionieren kann, weil es auch in der Nacht oder bei Windstille verlässlichen Strom braucht. Aber die Regierung bringt jetzt sogar noch Teil zwei: Sie will auch aus der Kohle aussteigen. Das ist gefährlich.

Warum?

Die Stromversorgung beruht darauf, dass ein Energieträger einspringt, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Und das kann gegenwärtig nur ein konventionelles Kraftwerk sein.

Die Leute stöhnen wegen der Strompreise, die Wirtschaft warnt vor dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Trotzdem zieht Kanzlerin Merkel das durch. Ist alles gar nicht so schlimm?

Na ja, die Belastung der Bürger ist extrem hoch. Wir verteilen ja von unten nach oben, zu jenen, die sich ein Solardach oder eine Windkraftanlage mit gesicherter Rendite leisten können. Dafür bezahlen die Mieter, vor allem die sozial schwachen, mit ihrer Stromrechnung – das grösste Umverteilungsprogramm, das es in der Sozial­geschichte Deutschlands je gegeben hat. Aber die Belastung schmerzt noch nicht so sehr. ­Eine Kilowattstunde kostet 29 Cent; da steckt so viel an Steuern und Abgaben drin, dass es auf die 6,88 Cent für die Erneuerbaren auch nicht mehr ankommt. Deutschland geht es gut, somit können das viele verschmerzen. Und die Regierung redet den Leuten ja ein, dass wir das machen müssen, um die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten.

Muss die Kanzlerin die Warnungen der Wirtschaft nicht ernst nehmen?

Der Motor der deutschen Wirtschaft sind die mittelständischen Betriebe. Viele der Elek­trotechnik- und Maschinenbaufirmen, die wir noch haben, werden zur Kasse gebeten; die Ausgaben für Strom fallen bei ihren Kosten aber noch nicht ins Gewicht. Und jene Unternehmen, die sofort pleite wären, wenn sie für die Kilowattstunde 6,88 Cent mehr bezahlen müssten, sind von der Abgabe befreit. Weil der Strompreis wegen des Überangebots der Windkraftanlagen zusammengebrochen ist, zahlt die Grundstoffindustrie so wenig wie nie in den letzten zwanzig Jahren – das ist das Verrückte an diesem System. Darum kommt so wenig Widerstand aus der Wirtschaft.

Sie muss sich doch nicht nur wegen der ­Betriebskosten sorgen, sondern vor allem wegen der Versorgungssicherheit.

Ja, es geht noch gut, weil unser Netz – wie Ihres in der Schweiz – over-engineered ist: Wir haben Gürtel und Hosenträger. Und wir können bisher Blackouts vermeiden, indem wir den überschüssigen Strom aus den Windkraftanlagen den Nachbarn vor die ­Türe schütten.

Drohen uns tatsächlich Blackouts?

Das Risiko steigt, denn der dringend nötige Netzausbau findet nicht statt. Früher war ­jedes Kraftwerk mehrfach mit den Abnehmern verbunden. Jetzt erzeugen wir den Strom im Norden, verbrauchen ihn aber vorwiegend im Süden, und die Transportleitungen gibt es nicht. Wenn wir sie bauen wollen, dann wehren sich dieselben Bürger, die jetzt aus der Kohle aussteigen möchten, gegen die Verschandelung der Landschaft.

Was dann?

Wir müssen die Leitungen einbuddeln, aber das führt zu neuen Diskussionen. Man muss die Leitungen auf sechzehn Meter Breite von jedem Bewuchs freihalten; so wird sich eine Todeszone durch Deutschland, auch durch Biotope fressen. Und man hat so was noch nirgendwo auf der Welt gemacht. Das Netz wird achtmal so teuer und erst fünf Jahre nach dem Abstellen des letzten Kernkraftwerks fertig sein. Ab 2022 können wir also bei jedem Starkwind nur noch beten.

Wie kommt Kanzlerin Merkel da wieder raus?

Da kommt sie nicht mehr raus. Ich glaube aber auch nicht, dass sie dann noch Kanzlerin ist. Kein anderes Land dachte an eine ­solche Energiewende, wir machten sie an ­einem Wochenende.

Doch, die Schweiz zieht die Energiewende auch seit sechs Jahren durch.

Aber nicht so idiotisch wie wir – dass Sie jedes Jahr ein, zwei Kernkraftwerke abstellen.

Was würden denn Sie als Bundeskanzler machen?

Die Debatte über die Kernenergie ist durch, niemand in Deutschland will sie noch reanimieren. Aber wer sieht, dass das ein Fehler war, muss nicht den nächsten Fehler machen. Wir müssen nicht auch noch beim CO2-Ausstoss die Weltmeister sein, also auf die Kohle verzichten. Das Energiehaus der Zukunft sollte getragen sein von den ­Pfeilern Kernenergie, Kohle und Erneuer­bare, dazu vom vierten Pfeiler Effizienz. Den ersten Pfeiler hat man weggeschlagen, den zweiten schlägt man jetzt weg, und der dritte trägt nicht. Ich würde deshalb als Kanzler sagen: «Wir können uns den Ausstieg aus der Kohle nicht leisten» – egal, was wir in ­Paris unterschrieben haben. Die meisten Nationen kümmern sich ja auch nicht darum.

Immerhin haben alle Uno-Mitglieder das Klimaabkommen unterzeichnet.

Die Chinesen lachen sich doch einen ab. Sie haben das Abkommen unterschrieben, sich aber zu nichts verpflichtet. Im Gegenteil: Sie können bis 2035 ihre Emissionen noch dramatisch steigern. Was die Deutschen bis 2020 durch das Stilllegen von Kohlekraftwerken sparen, machen die ­Chinesen in drei Monaten wett.

Und was würden Sie als Chef eines Stromkonzerns machen?

Die Konzerne haben einerseits gesicherte Einkünfte dank den Investitionen in Erneuerbare. Da herrscht Planwirtschaft, man kann ohne Risiko Kasse machen. Und sie ­haben ­anderseits konventionelle Kraftwerke, die sie von Gesetzes wegen betreiben müssen. Das lohnt sich nicht mehr; die Kraftwerke bekommen deshalb die Betriebskosten ersetzt, aber sie können keinen Gewinn mehr machen. Das ist, wie wenn ich einem Taxifahrer sagen würde: «Ich zahle für das Benzin, das Auto kostet dich ja nichts mehr.» Das heisst: Die Energiewende lebt von der Ausbeutung und Entwertung der bestehenden Energieversorger. An ihrer Stelle würde ich also ebenfalls in Erneuerbare investieren, mich aber auch dafür engagieren, dass ihre Leistungen für die Versorgungssicherheit vergütet werden: Wenn sie ihre nach marktwirtschaftlicher Rechnung unrentablen Werke abschalten würden, bräche das System in dieser Sekunde zusammen.

Die Schweiz leidet auch unter der deutschen Energiewende.

Die Nachbarn leiden alle mit. Ihre Investi­tionen rentieren nicht mehr, weil wir sie mit unserem Strom überschwemmen. Das ist ja nicht das erste Mal, dass wir Europa vor ­einem Alleingang nicht fragten.

Was halten Sie von der Energiewende auf Schweizer Art?

Sie haben günstigere Bedingungen als wir, dank Ihren Speicherseen. Aber Sie dürfen sich nicht selbst betrügen: Das Speichern kostet auch etwas; jede Kilowattstunde ­Flatterstrom, die zur falschen Zeit entsteht, geht ins Geld. Die Kosten für die Erzeugung, fünf bis acht Cent, verdoppeln sich durch die Speicherung. Sie müssen sich in der Schweiz deshalb Zeit kaufen, um den Umbau vernünftig zu machen. Das geht, indem Sie sich über die Laufzeit der Kernkraftwerke verständigen, sich also fragen: «Wie viele Gaskraftwerke wollen wir uns leisten?»

Die Anhänger der Energiewende lehnen auch Gaskraftwerke ab.

Ich kann nicht die Arbeit Ihrer Umwelt­ministerin machen. Ich kann ihr nur sagen: So, wie sie die Energiewende plant, wird sie nicht funktionieren – oder nur mit sehr, sehr hohen Kosten und einem naturzerstörenden Landschaftsverbrauch. Vergessen Sie nicht: Wir wollen in Deutschland die Windkapazität verdreifachen. Wenn wir das tun, dann steht da im Durchschnitt alle 2,7 Kilometer eine Windturbine.

Christoph Blocher meint, die Schweiz müsste wegen der Verletzung von Völkerrecht der WTO und des Freihandelsabkommens mit der EU gegen Deutschland klagen.

Ich würde den einfacheren Weg gehen, wie es die Polen machen: Sie bauen an der Grenze Phasenschieber, die den Strom von der deutschen Seite zurückweisen können, übrigens mit Erlaubnis der EU. Das könnten Sie auch machen. Wenn es alle Nachbarn tun, muss Deutschland Farbe bekennen. Wir exportieren 50 Terawattstunden, also 50 Millionen Megawattstunden, und zwar immer dann, wenn uns der Windstrom aus den Ohren kommt. Insgesamt produzieren wir 85 Terawattstunden mit Wind. Schon diese Zahlen zeigen, wie absurd diese Politik ist. Wir erzeugen Windstrom für den Export und verhökern ihn für einen Cent oder sogar zu Negativ­preisen, bezahlen aber neun Cent dafür.

Grüne Politiker aller Parteien in der Schweiz sagen, die Deutschen müssten einfach ihre Dreckschleudern abstellen, dann sei das Problem gelöst.

Quatsch.

Weshalb?

Herr Trittin von den deutschen Grünen sagt das auch; er behauptet, der Kohlestrom verstopfe das Netz. Das ist Blödsinn. Die Erneuerbaren haben jederzeit Vorrang, aber leider auch einen schweren strukturellen Nachteil: Sie können nicht innert Sekunden reagieren. Diese Leute haben den Bezug zur Lebenswirklichkeit verloren. In der realen Welt wird in jedem Moment etwas hoch- oder runtergefahren: Im Basler Fussballstadion gehen die Lichter an, im Zürcher Hauptbahnhof fährt ein ICE ab. Das braucht zig Megawatt; das Netz gibt deshalb über die Änderung der Frequenz einem Kraftwerk das Signal: «Hier wird jetzt Strom gebraucht, und zwar in einer Milli­sekunde.» Darum können wir nicht auf die konventionellen Kraftwerke verzichten. ­Eine Faustregel sagt: Zwanzig Prozent der Last müssen mit solcher sich selbst regelnder Generatorleistung vorgehalten werden. Diese sogenannte Sekundenreserve beträgt in Deutschland 20 000 Megawatt. Die Schweizer Versorger lassen also ihre Werke nicht laufen, weil sie die Kernenergie lieben, sondern weil sie wissen, dass sonst das Netz zusammenbricht.

Immerhin haben die Grünen doch recht, wenn sie sagen, der Kohlestrom sei zu ­billig, weil die externen Kosten nicht ­eingepreist sind.

Was meinen Sie mit den externen Kosten?

Dass wegen des CO2-Ausstosses die ­Klimakatastrophe droht.

Es gibt ja das System mit den Emis­sionszertifikaten; es löst dieses Problem bis 2020. Aber die Zertifikate sind zu billig!

Was ist denn das für eine Politik, die findet, ein System müsse teuer sein, damit es erfolgreich ist ?

Wir erreichen alle Ziele, und zwar zu einem Preis von 5 Euro pro Tonne CO2. Und wenn wir mit 5 Euro zwanzig Prozent Reduktion erzielen, dann können wir mit 7 oder 10 Euro auch dreissig Prozent anstreben. Das ist für mich vernünftig, ein marktwirtschaftlicher Ansatz.

Heisst das, dass die Klimapolitik erfolgreich ist?

Die Emissionszertifikate sind es; so lässt sich das CO2 dort einsparen, wo es am meisten bringt. Das ist für mich vernünftiger als das, was das Pariser Abkommen festschreibt: Alle ­Industrieländer reduzieren den CO2-Ausstoss um zwanzig oder dreissig Prozent. Das führt zu einer Weltplanwirtschaft, dabei stossen China oder Indien immer noch mehr CO2 aus. Stattdessen sollten wir das euro­päische System auf alle Länder ausweiten, so dass eine Tonne CO2 überall einen durch den Markt bestimmten Preis hat.

Sie zweifeln ohnehin an der Klimapolitik der Uno.

Ja, dieses Abkommen wird seine Feuertaufe zu bestehen haben, wenn die Temperaturen nicht ansteigen wie prognostiziert. Dann fragen sich die Leute nicht nur in Deutschland und in der Schweiz, sondern überall: «Wofür machen wir das eigentlich?» Bisher verlässt sich die Politik auf Klimaforscher mit Modellen, die die Klimaentwicklung der Vergangenheit nicht nachbilden und ­jene der Zukunft nicht voraussagen können.

Sie sagten vor fünf Jahren in Ihrem Buch «Die kalte Sonne» wegen der schwachen Sonnenaktivität eine Abkühlung voraus. Wir erlebten aber seither einige der wärmsten Jahre.

Wir stützten uns in unserem Buch nicht nur auf die Sonnenaktivität, sondern auch auf die Ozeanströmungen. Und Sie dürfen nicht vergessen: Das System ist träge, wir müssen mit Verzögerungen um Jahrzehnte rechnen. Von 1950 bis 2000 gab es eine Phase der stärksten Sonnenaktivität seit über tausend Jahren; das wirkte sich mit einem Verzug von zehn bis zwanzig Jahren aus. Ich kann Ihnen nicht ­sagen, wie lange es dauert, um den Temperaturtrend bei schwacher Sonnenaktivität umzukehren. Ich weiss nur: Es ist sicherlich nicht korrekt, wenn die Forscher des Weltklima­rates und alle, die ihnen an den Lippen hängen, den Einfluss der Sonne mit null bewerten.

Was erwarten Sie denn?

Wir wissen nicht, was auf der Sonne geschieht; das konnte noch niemand berechnen. Aber wenn die Sonne weiter schwächelt, werden wir es bei den Temperaturen sehen.

Wir können nur feststellen: In der Vergangenheit spielte das CO2 keine Rolle – die Konzentration erhöhte sich jeweils nach einem Temperaturanstieg, nicht vorher. Es gab schon immer erhebliche Schwankungen auch ohne den Einfluss des CO2, so etwa in der mittelalterlichen Warmzeit. Warum sollte das jetzt anders sein?

Sind Sie also ein Klimaleugner?

Nein, ich würde niemals behaupten, dass CO2 überhaupt keine Wirkung habe. Wissenschaftlich lässt sich nachweisen, dass es den Treibhauseffekt gibt. Aber gemäss neuen Studien erhöht sich die Temperatur bei einer Verdoppelung des CO2-Anteils um 1,3 Grad. Wenn es dabei bleibt, dann können wir uns alle zurücklehnen und müssen nicht in Panik verfallen. Wir können die Energieversorgung in diesem Jahrhundert in aller Ruhe umbauen.

Glauben Sie wirklich, dass sich an der ­Klimapolitik etwas ändert?

Die Wissenschaftler sind ja keine ver­schworene Gemeinschaft, sondern einzelne beginnen zu zweifeln. Es gibt zwar Hardliner, auch einige bei Ihnen in der Schweiz. Aber andere wie Hans von Storch sagen: «Wenn bis 2020 die Temperaturen nicht deutlich steigen, liegen wir mit unseren Modellen falsch.»

Wie sieht die Energielandschaft in zwanzig Jahren aus?

Das hätte ich Ihnen vor zwanzig Jahren noch sagen können: ein Drittel Kernenergie, ein Drittel fossile, ein Drittel erneuerbare Energie. Jetzt kann ich es nicht mehr sagen; wir ­haben ja gelernt, welch aberwitzige Sprünge die Politik machen kann. Ich weiss nur eines: Die Suppe, die wir uns eingebrockt haben, müssen wir jahrzehntelang auslöffeln.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE, der wir für den Abdruck an dieser Stelle danken.

 

Tückische vorindustrielle Wärmephase: Vor 4000 Jahren waren in Norwegen die Gletscher schon einmal fast komplett weggetaut

Die Universität Bergen berichtete am 14. Februar 2017 über das Klima in Norwegen vor 4000 Jahren, als es im Sommer im Durchschnitt zwei bis drei Grad wärmer war als heute. Die meisten Gletscher des Landes waren zu jener Zeit vollständig aufgetaut und verschwunden. Anstatt sich nun mit dieser für viele unerwarteten natürlichen Wärmephase zu beschäftigen, bedient das Autorenteam in der Pressemiteilung den Wunsch der Öffentlichkeit nach Betroffenheit und Zukunftsangst. Diesmal – ganz sicher – würden die Gletscher niemals wieder kommen. Obwohl sie genau dies nach der beschriebenen Wärmephase getan haben. Sorgen machen sich die Wissenschaftler um das Wasserkraftgeschäft. Kein Gletscher, keine Hydro-Power. Hier die Pressemitteilung im Original:

Norwegian ice cap ‘exceptionally sensitive’ to climate change

How will future climate change affect our glaciers? By looking into the past 4000 years, a new study lead by Henning Åkesson at the Bjerknes Centre finds an ice cap in southern Norway to be ‘exceptionally sensitive’ to climate change.

The team of researchers from the Bjerknes Centre for Climate Research, the Netherlands and the US took a glance into the past to understand how the ice cap Hardangerjøkulen in southern Norway responds to climate change. The authors simulated the history of the ice cap over the last 4000 years, from a period called the mid-Holocene, when summer temperature at high northern latitudes were two to three degrees warmer than today. Most if not all glaciers in Norway melted away during this period, Hardangerjøkulen included.

Henning Åkesson, a PhD candidate at the Bjerknes Centre and University of Bergen, used a glacier computer model developed at NASA-Jet Propulsion Laboratory and University of California, Irvine to simulate Hardangerjøkulen’s history. To inform model simulations, he used information on past climates and glacier variations from lake sediments receiving meltwater from the ice cap.

Contest between snow and snowmelt

“Present day Hardangerjøkulen is in a very vulnerable state, and our study of its history over the last several thousand years shows that the ice cap may change drastically in response to relatively minor changes in climate conditions”, says Åkesson. Every year, snow covers a glacier in winter, and melts away to a varying extent the following summer. At a certain altitude on the glacier, the competition between snow accumulation and snowmelt is balanced; glaciologists call this the Equilibrium Line Altitude (ELA). “What is special with Hardangerjøkulen and other similar ice caps”, Åkesson explains, “is their flat topography. Anyone skiing up Hardangerjøkulen to celebrate Norway’s national day on May 17th can testify; first it’s steep, but once you’re higher up things get a lot easier.”

A large part of Hardangerjøkulen’s area is close to the present ELA. This means that a small change in the competition between winter snow and summer melt will affect a very large part of the ice cap. Åkesson says “the topography and present climate is such that we soon expect yearly net melt over the entire ice cap. This has already happened a few times in recent years. In the near future we expect this to occur much more often, and with this, the demise of Hardangerjøkulen will accelerate.”  “Today the ice is more than 300 m thick at places, which may sound like a lot. But the implication of our study is that if climate warming continues, this ice cap may disappear before the end of this century. I don’t think most people realize how fast glaciers can change, maybe not even us as scientists,” says Åkesson.

Hydropower from glacier meltwater

“The economic and cultural implications of disappearing glaciers in Norway are considerable for tourism, natural heritage and the hydropower industry”, Kerim Hestnes Nisancioglu at the Bjerknes Centre, co-author of the study, adds. Practically all of Norway’s electricity is generated from hydropower, of which 15 % depend on glacier meltwater. “The hydropower industry needs to plan for these changes, and we need to work together to find out how fast this transition will happen”, Nisancioglu says. What is more, “if Hardangerjøkulen melts away completely, it would not be able to grow back again given today’s climate”, Åkesson concludes. The study was published in the open-access journal The Cryosphere on January 27th. Read the full study here.

Reference: Åkesson, H., Nisancioglu, K. H., Giesen, R. H., and Morlighem, M.: Simulating the evolution of Hardangerjøkulen ice cap in southern Norway since the mid-Holocene and its sensitivity to climate change, The Cryosphere, 11, 281-302, doi:10.5194/tc-11-281-2017, 2017

 

Kierkegaard: Leben lässt sich nur rückwärts verstehen

Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.

Sören Kierkegaard (1813-1855)

Was geschah auf der Sonne vor 7000 Jahren?

Eine Wissenschaftlergruppe um Fusa Miyake beschrieb Ende Januar 2017 in PNAS ein unerwartetes solare Aktivitätsereignis der Sonne, dass sie in 7000 Jahre alten Baumringen registrierten. Hier die Pressemitteilung der Nagoya University:

What Happened to the Sun over 7,000 Years Ago? Analysis of tree rings reveals highly abnormal solar activity in the mid-Holocene

An international team led by researchers at Nagoya University, along with US and Swiss colleagues, has identified a new type of solar event and dated it to the year 5480 BC; they did this by measuring carbon-14 levels in tree rings, which reflect the effects of cosmic radiation on the atmosphere at the time. They have also proposed causes of this event, thereby extending knowledge of how the sun behaves.

When the activity of the sun changes, it has direct effects on the earth. For example, when the sun is relatively inactive, the amount of a type of carbon called carbon-14 increases in the earth’s atmosphere. Because carbon in the air is absorbed by trees, carbon-14 levels in tree rings actually reflect solar activity and unusual solar events in the past. The team took advantage of such a phenomenon by analyzing a specimen from a bristlecone pine tree, a species that can live for thousands of years, to look back deep into the history of the sun.

“We measured the 14C levels in the pine sample at three different laboratories in Japan, the US, and Switzerland, to ensure the reliability of our results,” A. J. Timothy Jull of the University of Arizona says. “We found a change in 14C that was more abrupt than any found previously, except for cosmic ray events in AD 775 and AD 994, and our use of annual data rather than data for each decade allowed us to pinpoint exactly when this occurred.”

The team attempted to develop an explanation for the anomalous solar activity data by comparing the features of the 14C change with those of other solar events known to have occurred over the last couple of millennia. “Although this newly discovered event is more dramatic than others found to date, comparisons of the 14C data among them can help us to work out what happened to the sun at this time,” Fusa Miyake of Nagoya University says. She adds, “We think that a change in the magnetic activity of the sun along with a series of strong solar bursts, or a very weak sun, may have caused the unusual tree ring data.” Although the poor understanding of the mechanisms behind unusual solar activity has hampered efforts to definitively explain the team’s findings, they hope that additional studies, such as telescopic findings of flares given off by other sun-like stars, could lead to an accurate explanation.

The article “Large 14C excursion in 5480 BC indicates an abnormal sun in the mid-Holocene” was published in PNAS at: www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1613144114

Ob dieses starke solare Ereignis auch klimatische Spuren hinterlassen hat?

 

University of Washington: Modelle können Einfluss des Klimawandels auf El Ninos nicht zuverlässig vorhersagen

Die El Ninos von 1997/1998 und 2015/16 waren in ihrer Stärke sehr ähnlich. Allerdings unterschieden sie sich im Detail, wie Houk Paek und Kollegen im Februar 2017 in den Geophysical Research Letters beschrieben:

Why were the 2015/2016 and 1997/1998 extreme El Niños different?
Subtle but important differences are identified between the 1997/1998 and 2015/2016 extreme El Niños that reflect fundamental differences in their underlying dynamics. The 1997/1998 event is found to evolve following the eastern Pacific El Niño dynamics that relies on basin-wide thermocline variations, whereas the 2015/2016 event involves additionally the central Pacific (CP) El Niño dynamics that depends on subtropical forcing. The stronger CP dynamics during the 2015/2016 event resulted in its sea surface temperature (SST) anomalies lingering around the International Date Line during the decaying phase, which is in contrast to the retreat of the anomalies toward the South American Coast during the decaying phase of the 1997/1998 event. The different SST evolution excited different wave trains resulting in the western U.S. not receiving the same above-normal rainfall during the 2015/2016 El Niño as it did during the 1997/1998 El Niño. Ensemble model experiments are conducted to confirm the different climate impacts of the two El Niños.

Wussten Sie übrigens schon, dass die El Ninos vor 10.000 Jahren ebenso stark und häufig waren wie heute? Nachzulesen in einer Pressemitteilung  der University of Washington vom August 2014. Unter anderem weisen die Autoren daraufhin, dass Klimamodelle das El Nino-Geschehen einfach nicht in den Griff bekommen. Sie warnen daher, den Zukunftmodellierungen der unvollständigen Modelle zu vertrauen:

Ancient Shellfish remains rewrite 10,000 year history of El Nino cycles

The planet’s largest and most powerful driver of climate changes from one year to the next, the El Niño Southern Oscillation in the tropical Pacific Ocean, was widely thought to have been weaker in ancient times because of a different configuration of the Earth’s orbit. But scientists analyzing 25-foot piles of ancient shells have found that the El Niños 10,000 years ago were as strong and frequent as the ones we experience today. The results, from the University of Washington and University of Montpellier, question how well computer models can reproduce historical El Niño cycles, or predict how they could change under future climates. The paper is now online and will appear in an upcoming issue of Science.

“We thought we understood what influences the El Niño mode of climate variation, and we’ve been able to show that we actually don’t understand it very well,” said Julian Sachs, a UW professor of oceanography. The ancient shellfish feasts also upend a widely held interpretation of past climate. “Our data contradicts the hypothesis that El Niño activity was very reduced 10,000 years ago, and then slowly increased since then,” said first author Matthieu Carré, who did the research as a UW postdoctoral researcher and now holds a faculty position at the University of Montpellier in France.

In 2007, while at the UW-based Joint Institute for the Study of the Atmosphere and Ocean, Carré accompanied archaeologists to seven sites in coastal Peru. Together they sampled 25-foot-tall piles of shells from Mesodesma donacium clams eaten and then discarded over centuries into piles that archaeologists call middens. While in graduate school, Carré had developed a technique to analyze shell layers to get ocean temperatures, using carbon dating of charcoal from fires to get the year, and the ratio of oxygen isotopes in the growth layers to get the water temperatures as the shell was forming.

The shells provide 1- to 3-year-long records of monthly temperature of the Pacific Ocean along the coast of Peru. Combining layers of shells from each site gives water temperatures for intervals spanning 100 to 1,000 years during the past 10,000 years. The new record shows that 10,000 years ago the El Niño cycles were strong, contradicting the current leading interpretations. Roughly 7,000 years ago the shells show a shift to the central Pacific of the most severe El Niño impacts, followed by a lull in the strength and occurrence of El Niño from about 6,000 to 4,000 years ago.

One possible explanation for the surprising finding of a strong El Niño 10,000 years ago was that some other factor was compensating for the dampening effect expected from cyclical changes in Earth’s orbit around the sun during that period. “The best candidate is the polar ice sheet, which was melting very fast in this period and may have increased El Niño activity by changing ocean currents,” Carré said.

Around 6,000 years ago most of the ice age floes would have finished melting, so the effect of Earth’s orbital geometry might have taken over then to cause the period of weak El Niños. In previous studies, warm-water shells and evidence of flooding in Andean lakes had been interpreted as signs of a much weaker El Niño around 10,000 years ago. The new data is more reliable, Carré said, for three reasons: the Peruvian coast is strongly affected by El Niño; the shells record ocean temperature, which is the most important parameter for the El Niño cycles; and the ability to record seasonal changes, the timescale at which El Niño can be observed.

“Climate models and a variety of datasets had concluded that El Niños were essentially nonexistent, did not occur, before 6,000 to 8,000 years ago,” Sachs said. “Our results very clearly show that this is not the case, and suggest that current understanding of the El Niño system is incomplete.” The research was funded by the U.S. National Science Foundation, the U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration and the French National Research Agency.

Other co-authors are Sara Purca at the Marine Institute of Peru; Andrew Schauer, a UW research scientist in Earth and space sciences; Pascale Braconnot at France’s Climate and Environment Sciences Laboratory; Rommel Angeles Falcón at Peru’s Minister of Culture; and Michèle Julien and Danièle Lavallée at France’s René Ginouvès Institute for Archaeology and Anthropology.

Journal Reference: M. Carre, J. P. Sachs, S. Purca, A. J. Schauer, P. Braconnot, R. A. Falcon, M. Julien, D. Lavallee. Holocene history of ENSO variance and asymmetry in the eastern tropical Pacific. Science, 2014; DOI: 10.1126/science.1252220

 

Kollaps und Wiedererstarken im 60-Jahrestakt: Ozeanzyklen steuern Fischbestände vor der Küste Kaliforniens

Sardinen, Anchovies und Seehechte haben eines gemeinsam: Sie treten vor der Küste Kaliforniens für ein paar Jahrzehnte gehäuft auf, dann bricht die Population zusammen. Eine Studie von McClatchie und Kollegen, die im Februar 2017 in den Geophysical Research Letters erschien, hat das Phänomen nun 500 Jahre zurück verfolgt. Wenig überraschend: Auch im letzten halben Jahrhundert setzt sich der mysteriöse Boom-Kollaps-Zyklus dieser Fischgruppen fort. Abstract:

Collapse and recovery of forage fish populations prior to commercial exploitation
We use a new, well-calibrated 500 year paleorecord off southern California to determine collapse frequency, cross correlation, persistence, and return times of exploited forage fish populations. The paleorecord shows that “collapse” (defined as <10% of the mean peak biomass) is a normal state repeatedly experienced by northern anchovy, Pacific hake, and Pacific sardine which were collapsed 29–40% of the time, prior to commercial fishing exploitation. Mean (± SD) persistence of “fishable biomass” (defined as one third mean peak biomass from the paleorecord) was 19 ± 18, 15 ± 17, and 12 ± 7 years for anchovy, hake, and sardine. Mean return times to the same biomass was 8 years for anchovy but 22 years for sardine and hake. Further, we find that sardine and anchovy are positively correlated over 400 years, consistent with coherent declines of both species off California. Persistence and return times combined with positive sardine-anchovy correlation indicate that on average 1–2 decades of fishable biomass will be followed by 1–2 decades of low forage. Forage populations are resilient on the 500 year time scale, but their collapse and recovery cycle (based on the paleorecord) are suited to alternating periods of high fishing mortality and periods of little or no fishing.

Einige Leser werden es bereits erraten haben, was dahinter steckt: Die Ozeanzyklen, die im zyklischen 60 Jahrestakt die Fischbestände nach oben treiben und nach einem halben Zyklus dann wieder kollabieren lassen.

 

Sauerstoffarme Phasen in der Adria sind in den letzten 40 Jahren seltener geworden

In der Adria kommt es im Sommer und Herbst durch die Wasserschichtung immer wieder zu sauerstoffarmen Phasen, sogenannten Hypoxie-Ereignissen. Eine gute Nachricht: In den letzten 40 Jahren sind die sauerstoffarmen Phasen seltener geworden, wie Djakovac et al. 2015 berichteten:

Mechanisms of hypoxia frequency changes in the northern Adriatic Sea during the period 1972–2012
Hypoxia events frequently occurred in the bottom layer of the northern Adriatic Sea (NAd) from mid-summer to mid-autumn, when the water column is highly stratified, with highly variable spatial extent and duration. To determine the mechanisms of changes in hypoxia frequency and their relation to environmental conditions, 40 yr-long time series of dissolved oxygen and of parameters that describe freshwater influence, stratification processes, and circulation patterns were analysed. It was shown that seasonal hypoxic events in the open water areas coincided with the formation of cyclonic or anticyclonic circulation cells, whose stability was estimated by the appearance of the Istrian Coastal Counter Current (ICCC). The oxygenation of bottom waters during the period August–November of the last two decades has increased, whereas a decreasing trend was observed in surface waters. The frequency of hypoxic events at a larger scale in the NAd decreased since 1992, concurrently with reduced ICCC occurrences. However, the frequency of events in the western area, which is under a direct influence of Po River discharges, did not change significantly, although their intensity recently were lower than during the 1970s and 1980s.

Tomasovych et al. 2017 erweiterten nun mithilfe von Untersuchungen an Muscheln den Betrachtungszeitraum in der Adria auf die vergangenen 500 Jahre. Die Forscher fanden, dass es seit dem 18. Jahrhundert immer wieder zu Hypoxie-Phasen kam, die eng an die Wassertemperatur gekoppelt waren. Insofern sind die modernen sauerstoffarmen Phasen lediglich eine Fortsetzung der bekannten Reihe. Abstract:

Stratigraphic unmixing reveals repeated hypoxia events over the past 500 yr in the northern Adriatic Sea
In the northern Adriatic Sea and in most semi-enclosed coastal regions worldwide, hypoxia induced by eutrophication in the late 20th century caused major die-offs of coastal marine organisms. However, ecosystem responses to hypoxia over longer centennial scales are unclear because the duration of direct observations is limited to a few decades and/or the temporal resolution of sedimentary archives is compromised by slow sedimentation and bioturbation. To assess whether perturbations of ecosystems by hypoxia recurred over centuries in the northern Adriatic Sea, we evaluate the timing and forcing of past hypoxia events based on the production history of the opportunistic, hypoxia-tolerant bivalve Corbula gibba, using 210Pb data, radiocarbon dating, amino acid racemization, and distribution of foraminifers in sediment cores that capture the past 500 yr in the Gulf of Trieste. Unmixing the stratigraphic record on the basis of 311 shells of C. gibba, we show that the reconstructed fluctuations in abundance do not correlate with abundances in the raw stratigraphic record. We find that production of C. gibba has undergone major decadal-scale fluctuations since the 18th century, with outbreaks corresponding to density of more than 1000 individuals per square meter. These outbreaks represent long-term phenomena in the northern Adriatic ecosystem rather than novel states characteristic of the 20th century eutrophication. They positively correlate with centennial-scale fluctuations in sea-surface temperature, indicating that the hypoxia events were coupled with water-column stratification rather than with nutrient enrichment.

 

Weltozeane haben im letzten Jahrzehnt mehr CO2 gepuffert

Der University of California, Santa Barabara, war es sichtlich unangenehm, gute Nachrichten verkünden zu müssen: Die Weltozeane haben im letzten Jahrzehnt dank langsamerer Ozeanzirkulation mehr CO2 gepuffert, das der Atmosphäre als Treibhausgas damit entzogen wurde. Hier die Pressemitteilung:

Decoding Ocean Signals

Geographer Tim DeVries and colleagues determine why the ocean has absorbed more carbon over the past decade

With the ocean absorbing more carbon dioxide (CO2) over the past decade, less of the greenhouse gas is reaching the Earth’s atmosphere. That’s decidedly good news, but it comes with a catch: Rising levels of CO2 in the ocean promote acidification, which breaks down the calcium carbonate shells of some marine organisms. The cause of this recent increase in oceanic CO2 uptake, which has implications for climate change, has been a mystery. But new research from UC Santa Barbara geographer Timothy DeVries and colleagues demonstrates that a slowdown of the ocean’s overturning circulation is the likely catalyst. Their findings appear in the journal Nature. “Such a slowdown is consistent with the projected effects of anthropogenic climate change, where warming and freshening of the surface ocean from melting ice caps leads to weaker overturning circulation,” DeVries explained. “But over the time periods we studied, it’s not possible to say whether the slowdown is related to natural climate variability or to climate change caused by human activity.”

DeVries and fellow researchers Mark Holzer of the University of New South Wales in Sydney and François Primeau of UC Irvine compiled existing oceanographic tracer data — measurements of temperature, salinity, CFCs (manmade gases that dissolve into the ocean) and carbon-14 — and separated it into three decade-long time periods: the 1980s, the 1990s and the 2000s.  Subsequent computer analysis of that data enabled the researchers to characterize ocean circulation — the transfer of water from the surface to the deep ocean and back again — for each time period. They then analyzed ocean-atmosphere carbon exchange and ocean carbon cycling within their circulation model. “As the circulation changed from decade to decade —1980s to 1990s to 2000s — the model predicted a big dip in oceanic CO2 uptake during the 1990s, then a large increase in uptake during the 2000s,” DeVries explained. “Furthermore, these swings were attributed directly to the changes in ocean circulation.”

According to DeVries, this finding may seem counterintuitive. Prevailing scientific wisdom asserts that the deceleration of circulation diminishes the ocean’s ability to absorb anthropogenic CO2 from the atmosphere as surface waters warm and become saturated with CO2. “While that is true, there is another effect that appears to be more important in the short term,” DeVries said. “The weaker overturning circulation brings less naturally CO2-rich deep waters to the surface, which limits how much of that gas in the deep ocean escapes to the atmosphere. That causes the ocean to absorb more CO2 from the atmosphere.”

Journal Reference: Tim DeVries, Mark Holzer, Francois Primeau. Recent increase in oceanic carbon uptake driven by weaker upper-ocean overturning. Nature, 2017; 542 (7640): 215 DOI: 10.1038/nature21068

 

Endlich überprüfbare Vorhersagen: Projekt MiKlip legt Mittelfristprognose für Erderwärmung bis 2023 vor

Das Projekt MiKlip erstellt Klimavorhersagen für die kommenden 10 Jahre. In einer Pressemitteilung der Gruppe vom 26. Januar 2017 heißt es:

Erste experimentelle dekadische Klimavorhersagen im interaktiven Online-Tool

Das MiKlip-Projekt hat als Hauptziel, ein dekadisches Klimavorhersagesystem zu entwickeln, welches vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben werden wird.

Ein großer Schritt in Richtung dieses Zieles wurde heute erreicht, da eine erste Version der operationellen Kette erfolgreich vervollständigt wurde und, als letztes Bindeglied der Kette, die dekadischen Klimavorhersagen auf der MiKlip-Webseite veröffentlicht wurden. Die Webseite stellt die aktuelle dekadische Vorhersage der bodennahen Temperatur für 2017-2026 für die gesamte Erde sowie den Nordatlantik dar. Es ist geplant, dass die Webseite in zukünftigen Ausgaben der Vorhersagen um weitere Variablen und Regionen erweitert werden wird.  Die Besucher und Besucherinnen der Webseite haben die Möglichkeit, interaktiv zu erkunden, welche Informationen dekadische Vorhersagen liefern können. Gleichzeitig erhalten sie einen Einblick in die Qualität des MiKlip-Systems.

Da sich die Vorhersagen noch in der Entwicklungsphase befinden, sollen die gezeigten Vorhersagen als Experiment verstanden werden und nicht als Grundlage für Entscheidungen verwendet werden.

Die Webseite ermöglicht es den Besuchern und Besucherinnen zwei verschiedene Varianten der Vorhersagen zu erkunden. Diese werden als Zeitreihen und Karten dargestellt. Die Webseite liefert außerdem eine Evaluierung der Vorhersagegüte des MiKlip-Systems, d.h. Informationen darüber, wie gut retrospektive Vorhersagen Beobachtungen in der Vergangenheit erfasst haben. Die Vorhersagegüte des MiKlip-Systems wird mit der Vorhersagegüte zweier Standardreferenzvorhersagen (Klimatologie und Klimaprojektion) verglichen.

Die Besucher und Besucherinnen der Webseite werden dazu ermutigt, ihre Kommentare und Rückmeldungen zur Seite mithilfe des  Feedback-Knopfs weiterzugeben.

Hier gelangen Sie direkt zu den dekadischen Klimavorhersagen für 2017-2026:

www.fona-miklip.de/1/dekadisches-klimavorhersagesystem/dekadische-klimavorhersage-fuer-2017-2026/

Weitere Informationen:
Mehr über dekadische Klimavorhersagen und die zugrundeliegende Forschung
Informationen zu den einzelnen MiKlip-Arbeitspaketen

Eine begrüßenswerte Initiative, denn die Vorhersagen können in den kommenden Jahren mit der realen Entwicklung verglichen und die verwendeten Modelle somit qualitativ bewertet werden. Hier die globale MiKlip-Prognose für die kommenden 10 Jahre (Abb. 1):

Abbildung 1: MiKlip-Vorhersage für die globale Temperaturentwicklung. Screenshot der Webseite vom 20.2.2017.

 

Verwendet werden dabei HadCRUT4-Temperaturdaten, die deutlich mehr Erwärmung zeigen als die Satellitendaten RSS und UAH. Der Anstieg im Jahr 2012 hat nicht etwa mit einer Erwärmung zu jener Zeit zu tun, sondern mit dem späteren El Nino, der in das 4-Jahresmittel (2012=2012-2015) einfließt. Auf jeden Fall wird es nun in den kommenden Jahren spannend, denn der El Nino ist vorbei. Werden die Werte wirklich so ansteigen, wie von MiKlip vermutet? Die Pognose ist auf dem Tisch, die Zeit tickt, warten wir es ab.

MiKlip bietet auch eine Prognose für den Nordatlantik an (Abb. 2). Dort sollen in den kommenden Jahren die Temperaturen nach einem Zwischentief wieder auf das Niveau von 2005 steigen. Die Erwärmung pausiert dort also seit 2003.

 

Abbildung 2: MiKlip-Vorhersage für die Temperaturentwicklung im Nordatlantik. Screenshot der Webseite vom 20.2.2017.

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Das Bundesumweltministerium macht jetzt ernst mit dem Klimaschutz. Ab sofort gibt es auf offiziellen Veranstaltungen nur noch vegetarische Kost, wie Spiegel Online am 18. Februar 2017 berichtete:

Umweltministerium serviert nur noch vegetarische Kost
Kein Fleisch, kein Fisch: Bei Veranstaltungen des Umweltministeriums gibt es nur noch Vegetarisches. Man wolle glaubwürdig und vorbildlich sein, heißt es.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Die Wissenschaftsjournalistin Mish Michaels wurde Anfang Februar 2017 von ihrem Sender WGBH News (Boston) entlassen, weil sie der klimaalarmistischen Idee sowie der Sicherheit bestimmter Impfstoffe skeptisch gegenübersteht. WGBH wollte dieses Verhalten offenbar nicht tolerieren. Offiziell heißt es, die Mitarbeiterin hätte das Unternehmen aus “persönlichen Gründen” verlassen. Nachzulesen im Boston Globe (via GWPF).

 

Forscher der Arizona State University fordern 500 000 000 000 Dollar, um das arktische Meereis um einen Meter zu verdicken

Anfang Februar 2017 war der Klimawissenschaftler Hans von Storch zu Gast in der SWR 1-Sendung “Leute”. Es ist schon erstaunlich, wie sehr die SWR Moderatorin Nicole Köster versucht, aus Herrn Storch Klimaalarmismus zu entlocken. Der allerdings bleibt völlig gelassen und entgegnet mit Anpassungsmaßnahmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hut ab vor Hans von Storch. Das 34-minütige Interview können Sie als Podcast auf der SWR-Webseite nachhören.

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Kontrastprogramm bei der Arizona State University. Vollständiger Hirnriss. Eine Wissenschaftlergruppe schlägt im Fachblatt Earth’s Future vor, das arktische Meereis aus Klimaschutzgründen um einen Meter zu verdicken. Dazu wollen sie 10 Millionen windbetriebene Pumpen installieren, die Meerwasser auf die Eisoberfläche befördern, wo es dann gefriert. Kostenpunkt: 500 Milliarden Dollar. Der Damm, der die Realität vom Wahnsinn trennt, ist hier offensichtlich völlig gebrochen.

Siehe auch Bericht auf grenzwissenschaft-aktuell.de.

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Irrsinn, Teil 2. Am 9. Februar 2017 traute man in der Neuen Zürcher Zeitung seinen Augen nicht:

Flughafen Wien: Gericht verbietet dritte Landebahn wegen Klimawandel
Der Wiener Flughafen darf nicht ausgebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht untersagte den geplanten Bau einer dritten Start- und Landebahn, weil dadurch der Flugverkehr und damit die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen würden. Der Schutz vor den negativen Folgen des Klimawandels sei höher zu bewerten als die positiven Effekte für die Arbeitsplätze und den Standort, erklärte das Gericht.

Weiterlesen in der NZZ. Siehe auch ausführlicher Bericht auf Inside Climate News.

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In einer Pressemitteilung vom 9. Februar 2017 gab das Geophysikalische Instituts der norwegischen Universität Bergen bekannt, dass sich die sommerlichen und herbstlichen Wetterfronten in Europa während der Satellitenära ab 1979 verschärft hätten. Fairerweise geben die Autoren jedoch zu bedenken, dass der betrachtete Zeitraum zu kurz sein, um auf eine anthropogene Beeinflussung zu schließen. Noch sei unklar, ob es sich nicht vielleicht um ein Ergebnis der natürlichen Variabilität im Zuge der 60-jährigen Ozeanzyklen handelt. Hier die Meldung:

Increase in the number of extremely strong fronts over Europe?

A new research finds an increase of strong and extremely strong fronts in summertime and autumn over Europe. If this is a trend or caused by climate change remains to be seen, according to lead author Sebastian Schemm.

Weather fronts are for good reason key elements on our daily weather chart. When they traverse from west to east across Europe they can bring vigorous weather changes, often in connection with high wind speed, gusts, heavy precipitation or often hail. The latter affects mostly continental Europe during the summer season and much less the Nordic countries.

In a recent study in Geophysical Research Letters  Sebastian Schemm from Geophysical Institute and the Bjerknes Centre for Climate Research, and co-authors from the University of Bern and ETH Zürich revealed an increase in the number of strong and extremely strong fronts over Europe mainly during summer and autumn. The study was also selected as as research highlight in Nature Climate Change. In their study, the authors investigated gridded data based on observations and satellite retrievals for the period between 1979–2014.

No comparable trend is identified over continental North America. Because frontal precipitations increases with the strength of a front, this findings may help to better understand the high spatio-temporal variability of precipitation trends across Europe. “Surprisingly meteorologist have yet to settle on a single front definition”, argues Sebastian Schemm, but  “in our study we relied on a very common method that helps meteorologist to draw surface fronts”. In this definition information about temperature and moisture contrasts are combined into one single variable. Accordingly the authors are able to pinpoint increasing atmospheric humidity as the underlying cause of the observed trend in extreme fronts.

According to the IPCC AR5 report, humidity trends are significant over Europe but mixed or close to zero over parts of North America. This is in agreement with the trend in weather fronts. However, according to the lead author, it remains to be seen if the increase in the number of extremely strong fronts is tight to anthropogenic climate change or simply natural variability and part of a multi-decadal climate fluctuation.

Reference: Schemm, S., M. Sprenger, O. Martius, H. Wernli, and M. Zimmer (2017), Increase in the number of extremely strong fronts over Europe? A study based on ERA-Interim reanalysis (1979–2014), Geophys. Res. Lett., 44, 553–561, doi:10.1002/2016GL071451

 

Klimaalarm abgeblasen: Kalkige Mikroalgen zeigen der Ozeanversauerung die kalte Schulter

Das Alfred Wegener-Institut hatte am 5. Dezember 2016 gute Nachrichten zu vermelden:

Winzig kleine Algen, große Widerstandsfähigkeit

Mikroalgen sind mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten und eine wichtige Nahrungsquelle im Arktischen Ozean. Dr. Clara Hoppe vom Alfred-Wegener-Institut untersucht, [...], wie sich durch den Klimawandel veränderte Lebensbedingungen auf Mikroalgen im Arktischen Ozean auswirken. Dazu gehört der Anstieg der Wassertemperatur ebenso wie die Versauerung der Ozeane und veränderte Lichtverhältnisse im Wasser aufgrund des Meereisrückgangs. Mikroalgen sind im Gegensatz zu Makroalgen nicht mit dem bloßen Auge erkennbar, sondern mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten. Sie sind so winzig, dass ein Milliliter Wasser Abertausende enthalten kann. Da Mikroalgen eine wichtige Nahrungsquelle etwa für Krebstiere wie Krill sind, könnte eine Änderung zum Beispiel ihres Wachstums weitreichende Folgen für das arktische Nahrungsnetz haben.

[...]

„Ich habe jahrelang am Mikroskop gesessen und kaum Unterschiede beobachtet“, stellt Clara Hoppe fest. Was an sich eine gute Tatsache ist, war für die Biologin zunächst gewöhnungsbedürftig. „Ich bin als Forscherin ja quasi darauf gepolt, Veränderungen und Effekte erkennen zu wollen. Aber letztlich habe ich gemerkt, dass es unglaublich spannend ist, dass diese Organismen eben nicht so stark reagieren wie wir es von anderen Arten und Regionen kennen. Ich will herausfinden, warum nicht. Warum sind die Arktischen Mikroalgen so widerstandsfähig? Welche Mechanismen stecken dahinter?“

Eine Theorie hat sie bereits: Die Mikroalgen reagieren unterschiedlich auf Umweltveränderungen wie Temperaturanstiege. Selbst innerhalb einer Art geht nicht jede Mikroalge damit gleich um. Durch diese Flexibilität scheint die Artengemeinschaft insgesamt robuster zu sein. Je höher also die Vielfalt innerhalb einer Art ist, umso besser können die Mikroalgen Veränderungen in ihrer Umwelt abfedern. [...] 

Ganzen Artikel beim AWI lesen.

Bereits ein Jahr (29.11.2015) zuvor hatte Die Welt den Klimaalarm bei den Coccolithen abgeblasen:

Kalkalgen Dieser Meeresbewohner trotzt dem Klimawandel
Ein Szenario des Klimawandels scheint sich nicht zu bestätigen: Die Kalkalgen in den Ozeanen überstehen die Veränderungen überraschend gut. Das Meeresplankton verändert sich – aber anders als gedacht. [...] Bisher fürchtete man, dass die Kalkalgen zu den Organismen gehören, denen der Klimawandel gefährlich zusetzt. Das ist aber bisher nicht eingetreten – im Gegenteil. Die Algen scheinen den Klimawandel gut zu bewältigen. Die Forscher, die das festgestellt haben, sind selbst positiv überrascht. Ein Teil des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids wird von Meeren aufgenommen, die dadurch saurer werden. Die Säure greift die kalkhaltigen Schalen vieler Meeresbewohner an. Das war zumindest die Vermutung. Die Kalkalgen leiden aber nicht. Überraschenderweise seien die Bestände in den vergangenen 50 Jahren global nicht überall rückläufig, berichten US-Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“. Im Nordatlantik nimmt die Zahl der Algen sogar zu. [...] 

Ganzen Artikel auf welt.de lesen.

Im Prinzip hält sich die Überraschung in Grenzen. Algen sind Pflanzen. Und Pflanzen brauchen CO2. Da nun mehr CO2 zur Verfügung steht als vorher, wachsen die Mikroalgen besser. So einfach ist das. Sinngemäß berichtete dies auch das Bigelow Laboratory for Ocean Sciences am 16. Januar 2016:

Increased carbon dioxide enhances plankton growth (weiterlesen …)

Konfliktforschung 1400-1900: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander

Im Januar 2017 erschien das NBER Working Paper einer Forschergruppe um Murat Iyigun, in dem die Geschichte militärischer Konflikte zwischen 1400 und 1900 ausgewertet wird. Das unerwartete Resultat: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander. Hier der Abstract:

Winter is Coming: The Long-Run Effects of Climate Change on Conflict, 1400-1900
We investigate the long-run effects of cooling on conflict. We construct a geo-referenced and digitized database of conflicts in Europe, North Africa, and the Near East from 1400-1900, which we merge with historical temperature data. We show that cooling is associated with increased conflict. When we allow the effects of cooling over a fifty-year period to depend on the extent of cooling during the preceding period, the effect of cooling on conflict is larger in locations that experienced earlier cooling. We interpret this as evidence that the adverse effects of climate change intensify with its duration.

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Spiegel Online wagte es am 20. Januar 2017 gegen den politischen Mainstream zu schwimmen und brachte eine Öko-Story, bei der der Klimawandel doch tatsächlich einmal unbeteiligt ist und freigesprochen wird:

Steinzeitliches Massensterben Mensch, du warst der Killer!
Weltweit starben die Riesen unter den Tieren vor Zehntausenden Jahren aus. War es ein Klimawandel oder war es der Mensch? Forscher glauben nun, das klar beantworten zu können – und fällen einen Schuldspruch.

Ein australisch-amerikanisch-deutsches Forscherteam um den Paläontologen Sander van der Kaars glaubt, stichhaltige Indizien gefunden zu haben, die eine uralte Streitfrage beantworten sollen: Was war schuld am zu unseren Tagen letzten Massensterben der Megafauna – Mensch oder Klimawandel? Kaars und Kollegen zeigen mit einer in den “Nature Communications” veröffentlichten Studie über das Verschwinden der australischen Megafauna, dass ein Klimawandel nichts mit diesem Massensterben zu tun hatte – der Mensch verursachte das offenbar aus eigener Kraft.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Schon gewusst? Während des letzten Interglazials – also der Warmzeit zwischen den letzten beiden Eiszeiten – war es ähnlich warm wie heute. Dies rief die American Association for the Advancement of Science am 19. Januar 2017 per Pressemitteilung in Erinnerung:

Sea-surface temps during last interglacial period like modern temps

Sea-surface temperatures during the last interglaciation period were like those of today, a new study reports. The trend is worrisome, as sea levels during the last interglacial period were between six and nine meters above their present height. The last interglaciation (LIG), which occurred 129,000 to 116,000 years ago, is thought to have been about as warm or a bit warmer than today, making it a useful reference to validate global climate models and understand sea-level response to a warming climate.

Here, Jeremy S. Hoffman and colleagues compiled 104 published LIG sea surface temperature (SST) records from 83 marine sediment core sites. They compared each core site to data sets from 1870-1889 and 1995-2014, respectively. Their analysis reveals that, at the onset of the LIG 129,000 years ago, the global ocean SST was already similar to the 1870-1889 average.

However, by 125,000 years ago, the global SST increased by 0.5° ± 0.3°Celcius, reaching a temperature indistinguishable from the 1995-2014 average. These results suggest that LIG global mean annual SSTs simulated with most global climate models are too low. As well, the data show that the Atlantic Ocean in the Northern Hemisphere was cooler at the beginning of the LIG, compared to temperatures in the Southern Hemisphere. Collectively, these results may help scientists better understand how oceans will respond to modern warming.

Journal Reference: Jeremy S. Hoffman, Peter U. Clark, Andrew C. Parnell, Feng He. Regional and global sea-surface temperatures during the last interglaciation. Science, 2017; 355 (6322): 276 DOI: 10.1126/science.aai8464

 

Vulkane, die schwarzen Schwäne der Evolution?

Im November 2016 hielt Sebastian Lüning im Rahmen der Berliner EIKE-Klimatagung einen Vortrag zur Klimawirkung von Vulkanen. Eine Kurzbeschreibung erschien hierzu auf der EIKE-Webseite:

Dr. habil. Sebastian Lüning, Co Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ berichtet über Vulkane, und ob deren zu unvorhersehbaren Zeiten erfolgenden Ausbrüche als „schwarze Schwäne des Klimageschehens gedeutet werden können. Der Ko-Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ fängt damit an, dass er nun schon zum dritten Mal in Berlin zum Klimathema vorträgt. Das erste Mal, bei der Vorstellung des Buches „Die kalte Sonne“, dessen Thesen vom überaus starken Einfluss der Sonne über die verschiedensten Prozesse – insbesondere denen der atlantischen wie pazifischen Strömungen- sich seit dieser Zeit immer stärker bestätigt, über die Verabschiedung eines verdienten Geologie-Professors an der TU in den Ruhestand, bei dem Lüning zusammen mit den damaligen Vizechef des PIK F.W. Gerstengarbe, ein Streitgespräch führen durfte bis zum heutigen Tage.

Zur Einstimmung in das Thema zitiert er aus Nicolas Talebs berühmten Buch „Der schwarze Schwan“, um zu erläutern, dass damit unvorhergesehene, aber nicht ganz unwahrscheinliche, jedoch sehr wirkmächtige Ereignisse gemeint sind, die sämtliche Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die fast alle auf irgendeine Weise mittels Gleichverteilungen und/oder Trendfortschreibungen bestimmt werden, über den Haufen werfen. Vulkane bzw. deren Ausbrüche gehören zweifelsfrei zu solchen Ereignissen. Z.B. in dem sie dank ihres Ascheauswurfes evtl. eine neuen kleine Eiszeit auslösen können.

Diese Hypothese verfolgten einige Autoren, die auch in „Nature “ veröffentlichen durften. Ziel war die ganze kleine Eiszeit als nicht sonnenabhängig zu erklären. Sie mussten aber später einräumen, dass sie sich schlicht im Zeitmaßstab vermessen hatten. Über dieses Eingeständnis, eines durchaus normalen Fehlers, wurde jedoch später von den Medien nicht mehr berichtet. Null. Spätere papers zeigten hingegen das ganze Gegenteil. Die klimatischen Einflüsse der Vulkane sind vorhanden (Sigi et. al 2015) aber nur sehr kurzfristig -in Klima relevanten Zeitmaßstäben- abkühlend wirksam. Später im Vortrag zeigt Lüning auf, dass auch Alfred Wegener einen solchen schwarzen Schwan – nämlich die Kontinentalverschiebung – entdeckt hatte. Die Sonnenaktivität hat, wie Lüning zeigt, einen ganz wesentlichen Anteil an der Erwärmung, weil bei jeder dieser massiven Erwärmungen, diese einen Höchststand hatte. Jedoch spielen sie im IPCC Bericht keinerlei Rolle.

Im Folgenden der Vortrag auf Youtube in voller Länge:

 

Dr. habil Sebastian Lüning, Bild EIKE

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Bleiben wir beim Thema Vulkane. Im Dezember 2016 erschien in Geology eine Arbeit von Kees Nooren und Kollegen, in der die Autoren einer Klima-Abkühlung um 540 n.Chr. nachgingen, zu der bisher der schuldige Vulkan fehlte. Nun ist der Ausbruch wohl lokalisiert. Es soll sich um den El Chichon in Mexiko handeln, wie Alterdatierungen an dessen Ablagerungen nun anzeigen. Abstract:

Explosive eruption of El Chichón volcano (Mexico) disrupted 6th century Maya civilization and contributed to global cooling
A remarkably long period of Northern Hemispheric cooling in the 6th century CE, which disrupted human societies across large parts of the globe, has been attributed to volcanic forcing of climate. A major tropical eruption in 540 CE is thought to have played a key role, but there is no consensus about the source volcano to date. Here, we present evidence for El Chichón in southern Mexico as the most likely candidate, based on a refined reconstruction of the volcano’s eruption history. A new chronological framework, derived from distal tephra deposits and the world’s largest Holocene beach ridge plain along the Gulf of Mexico, enabled us to positively link a major explosive event to a prominent volcanic sulfur spike in bipolar ice core records, dated at 540 CE. We speculate that voluminous tephra fall from the eruption had a severe environmental impact on Maya societies, leading to temporary cultural decline, site abandonment, and migration within the core area of Maya civilization.

Eine andere Forscherguppe hat sich mit den klimatischen Auswirkungen des Tambora-Ausbruchs 1815 und seine Auswirkungen auf Neuengland beschäftigt. Die University of Massachusetts at Amherst gab am 19. Januar 2017 die folgende Pressemitteilung hierzu heraus:

New England’s 1816 ‘Mackerel Year’ and Climate Change Today

UMass Amherst, New England researchers explore past global climate catastrophe

Hundreds of articles have been written about the largest volcanic eruption in recorded history, at Indonesia’s Mount Tambora just over 200 years ago. But for a small group of New England-based researchers, one more Tambora story needed to be told, one related to its catastrophic effects in the Gulf of Maine that may carry lessons for intertwined human-natural systems facing climate change around the world today.In the latest issue of Science Advances, first author and research fellow Karen Alexander at the University of Massachusetts Amherst and 11 others including aquatic ecologists, climate scientists and environmental historians recount their many-layered, multidisciplinary investigation into the effects of Tambora on coastal fish and commercial fisheries.

Alexander says, “We approached our study as a forensic examination. We knew that Tambora’s extreme cold had afflicted New England, Europe, China and other places for as long as 17 months. But no one we knew of had investigated coastal ecosystems and fisheries. So, we looked for evidence close to home.” In work that integrates the social and natural sciences, they used historical fish export data, weather readings, dam construction and town growth chronologies and other sources to discover Tambora’s effects on the Gulf of Maine’s complex human and natural system.

The 1815 eruption caused a long-lasting, extreme climate event in 1816 known as the “year without a summer.” As volcanic winter settled on much of the Northern Hemisphere, crops failed, livestock died and famine swept over many lands. In New England, crop yields may have fallen by 90 percent. The researchers found that 1816 was also called “the mackerel year,” a clue to what they would find regarding fisheries.

Besides Tambora’s climate effects, the authors examined other system-wide influences to explain observed trends. These included historical events such as the War of 1812, human population growth, fish habitat obstruction due to dam building and changes in fishing gear that might have affected fisheries at the time. Employing historical methods in a Complex Adaptive Systems approach allowed them to group and order data at different scales of organization and to identify statistically significant processes that corresponded to known outcomes, Alexander says.

For instance, temperature fluctuations influenced the entire Gulf of Maine for short periods of time, while dam construction affected individual watersheds through the life of the dams. Space and time scales differ in each case, but both temperature fluctuations and habitat obstructions affect fish, and thus fisheries, at the same time. Such interactions are characteristic of complex systems, she notes.

Establishing timing was key to solving the mystery, Alexander adds. Major export species including freshwater-spawning alewives and shad and marine-spawning mackerel and herring, have different temperature tolerances and seasonal migration patterns and timing, or phenology. Alewives and mackerel arrived earlier when water was colder, shad and herring arrive later after water had warmed up. Because of their phenology and vulnerability in rivers and streams during spawning, alewives suffered the most from the extreme climate event. In Massachusetts where streams had been dammed for a long time, its effects were compounded, the researchers found.

In the early 1800s alewives were a “utility fish,” an important commercial export but also used as chicken feed, garden fertilizer and human food in winter. The winter of 1816 was so cold, Alexander says, that “Penobscot Bay froze solid from Belfast to Castine.” When alewives arrived at their seasonal spawning time, adverse conditions likely disrupted spawning runs, increased natural mortality and, critically for the people depending on them, decreased catch.

She adds, “During this climate crisis, people couldn’t catch enough alewives to meet their needs, so they quickly turned to mackerel, the next abundant species to arrive along the coast. Pursuing mackerel and rapidly distributing it to communities with no other sources of food fundamentally altered the infrastructure of coastal fisheries.” Although records suggest that alewife populations apparently recovered within 25 years, “people responded rapidly and effectively to Tambora in only five years and never looked back when the crisis passed.”

Rates of human and alewife response became uncoupled and the quick fixes, become permanent, later achieved an air of inevitability, the authors suggest.

They add that “complex solutions elude simple explanations.” They point out the “many and obvious,” parallels between that sudden extreme event and current occurrences of drought, flood, storm devastation, food disruption and famine attributed to climate change.

“The past can be a laboratory,” Alexander and colleagues write. Employing historical methods within a Complex Adaptive Systems approach may offer a simple way to examine complex systems where scale, rate and phenology interconnect human and natural processes, andhelp to“advance human resilience by strengthening resilience in the natural world.”

UMass Amherst fisheries ecologist Adrian Jordaan adds, “When the resources are available locally, they can help societies cope with change. Also, during extreme climate events, unthinkable changes including large societal shifts can occur. These are things that we must be prepared for in the world of today, where extreme climatic events are becoming more frequent and severe.”

Michelle Staudinger, an ecologist with the Northeast Climate Science Center at UMass Amherst, says, “Alewives and other fishes that inhabit both rivers and oceans are highly vulnerable to climate change. The lessons learned from this study will help us better anticipate, prepare and cope for additional future impacts on their populations as well as the human communities that depend on them.”

Alex Bryan, a U.S. Geological Survey climate scientist and co-author, says studying a 200-year-old event was a challenge. “Long-term temperature records don’t begin until the turn of the 20th century. Fortunately, we found the weather journal of a physician residing in Salem, Mass., who recorded the air temperature four times a day from the 1780s to the 1820s. Without his devotion to monitoring the weather, this study would not have been possible.”

No-News: Kein Klimawandel auf der britischen Halley-Station in der Antarktis

Am 20. Januar 2017 ging es in der  BBC-Sendung “Science in Action” um den Zwangsumzug der Britischen Antarktis Station Halley VI. Kurios: Während in der Anmoderation noch wie üblich davon geredet wurde, dass man besonders in der Antarktis den “long term effect of Global Warming” fürchten müsse, widersprach der verantwortliche Chefwissenschaftler des British Antarctic Survey BAS (ab 6:30 Laufzeit) ganz entschieden der Behauptung, dass der Riss im Eisschelf etwas mit Klimaerwärmung zu tun habe. Prof. David Vaughan meinte dazu unter anderem:

“…it would be a mistake to connect this immediately with some kind of global warming. At Halley, where we have measured the temperature routinely on a daily basis for almost 50 years, we haven’t seen any evidence for climate change in that area…”

Diese glasklare Aussage von Seiten des führenden britischen Antarktis Forschers ist freilich eine köstliche Ohrfeige für all die zahllosen Medien, welche den nötigen Umzug der Station, sofort und reflexhaft, dem anthropogenen Klimawandel anlasteten. Negativbeispiele z.B. beim ORF, NZZ, Krone. Aber auch der stets klima-besorgten BBC war das Zitat von Prof. Vaughan offenbar zu ehrlich und klimarealistisch und deswegen wurde es in der sonst eigentlich ausführlicheren Schwester-Sendung “The Science Hour” herausgeschnitten und durch eine deutlich abgeschwächte Formulierung eines Moderators ersetzt (zu hören hier ab 5:50 Laufzeit):

“… Global Warming ? … probably not, there (at Halley) they haven’t seen an awful lot of global warming…”.

Nachdem also die zwanghaft klimaalarmistischen BBC Reporter beim Thema Antarktis mehr Klimarealismus zulassen mussten, als ihnen offenbar lieb war, wurde noch in der gleichen Sendung versucht, dies beim Thema “Grüne Sahara” wieder auszubügeln (siehe hier ab Laufzeit 20:20). So wurde bei der Besprechung der interessanten Arbeit von Tierney et al. 2017 mit keinem einzigen Pieps erwähnt, dass der stärkere Afrikanische Monsun in der Sahara während des Holozän-Klima-Optimums mit einer rund 2°C wärmeren globalen Temperatur als heute verknüpft war, obwohl der kausale Zusammenhang aus der Publikation eindeutig hervorgeht, nach der nämlich kältere Phasen stets eine wieder zunehmende Dürre verursachten (z.B. während des 8,2 ka Event).

Man wollte wohl mit dem Verschweigen von diesem wichtigen Zusammenhang unbedingt vermeiden, dass das BBC-Publikum auf die ketzerische Idee kommen könnte, dass höhere Temperaturen als heute möglicherweise gar nicht so schlecht wären; jedenfalls nicht für die Sahara. Solch manipulative Halbwahrheiten nennen die Angelsachsen übrigens sehr treffend “Lies of omission”. Und obwohl die “Grüne Sahara Phase”, bei einer vollständigen Kausal-Analyse, nur Argumente gegen übertriebenen “Global-Warming-Ängste” liefert, entblödete sich der Moderator Roland Pease nicht, das Thema mit einem komplett widersinnigen und alarmistischen Fazit zu beenden:

“… and given the news of the record global temperatures of 2016, you can only wonder about the lessons from those drastic past changes in the Sahara…”

 

 

Philipp Lengsfeld (MdB, CDU) fordert mehr Offenheit in der Klimadebatte

Im Januar 2017 hielt Fritz Vahrenhilt im Londoner House of Commons einen vielbeachteten Vortrag zur deutschen Energiewende. Eine deutsche Text-Version des Vortrags kann jetzt hier als pdf heruntergeladen werden. Die englischen Vortragsfolien gibt es hier. Benny Peiser von der ausrichtenden GWPF führte zudem das folgende Interview mit Vahrenholt:

 

Eine Besprechung des Vortrags gibt es von Konstantin Kirsch.

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Ebensfalls höchst sehenswert ist ein Vortrag von Philipp Lengsfeld (MdB, CDU), den er anlässlich der EIKE-Klimatagung im November 2016 in Berlin hielt:

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Neues gibt es auch vom Institut für Hydrographie, Geoökologie und Klimawissenschaften (IFHGK). Band 5 der Schriftenreihe ist nun fertiggestellt und ist unter www.ifhgk.org bzw. http://www.ifhgk.org/schriftenreihe/ abrufbar. In den nächsten 10 Tagen wird er dann auch wieder im Buchhandel erhältlich sein.

 

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Judith Curry erläuterte kürzlich im britischen Radio, weshalb sie bei den Klimawissenschaften erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht. Siehe auch Bericht hierzu auf WUWT.

Die Sonne im Januar 2017 und „Pause“ oder nicht?

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere Sonne war im vorigen Monat ein weiteres Mal recht unterdurchschnittlich aktiv. Zu Beginn des Monats sah es nach völligem Einschlafen aus, um den 20. herum gab es jedoch ein leichtes Aufflackern, das sich zum Ende hin wieder legte. Im Mittel wurde eine SSN (SunSpotNumber) von 25,8 festgestellt, etwa 47% dessen, was im 98. Zyklusmonat im Mittel aller beobachteten Zyklen gezählt wurde.

Abb.1: Die monatliche Aktivität seit Beginn des 24. Solaren Zyklus im Dezember 2008 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus der Zyklen 1…23 (blau) und dem seit vielen Monaten recht ähnlichen Zyklus 5 (schwarz).

 

Beim Vergleich mit dem SC5 (der insgesamt bisher zweitschwächste beobachtete Zyklus) fällt auf, dass seit nunmehr 23 Monaten unser aktueller Zyklus zum Teil deutlich noch schwächer war. Tatsächlich war bisher noch nie ein Zyklus in diesem Zeitraum so schwach wie der mit der Nummer 24. Über die gesamte Länge der Zyklen sieht der Vergleich so aus:

Abb.2: Die solaren Zyklen im Vergleich untereinander. SC24 auf einem ungefährdeten 3. Platz von hinten. Der Zyklus 19 (1954…1964) hatte 2,5 mal mehr Fleckenaktivität über die bisherige Dauer.

 

Im letzten Solar-Bericht hatten wir einen Blick in die Zukunft gewagt mit der Beobachtung der sich langsam aufbauenden polaren Felder der Sonne. Die zugrundeliegenden Daten wurden leicht nach unten korrigiert (ein normaler Vorgang des Qualitätsmanagements) und wir wollen Ihnen nochmals einen aktualisierten Vergleich aller bisher für diese Größe detailliert beobachten Zyklen nachreichen:

Abb.3: Die polaren Felder der Zyklen 21…24 (im Uhrzeigersinn) jeweils bis 1400 Tage nach dem Nulldurchgang der Mittelwerte ( schwarz) für den Südpol der Sonne ( rot) und den Nordpol ( blau).

Wir werden das Maximum im Mittel wohl schon gesehen haben, hier stimmt auch die wohl beste Website wenn es um Sonnendaten geht zu. Das Verhalten von SC24 ist schon sehr bemerkenswert!

 

Pause oder keine Pause?

Eine Affäre nahm zu Beginn des Monats Februar Fahrt auf: Ein pensionierter Ex- Mitarbeiter der NOAA – John Bates – schrieb einen langen Beitrag auf dem Blog von Judith Curry, in dem er vor allen Dingen den Chef der NOAA Tom Karl bezichtigte, in der inzwischen in die Geschichte eingegangenen Arbeit aus dem Jahre 2015 unsaubere Daten verwendet zu haben. Diese Studie begründete die Position, dass eine  „Pause“, nämlich der deutlich verlangsamte Anstieg der globalen Temperaturen nach 1997 infolge eines Stillstandes der Meeresoberflächentemperaturen, nicht stattgefunden haben soll. Wir hatten darüber berichtet. Es folgte eine ziemlich ruppige Auseinandersetzung, den Vorhaltungen von John Bates wurde z.T. vehement widersprochen. Futter bekam die ganze Sache noch durch einen Artikel in der „Mail on Sunday“, der auch einige grobe Unsauberkeiten enthielt.

Was bleibt? Offensichtlich hatte der „Whistlebower“ John Bates Mängel im Qualitätsmanagement der Daten bei der NOAA festgestellt. Zudem stellte sich heraus, dass wohl ein Computerprogramm, das die Daten des Temperaturanstieges nach 1997 berechnete, verloren gegangen war, die Kalkulationen damit also nicht reproduzierbar waren. Sie hatten großen Einfluss auf die politische Diskussion vor dem Pariser Klimaabkommen. Bates stellte später jedoch explizit klar, dass eine gezielte Datenmanipulation nicht zu verzeichnen war.

Im Laufe  der ganzen z.T. recht heftig geführten Diskussion wurde bekannt, dass es wohl bald eine neue, dann wieder  „offizielle“ SST (Sea Surface Temperature:  Oberflächentemperaturen der Meere) – Reihe der NOAA geben wird, sie trägt den Namen ERSSTv5. Hier wird ein kleiner Teil der Erwärmung der Vorgängerreihe ab  2000 wohl wieder zurückgerechnet werden, vertraut man den vorläufigen Verlautbarungen. Bei allem Engagement: der Beobachter reibt sich mitunter die Augen! Da geht es einige hundertstel Grad Celsius hinauf und hinunter je nach aktueller Version der Auswertung, darüber werden ganze Arbeiten und zum Teil sehr heftige Diskussionen geführt,  die Für und Wider sind kaum noch nachvollziehbar für den geneigten Beobachter der Szene. Wir möchten Sie eher auf einen Blick „von oben“ einladen.

Alle Entscheidungen die heute getroffen werden sollen, erfolgen auf Grundlage von Modellen, bisher sind die für den AR5 des IPCC (CMIP5-Modelle) das Maß der Dinge. Vergleichen wir also das, was diese Modelle projizieren mit dem, was die bewusste Reihe ERSSTv4, die im Verdacht steht, die aktuelle Erwärmung der Weltmeere etwas zu hoch angesetzt zu haben, ermittelt:

Abb.4: Der Vergleich der ERSSTv4-Messreihe (blau) mit dem Modellmittel 1979…2016 (rot).

 

Der Trend des Modellmittels für die Größe „tos“ (temperatures of ocean surface,  so werden in der Modellwelt die SST bezeichnet) ist über 70% zu hoch! Zeigt ERSSTv4 0,109 °C pro Dekade Erwärmung, so ist das Modellmittel großzügiger, es weist auf 0,154 K/ Dekade, beide für den Zeitraum 1979…2016. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass in der realen Welt ganz am Ende der Messreihe ein El-Nino stattfand, der den Trend über Gebühr nach oben verschiebt. Warten Sie zwei, drei Jahre, dann werden die Abweichungen zwischen der realen Welt und den Modellen weiter zunehmen. Die Modelle rechnen zu viel Erwärmung, sie überschätzen die Wirkung von CO2. Das ist der Kern Wahrheit, den Sie mitnehmen sollten.

 

Klimaapokalyptiker Lesch: Wie ernst kann man ihn noch nehmen?

Eigentlich haben wir uns an dieser Stelle schon genug mit Harald Lesch beschäftigt. Wie ein Duracell-Männchen produziert der Fernsehprofessor und Aktivist jedoch neuen Klimaalarm. Die Süddeutsche Zeitung liebt Lesch und bot ihm am 24. November 2016 kostenlose Werbefläche in Form eines Artikels für sein neues Klimalarmbuch:

Der zornige Wissenschaftler
Seit Wochen ist die Lesung ausverkauft. 250 Leute wollen Professor Harald Lesch hören, den Physiker, der so anschaulich wie lebendig auch schwierige Zusammenhänge zu erklären vermag. Am Mittwochabend geht es um den Zustand der Erde, den Lesch zusammen mit Klaus Kamphausen in dem Buch “Die Menschheit schafft sich ab” beschrieben hat. Es ist am 6. September erschienen und steht aktuell auf Platz 10 der Bestseller-Liste des Spiegel. [...] Vor allem geht es um den Klimawandel, dessen Auswirkungen schon jetzt spürbar seien: Zum Beispiel in den vielen Stürmen und Hochwasser-Katastrophen wie dieses Jahr in Niederbayern, aber auch im Auftauen der Permafrost-Böden.

Ein schönes Beispiel wie Lesch die Wissenschaft instrumentalisiert und fehldeutet. Fakt ist: Es gibt in Deutschland keinen Trend zu heftigeren Regenfällen. Und Fakt ist auch: Sturmaktivität der nördlichen mittleren Breiten hat signifikant abgenommen. Lesch erzählt seinen Zuhörern unglaublichen Schmarrn. Das schert die jedoch nicht, denn sie lieben ihren Klimapropheten, der so schön zornig sein kann – auch wenn er sich die Argumente so biegt wie er sie gerade braucht.

Unser aller TV-Erklärer hat sich auch in der Lanz-Talkshow vom 29. September 2016 wortreich zum Thema Klimawandel geäußert. Hier redet er endlich einmal “Klartext”, wie uns der Titel des Mitschnitts suggeriert, und äußert sich darüber hinaus zur Begrifflichkeit des “Anthropozäns” (bitte auf Youtube direkt anschauen):

 

Ein paar Zitate, die uns besondere Freude gemacht haben.

“Wir leben momentan in der Zeit, wo wir zum ersten Mal feststellen: Wir haben die Erde massiv verändert und wundern uns jetzt darüber, dass diese Natur, die wir eigentlich noch gerne so natürlich gerne hätten, dass die nicht so geblieben ist, wie sie mal war [...] Und das führt halt dazu, dass wir zum Beispiel einen Klimawandel haben, der schlicht und einfach [!!] dadurch ausgelöst wird, dass wir systematisch die Atmosphäre aufladen mit Atomen bzw. Molekülen, die die Wärmestrahlung der Erde absorbieren und dann wieder zurückgeben; nur teils ans Universum, der Rest bleibt hier …”

Oder:

“In den Alpen liegen wir deutlich über der 2-Grad-Grenze, von der ja immer die Rede ist. Am Nordpol liegen wir momentan – am NORDPOL, also oben – 5 Grad über dem langjährigen Mittel. SO warrrm war es in der Arrrrktis noch nie!!  [Anm.: Lesch neigt ja dazu, immer dann das "r" zu rollen, wenn er seinen Aussagen besonderes Gewicht verleihen will, seien sie auch noch so unerheblich] Wenn man momentan zum Nordpol wollte, müsste man hinschwimmen, weil es nämlich jede Menge Eis dort oben nicht mehr gibt.”

Und noch mal so richtig bescheuert:

“Und deswegen mein Vorschlag; gerade für Deutschland: Was wir brauchen, sind Klima-Feiertage. Wenn nämlich Deutschland Urlaub macht, und zwar wirklich zu Hause bleibt, dann emittieren wir alle wesentlich weniger CO2. Wir bräuchten fünf bis sechs Klimafeiertage im Jahr: einen für die Atmosphäre, einen für die Flüsse, einen für die Meere, einen für’n Wald, einen für die anderen und einen für mich oder sowas, ja?”

Lesch ist unheimlich produktiv. Schon wieder hat er einen neuen Klimaclip gemacht, der seit 7. Dezember 2016 in der ZDF-Mediathek zu bestaunen ist. Klicken Sie auf den Link, denn die Leschtruppe hat das Kalte-Sonne-Blog auf die Schwarze Liste gesetzt, zumindest bei den offiziellen Lesch-Youtube-Videos, die wir jetzt nicht mehr in unsere Besprechungen einbinden können. Offenbar ist den TV-Leschologen die inhaltliche Auseinandersetzung mit unserer Kritik unangenehm. Kommentare unter den Leschvideos werden sowieso umgehend gelöscht. Zensur auf hohem Niveau.

Wenn sie sich doch einige Minuten des Terra X-Clips antun wollen, bitte schön. Die Art von Lesch ist unerträglich, unsachlich, kurz vor dem Abdrehen. Er regt sich prächtig über das Erreichen der 400 ppm-CO2-Grenze auf. Kein Wort zur wichtigen Diskussion der CO2-Klimasensitivität. Danach geht er zum Rosinenpicken über. Irgendein Modell prognostiziert mehr Hochwasser in Mitteleuropa, wenn sich das Mittelmeer erwärmt. Dieses Paper schafft es in die Sendung. Andere, positivere Papers bleiben wie gewohnt unerwähnt:

Lesch koppelt die Extremregenfälle allein an die Temperatur des Mittelmeers. Dabei hatten vorindustrielle Langzeitrekonstruktionen doch einen ganz anderen Antrieb identifiziert, der von Lesch mit keiner Silbe erwähnt wird, nämlich Sonnenaktivitätsschwankungen:

Lesch führt seine Zuschauer in die Irre. Er ist gefangen im Drang, seine klimaalarmistische Ideologie unter das Volk zu mischen und hat jedes wissenschaftliche Augenmaß verloren. Eigentlich müssten die Verantwortlichen ihn sofort aus dem Programm nehmen. Kann sich das ZDF nicht einen seriöseren Klimamann suchen? Wie wäre es mit Hans von Storch zum Beispiel? Der ist nicht so aufgeregt, kann auch gut erzählen und bleibt nah an den Fakten.

Dann kommt Lesch zu den Super-Taifunen, die im Nordwest-Pazifik seit den späten 1970er Jahren zugenommen haben sollen. Aber warum beschränkt sich Lesch auf die letzten paar Jahrzehnte? Des Rätsels Lösung: Wenn man noch weiter zurückschaut, wird schnell klar, dass hier die natürliche Variabilität am Werke ist. Die von Lesch verwendeten Trends liegen im Lichte des Langzeitgeschehens voll und ganz im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite

Nächster Lesch-Punkt: Das “ewige” Grönlandeis, das der Mensch jetzt zum Tauen bringt. Ist natürlich noch niemals zuvor passiert, dieses Schmelzen, oder?

Weiter mit der Lesch Videoclipographie. Am 9. Dezember 2016 war Lesch in der WDR-Talkshow “Kölner Treff” zu Gast und hat auch dort wieder seine klimaalarmistischen Sprüche abgelassen (mittlerweile kann man sie beinahe auswendig mitsprechen).

Eine Kommentierung des Videos gibt es auf FMDsTVChannel.

 

Nächster Clip. Billigste Buchpromotion zur Adventszeit:

 

Hier bei der Kalten Sonne hat es sich jetzt erstmal ausgelescht. Alles schon gehabt, der beratungsresistente Astro-Professor macht einfach sein Ding weiter, mit freundlicher Unterstützung des ZDF und den ungefragten Gebührenzahlern. Wer immer noch nicht genug hat, dem seien die beiden folgenden Beiträge von Helmut Kuntz auf EIKE zu Lesch empfohlen:

Harald Lesch, die Claudia Roth des Klima­wandels: Glaubt einfach, was ich erzähle – Nach­prüfen schadet nur!

Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klima­wandel vor: Der Klima­wandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann

Unkommentiert lassen wir auch dieses bizarre Lesch-Latif-Interview, ein absolutes Traumpaar:

 

Im Januar 2017 waren dann die Lesch-Sintflut-Tage im TV:

  • ZDF, Leschs Kosmos; Wettlauf gegen die Flut; Di, 17.01.2017; 23:00 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (1/2); Wenn das Ewige Eis schmilzt; Mi, 18.01.2017; 20:15 Uhr
    Wdh. heute, Do, 19.01.2017; 18:30 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (2/2); Wie unsere Kinder leben werden; Mi, 18.01.2017; 21:00 Uhr
    Wdh. Do, 19.01.2017; 19:15 Uhr

Für heute haben wir fertig.

Planet Schule patzt beim Klimawandel

Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) meldete am 17. Januar 2017:

Klimawandel: Eismassen schwinden in der Antarktis
Die argentinische Carlini-Forschungsstation auf den südlichen Shetlandinseln meldet einen Temperaturanstieg von 2,5 Grad Celsius. Deswegen kommt es in der Antarktis auch vermehrt zu Regen statt Schneefall, wie der Antarktis-Forscher Rudolfo Sanchez berichtete. „Damals habe es hier nie geregnet“, so der Forscher weiter.

Der Titel verwundert, denn neuere Forschungsergebnisse hatten in Wirklichkeit das glatte Gegenteil gezeigt:

Der Blick in den Artikel zeigt dann aber, dass nur ein sehr kleiner Bereich auf der Antarktischen Halbinsel gemeint war. Aber auch hier liegt die MZ klimatisch voll daneben. Die wahren Fakten:

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Planet Schule hat wieder neue Klimaalarm-Filme im Programm (“Wo das Klima auf der Kippe steht”), so dass auch die Kleinsten in den Klimaalarm eingeweiht werden können. Die Filme laufen in verschiedenen Dritten Programmen, sind aber auch online hier verfügbar. Den Schülern wird darin vorgegaukelt, dass das Klima früher durchgehend konstant und angenehm gewesen wäre. Erst als der Mensch die Bühne betrat, habe sich das Klima dann extremisiert. Eine romantische Vorstellung, die jedoch komplett an der Realität vorbei geht. Fake News. In Wahrheit unterlag das Klima der vergangenen 10.000 Jahren enormen natürlichen Schwankungen. Die will man den Schülern natürlich nicht zumuten, “vereinfachen” heißt das wohl. Ansonsten könnten Justin und Julia auf die Idee kommen, dass die heutigen Schwankungen wohl Teil dieser Langfristentwicklung wären… Original-Aussage aus dem Film (Südafrika):

“Laut Nasa-Wissenschaftlern ändert sich das Klima heute hundertmal so schnell, wie in der Vergangenheit”.

Diese Aussage ist falsch. Eigentlich müsste der entsprechende Film sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Auszug aus Lüning & Vahrenholt 2016 (dort auch die Literaturliste):

North Africa.  Jiménez-Espejo et al. (2014) reconstructed the Saharan aeolian input and effective humidity variations during the Holocene based on a southern Iberia alpine lacustrine record. Cyclostratigraphic analyses and transport mechanisms both point to solar irradiance and aridity as major triggering factors for dust supply over Western Europe during the Holocene. The observed 1.5–2.0 ky cycles show similarities with the North Atlantic periodicity reported by Bond et al. (2001).

Egypt.  Hennekam et al. (2014) presented high-resolution records for oxygen isotopes of the planktic foraminifer Globigerinoides ruber (δ18Oruber) and bulk sediment inorganic geochemistry for Holocene-age sediments from the Nile Delta. The authors found that Nile discharge was highly variable on multicentennial time scale during the early to middle Holocene, being strongly influenced by variable solar activity.

Ethiopia.  Ghinassi et al. (2012) reconstructed lake-level fluctuations of the past 3500 years for a lake in northern Ethiopia. The authors found three main highstand phases, which occurred at about 3250–3000, 2600–950 and 650–160 cal yrs BP, respectively. These wet phases may correspond to the North Atlantic Bond cold events 2, 1 and 0, respectively (Bond et al., 2001). The studied lake record shows a good correlation with several other East Africa lakes and therefore can be considered representative for the late Holocene climate development of the region.

Mauritania.  deMenocal et al. (2000) studied a sediment core extracted off Cap Blanc in Mauritania on which they reconstructed the Holocene climate development based on alkenon-derived sea surface temperatures and foraminiferal faunal changes The authors found a series of abrupt, millennial-scale cooling events, which punctuated the Holocene warm period and correlate well with the cold events described by Bond et al. (2001) from the North Atlantic.

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Stell Dir vor, Al Gore dreht einen Nachfolgestreifen zu “Eine unbequeme Wahrheit” – und keiner geht hin. Moviepilot.de kündigte Mitte Dezember 2016 den neuen Klima-Streifen von Gore an, allerdings scheint er bisher keine großen Wellen geschlagen zu haben. Die Leute sind satt, wollen keinen Klimaalarm mehr. Sparen wir uns den Streifen also lieber.

 

University of Cambridge: Extremwetter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufiger als in der zweiten Hälfte

Ein kurzes Update zum Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP). Ein ganz herzliches Dankeschön an die Spender C.U. und W.S, die uns wieder näher an das Spendenziel gebracht haben. Insbesondere die Großspende von C.U. zeigt, dass die Ergebnisse mit Spannung erwartet werden und wissenschaftliche Klarheit gewünscht wird.

Auf der Projektseite auf Researchgate werden regemäßige Updates veröffentlicht. Derzeit ist die Afrika-Synthese in Vorbereitung. Mehrere Dutzend Klimakurven haben mittlerweile ihren Weg in die Korrelationssoftware gefunden. Präzision ist hier von größter Wichtigkeit. Viele Wissenschaftler haben ihre Daten freundlicherweise in digitaler Form zur Verfügung gestellt, entweder persönlich per Email zugeschickt oder aus öffentlichen Datenbanken heruntergeladen. Einige Wissenschaftler zeigen zudem Interesse an einer gemeinschaftlichen Abfassung des Fachartikels. Mehr dazu demnächst.

Im Anschluss daran soll die Datenerfassung weitergehen. Südamerika und Asien bieten sich hier besonders an, da es offenbar immer noch Teilnehmer der Klimadiskussion gibt, die die MWP als lokales nordatlantisches Phänomen fehldeuten. Hier werden die regionalen MWP-Papers dringend benötigt.

Die MWP-Karte auf Google Maps wird immer beliebter. Der Zugriffs-Zähler steht jetzt auf über 34.500. Das ist auch Ihr Verdienst, dass wir diesen Service aufbauen konnten. Allen Förderern ein herzliches Dankeschön!

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Apropos Mittelalter, Wikingerzeit. Kennen Sie schon diesen neuen Roman? Geschrieben von einem der Redaktion bekannten Autor: Leif: ein Wikingerabenteuer

Aus der Handlung:

Eine vernichtende Nordseeflut zerstört die Heimat von Erk, Gyde und Folkbert. Als Waisen flüchten sie nach Haithabu, wo sie auf Leif aus Südschweden treffen. Hier nimmt das gemeinsame Leben voller Abenteuer seinen Lauf. Liebe und Freundschaft werden auf die Probe gestellt. Folkbert sucht seinen Weg zwischen heidnischem Glauben und der neuen Lehre der Christen. Erk und Leif müssen ihren Mut und ihre Stärke auf Beutezügen beweisen. Die Naturgewalten des Nordens, das Treiben der Götter und Trolle, die Abenteuerlust der Nordmänner bestimmen den Weg der jungen Leute. Der erfolgreiche Überfall auf die gräfliche Burg der Udonen füllt die Bäuche der Schiffe mit Silber. Der dreiste Kampf mit dem Herzog von Essex und ein geschickter Vertrag mit König Ethelred am Londoner Hof legen den Grundstein für künftige erfolgreiche Handelsbeziehungen.

Merke: Unter den Nordseefluten litten auch schon die Wikinger!

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Stichwort Extremwetter. Im Februar 2016 erschien im Journal of Geography & Natural Disasters eine Arbeit von M. J. Kelly von der University of Cambridge. Der Autor untersuchte Trends in der Extremwetterhäufigkeit und fand überraschenderweise, dass das Extremwetter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufiger war als in der zweiten Hälfte:

Trends in Extreme Weather Events since 1900 An Enduring Conundrum for Wise Policy Advice
It is widely promulgated and believed that human-caused global warming comes with increases in both the intensity and frequency of extreme weather events. A survey of official weather sites and the scientific literature provides strong evidence that the first half of the 20th century had more extreme weather than the second half, when anthropogenic global warming is claimed to have been mainly responsible for observed climate change. The disconnect between real-world historical data on the 100 years’ time scale and the current predictions provides a real conundrum when any engineer tries to make a professional assessment of the real future value of any infrastructure project which aims to mitigate or adapt to climate change. What is the appropriate basis on which to make judgements when theory and data are in such disagreement?

Die finanziellen Extremwetterschäden sind unterdessen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten im Durchschnitt gesunken, unter Berücksichtigung einer Normierung über das Bruttosozialprodukt.

Abbildung: Entwicklung der Schadenssummen für Extremwetter, normiert über Bruttoszialprodukt. Quelle: Pielke.

 

Die Daten der obigen Graphik kommen unter anderem von der Munich Re. Die hat übrigens auch eine eigene Stiftung. Und im Stiftungsrat sitzt neben dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auch die Süddeutsche Zeitung (siehe Seite 64 hier). Sehr praktisch, eine fruchtbare Verbandelung der Versicherungsindustrie, extremer Forschungsinstitute und der offenbar nicht ganz so unabhängigen Presse. Sozusagen eine Große Extremklimakoalition.