Wissenslücke schließt sich: Die Mittelalterliche Wärmeperiode auf der Südhalbkugel

In Nature Climate Change erschien kürzlich ein Editorial, das die wachsende Beteiligung der Bevölkerung an Klimaforschungsprojekten beschreibt:

Getting involved
Public participation in climate change research is reaching new-found heights due to an explosion in the number and diversity of citizen-science projects. These offer distinct opportunities for scientists to encourage education and outreach whilst maximising scientific gain. [...] Citizen science describes the collaborative participation of amateur scientists — usually volunteers — in research projects, through providing observations, data analysis, or loaning of tools. [...]

Ganzen Artikel in Nature Climate Change lesen.

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Bürgern ist sehr zu unterstützen, wenn wirklich alle am selben Ziel interessiert sind, nämlich der ergebnisoffenen Herangehensweise und der Erweiterung unseres Wissens. Wir sind selber Teil dieser positiven Entwicklung, da einige von Ihnen – unsere Blogleser – das Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Klimaanomalie (bzw. Mittelalterliche Wärmpeperiode, MWP) durch Crowdfunding unterstützt haben. Uns allen war klar, dass die Sachlage zu ungenau bekannt war, die vorhandenen Daten daher systematisch mit modernen Methoden ausgewertet werden mussten. Unser Aufruf zum Projekt ist nun schon ein Weilchen her, und der eine oder andere mag sich gefragt haben, was daraus geworden ist.

Es gibt gute Nachrichten. Sie wissen bereits, dass wir fast 1000 Studien in unsere Google Maps MWP-Online-Karte eingetragen haben. Weitere 1000 Publikationen befinden sich in der Wartschleife. Vor einem Jahr begannen wir, unsere Auswert-Methodik zu vervollständigen. Software wurde organisiert, gelernt, verfeinert. Online-Tools wurden identifiziert und ausprobiert. Kooperationen wurden geschlossen. Unzählige Emails wurden an Wissenschaftler geschrieben, um Daten auszutauschen und Ergebnisse zu diskutieren. Es läuft wirklich gut, die Kooperationsbereitschaft ist hoch, eine echte Teamarbeit. Ende Oktober 2017 kam nun unser erstes wissenschaftliches Paper im Fachblatt Paleoceanography heraus:

Warming and Cooling: The Medieval Climate Anomaly in Africa and Arabia
The Medieval Climate Anomaly (MCA) is a well-recognized climate perturbation in many parts of the world, with a core period of 1000-1200 AD. Here we present a palaeotemperature synthesis for the MCA in Africa and Arabia, based on 44 published localities. The data sets have been thoroughly correlated and the MCA trends palaeoclimatologically mapped. The vast majority of available Afro-Arabian onshore sites suggest a warm MCA, with the exception of the southern Levant where the MCA appears to have been cold. MCA cooling has also been documented in many segments of the circum Africa-Arabian upwelling systems, as a result of changes in the wind systems which were leading to an intensification of cold water upwelling. Offshore cores from outside upwelling systems mostly show warm MCA conditions. The most likely key drivers of the observed medieval climate change are solar forcing and ocean cycles. Conspicuous cold spikes during the earliest and latest MCA may help to discriminate between solar (Oort Minimum) and ocean cycle (Atlantic Multidecadal Oscillation, AMO) influence. Compared to its large share of nearly one quarter of the world’s land mass, data from Africa and Arabia are significantly underrepresented in global temperature reconstructions of the past 2000 years. Onshore data are still absent for most regions in Africa and Arabia, except for regional data clusters in Morocco, South Africa, the East African Rift and the Levant coast. In order to reconstruct land palaeotemperatures more robustly over Africa and Arabia, a systematic research program is needed.

Kurz zusammengefasst: Alle Land-Daten aus Afrika und Arabien zeigen eine Erwärmung während der MWP, mit Ausnahme von Israel, wo offenbar eine Abkühlung zu verzeichnen war. Vor den afrikanischen Küsten sah es anders aus. Hier haben veränderte Winde an vielen Stellen zu einem verstärkten Auftrieb kalter Tiefenwässer geführt, so dass die MWP eine Abkühlung erfuhr. Dies sind aber lediglich schmale Streifen, so dass sie flächenmäßig nicht übermäßig ins Gewicht fallen. Insgesamt ist festzustellen, dass es viel zu wenige Studien zur MWP-Temperaturentwicklung Afrikas/Arabiens gibt. Die beiden Gebiete machen ein Viertel der gesamten Landfläche der Erde aus und sind in den gängigen globalen Temperaturrekonstruktionen nur spärlich vertreten. Hier müssen dringend Studien aus schwerer zugänglichen Gebieten aus der Region her, in die sich die Forscher bislang aus logistischen Gründen nicht gewagt haben.

Wie geht es jetzt weiter? Ein Manuskript zum MWP-Hydroklima Afrikas ist zur Begutachtung eingereicht. Eine Studie zur MWP-Temperaturentwicklung der Antarktis ist in Arbeit, etwa zur Hälfte fertig. Im Anschluss wollen wir Australien/Ozeanien und Südamerika angehen, so dass wir daraus zusammenfassend einen Überblick zur MWP auf der Südhalbkugel gewinnen können. In der Vergangenheit wurde immer darauf hingewiesen, dass es die MWP auf der Südhalbkugel nicht gäbe bzw. die Sachlage unklar wäre. Wir wollen dabei helfen, in dieser Frage Klarheit zu erlangen. Wir gehen dabei absolut ergebnisoffen vor. Am Ende zählt die wissenschaftliche Wahrheit, unabhängig vom Standpunkt in der Klimadiskussion.

Unser Crowdfunding-Ziel von € 25.000 haben wir Dank Ihrer Unterstützung bereits zu 60% erreicht. Es wäre toll, wenn wir die verbleibenden 40% auch noch schaffen würden. Computer brechen zusammen, Monitore geben Ihren Geist auf, Graphiksoftware muss gekauft werden, Kosten für Vortragsreisen entstehen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, falls Sie geeignete Spender kennen bzw. selber helfen wollen. Auf diesem Weg bekommen Sie auch unsere Projekt-Kontonummer. Zudem gibt es weiterhin die online Paypal-Spenden-Option.

Apropos Vorträge. Sebastian Lüning wird am 8. November 2017 einen Vortrag zum paläoklimatologischen Kontext des 1,5-Gradziels halten. Der Vortrag findet in Birmingham auf Einladung der West Midlands Regionalgruppe der Geological Society of London statt. Beginn: 18:00 Uhr, Lapworth Museum of Geology and Earth Imaging Laboratory, Earth Sciences, University of Birmingham. B15 2TT.

War der Bergsturz von Bondo wirklich eine Folge des Klimawandels?

Im August 2017 ereignete sich im schweizerischen Bondo ein schlimmer Bergsturz, der etliche Menschen unter sich begrub. Schnell war der Schuldige ausgemacht: Der Klimawandel, wer denn sonst? Die Basler Zeitung stellte dabei eine rühmliche Ausnahme dar und bot eine seriösere Sichtweise an:

Der Klimawandel von Bondo
Dass Leben ausgelöscht wurden, ist traurig und schlimm, hat aber mit dem Klimawandel nichts zu tun, sondern nur mit einem fehlenden Verständnis zur Unberechenbarkeit der Natur.

Der Bergsturz von Bondo hat wieder einmal in drastischer Deutlichkeit die unheimlichen und zerstörerischen Kräfte der Natur demonstriert. Es dauerte weniger lang als die nachfolgenden Murgänge, dass beflissene Klimahysteriker das Phänomen dem Klimawandel zuordneten. Nicht einmal unsere Bundespräsidentin konnte sich diesen Aussagen entziehen. Hier kann nun einmal mit Sicherheit und Deutlichkeit festgehalten werden, dass das grober Unfug ist.

Nicht nur als Geologe muss man solche Falschaussagen verurteilen. Berge sind gigantische Massen potenzieller Energie, die durch erosive Prozesse in unterschiedlichster Form gelockert und gelöst werden und irgendwann mal in kleinen oder grossen Mengen runterkommen. Erosion findet in tropischem, arktischem, nassem oder trockenem Klima statt. Der Prozess, der den Niedergang auslöst, ist zweitrangig.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

Und auch Andreas Maurer warnte am 2. September 2017 in der Aargauer Zeitung vor vorschnellen Schuldzuweisungen:

Falsche Debatte
Trotz Bondo: Klimawandel führt nicht zu mehr Felsstürzen – im Gegenteil
Die Katastrophe von Bondo hat eine Debatte über die Folgen des Klimawandels ausgelöst. Bundespräsidentin Doris Leuthard sagte, der Felssturz sei Folge des Klimawandels. Ueli Gruner, Geologe und Lehrbeauftragter für Naturgefahren der Universität Bern, kontert. Eine Häufung in den letzten 150 Jahren könne nicht beobachtet werden.

Weiterlesen in der Aargauer Zeitung

In Alfred Brandenbergers Klima-Vademecum finden Sie weitere Artikel und Kommentierungen zum Thema Bergsturz.

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Am Samstag, dem 25. November 2017, findet von 14:00 – 19:30 Uhr in Berlin der Freiräume-Kongress statt. In mehreren Podiumsdiskussionen und Vorträgen geht es u.a. um Meinungsfreiheit, Verbraucherpolitik, ‚disruptive‘ Technologien, Einwanderung und die Zukunft der Europäischen Union. Es diskutieren Volker Tripp (Digitale Gesellschaft e. V.), Stefan Laurin (Herausgeber des Blogs Ruhrbarone), Peter Heller (Astrophysiker), Michael Wohlgemuth (Open Europe Berlin), Maja Göpel (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen), Kenan Malik (Publizist) und viele weitere Gäste. Zum vollständigen Programm geht’s hier. Der Kongress findet anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Magazins Novo statt. Er wird in Zusammenarbeit mit dem Verein Freiblickinstitut e.V. organsiert und ist ein „Satellite-Event“ des internationalen Battle of Ideas-Debattenfestivals.

Ort:  University of Applied Science Europe, Dessauer Str. 3-5, 10963 Berlin
Eintritt: siehe Tickets & Service

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Und noch ein Kongress: Am 9. und 10. November 2017 richtet EIKE die 11. Internationale Klima- und Energiekonferenz in Düsseldorf aus. In der Einladung zur Veranstaltung heißt es:

Im zehnten Jahr von EIKE laden wir hiermit zu unserer internationalen Klima- und Energiekonferenz nach Düsseldorf ein. Vom 9.-10. November präsentieren und diskutieren Forscher und Experten weniger bekannte wissenschaftliche und politische Aspekte von Klima und Energie.

Denn auch wenn gegenwärtig verschiedene Ereignisse im Wechsel die Schlagzeilen beherrschen, scheint das Überthema „Klimaschutz“ und damit verbunden die „Energiewende“ schier unsterblich zu sein. Denn ungeachtet der enormen Kosten der Energiewende und ihres fraglichen Nutzens, hält die Politik, unterstützt von fast allen etablierten Medien, daran fest

Seien sie mit dabei, wenn z.B. die Professoren Shaviv (Israel) und Svensmark (Dänemark) den Einfluss kosmischer Strahlung auf das Klima und seinen Wandel präsentieren, Marc Morano aus Washington die US Klima- und Energiepolitik erklärt oder wenn der Präsident der Schweizer Antiwindkraftvereinigung zeigt, wie man erfolgreich die Landschaft vor der Verschandelung durch Windkraftanlagen schütz.

Diese und viele andere Referenten geben Ihnen die Chance, sich ein eigenes Bild zu machen und gleichzeitig andere Personen zu treffen, die sich ebenfalls jenseits des Mainstreams informieren möchten.

Sollten Sie selbst nicht an der Konferenz teilnehmen können, würden wir uns freuen, wenn Sie die Einladung an Interessierte weiterleiten.

Wir freuen uns Sie in Düsseldorf begrüßen zu können

Dr. Holger Thuss

 

 

 

 

Treffen KlimaKontroverse in Hannover, 28.9.2017

Nächstes Treffen Do, 28. September 2017, 19:30, Freizeitheim Linden, Hannover. Das Hauptthema des nächsten Treffens:

Red Team / Blue Team – US-Umweltbehörde will öffentliche Klimadiskussion - eine Seite zickt

Der Wissenschaftler Steven Koonin, Professor an der New York Universität, hat kürzlich eine öffentliche Diskussion des Klimawandels vorgeschlagen. Dabei sollen Argumente für oder gegen menschengemachte Erderwärmung in für die Öffentlichkeit verständlicher Weise ausgetauscht werden. Der Vorschlag wurde von Scott Pruit, dem derzeitigen Chef der US-Umweltbehörde, aufgegriffen. Die gegensätzlichen Argumente sollten von zwei Teams vorgebracht werden, die „Red Team“ und „Blue Team“ genannt werden.

Doch die eine Seite – mächtig und reich – zickt. Sie will nicht. Nö. (weiterlesen …)

Endlich wird die Klimaerwärmung sogar hörbar!

Programmtipp von Walter Fett

Aus dem Juni 2017- Programm des Deutschlandfunks, Seite 4:

Forum neuer Musik 2017:

,Im Anthropozän‘
Unter dem Motto ,Im Anthropozän‘ versammelte das Forum neuer Musik im April 2017 geisteswissemnschaftliche und künstlerische Reflexionen zum problematischen Verhältnis des Menschen zu seiner Lebensumwelt. Zu diesen gehörte Malin Bàngs neues musikdokumentarisches Drama zur Klimaerwärmung. Das Auftragswerk des Deutschlandfunk, inspiriert von Stefano Mancusos Schrift ,Intelligenz der Pflanzen‘, erkundet mit musikalischen Mitteln das fiktive Verhalten von Bambus und Kudzu.-  Ein anderes Highlight des Forum 2017 war die Uraufführung von Gerald Eckerts ,Melting away‘. Mit Bildern schöner Natur verweist das großformatige Opus für Orgel und Schlagwerk auf deren akute Gefährdung.

Deutschlandfunk, Sendetermine:

Sonntag, 18. Juni, 21.10 Uhr:  Konzertdukomentation der Woche
Montag,  19. Juni, 21.05 Uhr:  Musikpanorama

Ist dieser Juni-Termin für einen April-Scherz nicht ein wenig spät?

Klimaflüchtlinge? Afrika ist in den letzten 20 Jahren kräftig ergrünt

Am 20. Juni tritt Mojib Latif um 17:00 Uhr in der Berliner Urania auf:

Das Ende der Ozeane – Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden
Die zunehmende Verschmutzung der Ozeane, sei es durch Öl, Plastik oder andere Stoffe, wie auch der Verlust der Artenvielfalt sind für die marinen Ökosysteme um einiges gefährlicher, wenn sich gleichzeitig die Umweltbedingungen ändern. So tritt beispielsweise die gefürchtete Korallenbleiche in den letzten Jahren immer häufiger auf. Das verwundert nicht, denn die Temperatur der tropischen Meere ist in den letzten Jahrzehnten infolge des Klimawandels um etwa ein halbes Grad gestiegen. Bei fortschreitender Erwärmung werden sich die Korallen nicht anpassen können. Die einzigartige Unterwasserwelt der Korallenriffe steht auf dem Spiel. Der Vortrag zeigt die Faszination, die von den Ozeanen ausgeht, aber auch wie bedroht sie sind.

Zur Vorbereitung seien die folgenden Artikel empfohlen:

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Ausgezeichneter Meinungsbeitrag von Josef H. Reichholf in der Welt vom 28. Mai 2017:

Schnell wird man als „Klimaleugner“ abgestempelt

Die globale Temperatur steigt trotz wachsenden CO2-Ausstoßes nicht an. Dies passt nicht in die Prognosen von Politik und Wissenschaft. Man muss darüber reden dürfen, ohne verunglimpft zu werden.

Die letzten eineinhalb Jahrzehnte lang stieg die globale Temperatur nicht mehr an. Diese Pause in der Erwärmung passte jedoch nicht zu den Prognosen. Ganz und gar nicht, wurde doch seit der Jahrtausendwende kontinuierlich mehr CO2 in die Luft gepustet. Also sollte es auch wärmer geworden sein. Jetzt weiß man, woran es lag. Für die Berechnungen hatte man die Messwerte verwendet, die passen. Mit den „richtigen“ stimmen die Ergebnisse mit den Klimamodellen überein. So einfach ist das: Die passenden Daten sind die richtigen! Die Wirklichkeit muss den Modellen entsprechen. Sonderbar? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Auf die genehmen Daten kommt es an. Dann stimmt das Ergebnis. Bleibt da nicht ein flaues Gefühl? Darf das Ergebnis vorher festliegen? Müssen Messwerte so ausgewählt werden, dass sie passen?

Ganzen Beitrag auf welt.de lesen.

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Sciencenordic.com berichtete am 28. Mai 2017 Überraschendes: Afrika ist in den letzten 20 Jahren ergrünt, was so gar nicht zu den angeblichen Klimaflüchtlingen zu passen scheint:

Africa has become greener in the last 20 years

Despite climate change and a growing population, Africa has become greener over the past 20 years, shows new study.

In Africa, a fight is happening. On one side natural forces are making the continent greener, and on the other, people are removing trees and bushes from the continent. In densely populated regions, people are cutting down trees and forests, but elsewhere, where human populations are more thinly spread, bushes and scrub vegetation are thriving. Now, scientists have quantified for the first time how vegetation across the continent has changed in the past 20 years. Thirty six per cent of the continent has become greener, while 11 per cent is becoming less green. The results show that not all is lost for Africa’s nature, say the scientists behind the new research.

Weiterlesen auf Sciencenordic.com

Zu allem Überfluss ergrünt derzeit ja sogar die Antarktis, heißtt es. Siehe unseren Blogbeitrag “Die Sonne im April 2017 und antarktische Blütenträume“.

Bleiben wir in der Pflanzenwelt. Eine neue Blattzählung hat nun ergeben, dass es viel mehr Blätter auf der Erde gibt als zuvor angenommen. Die Auswirkungen auf den Klimawandel sind erfreulich: Kalte boreale Gebiete werden dadurch wärmer und heiße trockene Gebiete kälter. Das hört sich doch ganz nach einer Win-Win-Situation an. Pressemitteilung der American Association for the Advancement of Science vom 25. Mai 2017 (via Science Daily):

Increased leaf abundance is a double-edged sword

A new global assessment reveals that increases in leaf abundance are causing boreal areas to warm and arid regions to cool. The results suggest that recent changes in global vegetation have had impacts on local climates that should be considered in the design of local mitigation and adaptation plans.

A substantial portion of the planet is greening in response to increasing atmospheric carbon dioxide, nitrogen deposition, global warming and land use change. The increase in leafy green coverage, or leaf area index (LAI), will hold important implications for climate change feedback loops, yet quantifying these impacts on a global scale can be challenging. Here, Giovanni Forzieri and colleagues analyzed satellite data of global LAI coverage between 1982 and 2011. Their results varied depending on the local biome, where increased LAI in boreal regions caused a reduction in surface albedo (reflection of sunlight), and thus resulted in a warming effect; in contrast, increased LAI in arid regions caused an increase in transpiration, and thus drove a cooling effect.

What’s more, the authors found that these relationships between LAI and surface biophysics were amplified up to five times under extreme warm-dry and cold-wet years. They estimate that, across about 60% of the global vegetated area, greening has buffered warming by about 14%; for the remaining areas, which mostly include boreal zones, LAI trends have amplified the raise in air temperatures, leading to an additional warming of about 10%.

Giovanni Forzieri, Ramdane Alkama, Diego G. Miralles, Alessandro Cescatti. Satellites reveal contrasting responses of regional climate to the widespread greening of Earth. Science, 2017; eaal1727 DOI: 10.1126/science.aal1727

Siehe auch Beitrag auf Climate Change Dispatch.

Überhaupt hat man wohl die Pflanzenwelt viel zu wenig in den Klimamodellen beachtet. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Bäume seit menschengedenken angenehmen Schatten im Hochsommer spenden. Vielleicht sollten die Damen und Herren Modellierer einfach mal ein bisschen mehr Zeit im Freien verbingen und sich von ihren Rechenkästen loseisen? Pressemitteilung der Columbia University vom 29. Mai 2017:

Hotspots Show that Vegetation Alters Climate by Up to 30%
Columbia Engineers find strong feedbacks between the atmosphere and vegetation that explain up to 30% of precipitation and surface radiation variance; study reveals large potential for improving seasonal weather predictions

A new Columbia Engineering study, led by Pierre Gentine, associate professor of earth and environmental engineering, analyzes global satellite observations and shows that vegetation alters climate and weather patterns by as much as 30 percent. Using a new approach, the researchers found that feedbacks between the atmosphere and vegetation (terrestrial biosphere) can be quite strong, explaining up to 30 percent of variability in precipitation and surface radiation. The paper, published May 29 in Nature Geoscience, is the first to look at biosphere-atmosphere interactions using purely observational data and could greatly improve weather and climate predictions critical to crop management, food security, water supplies, droughts, and heat waves.

“While we can currently make fairly reliable weather predictions, as, for example, five-day forecasts, we do not have good predictive power on sub-seasonal to seasonal time scale, which is essential for food security,” Gentine says. “By more accurately observing and modeling the feedbacks between photosynthesis and the atmosphere, as we did in our paper, we should be able to improve climate forecasts on longer timescales.”

Vegetation can affect climate and weather patterns due to the release of water vapor during photosynthesis. The release of vapor into the air alters the surface energy fluxes and leads to potential cloud formation. Clouds alter the amount of sunlight, or radiation, that can reach the Earth, affecting the Earth’s energy balance, and in some areas can lead to precipitation. “But, until our study, researchers have not been able to exactly quantify in observations how much photosynthesis, and the biosphere more generally, can affect weather and climate,” says Julia Green, Gentine’s PhD student and the paper’s lead author.

Recent advancements in satellite observations of solar-induced fluorescence, a proxy for photosynthesis, enabled the team to infer vegetation activity. They used remote sensing data for precipitation, radiation, and temperature to represent the atmosphere. They then applied a statistical technique to understand the cause and feedback loop between the biosphere and the atmosphere. Theirs is the first study investigating land-atmosphere interactions to determine both the strength of the predictive mechanism between variables and the time scale over which these links occur.

The researchers found that substantial vegetation-precipitation feedback loops often occur in semi-arid or monsoonal regions, in effect hotspots that are transitional between energy and water limitation. In addition, strong biosphere-radiation feedbacks are often present in several moderately wet regions, for instance in the Eastern U.S. and in the Mediterranean, where precipitation and radiation increase vegetation growth. Vegetation growth enhances heat transfer and increases the height of the Earth’s boundary layer, the lowest part of the atmosphere that is highly responsive to surface radiation. This increase in turn affects cloudiness and surface radiation.

“Current Earth system models underestimate these precipitation and radiation feedbacks mainly because they underestimate the biosphere response to radiation and water stress response,” Green says. “We found that biosphere-atmosphere feedbacks cluster in hotspots, in specific climatic regions that also coincide with areas that are major continental CO2 sources and sinks. Our research demonstrates that those feedbacks are also essential for the global carbon cycle—they help determine the net CO2 balance of the biosphere and have implications for improving critical management decisions in agriculture, security, climate change, and so much more.”

Gentine and his team are now exploring ways to model how biosphere-atmosphere interactions may change with a shifting climate, as well as learning more about the drivers of photosynthesis, in order to better understand atmospheric variability. Paul Dirmeyer, a professor in the department of atmospheric, oceanic and earth sciences at George Mason University who was not involved in the study, notes: “Green et al. put forward an intriguing and exciting new idea, expanding our measures of land-atmospheric feedbacks from mainly a phenomenon of the water and energy cycles to include the biosphere, both as a response to climate forcing and a forcing to climate response.”

Paper: Julia K. Green, Alexandra G. Konings, Seyed Hamed Alemohammad, Joseph Berry, Dara Entekhabi, Jana Kolassa, Jung-Eun Lee, Pierre Gentine. Regionally strong feedbacks between the atmosphere and terrestrial biosphere. Nature Geoscience, 2017; DOI: 10.1038/ngeo2957

 

Aktenzeichen WD 7-3000-116/16: Rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten für Klima-Klagen gegen Staat und Unternehmen in Deutschland

Weltpremiere eines Dokumentarfilms über Landnutzungswandel, Energiepolitik und Klimawandel am 9. Februar 2017 in Berlin

Am 9. Februar 2017 feiert ein Dokumentarfilm zu einem hochaktuellen und brisanten Thema seine Weltpremiere in Berlin: The Uncertainty Has Settled von Marijn Poels, ein Film über Landnutzungswandel, Energiepolitik und Klimawandel eröffnet als Langfilm, das Berlin Independent Filmfestival. In einer Mischung aus Doku und Fiction wird Poels durch eine Auszeit in den Bergen Österreichs zunächst auf die gegenwärtige Situation der europäischen Landwirtschaft aufmerksam. Eine Reise beginnt, die immer größer werdende Fragen aufwirft. Der Klimawandel ist in den Medien und der Politik beinahe täglich präsent. In Form der Energiewende bestimmt es mittlerweile unser aller Leben. Letztlich ein Milliardenprojekt. Die Bauern sind aufgrund der gut subventionierten Energiepolitik zum Teil zum Energieanbieter geworden. Monokulturen verbreiten sich und einige wertvolle Nahrungsmitteln sind praktisch ausgestorben. Poels wird in seinem 90 Minuten Film gezwungen seine eigene linke Ideologie zu hinterfragen: Machen wir das Richtige?

Die Wissenschaft hingegen verkündet: The science has settled. Doch was ist von den skeptischen Wissenschaftlern zu halten, die die Notwendigkeit dieser rasanten Umwälzung anzweifeln? Darunter hoch angesehene Wissenschaftler, wie der Physik-Nobelpreisträger Ivar Giaever oder der 93 jährige Professor Freeman Dyson der Princeton University den Poels nahe New York aufsucht. Poels versucht nicht, dem Zuschauer eine neue Wahrheit zu präsentieren, er stellt Fragen und überlässt es dem Zuschauer, sich seine eigene Meinung zu bilden.

Die Filmpremiere findet am 9. Februar 2017 um 22.00 Uhr im Kino Babylon in Berlin Mitte statt. Mehr infos: http://www.berlinfest.com, http://www.theuncertaintyhassettled.de

Neben dem ursprünglich annoncierten Termin (9.2.2017, 22:00h, Tickets Online hier) gibt es jetzt eine weitere Vorstellung am 12.2.2017 um 18:00h (Tickets Online hier). Nach jeder Filmvorführung gibt es eine 30-minütige Diskussionrunde. Ort: Babylon Kino Berlin, Rosa-Luxemburg-Strasse 30. 10178 Berlin, http://www.babylonberlin.de/ticketonline.htm

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In den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten zogen die Menschen aus, um die Erde zu erkunden und zu kartieren. Die Portugiesen kämpften sich in vielen Etappen um Afrika herum und kartierten bei jeder Fahrt ein weiteres Stück Küste. Kolumbus entdeckte Amerika und Vasco da Gama den Seeweg nach Indien. Irgendwann war dann aber auch der letzte Winkel des Planeten erkundet und auf Karten erfasst. Alles bekannt, Ende Gelände. Nicht so ganz. Vor einigen Jahrzehnten brach nämlich eine neue Entdeckerepoche an, die Kartierung des Meeresbodens. In den 1960er Jahren führte dies sogar zum Durchbruch der Plattentektonik. Auch heute noch sind etliche Ozeanbodenbereiche schlecht erkundet. Um die Kartierung zu vereinfachen, wurde jetzt eine Online-Karte ins Leben gerufen (GEBCO Undersea Feature Names Gazeteer), in dem 3800 Objekte am Ozeanboden verzeichnet und benannt werden. Eine gute Initiative. Siehe dazu auch einen Artikel in Eos.

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Am 3. August 2016 veröffentlichte der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages eine Ausarbeitung mit dem Aktenzeichen WD 7-3000-116/16 und dem Titel:

Rechtliche Grundlagen und Möglichkeiten für Klima-Klagen gegen Staat und Unternehmen in Deutschland

Das pdf gibt es hier. Im Folgenden das Inhaltsverzeichnis für alle Interessierten:

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Wo bleiben die Klimaschutzgelder? Care-Mitarbeiter Amadou Dan Kouré drückte am 23. November 2016 im Tagesspiegel kräftig auf die Klima-Tränendrüse:

Erderwärmung Niger: Wo der Klimawandel Realität ist
Der Klimawandel betrifft vor allem Länder wie Niger. Die Bevölkerung dort versucht, CO2 zu sparen – obwohl die Industriestaaten das größere Problem sind.

[...] In meinen dreizehn Jahren bei “Care” habe ich aber auch miterlebt, wie extreme Wetterverhältnisse und Dürreperioden Gemeinden immer wieder zurückwerfen. Armut und Hunger hängen in diesem Teil der Welt fast immer auch mit dem Klimawandel zusammen. Niger ist davon besonders stark betroffenen. Ganze Dörfer müssen mit immer weniger Wasser auskommen, da die Regenperioden kürzer werden und sich kaum noch vorhersagen lassen. Eine Katastrophe für das Wüstenland, in dem sowieso nur zwölf Prozent der Böden fruchtbares Ackerland sind. Trotzdem arbeiten 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft und sind von ihr für Nahrungsmittel und Einkommen abhängig. Die Dürren lassen ihre Ernten vertrocknen. Ergebnis: Niger hat eine der höchsten Armuts- und Unterernährungsraten der Welt.

Es ist toll, dass sich Kouré so für die arme Sahel-Bevölkerung einsetzt und tatkräftig anpackt. Es ist aber nicht ok, im Sinne der guten Sache die wissenschaftlichen Fakten zu verdrehen. Kouré behauptet, es würde im Niger immer weniger regnen, die Dürren würden sich verschlimmern. Belege dazu führt er nicht an. Wir schauen in die wissenschaftlichen Fakten. Stimmen die Aussagen des Care-Mitarbeiters?

Dürren: Hier hat sich die Lage in den Sahelstaaten in den letzten Jahrzehnten deutlich entspannt. Nach den dürren 1970er Jahren regnet es nun wieder mehr. Kouré liegt vollkommen daneben und liefert Fake News. Nicht schön. Hier die Fakten:

Entsprechend der schwierigen Lebensbedingungen im Sahel, sind es die Menschen dort gewohnt, sich an die wechselnden Gegebenheiten zu adaptieren (siehe “Von wegen Klimaflüchtling: Studie findet, dass Migration im Sahel traditionell stark verankert ist“). Empfehlenswert ist auch ein Blick in Essouassi & Mahé 2007. Dort ist doch tatsächlich eine Niederschlagskurve für die Hauptstadt Niamey veröffentlicht, die einen Anstieg der Niederschläge im Niger seit den 1980er Jahren zeigt:

 

 

Treffen der Initiative ‘KlimaKontroverse’ am 19.1.2017 in Hannover: Bröckelt der “Klimakonsens”?

Das Hauptthemen des nächsten Treffens:

Bröckelt der „Klimakonsens“? Hunderte kritische Studien allein in 2016

und

Judith Curry – berühmte skeptische Klimaforscherin gibt – fast – auf!

 

Do, 19. Januar, 19:30, Freizeitheim Linden, Windheimstr. 4, 30451 Hannover
www.KlimaKontroverse.de
Kontakt: Achim Fahnenschild

(weiterlesen …)

Fritz Vahrenholt am 17.1.2017 mit Vortrag zur deutschen Energiewende im Londoner House of Commons

Am 17. Januar 2017 wird Fritz Vahrenholt in London im House of Commons einen Vortrag zur deutschen Energiewende halten. Eingeladen hat die Global Warming Policy Foundation (GWPF). Beginn: 18:00h. House of Commons, Committee Room 9,
London SW1A 0PW. Hier die Ankündigung der GWPF:

The Crisis of Germany’s Energiewende
German consumers and industry pay a hefty price for the green energy transition, the so-called Energiewende. Technical problems with the German power grid are piling up as the government continues its breakneck drive to change the country’s energy mix. Parts of Germany are already over-saturated with wind turbines. Other nations are not following Germany’s expensive experiment. Germany has the second highest electricity price (after Denmark) in Europe. Renewable energy subsidies will rise from 6.35 €ct/kwh to an astounding 7.3 €ct/kwh in 2017. This policy is costing consumers 25 billion euros annually, paid via their power bills. It represents a social transfer from bottom to top of immense dimensions.

The driving force behind this socially unsustainable energy policy is an irrational fear that humans are irreparably damaging the climate as a result of CO2 emissions – despite new scientific findings showing that CO2’s impact on global temperatures has been overstated by the IPCC. Government plans to open up forests to allow the construction of wind parks is a catastrophe for most species of predatory birds and bats and the surrounding ecosystem.

Professor Fritz Vahrenholt 
Fritz Vahrenholt was one of the founders of the environmental movement in Germany. He holds a PhD in chemistry and is Honorary Professor at the Department of Chemistry at the University of Hamburg. Since 1969 he has been a member of the Social Democratic Party (SPD). From 1976 until 1997 he served in several public positions with environmental agencies such as the Federal Environment Agency, the Hessian Ministry of Environment and as Deputy Environment Minister and Senator of the City of Hamburg. In 2001, he founded the wind energy company REpower and was director of RWE’s renewable energy division Innogy, one of Europe’s largest renewable energy companies. His 2012 book The Neglected Sun sparked a broad public discussion in Germany about the dogmatism in climate science. He is the chairman of the German Wildlife Foundation and a member of the GWPF’s Academic Advisory Council.

If you wish to attend this lecture please register by emailing  harry.wilkinson@thegwpf.org

 

Der WWF ruft aktuell zu Spenden für die Eisbären auf, die wegen des Klimawandels angeblich vom Aussterben bedroht sind:

Lieber Herr xxx,

durch den Klimawandel schmilzt den Eisbären das Eis so schnell unter den Tatzen weg, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich anzupassen. Weil sie nicht mehr genügend Nahrung finden, suchen sie sich ihre überlebenswichtige Nahrung in nahen Dörfern. Dort ist es dann jeweils nur eine Frage der Zeit, bis es zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen kommt.

Das Leid der Eisbären ist genauso das Leid der Menschen. Je länger die Eisbären auf dem Festland auf Eis warten müssen, desto häufiger kommt es zu Konfrontationen.

Wir kämpfen weltweit auf allen Ebenen gegen den Klimawandel, um das Leben und Überleben der Eisbären zu sichern. Parallel dazu arbeiten wir vor Ort mit Menschen am Eisbärenschutz und helfen so konkret, die Konflikte zwischen Menschen und Eisbären zu verringern.

Bitte lassen Sie die Eisbären nicht im Stich. Helfen Sie mit einer Spende.

Herzliche Grüße
Ihr WWF-Team

Das ist schon kurios, denn die Eisbärpopulation geht es laut offiziellen Zählen prächtig. Von einem allgemeinen Schwund ist nichts zu spüren. Im Gegenteil, noch immer dürfen Eisbären offiziell gejagt werden, auch von gut zahlenden Jagdtouristen. Ist es nicht seltsam, dass der WWF gegen die wirkliche und akute Bedrohung durch Gewehrkugeln nicht vorgeht, stattdessen lieber den schön-abstrakten Klimawandel in den Vordergrund schiebt? Macht vielleicht weniger Arbeit als gegen die Eisbärjagd zu kämpfen.

Siehe:

 

 

Neue Modellierungsstudie gibt Hoffnung: Regenmengen in den subtropischen Landgebieten weniger vom Klimawandel betroffen als vormals angenommen

Ist das die Lösung des CO2-Problems? Eine Fabrik in Indien soll als erste in der Lage sein, das Treibhausgas CO2 aus Abgasen einzufangen und in Backpulver umzuwandeln. Kuchenbäcker reiben sich schon die Hände. Aber braucht die Welt soviel Backpulver?

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Die Hanns Seidel Stiftung veranstaltet vom 17.-19. Februar 2017 am bayerischen Ammersee ein Seminar mit dem Titel “Aktuelles zum Klimawandel”. Kostenpunkt: 70 Euro. Einladung als pdf hier. Als Vortragender mit dabei ist auch Gerd Ganteför.

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Der Standard berichtete am 29. Dezember 2016 über Klimaretter der anderen Art:

Grasende Kämpfer gegen die Erwärmung
Rentiere helfen gegen den Temperaturanstieg in der Arktis, wie eine neue Studie zeigt: Indem sie Sträucher in der Tundra reduzieren, halten sie diese kühler

Weiterlesen im Standard

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Die NASA hat sich mit ihrem New Yorker GISS-Institut in Sachen Klimawandelforschung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Seit vielen Jahren liegt die Leitung des Instituts fest in der Hand bekennender Klimaaktivisten, zunächst James Hansen, nun Gavin Schmidt. Eine Serie von wenig transparenten Datenveränderungen hat den vom GISS verwalteten Boden-Temperaturdatensatz nun so weit entstellt, dass er stark von den Satellitendatensätzen abweicht.

Angesichts dieser Ungereimtheiten erwägt die neue US-amerikanische Regierung nun, der NASA das Mandat für die Klimaforschung zu entziehen, wie Die Zeit am 24. November 2016 berichtete. Die NASA-Forscher sind darüber natürlich alles andere als erfreut und schlagen hochnervös verbal zurück. In Zukunft solle sich die NASA wieder verstärkt um die Weltraumfroschung kümmern, heißt es von Seiten der neuen Regierung. Vielleicht ist diese Atempause ganz gut angesichts der undurchsichtigen NASA-Aktivitäten im Bereich des Klimawandels. Macht es wirklich Sinn, Aktivisten in führender Position zu tolerieren, wo sie nach Lust schalten und walten können?

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Auf WUWT beschäftigte sich Angus McFarlane am 3. Januar 2017 mit unserem Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode. In seinem lesenswerten Beitrag lieferte er u.a. auch eine vorläufige statistische Auswertung der mehr als 900 Datenpunkte. Zwischenzeitlich macht das Projekt weiter gute Fortschritte. Den aktuellen Projektstatus können Sie auf der Researchgate-Projektseite abrufen, wo regelmäßige Updates eingestellt werden.

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Gute Nachrichten für die Subtropen. Früher gab es große Befürchtungen, dass im Zuge des Klimawandel der Regen ausbleiben könnte, mit dem Risiko einer Verschärfung von Dürren. Neue Modellierungsergebnisse zeigen nun, dass es wohl nicht ganz so schlimm kommen wird. Die University of Miami Rosenstiel School of Marine & Atmospheric Science gab am 14. November 2016 via Pressemitteilung bekannt:

Study Finds Less Gloomy Outlook for Subtropical Rainfall

UM Rosenstiel School researchers challenge previous understanding of drying projections for the climatic region

A new study found that rainfall over land in the subtropics – including in the southeastern U.S. – will not decline as much as it does over oceans in response to increased greenhouse gases. The study challenges our previous understanding of the drying that will occur in subtropical regions and suggests its impact on people living in these regions could be less severe than initially thought.

“The lack of rainfall decline over subtropical land is caused by the fact that land will warm much faster than the ocean in the future – a mechanism that has been overlooked in previous studies about the subtropical precipitation change,” said Jie He, a postdoc in Princeton University’s Program in Atmospheric and Oceanic Sciences and former UM Rosenstiel School graduate student who was the lead author of the study.

In the new study, He and UM Rosenstiel School Professor Brian Soden used an ensemble of climate models to show that the rainfall decreases occur faster than global warming, and therefore another mechanism must be at play. They found that direct heating from increasing greenhouse gases is causing the land to warm faster than the ocean and that the associated changes in atmospheric circulation are driving the rainfall decline over the oceans, rather than land.

Subtropical rainfall changes have been previously attributed to two mechanisms related to global warming: greater moisture content in air that is transported away from the subtropics and a pole-ward shift in circulation. While both mechanisms are present, this study shows that neither one is responsible for the rainfall decline.

“It has been long accepted that climate models project a large-scale rainfall decline in the future over the subtropics. Since most of the subtropical regions are already suffering from rainfall scarcity, the possibility of future rainfall decline is of great concern,” said Soden, the co-author of the study. “However, most of this decline occurs over subtropical oceans, not land, due to changes in the atmospheric circulation induced by the more rapid warming of land than ocean.”

Most of the reduction in subtropical rainfall occurs instantaneously with an increase of greenhouse gases, independent of the warming of the earth’s surface, which occurs much more slowly. According to the authors, this indicates that emission reductions would immediately mitigate subtropical rainfall decline, even though the surface will continue to warm for a long time.

The study, titled “A re-examination of the projected subtropical precipitation decline,” was published in the Nov. 14 issue of the journal Nature Climate Change. He is currently at the NOAA Geophysical Fluid Dynamics Laboratory in Princeton, New Jersey.

 

Ausweitung der Mückenplage in den USA nicht wegen Klimawandel, sondern aufgrund zu wenig Gifteinsatz und wachsender Urbanisierung

Falls Sie im Großraum Hamburg wohnen, könnte Sie eine Seminarserie der Universität Hamburg interessieren. Am 20. Dezember 2016 geht es um 15:15 Uhr um holozäne Klimamodelle (“MPI-M Holocene simulations – new opportunities and first results”).

Ort: Seminar Raum 022/023, Erdgeschoss, Bundesstrasse 53, 20146 Hamburg
Vortragender: Martin Claussen, MPI-M, The Holocene Group, Max Planck Institute for Meteorology

Es gilt zu hoffen, dass die Modelle bald endlich das vorindustrielle Klima besser in den Griff bekommen. Das geht aber nur, wenn man auch natürliche Klimafaktoren in die Simulationen realistisch einbaut, was bisher nicht der Fall ist. Vorinddustrielle Klimaschwankungen wurden lange Zeit als spontanes, schwer zu erklärendes Rauschen abgetan. Ein shwerer Fehler. Word es jetzt besser? Lassen Sie sich kurz vor Weihnachten von Prof. Claussen überraschen.

Vorbereitender Lesetipp: Klimamodelle und Temperaturrekonstruktionen wollen einfach nicht zusammenpassen: Neue Studie vom Hamburger Max-Planck Institut für Meteorologie

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Der Deutschlandfunk begeisterte am 6. Dezember 2016, als er gleich zwei nichtalarmistische Meldungen in seine Kurzmeldungen aufnahm. In der ersten Meldung wurde eingeräumt, dass die zunehmende Mückenplage in den USA offenbar nur wenig mit der Klimaerwärmung zu tun hat, stattdessen sind die Ursachen in der zunehmenden Verstädterung der Gebiete sowie im verminderten Einsatz von Insektengift zu suchen. DLF:

[...] In den letzten fünfzig Jahren haben sich die Stechmücken-Populationen in den Bundesstaaten New York, New Jersey und Kalifornien verzehnfacht. Die Zahl der Stechmücken-Arten hat sich in dieser Zeit verdoppelt. [...] Ein Grund sei, dass das Insektengift DDT seit den 70ern nicht mehr zum Einsatz kommt. Der zweite Grund für die steigenden Stechmücken-Zahlen sei die Verstädterung der Gebiete. Vor allem Mücken, die von menschlichem Blut leben, profierten davon. Die globale Erwärmung spiele laut den Forschern in den untersuchten Regionen keine große Rolle für die starke Ausbreitung der Mücken.

Hier die Kurzfassung der Arbeit von Rochlin et al. (2016) aus Nature Communications:

Anthropogenic impacts on mosquito populations in North America over the past century
The recent emergence and spread of vector-borne viruses including Zika, chikungunya and dengue has raised concerns that climate change may cause mosquito vectors of these diseases to expand into more temperate regions. However, the long-term impact of other anthropogenic factors on mosquito abundance and distributions is less studied. Here, we show that anthropogenic chemical use (DDT; dichlorodiphenyltrichloroethane) and increasing urbanization were the strongest drivers of changes in mosquito populations over the last eight decades in areas on both coasts of North America. Mosquito populations have increased as much as tenfold, and mosquito communities have become two- to fourfold richer over the last five decades. These increases are correlated with the decay in residual environmental DDT concentrations and growing human populations, but not with temperature. These results illustrate the far-reaching impacts of multiple anthropogenic disturbances on animal communities and suggest that interactions between land use and chemical use may have unforeseen consequences on ecosystems.

Auch die zweite Meldung ist hochinteressant. Anhand von Muschelsschalen wurde das Klima des Nordatlantiks für die vergangenen 1000 Jahre rekonstruiert. DLF:

Die Wissenschaftler haben die Informationen der Muschelschalen mit Berichten über Lufttemperatur, Vulkane und die Sonnenaktivität verglichen. Dabei stellen sie fest, dass vor der industriellen Revolution Veränderungen im Nordatlantik das Klima beeinflussten und die Atmosphäre veränderten.

Hier hatte der Sendung dann wohl doch Angst vor der eigenen Courage. Das Resultat des Vergleiches zwischen Temperatur, Sonnenaktivität und Vulkanen verschweigt man. Lesen wir dazu in der Zusammenfassung des Originalpapers, das am 6. Dezember 2016 ebenfalls in Nature Communications (nicht PNAS) von Reynolds et al. erschien:

Annually resolved North Atlantic marine climate over the last millennium
Owing to the lack of absolutely dated oceanographic information before the modern instrumental period, there is currently significant debate as to the role played by North Atlantic Ocean dynamics in previous climate transitions (for example, Medieval Climate Anomaly-Little Ice Age, MCA-LIA). Here we present analyses of a millennial-length, annually resolved and absolutely dated marine δ18O archive. We interpret our record of oxygen isotope ratios from the shells of the long-lived marine bivalve Arctica islandica (δ18O-shell), from the North Icelandic shelf, in relation to seawater density variability and demonstrate that solar and volcanic forcing coupled with ocean circulation dynamics are key drivers of climate variability over the last millennium. During the pre-industrial period (AD 1000–1800) variability in the sub-polar North Atlantic leads changes in Northern Hemisphere surface air temperatures at multi-decadal timescales, indicating that North Atlantic Ocean dynamics played an active role in modulating the response of the atmosphere to solar and volcanic forcing.

Reynolds und Kollegen bekommen genau das heraus, was wir vor viereinhalb Jahren in unserem Buch “Die kalte Sonne” geschrieben haben: Sonnenaktivität gepaart mit Vulkanausbrüchen und Ozeanzyklen sind die Haupttreiber des vorindustriellen Klimageschehens. Und diese Treiber werden auch nach Anstieg des CO2 ab 1850 nicht plötzlich aufgehört haben. Im DLF-Beitrag lässt man es bei soviel Klarheit lieber nebulös, schade. Vielleicht nächstes mal. Übrigens haben die Autoren eine schöne Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) für ihr Studiengebiet gefunden.

In Kürze wird die Studie auch in unserer MWP-Onlinekarte eingearbeitet werden. Momentan laufen vorbereitende Arbeiten zur Erstellung einer ersten regionalen Synthese. Losgehen soll es mit Afrika und Arabien. Dazu müssen die publizierten Kurven jetzt in Excel- oder anderer plottbarer Form aufgetrieben werden, zum Teil muss mit WebPlotDigitizer digitalisiert werden.